Archive for Dezember 2007

AktivistInnen verschönern „Denkmal“

Dezember 22, 2007

Wie von Protestierenden angekündigt (siehe „Kontroverse um das ‚Freiheitsdenkmal'“), gab es jetzt beim „Second-Hand-Denkmal“ eine „Zettelaktion“, sprich das Denkmal wurde mit bunten Zetteln als Ausdruck des Protests zugeklebt (Fotos hier, hier und hier).

Bei Indymedia kann man Details zu der Aktion nachlesen:

„Seit September schon schwelt an der FU ein Streit um ein ‚Denkmal‘ für 10 anfang der 50ere Jahre in sowjetischer Lagerhaft ermordete Studenten. Das FU-Präsidium hatte die Skulpur anfang September in einem Festakt eingeweiht, ohne die Universitätsöffentlichkeit auch nur zu informieren.

Später kam heraus: die als ‚Denkmal‘ etikettierte Skulptur war ursprünglich als Banken-Repräsentationskunst für den Berliner Hauptbahnhof vorgesehen, zudem sind die geehrten Studierenden höchst ambivalente Figuren: alte Nazis und bezahlte Geheimdienstagenten sind dabei, das FU-Präsidium sieht jedoch nur heroische Freiheitskämpfer. Seit gestern Nachmittag gibt es einen Kontrapunkt: das Denkmal wurde von Unbekannten mit Kommentaren versehen und zuplakatiert.

Laut Augenzeugenberichten fand die Aktion gestern (19.12.) am hellichten Tage statt, mit Leitern, Kleistereimer und Pinsel rückten etwa 25 AktivistInnen der ‚größten und komplexesten Bronzeskulptur in Deutschland‘ (FU-Presserklärung) zuleibe. Hinterher sah das 15-Tonnen Monument etwas bunter aus: Plakate mit verschiedenen Textausschnitten aus Pressemitteilungen, Blogartikeln sowie einigen Zitaten aus einer von Studierenden organisierten Podiumsdiskussion anfang November wiesen auf die umstrittenen Kontexte der Denkmalsetzung hin.

(…) Dennoch war es bis auf eine vom AStA organisierte Podiumsdiskussion anfang November erstaunlich ruhig um den Bronzeklotz. Geschichtspolitik erscheint vielen wohl als nicht spannend genug, oder aber man hat mit drohenden Studiengebühren, Kommerzialisierung und Elite-Hype andere Sorgen in Berlin. Umso erfreulicher, dass sich einige Leute gestern dennoch aufgerafft haben…“(„Aktion gegen „Denkmal“ an der FU Berlin“, Indymedia, 20.12.07)

Laut AStA Blog wurden die Zettel schnell wieder entfernt:

„Die Originale sind leider schon wieder abgekratzt, offenbar hat die FU keine Lust auf studentische Randglossen zu ihrem fragwürdigen Freiheitsklotz.“ („Ein Denkmal blüht auf“, AStA FU Blog, 21.12.07)

Die Prophezeiung von FUwatch, dass es vermutlich nur eine Frage der Zeit ist, bis das Denkmal von AktivistInnen härter angegangen wird, hat sich damit noch nicht erfüllt. Es bleibt vorerst beim vergleichsweise harmlosen Zettelkleben. Dennoch war die Aktion beachtlich, wenn sie wie behauptet tatsächlich tagsüber durchgeführt wurde und knapp 30 Protestierende involviert waren.

Natürlich war es eine rein symbolische Aktion, aber sie hat immerhin Aufmerksamkeit auf die vielen immer noch offenen Fragen hinsichtlich des „Denkmals“ gelenkt. Denn die Peinlichkeit hier ohne Rücksprache eine Skulptur „abgestaubt“ und aufgestellt zu haben, die ursprünglich einem völlig anderen Verwendungszweck zugedacht war, auf der nicht die Namen der ermordeten Studierenden auftauchen sondern der eines Bankhauses, die sich auf Opfer bezieht bei denen immer noch unklar ist inwieweit sie nicht auch Täter waren, ist ja nicht aus der Welt.

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Advent, Advent, die Lehre brennt

Dezember 21, 2007

Wie der Tagesspiegel heute berichtet wird die „Eliteuni“ FU im kommenden Jahr eine siebenstellige Summe aus Landesmitteln verlieren, weil sie gegenüber TU und HU im Bereich Lehre deutlich zurückgefallen ist:

„Die Freie Universität wird im kommenden Jahr eine siebenstellige Summe aus Landesmitteln verlieren, weil sie in der Lehre gegenüber der TU und der HU weniger leistungsfähig ist. Das teilte Dieter Lenzen, Präsident der FU, am Mittwoch im Akademischen Senat der Hochschule mit. Es handle sich um einen ‚massiven Einbruch‘, die Summe entspreche 40 Mitarbeiterstellen. Berlins Unis erhalten einen wachsenden Teil ihres Landeszuschusses im Wettbewerb untereinander – im Jahr 2008 bereits 30 Prozent. Zu den Leistungskriterien des Senats gehört auch die Zahl von Absolventen, die die Unis in der Regelstudienzeit zum Ziel führen.

Das FU-Präsidium will nun eine ‚Qualitätsoffensive Lehre‘ starten. In den Zielvereinbarungen mit den Fachbereichen sollen jeweils bestimmte Maßnahmen festgelegt werden. In einem Papier mit Eckpunkten schlägt die Uni-Leitung ein ‚Self-Assessment-Verfahren‘ für Studienbewerber und studienvorbereitende Brückenkurse vor. Mentoringprogramme und die Studienfachberatung sollen ausgebaut werden. Die Fachbereiche sollen sicherstellen, dass Studierende nicht bestandene Prüfungen zeitnah wiederholen können. Die Fachbereiche sollen sich auch flexibler verhalten, wenn es darum geht, externe Bewerber zu Masterstudiengängen zuzulassen.“ („Die FU fällt in der Lehre zurück“, Tagesspiegel, 21.12.07)

Den Grund für das Problem sieht man laut Tagesspiegel besonders im „Drei-Fach-Bachelor“ bei dem die Studierenden drei verschiedene Fächer („Modulangebote“) studieren, was angeblich einfach organisatorisch und personell nicht machbar ist. Außerdem wählen die verrückten Studierenden einfach immer die falschen Kombinationen.

„(…) Als sich die FU für den Drei-Fach-Bachelor entschied, geschah dies, um die kleinen Fächer besser in die Studienreform integrieren zu können. Die Kapazitäten in den kleinen Fächern reichen oft nicht, um Studienangebote mit 60 Leistungspunkten bereitzustellen. Auch könnte die Schwelle für Studierende, ein Orchideenfach wie ostasiatische Kunstgeschichte zu wählen, kleiner sein, wenn es im Studium nur mit 30 Leistungspunkten als eines von zwei Nebenfächern zu Buche schlägt. Aus Sicht des Präsidiums wäre es jedoch eine bessere Lösung, wenn sich fortan jeweils zwei kleine Fächer zusammentun und sich auf ein gemeinsames Angebot mit 60 Punkten verständigen. („Die FU fällt in der Lehre zurück“, Tagesspiegel, 21.12.07)

Mit anderen Worten die „Qualitätsoffensive Lehre“ wird darauf hinauslaufen, dass die Fächer mit geringer ökonomischer Verwertbarkeit abgewertet werden. Es darf sich studienordnungsmäßig einfach nicht mehr lohnen „Orchideenfächer“ wie Kunstgeschichte zu studieren, dann werden diese spinnerten BA-Studis schon noch einsehen, dass sie mal besser BWL studieren.

