Archive for the ‘SAP CM’ Category

BKA beschlagnahmt Seminarlisten in Bremen – an der FU wäre es Dank SAP CM einfacher gewesen

Mai 23, 2007

Wie der AStA Bremen berichtet, war auch der Bremer Dozent Dr. Fritz Storim von der G8-Massenrazzia Anfang des Monats betroffen:

„Diese [Hausdurchsuchung] richtete sich gegen den Lehrbeauftragten Dr. Fritz Storim, welchem nach §129a die ‚Bildung einer terroristischen Vereinigung zur Verhinderung des G8-Gipfels‘ vorgeworfen wird. Die Bundesanwaltschaft kommentierte Ihr Handeln mit den Worten: ‚Die heutigen Untersuchungen sollten Aufschluss bringen über die Strukturen und die personelle Zusammensetzung von diesen Gruppierungen, und dienten nicht in erster Linie zur Verhinderung von konkreten Anschlägen. Dafür gab es keine Anhaltspunkte.'“ (AStA Bremen, 23.05.07)

Bei der zeitgleichen Durchsuchung von Privaträumen Storims wurden unter anderem auch sämtliche TeilnehmerInnenlisten seiner Seminare der letzten Jahre sichergestellt. Der AStA dazu: „Es muss davon ausgegangen werden, dass alle SeminarteilnehmerInnen Dr. Fritz Storims von der Polizei und dem Staatsschutz überprüft und die gewonnenen Erkenntnisse sowie die Verbindung zu einem potenziellen Terroristen (ihrem Dozenten) in den entsprechenden Datenbanken gespeichert werden“.

Auf dem OSI-Verteiler war nachzulesen, dass der Verdacht völlig aus der Luft gegriffen ist, denn „weder Dozent noch Seminarteilnehmer haben je vom G8-Gipfel gehört und wollten auch nie dahinfahren; selbstverständlich lehnen sie alle auch Gewalt gegen Polizisten ab.“ Ein leicht sarkastischer Unterton, allerdings ist die Konstruktion eines solchen Generalverdachts wirklich absurd.

Die FU ist in dieser Hinsicht wesentlich fortschrittlicher, Dank des SAP Campus Managements müsste der Staatsschutz im Falle eines Falles hier nicht mühselig erst Wohnungen nach TeilnehmerInnenlisten durchsuchen, eine kurze Abfrage im Campus Managements reicht völlig, um zu ermitteln wer wann wo bei wem in welchem Seminar war. Und der Datenschutz, nun ja, wir wissen ja, was der an der FU im Zweifelsfall wert ist.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

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Niemand mag Hesse-Seminare

Mai 3, 2007

Morgen endet die Frist zur Anmeldung für Lehrveranstaltungen (LVs) über das Campus Management System. Wirft man heute einen Blick in das System, kann man daher sicherlich schon ganz gut die Verteilung der TeilnehmerInnen auf die verschiedenen Lehrveranstaltungen ablesen.


Modul „Internationale Beziehungen“, Stand: 03.05.07, 17 Uhr

So kann man dann auch etwas über die Beliebtheit einzelner Lehrveranstaltungen bei den Studierenden sagen. Denn Lehrveranstaltungen die auf besonders starkes Interesse stoßen haben deutlich mehr TeilnehmerInnen als solche, die offenbar als weniger interessant gelten.


Modul „Politisches System“, Stand: 03.05.07, 17 Uhr

Trotz des eingeschränkten Aussagewerts (es gibt diverse Gründe warum Studierende sich eine bestimmte LV heraussuchen, die nicht zwangsläufig etwas mit einem Interessenschwerpunkt zu haben müssen), kann man doch sicherlich einige Trends herauslesen. Wie z.B., dass die Lehrveranstaltungen von Prof. Hesse offenbar generell nicht besonders beliebt sind.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Die Hälfte der OSI-Studierenden ist unzufrieden mit dem SAP Campus Management

Januar 20, 2007

Die OSI-Zeitung veröffentlichte in ihrer letzten Ausgabe auch die Ergebnisse einer Umfrage am OSI aus dem Sommersemester 2006. Neben der Frage nach der Qualität der Lehre und dem neuen Bachelor-Studiengang ging es in dieser Umfrage unter anderem auch um die Zufriedenheit der OSIaner mit dem neuen Campus Management System.


Quelle: OSI-Zeitung, 2. Ausgabe, Dezember 2006, S. 7

Demnach beurteilen 27,5% der Befragten das System als „schlecht“ und weitere 22,6% sogar als „sehr schlecht“. Was zusammen immerhin die Hälfte ausmacht. Demgegenüber befanden aber auch 29,7% das System als „gut“, weitere 8,7% sogar als „sehr gut“. Es bleiben 11,5%, die keine Einschätzung zum System abgeben wollten oder konnten.

Interessantes offenbart sich, wenn man die Antworten nach Studiengängen schlüsselt:

„Von den Diplomstudierenden beurteilt ein Drittel der Befragten CM positiv. Zwei Drittel halten das System für schlecht. Bei den Studierenden der Bachelorstudiengänge halten hingegen fast 60% Prozent CM für gut, nur 40% haben eine negative Einstellung zu der Verwaltungssoftware.“ (OSI-Zeitung, 2. Ausgabe, Dezember 2006, S. 7)

Die Bachelor-Studierenden sind demnach also deutlich zufriedener mit dem System als die Diplom-Studierenden, die es mehrheitlich negativ beurteilen. Die Redakteure der OZ nennen als denkbare Ursache für diesen Unterschied in der Wahrnehmung des Systems den unterschiedlichen Aufbau der beiden Studiengänge (bis auf die vier identischen ersten Semester). Und aufgrund dieser unterschiedlichen Konzeption würden jeweils eher die Vor- bzw. Nachteile des Campus Managements wahrgenommen. Als zweite mögliche Ursache wird genannt, dass das System vielleicht einfach eher auf die Struktur des Bachelorstudiengang zugeschnitten ist und daher von den Betroffenen positiver beurteilt wird.

Ja, das wäre denkbar. Vielleicht hat es aber auch etwas damit zu tun, dass der Diplom-Studiengang noch stärker von Studierenden „alten Schlags“ dominiert wird. Die Bachelor-Studierenden kennen es hingegen nicht anders, sie wurden de facto in einen verschulten Studiengang „hineingeboren“, in dessen Kontext dann natürlich auch das Campus Management ganz prima passt.

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Das kam jetzt aber überraschend…

Dezember 11, 2006

Sehr geehrte Studierende,

wir haben festgestellt, dass bei Ihren Buchungen in Campus Management Module ohne Lehrveranstaltungen gebucht sind. Bitte kommen Sie in unsere Sprechstunde, damit wir Ihre Anmeldungen korrigieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Studienbüro

Talk to the hand.

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Email-Funktion des Campus Managements wird bisher wenig genutzt

November 14, 2006

Das Studienbüro des FB PolSoz hat eine (relativ) neue Seite zum Campus Management eingerichtet, auf der sich Lehrende wie Studierende über den aktuellen Stand des Systems informieren können. Anhand von Screenshots in gruseliger Qualität wird den Dozierenden noch einmal die Eingabe von Noten und die Teilnahmebestätigung erklärt. Daneben werden aber auch Features beschrieben, die bisher von kaum einem Lehrenden genutzt werden, wie z.B. die Möglichkeit alle TeilnehmerInnen (oder einen einzigen) einer Lehrveranstaltung per Email anzuschreiben.

„Sie können Studierenden direkt aus der Teilnehmerliste Ihrer LV in Campus Management eine Mail senden, indem Sie auf den Namen des/der Studierenden klicken (einzelne Mail) oder allen TeilnehmerInnen Ihrer Lehrveranstaltung gleichzeitig eine Mail schicken, indem Sie auf den Link unter der Liste klicken ‚E-Mail an alle Teilnehmer senden‘ (die Adressen sind in der Mail im Bcc)“ (Informationen für Lehrende)

Ich bin zur Zeit in mehreren Lehrveranstaltungen, in denen der/die Dozierende regelmässig eine Rundmail an alle TeilnehmerInnen versendet, hier wäre die Benutzung dieser in CM integrierten Email-Funktion wirklich sinnvoll.

Denn wer kennt es nicht, das Ritual am Beginn eines jeden Semesters: Der/die Lehrende lässt Listen herumgeben, auf denen sich jedeR TeilnehmerIn auch mit ihrer/seiner Emailadresse eintragen soll. Danach kann der/die Dozierende jedoch ungefähr ein Viertel der Adressen nicht richtig entziffern (oder er/sie ist ganz einfach unkonzentriert), so dass zu Beginn jeder Sitzung erst mal eine kleine Diskussion gestartet wird, wer warum die letzte Email nicht erhalten hat. Der/die Dozierende nennt die Namen derjenigen TeilnehmerInnen, von deren Emailadressen er/sie nur eine Fehlermeldung bekam. Doch jede Wette, es sind von den genannten gerade in dieser Sitzung nicht alle da, weswegen die korrekten Emailadressen wieder unbekannt bleiben. Dafür sind neue KommilitonInnen hinzgestoßen, die sich nun auf der Liste eintragen müssen und deren Adressen dann zum Teil wieder nicht korrekt entziffert werden können. Andere Studierende beschweren sich nach drei Wochen bei dem/der Dozierenden, dass sie immer noch die Rundmails erhalten, obwohl sie doch schon nach der ersten Sitzung wieder aus der Lehrveranstaltung ausgestiegen sind, etc. pp.

