Archive for the ‘Dieter Lenzen Fanclub’ Category

Dieter Lenzen Fanclub gibt Interviews

Januar 30, 2009

Totgeglaubte leben länger, nachdem man schon seit geraumer Zeit nichts mehr vom Dieter Lenzen Fanclub (DLFC) gehört hatte, machte er unlängst zumindest mit Interviews wieder auf sich aufmerksam. Ende letzten Jahres erschien eines im studentischen Magazin „BUS“, vor zwei Tagen dann ein weiteres im Süddeutschen Magazin jetzt.de.

Jenes bei jetzt.de ist etwas länger, essentiell Neues erfährt man allerdings auch hier nicht. Dass der DLFC zur Zeit von Eingewecktem lebt – die letzten spektakuläreren Auftritte gab es im Jahr 2007 – findet dagegen natürlich keine Erwähnung. Die Interviewerin stellt den Club einleitend gar mit den Yes Men in eine Reihe, was diesen natürlich adelt, dann aber doch etwas überzogen wirkt.

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Studierende antworten auf Immafeier-Sicherheitswahn mit Alternativveranstaltung

Oktober 30, 2008

Es gibt – mal wieder – Zoff um die Immatrikulationsfeier. Anlass sind diesmal die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen, die damit begründet werden, dass der Gastredner kein geringerer als Bundespräsident Horst Köhler ist.

Obwohl sich die Immatrikulationsfeier natürlich schon immer primär an die Erstsemester gerichtet hat, schafften es bisher auch immer noch Studierende die bereits länger dabei sind in die Veranstaltung. Dies soll in diesem Semester jedoch ausgeschlossen werden.

Wesentlich schwerwiegender ist allerdings eine weitere Einschränkung: Teilnahmewillige Erstis müssen ihre Personalien im Vorfeld vom Bundespräsidialamt überprüfen lassen. Zu diesen persönlichen Angaben gehören auch die Emailadressen und die privaten Telefonnummern der Geladenen. Wozu diese das Bundespräsidialamt braucht ist ebenso unklar, wie die Antwort auf die Frage, was mit den eingesammelten Daten nach der Veranstaltung passiert. Wo und wie lange werden sie gespeichert?

Nicht nur viele Studierende finden diesen Sicherheitswahn übertrieben, auch die Datenschutzbeauftragte der FU, Frau Pahlen-Brandt, sieht laut AStA in diesem Vorgehen „mehrere rechtlich bedenkliche Fehler, die noch geprüft werden müssen“ („Vielfältige Proteste und Horst Köhler werden erwartet“, AStA FU, 15.10.08). Der AStA fasst zusammen:

„Die Immatrikulationsfeier war seit Jahrzehnten eine öffentliche Veranstaltung an der alle Studierenden teilnehmen konnten. Ab diesem Jahr wird sie zu einer geschlossenen Feier, an der nur geladene Gäste nach eingehender Überprüfung teilnehmen dürfen. Somit wird hier ein öffentlicher Raum durch einen autoritären Akt der Zensur vernichtet.“ („Vielfältige Proteste und Horst Köhler werden erwartet“, AStA FU, 15.10.08)

Dem AStA (und nicht nur dem) drängt sich der Verdacht auf, diese neuen Maßnahmen könnten auch damit etwas zu tun haben, dass die Immafeiern in der Vergangenheit immer wieder durch einige Studierende „gestört“ wurden, die der aalglatten Selbstbeweihräucherung der FU etwas entgegensetzen wollten. So war es im letzten Jahr der inzwischen legendäre „Dieter Lenzen Fanclub“ (DLFC) der die Feier sprengte und dafür sorgte, dass Lenzen entnervt den Henry Ford Bau verließ (siehe „Lenzen Fans sprengen Immatrikulationsfeier“).

Dass diese massiven Sicherheitsmaßnahmen ihren Ursprung in Wahrheit im FU-Präsidium hatten, scheint indes etwas weit hergeholt. Vermutlich hat die FU durch das Bundespräsidialamt Sicherheits-Auflagen erhalten, die als Bedingung für einen Auftritt Köhlers gelten. Um das zu verifizieren müsste man sich ansehen, ob es ein solches Trara wirklich überall gibt, wo Köhler einen Auftritt vor einem etwas größeren Publikum hat.

Die ausdrückliche Beschränkung auf Erstsemester kann dagegen wirklich nur so erklärt werden, dass man von Studierenden höheren Semesters eher – ungefährliche aber als despektierlich betrachtete – „Störaktionen“ erwartet. Die Vorstellung, dass selbst der Bundespräsident an der FU nicht zu Wort kommen könnte, da es zu viele Zwischenrufe oder andere Aktionen gibt, hat den Verantwortlichen in der FU-Administration vermutlich den Angstsschweiß aus den Poren getrieben.

Ob nun die Initiative für diese neuen, restriktiven Zugangsbeschränkungen von der FU selbst ausging oder sie sich einfach nur dem Diktat des Bundespräsidialamtes beugen musste (um Köhler als Redner zu gewinnen) – ungelegen kam das Ganze dem auf Schöner-Schein bedachten FU Präsidium jedenfalls wohl kaum.

Einige KommilitonInnen wollen sich das nicht gefallen lassen. Während der AStA rechtliche Schritte gegen das Sicherheits- und Datenerhebungs-Prozedere prüft, rufen sie schon mal zu einer Alternativveranstaltung auf:

„Wozu es Informationen gibt, sind Protestaktionen: Studierende höherer Semester und ‚Erstis‘, die keine Lust auf bespitzelt-werden hatten, haben eine Alternativveranstaltung angemeldet. Die Polizei verlegte die Kundgebung zwar vom gewünschten Platz vor dem Denkmal an die Ecke Garystraße/Boltzmannstraße; doch auch hier können wir zeigen, dass wir lieber unsere eigene Imma-Feier veranstalten, als Lenzens Selbstbeweihräucherung zuzuhören und uns vom BKA ausspähen zu lassen.“ („Ein wenig Werbung…“, FSI OSI Blog, 29.10.08)

Diese „alternative Immafeier“ soll parallel zu der „echten“ stattfinden. Interessierte sollten sich daher am nächsten Mittwoch (05.11.) ab 9 Uhr an der Kreuzung Garystraße / Boltzmannstraße (zwischen Henry-Ford-Bau und wirtschaftswissenschaftlicher Fakultät) einfinden. Mit Musik, Redebeiträgen, Getränken und vielleicht auch VoKü soll dort ein Zeichen gesetzt werden, „dass dies auch unsere Uni ist“ (ebd.).

