Archive for Mai 2006

Neues Projekt: FU-Meta-Blog

Mai 24, 2006

Stephan Manske vom DEFO hat unter der Adresse http://fu-blogs.de.vu/ alle studentischen FU Blogs (soweit bekannt) in einem Meta-Blog zusammengefasst. Interessierte finden dort einen Überblick über die letzten Einträge in bis dato sechs verschiedenen Blogs.

Technisch realisiert wurde das Projekt mit dem RSS Aggregator „rawdog“. Die Site kommt in einem schlicht und funktional gehaltenen Design daher, sie konzentriert sich auf das Wesentliche und ist angenehm übersichtlich.

Das Projekt steht ausdrücklich jedem offen. Wer also möchte, dass sein Blog im FU-Meta-Blog mitaufgeführt wird, kann sich an fu-blogs@defo.info wenden. Einzige Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass das Blog eine FU-Relevanz hat. Der Schwerpunkt der Blog-Einträge sollte also auf Entwicklungen an der FU liegen.

4 von 6 konnten sich nicht über das SAP CM anmelden

Mai 18, 2006

Wie berichtet hatte ich Probleme mich für ein Wahlaufbaumodul Internationale Beziehungen anzumelden. Statt der gewünschten IB-Lehrveranstaltungen listete mir das SAP Campus Management nur solche aus dem Bereich „Regionale Politikanalyse“ (RPA). Nach Kontaktierung der CM-Hotline wurde das Problem gelöst. Allerdings verschwanden die falschen Lehrveranstaltungen nicht etwa aus der Auswahl, viel mehr standen mir jetzt sowohl die RPA- als auch die IB-Lehrveranstaltungen in meinem IB-Modul zur Verfügung (siehe Screenshots).

Doch die Zuordnungsprobleme betrafen offensichtlich nicht nur das IB-Modul. Probleme hatten auch Polwiss. Studierende, die sich für die Lehrveranstaltung (LV) „Soziologie des Internets“ anmelden wollten. Die Veranstaltung gehört bei den Soziologen in den Bereich „Spezielle Soziologien“ und dort zu „Kultursoziologie und Historische Anthropologie“. Bei den Politologen wird die Veranstaltung unter „Politische Soziologie“ geführt, ein Unterbereich von „Politische Systeme“.

Wer sich als Polwiss. Studierender also für die LV anmelden wollte, musste sie im Aufbau- oder Wahlaufbaumodul „Politische Systeme“ buchen. Von den sechs teilnehmenden Dip.Pol.-Studierenden gelang dies nur zwei. Nämlich meiner Wenigkeit und noch einem Kommilitonen. Bei den anderen vier wurde die LV einfach nicht im Modul „Politische Systeme“ gelistet, sie konnten sich ergo auch nicht übers CM für die LV anmelden. Wie im letzten Semester mussten sich diese KommilitonInnen über entsprechende Formulare nachträglich anmelden:

„Fehlerhafte Anmeldungen in Campus Management können ab 6.5.06 nur noch über das Studienbüro korrigiert werden (05.05.06). Bei Anmelde-/Abmeldeproblemen zu Modulen und Lehrveranstaltungen bitte hier Anmelde-, bzw. Abmeldeformular runterladen und zu den Sprechzeiten ins Studienbüro bringen (Mo,Mi,Fr 11-13 Uhr).“ (CM-Info-Website des FB PolSoz)

Die anderen 24 TeilnehmerInnen sind keine Dip.Polwiss. Studierende und hatten offenbar keine Anmeldungs-Probleme. Dies mag aber auch daran liegen, dass sie sich wie z.B. die Soziologen gar nicht übers Campus Management anmelden müssen (Liste der CM-Studiengänge).

Der Aussagewert der Zahlen wird also dadurch abgeschwächt, dass von 30 TeilnehmerInnen nur sechs Dip.Polwiss. Studierende sind. Zweitens kann man natürlich nicht von diesem Seminar auf andere schließen. Dennoch bleibt für die sechs Dip.Polwiss. Studierende die zentrale Frage unbeantwortet, warum zwei von ihnen sich anmelden konnten, die anderen vier aber nicht. Anders als noch im letzten Semester scheinen die technischen Fehler völlig willkürlich aufzutreten, es ist kein System erkennbar. Ob die gewünschte LV im ausgewählten Modul gelistet wird oder nicht, ist reine Glückssache. Auch die These, dass es vielleicht etwas damit zu tun hat, ob man die LV in das Aufbau- oder aber in das Wahlaufbaumodul zu buchen versucht, ließ sich nicht erhärten. Die Betroffenen konnten die LV weder im Aufbaumodul noch im Wahlaufbaumodul finden.