Die FU-Führung gerät ins Schwimmen und hatte bereits Mitte November im Akademischen Senat einen zehn Punkte-Plan zur Verbesserung der Lehre vorgestellt:

  1. System der Mentoringprogramme in allen Fachbereichen verstärken.
  2. Studienfachberatung: alle Lehrenden halten einmal in der Woche eine Sprechstunde, nicht nur einmal im Monat.
  3. Bachelor: Anerkennungspraxis der Scheine von anderen Unis liberalisieren – Bologna soll Mobilität steigern und nicht senken.
  4. Übergänge: Fachbereiche sollen im Rahmen von Studienverlaufsplänen den Wechsel im ersten Semester liberalisieren, Geschlechterstereotype sollen aufgebrochen werden.
  5. Status von ausländischen Studierenden: Zulassungspraxis für Masterstudiengänge fördern, auch aufgrund des Zukunftskonzepts der International Network University.
  6. Einführungswochen sollen in einzelnen Fächern ernster genommen werden und bereits vor Beginn des Semesters stattfinden.
  7. Einführung zentraler Studien- und Prüfungsbüros in den Fachbereichen—verlässliche und ausreichende Öffnungszeiten.
  8. Wiederholungsleistung von Prüfungen soll zeitnah ermöglicht werden.
  9. Flächendeckende Evaluationen in den Fachbereichen für jeden Studiengang einen Studiengangsleiter an den Fachbereichen, der die inhaltliche Weiterentwicklung des Studiengangs und das Lehrangebot plant.

(nach: „Evaluation statt Mitbestimmung – Neues aus dem Akademischen Senat (14.11.07)“, FSI Blog, 21.11.07)

Im FSI Geschichte Blog wird die Kritik an diesen 10 Punkten treffend zusammengefasst:

„Aber was steckt eigentlich hinter den ‚Zehn Punkten‘? Letztendlich nur eine etwas weichere, flexiblere Handhabung des Bestehenden. Eine radikale ‚Reform der Reform‘ hin zu mehr Wahlfreiheit für Studierende, weniger verschulten Inhalten und natürlich mehr Mitbestimmung bei der Gestaltung des Studiums und der Studienordnungen bleibt aus. Doch wäre dies das einzig notwendige. Auch die beste Evaluation degeneriert letztlich zum Kontrollinstrument, wenn die Umfrageergebnisse geheimgehalten werden und die Studierenden bei den aus der Evaluation folgenden Reformprojekten nicht mitreden dürfen.“ („Zehn Punkte für den Bachelor? Eine Blamage und keine Reform“, FSI Geschichte Blog, 14.12.07)

Wie der oben zitierte Tagesspiegel-Artikel deutlich macht, geht es sogar ganz im Gegenteil darum die Wahlfreiheit noch stärker als ohnehin schon einzuschränken und die Studiengänge noch weiter zu verschulen.

Als weitgehend gescheitert muss inzwischen aber nicht nur die BA-Einführung als solche betrachtet werden, sondern auch der Versuch die katastrophalen Zustände zu deckeln. Der berüchtigte „Studienerfolgsbericht“ (siehe „Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne“) ist inzwischen online verfügbar und es gibt immer mehr Artikel in den Medien zu dem Sachverhalt (Pressespiegel zum Beispiel im AStA Blog).

Warum StudiVZ auch diesmal unbeschadet davonkommen wird

Dezember 20, 2007

Es ist so ziemlich genau ein Jahr her, da brannte Deutschlands beliebteste Studierenden-Plattform StudiVZ das erste Mal lichterloh. Zuerst waren es Nazisymbolik und Fotos von der Party-Toilette („chick auf mitte party // WC“) beim Plattform-Gründer selbst (siehe „StudiVZ in der Kritik“), dann die Cyberstalker-Affäre und fast täglich neue Sicherheitslücken in der Software („StudiVZ gruschelt sich immer tiefer in den Sumpf“). Auf dem Höhepunkt der Krise musste StudiVZ wegen der Sicherheitslücken sogar für einige Zeit aus dem Netz genommen werden. StudiVZ schien am Ende.

Doch dann passierte etwas für viele Beobachter Unerwartetes. Die Skandalserie führte nicht etwa dazu, dass die schon lange Zeit im Umlauf befindlichen Übernahmegerüchte ein negatives Ende fanden. Im Gegenteil, am Ende blätterte der Holtzbrinck-Konzern zwischen 50 und 100 Millionen Euro für das Portal auf den Tisch (die exakte Summe ist bis heute nicht bekannt) und konnte damit den Axel-Springer-Verlag ausstechen, der kurz vor Vertragsabschluss sogar 120 Millionen Euro geboten haben sollen (siehe: „Das teuerste Plagiat der Welt?“).

Ja, diese Kapitalisten, völlig bekloppt. Oder vielleicht doch nicht? Vielleicht hatte Holtzbrinck einfach nur erkannt, dass StudiVZ alles andere als am Ende war, dass da immer noch viel Geld drinsteckt. Ob es wirklich so viel Geld ist, dass die in den Kauf investierten 100 Millionen sich jemals rentieren werden, wird sich noch zeigen (ich behaupte immer noch: Nein). Auf jeden Fall ist StudiVZ aber in der Studierendenschaft beliebt wie eh und je, als hätte es die Skandalserie Ende 2006 nie gegeben.

Um sich dessen zu vergegenwärtigen braucht man nur mal in irgend einen Uni-PC-Pool gehen (sofern noch vorhanden) und sich ansehen, was die Leute jenseits der akademischen Recherche da so treiben. Oder aber, man unterhält sich einfach mal mit ein paar KommilitonInnen wo im Web sie zur Zeit aktiv sind. Neben Emails abrufen und im Messenger chatten scheint die halbe Studierendenwelt in StudiVZ rumzuhängen.

Was bei der Betrachtung der „Causa StudiVZ“ häufig übersehen wird ist, dass der größere Skandal nicht darin besteht, dass die Verantwortlichen bei StudiVZ die Probleme nicht unter Kontrolle kriegen (können oder wollen) bzw. weiterhin eine fragwürdige Geschäftspolitik betreiben. Nein, der größere Skandal besteht eher darin, wie wenig das die große Masse der StudiVZ-NutzerInnen eigentlich interessiert.

StudiVZ ist in erster Linie ein aalglattes Hedonistenforum, für Studierenden mit emanzipatorischem Anspruch ein Graus, für die große Mehrheit der auf Trivialkommunikation, Networking (hier wohl eher „Dating“) und Party-machen fixierten Studierenden jedoch der perfekte Tummelplatz.

Und vor diesem Hintergrund erscheint es doch höchst unwahrscheinlich, dass der neuste Skandal um StudiVZ die Beliebtheit des Portals wirklich nachhaltig schmälern kann.

Doch der Reihe nach. Hintergrund war diesmal die Ankündigung von StudiVZ zukünftig personalisierte Werbung einzusetzen. Dabei wertet der Betreiber (in diesem Fall StudiVZ) Informationen die er über die NutzerInnen hat systematisch aus, um dann dem/der jeweiligen NutzerIn individualisierte Werbung einblenden bzw. zustellen zu können.

Das Ganze setzt also voraus, dass die privaten Daten des Nutzers / der Nutzerin in welcher Form auch immer weiterverarbeitet werden. Das allein machte nun noch nicht den Skandal aus, es ging auch darum wie StudiVZ das durchsetzen wollte: Wer den neuen Geschäftsbindungen inklusive dem Einverständnis zur „Selbstentblößung“ nicht zustimmen wollte, sollte ausgeschlossen werden. Die taz fasste das (vermutlich nicht als erste) auch unter Anspielung auf die vergangenen Skandale unter dem Titel „Vom StalkerVZ zum StasiVZ“ zusammen.

