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Treffen zur Nachbereitung des Aktionstages und Vorbereitung des Protestsemesters

Februar 12, 2008

Wie berichtet wurde auf der VV am Aktionstag beschlossen, dass das nächste Semester ein „Protestsemester“ werden soll, ohne allerdings näher zu spezifizieren, was genau das heißt. Um sich darüber klar zu werden, sollen bereits gleich zu Beginn des kommenden Semesters „lokale“ Vollversammlungen an Instituten und Fachbereichen stattfinden, sowie dann natürlich auch wieder eine Gesamt-VV.

Auf diesen Vollversammlungen soll eine Resolution mit den Forderungen und Ziele des studentischen Protests zur Diskussion gestellt werden, für die allerdings schon vorher Entwürfe erarbeitet werden müssen, um erst mal überhaupt eine Grundlage zu bekommen. Die Resolution „live“, also erst direkt während der VVs und ohne jegliche Vorbereitung auszuarbeiten, ist nur schwer durchführbar. Natürlich werden die Punkte diskutiert, ggf. geändert / ergänzt und dann in einer Abstimmung abgelehnt oder angenommen. Zumindest ein Grundgerüst sollte allerdings schon vorher bestehen.

Und um diesen Prozess der Ausarbeitung einer möglichen Resolution einzuleiten, gibt es am Donnerstag (14.02.) im Philosophisches Institut (Habelschwerdter Allee 30) ab 15 Uhr ein erstes Treffen zur Nachbereitung des Aktionstages und Vorbereitung des Protestsemesters. Der voraussichtliche Ablauf des Treffens gestaltet sich wie folgt:

15:00 Uhr: Rückblick und Diskussion des Aktionstags, Ausblick Sommersemester 2008

16:00 Uhr: Politische und Theoretische Eckpunkte der Resolution / Debatte

17:30 Uhr: VoKü, Pause, Entspannen

18:30 Uhr: Organisation der weiteren Arbeit, Entwurf einer Kampagne, Bildung / Weiterarbeit von AGs

Soll der Protest wirklich gleich zu Beginn des nächsten Semester starten und so direkt an den Aktionstag in diesem Semester anknüpfen, ist es natürlich wichtig, dass möglichst viele Studierende zu diesem und den nächsten Vorbereitungstreffen erscheinen und sich in die AGs einbringen, damit die Sache über die Ferien hinweg nicht versackt.

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Der Aktionstag in der Presse und in der FU-Blogosphäre

Februar 2, 2008

Das mediale Feedback auf den Aktionstag fiel recht bescheiden aus. In der Lokalpresse widmeten weder taz noch Tagesspiegel oder Berliner Zeitung dem Aktionstag einen Artikel, einzig die Berliner Morgenpost brachte einen eher minimalistisch gehaltenen Beitrag. Auch ein weiterer Artikel im Neuen Deutschland greift die Geschehnisse um den Aktionstag nur relativ kurz auf.

Einzig ein Artikel in der Online-Ausgabe der ZEIT des Kommilitonen Stefan Kesselhut beleuchtet ausführlich auch die Hintergründe des Aktionstages. Auch hier wird noch einmal die Geschichte um das Campus Management aufgewärmt, was mich als jemanden der sich bekanntlich sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt hat (siehe „Überblicksseite SAP Campus Management“), schon auf der VV irritierte. Es ist als wenn man eine Zeitreise ins Jahr 2005 machen würde, die Kritik wurde seit damals nicht weiter ausgebaut (etwa durch empirisches Belegen der Auswirkungen des CM auf den Studienalltag).

Ansonsten erörtert Stefan einige der zentralen Probleme: Lenzens Führungsstil allgemein, die Defizite in der Lehre (gegenüber TU und HU), den „Studienerfolgsbericht“ und die Scharenberg-Affäre. Unterlegt werden die Passagen dabei immer wieder mit Zitaten von Prof. Funke, was untermauert, dass es nicht nur die Studierendenschaft ist die hier Bauchschmerzen hat, sondern durchaus auch ein Teil der Dozierendenschaft. Den Bibliotheksskandal hat Stefan nicht mit eingebaut, vermutlich weil er diesem vor kurzem schon einen eigenen Artikel gewidmet hatte.

Ingesamt hätte das Medienecho auf den Aktionstag sicherlich größer ausfallen können.

Etwas ausführlicher wurde der Aktionstag erwartungsgemäß in der FU-Blogosphäre rezensiert. Eine längere Kritik hat Mathias im FSI OSI-Blog publiziert. Wie sich den Kommentaren entnehmen lässt, sorgte insbesondere Mathias kritische Betrachtung des Solidarisierungsaufrufes („latent völkisch“) mit den Nokia-Beschäftigten für Furore. Tatsächlich erscheint es legitim zu hinterfragen, mit wem man sich hier solidarisieren soll. Mit Gewerkschaften und ihrer „Standort Deutschland“ Argumentation? Wohl kaum. Der Hinweis auf eine verkürzte Kapitalismuskritik ist hier schon ganz richtig. Richtig ist aber genauso der Hinweis, dass es auf diesen Solidarisierungsaufruf keine Gegenrede gab – ohne Frage ein Versäumnis.

Weniger Zustimmung findet bei mir Mathias Kritik an der Personifizieung, denn eine abstrakte Kritik, die sich immer nur gegen „das System“ richtet ohne beteiligte Akteure auch mal namentlich zu benennen, bleibt letztlich zahnlos (weil sie bedingt durch ihre Abstraktheit ins Leere zu laufen droht). Natürlich lässt sich die Misere in der sich die FU befindet nicht allein auf die Person Lenzens reduzieren (wir hatten hier in den Comments unlängst z.B. die Rolle des Senats bei der BA-Einführung), aber er war die zentrale Figur, er hat wie kein FU-Präsident vor ihm seine „Zukunftsvision“ gegen alle Widerstände vorangetrieben.

Ebenfalls kritisch, wenn auch oberflächlicher setzt sich Thomas im LHG-Blog mit dem Aktionstag auseinander. Die Unsinnigkeit des Aktionstages scheint ihm allein schon durch Prof. Schreyöggs Unterfangen belegt, den Aktionstag mit dem Karneval gleichsetzen zu wollen. Erst im zweiten Teil des Blog-Eintrags setzt er dann an, das Scheitern des Aktionstages untermauern zu wollen; mit dem Hinweis, die dezentralen Aktionen am Vormittag hätten unter geringer Resonanz gelitten, ergo sei – gemessen am materiellen und zeitlichen Aufwand – das Ziel, die Studierenden zu politisieren nicht erreicht worden.