Dieses nervtötende Theater könnte man in der Tat dadurch unterbinden, dass der/die Dozierende über CM einfach alle TeilnehmerInnen seiner/ihrer Lehrveranstaltung anmailt. Natürlich gibt es hier ein paar Probleme, die man in den Griff kriegen müsste:

  1. Entgegen allen Aufforderungen liest immer noch nur eine Minderheit der Studierenden Emails, die über den eigenen ZEDAT-Account laufen. Die meisten bleiben bei GMX, web.de, Gmail, etc. und rufen ihre ZEDAT-Mailbox wenn überhaupt dann nur sehr selten ab. Dieses Problem würde sich aber wohl von selbst lösen: In dem Moment, wo über den ZEDAT-Account auch LV-relevante Informationen laufen (Organisatorisches, Literaturhinweise, angehängte Artikel, etc.), würde er zwangsläufig intensiver durch die Studierenden genutzt.
  2. Dieses System würde all diejenigen ausschließen, die das Glück haben noch nach einer Studienordnung zu studieren, die kein CM vorsieht, oder die aus anderen Gründen nicht vom CM erfasst werden. Hier müsste man dann in der Tat auf altbewährte Methoden zurückgreifen und die Betroffenen müssten ihre Emailadressen dem/der Dozierenden „manuell“ mitteilen.
  3. Die Versendung als BCC erlaubt zwar eine Mail des Dozierenden an alle, aber nicht die Antwort eines einzelnen an den/die Dozierenden und alle anderen TeilnehmerInnen. Manchmal ist es durchaus sinnvoll, nicht nur dem Dozierenden auf seine Rundmail zu antworten, sondern auch gleich den anderen KommilitonInnen zu antworten, die mit einem zusammen dieselbe LV besuchen. Natürlich hat die Versendung über BCC ihre Berechtigung und ist eigentlich ein Muss in jeder zivilisierten Email-Kommunikation, in der eine Person eine Mail an mehrere andere Personen zugleich versendet (Begründung exemplarisch z.B. hier). Dies könnte man am besten durch eine Mailing-Liste-Funktion innerhalb von CM lösen, die es nicht nur dem Dozierenden, sondern auch jedem/jeder anderen TeilnehmerIn erlauben würde, mit allen anderen in der LV zu kommunizieren ohne dass sich die einzelnen Adressen alle sichtbar in der To-Zeile des Mailheaders tummeln würden.
  4. Nicht jedeR Dozierende ist bereit, das CM öfter als zu den notwendigen Eintragungen am Ende eines Semesters zu nutzen. Das stimmt zwar, doch die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie eine in CM integrierte Mailfunktion nutzt ist höher, als dass er/sie sich den Aufwand macht für die LV einen Account im Blackboard oder in den Yahoogroups einzurichten. Blackboard ist eine optionale Kommunikationsmöglichkeit, die Dozierenden sind nicht verpflichtet sie einzusetzen. Ums CM kommen sie dagegen i.d.R. nicht herum. Was zwar bedauerlich sein mag, aber wenn sie sich ohnehin schon mit dem System auseinandersetzen müssen (unter anderem für die Noteneingabe und Teilnahmebestätigung), dann können sie es auch gleich zum Mailen an alle TeilnehmerInnen verwenden.

Bei aller Kritik am Campus Management sollte man doch die positiven „Nebenerscheinungen“ die die Einführung des System mitbringt nutzen. Dazu zählt sicherlich auch die Möglichkeit für Dozierende und hoffentlich bald auch Studierende innerhalb einer LV als Gruppe bequem via Email miteinander kommunizieren zu können ohne den nervigen und nicht selten auch zeitraubenden Aufwand, handschriftlich Listen mit den nötigen Emailadressen führen zu müssen. So trivial eine solche Funktion auch sein mag, für den virtuellen Informationsaustausch innerhalb eines Seminars ist sie essentiell.

Datenschutztechnisch wäre zu sagen, dass in dem System die Emailadresse eines Einzelnen nur in dem Moment bekannt wird, in welchem er sich entschließt zu partizpieren und an alle zu schreiben. Beschränkt er sich auf die Rolle des Empfängers von Informationen, bleibt seine Emailadresse allen (außer dem/der Dozierenden in ihrer/seiner Funktion als „Mailing Listen Administrator“ vielleicht) verborgen.

In Zukunft soll es ja ohnehin das „Einheitsportal“ an der FU geben, wo es dem Studierenden idealtypisch nicht nur möglich ist, allen anderen SeminarteilnehmerInnen zu mailen, sondern (hoffentlich) z.B. auch einzusehen wer sich außer ihm noch für dieselbe Referatsgruppe eingetragen hat, wie man diese Personen erreicht, usw. Ob der Studierende dabei „gläsern“ wird, hängt entscheident vom Rechtemanagement ab. Solange dem Studierenden selbst die Kontrolle darüber obliegt, wer welche seiner Kontaktinformationen einsehen kann, sollte es da eigentlich kein Problem geben.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Facelifting für SAP CM

Oktober 9, 2006

Das SAP Campus Management hat im Webdesign einen Quantensprung vom Jahr 1994 ins Jahr 1996 vollzogen. Nette kleine GIFs verdeutlichen einem jetzt den Stand der Dinge.

Unter „Noten- und Punktekonto“ bekommt man jetzt endlich auch die Teilnahme quittiert (zumindest im System). Dies ist insofern ein Fortschritt, als dass man Gewißheit über eine erfolgreiche Teilnahme an einer LV bis dato erst dann erlangte, wenn man das Modul komplett abgeschlossen hatte.

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Revision: Platzbeschränkung funktionierte offenbar doch

August 29, 2006

Der zu Beginn des Semesters beschriebene Fall einer durch das SAP Campus Management nicht vollzogenen Platzbeschränkung erweist sich als irrig. Tatsächlich wurde die Platzbeschränkung offenbar doch korrekt vom System ausgewiesen.

In dem Fall ging es um eine Lehrveranstaltung am LAI, die von der Institutsleitung ursprünglich auf 40 TeilnehmerInnen begrenzt wurde. Wegen des starken Andrangs (es wollten mehr als doppelt so viele Studierende teilnehmen) wurde die Platzbeschränkung von der Institutsleitung später aufgehoben. Strittig war jedoch, ob die Platzbeschränkung tatsächlich erst nach dieser Entscheidung aus dem System genommen wurde oder ob sie wegen eines Fehlers bereits davor vom CM nicht ausgewiesen wurde.

Die Anmeldefrist für platzbeschränkte Lehrveranstaltungen endete in diesem Semester bereits vor Beginn der Vorlesungszeit (nur für nicht-platzbeschränkte LVs hatte man deutlich länger Zeit). Wenn also gut 80 Leute in der ersten Sitzung auftauchen und deutlich ihr Interesse an der LV bekunden, die Anmeldefrist aber bereits abgelaufen war, die Platzbeschränkung zuvor auf 40 Studierende festgelegt wurde, man sich aber trotzdem weiterhin anmelden konnte (!), dann, so die Schlussfolgerung, hat die Platzbeschränkung im System offenbar nicht gegriffen.

Eine denkbare Variante hatte ich dabei allerdings übersehen (bzw. als zu unwahrscheinlich ausgeschlossen): Was ist, wenn sich trotzt der mehr als 80 TeilnehmerInnen bisher nur weniger als 40 angemeldet haben? In diesem Fall würde die Anmeldefrist automatisch verlängert, solange bis das Maximum von 40 erreicht wird. Bei platzbeschränkten, aber unterbuchten LVs gibt es also eine Verlängerung der Frist. Dies würde erklären, warum man sich noch nach Beginn der Vorlesungszeit anmelden konnte, obwohl die LV ja eigentlich platzbeschränkt war.

Und genauso verhielt es sich offenbar. Wie sich jetzt herausstellt hatten sich bis zur ersten Sitzung nur 12 (!) Studierende angemeldet (und das bei einer LV deren Anmeldefrist eigentlich längst abgelaufen war!). Die Studierenden konnten ja nicht ahnen, dass es eine Verlängerung geben würde, insofern war es riskant, mit der Anmeldung noch zu warten. Vermutlich wussten sie aber auch schlicht weg nicht, dass der Anmeldezeitraum für platzbeschränkte LVs deutlich kürzer ist. Oder aber sie konnten im System sehen, dass das Maximum von 40 noch längst nicht erreicht war und auf eine Frist-Verlängerung spekulieren (die wie gesagt nur dann eintritt, wenn das Maximum von 40 bis zum Fristende nicht erreicht wird).

Komisch ist nur nach wie vor, dass egal wie viele Studierende sich bereits angemeldet haben, die Platzbeschränkung im CM hätte sichtbar sein müssen. Das war meiner Meinung nach nicht der Fall, andere berichten dagegen, dass bei ihnen die Platzbeschränkung sehr wohl zu sehen war (bevor sie dann Kraft eines neuen IR-Beschlusses offiziell aufgehoben wurde).

