Archive for September 2005

Der AStA der FU und die „Eiszeit“-Affäre

September 29, 2005

Jan-Oliver Schütz fragt im Tagesspiegel, ob der AStA der FU einen Film über die Agenda 2010 mitfinanziert hat.

Vorwürfe, ASten würden die von den Studierenden aufgebrachten Beiträge zweckentfremden gibt es immer wieder. Erst 2003 brachte der SPIEGEL einen Artikel, in dem davon die Rede war, dass Studentenausschüsse das Geld ihrer KommilitonInnen für „Sexseminare und Kuba-Reisen“ verprassen würden. Ziel der Vorwürfe war damals insbesondere der AStA der TU Braunschweig.

Und Jan-Oliver Schütz selbst hat bereits 2002 einen Artikel in der Berliner Zeitung veröffentlicht, in dem er als Fallbeispiel die Reihe „Hellas unterm Hakenkreuz“ anführt, die vom AStA der TU getragen worden sein soll – auch mit Beiträgen der Studentenschaft.

Anfang diesen Jahres brachte er dann einen Artikel im Tagesspiegel, in dem er von Ermittlungen der Berliner Staatsanwaltschaft gegen 20 ehemalige Mitglieder des AStA der FU und des Refrats der HU berichtete. Der Vorwurf: Nachdem beide Studierendenvertretungen sich nicht an das Verbot sich allgemeinpolitisch zu äußern bzw. aktiv zu werden gehalten hatten, mussten sie Ordnungsgelder von mehreren Tausend Euro zahlen, die sie dann angeblich mit studentischen Mitteln beglichen haben sollen. Die Strafanzeige ging auf konservative und liberale Studenten um den Vorsitzenden der Berliner Jungen Union, Tim Peters, zurück (die auf den AStA seit jeher nicht gut zu sprechen sind).

In seinem neusten Artikel vom 26.09., beschäftigt sich Schütz nun mit der Finanzierung des Dokumentarfilms „Eiszeit“ der beiden Filmemacher Alexander Kleider und Daniela Michel. Der Film dokumentiert den Alltag von Menschen, die von der Agenda 2010 Politik betroffen sind.

Brisant nun dabei: Schütz liegt ein Brief der Filmemacher vor, in dem diese dem AStA der FU für seine finanzielle Unterstützung danken, die wesentlich zur Realisierung des Projekts beigetragen hätte. Den AStA der TU soll der ehemalige FU-Student Alexander Kleider auf der Website zum Projekt ebenfalls als Unterstützer genannt haben. Ohne zu präzisieren, worin diese Unterstützung genau bestand. Schütz verweist ferner auf eine Einladung auf der Website des FU AStA, die gleichlautend mit der Filmbeschreibung auf der Website der Filmemacher gewesen sein soll.

Weder der AStA noch Kleider wollten sich gegenüber dem Tagsspiegel zu der „Affäre“ äußern.