Keine Ahnung was bei den dezentralen Aktionen los war, ich kann nur sagen, betrachtet man dann die nachmittägliche VV, trifft dies sicherlich nicht zu, denn dort war die Resonanz enorm. Dort steigerten sich die Beteiligten in eine regelrechte Protesteuphorie, die essentiell ist, um den Protest weiter auszubauen. Ein endgültiges Urteil lässt sich erst im nächsten Semester fällen, weil dann offenkundig wird, ob die durch den Aktionstag generierte Protesteuphorie angehalten hat oder nicht. Für den Augenblick aber gilt: Der Aktionstag wollte mobilisieren und er hat mobilisiert.

Und wer immer noch Zweifel am Erfolg des Aktionstages hat, der sollte mal einen Blick in den BBFB-Blog werfen, dort findet man statt eines Berichts einfach eine Reihe von Fotos veröffentlicht. Auf diesen wird ziemlich deutlich, dass sich die OrganisatorInnen sicherlich nicht über mangelnde Resonanz beklagen konnten.

Der FSI Geschichte Blog greift die Zusammenfassung der VV durch FUwatch auf. Hier besonders den Hinweis, es habe der VV an der Präsenz von erfahrenen Studierenden gemangelt, die sich mit dem offiziellen „Reglement“ auskennen (wann ist eine VV „rechtskräftig“, wie genau lauten die Regeln bei Fehlen in LVs wenn man eine VV besucht, dürfen Dozierende in Blackboard kontrollieren, wer was anklickt, usw.). Das braucht es alles gar nicht findet der Autor, denn Fragen zur „Rechtskräftigkeit“ einer VV hätten in der Vergangenheit nur „weitere Ängste geschürt und die Spontanität des ganzen abgewürgt“ und bei der Anwesenheitsfrage dürfe man nicht „in einen legalistischen ‚Darf ich das überhaupt‘-Diskurs verfallen“.

Fakt ist, dass wir heute an einem Punkt stehen, an dem Studierende Dozierende darüber aufklären, wenn andere Studierende fehlen, dass Listenverschwindenlasser angefeindet werden und dass, wie der Autor schreibt, Ausgänge bewacht werden, damit niemand vorzeitig abhaut. „Solidarisch-aufmüpfiger Umgang“ wie ihn der Autor fordert, ist hier für viele inbesondere jüngere KommilitonInnen leichter gesagt als getan. Wenn die betroffenen KommilitonInnen dann wissen, es gibt da irgendwo eine Regel, die ihr Fehlen während einer VV als entschuldigt ausweist, kann ihn dies helfen Hemmungen abzubauen. Zumindest für einen ersten Schritt, wäre dies vielleicht ganz nützlich.

Und was das 5%-Anwesenheits-Quorum bei VVs angeht, so ist es sicherlich nicht die blödeste alle Ideen, dass auf einer VV die Entscheidungen im Namen der Studierendenschaft treffen will, auch ein gewisser Mindestprozentsatz der Studis vertreten ist. Und ist dies nicht der Fall, dann sollte eben in der Resolution auch nicht stehen „Die Studierendenschaft der FU fordert…“, sondern abgrenzend z.B. „Die protestierenden Studierenden der FU fordern…“. Anstatt sich die Unterstützung der systemkonformen Mehrheit der Studis herbeizufabulieren, könnte man doch mal den Schritt wagen, und sich klar von dieser lossagen. Die Idee die „Spaltung“ zu überwinden, hat in der Vergangenheit eher dazu geführt, dass man versucht hat die „Spaltung“ zu kaschieren.

Vollversammlung erklärt nächstes Semester zum Protestsemester

Februar 1, 2008

Der Hörsaal 1a war gut gefüllt auf der gestrigen Vollversammlung (VV), insgesamt wollen KommilitonInnen zwischen 300 und 400 Personen ausgemacht haben. Ob die Zahl stimmt sei dahingestellt, voll war es auf jeden Fall und das Feedback sehr stark.

Nachdem es am Vormittag schon zahlreiche Aktionen gegeben hatte, wie etwa „Elitekicken“ mit überdimensionierten Fußbällen, startete die Vollversammlung um 14:15 mit dem Einzug des Dieter Lenzen Fanclubs (DLFC). Es gab eine kleine Theateraufführung bei der der DLFC – unter Buhrufen aus dem Auditorium – Lenzen pries und vermeintliche Störer abtransportieren ließ, die dann auch mal mit ein paar Wurfgeschossen zurückschlugen.

Dann wurde es ernster, in einigen einleitenden Worten fasste die VV-Leitung noch einmal zusammen, worum es bei diesem Protest geht. Bibliotheksskandal, die Unstudierbarkeit der BA-Studiengänge, die negativen Auswirkungen der Exzellenzinitiative, die Scharenberg-Affäre, etc.

Der weitere Verlauf der VV war dann sehr offen gehalten, es ging zunächst einfach nur darum, jedem Anwesenden der das Bedürfnis verspürte die Plattform zu bieten, darzulegen unter welchen Problemen er bzw. sein Institut / Fachbereich zur Zeit zu leiden hat. Dabei kamen dann auch Probleme von kleineren Fächern wie der Religionswissenschaft und der Indologie zur Sprache, die bisher beim Protest oft vernachlässigt worden waren.

Während Institute und Fächer mit noch verhältnismäßig vielen Dozierenden und Studierenden zumindest noch eine Chance haben, sich gegen die Kürzungen des Präsidiums zu wehren, werden kleinere Fächer und Institute noch rücksichtsloser an die Wand gedrückt, weil man hier von noch weniger Widerstand ausgeht.

Es kamen dann zentrale Probleme zur Sprache, wie etwa der unhaltbare hohe Workload beim BA oder die viel zu starke Selektion bei der MA-Zulassung, die dazu führen würde, dass der Leistungsdruck beim BA extrem hoch sei. Ferner natürlich der Bibliotheksskandal, bei dem es nicht nur um die Bücher geht, die jetzt ausgesondert werden sollen, sondern auch darum, dass es zukünftig in der neuen Bib nicht genügend Platz für Neuanschaffungen gibt ohne immer wieder erneut alte Bücher auszusondern. Überspitzt: Für jedes neue Buch was vorne ankommt, fliegt hinten ein altes raus.