Es formierte sich Widerstand, der Skandal schwappte in die Mainstreammedien und StudiVZ trat den geordneten Rückzug an. Zumindest teilweise. Zwar bleibt es bei der personalisierten Werbung, anders als urspürnglich vorgesehen gibt es die jetzt jedoch nicht als SMS aufs Handy (was wirklich eine Art „Tabubruch“ gewesen wäre, Spam auf dem Handy ist noch sehr viel ärgerlicher als Email-Spam). Jedoch gilt grundsätzlich immer noch: „Die Nutzer müssen zustimmen, dass StudiVZ ihre persönlichen Daten auswertet, um ‚gezielt personalisierte Werbung‘ zu ‚präsentieren bzw. präsentieren zu lassen‘ [sic!]“ („Keine SMS- und Chat-Werbung“, Spiegel Online, 15.12.07).

Die nach neuen AGBs ursprünglich mögliche Weitergabe der persönlichen Daten an Dritte (ein weiterer zentraler Kritikpunkt) soll nun unterbleiben, an Behörden werden sie aber übermittelt – wenn auch nur unter „normalen“ Bedingungen. Die weichen Formulierungen ließen ursprünglich die Möglichkeit offen, dass Daten auch ohne gerichtlichen Beschluss an Staatsanwälte und Copyright-Inhaber weitergeleitet werden könnten; die erneut reformulierten AGBs schließen das jetzt angeblich aus („Daten gibt StudiVZ nur an Behörden weiter“, Spiegel Online, 15.12.07).

Zu einem späteren Zeitpunkt soll es die Möglichkeit geben, die personalisierte Werbung zu deaktivieren, dennoch muss man erst einmal pauschal den neuen ABGs samt fragwürdigen Passagen zustimmen: „Die Nutzer müssen erstmal StudiVZ alles erlauben, um dann später, wenn die neuen Regeln gelten, die Erlaubnis für Schnüffel-Werbung zurücknehmen zu dürfen“ („Zwangszustimmung bleibt“, Spiegel Online, 15.12.07).

Durch dieses zumindest teilweise Zurückrudern was die Einführung der neuen ABGs angeht war die Sache aber für StudiVZ noch nicht ausgestanden. „Obwohl der Betreiber seine AGB-Änderung zur Werbe-Personalisierung entschärft hat, gehen Studenten auf die Barrikaden. Sie säubern ihre Profile, löschen Fotos und schreiben kriegerische Parolen auf ihre Pinnwände.“ („Studenten demonstrieren gegen das SchnüffelVZ“, Spiegel Online, 18.12.07).

Was Spiegel Online zu erwähnen „vergisst“ ist der Ursprung der „Stasi 2.0“-Kampagne samt der im Artikel erwähnten Schäuble-Schablonen, die man jetzt auch bei StudiVZ auf den Profilen der Protestierenden findet. Diese junge Protestbewegung hat ihre Wurzeln im Widerstand gegen Schäubles Innenpolitik, im Netz aber insbesondere im Kampf gegen die Vorratsdatenspeicherung und inzwischen auch im Protest gegen die geplanten Online-Durchsuchungen. StudiVZ hat damit im engeren Sinn eigentlich nicht viel zu tun, allerdings zeigt das Beispiel, dass „Stasi 2.0“ inzwischen offenbar auch auf nicht-staatliche Bespitzelung und Bedrohungen des Datenschutzes bezogen wird.

Es bleibt die zentrale Fage: Wird dieser Protest auf StudiVZ wirklich dazu führen, dass es zum Massenboykott kommt, der StudiVZ untergehen lässt (bzw. die Verantwortlichen zur endgültigen Aufgabe der neuen AGBs zwingt) oder ist das nur ein Sturm im Wasserglas, eine kleine Minderheit der eine weitgehend gleichgültige Mehrheit gegenübersteht, welche die neuen ABGs vielleicht auch nicht mag, deshalb aber noch lange nicht das Portal boykottieren wird?

Keine Frage, StudiVZ hat ein massives Imageproblem. Doch dieses Problem hatte es schon immer ohne dass man gesehen hätte, dass es zu nennenswerten Abwanderungen von NutzerInnen zu vergleichbaren Konkurrenzangeboten gegeben hätte. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Masse der Studierenden langfristig gesehen unbeeindruckt von den Fehltritten des StudiVZ-Managements bleibt.

Protestaktion gegen Bücheraussonderung geplant

Dezember 18, 2007

Am heutigen Dienstag (18.12.) ist eine Protestaktion gegen die angekündigte Halbierung des PolSoz-Bücherbestandes (siehe „Der Bücher-Bestand im FB PolSoz soll bis 2020 halbiert werden“) geplant:

„In einer ersten symbolischen Aktion werden daher am Dienstag, den 18.12.2007, die Bibliotheken des Fachbereichs mit leeren Regalen versperrt. („Bilbiotheken werden geschlossen. Hunderttausende Bücher werden aussortiert“, Pressemitteilung des AStA FU, 17.12.07

Laut BBFB-Blog treffen sich die AktivistInnen um 9 Uhr am Roten Café (interessanterweise ist beim BBFB die Rede von „Mittwoch“). Wenn nun allerdings klar ist, wann, wo und was passieren soll, wird es unter Umständen schwierig werden, das durchzuziehen. Mal sehen ob das Präsidium daraufhin Security auffahren lässt.

Was mit den Büchern passieren soll, kann man (unter anderem) inzwischen in der taz nachlesen:

„Bis 2020 soll die Universitätsbibliothek (UB) der FU umgebaut und neu strukturiert werden. Spätestens dann soll auch die Literatur der Politik- und Sozialwissenschaften in dem UB-Gebäude unterkommen. Allerdings nur zum Teil: Christa Beckmann von der Pressestelle der FU antwortete auf eine Anfrage der taz: ‚Bücher und Zeitschriften aus der Zeit vor der Wende, die vielfach vorhanden sind und nicht permanent benötigt werden, spendet die Freie Universität der Europäischen Humanistischen Universität in Vilnius.‘ Die Sprecherin bestätigte, dass es sich dabei um rund 300.000 Medieneinheiten handelt.“ („Elite-Uni schmeißt Bücher raus“, taz, 17.12.07)

Welch perfide PR-Taktik, denn wer wollte schon etwas dagegen sagen, dass nun auf einmal die „bedürftigen“ KommilitonInnen der EHU die Bücher bekommen? Immerhin handelt es sich hier um eine Exiluniversität, die aus der weißrussischen Diktatur nach Litauen umsiedeln musste.

Hmmm… nur ist ja wohl die deutliche Mehrheit der betroffenen Bücher in deutscher Sprache verfasst und in der Exiluniversität wird trotz Vielsprachigkeit und Internationalität nicht Deutsch die Hauptsprache sein, oder? Was konkret sollen die KommilitonInnen in Litauen also mit so vielen deutschsprachigen Büchern anfangen? Geht es nicht eher nur darum, einen vermeintlich passenden Grund zu (er)finden, um die Bücher loswerden zu können? Die FSI Ethnologie präzisiert es:

„Das Präsidium will durch diesen Akt vermeintlicher Großzügigkeit studentische Kritik an der sog. Profilschärfung delegitimieren. Sich gegen die Aussortierung hunderttausender Bücher einzusetzen, heißt nicht, der EHU Unterstützung zu verweigern. Es heißt, die weitere Verschlechterung der Studienbedingungen an der FU zu verhindern.“ (in: „Bilbiotheken werden geschlossen. Hunderttausende Bücher werden aussortiert“, Pressemitteilung des AStA FU, 17.12.07

Was bei dem ganzen Stunt am meisten beeindruckt ist, wie Lenzen und seine Truppe es hier geschafft haben, aus einer neoliberalen Kürzungsaktion einen Akt des „antikommunistischen Widerstands“ zu machen (mal unterstellt, Lukaschenko steht mit seinem Führungsstil in der Tradition realsozialistischer Ostblock-Regime, was ja zumindest eine Lesart ist). Das erinnert irgendwie ans Second-Hand-Denkmal.