Widerstand gegen Abwertung der Ideengeschichte am OSI

Juni 15, 2008

Auch nachdem der Fachbereichsrat (FBR) unlängst den neuen Strukturplan des OSI Institutsrats (IR) bewilligt hat (siehe: „Fachbereichsrat bewilligt neuen Strukturplan“), der vorsieht die W3-Professur für Ideengeschichte nicht neu zu besetzen sondern in eine Juniorprofessur umzuwandeln, geben sich die Gegner dieser Neuausrichtung nicht geschlagen.

Jetzt hat sich auch die „Sektion für Politische Theorie und Ideengeschichte“ der „Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft“ (DVPW) in einem offenen Brief an FU-Präsident Lenzen, Fachbereichsdekanin Riedmüller und Institutsdirektor Massing zu Wort gemeldet.

Die VerfasserInnen warnen in ihrem Brief vor den negativen Konsequenzen, die eine solche Abwertung der Ideengeschichte am OSI hätte:

„(…) Mit der Abwertung der Stelle zur Juniorprofessur wird die ideengeschichtliche Grundlagenforschung, von der die Teilgebiete in ihrer Produktivität zehren, von einer zentralen und identitätsprägenden zu einer Randdisziplin der Politikwissenschaft heruntergestuft. Solche Richtungsentscheidungen betreffen das Selbstverständnis der Politikwissenschaft bundesweit und betreffen daher alle Fachkolleginnen und –kollegen. (…)

(…) Ein stark im Bereich der Governance und der Globalisierungs-Forschung engagiertes Institut läuft Gefahr, sich mit dem Verzicht auf selbständige ideengeschichtliche Forschung auch in Bezug auf kosmopolitische und interkulturell vergleichende Ansätze eines kritischen Potentials zu berauben.

In den führenden britischen und U.S.-amerikanischen Departments für Politikwissenschaft ist die Notwendigkeit einer starken Repräsentation der Politischen Theorie und Ideengeschichte längst anerkannt; sie sollte hierzulande eine Selbstverständlichkeit sein. (…)“ (Offener Brief der DVPW an Lenzen, Riedmüller und Massing, 12.06.08)

Dass sich die EntscheidungsträgerInnen ernsthaft von einem offenen Brief der DVPW beeindrucken lassen, erscheint jedoch sehr unwahrscheinlich. Dennoch macht der Schrieb zumindest deutlich, wie umstritten das Vorgehen von IR und FBR innerhalb der politikwissenschaftlichen Disziplin ist.

Am kommenden Mittwoch (18.06.) ist um 18 Uhr eine Podiumsdisskussion angesetzt, auf der die Frage „Wozu Politikwissenschaft“ im Kontext der neuen IB-Professuren und der abgewerteten Professur Ideengeschichte thematisiert werden soll. Wo diese Veranstaltung stattfinden soll, wer die Veranstalter und wer die TeilnehmerInnen auf dem Podium sein sollen, ist allerdings noch unklar. Es gibt dazu bisher keine Pressemitteilung, keinen (sichtbaren) Flyer, kein sonstiges offizielles Announcement.

Sicher scheint nur, dass der legendäre „Dieter Lenzen Fanclub“ (DLFC) die Veranstaltung für eines seiner nicht minder legendären Comebacks nutzen möchte. Bereits vor der eigentlichen Podiumsdiskussion will er dafür eine Aktion starten, die einmal mehr die Weisheit und Erhabenheit von FU Präsident Lenzen preisen soll.

Ist diese phantomhafte Podiumsdiskussion also am Ende nur eine Erfindung des DLFC? Oder findet sie wirklich statt und man hat nur vergessen, in einem breiteren Umfang dafür zu werben? Interessant ist auch, dass zeitgleich im Roten Café die nächste Fako-Sitzung stattfinden soll. Ist das Fako-Treffen also identisch mit der „Podiumsdiskussion“ oder gab es hier eine Planungspanne? Beide Veranstaltungen parallel stattfinden zu lassen, erscheint zumindest ungünstig.

Update 17.06.08

Die Veranstaltung wurde auf kommenden Dienstag (24.06.), 18 Uhr im Hörsaal A des Henry-Ford-Baus verschoben.

Vollversammlung erklärt nächstes Semester zum Protestsemester

Februar 1, 2008

Der Hörsaal 1a war gut gefüllt auf der gestrigen Vollversammlung (VV), insgesamt wollen KommilitonInnen zwischen 300 und 400 Personen ausgemacht haben. Ob die Zahl stimmt sei dahingestellt, voll war es auf jeden Fall und das Feedback sehr stark.

Nachdem es am Vormittag schon zahlreiche Aktionen gegeben hatte, wie etwa „Elitekicken“ mit überdimensionierten Fußbällen, startete die Vollversammlung um 14:15 mit dem Einzug des Dieter Lenzen Fanclubs (DLFC). Es gab eine kleine Theateraufführung bei der der DLFC – unter Buhrufen aus dem Auditorium – Lenzen pries und vermeintliche Störer abtransportieren ließ, die dann auch mal mit ein paar Wurfgeschossen zurückschlugen.

Dann wurde es ernster, in einigen einleitenden Worten fasste die VV-Leitung noch einmal zusammen, worum es bei diesem Protest geht. Bibliotheksskandal, die Unstudierbarkeit der BA-Studiengänge, die negativen Auswirkungen der Exzellenzinitiative, die Scharenberg-Affäre, etc.

Der weitere Verlauf der VV war dann sehr offen gehalten, es ging zunächst einfach nur darum, jedem Anwesenden der das Bedürfnis verspürte die Plattform zu bieten, darzulegen unter welchen Problemen er bzw. sein Institut / Fachbereich zur Zeit zu leiden hat. Dabei kamen dann auch Probleme von kleineren Fächern wie der Religionswissenschaft und der Indologie zur Sprache, die bisher beim Protest oft vernachlässigt worden waren.

Während Institute und Fächer mit noch verhältnismäßig vielen Dozierenden und Studierenden zumindest noch eine Chance haben, sich gegen die Kürzungen des Präsidiums zu wehren, werden kleinere Fächer und Institute noch rücksichtsloser an die Wand gedrückt, weil man hier von noch weniger Widerstand ausgeht.

Es kamen dann zentrale Probleme zur Sprache, wie etwa der unhaltbare hohe Workload beim BA oder die viel zu starke Selektion bei der MA-Zulassung, die dazu führen würde, dass der Leistungsdruck beim BA extrem hoch sei. Ferner natürlich der Bibliotheksskandal, bei dem es nicht nur um die Bücher geht, die jetzt ausgesondert werden sollen, sondern auch darum, dass es zukünftig in der neuen Bib nicht genügend Platz für Neuanschaffungen gibt ohne immer wieder erneut alte Bücher auszusondern. Überspitzt: Für jedes neue Buch was vorne ankommt, fliegt hinten ein altes raus.