An der grundsätzlichen Fragestellung, was im Falle eines Falles passieren würde, ändert das trotzdem nichts. Denn der Fall könnte ja theoretisch mal auftreten. Ein Institutsrat beschließt eine Platzbeschränkung, wegen eines Fehlers (menschliches oder technisches Versagen) wird diese aber nicht ins CM übernommen. Die Folge: Es können sich mehr Studierende anmelden, als laut Platzbeschränkung eigentlich zulässig. Der Institutsrat bemerkt dies, weist die CM-Verwaltung daraufhin und die aktivieren nachträglich die Platzbeschränkung. Doch leider haben sich ja zu diesem Zeitpunkt schon mehr Studierende als gewollt angemeldet. Was passiert nun also mit diesen? Schmeißt das Campus Management nach dem Zufallsprinzip einfach ein paar Studierende aus der LV? Beschließt der Institusrat welcheR StudentIn die LV wieder verlassen muss? Und wenn ja, nach welchen Kriterien? Immerhin konnten sich ja ursprünglich alle erfolgreich über das CM anmelden.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

4 von 6 konnten sich nicht über das SAP CM anmelden

Mai 18, 2006

Wie berichtet hatte ich Probleme mich für ein Wahlaufbaumodul Internationale Beziehungen anzumelden. Statt der gewünschten IB-Lehrveranstaltungen listete mir das SAP Campus Management nur solche aus dem Bereich „Regionale Politikanalyse“ (RPA). Nach Kontaktierung der CM-Hotline wurde das Problem gelöst. Allerdings verschwanden die falschen Lehrveranstaltungen nicht etwa aus der Auswahl, viel mehr standen mir jetzt sowohl die RPA- als auch die IB-Lehrveranstaltungen in meinem IB-Modul zur Verfügung (siehe Screenshots).

Doch die Zuordnungsprobleme betrafen offensichtlich nicht nur das IB-Modul. Probleme hatten auch Polwiss. Studierende, die sich für die Lehrveranstaltung (LV) „Soziologie des Internets“ anmelden wollten. Die Veranstaltung gehört bei den Soziologen in den Bereich „Spezielle Soziologien“ und dort zu „Kultursoziologie und Historische Anthropologie“. Bei den Politologen wird die Veranstaltung unter „Politische Soziologie“ geführt, ein Unterbereich von „Politische Systeme“.

Wer sich als Polwiss. Studierender also für die LV anmelden wollte, musste sie im Aufbau- oder Wahlaufbaumodul „Politische Systeme“ buchen. Von den sechs teilnehmenden Dip.Pol.-Studierenden gelang dies nur zwei. Nämlich meiner Wenigkeit und noch einem Kommilitonen. Bei den anderen vier wurde die LV einfach nicht im Modul „Politische Systeme“ gelistet, sie konnten sich ergo auch nicht übers CM für die LV anmelden. Wie im letzten Semester mussten sich diese KommilitonInnen über entsprechende Formulare nachträglich anmelden:

„Fehlerhafte Anmeldungen in Campus Management können ab 6.5.06 nur noch über das Studienbüro korrigiert werden (05.05.06). Bei Anmelde-/Abmeldeproblemen zu Modulen und Lehrveranstaltungen bitte hier Anmelde-, bzw. Abmeldeformular runterladen und zu den Sprechzeiten ins Studienbüro bringen (Mo,Mi,Fr 11-13 Uhr).“ (CM-Info-Website des FB PolSoz)

Die anderen 24 TeilnehmerInnen sind keine Dip.Polwiss. Studierende und hatten offenbar keine Anmeldungs-Probleme. Dies mag aber auch daran liegen, dass sie sich wie z.B. die Soziologen gar nicht übers Campus Management anmelden müssen (Liste der CM-Studiengänge).

Der Aussagewert der Zahlen wird also dadurch abgeschwächt, dass von 30 TeilnehmerInnen nur sechs Dip.Polwiss. Studierende sind. Zweitens kann man natürlich nicht von diesem Seminar auf andere schließen. Dennoch bleibt für die sechs Dip.Polwiss. Studierende die zentrale Frage unbeantwortet, warum zwei von ihnen sich anmelden konnten, die anderen vier aber nicht. Anders als noch im letzten Semester scheinen die technischen Fehler völlig willkürlich aufzutreten, es ist kein System erkennbar. Ob die gewünschte LV im ausgewählten Modul gelistet wird oder nicht, ist reine Glückssache. Auch die These, dass es vielleicht etwas damit zu tun hat, ob man die LV in das Aufbau- oder aber in das Wahlaufbaumodul zu buchen versucht, ließ sich nicht erhärten. Die Betroffenen konnten die LV weder im Aufbaumodul noch im Wahlaufbaumodul finden.

Auch im zweiten Semester nach der Einführung des Campus Managements weist das System also noch ärgerliche Macken auf. Ob diese Fehler auftreten, weil bei der Eingabe der Datensätze etwas schief gelaufen ist oder ob die Software selbst diese Probleme produziert, bleibt unklar. Wenn einige Studierende jedoch alle Lehrveranstaltungen korrekt angezeigt bekommen, kann das Problem eigentlich nicht durch eine fehlerhafte Eingabe der Datensätze verursacht worden sein, denn die Veranstaltungen sind ja offenbar vorhanden – es bekommt sie eben nur nicht jeder im entsprechenden Modul angezeigt.

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Geben Sie Olga wieder frei!

Mai 10, 2006

Das „Projekt Campus Management“ stellt Lehrenden seit neustem drei interaktive Flash-Animationen zur Verfügung bei denen die Dozierenden auch selbst den Umgang mit dem neuen System üben können. Die Funktionen „Vertretung“, „Teilnahme“ und „Noteneingabe“ werden ausführlich dokumentiert.

„Ordnen Sie sich nun Olga zu“

Bei der Noteneingabe muss der Lehrende zunächst leisten, was eigentlich auch der Studierende zu Beginn des Semesters selbst festlegen sollte, nämlich um welchen Typ von Prüfungsform (Klausur, Hausarbeit) es geht. Damit nicht genug, „ggf.“ muss der Dozierende auch den Titel von jeder Hausarbeit eingeben. Absolutes Highlight ist jedoch die Option „Prüfling abgeben“, falls der Dozierende sich dem „Prüfling“ versehentlich zugeordnet hat. Sprachlich verkommt der Studierende so endgültig zur Ware, die der Dozierende erwirbt oder eben wieder „abgibt“. Beim Sichern hat der Dozierende die Wahl zwischen „Vorläufig sichern“ und „definitiv sichern“. Bei letzterer Variante kann er/sie dann selbst nichts mehr ändern, hier hilft bei einer versehentlichen Falscheingabe dann nur noch das Prüfungsbüro.

„Sie bemerken erst jetzt, dass Sie sich Quinta fälschlicherweise zugeordnet haben. Geben Sie sie wieder frei“

Bei der Teilnahme wird zwischen „Aktiver Teilnahme“ und „Regelmässiger Teilnahme“ unterschieden. So kann einem Studierenden theoretisch die regelmässige Teilnahme bescheinigt werden, aber nicht die aktive (und vice versa). Natürlich muss er/sie beide Kriterien erfüllen, um die entsprechenden Leistungspunkte für das jeweilige Modul zu bekommen. Auch hier wird in der interaktiven Flash-Animation betont, dass nach dem endgültigen Sichern der Daten keine Änderungen mehr möglich sind. Und zwar mit folgender Begründung:

„Die von Ihnen freigegeben Eingaben erscheinen nun ausgegraut und können von Ihnen nicht mehr verändert werden, da sie von der/dem jeweiligen über ihre Weboberfläche bereits eingesehen werden können.“

Es wird also suggeriert, der Studierende könne die Noten / die Teilnahmebescheinigung sofort einsehen, nachdem der Dozierende sie endgültig gespeichert hat. Die Praxis sieht wohl zur Zeit noch etwas anders aus. Tatsächlich scheint überhaupt niemand einmal eingegebene Daten einsehen zu können. Ronny beschrieb als Kommentar in einem anderen Eintrag in diesem Blog unlängst folgendes Szenario:

„Wenn ich Daphne Stelter vom Prüfungsbüro im Colloquium von Zeuner richtig verstanden habe, konnten weder Dozent/inn/en noch das Prüfungsbüro die eingetragenen Noten einsehen. Das deckt sich mit der Aussage von Claudio Franzius, das eine Kollegin alle Noten eingetragen habe und nach dem Speichern alles verschwunden sei (weshalb ich von ihm einen Papier-Schein erhalten habe). Frau Stelter hat allen, die sich in sehr naher Zukunft zum Diplom anmelden, ihre Scheine noch in alter Form geben zu lassen. Schöne heile Welt der Online-Verwaltung…“

Kein Einzelfall, auch andere DozentInnen sollen festgestellt haben, dass ihre Eingaben nach dem Speichern schlicht weg verschwunden waren. Denn selbst wenn die Daten nicht mehr zu ändern sind, müsste sie der jeweilige Dozierende doch zumindest noch einesehen können. Wenn nun aber weder Dozierende, noch Studierende und nicht mal die so genannten „Key-User“ im Prüfungsbüro die eingegeben Noten einsehen können, dann vielleicht ganz einfach deshalb, weil diese nie wirklich erfasst wurden, sondern mit dem Abspeichern im virtuellen Nirvana verschwunden sind. In jedem Fall ist aber die Ansage, dass die StudentInnen ihre Ergebnisse unmittelbar nach der Eingabe durch die Lehrenden einsehen können, reines Wunschdenken.

„Das war nicht richtig.“

Während die Bestätigungen aus dem letzten Semester noch auf sich warten lassen, wird die Dozentenschaft schon für Höheres ausgebildet. So erlaubt ihnen eine dritte Funktion innerhalb des Campus Managements, VertreterInnen festzulegen. In der entsprechenden Flash-Animation, durch die der/die interessierte DozentIn mit Zuspruch („Genau!“ „Sehr gut!“) und Tadel („Das war nicht richtig“) gelotst wird, erfährt man dass es sowohl für die Teilnahmedokumentation als auch die Noteneingabe eine Vertretungsoption gibt.