Auch im zweiten Semester nach der Einführung des Campus Managements weist das System also noch ärgerliche Macken auf. Ob diese Fehler auftreten, weil bei der Eingabe der Datensätze etwas schief gelaufen ist oder ob die Software selbst diese Probleme produziert, bleibt unklar. Wenn einige Studierende jedoch alle Lehrveranstaltungen korrekt angezeigt bekommen, kann das Problem eigentlich nicht durch eine fehlerhafte Eingabe der Datensätze verursacht worden sein, denn die Veranstaltungen sind ja offenbar vorhanden – es bekommt sie eben nur nicht jeder im entsprechenden Modul angezeigt.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

This is Dr. Greenthumb paging Dubai-Segbers…

Mai 16, 2006

„Wenn man den Fußball zur Professorenarbeit macht, verliert man seine Wurzeln.“

Lothar Matthäus, zitiert in „Hier steh ich nun, ich armes Tor“, Spiegel Online, 15.05.06

MeinProf.de in der Kritik

Mai 15, 2006

Wie unlängst berichtet, bietet das Internetportal MeinProf.de Studierenden die Möglichkeit, ihre DozentInnen bzw. deren Lehrveranstaltungen zu bewerten. Auf seiten der Dozierenden stößt dieses Angebot jedoch nicht nur auf Gegenliebe. So ist die RWTH Aachen mit der Auffoderung an die Website-Betreiber herangetreten, alle Daten die sich auf Dozierende an der RWTH beziehen, umgehend zu löschen, sofern die Dozierenden nicht ausdrücklich ihr Einverständnis erklärt haben. Denn die Verarbeitung personenbezogener Daten, so das Argument, verstößt gegen datenschutzrechtliche Bestimmungen (Bundesdatenschutz-, Hochschul- und Teledienstegesetz).

Die Macher von MeinProf.de sind dieser Aufforderung unter Vorbehalt erst einmal nachgekommen, denken jedoch trotzdem, dass sie sich im Recht befinden. Ein Gutachten des Bremer Rechtsanwalts Lambert Grosskopf stützt diese Position. In einem Spiegel Online Artikel heißt es:

„[…] Bei Meinprof.de handele es sich um ein Meinungsforum; die Werturteile dort seien ‚vom Grundrecht der Meinungsfreiheit gedeckt‘. Das gelte auch für die ‚öffentliche Evaluation von Lehrveranstaltungen und Lehrenden‘, solange in den Kommentaren ‚keine Formalbeleidigung enthalten sind oder sie die Menschenwürde nicht verletzen oder keine reine Schmähkritik darstellen‘.

Komplizierter ist der Umgang mit den Daten. Meinprof.de nennt die Dozenten mit den Kategorien ‚Name‘, ‚Titel‘ und ‚Schwerpunkt‘ (gemeint ist das universitäre Fach). Die Verarbeitung personenbezogener Daten verbietet das Datenschutzgesetz eigentlich. Doch bei Meinprof.de ist die Lage laut Grosskopf anders: Die Daten sind frei zugänglich – jeder kann sich die Vorlesungsverzeichnisse der Hochschulen gedruckt oder im Internet ansehen. Zudem, so der Anwalt, sei bei Staatsbediensteten zu unterscheiden, ob ’sie als Privatpersonen oder als Amtswalter durch Veröffentlichung von Daten betroffen sind‘.