Anschließend gab es dann sehr detaillierte, teilweise bizarre Diskussionen. Zum Beispiel zur Frage, wie nun die Videoüberwachung des Foyers der OSI-Bib zu werten ist (siehe „OSI-Bibliothek nun videoüberwacht“). Während die Mehrheit der Anwesenden diese Videoüberwachung unmöglich fand, bekannte sich ein Kommilitone dem seine Brieftasche aus einem Spind geklaut worden war dazu, dass die Videoüberwachung auf seinen Protest hin eingeführt worden sei, weil er sich beschwert hatte, man müsse doch da mehr aufpassen (ohne allerdings konkret Kameras zu fordern).

Vom Auditorium erntete er überwiegend Hohn in Form von Ohhh-Rufen, so nach dem Motto, er solle sich halt nicht so anstellen, wenn seine Brieftasche geklaut würde. Es stellt sich an solchen Punkten natürlich immer die Frage, wie die Spötter wohl selbst reagieren würden, wenn es ihr Portemonnaie oder ihr Laptop gewesen wäre, den ihnen jemand aus dem Spind geklaut hätte. Der Diebstahl war bekanntlich kein Einzelfall und sinnvolle Alternativen zur Videoüberwachung hatte auch niemand vorzubringen.

In einer weiteren wüsten Diskussion ging es gegen das SAP Campus Management, wobei es den Beteiligten schwer fiel, ihre Bedenken zu konkretisieren. Am Ende wurde dann das Campus Management mit dem Blackboard gleichgesetzt, eine Kritik die eigentlich das Blackboard betraf wurde im Kontext einer Kritik des Campus Managements diskutiert.

Während eine Kommilitonin darauf beharrte, Course-LeiterInnen könnten im Blackboard nach wie vor sehen, welcher Studierende was angeklickt hat, meinte eine andere, Dozierenden würde diese Funktion definitiv nicht mehr zur Verfügung stehen (tatsächlich hängt es vermutlich vom Institut / FB ab, inwiefern Dozierende diese Funktion nutzen können oder nicht, siehe „Statistik-Modul in Blackboard deaktiviert“).

Es kamen dann natürlich ein paar Redebeiträge, die einfach auf jeder echten VV kommen müssen. Zum Beispiel der Aufruf, dass wir als Studierende uns nicht nur auf uns selbst konzentrieren dürften, sondern uns auch mit anderen protestierenden Gruppen, wie etwa den Bochumer Nokia-Angstellten, SchülerInnen oder Hartz4-EmpfängerInnen, solidarisieren sollten, damit diese sich dann umgekehrt auch mit uns solidarisieren. Dass die Massen auf Anti-Hartz4-Demonstrationen 2005 gerne „Wir sind das Volk“ grölten (was auf 1989 anspielen sollte, aber eben auch klar zwischen Deutschen und Nichtdeutschen differenzierte), dass es bei den Anti-Nokia-Protesten darum geht, den deutschen Standort vor einem Ausverkauf nach Rumänien zu bewahren, usw., stieß hier offenbar keinem bitter auf (nun ja, fast keinem).

Zu den weniger realistischen und zielführenden Forderungen zählte natürlich auch die, dass grundsätzlich jeder an der Hochschule lernen, lehren und partizipieren können sollte, was einen völlig offenen Zugang zur Hochschule ohne jegliche Hürde wie Abi oder ähnliches voraussetzt. Solchen Forderungen fehlt natürlich etwas das Auge für das konkret und unmittelbar Umsetzbare, sie sind aber nötig damit das Auditorium sich in eine Protesteuphorie hinein steigern kann (der natürlich insbesondere junge KommilitonInnen sofort verfallen, da sie noch nicht die Katerstimmung kennen, wenn der Protest mal wieder schneller als erwartet zum Erliegen kommt).

Dennoch gab es aber natürlich auch Pragmatiker unter den RednerInnen, die auf eine Konkretisierung drängten. In diesem Kontext wurde auch festgestellt, dass es neben den 1.000 Studierenden die jetzt bereits heiß auf den Protest sein, auch noch 29.000 andere gäbe (wohl eher 33.000 aber egal), die man erst noch erreichen müsse. Und wie das zu schaffen sei, dazu müsse man jetzt erst einmal konkret Strategien entwickeln. Andere meinten dagegen, man müsse schon hier und jetzt etwas mit den 1.000 anfangen, es sei immerhin schon ein Erfolg, dass man diese 1.000 hätte mobilisieren können.

Ein Kommiltone stellte die These auf, dass es nicht mehr als 1.000 Studierende sein, da die anderen sich nicht trauten für die VV (oder den Protest) ihre Seminare zu verlassen, da dort bekanntlich Anwesenheitslisten geführt würden. Es kam dann zu einer Diskussion, wie das nun sei, ob eine VV wirklich als Entschuldigung für das Fernbleiben in einer Lehrveranstaltung gilt oder nicht. Einige meinten ja, andere sagten dies sei Sache des Dozierenden. Oder aber: Die VV gilt zwar als Entschuldigungsgrund, selbst das entschuldigte Fehlen sei aber nun mal ein Fehlen und hier dürfe eben im Semester eine bestimmte Anzahl von Fehlzeiten in einer LV nicht überschritten werden.

Es war nicht das erste und letzte Mal, dass auf dieser VV etwas Konfusion über das offizielle „Reglement“ in einem bestimmten Sachverhalt herrschte (was als Indiz dafür gewertet werden kann, dass es der Veranstaltung etwas an der Präsenz von erfahrenen Studierenden mangelte).

Jedenfalls erscheint mir die These recht gewagt, dass es nur deshalb nicht mehr als 1.000 Protestwillige auf der VV gab, weil die anderen sich wegen der Anwesenheitspflicht in ihren regulären Lehrveranstaltungen nicht trauten, auf die VV zu kommen. Denn selbst in Zeiten, in denen es diese verschärfte Anwesenheitspflicht noch nicht gab, erschienen doch auf den VVs nie mehr als die viel zitierten „üblichen Verdächtigen“. Man kann in Hochzeiten des Protests mehr als 1.000 für Protestaktionen mobilisieren, doch der Zeitkorridor dafür ist sehr begrenzt. Ob mit oder ohne Anwesenheitspflicht, die Masse der FU-Studis interessiert sich schlicht weg nicht für einen Protest, jedenfalls nicht für einen, der über symbolische Aktionen und einen begrenzten zeitlichen Rahmen hinausgeht.