Selbstredend ist es nicht der Studierende, der sich im Seminar von jemandem vertreten lassen kann, sondern nur der Dozierende, dem der ganze Eingabe-Proporz zu viel wird und der dann kurzerhand einen Kollegen / eine Kollegin bittet, dies zu erledigen. Vermutlich wird dies die CM-Lieblingsfunktion der Dozierenden.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Ajax – Für SAP nur ein Haushaltsreiniger?

Mai 5, 2006

Heute läuft die An- und Abmeldefrist für Module im Campus Management aus. Unterm Strich lief das Prozedere weniger chaotisch ab als noch im letzten Semester, als das System eingeführt wurde. Wie exemplarisch am Fall von falsch zugewiesenen Lehrveranstaltungen verdeutlicht, zickt das System allerdings immer noch rum und produziert teilweise absurde Ergebnisse (z.B. „Misch-Module“, in denen sich neben den richtig zugewiesenen Lehrveranstaltungen auch solche aus einem ganz anderen Modul wiederfinden).

„Bahnbrechende“ Fortschritte – im Vergleich zum letzten Semester

Der „bahnbrechende“ Fortschritt gegenüber dem letzten Semester besteht darin, dass sich die StudentInnen nun auch von einzelnen Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls wieder abmelden konnten und nicht nur vom kompletten Modul. Dieses Problem hatte im letzten Semester noch zu einem enorm hohen bürokratischen Aufwand geführt, da Änderungswünsche nur auf konventionellem Weg per Zettel vorgebracht werden konnten. Zweitens wurden An- und Abmelde-Zeitraum zusammengelegt, im letzten Semester gab es zunächst einen Anmelde-Zeitraum und danach einen für die Abmeldung, in dem man sich dann aber nicht mehr für alternative Module / Lehrveranstaltungen anmelden konnte.

Drittens ist eine Ausdehnung des Anmeldezeitraums bis zum Ende der dritten Vorlesungswoche moderat. Zwischenzeitlich wurde bekanntlich angedacht, die Anmeldung auf einen Zeitraum noch vor Beginn der Vorlesungszeit zu begrenzen, also ohne die Möglichkeit die Lehrveranstaltungen vor der verbindlichen Anmeldung zu „testen“. Heute gilt dies nur noch für Veranstaltungen mit Teilnehmerbeschränkung (oder „Platzbeschränkung“ wie es im Jargon des CM-Projektteams heißt). Auf selbige Veranstaltungen beschränkte sich dann auch das „Präferenz-Karussell“. Wirklich häßlich wird dieses überarbeitete System erst mit einer Zunahme der teilnehmerbeschränkten Veranstaltungen.

Anmeldung in Zeitlupe

Was nach wie vor nervt, ist das Schneckentempo in dem sich das System bewegt. Bei der Anmeldung eines neuen Moduls konnte es schon mal knapp eine Minute dauern, bis sich die entsprechende Seite mit den auswählbaren Modulen aufbaute. Dann noch mal solange bis die Lehrveranstaltungen für das gewünschte Modul gelistet wurden und dann noch mal etliche Sekunden bis die Auswahl bestätigt wird. Immerhin gab es aber statt der Fehlermeldung wegen Server-Überlastung im letzten Semester diesmal ein nettes orange-farbenes Schildchen mit dem Hinweis sich zu gedulden. Und der leiderfahrene Studierende ist ja schon glücklich, wenn es überhaupt geht.

Dennoch sind 40 oder 50 Sekunden um von einer Seite auf die andere zu kommen einfach zu viel. Der Zeitraum ist deutlich länger, als er sich liest. Ein Internet-Shop-Betreiber, der es seinen Kunden zumutet, dass sie eine knappe Minute warten müssen, um von einer Eingabe-Maske zur nächsten zu kommen, würde jedenfalls nicht weit kommen. Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass AJAX für SAP nur ein Haushaltsreiniger ist. Nicht von ungefähr attestieren KommilitonInnen aus der Informatik SAP CM einen urzeitlichen Aufbau.

Von „D. pol. Ök. v. Ref. proz. in M.-&Osteur.“ bis zu „Reg. Integr. a. Probl. f. d. intern. Bez.“

Von der archaischen Struktur des Systems kündet auch die Zeichenbegrenzung der Lehrveranstaltungs-Titel, welche dadurch oft völlig unleserlich werden. Natürlich kann man i.d.R. immer herleiten, was dieses Abkürzungs-Kauderwelsch heißen soll, dennoch muss man sich beim Durchsehen der Liste an die Lehrveranstaltungsnummer halten, um möglichst schnell fündig zu werden (wobei es hier wiederum praktisch wäre, wenn die Liste numerisch geordnet ausgegeben würde, was wie gesehen auch nicht der Fall ist). Schöner wäre es, wenn alle Veranstaltungen leserlich wären und man so schneller finde könnte was man sucht.

Dubai-Segbers – Knockout durchs Campus Management?

Seit März können sich auch die Lehrenden ins Campus Managment einloggen, um den Studierenden ihre Leistungsnachweise aus dem vergangenen Semester zu bescheinigen. Inwieweit das funktioniert hat oder ob es auch hier Pannen gab, ist noch unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass auch hier nicht alles einwandfrei lief.

So lautete die erste Geschichte, die ich am Dienstag nach Ostern (Beginn der Vorlesungszeit) in einem Seminar von einem Kommilitonen mitbekam, dass Dubai-Segbers und seine Truppe daran gescheitert sein sollen, Noten ins System einzutragen (bzw. die Teilnahme zu bestätigen). Offenbar war das kühne Unterfangen, alle Leistungen aus allen Lehrveranstaltungen die Dubai-Segbers und seine Mitarbeiter im vergangenen Semester angeboten hatten auf einen Schlag ins System einzutragen – unmittelbar vor Beginn des neuen Semesters (der Vorlesungszeit). Vielleicht haben sie es erst mal auch nur mit einer Lehrveranstaltung versucht – jedenfalls scheiterten sie der Geschichte zufolge kläglich, weil das System streikte.

Ausgabe der Leistungsbescheinigung hakt

Diese Geschichte ist nicht verifiziert, ob es wirklich Probleme gab und wenn ja, ob sie sich über mehrere Tage hinzogen oder nur den einen Tag betrafen, bleibt ungewiß. Nur warum sollte das System auf seiten der Lehrenden einwandfrei laufen, wenn es doch auf seiten der Studierenden immer wieder Macken hat? Auf der CM-Infoseite des FB PolSoz heißt es zudem:

„Die Sicht auf die von den DozentInnen frei gegebenen Noten und Teilnahmebestätigungen ist z.Zt. noch nicht möglich und wird erst in einigen Tagen möglich sein.“ (Stand: 20.04.06)

Offenbar konnten die Dozierenden also bereits Noten und Teilnahmebestätigungen eingeben, die Studierenden können diese aber noch nicht abrufen. Da diese Verzögerung vermutlich nicht geplant war, muss man davon ausgehen, dass das System auch hier noch etwas buggy läuft.

Fazit

Gegenüber dem letzten Semester wurde das System technisch wie strukturell verbessert, unklar bleibt aber wie viele Leute unter den auch in diesem Semester aufgetretenen Macken (wie z.B. der falschen Zuordnung von Lehrveranstaltungen) zu leiden hatten. Betroffene kontaktieren die Hotline, die dann entweder in der Lage ist zu helfen oder nicht. Es liegen jedoch keine Zahlen vor, wie viele Studierende sich an die Hotline wenden mussten und wie viele Probleme es insgesamt gab. Dadurch bleiben es „individuelle Einzelschicksale“, das volle Ausmaß der technischen Unzulänglichkeiten des Systems wird offensichtlich nicht publik.

Von den rein technischen Problemen abgesehen stellt sich weiterhin die Frage, wie das Campus Management insgesamt in den studentischen Uni-Alltag eingreift, wie es als Instrument zur Durchsetzung eines aus studentischer Sicht negativen Reglements verwendet wird. Ein Urteil über diese Entwicklungen lässt sich vermutlich erst nach dem dritten oder vierten Semester mit Campus Management fällen. Dann sollte es möglich sein im Rückblick erste Langzeit-Auswirkungen des Systems zu belegen.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Strange Campus Management

April 27, 2006

Das OSI-KVV listet für den Bereich „7.3 Aufbau- / Wahlaufbaumodul Internationale Beziehungen“ (IB) insgesamt 23 Lehrveranstaltungen. Als ich mich im Campus Management (CM) für ein entsprechendes Wahlaufbaumodul anmelden wollte, tauchten dort sogar 26 Lehrveranstaltungen auf – unglücklicherweise aber nicht die für das gewünschte IB-Modul, sondern die für den Bereich „7.4 Aufbau- / Wahlaufbaumodul Regionale Politikanalyse“ (RPA).