‚Die Speicherung und Übermittlung ist von dem Betroffenen hinzunehmen, wenn der Zweck, zu dem die Speicherung und Übermittlung erfolgt, mit der Belastung des Selbstbestimmungsrechts zu vereinbaren ist‘, schreibt Grosskopf weiter. Die Allgemeinheit habe ein nicht zu leugnendes Interesse, ’sich über die Qualität des Lehrangebotes an einer Hochschule zu informieren‘ […]“

Die Frage ist, ob die entsprechenden ProfessorInnen tatsächlich die Sorge um ihre Daten umtreibt oder ob es nicht doch eher so ist, dass sie es nicht gern sehen, wenn ihre Lehrveranstaltung kritisch betrachtet werden. Die bewertenden StudentInnen lassen es jedenfalls nicht an Deutlichkeit missen, wenn sie mit einem Dozierenden unzufrieden sind und das dann entsprechend dokumentieren. Umgekehrt gibt es aber natürlich Fälle von Dozierenden die besonders beliebt sind und gute Ergebnisse erhalten.

Zentrales Problem des Ansatzes bleibt jedoch der Aussagewert der Daten. Der Aufbau des Portals lässt es zu, dass die Ergebnisse manipuliert werden können. Ein einzelner wütender Studierender kann das Ergebnis in eine negative Richtung drücken, indem er sich mehrere Benutzer-Konten anlegt und so gleich mehrere Bewertungen abgibt. Solche Manipulationsversuche habe es schon gegeben, räumte MeinProf.de-Mitgründer Thomas Kaschwig gegenüber Spiegel Online ein. Aber auch die umgekehrte Variante sei schon zu beobachten gewesen: Professoren-Hiwis hätten versucht ihren Chef hochzujubeln.

MeinProf.de versucht dem entgegenzuwirken. So werden Ergebnisse zu Lehrveranstaltungen z.B. inzwischen erst ab fünf Bewertungen ausgegeben, weil darunter der Aussagewert einfach zu gering ist. Ferner ist geplant, dass die Dozierenden zukünftig Passwortlisten in ihren Lehrveranstaltungen verteilen können, um sicherzustellen, dass nur echte TeilnehmerInnen bei der Bewertung mitmachen. Ein derartiges Konzept würde aber eine Kooperationsbereitschaft des jeweiligen Dozierenden voraussetzen. Wenn der sich nicht bewerten lassen will, gibt er einfach keine Passwortlisten aus. Und wird er dann trotzdem bewertet, stellt sich wieder das alte Problem, dass die Erhebung nicht verlässlich ist.

Grundsätzliche Probleme die sich bei Erhebungen durch Internet-Umfragen immer stellen, wird auch MeinProf.de nie ganz ausräumen können. Es bleibt dennoch zu hoffen, dass die Website nicht gleich wieder in der Versenkung verschwindet, denn die Aufregung die um dieses Portal herum entstanden ist, macht auch deutlich, dass es offenbar noch Defizite bei der Evaluation von Lehrveranstaltungen gibt. Die Universitäten evaluieren zwar auch selbst, aber von den Ergebnissen erfahren Studierende in der Regel nichts.

Die FU Berlin plant den Einsatz von RFID

Mai 14, 2006

Der AStA berichtet in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung, dass die Einführung von RFID-Chipkarten zur Zutrittskontrolle für Gebäude und Räume an der FU kurz vor der Umsetzung steht:

„Die beim Einsatz der Technik zwangsläufig entstehenden Datenspuren von Studierenden und MitarbeiterInnen ermöglichen eine umfangreiche Überwachung und Kontrolle – bis hin zur elektronischen Anwesenheitsüberprüfung und Erstellung von Bewegungsprofilen.

[…] Der AStA befürchtet zudem, dass der Einsatz von Chipkarten als Zutrittsberechtigung zu Gebäuden und Räumen zukünftig dazu genutzt werden könnte, bestimmte Angebote nur noch einem Teil der Studierenden zur Verfügung zu stellen, wodurch Wissen monopolisiert, statt breiten Teilen der Gesellschaft der Zugang dazu ermöglicht würde“

Man ist der orwell’schen Überwachungsuniversität also wieder ein Stück näher gekommen. Der digitalisierte Studierende kann nur noch an der Lehrveranstaltung teilnehmen, wenn das System ihn als anwesenheitsberechtigt erkennt. Und wenn das der Fall ist, dann passt das System auf, dass er auch wirklich immer anwesend ist.