Treffender halte ich die ebenfalls vorgebrachte These, dass das „Reservoir“ an Protestwilligen dadurch beschränkt wird, dass zunehmend nur noch Leute an die Unis kommen, die den Leistungsgedanken schon während ihres Abis verinnerlicht haben und nicht mehr in Abrede stellen. Diese erklären sich dann nicht mit KommilitonInnen solidarisch, die Anwesenheitslisten verschwinden lassen, sie sind auch nicht empfänglich für Ideen des zivilen Ungehorsams und sie sind nur sehr eingeschränkt für einen größeren und etwas länger andauernden Protest zu gewinnen.

Solange es nicht wirklich einen großen Knall gibt (wie etwa eine unmittelbar bevorstehende Einführung von Studiengebühren) wird es schwer, um nicht zu sagen unmöglich werden, an der FU einen echten Massenprotest loszutreten, der maßgeblich über die genannten aktiven 1.000 hinauskommt. Von daher wäre es schon der bessere Ansatz zu überlegen, was können diese 1.000 konkret machen, anstatt darauf hinzuarbeiten, dass sich die restlichen 33.000 irgendwann anschließen. Denn letzteres wäre – man muss es leider so krass sagen – Zeitverschwendung.

Es wurden dann, soweit ich das überblicke, drei Beschlüsse gefasst:

  1. Auf der heutigen VV wird keine Resolution zur Abstimmung gestellt, dies soll dann erst auf einer kommenden VV im kommenden Semester passieren.
  2. Das kommende Semester wird zum Protestsemester erklärt. Wie genau dieser Protest aussieht, ob er einen Streik beinhaltet, wird auf kommenden VVs beschlossen.
  3. Die kommende VV im nächsten Semester wird eine „normale VV“, keine Streik-VV.

Es ging hier also darum, ob die VV schon jetzt eine Resolution mit Forderungen diskutieren und zur Abstimmung stellen soll, oder ob dies nicht erst im nächsten Semester passieren soll, wenn hoffentlich noch mehr Studis auf der VV anwesend sein werden. Es wurde sich dann für letztere Variante entschieden.

Durchgesetzt hat sich der Ansatz, dass das nächste Semester ein Protestsemester wird, ohne näher zu spezifizieren, was genau das heißt. Die vorgebrachte Alternative, gleich die ersten beiden Woche des nächsten Semesters mit einem Ausstand zu beginnen, wurde als zu überhastet und zu polarisierend abgelehnt. Wenn es zu einem Streik kommen sollte, dann soll dieser erst im nächsten Semester beschlossen werden.

Fazit

Positiv war an der VV sicherlich, dass hier die vielen Probleme benannt wurden und dadurch jedem klar werden musste (sofern es ihm noch nicht klar war), dass es so nicht weitergehen kann, Protest also notwendig ist. Eher negativ zu bewerten ist der Umstand, dass es nur sehr wenige Lösungsvorschläge gab, wie man diesen Problemen konkret begegnen soll, wie der Protest sich ausgestalten soll. Allerdings war das – soweit ich es verstanden habe – auch nicht der Anspruch dieser VV.

Allein die Tatsache, dass man den Hörsaal voll gekriegt hat, die Studierenden sich über ihre Probleme ausgetauscht haben und ihre Bereitschaft zum wie auch immer gearteten Protest artikuliert haben, wird als Erfolg gewertet. Okay, das kann man sicherlich so stehen lassen.

Es dürfte aber spannend werden, ob sich diese erzeugte Protesteuphorie tatsächlich über die Semesterferien hinweg halten kann. Denn das wäre dann wirklich ein Novum: Eine Proteststimmung, die über die Ferien nicht abkühlt, sondern im nächsten Semester nahtlos am Aktionstag anknüpfen kann. Falls das tatsächlich gelänge, wäre es schon ein ziemlich beeindruckender Stunt. Eine andere Frage wäre dann, ob der Protest tatsächlich etwas bewirken kann.

Der Aktionstag kommt

Januar 30, 2008

Morgen ist es soweit, der Aktionstag kommt. Inzwischen findet sich im offiziellen Blog des Aktionstages sogar ein extra Eintrag mit Button der dann zu einer Terminübersicht weiterleitet. Demnach sieht der geplante Ablauf zur Zeit wie folgt aus:

Ab 10 Uhr: Zentraler Infopunkt im Foyer – Silberlaube. Kaffee & Kuchen und Raum zum Austausch.

Ab 10 Uhr: Screening des letzten Studiobühnen Festivals am Institut für Theaterwissenschaft.

Ab 10 Uhr: 2x Filmvorführung: ‚Kick it like Frankreich!‘ im Henry-Ford-Bau, Hörsaal A.

10-12 Uhr: Autonomes Seminar: ‚Einblicke in Lenzens Bildungs- und Unikonzept‘, K23/11 Silberlaube.

11:00 Uhr: Workshop zum Thema: ‚Ab jetzt keine Ausländer mehr. – Die neue Studierfähigkeitsprüfung (TestAS) für Bildungsausländer in BWL / VWL ab WS 08/09. Wo kommt das her? Wo führt das hin? Und wie kriegen wir’s wieder weg? Treffpunkt um 11 im Hörsaalgang bei den Wirtschaftswissenschaftlern (Garystr. 21).

Ab 11 Uhr: Kreativwerkstatt: Transparente und Schilder für die Demo basteln. Hier wird Raum sein zu basteln, zu malen, zu schreiben… seid kreativ! (Stoffe und Farben sind vorhanden – wer aber selbst noch was auftreiben kann soll dies mitbringen). Ort: tba.

12:00 Uhr: Bodo Zeuner hält noch einmal seinen Vortrag: ‚Die FU vor dem Börsengang‘, Philosophisches Institut.

13:45 Uhr: Der Chor der Studiobühne singt vor der Mensa (Silberlaube).

14:00 Uhr: Vollversammlung, Silberlaube Hörsaal 1a.

16:00 Uhr: Demo! Selber einen Redebeitrag leisten? Einfach per Email Kontakt aufnehmen. Die genaue Route der Demo findet ihr hier. Start: Vor der Silberlaube.