Im CM fanden sich nur zwei Veranstaltungen, die laut KVV auch tatsächlich zum IB-Bereich gehören: „Constructivism in International Relations“ und „Globale Regierungsführung“. In der Liste fanden sich diese Veranstaltungen jeweils am Anfang und am Ende, dazwischen waren nur Veranstaltungen die eigentlich in den Bereich RPA gehören:


Modul „Internationale Beziehungen“ [vergrößern]

Als ich testweise ein Wahlaufbau-Modul RPA anzumelden versuchte, wurden mir genau dieselben Veranstaltungen aufgelistet. Mit dem Unterschied, dass hier die beiden oben genannten IB-Veranstaltungen fehlten und stattdessen eine weitere hinzugekommen war, die unter IB nicht gelistet wird („Verg. pol. mit d. span. Bürgerkrieg“). Ansonsten wie gesagt exakt dieselbe Liste:


Modul „Regionale Politikanalyse“ [vergrößern]

Wie man den beiden Screenshots entnehmen kann ist der erste als „Internationale Beziehungen 1“ gekennzeichnet, der zweite als „Regionale Politikanalyse 1“ (die zwei wäre dann der jeweils zweite Modulteil). Also zwei völlig unterschiedliche Module, die anders als im KVV ausgewiesen aber dieselben Lehrveranstaltungen zur Auswahl stellen.

Ich wollte allerding ganz gerne unter den echten IB-Veranstaltungen wählen, so wie sie auch im KVV gelistet werden. Meine Annahme war zunächst, dass die anderen IB-Veranstaltungen vielleicht deshalb nicht mehr gelistet werden, weil sie alle platzbeschränkt sind und die Plätze bereits vergeben wurden (der Stichtag für platzbeschränkte LVs war der 13.04., nur die unbeschränkten bleiben noch bis zum 05.05. offen).

Andere KommilitonInnen konnten aber auch jetzt noch ganz normal ihre IB-Veranstaltungen auswählen, bei ihnen werden sie korrekt ausgewiesen. Folglich konnte das Problem nicht in einer Platzbeschränkung der entsprechenden Lehrveranstaltungen liegen, sondern war ganz offenbar technischer Natur. Ich schrieb also eine Email an die Hotline, verwies auf den Screenshot und dokumentierte den Fehler.

Die Antwort kam prompt, man habe den Fall an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Dieser schrieb dann einen Tag später, ich solle bei dem Modul auf „ändern“ klicken, „dort sollten alle Veranstaltungen zu sehen und zu buchen sein“. Zunächst fällt auf, dass das Wort „jetzt“ in dem Satz fehlt. Denn das würde bedeuten, dass man offen einräumt, dass die Listung vorher eben nicht vollständig war und somit ein Fehler vorlag. Desweiteren kann ich das Modul nicht „ändern“, da es ein neues Modul war und ich den Buchungsprozess ja bereits abgebrochen hatte, als nicht die richtigen Veranstaltungen gelistet wurden.

Sei’s drum, ich habe also das IB-Modul erneut angewählt und tatsächlich diesmal erschienen die ersehnten IB-Veranstaltungen – zusammen mit denen aus dem Bereich RPA, insgesamt 42 (bei 23 tatsächlich im KVV gelisteten IB-LVs):


Modul „Internationale Beziehungen“ mit IB- und RPA-Veranstaltungen [vergrößern]

So konnte ich also endlich aus den richtigen IB-Veranstaltungen wählen.

Interessant ist, dass ich heute mitbekommen habe, dass Studierende nachgefragt haben, ob sie auch RPA-Veranstaltungen für ihr IB-Modul auswählen dürfen, die im KVV nicht für IB vorgesehen sind. Die Antwort war prinzipiell „ja“, allerdings müsse der OSI-Prüfungsausschuss das individuell von Fall zu Fall absegnen. Der Prüfungsausschuss ist hier also offenbar kulant, man muss allerdings einen entsprechenden Antrag einreichen. Was wäre aber, wenn der Prüfungsausschuss die RPA-Veranstaltung nicht für das IB-Modul zulassen würde, ein Studierender sich jedoch eine RPA-Veranstaltung ausgesucht hat, weil Campus Management die RPA-Veranstaltung als dem IB-Modul zugehörig ausgewiesen hat (was ja wie gesehen vorkommt)? Dann hätte er im Ernstfall die Veranstaltung umsonst besucht (bzw. könnte sich seine Leistung einfach nicht anrechnen lassen).

Update 28.04.05

Auf der CM-Informationsseite des FB PolSoz findet sich ein auf den 20.04. datierter Eintrag, demnach das Problem zur Zeit bearbeitet wird:

„Zur Zeit werden die Zuordnungen aktualisiert und korrigiert. Die Wahl von 2 PS in ‚Intermediäre Strukturen‘ und ‚Politische Orientierungen‘ ist danach möglich und die fehlerhafte Zuordnung der HS in den Wahlaufbaumodulen ‚Int. Beziehungen‘ und ‚Regionale Politikanalyse‘ wird korrigiert. Das Diplomandencoll. von Prof. Zeuner wird wählbar sein, neue und ausgefallene LVen werden angepasst.“

Dass hier explizit nur die Wahlaufbaumodule genannt werden, könnte erklären, warum der IP-Modul-Fehler nur bei einigen KommilitonInnen auftritt. Wenn man das IB-Modul als Aufbaumodul (nicht Wahlaufbaumodul) wählt, hat man das Problem vermutlich gar nicht. Nur die Lösung des Problems kann ja auch nicht darin bestehen, dass dann im IB-Wahlaufbaumodul sowohl die IB-LVs als auch die RPA-LVs auftauchen (wie gesehen).

Wenn sich die falschen Zuordnungen wirklich nur auf die genannten Module beschränken, kann man von einer Ausnahme ausgehen. Gestern berichteten jedoch zwei KommilitonInnen, dass sie sich im Modul „Politische Systeme“ für eine LV anmelden wollten, dies aber nicht konnten, weil die LV im besagten Modul nicht gelistet wurde. Zeitgleich konnte ich mich für dieselbe Veranstaltung aber problemlos anmelden. Vermutlich treten Zuordnungsfehler also noch an anderen Stellen auf.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Zur Platzbeschränkung via Campus Management

April 21, 2006

[Update 25.05.06: Zweite, komplett restrukturierte Version dieses Eintrags]

[2. Update 29.08.06: Platzbeschränkung funktionierte offenbar doch; Problemstellung bleibt; Details hier]

Eine der Sorgen der Studierenden die mit der Einführung des Campus Managements an der FU einher ging lautete, dass es nun deutlich mehr platzbeschränkte Lehrveranstaltungen als bisher geben würde. Die Annahme war, dass das CM eine effizientere Durchsetzung von Teilnahmebeschränkungen erlauben würde, was dazu führen würde, dass diese sukzessive auch auf bisher von Platzbeschränkungen unberührte Lehrveranstaltungen ausgedehnt würde.

Konnte man bis dato einen Dozierenden vielleicht noch überzeugen, auf „eigene Faust“ mehr Studierende als eigentlich vorgesehen für die Lehrveranstaltung zuzulassen, so würde dies nicht mehr möglich sein, wenn die Teilnehmerbeschränkung von „oben“ via Campus Management durchgesetzt würde. Denn wer nicht über das CM für die Lehrveranstaltung angemeldet ist, kann dort auch keine Leistung erbringen, egal was eine „untergeordnete Instanz“ dazu sagt.

Am OSI wurden jedoch bis auf einige Ausnahmen noch keine weiteren Teilnehmerbeschränkungen für Lehrveranstaltungen eingeführt (bis jetzt). Schwierig wird es, wenn OSI-Studierende sich für Lehrveranstaltungen in anderen Instituten / Fachbereichen anmelden, dort treffen sie nicht selten auf bestehende Platzbeschränkungen.

So ergab sich in diesem Semester für eine Lehrveranstaltung die vom LAI angeboten wurde folgende Konstellation: die Veranstaltung wurde sowohl für Studierende vom OSI wie vom LAI angeboten, sie wurde jedoch auch als auf 40 TeilnehmerInnen beschränkt ausgewiesen. Von dieser Platzbeschränkung bekamen zumindest die OSI-Studierenden bei der Anmeldung über das Campus Management nichts mit, dort wurde die Lehrveranstaltung nicht als platzbeschränkt geführt. So meldeten sich deutlich mehr als 40 Studierende für die Veranstaltung an, darunter gut 80% OSI-Studierende.

Das Problem löste sich dadurch, dass die LAI-Leitung die Platzbeschränkung offiziell aufhob (wobei nicht die Überbuchung im CM dafür ausschlaggebend war, von der die Leitung vielleicht gar nichts wusste, sondern einfach die Tatsache, dass deutlich mehr Studierende als geplant in die Veranstaltung kamen und man diese nicht einfach wieder wegschicken wollte). Doch was wenn sie darauf insistiert hätte, dass die Beschränkung aufrecht erhalten bleibt? Wäre das überhaupt möglich gewesen und wenn ja, was wäre dann mit den „überschüssigen“ Studierenden passiert, die sich schon erfolgreich über das CM angemeldet hatten? Wären diese dann per Zufallsverfahren wieder aus der Lehrveranstaltung „herausgebucht“ worden?

Vermutlich würde sich nicht jedes Institut oder jeder Fachbereich in einer ähnlichen Situation so „kulant“ zeigen und die Beschränkung wieder aufheben. Stattdessen könnten die entsprechenden Entscheidungsträger in Zukunft auch sagen, dass man einfach nicht mehr als die ursprünglich festgelegte Anzahl von Studierenden in die Lehrveranstaltung aufnimmt, während es gleichzeitig von „oben“ heißt, man könne Studierende nicht einfach wieder aus einer Lehrveranstaltung (LV) herausbuchen, wenn diese sich einmal erfolgreich für die LV via Campus Management anmelden konnten – selbst wenn es sich dabei um einen Fehler gehandelt hat.