Doch was kommt als nächstes? Finanzielle Hilfe für die CANF? Ein Fedecámaras-Vertreter als Redner im FB Wiwiss (Notiz an Schreyögg: Stühle diesmal lieber anketten)? Der Ehrendoktor für Lehmann-Brauns? Eine gemeinsame Kampagne mit PETA gegen die Hummer-Konsumentin Wagenknecht? Georg Gafron als Nachfolger Lenzens? Wir lassen uns von Frontstadt-Dieter überraschen…

Fünfte Ausgabe der OSI-Zeitung veröffentlicht

Dezember 13, 2007

Lange haben sie ihre LeserInnen seit dem letzten Juli warten lassen, doch ich denke, es hat sich gelohnt. Die fünfte Ausgabe der OSI-Zeitung (OZ) ist da und kann hier heruntergeladen werden.

Statt wie üblich 16 Seiten umfasst die neuste Ausgabe 20 und ein erster Blick lässt vermuten, dass es nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ die bisher beste Ausgabe geworden ist. Sehr gelungen wirken auch die ergänzenden Fotos von Valentin.

Anmerkungen kann man wie immer im OZ-Forum unter osizeitung.siteboard.de einbringen. Alle Ausgaben der OZ findet man unter sites.google.com/site/osizeitung.

Drittes studentisches Strategie- und Protestreffen

Dezember 11, 2007

Nach dem ersten und zweiten gesamtuniversitären Strategie- und Protesttreffen folgt am Donnerstag den 13.12.07 um 18 Uhr nun das dritte in der Silberlaube KL 25/134.

Auf dem letzten Treffen wurde ein Aktionstag am 31. Januar 2008 beschlossen. Dieser bedarf einer vorausgehenden Mobilisierung, insbesondere aber natürlich auch einer konkreten Zielsetzung. In der Einladung zum dritten Treffen heißt es daher:

Themen: Welche Themen soll der Aktionstag setzen, bzw. was muss vorbereitet werden?

Mobilisierung: Wie werden wir für diesen Tag mobilisieren?

Aktionen/Organisation: Welche Aktionen soll es geben, welche Räume brauchen wir, etc.?

Und: Euer Ding!

Plus: Wie geht es danach weiter?

Fast könnte man meinen, hier einen „Abwärtstrend“ was die Dauer des Protestes angeht ausmachen zu können: War es 2003/2004 wenigstens noch ein halbwegs „echter“ Studierenden-Streik, war es 2005 schon nur noch ein einwöchiger „Warnstreik“, und 2008 wird es dann nur ein einziger Aktionstag.

Zwar betonen die OrganisatorInnen, dieser Aktionstag sei erst der Anfang, aber wenn man dann in der Einladung förmlich spürt, was für ein ungeheurer Kraftakt es offenbar ist, überhaupt KommilitonInnen in einer angemessen Anzahl für diesen einen Tag zu mobilisieren („versucht Leute zu mobilisieren, die letztes Mal noch nicht da waren…“), dann wirkt das jetzt schon deprimierend.

Was nach wie vor fehlt ist ein „Aufreißer“, ein ganz bestimmtes Thema das wirklich so unter den Nägeln brennt, dass es die Studierenden regelrecht in den Protest treibt (z.B., wenn bekannt würde, dass die Einführung von Studiengebühren in Berlin unmittelbar bevorsteht). Liegt ein solcher ganz konkreter Anlaß nicht vor, wird die Mobilisierung nur schleppend verlaufen.

Film nights 3

Dezember 10, 2007

Auf Bitte von Herrn Fischer weise ich dezent auf diese Veranstaltung hin.

Erneutes Treffen für Fachwechsler

Dezember 9, 2007

Am kommenden Dienstag den 11.12.07 findet um 16 Uhr in der AStA-Villa das nächste Treffen zum Thema „Fachwechsel / Modulangebotswechsel“ statt. Es soll unter anderem abschließend über einen Antrag im Akademischen Senat zum Thema diskutiert werden.

Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne

Dezember 8, 2007

Hieß es unlängst noch, der inzwischen berüchtigte „Studienerfolgsbericht“ sei ein internes Papier und werde gar nicht veröffentlicht (siehe „‚Studienerfolgsbericht‘ bleibt im Giftschrank“), ist er nun offenbar doch öffentlich zugänglich.

Der Kommilitone Mathias hat das 115 Seite starke Papier im AStA hinterlegt, wo es bei Interesse kopiert werden kann. Auch diversen Zeitungen liegt der Bericht inzwischen vor. Eine Online-Ausgabe ist allerdings offenbar leider nicht verfügbar. Und offiziell hat ihn die FU offenbar auch nach wie vor nicht veröffentlicht (?).

In der taz heißt es:

„Untersucht wurde dafür der Studienerfolg in den Bachelor-Studiengängen der Fachbereiche Biologie, Chemie, Pharmazie, Erziehungswissenschaften, Psychologie, Philosophie sowie Geschichts- und Kulturwissenschaften. Hohe Abgänge wurden im geistes- und im naturwissenschaftlichen Bereich festgestellt. So diagnostiziert die Studie beim lehramtsbezogenen Biologiestudium einen ‚außerordentlich hohen Schwund‘, beim lehramtsbezogenen Chemiestudium sei dieser ‚inakzeptabel‘, ebenso bei Philosophie. Dort brach über die Hälfte der KommilitonInnen das Studium ab.

Auch von einer kürzeren Studiendauer kann laut der Untersuchung nicht die Rede sein. Danach darf nur von 30 Prozent der Studierenden ein Abschluss in der Regelstudienzeit erwartet werden. 38 Prozent wird mindestens ein Jahr mehr, ein weiteres Drittel noch länger für den Abschluss benötigen. Für den Fachbereich Philosophie wird prognostiziert, dass lediglich 14 Prozent der KommilitonInnen ‚mit hoher Wahrscheinlichkeit ihr Examen nach nur drei Jahren abschließen können‘.“ („Uni-Reform verprellt Studierende“, taz, 05.13.07)

In einem Bericht über die Sitzung des Akademischen Senats vom 14.11.07 schreibt der Kommilitone Bartelt zu den wesentlichen Ergebnissen des Berichts:

„Im Jahr 2006 wurden 871 Bachelor-Studierende exmatrikuliert, von denen sich 50,4% an besagter Umfrage des Präsidiums beteiligt haben. Davon waren 240 im Kombi- und 160 im Mono-Bachelor eingeschrieben.

Ihr Abidurchschnitt lag im Mittel bei 2,5 und als Studienwahlmotive gaben 86% Fachinteresse und 79% ‚eigene Begabung‘ (was immer das heißen soll…) an.

Rund die Hälfte war erwerbstätig und Hauptgründe für die Exmatrikulation waren der fehlende Berufs- und Praxisbezug des Studiums, das Anstreben von praktischeren Tätigkeiten und die Unklarheiten über die Fortführung der Masterstudiengänge.