17:30 Uhr: VoKü – Essen für alle! (Du willst mithelfen? Dann reicht ne Email)

Ab 18 Uhr: Party! – Den Tag ausklingen lassen, sich austauschen, weiteres Planen… Und einfach mal wieder feiern!“

Auffällig ist, dass ausgerechnet das OSI hier kein einziges Mal als Veranstaltungsort genannt wird. Bedenkt man, dass das OSI ja doch irgendwie immer der Kern jeder Protestbewegung an der FU war, wirkt das schon komisch. Andererseits geht es ja darum, möglichst viele Studierende einzubinden und hier bietet sich natürlich die Rost- und Silberlaube als natürlicher, geographischer „Knotenpunkt“ schon an.

Neben diesen offiziellen Veranstaltungen gibt es aber wie der Name des Tages ja schon suggeriert zahlreiche dezentrale Aktionen (von 10 bis 14 Uhr). Vorgeschlagen wurde unter anderem (O-Ton Protokoll):

  • „Elite kicken: mit einem Fußball auf eine Elitesymbol schießen
  • Dosenwerfen auf Lenzenbild
  • Auftritt in Anzug/Kostüm um für Studiengebühren zu werben
  • Gefakte Schlacht zwischen Lenzenfanclub und Aktionstagteilnehmern
  • Veranstaltung eines Elitewettbewerbs, bei dem durch verschiedene Kürzungsmaßnahmen nach und nach die einzelnen Studenten rausfliegen
  • In einer großen Kiste die Forderungen sammeln und im Rektorat abgeben
  • Diskussionsveranstaltung
  • Spontandemo
  • Eventuell auch wieder den Musikwagen wie am 29.01.08
  • Mit Mitarbeitern aus Verwaltung, Bib. und Studentenwerk zusammen arbeiten und Aktionen machen
  • Symbolisierung der Zusammenlegung von Instituten – nach dem Motto: Wie viele Leute passen auf eine abgesteckte Fläche“

Ob diese Aktionen tatsächlich alle stattfinden ist noch ungewiss, es handelt sich hier wie gesagt nur um Vorschläge. Und wo genau die Aktionen stattfinden werden, wird dann erst sehr kurzfristig z.B. auf Flyern zu erfahren sein.

FUwatch steht unterdessen bereits mit Pressevertretern in Kontakt und hilft diesen mit (hoffentlich) brauchbaren Hinweisen bei ihrer Berichterstattung über die Hintergründe des Aktionstages.

Sechstes studentisches Strategie- und Protesttreffen

Januar 21, 2008

Nach dem ersten, zweiten, dritten, vierten und fünften studentischen Strategie- und Protesttreffen zur Planung des Aktionstages am 31.01. folgt in dieser Woche das sechste.

Inzwischen steht fest, dass es unter anderem auch ein Seminar zu Lenzens Bildungsideal geben wird. Ferner wurden Dozierende angefragt, am 31.01. Reden zu halten z.B. bei der Demo oder der Vollversammlung. Der Kern des Aktionstages besteht aber aus dezentralen Aktionen, die von diversen Klein- und Kleinstgruppen durchgeführt werden zu sollen. Zu diesen einzelnen „Events“ wird dann auf unterschiedlichen Flyern aufgerufen werden.

Für diese dezentralen Aktionen ist unter anderem angedacht: „Elite kicken: mit einem Fußball auf eine Elitesymbol schießen“, die „Symbolisierung der Zusammenlegung von Instituten“, ein „Auftritt in Anzug/Kostüm um für Studiengebühren zu werben“, „Dosenwerfen auf ein Lenzenbild“ und eine simulierte „Schlacht zwischen dem Lenzenfanclub und AktionstagteilnehmerInnen“.

Daneben sind aber auch mehr inhaltliche Aktionen geplant, die weniger mit Spaßguerilla-Taktiken zu tun haben, wie z.B. die Einbeziehung von MitarbeiterInnen aus Verwaltung, Bibiliothek und dem Studierendenwerk in eine Diskussion. Aber auch eine allgemeine, offene Diskussionsveranstaltung findet sich auf dem Plan wieder, vermutlich im Kontext der VV. Ferner wird es wie berichtet eine Demo als Abschluss geben.

Auf dem Aktionstag-Blog gibt es jetzt neu auch die ersten Flyer (Vorderseite hier, Rückseite hier). Auch der offizielle Aufruf des Plenums kann heruntergeladen werden und sollte auf Bitten der OrganisatorInnen verteilt werden.

Das nächste und letzte Treffen vor dem Aktionstag findet am kommenden Donnerstag, den 24.01. wie immer um 18:00 Uhr in der Silberlaube (Raum KL 25 / 134) statt. Auch Studierende die sich bisher nicht in den Organisationsprozess eingebracht haben, können dies nach wie vor tun und dort erscheinen.

Fünftes studentisches Strategie- und Protesttreffen

Januar 13, 2008

Nach dem ersten, zweiten, dritten und vierten studentischen Strategie- und Protesttreffen zur Planung des Aktionstages am 31.01. folgt nun das fünfte.

Nachdem das eigentliche Webforum (fu-aktionstag.carookee.de) noch nicht richtig funktioniert, gibt es jetzt auch einen Blog extra für den Aktionstag: http://aktionstag.blogsport.de/.

Dort kann man in einem aktuellen Eintrag nachlesen, dass das nächste Treffen am Donnerstag den 17.01. um 18:00 Uhr im Raum KL 25 / 134 in der Silberlaube stattfinden wird. Dort soll dann „besonders die weitere Planung des Aktionstages besprochen“ werden.

Desweiteren wird auf dem Blog unter „Hintergründe“ auf die Abschiedsvorlesung von Prof. Zeuner verwiesen, der die aktuelle Misere der FU zusammenfasste.

Unter „Termine und Ablauf“ gibt es dann sogar einen ersten groben Ablaufplan:

„24.-31.1.2008: Mobilisierungsaktionen an der ganzen FU

Donnerstag, 31.1.2008: Uniweiter Aktionstag
– ab 10 Uhr: Infos, Kaffee und Versammlungen in der Silberlaube
– 10-14 Uhr: dezentrale Aktionen an der gesamten Uni
– 14 Uhr: Vollversammlung
– 16 Uhr: Demonstration (?)
– anschließend Volxküche und Party im Keller des Philosophie-Instituts…“

Was konkret unter „Mobilisierungsaktionen“ im Vorfeld bzw. unter „dezentralen Aktionen“ am Tag selbst zu verstehen ist, wird offenbar (noch) nicht verraten bzw. steht noch nicht genau fest.

„Mobilisierungsaktionen“ meint aber vermutlich, man tingelt durch die Lehrveranstaltungen um die Leute direkt auf den Tag aufmerksam zu machen und „dezentrale Aktionen“ meint ein wenig symbolische Action an verschiedenen neuralgischen Punkten des Campus‘.