Anschließend gab es dann sehr detaillierte, teilweise bizarre Diskussionen. Zum Beispiel zur Frage, wie nun die Videoüberwachung des Foyers der OSI-Bib zu werten ist (siehe „OSI-Bibliothek nun videoüberwacht“). Während die Mehrheit der Anwesenden diese Videoüberwachung unmöglich fand, bekannte sich ein Kommilitone dem seine Brieftasche aus einem Spind geklaut worden war dazu, dass die Videoüberwachung auf seinen Protest hin eingeführt worden sei, weil er sich beschwert hatte, man müsse doch da mehr aufpassen (ohne allerdings konkret Kameras zu fordern).

Vom Auditorium erntete er überwiegend Hohn in Form von Ohhh-Rufen, so nach dem Motto, er solle sich halt nicht so anstellen, wenn seine Brieftasche geklaut würde. Es stellt sich an solchen Punkten natürlich immer die Frage, wie die Spötter wohl selbst reagieren würden, wenn es ihr Portemonnaie oder ihr Laptop gewesen wäre, den ihnen jemand aus dem Spind geklaut hätte. Der Diebstahl war bekanntlich kein Einzelfall und sinnvolle Alternativen zur Videoüberwachung hatte auch niemand vorzubringen.

In einer weiteren wüsten Diskussion ging es gegen das SAP Campus Management, wobei es den Beteiligten schwer fiel, ihre Bedenken zu konkretisieren. Am Ende wurde dann das Campus Management mit dem Blackboard gleichgesetzt, eine Kritik die eigentlich das Blackboard betraf wurde im Kontext einer Kritik des Campus Managements diskutiert.

Während eine Kommilitonin darauf beharrte, Course-LeiterInnen könnten im Blackboard nach wie vor sehen, welcher Studierende was angeklickt hat, meinte eine andere, Dozierenden würde diese Funktion definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen (tatsächlich hängt es vermutlich vom Institut / FB ab, inwiefern Dozierende diese Funktion nutzen können oder nicht, siehe „Statistik-Modul in Blackboard deaktiviert“).

Es kamen dann natürlich ein paar Redebeiträge, die einfach auf jeder echten VV kommen müssen. Zum Beispiel der Aufruf, dass wir als Studierende uns nicht nur auf uns selbst konzentrieren dürften, sondern uns auch mit anderen protestierenden Gruppen, wie etwa den Bochumer Nokia-Angstellten, SchülerInnen oder Hartz4-EmpfängerInnen, solidarisieren sollten, damit diese sich dann umgekehrt auch mit uns solidarisieren. Dass die Massen auf Anti-Hartz4-Demonstrationen 2005 gerne „Wir sind das Volk“ grölten (was auf 1989 anspielen sollte, aber eben auch klar zwischen Deutschen und Nichtdeutschen differenzierte), dass es bei den Anti-Nokia-Protesten darum geht, den deutschen Standort vor einem Ausverkauf nach Rumänien zu bewahren, usw., stieß hier offenbar keinem bitter auf (nun ja, fast keinem).

Zu den weniger realistischen und zielführenden Forderungen zählte natürlich auch die, dass grundsätzlich jeder an der Hochschule lernen, lehren und partizipieren können sollte, was einen völlig offenen Zugang zur Hochschule ohne jegliche Hürde wie Abi oder ähnliches voraussetzt. Solchen Forderungen fehlt natürlich etwas das Auge für das konkret und unmittelbar Umsetzbare, sie sind aber nötig damit das Auditorium sich in eine Protesteuphorie hinein steigern kann (der natürlich insbesondere junge KommilitonInnen sofort verfallen, da sie noch nicht die Katerstimmung kennen, wenn der Protest mal wieder schneller als erwartet zum Erliegen kommt).

Dennoch gab es aber natürlich auch Pragmatiker unter den RednerInnen, die auf eine Konkretisierung drängten. In diesem Kontext wurde auch festgestellt, dass es neben den 1.000 Studierenden die jetzt bereits heiß auf den Protest sein, auch noch 29.000 andere gäbe (wohl eher 33.000 aber egal), die man erst noch erreichen müsse. Und wie das zu schaffen sei, dazu müsse man jetzt erst einmal konkret Strategien entwickeln. Andere meinten dagegen, man müsse schon hier und jetzt etwas mit den 1.000 anfangen, es sei immerhin schon ein Erfolg, dass man diese 1.000 hätte mobilisieren können.

Ein Kommiltone stellte die These auf, dass es nicht mehr als 1.000 Studierende sein, da die anderen sich nicht trauten für die VV (oder den Protest) ihre Seminare zu verlassen, da dort bekanntlich Anwesenheitslisten geführt würden. Es kam dann zu einer Diskussion, wie das nun sei, ob eine VV wirklich als Entschuldigung für das Fernbleiben in einer Lehrveranstaltung gilt oder nicht. Einige meinten ja, andere sagten dies sei Sache des Dozierenden. Oder aber: Die VV gilt zwar als Entschuldigungsgrund, selbst das entschuldigte Fehlen sei aber nun mal ein Fehlen und hier dürfe eben im Semester eine bestimmte Anzahl von Fehlzeiten in einer LV nicht überschritten werden.

Es war nicht das erste und letzte Mal, dass auf dieser VV etwas Konfusion über das offizielle „Reglement“ in einem bestimmten Sachverhalt herrschte (was als Indiz dafür gewertet werden kann, dass es der Veranstaltung etwas an der Präsenz von erfahrenen Studierenden mangelte).

Jedenfalls erscheint mir die These recht gewagt, dass es nur deshalb nicht mehr als 1.000 Protestwillige auf der VV gab, weil die anderen sich wegen der Anwesenheitspflicht in ihren regulären Lehrveranstaltungen nicht trauten, auf die VV zu kommen. Denn selbst in Zeiten, in denen es diese verschärfte Anwesenheitspflicht noch nicht gab, erschienen doch auf den VVs nie mehr als die viel zitierten „üblichen Verdächtigen“. Man kann in Hochzeiten des Protests mehr als 1.000 für Protestaktionen mobilisieren, doch der Zeitkorridor dafür ist sehr begrenzt. Ob mit oder ohne Anwesenheitspflicht, die Masse der FU-Studis interessiert sich schlicht weg nicht für einen Protest, jedenfalls nicht für einen, der über symbolische Aktionen und einen begrenzten zeitlichen Rahmen hinausgeht.