In der Auswertung wurden 35% der Befragten in die Spalte ‚Verwählt‘, 25% ‚Überfordert‘, 18% ‚Enttäuscht‘ und 21% ‚frühzeitig wechselnd‘ eingeteilt.“ („Evaluation statt Mitbestimmung – Neues aus dem Akademischen Senat (14.11.07)„, FSIs Blog, 15.11.07)

Ronny von der LHG schreibt in seinem Bericht über die letzte Kuratoriumssitzung in diesem Jahr (in der das Ergebnis des „Studienerfolgsberichts“ ebenfalls thematisiert wurde):

„Die Erkenntnis ist, dass nicht jede/r die/der geht, geht, mit der allgemeinen Situation an der Uni unzufrieden ist. Die Erkenntnis ist aber auch, dass eine ganze Menge junger Menschen gehen, weil sie offensichtlich vor Studienbeginn nicht ordentlich über die Anforderungen informiert waren. Zu erkennen ist ebenfalls, dass vielen der Start in das Studium nicht recht gelingt, und sie bei Problemen auch niemanden haben, an den sie sich wenden können. 60% verlassen die Universität, ohne sich je in eine Beratung begeben zu haben. Daraus ergibt sich meines Erachtens wenigstens dreierlei:

Erstens, dass die Studierenden bereits vor Antritt ihres Studiums ordentlich über die genauen Inhalten und den exakten Aufwand (der sich in einigen Fächern insbesondere vor den Semesterferien immens kumuliert) informiert werden, den sie zu betreiben haben.

Zweitens, dass den Studierenden möglichst schon vor dem ersten Vorlesungstag, also zu einem Zeitpunkt, wo die Wahl der Kurse, der Umgang mit Campus Management, das Zurechtfinden auf dem Campus etc. bereits zu Problemen führen, wirkliche Ansprechpartner zur Seite gestellt werden, die mehr sind als eine abstrakte ‚Sprechstunde‘ sondern die echte Hilfe und Problemlösung anbieten können.

Und drittens braucht es eine Überarbeitung der Studiengänge dahingehend, dass die Studienorganisation einfacher möglich (z.B. transparenter und flexibler) ist und sich der Workload (Arbeitsaufwand) sinnvoll über das Semester verteilen lässt. Letztendlich sind dies ja auch Fragen, die nicht nur die Exmatrikulierten sondern auch diejenigen Studierenden betreffen, die sich trotz ihrer Probleme durch das Studium schleifen, obwohl ihnen das Leben mit besseren Bedingungen deutlich vereinfacht werden könnte.“ („Aus der letzten Kuratoriumssitzung“, LHG Blog, 30.11.07)

Im FSI OSI Blog wird ausführlich aus dem Bericht zitiert:

„Da [im Fazit des Berichts, Anm. FUwatch] heißt es ganz lapidar:

‚Die bisher mit der Einführung der neuen Studiengänge verbundenen Vorstellungen: – geringerer Studienabbruch aufgrund intensiverer Betreuung und besserer Strukturierung der Studiengänge sowie – Verkürzung der Studiendauer werden nicht oder nur teilweise eingehalten.‘ (…)

Vor allem das Ziel ‚geringerer Studienabbruch‘ wird deutlich verfehlt. So liegt die Abbrecherquote im Magister-Hauptfach nach 5 Fachsemestern im Schnitt bei zehn Prozent, in 60 LP-Bachelorstudiengängen dagegen bei 28 Prozent und in 90 LP-Bachelorstudiengängen sogar bei desaströsen 37 (!) Prozent.

Die einzige alte Studienordnung, die da nur ansatzweise ‚mithalten‘ kann, sind Lehramtsstudiengänge – hier beträgt der ‚Schwund‘ 25 Prozent. Gründe dafür nennt die Studie ebenfalls: ‚Studierende geben im größeren Umfang als bisher ihr Studium auf und die Bewerberzahl einen Studienplatz in einem höheren Fachsemester hat sich verringert. Studierende sind [..] nicht daran interessiert, in ein höheres Fachsemester in den Bachelorstudiengang an der FU zu wechseln [..].‘ (S. 5)

Eine detaillierte Auflistung der Abbrecherquoten in den einzelnen Studiengängen folgt. Hierbei zeigt sich, dass v.a. LehramtsstudentInnen mit Bachelor-Studienordnungen überhaupt nicht zurechtkommen. Im 90-LP-Bachelor Biologie auf Lehramt gaben innerhalb der ersten fünf Semester 65 Prozent der Studierenden auf (zum Vergleich: in der alten Studienordnung waren es 17 Prozent). Weitere ähnliche Beispiele unter den Lehramtsstudiengängen finden sich zuhauf.

Ebenfalls unbeliebt: B.A.-Abschlüsse in den Geisteswissenschaften, v.a. wenn mensch den Vergleich mit den alten Studienordnungen zieht. Im 90-LP-Bachelor ‚Deutsche Philologie‘ brachen 18 Prozent der Studierenden ihr Studium vorzeitig ab. Verglichen mit den Durchschnittswerten (s. oben) ist das wenig, verglichen mit dem bisherigen Magisterstudiengang eine Versechsfachung: in der alten Studienordnung brachen nur drei Prozent der Studierenden ihr Studium ab.

Über die Philosophen heißt es in der Studie: ‚Der Schwund in den neuen Studiengängen ist inakzeptabel hoch. Mehr als die Hälfte [53 Prozent, um genau zu sein, Anm. d. Verf.] verlassen diesen Studiengang innerhalb von zwei Jahren. Dies war in dem auslaufenden Magisterstudiengang nicht der Fall.‘ (S. 25) In diesem betrug die Abbrecherquote gerade mal 14 Prozent.

Doch auch die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, die angeblich mannigfaltig von den neuen, ’strafferen‘, ‚praxisbezogeneren‘ usw. usf. B.A.-Abschlüssen profitieren sollten, schneiden geradezu desaströs ab. Als – zugegebenermaßen sehr negatives – Beispiel sei hier der Informatik-Studiengang erwähnt. Die Einführung des Bachelors verzehnfachte (!) hier die Abbrecherquote im Vergleich zum Diplomstudiengang: von sieben auf 71 Prozent im Monobachelor. Im 90-LP-Modul betrug der Schwund noch einmal mehr: nur gut jedeR zehnte (14 Prozent) blieb länger als fünf Semester dabei. Mit ein Grund: Studierende wechseln in höheren Fachsemestern offenbar ‚in erheblichem Umfang‘ (S. 17) in den Diplomstudiengang.

Dies passiert übrigens auch am OSI; während der Diplomstudiengang sogar noch dazugewinnt, also quasi einen ’negativen Schwund‘ aufweist, verlassen 36 Prozent der PolitikstudentInnen ihren Bachelorstudiengang.“ („Der ‚Erfolg‘ der Bachelor-Studienordnungen“, FSI OSI Blog, 05.12.07)

Der Tagesspiegel fasst die Erklärung für die geringere Abbrecherquote in den Magisterstudiengängen wie folgt zusammen:

„Wie kommt es aber, dass in den alten Magisterstudiengängen der Schwund so gering ist, obwohl dort die Abbrecherquoten als besonders hoch galten? Die Abgänge seien gut durch Studierende ausgeglichen worden, die in höheren Fachsemestern von anderen Unis an die FU wechselten, heißt es in dem internen Papier. Das sei im Bachelor bisher kaum passiert. Dies werde sich aber ändern, wenn andere Hochschulen entsprechende Studiengänge anbieten. Die Berliner Hochschulen und vor allem die FU gelten deutschlandweit als Vorreiter bei der Studienreform.“ („Streit um den Bachelor der FU“, Tagesspiegel, 07.12.07)

*lol* Natürlich! Wenn nur alle anderen Unis dieselben unbrauchbaren BA-Studiengänge anbieten, dann kann endlich auch beim BA fleißig von Uni zu Uni hin- und hergewechselt werden, weil man ohnehin überall denselben Dreck fressen muss.