Kurzum, es geht hier um die Frage, wer im Zweifelsfall eigentlich das letzte Wort hat, die „regionale Macht“ (ein Institut, ein Fachbereich, etc.) die bei der Planung des Semesters eine Platzbeschränkung festgelegt hat oder die „überregionale Macht“ (das Campus Management als Instrument zur Durchsetzung eines campusweit-einheitlichen Standards) in welchem diese Platzbeschränkung aus welchen Gründen auch immer für Studierende zu keinem Zeitpunkt ersichtlich war.

Das Interessante an diesem Szenario ist, dass hier die Platzbeschränkung nicht wie befürchtet mittels Campus Management durchgesetzt würde, sondern gerade umgekehrt das Campus Management durch einen Fehler zu einer Art „Schutzpatron“ der Studierenden mutieren könnte. Ob ein solcher für die Studierenden positiver Fehler im Zweifelsfall auch bestand haben würde, ist dann aber eine andere Frage.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Neues von der „Campus-Management-Front“

Februar 7, 2006

[Update siehe unten]

Auch Lehrende haben jetzt Zugriff auf das Campus Management

Am 01.02.06 fand eine Informationsveranstaltung für Lehrende am OSI statt (Material siehe hier und hier), auf der diese über die sich aus dem Campus Management ergebenen Neuerungen informiert wurden. Die Dozierenden müssen in diesem Semester erstmals die Noten für Klausuren und Hausarbeiten im System eintragen bzw. die regelmässige Teilnahme der Studierenden bestätigen. Erst ab diesem Monat haben sie allerdings Zugriff auf das System und können sich so auch erst jetzt z.B. die Teilnehmerlisten für ihre Lehrveranstaltungen ausdrucken.

Beeindruckend sind hier die teilweise nicht unbeträchtlichen Differenzen zwischen der durch das Campus Management ausgewiesenen Anzahl an TeilnehmerInnen und der tatsächlichen, auf herumgereichten Anmeldelisten verzeichneten (siehe exemplarisch K-HS 15421). Natürlich erklären sich diese Differenzen im wesentlichen durch die verschiedenen Studiengänge die im Campus Management nicht erfasst werden (Diplom nach alter DPO, Studierende von der HU/TU, etc.).

Uniweit einheitliche Fristenregelung vorerst nicht in Kraft

In Verbindung mit dem Campus Management steht auch der so genannte akademische Kalender, der uniweit einheitlichen Fristen für die An- und Abmeldung zu Lehrveranstaltungen, die Abgabe von Hausarbeiten und die Eingabe der Noten festlegen soll (die Einhaltung der Fristen sollte durch das Campus Management gewährleistet werden). Wie sich nun herausstellte, hat der Berliner Wissenschaftssenator Thomas Flierl (Linkspartei/PDS) die vom Akademischen Senat der FU verabschiedete Neufassung der Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten jedoch abgelehnt, damit ist die neue Fristenregelung nicht in Kraft, wie Florian im LHG Blog berichtet (siehe dort auch den Grund für Flierls Ablehnung).

Folglich ist die FU-Leitung zunächst mit dem Versuch gescheitert, eine einheitliche Fristenregelung bereits für das laufende Wintersemester 05/06 durchzusetzen, entsprechende Anweisungen an die Dekanate haben lediglich einen empfehlenden Charakter. Eine überarbeitete Version der Neufassung der Satzung für Allgemeine Prüfungsangelegenheiten soll jedoch am 15.03. vom Akademischen Senat verabschiedet werden, anschließend vom Wissenschaftssenator abgesegnet werden und so ab dem Sommersemester 2006 gelten. Vom Tisch ist die Idee einer einheitlichen, zentral-vorgegebenen Fristenregelung also mitnichten.

Für das laufende Semester bedeutet dies, dass jeder Fachbereich / jedes Institut / jedeR Dozierende faktisch wie bisher eigenständig Fristen festelegen kann. Wie Ronny im LHG OSI Blog ohne Gewähr informiert, hat Prof. Tanja Börzel deutlich gemacht, dass die Eintragefrist für die Noten im Campus Management für das OSI bis zum 01.06.06 besteht. Wann die Hausarbeiten abgegeben werden sollen, kann jedeR Lehrende also selbst festlegen, die Noten müssen nur bis Anfang Juni eingetragen sein. Bisher hieß es immer, die Studierenden müssen bis Ende März ihre Arbeiten abgegeben und die Lehrenden sie bis Ende April korrigiert und die Noten eingetragen haben. Bis auf wenige Ausnahmen haben die OSI-Lehrenden sich daher inzwischen auf den 31.03. als Abgabe-Stichtag festgelegt, weil sie dachten, sie hätten nur bis zum 30.04. Zeit für die Korrekturen.

Campus Management Diskussionsrunde in der Silberlaube

Die Abteilung Wissenschaft der GEW Berlin lädt am Donnerstag (09.02.) zu einer Diskussionsveranstaltung zum Thema Campus Management in die Silberlaube ein (16 bis 18 Uhr, Habelschwerdter Allee 45, Raum J 24/22).

Die Veranstaltung trägt den Titel „Wie viel Management verträgt der Campus?“ und wird von Diana Greim (GEW) moderiert. Gäste sind Dr. Dirk Pape (Projektleitung Campus Management an der FU), Dr. Matthias Dannenberg (Verwaltungsleiter, FB Phil./ Geisteswiss.), David Hachfeld (Referent für Hochschulpolitik des ASTA der FU), Steffi Krebs-Pahlke (stellv. Vorsitzende des Personalrats Dahlem der FU).

Inhaltlich soll es dabei um alle kritische Fragen rund ums Campus Management gehen, O-Ton aus der Einladung: „Was will die FU mit CMS erreichen? Was soll das CMS den Studierenden bringen, was den Lehrenden und MitarbeiterInnen? Wie ‚gläsern‘ werden Studierende mit CMS? Wer darf was einsehen? Wird die Maluspunkte-Regelung abgeschafft? Wie werden individuelle Lebensumstände berücksichtigt?“.

Update 08.02.06

Auch der AStA geht in einem Statement auf das Scheitern der Durchsetzung einer einheitlichen Fristenregelung ein.

Update 09.02.06

Der Institutsrat des OSIs hat in der Sitzzung vom 08.02. empfohlen, den 01.04.06 als Abgabetermin für Hausarbeiten zu wählen (LHG OSI Blog). Demnach können die Dozierenden davon abweichen, was wie ausgeführt kaum der Fall sein dürfte, weil sich die meisten aufgrund der ursprünglich geplanten Regelung bereits auf den 31.03./01.04. verbindlich festgelegt haben.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Browser-Inkompatibilitäten

November 9, 2005

Wie kürzlich berichtet, werden bei mir auf der Abmelde-Seite gar keine Module aufgelistet. Wie sich jetzt herausstellte, lag das an einer Browser-Inkompatibilität: Im von mir primär verwendeten Firefox Browser werden die Module nicht gelistet, im Internet Explorer schon. Warum, ist immer noch unklar. Die Techniker von der IT-Hotline vermuteten zunächst, es läge vielleicht am deaktivierten JavaScript, was aber nicht der Fall ist, denn das hatte ich auch im Firefox aktiviert. O-Ton nun: „Das Problem der Browser-Inkompatibilität wurde aufgenommen und wird schnellstmöglich behoben.“

Besagte Browser-Inkompatibilität zeigt sich auch an anderer Stelle. So wurde die Stundenplan-Seite des aktuellen Semesters z.B. im Firefox angezeigt, im Pulldown-Menu konnte man aber keine anderen Semester einsehen. Es erschien die Fehlermeldung „Es wurden keine Semester gelesen!?“. Inzwischen wurde der Fehler behoben, man kann nun auch mit Firefox andere Semester auswählen. Mit dem Internet Explorer war dies aber von Anfang an möglich.

Diese Beispiele beweisen, dass es mit der zugesicherten Browser-Kompatibilität noch nicht soweit her ist, faktisch ist das System im Moment nur über den Internet Explorer vollständig nutzbar.

Im Zuge der Vorbereitung von studentischem Protest, sind von AktivistInnen jetzt auch Entwürfe für Flyer aufgetaucht, die anhand von Zitaten unter anderem die Misere mit dem Campus Management pointiert aufgreifen.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

„Meine Module“

November 2, 2005


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Der Stundenplan mit den Modulen wird zwar korrekt ausgewiesen (bis auf die beiden zusätzlichen Bonusveranstaltungen), klicke ich dann aber auf „Abmelden“ wird keines meiner Module gelistet, eine Abmeldung ist somit nicht möglich.

Das grundlegende Problem ist natürlich zunächst, dass die Abmeldung nur für gesamte Module möglich ist, nicht für einzelne Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls. Viele KommilitonInnen wollen sich aber nur von einer Lehrveranstaltung abmelden (sei es, weil sie es sich anders überlegt haben, oder weil SAP CM ihnen einfach „ungefragt“ eine zusätzliche aufgebürdet hat), nicht gleich vom ganzen Modul. Hier muss dringend nachgebessert werden, ansonsten erfolgt die Abmeldung wohl nicht nur in diesem Semester wieder über Listen.

Mein Problem ist demgegenüber noch einen Zacken schärfer: Bei mir werden unter „Abmeldung“ nicht mal meine Module aufgelistet, eine Abmeldung übers System ist so generell unmöglich. Der CM Support dazu in einer Email: „Ihr Problem, dass Sie unter dem Punkt Abmeldung keinerlei Module angezeigt bekommen, ist uns zwar bekannt, allerdings liegt uns hierfür noch keine Lösung vor.“

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Clash of Modules

November 1, 2005

Nicht nur, dass SAP CM mir zwei Zusatzveranstaltungen reingedrückt hat, nein, sinnigerweise überschneiden sich diese beiden Lehrveranstaltungen auch noch zeitlich.