Treffender halte ich die ebenfalls vorgebrachte These, dass das „Reservoir“ an Protestwilligen dadurch beschränkt wird, dass zunehmend nur noch Leute an die Unis kommen, die den Leistungsgedanken schon während ihres Abis verinnerlicht haben und nicht mehr in Abrede stellen. Diese erklären sich dann nicht mit KommilitonInnen solidarisch, die Anwesenheitslisten verschwinden lassen, sie sind auch nicht empfänglich für Ideen des zivilen Ungehorsams und sie sind nur sehr eingeschränkt für einen größeren und etwas länger andauernden Protest zu gewinnen.

Solange es nicht wirklich einen großen Knall gibt (wie etwa eine unmittelbar bevorstehende Einführung von Studiengebühren) wird es schwer, um nicht zu sagen unmöglich werden, an der FU einen echten Massenprotest loszutreten, der maßgeblich über die genannten aktiven 1.000 hinauskommt. Von daher wäre es schon der bessere Ansatz zu überlegen, was können diese 1.000 konkret machen, anstatt darauf hinzuarbeiten, dass sich die restlichen 33.000 irgendwann anschließen. Denn letzteres wäre – man muss es leider so krass sagen – Zeitverschwendung.

Es wurden dann, soweit ich das überblicke, drei Beschlüsse gefasst:

  1. Auf der heutigen VV wird keine Resolution zur Abstimmung gestellt, dies soll dann erst auf einer kommenden VV im kommenden Semester passieren.
  2. Das kommende Semester wird zum Protestsemester erklärt. Wie genau dieser Protest aussieht, ob er einen Streik beinhaltet, wird auf kommenden VVs beschlossen.
  3. Die kommende VV im nächsten Semester wird eine „normale VV“, keine Streik-VV.

Es ging hier also darum, ob die VV schon jetzt eine Resolution mit Forderungen diskutieren und zur Abstimmung stellen soll, oder ob dies nicht erst im nächsten Semester passieren soll, wenn hoffentlich noch mehr Studis auf der VV anwesend sein werden. Es wurde sich dann für letztere Variante entschieden.

Durchgesetzt hat sich der Ansatz, dass das nächste Semester ein Protestsemester wird, ohne näher zu spezifizieren, was genau das heißt. Die vorgebrachte Alternative, gleich die ersten beiden Woche des nächsten Semesters mit einem Ausstand zu beginnen, wurde als zu überhastet und zu polarisierend abgelehnt. Wenn es zu einem Streik kommen sollte, dann soll dieser erst im nächsten Semester beschlossen werden.

Fazit

Positiv war an der VV sicherlich, dass hier die vielen Probleme benannt wurden und dadurch jedem klar werden musste (sofern es ihm noch nicht klar war), dass es so nicht weitergehen kann, Protest also notwendig ist. Eher negativ zu bewerten ist der Umstand, dass es nur sehr wenige Lösungsvorschläge gab, wie man diesen Problemen konkret begegnen soll, wie der Protest sich ausgestalten soll. Allerdings war das – soweit ich es verstanden habe – auch nicht der Anspruch dieser VV.

Allein die Tatsache, dass man den Hörsaal voll gekriegt hat, die Studierenden sich über ihre Probleme ausgetauscht haben und ihre Bereitschaft zum wie auch immer gearteten Protest artikuliert haben, wird als Erfolg gewertet. Okay, das kann man sicherlich so stehen lassen.

Es dürfte aber spannend werden, ob sich diese erzeugte Protesteuphorie tatsächlich über die Semesterferien hinweg halten kann. Denn das wäre dann wirklich ein Novum: Eine Proteststimmung, die über die Ferien nicht abkühlt, sondern im nächsten Semester nahtlos am Aktionstag anknüpfen kann. Falls das tatsächlich gelänge, wäre es schon ein ziemlich beeindruckender Stunt. Eine andere Frage wäre dann, ob der Protest tatsächlich etwas bewirken kann.

Zeitung zum Aktionstag

Januar 31, 2008

Im Forum des Aktionstages ist am Montag eine so genannte „Inhaltszeitung“ erschienen, die erstmals etwas näher konkretisiert, wogegen genau sich der heute stattfindende Aktionstag eigentlich richtet.

Thematisiert werden hauptsächlich die misslungene Reform der Studiengänge an der FU im Sinne des Bologna Prozesses und was für Folgen sich daraus ergeben, die Exzellenzinitiative („Warum eigentlich braucht unsere Gesellschaft so dringend Eliten, die eine derartige Selektion beim Zugang zur Wissens- und Machtproduktion notwendig machen? Warum brauchen Deutschland und die Welt unbedingt elitäre/exzellente ‚Innovationsstandorte‘, die eine derartige Zurechtstutzung der Universitätsstruktur rechtfertigen?“), der systematische Abbau von Fächern an der FU und der Skandal um die PolSoz Bibliothek.

Einerseits lässt sich nicht bestreiten, dass die beschriebenen Vorgänge stattfinden und alle Studierenden an der FU betreffen, andererseits wirkt das Ganze trotzdem zumindest streckenweisse immer noch recht abstrakt, es fehlt nach wie vor die Konzentration auf „zentrale Aufreger“ an denen man ganz punktuell und knapp festmachen kann, warum der Widerstand gegen die FU-Administration so nötig ist. Im Warnstreik 2005 war neben den BA-Problemen z.B. das Chaos um das Campus Management ein solcher zentraler Treibsatz, der die Leute auf die Barikaden getrieben hat.

Insofern ist es richtig, dass der Bibliotheksskandal, der „Studierbarkeitsbericht“ und das große Fächerschließen Erwähnung finden, jedoch werden andere zentrale Skandale die sich in diesem Semester ereignet haben, wie etwa die Scharenberg-Affäre oder die Story um Lenzens „Freiheitsdenkmal“ nicht eingebracht, obgleich sie natürlich auch exemplarisch dafür stehen, wie die FU unter Lenzen transformiert oder besser deformiert wurde.

Vermutlich lassen sich mit der Feststellung, dass auf einmal 300.000 Bücher ausgesondert werden sollen, weil für die angeblich kein Platz mehr ist, mehr Leute mobilisieren, als mit einer etwas tiefer gehenden Analyse der negativen Aspekte der Exzellenzinitiative.