Auch diese „Innovation“ wurde natürlich mal wieder durch die Hintertür eingeführt. Der AStA schreibt von der bevorstehenden Einführung erst kürzlich und zufällig erfahren zu haben. „Die Universitätsleitung hat die Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung bisher nicht über das Projekt informiert. Wichtige Entscheidungen werden im stillen Kämmerlein getroffen und den Gremien höchstens noch zum Abnicken vorgelegt.“ (Jenny Simon, Hochschulpolitische Referentin des AStA).

Zudem dürfte eine flächendeckende Einführung von RFID nicht ganz billig sein. Aber wir haben’s ja… spätestens wenn dann im nächsten Schritt die Studiengebühren kommen.

Update 15.05.06

Ronny hat beim Datenschutzbeauftragten um Auskunft gebeten und die Antwort im LHG Blog veröffentlicht. Nicht mal der weiß aber zur Zeit genaues.

Geben Sie Olga wieder frei!

Mai 10, 2006

Das „Projekt Campus Management“ stellt Lehrenden seit neustem drei interaktive Flash-Animationen zur Verfügung bei denen die Dozierenden auch selbst den Umgang mit dem neuen System üben können. Die Funktionen „Vertretung“, „Teilnahme“ und „Noteneingabe“ werden ausführlich dokumentiert.

„Ordnen Sie sich nun Olga zu“

Bei der Noteneingabe muss der Lehrende zunächst leisten, was eigentlich auch der Studierende zu Beginn des Semesters selbst festlegen sollte, nämlich um welchen Typ von Prüfungsform (Klausur, Hausarbeit) es geht. Damit nicht genug, „ggf.“ muss der Dozierende auch den Titel von jeder Hausarbeit eingeben. Absolutes Highlight ist jedoch die Option „Prüfling abgeben“, falls der Dozierende sich dem „Prüfling“ versehentlich zugeordnet hat. Sprachlich verkommt der Studierende so endgültig zur Ware, die der Dozierende erwirbt oder eben wieder „abgibt“. Beim Sichern hat der Dozierende die Wahl zwischen „Vorläufig sichern“ und „definitiv sichern“. Bei letzterer Variante kann er/sie dann selbst nichts mehr ändern, hier hilft bei einer versehentlichen Falscheingabe dann nur noch das Prüfungsbüro.

„Sie bemerken erst jetzt, dass Sie sich Quinta fälschlicherweise zugeordnet haben. Geben Sie sie wieder frei“

Bei der Teilnahme wird zwischen „Aktiver Teilnahme“ und „Regelmässiger Teilnahme“ unterschieden. So kann einem Studierenden theoretisch die regelmässige Teilnahme bescheinigt werden, aber nicht die aktive (und vice versa). Natürlich muss er/sie beide Kriterien erfüllen, um die entsprechenden Leistungspunkte für das jeweilige Modul zu bekommen. Auch hier wird in der interaktiven Flash-Animation betont, dass nach dem endgültigen Sichern der Daten keine Änderungen mehr möglich sind. Und zwar mit folgender Begründung:

„Die von Ihnen freigegeben Eingaben erscheinen nun ausgegraut und können von Ihnen nicht mehr verändert werden, da sie von der/dem jeweiligen über ihre Weboberfläche bereits eingesehen werden können.“

Es wird also suggeriert, der Studierende könne die Noten / die Teilnahmebescheinigung sofort einsehen, nachdem der Dozierende sie endgültig gespeichert hat. Die Praxis sieht wohl zur Zeit noch etwas anders aus. Tatsächlich scheint überhaupt niemand einmal eingegebene Daten einsehen zu können. Ronny beschrieb als Kommentar in einem anderen Eintrag in diesem Blog unlängst folgendes Szenario:

„Wenn ich Daphne Stelter vom Prüfungsbüro im Colloquium von Zeuner richtig verstanden habe, konnten weder Dozent/inn/en noch das Prüfungsbüro die eingetragenen Noten einsehen. Das deckt sich mit der Aussage von Claudio Franzius, das eine Kollegin alle Noten eingetragen habe und nach dem Speichern alles verschwunden sei (weshalb ich von ihm einen Papier-Schein erhalten habe). Frau Stelter hat allen, die sich in sehr naher Zukunft zum Diplom anmelden, ihre Scheine noch in alter Form geben zu lassen. Schöne heile Welt der Online-Verwaltung…“