Die zusätzlichen Lehrveranstaltungen lassen sich darauf zurückführen, dass alternative bzw. ergänzende Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls von mir nicht mit „Keine Teilnahme“, sondern mit „Keine Präferenz“ (der Default-Einstellung) markiert wurden. Habe ich mich nur für ein Teilmodul entschieden, weil ich den zweiten Teil des Moduls im letzten Semester absolviert habe (noch nicht eingepflegte Daten) oder erst im nächsten Semester belegen will, erkennt SAP CM dies nicht und weist mir einfach schon jetzt das zweite Modulteil zu.

„Keine Präferenz“ stellt für SAP CM also eine Art Blankoschek dar, dem Studierenden nach systeminterner Logik eine oder mehrere Veranstaltungen ggf. zusätzlich zuzuweisen, weil die Grundannahme des Systems ist, dass ein Modul aus zwei Lehrveranstaltungen besteht und die auch innerhalb eines Semesters absolviert werden müssen.

Dieser Versuch, SAP CM quasi selbst denken zu lassen, trägt dann natürlich auch absurde Züge. Dann etwa, wenn es um Module geht, die definitiv nicht in einem Semester absolviert werden können, Stichwort „Projektmodul“. Ein Projektmodul besteht aus zwei Projektkursen (Teil 1 und 2) die man in zwei aufeinanderfolgenden Semester absolviert und die thematisch zusammenhängen. Hat man sich jetzt für Projektkurs A Teil 1 beim Dozenten X angemeldet, ergänzt SAP CM einfach um Projektkurs B Teil 2 beim Dozenten Y. Was natürlich Unsinn ist, weil die Projektkurse A und B inhaltlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben und auch nicht im selben Semester absolviert werden sollen. Für SAP CM ist es dagegen klar, dass zwei Projektkurse (einfach irgendein „Teil 1“ mit irgendeinem „Teil 2“) ein Modul bilden und daher auch im selben Semster besucht werden sollten.

Um dem zu entgehen, müssen bei der Anmeldung alle möglichen aber ungewollten Ergänzungs- und Alternativ-Lehrveranstaltung innerhalb eines Moduls mühselig auf „Keine Teilnahme“ gesetzt werden. Die gewollte Veranstaltung natürlich auf „Präferenz 1“. In der Anleitung zur Benutzung des Systems hieß es aber, die Option „Keine Teilnahme“ wäre für den Rest nur dann zu wählen, wenn vom Fachbereich schon festgelegt worden ist, welche Veranstaltung zu besuchen ist (was halt nicht der Fall ist). „Keine Teilnahme“ birgt zudem natürlich auch die Gefahr, in keine Alternativveranstaltung mehr geschoben werden zu können, wenn die gewollte Veranstaltung (Präferenz 1) überbelegt ist. Spätestens nach dem Ausbau der Teilnahmebeschränkung wird dem Präferenz-Karussell (Präfenz 1, 2, 3, usw.) mehr Bedeutung zukommen. Die Variante „Keine Präferenz“ sollte dagegen in Zukunft völlig gemieden werden.

Nicht erklärt werden kann dadurch, dass SAP CM nicht merkt, dass zwei Veranstaltungen sich zeitlich überschneiden. Wenn der Studierende seine Wahl trifft oder SAP CM ihm das abnimmt, müsste in beiden Fällen eigentlich eine Fehlermeldung erscheinen, sobald zwei Veranstaltungen sich zeitlich überschneiden. Da die Zeiten bei vielen Lehrveranstaltungen nachträglich noch einmal verschoben werden, ist eine flexible Handhabung hier aber natürlich sinnvoll. Denkbar wäre auch, dass zwei sich zeitlich überschneidene Lehrveranstaltungen wöchentlich-abwechselnd besucht werden (angenommen, sie sind so geplant).

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

SAP CM in einer Produktivumgebung

Oktober 19, 2005

Vom Modul „icxxthr.c“ steht aber nichts in der DPO *scnr*.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Neues vom SAP Campus Management

Juli 14, 2005

Wie berichtet, wird zum kommenden Wintersemester 05/06 an der FU Berlin das SAP Campus Management (SAP CM) eingeführt, eine Software zum Verwalten von Studienkonten, die es den Studierenden unter anderem ermöglichen soll, sich zukünftig über das Internet für Seminare anzumelden.

Zu einem späteren Zeitpunkt (anvisiert ist Februrar 2006) soll das System dann auch Lehrenden zur Verfügung stehen, so dass diese die Noten für die entsprechenden Leistungen eintragen können und über automatisierte Teilnehmerlisten erkennen können, wer sich für ihr Seminar angemeldet hat. Dies ermöglicht den Dozenten dann z.B. auch eine Obergrenze bei der Teilnehmeranzahl festzulegen, um zu unterbinden, dass das Seminar zu überfüllt ist. Dabei wird davon ausgegangen, dass es auch Seminare gibt, die weniger beliebt sind und damit auch weniger stark besucht werden. Wer also zukünftig in sein Lieblingsseminar nicht mehr reinkommt, muss zwangsläufig mit einem weniger beliebten Alternativseminar vorlieb nehmen.

Anders als ursprünglich verkündet, müssen nicht nur Bachelor- und Master-Studierende sich über das neue Webportal anmelden, sondern auch OSI-Studierende die auf Diplom nach der neuen (modularisierten) Diplomstudienordnung studieren. Ausgenommen sind demnach nur jene Studierende, die „alte“ Diplom- und Magisterstudiengänge studieren.

Technisch realisiert werden soll das Ganze über Email-Accounts der Zentraleinrichtung für Datenverarbeitung (ZEDAT) an der FU. Dort wurde inzwischen auch ein Webportal für die Email-Kommunikation eingerichtet. Dasselbe Portal wird ab Oktober dann sicherlich auch das An- und Abmelden für Seminare im SAP Campus Management ermöglichen — so zumindest der Soll-Plan.

Tatsächlich sind die zu nehmenden technischen Hürden nicht unbeträchtlich. Die ZEDAT verwaltet eine eigene Benutzerdatenbank die bisher parallel zur zentralen Datenbank der Studierendenverwaltung existierte. Es muss zunächst erfasst werden, welcher der betroffenen Studierende bereits ein Benutzerkonto bei der ZEDAT besitzt und wer sich ein solches noch zulegen muss. Mehrere Benutzerkonten pro Person sind sicherlich kaum möglich und würden zu einer nicht hinnehmbaren Redundanz in den Datenbeständen führen. Die ZEDAT-Accounts müssen an das SAP Campus Management angekoppelt werden, welches Informationen verwaltet, die aus der anderen Datenbank der Studierendenverwaltung stammen.

Im Moment weiß nur eine Minderheit der Studierenden, was ab Oktober auf sie zukommt. Sie werden kurz vor Beginn des neuen Semesters postalisch kontaktiert und über die neue Online-Pflichtanmeldung informiert. In diesem relativ kleinen Zeitfenster müssen sich alle Betroffenen die noch keinen ZEDAT-Account besitzen, einen zulegen. Dies geht nach momentanen Stand nicht online, sondern nur „traditonell“ über ein entsprechendes Antragsformular. Diese sich in kurzer Zeit anhäufende Masse von Anträgen, muss dann fristgerecht von der ZEDAT bearbeitet werden. Selbst wenn man den Betroffenen ZEDAT-Accounts „zwangszuweist“, bestünde noch das Problem Datensätze aus zwei verschiedenen Systemen abgleichen zu müssen.

Ob es den Verantwortlichen tatsächlich gelingt, das System wie geplant bis zur ersten Oktoberwoche online zu bringen und ob alle Betroffenen noch rechtzeitig einen ZEDAT-Account bekommen, bleibt abzuwarten. Die Online-Anmeldung für die Seminare soll jedenfalls innerhalb des Zeitraums vom 04. bis zum 14. Oktober vollzogen sein, danach ist keine Anmeldung mehr möglich.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Überblicksseite SAP Campus Management

Juli 10, 2005

Hier eine Überblicksseite mit allen Blog-Einträgen die das SAP Campus Management betreffen. Die Liste wird fortlaufend aktualisiert.

Sommersemester 2005 (Vorbereitung der Einführung)

Wintersemester 05/06 (Erstes Semester mit SAP CM)

Sommersemester 2006 (Zweites Semester mit SAP CM)

Wintersemester 06/07 (Drittes Semester mit SAP CM)

Sommersemester 2007 (Viertes Semester mit SAP CM)

Eine Übersicht mit weiteren Artikeln zum Thema „SAP Campus Management an der FU“ findet sich im OSI Wiki.

Siehe auch: Die Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog.

Brave New SAP World

Juli 8, 2005

Zum Wintersemester 05/06 wird im Zuge des Bologna-Prozesses an der FU Berlin die SAP Campus Management Software eingeführt. Bis zum Wintersemester 07/08 sollen alle Magister- und Diplomstudiengänge an der FU durch Bachelor- und Masterstudiengänge abgelöst werden. Dieser Prozess ist natürlich längst im Gang und erfodert nach Meinung der Verantwortlichen eine umfassende Reorganisation aller Abläufe rund ums Studium.