Natürlich reicht es nicht diese Skandal-Fallbeispiele chronologisch aneinanderzureihen, man wird schon noch die Linie aufzeigen müssen, in der diese gemeinsam stehen; so wie es in der Inhaltszeitung ja auch versucht wird. Doch wäre es aber zu Mobilisierungszwecken trotzdem besser gewesen, sich stärker auf die Vollständigkeit der Skandal-Liste zu konzentrieren, um zu unterstreichen, wie die Skandale zunehmen.

Zumindest auf den Flyern hätte man jedenfalls auch einfach nur die verschiedenen Skandale kurz auflisten können, damit jeder weiß, worum es konkret geht und dass diese Skandale in ihrer Summe immer unerträglicher werden.

Ob die Mobilisierungsstrategie wirklich die richtige war, wird sich heute herausstellen.

Der Aktionstag kommt

Januar 30, 2008

Morgen ist es soweit, der Aktionstag kommt. Inzwischen findet sich im offiziellen Blog des Aktionstages sogar ein extra Eintrag mit Button der dann zu einer Terminübersicht weiterleitet. Demnach sieht der geplante Ablauf zur Zeit wie folgt aus:

Ab 10 Uhr: Zentraler Infopunkt im Foyer – Silberlaube. Kaffee & Kuchen und Raum zum Austausch.

Ab 10 Uhr: Screening des letzten Studiobühnen Festivals am Institut für Theaterwissenschaft.

Ab 10 Uhr: 2x Filmvorführung: ‚Kick it like Frankreich!‘ im Henry-Ford-Bau, Hörsaal A.

10-12 Uhr: Autonomes Seminar: ‚Einblicke in Lenzens Bildungs- und Unikonzept‘, K23/11 Silberlaube.

11:00 Uhr: Workshop zum Thema: ‚Ab jetzt keine Ausländer mehr. – Die neue Studierfähigkeitsprüfung (TestAS) für Bildungsausländer in BWL / VWL ab WS 08/09. Wo kommt das her? Wo führt das hin? Und wie kriegen wir’s wieder weg? Treffpunkt um 11 im Hörsaalgang bei den Wirtschaftswissenschaftlern (Garystr. 21).

Ab 11 Uhr: Kreativwerkstatt: Transparente und Schilder für die Demo basteln. Hier wird Raum sein zu basteln, zu malen, zu schreiben… seid kreativ! (Stoffe und Farben sind vorhanden – wer aber selbst noch was auftreiben kann soll dies mitbringen). Ort: tba.

12:00 Uhr: Bodo Zeuner hält noch einmal seinen Vortrag: ‚Die FU vor dem Börsengang‘, Philosophisches Institut.

13:45 Uhr: Der Chor der Studiobühne singt vor der Mensa (Silberlaube).

14:00 Uhr: Vollversammlung, Silberlaube Hörsaal 1a.

16:00 Uhr: Demo! Selber einen Redebeitrag leisten? Einfach per Email Kontakt aufnehmen. Die genaue Route der Demo findet ihr hier. Start: Vor der Silberlaube.

17:30 Uhr: VoKü – Essen für alle! (Du willst mithelfen? Dann reicht ne Email)

Ab 18 Uhr: Party! – Den Tag ausklingen lassen, sich austauschen, weiteres Planen… Und einfach mal wieder feiern!“

Auffällig ist, dass ausgerechnet das OSI hier kein einziges Mal als Veranstaltungsort genannt wird. Bedenkt man, dass das OSI ja doch irgendwie immer der Kern jeder Protestbewegung an der FU war, wirkt das schon komisch. Andererseits geht es ja darum, möglichst viele Studierende einzubinden und hier bietet sich natürlich die Rost- und Silberlaube als natürlicher, geographischer „Knotenpunkt“ schon an.

Neben diesen offiziellen Veranstaltungen gibt es aber wie der Name des Tages ja schon suggeriert zahlreiche dezentrale Aktionen (von 10 bis 14 Uhr). Vorgeschlagen wurde unter anderem (O-Ton Protokoll):

  • „Elite kicken: mit einem Fußball auf eine Elitesymbol schießen
  • Dosenwerfen auf Lenzenbild
  • Auftritt in Anzug/Kostüm um für Studiengebühren zu werben
  • Gefakte Schlacht zwischen Lenzenfanclub und Aktionstagteilnehmern
  • Veranstaltung eines Elitewettbewerbs, bei dem durch verschiedene Kürzungsmaßnahmen nach und nach die einzelnen Studenten rausfliegen
  • In einer großen Kiste die Forderungen sammeln und im Rektorat abgeben
  • Diskussionsveranstaltung
  • Spontandemo
  • Eventuell auch wieder den Musikwagen wie am 29.01.08
  • Mit Mitarbeitern aus Verwaltung, Bib. und Studentenwerk zusammen arbeiten und Aktionen machen
  • Symbolisierung der Zusammenlegung von Instituten – nach dem Motto: Wie viele Leute passen auf eine abgesteckte Fläche“

Ob diese Aktionen tatsächlich alle stattfinden ist noch ungewiss, es handelt sich hier wie gesagt nur um Vorschläge. Und wo genau die Aktionen stattfinden werden, wird dann erst sehr kurzfristig z.B. auf Flyern zu erfahren sein.

FUwatch steht unterdessen bereits mit Pressevertretern in Kontakt und hilft diesen mit (hoffentlich) brauchbaren Hinweisen bei ihrer Berichterstattung über die Hintergründe des Aktionstages.

Aktionstag goes Social Networking

Januar 25, 2008

Inzwischen wird der Aktionstag am kommenden Donnerstag (31.01.08) überall auf dem Campus mit Flyern stark beworben. Zumindest in dieser Hinsicht sieht es so aus, als könnte die Sache ein Erfolg werden (es sieht jedenfalls besser aus, als bei der eher sparsamen und verhältnismäßig kurzfristigen Bewerbung der G8-Themenwoche im letzten Semester).

Und da ich zur Zeit ohnehin Social Network Plattformen teste, habe ich den Aufruf zum Aktionstag hier virtuell massiv verbreitet. Zumindest bei beliebten sozialen Netzwerken wie StudiVZ macht dies durchaus Sinn, weil sich hier besonders jüngere KommilitonInnen fast täglich aufhalten und über diesen virtuellen Kanal unter Umständen leichter erreicht werden können, als real über Flyer.

Falls möglich habe ich immer versucht den Aktionstag als „Event“ in das jeweilige Netzwerk einzustellen. Sofern vorhanden natürlich am besten immer im Bereich „FU Berlin“. Bei einigen Plattformen gibt es keine Event-Funktion, hier habe ich dann eine Gruppe gegründet oder einen Diskussionsbeitrag ins Board gestellt.