Kein Einzelfall, auch andere DozentInnen sollen festgestellt haben, dass ihre Eingaben nach dem Speichern schlicht weg verschwunden waren. Denn selbst wenn die Daten nicht mehr zu ändern sind, müsste sie der jeweilige Dozierende doch zumindest noch einesehen können. Wenn nun aber weder Dozierende, noch Studierende und nicht mal die so genannten „Key-User“ im Prüfungsbüro die eingegeben Noten einsehen können, dann vielleicht ganz einfach deshalb, weil diese nie wirklich erfasst wurden, sondern mit dem Abspeichern im virtuellen Nirvana verschwunden sind. In jedem Fall ist aber die Ansage, dass die StudentInnen ihre Ergebnisse unmittelbar nach der Eingabe durch die Lehrenden einsehen können, reines Wunschdenken.

„Das war nicht richtig.“

Während die Bestätigungen aus dem letzten Semester noch auf sich warten lassen, wird die Dozentenschaft schon für Höheres ausgebildet. So erlaubt ihnen eine dritte Funktion innerhalb des Campus Managements, VertreterInnen festzulegen. In der entsprechenden Flash-Animation, durch die der/die interessierte DozentIn mit Zuspruch („Genau!“ „Sehr gut!“) und Tadel („Das war nicht richtig“) gelotst wird, erfährt man dass es sowohl für die Teilnahmedokumentation als auch die Noteneingabe eine Vertretungsoption gibt.

Selbstredend ist es nicht der Studierende, der sich im Seminar von jemandem vertreten lassen kann, sondern nur der Dozierende, dem der ganze Eingabe-Proporz zu viel wird und der dann kurzerhand einen Kollegen / eine Kollegin bittet, dies zu erledigen. Vermutlich wird dies die CM-Lieblingsfunktion der Dozierenden.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Der bloggende OSI-Nachwuchs

Mai 9, 2006

Was treibt eigentlich der bloggende OSI-Nachwuchs?

http://osiclub.spaces.live.com/ Ob diese Erstis bei der Namensgebung für ihren Blog wussten, dass es schon einen OSICLUB gibt (es finden sich keine Hinweise auf eine Anspielung)? Jedenfalls lernen wir, was der Ersti so bei Riedmüller in der Einführungsvorlesung treibt. An anderer Stelle heißt es dazu ergänzend:

„Hey Leute, wird zeit, dass ich mich endlich mal in euer reges Diskussionsforum einmische, meinen Senf zu dem Foto von mir abgebe (so siehts halt aus bei Riedmüller) und mich nochmal tierisch über Vorlesungsseminare aufrege, die dem Anspruch des OSI als Elitefakultät das Fundament völlig entziehen.“

Was? Das OSI als „Elitefakultät“? Himmel, was wird den jungen Leuten denn heute bloß übers OSI erzählt. Durchhaltevermögen scheinen sie jedenfalls keines zu haben, der Blog endet nach knapp einem Semester im Januar.

http://beinberlin.blogspot.com/ Bei „Koch vs. Döring“ hat man sich viel vorgenommen: „Egal ob es um weltbewegende Themen geht, wie den Iran-Konflikt oder das Campus-Management, wir werden dazu sagen, was niemand anderes zu sagen wagte…“. Leider nur vier Einträge lang, danach war auch hier erst mal wieder Schluss.

Der autistische PC-Pool

Mai 7, 2006

Während der Campus mit WLAN hochgerüstet wird, verschwinden PC-Pools langsam aus der Uni. Je mehr Studierende mit ihrem eigenen Notebook via WLAN ins Netz können, desto weniger brauchen sie Räumlichkeiten mit PCs und stationären Internetzugängen. Dieses Konzept setzt freilich voraus, dass Studierende die finanziellen Ressourcen besitzen sich ein immer noch vergleichsweise teures Notebook anzuschaffen.

Natürlich kann man PC-Pools nicht ganz abschaffen, da es einige Lehrveranstaltungs-Angebote gibt, die einen Zugang zu einem PC-/Internet-Arbeitsplatz zwingend voraussetzen. So wäre es z.B. schwer Studierende im Umgang mit SPSS zu schulen, wenn die TeilnehmerInnen nicht gleich vor Ort das Erlernte umsetzen können.