Fünfte OZ-Ausgabe die bisher deutlich beste

Januar 8, 2008

Wie berichtet, ist im Dezember die lang erwartete fünfte Ausgabe der OSI-Zeitung (OZ) erschienen.

Und wie gleich bei der Veröffentlichung vermutet, ist sie tatsächlich die bisher beste. Die Artikel sind solide recherchiert und aufgebaut. Die quantitative Ausdehnung von 16 auf 20 Seiten geht mit einer qualitativen einher und erscheint daher angebracht.

Mein Lieblingsartikel ist Stefan Hernádis Abrechnung mit dem „Prinzip Bolle“. Bolle und seiner Truppe obliegt seit dem Ausscheiden Altvaters die unumstrittene Oberhoheit über die Bereiche „Internationale Politische Ökonomie“ und „Politische Ökonomie“. Die gruseligen Konsequenzen kann man bei Stefan gut nachlesen. Etwas zu kurz kommen vielleicht die persönlichen Defizite Bolles, nur am Ende schimmert anhand eines Beispiels sein immer mal wieder durchbrechender Machismo durch.

Hervorhebenswert ist auch die Titelgeschichte von Christa Roth und Laurence Thio. Systematisch gelingt es den beiden AutorInnen den Mythos zu demontieren, es ginge bei den Zielvereinbarungen zwischen Präsidium und OSI nicht um die Struktur des Instituts. Denn natürlich ist die Struktur erheblich von den Zielvereinberungen betroffen. Auch ihren zweiten zentralen Punkt, dass die dog-eat-dog Kämpfe innerhalb des OSIs bzw. innerhalb des FBs letztlich nur zu einer Schwächung der eigenen Position gegenüber dem Präsidium führen, können sie deutlich aufzeigen.

Der dritte Artikel der mir wirklich gut gefallen hat, war der von Richard Oelmann zur „Exzellenzalternative“ (mit zwei wunderschön passenden Fotos von Valentin). Natürlich beschreibt er nichts fundamental Neues, wenn er feststellt: „Bestimmte Zweige der Lehre und Forschung werden mit der Rechtfertigung einer klaren Profilbildung zwangsläufig verdorren. Dieses Verfahren ignoriert die unterschiedlichen Motivationen der Studierenden. Im Grunde ist es ein Raussschmiss“. Aber manchmal tut es auch gut einen schon bekannten Gedankengang so auf den Punkt gebracht vorzufinden, wie hier. Der Artikel ist eine sehr deutliche Absage an eine Hochschulpolitik der Ökonomisierung, Entmündigung und Verschulung. Als Alternativen nennt Richard konsequenterweise Ansätze von Schülern und Studierenden sich ihr Wissen selbst und gegenseitig beizubringen. Daneben scheint z.B. auch noch die Wissensallmende durch.

Interessant wenn auch nicht ganz so überzeugend ist Richards zweiter Artikel, in dem er aus der Praxis als Deeskalationstrainer im Nahen Osten berichtet. Die beiden Fraktionen sind sich so spinnefeind, dass ein gemeinsames Forum (was offenbar die Kernidee war) nicht zu stande kam und jede Seite stattdessen nur für sich trainierte. Richard resümiert: „Vom Sinn des Projekts war keine Seite zu überzeugen“. Anschließend führt er im letzten Absatz jedoch aus, wie hilfreich das im Studium erworbene theoretisch Wissen war. So konnte er das „Geschehen besser einordnen“, „seine Schlüsse ziehen“, seine „eigene Rolle reflektieren“ und „Verbesserungsvorschläge“ einbringen. Nur das Abschmieren des Projekts konnte er trotz dieser Kenntnisse offenbar nicht verhindern. Was sicherlich verständlich in so einer verfahrenen Lage ist, aber eben trotzdem etwas seinem Ansatz am Ende des Artikels widerspricht, die Wichtigkeit der theoretischen Kenntnisse zur Einflussnahme auf die Praxis hervorzuheben.

Die beiden Interviews mit Prof. Schreurs und dem Dieter Lenzen Fanclub (DLFC) waren nicht unbedingt bahnbrechend, allerdings doch informativ (was Schreurs angeht) bzw. unterhaltsam (was den DLFC). Das Interview mit dem DLFC legitmiert sich allein durch die zunehmende öffentliche Präsenz, die dieser neue „Fanclub“ durch seine Aktionen sicherstellt. Schreurs biedert sich für meinen Geschmack etwas zu stark an, wenn sie das Potential der Studierenden lobt, welches ihrer Meinung dazu führen wird, dass die FU in 5 bis 10 Jahren mit Harvard in einer Liga spielt, selbst wenn die finanzielle Kluft immer noch immens ist. Das nackte Potential der Studierenden soll also finanzielle Defizite ausgleichen und die FU in die Harvard-Liga kicken. Sicherlich haben FU-Studierende Potential, nur hat das Erlangen einer Reputation wie sie heute Harvard vorweisen kann nicht unbedingt etwas mit dem Potential der Studierenden zu tun. Es geht doch bei Harvard gerade darum, dass man es geschafft hat, wenn man dort einen Abschluss hat, egal wie und egal ob man Potential hat oder nicht.

Gerrit vereint in seinem Artikel über den schwierigen Umgang der FU mit der eigenen Geschichte gleiche mehrere Konflikte in der jüngeren Vergangenheit. Der ewige Namenstreit um den Henry-Ford-Bau, Lenzens „Freiheitsdenkmal“ und die zu schwache Auseinandersetzung mit dem ehemaligen „Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik“ im Kontext der FU-Dauerausstellung „Zukunft von Anfang an“. Natürlich hätte man jedem dieser Konfliktpunkte auch einen eigenen Artikel widmen können, doch das hätte man sicherlich nicht in einer Ausgabe unterbringen können. Insofern ist der Artikel positiv, weil es Gerrit durch eine Zusammenfassung dieser Konflikte gelingt sichtbar zu machen, dass sich die FU offenbar nicht vereinzelt sondern ganz generell schwer damit tut, die dunklen Seiten ihrer eigenen Geschichte (oder die ihrer Gebäude) aufzuarbeiten.