Leider muss man bei vielen der unten genannten Websites erst einmal Mitglied sein (eingeloggt sein), damit der Link funktioniert.

Campux
Campux.com ist eine weitere Social Network Alternative zu StudiVZ, der Dienst hat sich auf länderübergreifende Studienerfahrungen spezialisiert und versucht mit seinem Angebot besonders die – vermeintliche oder tatsächliche – Internationalität und Mobilität der modernen Studierendenschaft zu fokussieren. Für den Aktionstag habe ich hier eine eigene Gruppe eingerichtet und im Netzwerk „FU Berlin“ auch den Aufruf als Diskussionsbeitrag eingestellt.

Care2
Care2.com ist ein links-alternatives Social Network das sich besonders an die neue Bürgerrechts- und Ökologie-Bewegung in den USA richtet. Auch hier ist der Aktionstag nun mit einer eigenen Gruppe präsent.

Facebook
Facebook ist das zur Zeit am schnellsten wachsende und beliebteste Social Network im englischsprachigen Raum. Ursprünglich als reines Studierenden- und Alumni-Netzwerk gegründet ist es heute ein breiter angelegtes Social Network, das früher oder später MySpace als DAS Social Network schlecht hin ablösen wird. Ich habe hier einen Event zum Aktionstag kreiert, den Aufruf aber auch in der FU Berlin- und der OSI-Gruppe platziert.

Kaioo
Als gemeinnütziges Non-Profit-Unternehmen versteht sich Kaioo als Gegenentwurf zu rein kommerziellen Anbietern wie StudiVZ (ausführlich siehe „Kaioo als Alternative zu StudiVZ?“). Auch hier habe ich eine Group extra für den Aktionstag gegründet und den Aufruf auch in bereits bestehenden Gruppen gepostet.

Lokalisten
Lokalisten.de ist ein allgemeines Social Network das sich besonders auf die regionale Vernetzung seiner Nutzer konzentriert, es geht hier also besonders um die reale, geographische Nähe in der die Mitglieder zueinander leben. Das von mir eingestellte Event wurde allerdings inzwischen schon wieder gelöscht, da grundsätzlich keine Events beworben werden dürfen, die etwas mit „Sex, Gewalt oder Politik“ zu tun haben. Beeindruckend wie selbstverständlich hier „Politik“ in diese Reihe aufgenommen wird…

MySpace
MySpace.com ist sozusagen die „Mutter aller Social Networks“ (im Kontext von Web 2.0), bei dem es ursprünglich hauptsächlich um Musik und Bands ging. Diesen Schwerpunkt hat MySpace auch heute noch, es ist aber natürlich längst ein viel allgemeineres Social Network geworden. Auch hier habe ich für den Aktionstag ein Event reingestellt.

StudiVZ
StudiVZ ist inzwischen so etwas wie der „Bad Boy“ unter den deutschsprachigen Social Networks. Doch trotz Skandalen und Negativ-Schlagzeilen ist es unter Studierenden im deutschsprachigen Raum nach wie vor die mit Abstand beliebteste Plattform zur Kommunikation und Vernetzung. Events kann man keine generieren, ich habe daher für den Aktionstag eine Group eingerichtet und den Aufruf dann auch noch in die Diskussionsboards von diversen anderen Groups eingestellt.

Xing
Xing.com (sprich: Crossing), ehemals OpenBC, ist das in Deutschland (und inzwischen vermutlich auch in Kontinentaleuropa) am stärksten frequentierte Karrierenetzwerk. Eine eigene Gruppe kann man hier ohne Premium-Mitgliedschaft nicht einrichten, ich habe den Auruf daher in das Diskussionsboard „Familien- und Bildungspolitik“ der Gruppe „Politik“ gepostet. Ob es sich da hält ohne gelöscht zu werden wird sich noch zeigen, denn eigentlich wird dort nur Schulpolitik, nicht aber Hochschulpolitik diskutiert. Zudem ist „Werbung“ untersagt, wobei unklar ist, ob sich das auf rein kommerzielle Werbung beschränkt oder auch „Werbung“ für eine politische Veranstaltung meint.

Ich bin nach wie vor skeptisch, was den Erfolg dieses Aktionstages angeht; was dabei wirklich rumkommen soll. Allerdings ist er ja nun mal beschlossen und die Missstände gegen die er sich richtet sind vorhanden. Von daher erscheint es mir richtig, die Mobilisierung weiter voran zu treiben und zu versuchen für diesen Aktionstag auch über virtuelle Kanäle Aufmerksamkeit zu erzeugen. Man sollte der Idee eines solchen Aktionstages zumindest eine Chance geben.

Sechstes studentisches Strategie- und Protesttreffen

Januar 21, 2008

Nach dem ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften studentischen Strategie- und Protesttreffen zur Planung des Aktionstages am 31.01. folgt in dieser Woche das sechste.

Inzwischen steht fest, dass es unter anderem auch ein Seminar zu Lenzens Bildungsideal geben wird. Ferner wurden Dozierende angefragt, am 31.01. Reden zu halten z.B. bei der Demo oder der Vollversammlung. Der Kern des Aktionstages besteht aber aus dezentralen Aktionen, die von diversen Klein- und Kleinstgruppen durchgeführt werden zu sollen. Zu diesen einzelnen „Events“ wird dann auf unterschiedlichen Flyern aufgerufen werden.

Für diese dezentralen Aktionen ist unter anderem angedacht: „Elite kicken: mit einem Fußball auf eine Elitesymbol schießen“, die „Symbolisierung der Zusammenlegung von Instituten“, ein „Auftritt in Anzug/Kostüm um für Studiengebühren zu werben“, „Dosenwerfen auf ein Lenzenbild“ und eine simulierte „Schlacht zwischen dem Lenzenfanclub und AktionstagteilnehmerInnen“.

Daneben sind aber auch mehr inhaltliche Aktionen geplant, die weniger mit Spaßguerilla-Taktiken zu tun haben, wie z.B. die Einbeziehung von MitarbeiterInnen aus Verwaltung, Bibiliothek und dem Studierendenwerk in eine Diskussion. Aber auch eine allgemeine, offene Diskussionsveranstaltung findet sich auf dem Plan wieder, vermutlich im Kontext der VV. Ferner wird es wie berichtet eine Demo als Abschluss geben.