Dennoch steht Studierenden an der FU für OSI, OEI und IfS nur noch ein einziger PC-Pool zur Verfügung. Diesen können die StudentInnen aber auch nicht frei nutzen, er steht nur noch für Lehrveranstaltungen bereit. Man kann den Pool also nicht nutzen, um zwischen zwei Lehrveranstaltungen kurz Emails abzufragen oder mal in einer längeren Pause etwas zu Papier zu bringen und auszudrucken.

Während der Nutzung des Pools im Zuge einer Lehrveranstaltung ist dann aber nicht mal die Kommunikation der SeminarteilnehmerInnen untereinander über das Intranet möglich. Jeglicher Verbindungsaufbau zwischen zwei Pool-Rechnern wird unterbunden egal ob Remote Desktop, Nachrichtendienst oder Telnet, nichts geht.

Eine solch rigide Rechtevergabe mag sich aus Sicherheitserwägungen herleiten. Trotzdem wäre es dann nützlich irgend eine Messenger Software auf den PCs vorzufinden, die eine Live-Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen ermöglicht. Es geht doch nur darum, dass wenn jemand z.B. eine URL herausgesucht hat, er diese den anderen TeilnehmerInnen schnell übermitteln kann. Momentan läuft das so, dass die Adresse den anderen TeilnehmerInnen quer durch den Raum buchstabiert werden muss oder an die Tafel geschrieben wird, was insbesondere bei längeren URLs ziemlich lästig ist.

Es entsteht so die absurde Situation, dass obgleich alle Anwesenden miteinander vernetzt sind, man doch nicht auf virtuellem Weg direkt miteinander kommunizieren kann; eine Art „Autismus“ im PC-Pool.

Möglich wäre natürlich, dass alle sich über das Webfrontend ihres Email-Providers in ihren jeweiligen Mail-Account einloggen und man dann den Link an alle via Email versendet. Ein ungelenkes Verfahren, einfacher wäre die Kommunikation über einen Instant Messenger. Denkbar wäre z.B. der Einsatz eines speziell für den LAN-Betrieb konzipierten Messengers wie Lotus Sametime oder Softros. Man könnte es natürlich auch einfach über Jabber laufen lassen.

Hoffnung gibt die Tatsache, dass es z.B. möglich ist Firefox zu installieren, obwohl man als einfacher Nutzer formal gar keine Rechte hat, Software zu installieren. Firefox braucht wenig um in Gang zu kommen, es werden zwar Admin-Rechte empfohlen, tatsächlich muss man lediglich ein Laufwerk angeben für das man eine Schreiberlaubnis hat (Netzwerklaufwerk) und schon kommt der Installationsprozess durch und Firefox lässt sich anschließend problemlos starten (offenbar ist also das System doch nicht ganz abgeriegelt). Vielleicht ist es also auch möglich selber einen Instant Messenger aufzusetzen. Selbst wenn er sich installieren ließe, würde er aber vermutlich anders als Firefox nicht laufen.

Update 17.05.06

Heute habe ich mit Miranda endlich einen Messenger erfolgreich installieren und starten können, nachdem die Standard-Messenger sich wegen mangelnder Admin-Rechte nicht mal installieren ließen. Allerdings kann immer nur eine Person das Programm ausführen, bringt also auch nicht viel. Wie ich dann feststellen musste, hätte ich mir das Ganze auch sparen können, es scheint auf jedem System ein Windows Messenger draufzusein. Da der nicht im Menu auftauchte und ich über den Arbeitsplatz keinen Zugriff auf C: habe (da liegt er im Programme-Ordner), war ich davon ausgegangen, er wäre aus dem System gekickt. Probier ich nächste Woche mal aus (der Passport-Account muss dem Windows-Benutzerkonto zuzuweisen sein, dafür sollten die vorhandenen Rechte noch reichen).