Die beiden schwächsten Artikel in der Ausgabe sind dagegen m.E. die beiden über Sciences Po. Christa Roth kritisiert die Kommunikationsdefizite hinsichtlich der Neuordnung des Verhältnisses zwischen OSI und Sciences Po. Im wesentlichen geht es bei ihrer Kritik darum, dass eine FU-Website die aktuell sein sollte, dies nicht ist. Bedauerlich, aber nicht unbedingt der zentrale Kritikpunkt an dem man so einen Artikel aufmachen sollte. Christa hätte auch tiefer ansetzen können und z.B. die Frage aufwerfen können, ob es nicht sinnvoll wäre die Kooperation mit dem Sciences Po generell in Frage zu stellen. Rein theoretisch wäre es doch auch denkbar stattdessen z.B. mit der „Université Paris I Panthéon-Sorbonne“ zu kooperieren, oder nicht?

Besonders auch vor dem Hintergrund des zweiten Artikels, einem Erfahrungsbericht über das Sciences Po von Florian Schatz und Stefan Beutelsbacher. Auf schockierende Weise machen diese deutlich, was für eine eklig elitär-reaktionäre Institution Sciences Po ist, in der „Form vor Inhalt geht“. Sie verraten dem Leser allerdings nicht, ob die positiven Eindrücke (die es sicherlich auch gab) nicht trotz dieser Widrigkeiten und dem exorbitanten Leistungsniveau überwiegen. Der Artikel wirkt abschreckend was einen möglichen Auslandsaufenthalt am Sciences Po angeht. Trotzdem sagen die Autoren aber ja nicht explizit „Tut es nicht“ oder bringen Alternativen ins Spiel. Beide Artikel leiden jedenfalls darunter, dass weder der elitäre Habitus des Sciences Po noch die Kooperation mit einem solchen Institut offen in Frage gestellt werden. Selbst wenn ein Erasmus-Aufenthalt und ein Doppel-Abschluss nicht dasselbe sind, hätte man doch wenigstens bei einem der beiden Artikel etwas weiter ausholen können.

Dieser Kritik ungeachtet bleibt dennoch festzuhalten, dass sich die aktuelle OZ-Ausgabe besser liest und informativer ist, als die vier Ausgaben zuvor. Die Steigerung von einer Ausgabe zur nächsten bleibt also erhalten; zu hoffen bleibt daher, dass Nummer 6 nicht erst wieder im Juli erscheint, sondern es wie im letzten Jahr eine Zwischenausgabe im Februar geben wird. Themen gäbe es zumindest mehr als genug: Die Affäre Scharenberg, der Bibliotheksskandal (in Nummer 5 nur leicht angeschnitten), die „Frühjahrsoffensive“ (alias der „Aktionstag“), der Skandal um den „Studienerfolgsbericht“, usw.

Viertes studentisches Strategie- und Protesttreffen

Januar 7, 2008

Nach dem ersten, zweiten und dritten studentischen Strategie- und Protesttreffen zur Mobilisierung für den Aktionstag am 31.01. folgt nun das vierte.

In der über Emailverteiler in Umlauf gebrachten Einladung heißt es:

„Zur Organisation haben sich bereits drei Arbeitsgruppen gebildet, die sich um die Inhalte, Mobilisierung und Logistik des Aktionstages kümmern. Die Arbeitsgruppen haben sich in den vergangenen Wochen Gedanken darüber gemacht, was am 31.1. geschehen soll, und werden ihre Ergebnisse beim nächsten Treffen zur Diskussion vorstellen.“

Im Wesentlichen geht es dabei um die folgenden Fragen:

  • Wie wird die Mobilisierung aussehen?
  • Welche Inhalte wollen wir vertreten?
  • Wie läuft die Organisation?
  • Wie geht es nach dem Aktionstag weiter?

Interessierte sollten sich um am Donnerstag, den 10.01. um 18 Uhr in der Silberlaube im Raum KL 25 / 134 einfinden.

Inzwischen gibt es unter http://fu-aktionstag.carookee.de/ auch ein Forum für den Aktionstag, in dem man alles wichtige nachlesen und sich auch selbst einbringen kann. Dort findet sich im öffentlichen Bereich z.B. schon „FAQs zur Bibliothekszusammenlegung“.

Besonders der Hinweis in der Einladung, dass „auch für das Sommersemester 2008 bereits viele Dinge in Planung [sind]“, ruft indessen nicht nur Begeisterung hervor. Die LHG befürchtet, die „Streikmaschine“ sei schon länsgt wieder angelaufen:

„Klar niemand redet vom Streik (vgl.: ‚Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen!‘), aber erst einmal ein ‚Aktionstag‘ und dann ist ‚für das Sommersemester schon einiges geplant‘ – völlig ergebnisoffen natürlich. Wer den verlinkten Beitrag im Blog der FSI Geschichte liest, sieht genau, wie viel schon vorgeplant ist und dass die scheinbar offenen Fragen nach ‚Aktionsformen und Inhalten‘ tatsächlich längst beantwortet sind und man nur noch ein paar mehr Leute braucht, um sie umzusetzen.“ („Die Streikmaschine läuft an“, LHG Blog, 06.01.07)

Schön wär’s, aber wie in der Vergangenheit schon ausgeführt, braucht es m.E. immer noch einen Aufhänger, einen besonders krassen Skandal, der das Faß dann zum Überlaufen bringt. Im „Warnstreik 2005“ lag das durchaus in der Luft, ich bin mir nicht sicher, ob es jetzt auch in der Luft liegt. Und selbst wenn es gelingt auf dem Aktionstag eine aktivistische Stimmung zu erzeugen, wie will man die wirklich über die Ferien hinweg ins nächste Semester transportieren? Vermutlich müsste man dann im Sommersemester ohnehin noch mal bei Null anfangen, weil sich die Gemüter abgekühlt haben.

Gründe für den Protest gibt es durch Lenzens Gewurste genug, doch rein strategisch ist dieser Aktionstag so kurz vor Ende des Semesters immer noch ein Mysterium für mich. Offenbar will man sich nicht erst im neuen Semester langsam steigern, sondern diesen Aufbauprozess bereits in diesem Semester beginnen, die Infrastruktur an den Start kriegen. Okay. Doch noch mal: Wie soll die auf dem Aktionstag erzeugte Proteststimmung nahtlos über die Ferien gerettet werden?

Drittes studentisches Strategie- und Protestreffen

Dezember 11, 2007

Nach dem ersten und zweiten gesamtuniversitären Strategie- und Protesttreffen folgt am Donnerstag den 13.12.07 um 18 Uhr nun das dritte in der Silberlaube KL 25/134.

Auf dem letzten Treffen wurde ein Aktionstag am 31. Januar 2008 beschlossen. Dieser bedarf einer vorausgehenden Mobilisierung, insbesondere aber natürlich auch einer konkreten Zielsetzung. In der Einladung zum dritten Treffen heißt es daher:

Themen: Welche Themen soll der Aktionstag setzen, bzw. was muss vorbereitet werden?