Auf dem Aktionstag-Blog gibt es jetzt neu auch die ersten Flyer (Vorderseite hier, Rückseite hier). Auch der offizielle Aufruf des Plenums kann heruntergeladen werden und sollte auf Bitten der OrganisatorInnen verteilt werden.

Das nächste und letzte Treffen vor dem Aktionstag findet am kommenden Donnerstag, den 24.01. wie immer um 18:00 Uhr in der Silberlaube (Raum KL 25 / 134) statt. Auch Studierende die sich bisher nicht in den Organisationsprozess eingebracht haben, können dies nach wie vor tun und dort erscheinen.

Fünftes studentisches Strategie- und Protesttreffen

Januar 13, 2008

Nach dem ersten, zweiten, dritten und vierten studentischen Strategie- und Protesttreffen zur Planung des Aktionstages am 31.01. folgt nun das fünfte.

Nachdem das eigentliche Webforum (fu-aktionstag.carookee.de) noch nicht richtig funktioniert, gibt es jetzt auch einen Blog extra für den Aktionstag: http://aktionstag.blogsport.de/.

Dort kann man in einem aktuellen Eintrag nachlesen, dass das nächste Treffen am Donnerstag den 17.01. um 18:00 Uhr im Raum KL 25 / 134 in der Silberlaube stattfinden wird. Dort soll dann „besonders die weitere Planung des Aktionstages besprochen“ werden.

Desweiteren wird auf dem Blog unter „Hintergründe“ auf die Abschiedsvorlesung von Prof. Zeuner verwiesen, der die aktuelle Misere der FU zusammenfasste.

Unter „Termine und Ablauf“ gibt es dann sogar einen ersten groben Ablaufplan:

„24.-31.1.2008: Mobilisierungsaktionen an der ganzen FU

Donnerstag, 31.1.2008: Uniweiter Aktionstag
– ab 10 Uhr: Infos, Kaffee und Versammlungen in der Silberlaube
– 10-14 Uhr: dezentrale Aktionen an der gesamten Uni
– 14 Uhr: Vollversammlung
– 16 Uhr: Demonstration (?)
– anschließend Volxküche und Party im Keller des Philosophie-Instituts…“

Was konkret unter „Mobilisierungsaktionen“ im Vorfeld bzw. unter „dezentralen Aktionen“ am Tag selbst zu verstehen ist, wird offenbar (noch) nicht verraten bzw. steht noch nicht genau fest.

„Mobilisierungsaktionen“ meint aber vermutlich, man tingelt durch die Lehrveranstaltungen um die Leute direkt auf den Tag aufmerksam zu machen und „dezentrale Aktionen“ meint ein wenig symbolische Action an verschiedenen neuralgischen Punkten des Campus‘.

Viertes studentisches Strategie- und Protesttreffen

Januar 7, 2008

Nach dem ersten, zweiten und dritten studentischen Strategie- und Protesttreffen zur Mobilisierung für den Aktionstag am 31.01. folgt nun das vierte.

In der über Emailverteiler in Umlauf gebrachten Einladung heißt es:

„Zur Organisation haben sich bereits drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich um die Inhalte, Mobilisierung und Logistik des Aktionstages kümmern. Die Arbeitsgruppen haben sich in den vergangenen Wochen Gedanken darüber gemacht, was am 31.1. geschehen soll, und werden ihre Ergebnisse beim nächsten Treffen zur Diskussion vorstellen.“

Im Wesentlichen geht es dabei um die folgenden Fragen:

  • Wie wird die Mobilisierung aussehen?
  • Welche Inhalte wollen wir vertreten?
  • Wie läuft die Organisation?
  • Wie geht es nach dem Aktionstag weiter?

Interessierte sollten sich um am Donnerstag, den 10.01. um 18 Uhr in der Silberlaube im Raum KL 25 / 134 einfinden.

Inzwischen gibt es unter http://fu-aktionstag.carookee.de/ auch ein Forum für den Aktionstag, in dem man alles wichtige nachlesen und sich auch selbst einbringen kann. Dort findet sich im öffentlichen Bereich z.B. schon „FAQs zur Bibliothekszusammenlegung“.

Besonders der Hinweis in der Einladung, dass „auch für das Sommersemester 2008 bereits viele Dinge in Planung [sind]“, ruft indessen nicht nur Begeisterung hervor. Die LHG befürchtet, die „Streikmaschine“ sei schon länsgt wieder angelaufen:

„Klar niemand redet vom Streik (vgl.: ‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!‘), aber erst einmal ein ‚Aktionstag‘ und dann ist ‚für das Sommersemester schon einiges geplant‘ – völlig ergebnisoffen natürlich. Wer den verlinkten Beitrag im Blog der FSI Geschichte liest, sieht genau, wie viel schon vorgeplant ist und dass die scheinbar offenen Fragen nach ‚Aktionsformen und Inhalten‘ tatsächlich längst beantwortet sind und man nur noch ein paar mehr Leute braucht, um sie umzusetzen.“ („Die Streikmaschine läuft an“, LHG Blog, 06.01.07)

Schön wär’s, aber wie in der Vergangenheit schon ausgeführt, braucht es m.E. immer noch einen Aufhänger, einen besonders krassen Skandal, der das Faß dann zum Überlaufen bringt. Im „Warnstreik 2005“ lag das durchaus in der Luft, ich bin mir nicht sicher, ob es jetzt auch in der Luft liegt. Und selbst wenn es gelingt auf dem Aktionstag eine aktivistische Stimmung zu erzeugen, wie will man die wirklich über die Ferien hinweg ins nächste Semester transportieren? Vermutlich müsste man dann im Sommersemester ohnehin noch mal bei Null anfangen, weil sich die Gemüter abgekühlt haben.

Gründe für den Protest gibt es durch Lenzens Gewurste genug, doch rein strategisch ist dieser Aktionstag so kurz vor Ende des Semesters immer noch ein Mysterium für mich. Offenbar will man sich nicht erst im neuen Semester langsam steigern, sondern diesen Aufbauprozess bereits in diesem Semester beginnen, die Infrastruktur an den Start kriegen. Okay. Doch noch mal: Wie soll die auf dem Aktionstag erzeugte Proteststimmung nahtlos über die Ferien gerettet werden?

Drittes studentisches Strategie- und Protestreffen

Dezember 11, 2007

Nach dem ersten und zweiten gesamtuniversitären Strategie- und Protesttreffen folgt am Donnerstag den 13.12.07 um 18 Uhr nun das dritte in der Silberlaube KL 25/134.