Mein nächstes Projekt ist eine Linux-Distribution. Da ich natürlich kein Linux-System draufziehen kann, suche ich nach einer Distri, die man auch innerhalb von Windows starten kann (ohne Boot-CD, ohne eigene Partition, etc.). Da sowas normalerweise nicht so wahnsinnig viel Sinn macht, gibt es da auch nicht so viel Auswahl. Aber mit WinLinux, Damn Small Linux (DSL) (embedded edition) und DragonLinux habe ich schon drei potentielle Kandidaten.

Ajax – Für SAP nur ein Haushaltsreiniger?

Mai 5, 2006

Heute läuft die An- und Abmeldefrist für Module im Campus Management aus. Unterm Strich lief das Prozedere weniger chaotisch ab als noch im letzten Semester, als das System eingeführt wurde. Wie exemplarisch am Fall von falsch zugewiesenen Lehrveranstaltungen verdeutlicht, zickt das System allerdings immer noch rum und produziert teilweise absurde Ergebnisse (z.B. „Misch-Module“, in denen sich neben den richtig zugewiesenen Lehrveranstaltungen auch solche aus einem ganz anderen Modul wiederfinden).

„Bahnbrechende“ Fortschritte – im Vergleich zum letzten Semester

Der „bahnbrechende“ Fortschritt gegenüber dem letzten Semester besteht darin, dass sich die StudentInnen nun auch von einzelnen Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls wieder abmelden konnten und nicht nur vom kompletten Modul. Dieses Problem hatte im letzten Semester noch zu einem enorm hohen bürokratischen Aufwand geführt, da Änderungswünsche nur auf konventionellem Weg per Zettel vorgebracht werden konnten. Zweitens wurden An- und Abmelde-Zeitraum zusammengelegt, im letzten Semester gab es zunächst einen Anmelde-Zeitraum und danach einen für die Abmeldung, in dem man sich dann aber nicht mehr für alternative Module / Lehrveranstaltungen anmelden konnte.

Drittens ist eine Ausdehnung des Anmeldezeitraums bis zum Ende der dritten Vorlesungswoche moderat. Zwischenzeitlich wurde bekanntlich angedacht, die Anmeldung auf einen Zeitraum noch vor Beginn der Vorlesungszeit zu begrenzen, also ohne die Möglichkeit die Lehrveranstaltungen vor der verbindlichen Anmeldung zu „testen“. Heute gilt dies nur noch für Veranstaltungen mit Teilnehmerbeschränkung (oder „Platzbeschränkung“ wie es im Jargon des CM-Projektteams heißt). Auf selbige Veranstaltungen beschränkte sich dann auch das „Präferenz-Karussell“. Wirklich häßlich wird dieses überarbeitete System erst mit einer Zunahme der teilnehmerbeschränkten Veranstaltungen.

Anmeldung in Zeitlupe

Was nach wie vor nervt, ist das Schneckentempo in dem sich das System bewegt. Bei der Anmeldung eines neuen Moduls konnte es schon mal knapp eine Minute dauern, bis sich die entsprechende Seite mit den auswählbaren Modulen aufbaute. Dann noch mal solange bis die Lehrveranstaltungen für das gewünschte Modul gelistet wurden und dann noch mal etliche Sekunden bis die Auswahl bestätigt wird. Immerhin gab es aber statt der Fehlermeldung wegen Server-Überlastung im letzten Semester diesmal ein nettes orange-farbenes Schildchen mit dem Hinweis sich zu gedulden. Und der leiderfahrene Studierende ist ja schon glücklich, wenn es überhaupt geht.

Dennoch sind 40 oder 50 Sekunden um von einer Seite auf die andere zu kommen einfach zu viel. Der Zeitraum ist deutlich länger, als er sich liest. Ein Internet-Shop-Betreiber, der es seinen Kunden zumutet, dass sie eine knappe Minute warten müssen, um von einer Eingabe-Maske zur nächsten zu kommen, würde jedenfalls nicht weit kommen. Man wird einfach das Gefühl nicht los, dass AJAX für SAP nur ein Haushaltsreiniger ist. Nicht von ungefähr attestieren KommilitonInnen aus der Informatik SAP CM einen urzeitlichen Aufbau.