Erreicht werden soll dies unter anderem auch mit einer neuen Softwarelösung, die hilft diese Abläufe zentral zu administrieren. Bisherige Softwarelösung waren an der FU dezentral angelegt, es gab kein alles umfassendes System. Erste Ansätze das in einigen Bereichen bereits eingesetze HISPOS/HISSOS der HIS GmbH entsprechend auszubauen wurden als nicht realisierbar verworfen. Angeblich, weil HISPOS und HISSOS nicht die Möglichkeiten des beschriebenen „globalen Ansatzes“ bieten, demnach alles zentral organisiert und verwaltet werden soll.

Nun soll es also das SAP Campus Management (SAP CM) sein, eine Software mit einem eher geringen Verbreitungsgrad. In der Eigenwerbung werden von SAP als Beispiele für eine erfolgreiche Implementierung die Universitäten von Basel (Schweiz), Montevideo (Uruguay), Mississippi (USA) und Leuven (Belgien) genannt. In Deutschland gibt es m.E. keine einzige Uni die SAP CM einsetzt. Die Uni Saarland hatte den Einsatz 2000 erwogen, 2001 aber wieder verworfen (siehe dazu den Jahresbericht der Zentralen Verwaltung 2001 der Uni Saarland); mit der TU München läuft ein Pilotprojekt.

Mit der Einführung von SAP CM an der FU Berlin verknüpfen die Verantwortlichen also viele Erwartungen, von denen noch keiner sagen kann, ob und inwieweit sie tatsächlich erfüllt werden können. Damit die Beteiligten wenigstens gut informiert sind ob der Dinge die da anrollen (anrollen sollen), gibt es entsprechende Veranstaltungen. Einer dieser Informationsveranstaltungen zur Einführung von SAP CM durfte ich vor kurzem beiwohnen. Obwohl sie sich eigentlich an Lehrende richtete, konnte man durchaus auch als Studierende(r) ein paar interessante Infos einsacken.

Mit Hilfe einer Präsentation stellten Michael Wilmes, Leiter des „Arbeitsbereichs Controlling IT“ und Dr. Holger Heubner, Leiter des „Teams für Studienstrukturentwickung“, das Projekt Campus Management vor. Der eigentliche „technische Mastermind“ in der Leitung des Projekts, Dr. Dirk Pape, war leider nicht zugegen.

Wilmes/Heubner hoben einige ihnen wichtige Punkte im Vortrag hervor. Dabei fiel auch das Stichwort „akademischer Kalender“: das Modul-Studium setzt einen fließenden, besseren Übergang von einem zum nächsten Semester voraus. So kann in einigen Fällen z.B. die Anmeldung für den zweiten Teil des Moduls erst erfolgen, wenn der Leistungsnachweis im ersten Teil erbracht wurde. Hier soll das Campus Management Hilfestellung leisten, indem es sicherstellt, dass der Studierende sich für den zweiten Teil erst anmelden kann, wenn die Note für den ersten Teil vom Dozenten im System vermekt wurde. Der braucht jetzt auch keine Scheine mehr ausstellen, sondern trägt einfach die Note ein. Der gesamte administrative Prozess soll beschleunigt werden.

Ein Nebeneffekt dieses Systems ist, dass die Abgabefristen für schriftliche Arbeiten verkürzt werden. Mit diesem Szenario beschäftigt sich auch ein SAP-CM-kritischer Artikel in der Studi-Zeitung „FUßnoten“. Bisher war der 31. März bzw. 30. September der Stichtag. In vielen Fällen wurde die Frist von den Dozenten in den April / Oktober oder sogar bis tief ins folgende Semester hinein verlängert. Um den fließenden Übergang im modularisierten Studium zu gewährleisten, sollen schriftliche Arbeiten jetzt bereits in der ersten März bzw. September Woche abgegeben werden. Auch eine Verlängerung der Frist durch einen entsprechenden Deal mit dem Dozenten ist nicht mehr möglich, da einzig das System festlegt, wann der Stichtag ist. So zumindest das „Horrorszenario“ aus studentischer Sicht.

Michael Wilmes betonte, dass das System auch in Zukunft „übersteuerbar“ bleiben soll, das letzte Wort hat demnach der Mensch, nicht die Sofware. Demgegenüber brachte Holger Heubner aber an anderer Stelle ganz klar zum Ausdruck, dass es ein gewollter Effekt des Systems ist, dass Regeln die auf dem Papier verbindlich festgelegt sind (also in der jeweiligen Studien- / Prüfungsordnung) in Zukunft mit Hilfe der Software dann auch wirklich so umgesetzt werden und nicht unter der Hand zwischen Dozent und Student wie bisher irgendwie umgangen oder zumindest großzügiger ausgelegt werden können. Zeitweise erinnerte Wilmes und Heubners Auftritt an eine „good cop, bad cop“-Show, die dann solche doch leicht widersprüchlichen Aussagen produzierte.

Bereits im kommenden Wintersemester sollen sich die Studierenden der BA/MA-Studiengänge über ein Webinterface für ihre Seminare anmelden können.

Eine der anwesenden Dozentinnen fragte an dieser Stelle sofort nach, ob das wirklich nur für BA/MA-Studierende gelten würde. Würde man nämlich gleich alle StudentInnen über dieses neue System managen, so könnte sie eine Obergröße für ihr Seminar festlegen und ein System vom Typ „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ einführen. Alle die nicht schnell genug sind mit dem anmelden, würden rausfallen. Dies wäre wunderbar, weil ihr Seminar dann nicht mehr überfüllt wäre. Leider wurde sie von Wilmes enttäuscht, der erklärte, dass der zusätzliche Aufwand der für die Aufnahme von Studierenden anderer Studiengänge – wie z.B. den frisch modulierten Diplomstudiengängen – anfallen würde, einfach zu groß wäre. Für’s erste bleibt SAP CM Studierenden vorbehalten, die auf BA/MA studieren.

Diese Ausführung führte im Auditorium zu stärkeren Unmutsausbrüchen. Viele Lehrende hatten gehofft, mit dem neuen System auch den ganzen zeitraubenden organisatorischen Aufwand loszusein. Keine Zettelwirtschaft mit zig Anmeldelisten für zig Studiengänge, zig Studienordnungen und zig verschiedenen Leistungsnachweisen mehr. Doch da hatten sie sich geschnitten, das moderne Campus Management bleibt der neuen „Elite“ aus BA- und MA-Studierenden vorbehalten.

Besonders Dr. Graf, anarchosyndikalistischer Altmeister, nahm Heubner und Wilmes in die Mangel. Ob denn dann die Software nicht eine Entscheidung in Richtung einer kompletten Abschaffung des neuen Diploms den Weg ebnen würde. So nach dem Motto, das Diplom ist eh schon so gut wie tot, dann braucht es auch nicht implementiert werden. Und wird es nicht implementiert, nimmt das seine endgültig Abschaffung de facto schon vorweg. Heubner und Wilmes betonten demgegenüber, dass sie nicht darüber entscheiden würden, ob ein Diplom-Studiengang erhalten wird oder nicht, auch habe das nichts mit der Software zu tun. Es wäre wie ausgeführt in näherer Zukunft ganz einfach nicht möglich, auch noch alle Nicht-BA/MA-Studierende in das System aufzunehmen, da der Aufwand bereits jetzt schon kaum zu bewältigen sei.

Eine Kommilitonin fragte nach, ob SAP CM nicht auch die Gefahr eines Missbrauchs bieten würde. Michael Wilmes entgegnete, dass es eine der Stärken von SAP Produkten sei, dass sie über ein sehr solides Berechtigungsmanagement verfügen würden. Man könne sehr detailliert festlegen, wer Zugriff auf welche Daten hat. Berüchtigt wären bei SAP auch die umfassenden Auditing Möglichkeiten. Jeder Schritt im System und damit auch jeder potentielle Fall einer Manipulation würde mitgeloggt, könne im Nachhinein immer nachvollzogen und ggf. rückgängig gemacht werden. Wir lernen, wenn vielleicht auch sonst nichts geht, das Panoptikum steht in jedem Fall.

Sorgen macht Wilmes im Moment mehr die verhältnismäßig schwache Anwendungsfreundlichkeit der Software. Es bestünden hier noch ergonomische Defizite, diese würden aber hoffentlich noch ausgeräumt.

Insgesamt wurde die Messlatte ziemlich hoch gelegt. Das Campus Management soll an HISSOS, SAP HR und an das zentrale Idenity-Management-System (FUDIS) angebunden werden. HISPOS wird nur dort abgelöst, „wo es opportun ist“.

Ab dem 1. Oktober 2005 soll als erstes die Anmeldung für Seminare über eine Website für BA/MA-Studierenden möglich sein, im Februar 2006 sollen dann auch die Webfunktionen für Lehrende bereitstehen. Im Herbst 2005 soll es daher eine „Roadshow durch die Fachbereiche“ geben, wo dann auf weiteren Informationsveranstaltungen die Funktionen des neuen Systems erklärt werden. Die Studierenden die schon ab dem Oktober von den Neuerungen betroffen sind, sollen postalisch kontaktiert und über die neue elektronische Anmeldeform aufgeklärt werden.

Die studentische Skepsis gegenüber dem System ist sicherlich berechtigt, es besteht aber immer noch die realistische Chance, dass sich das Problem ähnlich wie beim „HISPOS Hype“ von allein erledigt, weil die Verantwortlichen das System nicht so hinkriegen, wie es geplant war.

Auch die Presse hat sich dem Thema inzwischen angenommen, es gibt einen Artikel in der jW von Philipp Mattern und zwei weitere von Peter Nowak in der taz und im ND.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.