Einen „Run“ gibt es eigentlich nur auf die alten Studiengänge

Vor die Wahl gestellt, einen alten Magister- / Diplom-Studiengang oder einen neuen BA-Studiengang zu studieren, entscheidet sich die Mehrheit immer noch für die erste Variante. Jedenfalls ist der immense Zulauf in diese alten, eigentlich ja auslaufenden Studiengänge schon sehr auffällig.

Statt nun aber zu hinterfragen, ob das mit der Bologna Reform wirklich so eine tolle Idee war, macht man lieber nach und nach alle alten Studiengänge dicht. Haben die Studierenden keine Alternative mehr, werden sie die BA-Studiengänge schon noch „lieben lernen“.

Denkbare Lösungsansätze für die jetzigen Probleme in den BA-Studiengängen

Ob die geplanten Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die jetzige BA-Misere greifen oder überhaupt eingeleitet werden, wird sich noch zeigen.

Sicherlich kann man die Anzahl der Studierenden die sich „verwählt“ haben zukünftig reduzieren, wenn man die Informationsangebote vor Beginn des Studiums ausbaut. Also den BewerberInenn möglichst genaue Angaben darüber macht, was auf sie zukommt.

Bei den Kombi-Studiengängen muss darüber hinaus auch die Möglichkeit vereinfacht werden, sein Nebenfach („Modulangebot“) zu wechseln. Denn viele Abbrecher haben sich ja nicht versehentlich „verwählt“, sie wurden von Anfang an vor die Wahl gestellt, ein ihnen unliebsames „Modulangebot“ zu wählen oder es eben gleich ganz zu lassen. Es müssen also zum einen die Fächer stärker geöffnet werden, so dass auch jedeR die Kombination bekommt, die er / sie eigentlich möchte und zweitens, falls dies nicht möglich ist, dann im späteren Verlauf wenigstens noch die realistische Chance erhält, sein / ihr „Modulangebot“ zu wechseln.

Um zu vermeiden, dass die Studierenden aufgeben, weil sie sich „überfordert“ fühlen, reicht es vermutlich nicht, sie vorher intensiver über den bevorstehenden Arbeitsaufwand aufzuklären. Viel mehr muss ein Arbeitsaufwand der objektiv zu hoch ist, dann auch einfach reduziert werden. Wenn ein Viertel der Befragten angeben, sie hätten abgebrochen, weil sie überfordert gewesen wären, dann sind vielleicht einfach die Leistungsanforderungen generell zu hoch (zu viel Arbeit in zu kurzer Zeit).

Die BA-Studierenden als Probanden in den Reform-Experimenten der Unileitung

Natürlich könnte man sich alternativ auch eingestehen, dass die Studienreform im Sinne des Bologna Prozess‘ gescheitert ist. Der Bericht liefert jedenfalls genug Belege für diese These. Nur natürlich werden die Verantwortlichen das nicht tun, ein Ausstieg aus den neuen, modularisierten Studiengängen ist für sie aus vielerlei Gründen keine Option.

Sie werden stattdessen darauf verweisen, es „müsse nachgebessert werden“. Selbst wenn das aber nun tatsächlich getan wird, besteht natürlich immer noch keine Garantie, dass die BA-Studiengänge doch noch ein Erfolg werden. Denn liegt der Fehler im Konstrukt des modularisierten Studienaufbaus als solchem, hilft vermutlich auch kein Nachbessern mehr.

Und von denen, die Lenzens ehrgeizigen Plänen die FU zum „Vorreiter bei der Studienreform“ zu machen, bereits jetzt zum Opfer gefallen sind, redet ja schon gar keiner mehr. Das wird dann vermutlich unter „Verluste“ abgebucht, die der Fortschritt nun mal grundsätzlich immer mit sich bringt.

Davon ausgehend, dass die meisten Studienabbrecher die im BA-Sumpf der FU stecken geblieben sind, vermutlich nie wieder eine Uni von innen sehen werden (weil sie abgeschreckt und fürs Leben von dieser Erfahrung geprägt sind) und ohne Hochschulabschluss statistisch gesehen deutlich geringere Chancen haben später ein Auskommen zu haben von dem es sich wirklich leben lässt („prekarisiert“ werden), ist es wohl nicht überzogen zu behaupten, dass die „Experimentierfreude“ von Lenzen und Konsorten bereits jetzt Existenzen zerstört hat und wohl auch in Zukunft zerstören wird.

Denn nüchtern betrachtet sind die BA-Studierenden ja genau das: Probanden in den Reform-Experimenten der Universitätsleitung, die einen höheren „Ausschuss“ in der übereilten Übergangsphase billigend in Kauf nimmt, nur um bei der Umsetzung des Bologna Prozess‘ in Deutschland ganz vorne mit dabei zu sein.

Die LHG über „Moral“, „sittenfernes Benehmen“ und den „intrinsischen Teil des Grundgesetzes“

Dezember 7, 2007

Unlängst war der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Matthias Döpfner, Gast im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, um sich in einem Gespräch mit dem „Manager Magazin“ zum Thema „Karriere 2008 – Einstieg, Aufstieg, Umstieg“ zu äußern. Insbesondere sollten dort zentrale Fragen geklärt werden, wie z.B. „Wie gelingt ihnen der Einstieg in einen großen Konzern?“. Die FSI Geschichte fasst das wie folgt zusammen:

“ (…) Da hat uns aber jemand tief in die Seele geschaut. Krisen und Ängste wo man hinsieht – Kreditkrise, Erdbeben, Klimaschock, Volksverdummung, dazu auch noch Arbeitslosigkeit und ein drohender Karriereknick nach dem Jodeldiplom: die Schließmuskeln der Vorstandsvorsitzenden sind unserem Aufstiegsdrang einfach nicht zugänglich!“ („Campustalk mit Springer“, FSI Geschichte Blog, 05.12.07)

Entsprechend enttäuscht zeigt sich die FSI, dass die Veranstaltung nur so verhältnismäßig schwach beworben wurde. Leider, so weiter, reichte auch die Zeit nicht mehr, um dem FB WiWiss etwas bei der Bewerbung der Veranstaltzung zu unterstützen. Immerhin hat man aber ein altes Plakat zum Thema Springer ausgegraben. Etwas altbacken vielleicht, es gibt ja längst neuere, wie z.B. das des Titanic-Magazins zum 50jährigen Bild-Jubiläum.

Allerdings hat man wohl auch nicht viel verpasst, wenn man der Veranstaltung nicht beiwohnen konnte. So schreibt der Kommilitone Thomas Eichentopf im LHG-Blog:

„Mag man über die Antworten von Herrn Döpfner geteilter Meinung sein. Meiner Ansicht nach blieb er blass und beschränkte sich auf Standardsätze, die einem lange schon aus den Ohren heraushängen. Auch die Fragen der beiden Interviewer vom Manager Magazin trugen nicht wirklich zu inhaltlicher Tiefe bei, sondern wirkten vielfach wie einstudierte Vorlagen.“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

Was zwar bedauerlich sein mag, aber ehrlich gesagt auch nicht sonderlich überrascht. Ich meine, was sonst kann man denn von so einer Veranstaltung anderes erwarten, als das übliche Manager-Karriere-Gedöns?

Interessant ist ohnehin eher, was Thomas dann zum DLFC schreibt (der offenbar zumindest die LHG regelmässig in Aufregung versetzen kann).