Von „D. pol. Ök. v. Ref. proz. in M.-&Osteur.“ bis zu „Reg. Integr. a. Probl. f. d. intern. Bez.“

Von der archaischen Struktur des Systems kündet auch die Zeichenbegrenzung der Lehrveranstaltungs-Titel, welche dadurch oft völlig unleserlich werden. Natürlich kann man i.d.R. immer herleiten, was dieses Abkürzungs-Kauderwelsch heißen soll, dennoch muss man sich beim Durchsehen der Liste an die Lehrveranstaltungsnummer halten, um möglichst schnell fündig zu werden (wobei es hier wiederum praktisch wäre, wenn die Liste numerisch geordnet ausgegeben würde, was wie gesehen auch nicht der Fall ist). Schöner wäre es, wenn alle Veranstaltungen leserlich wären und man so schneller finde könnte was man sucht.

Dubai-Segbers – Knockout durchs Campus Management?

Seit März können sich auch die Lehrenden ins Campus Managment einloggen, um den Studierenden ihre Leistungsnachweise aus dem vergangenen Semester zu bescheinigen. Inwieweit das funktioniert hat oder ob es auch hier Pannen gab, ist noch unklar. Es gibt Hinweise darauf, dass auch hier nicht alles einwandfrei lief.

So lautete die erste Geschichte, die ich am Dienstag nach Ostern (Beginn der Vorlesungszeit) in einem Seminar von einem Kommilitonen mitbekam, dass Dubai-Segbers und seine Truppe daran gescheitert sein sollen, Noten ins System einzutragen (bzw. die Teilnahme zu bestätigen). Offenbar war das kühne Unterfangen, alle Leistungen aus allen Lehrveranstaltungen die Dubai-Segbers und seine Mitarbeiter im vergangenen Semester angeboten hatten auf einen Schlag ins System einzutragen – unmittelbar vor Beginn des neuen Semesters (der Vorlesungszeit). Vielleicht haben sie es erst mal auch nur mit einer Lehrveranstaltung versucht – jedenfalls scheiterten sie der Geschichte zufolge kläglich, weil das System streikte.

Ausgabe der Leistungsbescheinigung hakt

Diese Geschichte ist nicht verifiziert, ob es wirklich Probleme gab und wenn ja, ob sie sich über mehrere Tage hinzogen oder nur den einen Tag betrafen, bleibt ungewiß. Nur warum sollte das System auf seiten der Lehrenden einwandfrei laufen, wenn es doch auf seiten der Studierenden immer wieder Macken hat? Auf der CM-Infoseite des FB PolSoz heißt es zudem:

„Die Sicht auf die von den DozentInnen frei gegebenen Noten und Teilnahmebestätigungen ist z.Zt. noch nicht möglich und wird erst in einigen Tagen möglich sein.“ (Stand: 20.04.06)

Offenbar konnten die Dozierenden also bereits Noten und Teilnahmebestätigungen eingeben, die Studierenden können diese aber noch nicht abrufen. Da diese Verzögerung vermutlich nicht geplant war, muss man davon ausgehen, dass das System auch hier noch etwas buggy läuft.

Fazit

Gegenüber dem letzten Semester wurde das System technisch wie strukturell verbessert, unklar bleibt aber wie viele Leute unter den auch in diesem Semester aufgetretenen Macken (wie z.B. der falschen Zuordnung von Lehrveranstaltungen) zu leiden hatten. Betroffene kontaktieren die Hotline, die dann entweder in der Lage ist zu helfen oder nicht. Es liegen jedoch keine Zahlen vor, wie viele Studierende sich an die Hotline wenden mussten und wie viele Probleme es insgesamt gab. Dadurch bleiben es „individuelle Einzelschicksale“, das volle Ausmaß der technischen Unzulänglichkeiten des Systems wird offensichtlich nicht publik.

Von den rein technischen Problemen abgesehen stellt sich weiterhin die Frage, wie das Campus Management insgesamt in den studentischen Uni-Alltag eingreift, wie es als Instrument zur Durchsetzung eines aus studentischer Sicht negativen Reglements verwendet wird. Ein Urteil über diese Entwicklungen lässt sich vermutlich erst nach dem dritten oder vierten Semester mit Campus Management fällen. Dann sollte es möglich sein im Rückblick erste Langzeit-Auswirkungen des Systems zu belegen.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.