Auf dem letzten Treffen wurde ein Aktionstag am 31. Januar 2008 beschlossen. Dieser bedarf einer vorausgehenden Mobilisierung, insbesondere aber natürlich auch einer konkreten Zielsetzung. In der Einladung zum dritten Treffen heißt es daher:

Themen: Welche Themen soll der Aktionstag setzen, bzw. was muss vorbereitet werden?

Mobilisierung: Wie werden wir für diesen Tag mobilisieren?

Aktionen/Organisation: Welche Aktionen soll es geben, welche Räume brauchen wir, etc.?

Und: Euer Ding!

Plus: Wie geht es danach weiter?

Fast könnte man meinen, hier einen „Abwärtstrend“ was die Dauer des Protestes angeht ausmachen zu können: War es 2003/2004 wenigstens noch ein halbwegs „echter“ Studierenden-Streik, war es 2005 schon nur noch ein einwöchiger „Warnstreik“, und 2008 wird es dann nur ein einziger Aktionstag.

Zwar betonen die OrganisatorInnen, dieser Aktionstag sei erst der Anfang, aber wenn man dann in der Einladung förmlich spürt, was für ein ungeheurer Kraftakt es offenbar ist, überhaupt KommilitonInnen in einer angemessen Anzahl für diesen einen Tag zu mobilisieren („versucht Leute zu mobilisieren, die letztes Mal noch nicht da waren…“), dann wirkt das jetzt schon deprimierend.

Was nach wie vor fehlt ist ein „Aufreißer“, ein ganz bestimmtes Thema das wirklich so unter den Nägeln brennt, dass es die Studierenden regelrecht in den Protest treibt (z.B., wenn bekannt würde, dass die Einführung von Studiengebühren in Berlin unmittelbar bevorsteht). Liegt ein solcher ganz konkreter Anlaß nicht vor, wird die Mobilisierung nur schleppend verlaufen.

Zweites großes Strategie- und Protesttreffen

November 27, 2007

Wie angekündigt, fand letzte Woche das erste „große“ Treffen diverser hochschulpolitisch aktiver Gruppierungen an der FU statt, um gemeinsam Strategie- und Protestkonzepte zu entwerfen.

Inzwischen liegen auch die Ergebnisse dieses Treffens vor, die z.B. im BBFB-Blog nachgelesen werden können:

„Unser gemeinsames Ziel ist, im nächsten Sommersemester eine größere studentische Protestbewegung von unten auf die Beine zu stellen!

Die Formen zur Mobilisierung einer solchen Protestbewegung wurden diskutiert, viele sprachen sich hier für eine aktionsorientierte Kampagne aus. Wie eine solche Kampagne generell aussehen könnte, wurde vielfältig diskutiert und in Stichpunkten zusammengefasst:

Perspektiven: Kampagne, Protest, SoSe 2008, ’40 Jahre 68′, Politisierung, …

Themen: Ökonomisierung der Universitäten, Elite, soziale Selektion, Studiengebühren/konten, Überwachung, System Lenzen, prekäres Studieren, Berliner Hochschulgesetz, Freiräume an der Uni, Qualitätsoffensive in der Lehre, …

Aktionsformen: In die Hörsaale gehen, subversive Kommunikationsguerilla, Teach-Ins, Dieter-Lenzen-Fanclub, Vollversammlungen, Streik, Besetzung, Demo, Volksbegehren, …“

Auf dem Treffen fiel allerdings noch keine Entscheidung, was davon konkret umgesetzt werden soll, wie genau die Kampagne nun aussehen soll. Doch die Zeit drängt, da das alles bereits im kommenden Sommersemester stattfinden und von langer Hand geplant werden soll.

Daher sind alle Interessierten eingeladen, am kommenden Donnerstag (29.11.) beim zweiten Treffen mitzuwirken, welches um 18 Uhr in der Silberlaube im Raum KL 25/134 (gegenüber der EWI-Bibliothek) stattfinden wird.

„Großes“ Treffen am Donnerstag

November 20, 2007

Am Donnerstag (22.11.) wird es um 18 Uhr ein „großes“ Treffen aller hochschulpolitisch aktiven Gruppierungen an der FU in der Silberlaube im Raum L115 (neues Seminarzentrum, wo früher die Mensa war) geben.

In der über Mailinglisten verbreiteten Einladung heißt es:

[Wir] haben überlegt, dass wir es toll fänden, wenn es ein Treffen von all den Leuten, die letztes Semester viel hochschulpolitisch gemacht haben (Fanclub, Unternehmen-Uni versetzen, Hamburger Gruppe, Volksbegehren-Gruppe, G8-Gruppen, Studierbarkeitsumfrage, Inis, Cafes und alle, die ich vergesse…) und auch allen, die neu Lust dazu haben, geben könnte.

Um gemeinsam zu überlegen, was wir Fu-weit (oder auch einzelne Institute oder Gruppen zusammen) dieses Semester oder auch nächstes Semester an Aktionen, Aktionswochen, Texten… noch so gemeinsam machen können oder wollen.

Es geht hier also um ein Koordinierungs- und Austausch-Treffen möglichst aller an der FU hochschulpolitisch tätigen Gruppen, um für die Zukunft gemeinsame Strategien zu entwicklen, Bindungen zu knüpfen, Informationen auszutauschen, Projekte vorzustellen, usw.

Einen ähnlichen Ansatz gab es im Dezember 2005 schon mal beschränkt auf das OSI. Damals sollte mit dem „OSI Forum“ eine regelmässig tagende, informelle Institution geschaffen werden, auf der alle OSI-Studierende ihre Probleme vortragen können und die verschiedenen, politisch aktiven Gruppierungen sich austauschen können. So wollte man unter anderem verhindern, dass jede Gruppe wie bisher ihr eigenes „Süppchen kocht“ ohne von anderen Gruppen mit eventuell ähnlichen Zielen etwas mitzubekommen. Die Sache verlief jedoch nach ein paar Sitzungen weitgehend im Sande (von einer einzigen Comeback-Sitzung im Feburar 2007 mal abgesehen).

Dennoch ist die Idee eines solchen „großen“ Treffens mit möglichst vielen hochschulpolitisch aktiven StudentInnen und Gruppen sicherlich grundsätzlich richtig. Als schwierig dürfte sich jedoch auch heute noch der Versuch erweisen, diese Veranstaltung in relativ kurzen Abständen zu wiederholen (was ja zumindest eine denkbare Option wäre).