„Von Beginn an unterbrachen sie das Gespräch mit Wellen von Beifall, Jubel und Trampeln. Auch auf mehrmalige Ermahnung durch Prof. Schreyögg waren sie nicht in der Lage, ihr Benehmen anzupassen.“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

*rofl* Die unverschämten Studierenden wollten einfach dem Herrn Professor nicht gehorchen! Skandal! Wo soll das noch hinführen, wenn jetzt nicht mal mehr den Worten einer offiziellen Autoritätsperson Gehör geschenkt wird! Was erlauben Strunz!

„Vielleicht wusste der Fanclub das nicht, aber für manchen Studenten im Raum war es eine akademische Pflichtveranstaltung. Vielleicht interessierte es den Club nicht, aber mancher hatte wohl ein Interesse daran, Herrn Döpfner zuzuhören, und reiste extra dafür abends noch einmal zur Uni. Egal: Beiden Gruppen hat der Club letztlich zwei Stunden ihrer Zeit gestohlen.“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

Nun ja, offensichtlich waren die Störungen durch den DLFC doch das einzige, was die inhaltlich eher öde Veranstaltung etwas aufgepeppt hat. Ansonsten hätte Thomas ja auch sicherlich mehr über den Inhalt des Interviews als über die Störversuche geschrieben.

„Ehrlich, das war eine Veranstaltung aus dem Kindergarten. Von erwachsenen Studenten erwarte ich, dass sie in der Lage sind, andere zu respektieren. (Das ist im Übrigen auch ein Recht, das vom Verfassungsgericht bestätigt sein dürfte, nämlich intrinsischer Teil des Grundgesetzes, auf dessen Freiheiten sich von bestimmter Seite gerne und natürlich per se völlig zu Recht berufen wird.) Was der Dieter Lenzen-Fanclub zeigt, ist nicht gebildete Satire, sondern einfach sittenfernes, schlechtes Benehmen von Starrköpfen. (..:) Geht das weiter, wird der Ruf der Universität sicherlich beschädigt werden“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

Der DLFC ignoriert Grundrechte und ist „sittenfern“! Gleich mal beim Verfassungsschutz durchklingeln! Oder lieber sofort die GSG9 anfordern!

Als dann auch noch bekannt wird, dass bei der ganzen Sache ein „Ledersessel“ entwendet wurde und die FU deswegen Anzeige erstattete, kann den Kommilitonen Eichentopf endgültig nichts mehr halten. In einem weiteren Blogeintrag schreibt er:

„Ich frage mich, einigermaßen frustriert: Wo sind uns Moral und Geist nur geblieben? Wer was gesehen hat, könnte hier natürlich dazu beitragen, den ramponierten Ruf der Studenten wieder herzustellen. Muss man ja nicht weit denken, wem dieses Vergehen allgemein zugeschrieben wird – das aber, hoffe ich ehrlich, sicherlich zu Unrecht.“ („Nachspiel: Skandal folgt Klage“, LHG Blog, 06.12.07)

Die Frage ist, meint er das ernst oder ist das einfach nur ein bißchen Provo? Echauffiert er sich wirklich so über diesen Vorfall oder ist das nur aufgesetzt?

Jedenfalls kommen mit diesem wertkonservativen Geschwurbel neben den informativen auch endlich wieder unterhaltsame Einträge im LHG-Blog zu stande. Wenn die LHG Eichentopf nicht in den RCDS abschiebt, gibt es vielleicht weitere dieser Perlen (z.B. warum man 129a auf den DLFC anwenden kann oder ähnliches).

Der Bücher-Bestand im FB PolSoz soll bis 2020 halbiert werden

Dezember 6, 2007

Die Geschichte klingt selbst für FU-Verhältnisse so unmöglich, dass man sie kaum glauben kann: Alle Bibliotheken des Fachbereichs Politik- und Sozialwissenschaften (OSI, Soziologie, Ethnologie und Publizistik) sollen in der UB zusammengelegt werden. Und im Kontext dieses Umzugs soll der Bestand von 767.755 Bänden auf die Hälfte, also etwa 380.000, reduziert werden!

Um es mal mit den Worten von Sheila Broflovski zu sagen: „What, what, what?!?“

Wohlgemerkt ist hier die Rede von einem Vorgang, der sich bis zum Jahre 2020 hinziehen soll. Die Bücher fliegen also nicht alle auf einen Schlag raus, doch die Aussonderungen beginnen bereits in naher Zukunft. Ergo wäre es jetzt auch an der Zeit, gegen diesen Vorgang zu protestieren.

Die Quelle der Information ist eine Mitarbeiterin die in einer der vier PolSoz-Bibliotheken tätig ist und erscheint glaubhaft. Die FSI Geschichte will sogar noch mehr erfahren haben:

„Nach weiteren Informationen aus dem Institutsrat Ethnologie sollen sich die Zahl von 350.000 Bänden sogar nur auf die Doubletten beziehen. Insgesamt sollen ‚mindestens 500.000 Bände‘ aussortiert werden. Mit den Aussonderungen soll bereits in naher Zukunft begonnen werden.

Protest kam bisher nur am Institut Ethnologie auf, die Bibliotheken der Publizistik und des Otto-Suhr-Instituts haben sich angeblich sogar für die geplante Zusammenlegung ausgesprochen. Die Bibliotheken der Fachbereiche Jura und Wirtschaftswissenschaften hingegen haben sich angeblich erfolgreich gegen die Zusammenlegungspläne gewehrt.

Es sollen also schon bald an der FU eine halbe Million Bücher ohne Not in den Müll wandern, eine gigantische Vernichtung von gesammeltem Kulturgut und bereits ausgegebenen öffentlichen Geldern. Die Studienbedingungen werden sich dadurch massiv verschlechtern, denn bereits seit Jahren sind die Bibliotheken der FU mit Neuanschaffungen im Rückstand und viele Studierende der Geistes und Sozialwissenschaften sind nur durch Ausweichen auf andere Einrichtungen (Staatsbibliothek, VOEBB etc) überhaupt in der Lage, sich ihre Literatur zu beschaffen.“ („FU Berlin will 500.000 Bücher wegwerfen!“, FSI Geschichte Blog, 06.12.07)

Sind es nun also 380.000 oder tatsächlich sogar 500.000 Bücher, die aussortiert werden sollen? Es wäre in jedem Fall Wahnsinn. Über die Hintergründe heißt es in einer Mail von einer im Ethno-Institutsrat anwesenden Person:

Im heutigen Institutsrat am Ethno-Institut hat unsere Ethno-Chefbibliothekarin die Situation folgendermaßen geschildert: Die UB möchte sich im Rahmen einer Renovierung (mit oder ohne Neu- oder Anbau ist nicht ganz klar) als PolSoz-Fachbereichsbibliothek profilieren, weil in der langfristigen Planung keine Zentralbibliothek mehr vorgesehen ist, sondern nur noch große Fachbereichsbibliotheken (bestes Beispiel: die Philologische Bibliothek). Darum will die UB nun die einzelnen PolSoz-Bibs ’schlucken‘ (…)

Dafür werden vom Präsidium 15 Millionen zur Verfügung gestellt, wobei schon klar ist, dass trotz Um- / Neubau mindestens 500.000 Bücher ausgesondert werden müssten, davon mindestens 350.000 Dubletten, also jedes Buch im Fachbereich nur noch einmal da sein wird! ‚Vorteile‘: Bücher sparen, Platz sparen, Personal sparen… ihr kennt das ja….“

Unklar bleibt, was mit den ausgesonderten Büchern passieren soll. Werden sie verschenkt, verkauft, eingelagert oder einfach nur eingestampft?

Aktion gegen SPD-Landesparteitag erzeugt nur wenig Aufmerksamkeit

Dezember 5, 2007

Die Kommilitonin Anna Panek hat bei Indymedia und in der „jungen Welt“ eine Zusammenfassung des jüngsten Studierenden-Protests zum SPD-Landespartei in der Silberlaube (siehe auch „Studierende wollen SPD ihren ‚Dank‘ aussprechen“) verfasst.

„Kritisiert wurde mit der Aktion die Hierarchisierung von Hochschulen und die zunehmende Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft. So berichtete ein Student der FU, auf deren Campus solle eine Privatuni eingerichtet werden – Ergebnis einer Kooperation zwischen FU und Klett-Verlag. Eine Konsequenz sei die Verdrängung des Fachbereichs Ethnologie: Umzug in kleinere Räume, Verlust der Bibliothek, Seminarräume, die kaum noch den Namen verdienen.“ („Zöllner sucht die ‚Super-Uni'“, junge Welt, 19.11.07)

„Daß der Landesparteitag, in dessen Verlauf Bildungssenator Jürgen Zöllner sich für dei Bündelung exzellenter Berliner Forschungsbereiche in einer gemeinsamen Tochterinstitution der universitären und außeruniversitären Einrichtungen aussprach, von den Studenten nicht besucht werden konnte, daß hierin die Tendenz zum Ausschluß kritischer studentischer Stimmen aus der Diskussion um die Umgestaltung, Straffung und Marktorientierung der Bildung deutlich wurde, wurde von den Studierenden laut, wiewohl zunächst ungehört, beanstandet. Die generelle Kritik der studentischen Aktion richtete sich v.a. gegen die mangelnde Transparenz bei der Wettbewerbsantragsstellung.“ („Zweite Schlacht um die Exzellenz / Berlin“, Indymedia, 17.11.07)

Insgesamt war die Aktion nur bedingt erfolgreich, wie offenbar selbst die Beteiligten einräumen. Die SPD konnte ihren Parteitag ohne Beeinträchtigungen durchziehen und die mediale Resonanz des Protests beschränkte sich auf die beiden Artikel der Kommilitonin Panek.

Neue Festplatten für das OSI

Dezember 4, 2007

Am 05.12. (Mittwoch) tagt der OSI-Institutsrat um 8:30 Uhr in der Ihne21 im Hörsaal B.

Wie Ronny informiert soll es unter anderem um die Anschaffung neuer Festplatten für die „OSI-Domain Servers“ und um die Teilfinanzierung der 5. Ausgabe der OSI-Zeitung gehen.

Der DLFC kriegt Post von seinen Metafans und eine Watsche von Herrn Fischer

Dezember 3, 2007

Der Dieter Lenzen Fanclub (DLFC) bekommt inzwischen selber Fans („Metafans“, die nicht nur Dieter „The Priest“ Lenzen verehren, sondern auch den DLFC als solchen). In einem Eintrag zitiert der DLFC aus einem Brief den er von Schülern des John-Lennon-Gymnasiums bekommen haben will. Diese schlagen darin ihren Eintritt in den DLFC vor und verdeutlichen anhand der Schilderung eines gescheiterten Tortenattentats auf Lenzen in ihrer Schule (der war dort geladen), wie naheliegend doch offenbar ein prä-universitärer Ableger des DLFC sein muss.

Da der DLFC bekanntlich Satire betreibt, lässt sich nur schwer einschätzen, inwiefern diese Story stimmt oder zwecks Eigenpropaganda doch nur frei erfunden wurde. Der in die Story eingebaute Rotary-Verweis ist vermutlich eine Anspielung auf die Denkmal-Geschichte. Und ist Lenzen inzwischen wirklich dazu übergegangen, Eröffnungsreden in Gymnasien zu halten? Ist der Direx des John-Lennon-Gymnasiums wirklich Rotarier? Und wieso findet sich über dieses „Megaevent“ kein Hinweis auf der Website des Gymnasiums? Müsste der Tagesspiegel nicht darüber berichten, wenn „The Priest“ plant irgendwo irgendwem die Hand zu schütteln? Foppt der DLFC seine Leser oder wurde er von den Gymnasiasten gar selbst gefoppt?

Wie auch immer, denkbar wäre es natürlich, dass der DLFC mit seinen Aktionen eine Art Vorbildfunktion für junge Nachwuchsstudierende und Gymnasiasten hat, die einen ähnlichen Blickwinkel auf Lenzen haben.

Weniger glücklich scheint dagegen Herr Fischer zu sein, bei ihm kommt der DLFC im Vergleich mit der „Leuphana-Truppe“ (siehe dazu auch: „Die schöne neue Uni-Welt“, Telepolis, 19.11.07) schlecht weg. Tatsächlich lassen sich Defizite in Sachen Kommunikationsguerilla beim DLFC kaum übersehen (und mal ehrlich, das ach so tolle „Corporate Design“ der FU scheint doch förmlich nach einer echten Parodie-Website zu betteln; da könnte man wirklich ansetzen).

Natürlich lässt sich Herr Fischer auch nicht lumpen und hat gleich mal vorgemacht, wohin die Reise z.B. gehen könnte, indem er Blofeld in einer Fotomontage den Kopf von Lenzen verpasste. Und verdammt, die Ähnlichkeit ist einfach nicht zu leugnen… Gleichwohl Herr Fischer das wohl auch nicht als Ausgangspunkt für eine unterhaltsamere Satire verstanden wissen will (als Ansatz schwebt ihm wie erwähnt eher „Leuphana“ vor).

Zweites Gremienvernetzungstreffen des AStA

Dezember 2, 2007

Und schon wieder ein Vernetzungstreffen: Am 06.12. (Donnerstag) lädt der AStA zum „zweiten Gremienvernetzungstreffen“ um 18 Uhr in seine Villa ein.

Geplant ist unter anderem die studentischen Sitze der Komission für Lehrangelegenheiten (KfL) neu zu besetzen. In diesem Gremium werden uniweite „Lehrangelegenheit“ besprochen, wie es in der Einladung heißt. Daher, so weiter, wäre es wünschenswert, dass Studierende aus möglichst vielen Fachbereichen in der KfL vertreten sind.

Um der zunehmenden Entdemokratisierung der universitären Strukturen besser entgegentreten zu können wird zudem erwogen, „strategische Bündnisse mit den anderen universitären Statusgruppen“ einzugehen. Wie das konkret umgesetzt werden könnte, soll dann ebenfalls Gegenstand des Vernetzungstreffens sein.

Ein weiterer Punkt ist die strittige Frage, ob es Sinn macht sich am Wissenschaftstisch der Berliner Linkspartei einzubringen. Dort wird nämlich zur Zeit an der Ausarbeitung des (neuen) Berliner Hochschulgesetztes gebastelt. Die Chance wäre von studentischer Seite also zumindest theoretisch da, sich hier für die viertelparitätische Gremienbesetzung stark zu machen.

Eingeladen sind zu diesem Vernetzungstreffen des AStAs nicht nur Studierende die schon in Gremien aktiv sind, sondern allgemein jedeR der/die sich für die Thematik inetressiert.

FSI OSI tritt in FU-Blogosphäre ein

Dezember 1, 2007

Nun hat auch die FSI OSI endlich einen eigenen Blog unter fsiosi.blogsport.de. „Dort findet ihr die Termine der nächsten Sitzungen und hoffentlich bald auch Infos und Sonstiges“. Zu hoffen bleibt in der Tat, dass das mit den „Infos und Sonstiges“ auch klappt.

Der ebenfalls frische Blog der FSI Wiwiss läuft jedenfalls nur recht stockend an.