Mobilisierung: Wie werden wir für diesen Tag mobilisieren?

Aktionen/Organisation: Welche Aktionen soll es geben, welche Räume brauchen wir, etc.?

Und: Euer Ding!

Plus: Wie geht es danach weiter?

Fast könnte man meinen, hier einen „Abwärtstrend“ was die Dauer des Protestes angeht ausmachen zu können: War es 2003/2004 wenigstens noch ein halbwegs „echter“ Studierenden-Streik, war es 2005 schon nur noch ein einwöchiger „Warnstreik“, und 2008 wird es dann nur ein einziger Aktionstag.

Zwar betonen die OrganisatorInnen, dieser Aktionstag sei erst der Anfang, aber wenn man dann in der Einladung förmlich spürt, was für ein ungeheurer Kraftakt es offenbar ist, überhaupt KommilitonInnen in einer angemessen Anzahl für diesen einen Tag zu mobilisieren („versucht Leute zu mobilisieren, die letztes Mal noch nicht da waren…“), dann wirkt das jetzt schon deprimierend.

Was nach wie vor fehlt ist ein „Aufreißer“, ein ganz bestimmtes Thema das wirklich so unter den Nägeln brennt, dass es die Studierenden regelrecht in den Protest treibt (z.B., wenn bekannt würde, dass die Einführung von Studiengebühren in Berlin unmittelbar bevorsteht). Liegt ein solcher ganz konkreter Anlaß nicht vor, wird die Mobilisierung nur schleppend verlaufen.

Die LHG über „Moral“, „sittenfernes Benehmen“ und den „intrinsischen Teil des Grundgesetzes“

Dezember 7, 2007

Unlängst war der Vorstandschef des Axel Springer Verlags, Matthias Döpfner, Gast im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, um sich in einem Gespräch mit dem „Manager Magazin“ zum Thema „Karriere 2008 – Einstieg, Aufstieg, Umstieg“ zu äußern. Insbesondere sollten dort zentrale Fragen geklärt werden, wie z.B. „Wie gelingt ihnen der Einstieg in einen großen Konzern?“. Die FSI Geschichte fasst das wie folgt zusammen:

“ (…) Da hat uns aber jemand tief in die Seele geschaut. Krisen und Ängste wo man hinsieht – Kreditkrise, Erdbeben, Klimaschock, Volksverdummung, dazu auch noch Arbeitslosigkeit und ein drohender Karriereknick nach dem Jodeldiplom: die Schließmuskeln der Vorstandsvorsitzenden sind unserem Aufstiegsdrang einfach nicht zugänglich!“ („Campustalk mit Springer“, FSI Geschichte Blog, 05.12.07)

Entsprechend enttäuscht zeigt sich die FSI, dass die Veranstaltung nur so verhältnismäßig schwach beworben wurde. Leider, so weiter, reichte auch die Zeit nicht mehr, um dem FB WiWiss etwas bei der Bewerbung der Veranstaltzung zu unterstützen. Immerhin hat man aber ein altes Plakat zum Thema Springer ausgegraben. Etwas altbacken vielleicht, es gibt ja längst neuere, wie z.B. das des Titanic-Magazins zum 50jährigen Bild-Jubiläum.

Allerdings hat man wohl auch nicht viel verpasst, wenn man der Veranstaltung nicht beiwohnen konnte. So schreibt der Kommilitone Thomas Eichentopf im LHG-Blog:

„Mag man über die Antworten von Herrn Döpfner geteilter Meinung sein. Meiner Ansicht nach blieb er blass und beschränkte sich auf Standardsätze, die einem lange schon aus den Ohren heraushängen. Auch die Fragen der beiden Interviewer vom Manager Magazin trugen nicht wirklich zu inhaltlicher Tiefe bei, sondern wirkten vielfach wie einstudierte Vorlagen.“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

Was zwar bedauerlich sein mag, aber ehrlich gesagt auch nicht sonderlich überrascht. Ich meine, was sonst kann man denn von so einer Veranstaltung anderes erwarten, als das übliche Manager-Karriere-Gedöns?

Interessant ist ohnehin eher, was Thomas dann zum DLFC schreibt (der offenbar zumindest die LHG regelmässig in Aufregung versetzen kann).

„Von Beginn an unterbrachen sie das Gespräch mit Wellen von Beifall, Jubel und Trampeln. Auch auf mehrmalige Ermahnung durch Prof. Schreyögg waren sie nicht in der Lage, ihr Benehmen anzupassen.“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

*rofl* Die unverschämten Studierenden wollten einfach dem Herrn Professor nicht gehorchen! Skandal! Wo soll das noch hinführen, wenn jetzt nicht mal mehr den Worten einer offiziellen Autoritätsperson Gehör geschenkt wird! Was erlauben Strunz!

„Vielleicht wusste der Fanclub das nicht, aber für manchen Studenten im Raum war es eine akademische Pflichtveranstaltung. Vielleicht interessierte es den Club nicht, aber mancher hatte wohl ein Interesse daran, Herrn Döpfner zuzuhören, und reiste extra dafür abends noch einmal zur Uni. Egal: Beiden Gruppen hat der Club letztlich zwei Stunden ihrer Zeit gestohlen.“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

Nun ja, offensichtlich waren die Störungen durch den DLFC doch das einzige, was die inhaltlich eher öde Veranstaltung etwas aufgepeppt hat. Ansonsten hätte Thomas ja auch sicherlich mehr über den Inhalt des Interviews als über die Störversuche geschrieben.

„Ehrlich, das war eine Veranstaltung aus dem Kindergarten. Von erwachsenen Studenten erwarte ich, dass sie in der Lage sind, andere zu respektieren. (Das ist im Übrigen auch ein Recht, das vom Verfassungsgericht bestätigt sein dürfte, nämlich intrinsischer Teil des Grundgesetzes, auf dessen Freiheiten sich von bestimmter Seite gerne und natürlich per se völlig zu Recht berufen wird.) Was der Dieter Lenzen-Fanclub zeigt, ist nicht gebildete Satire, sondern einfach sittenfernes, schlechtes Benehmen von Starrköpfen. (..:) Geht das weiter, wird der Ruf der Universität sicherlich beschädigt werden“ („Campus Talk mit Matthias Döpfner: Wie andere meine Zeit verschwenden“, LHG Blog, 05.12.07)

Der DLFC ignoriert Grundrechte und ist „sittenfern“! Gleich mal beim Verfassungsschutz durchklingeln! Oder lieber sofort die GSG9 anfordern!

Als dann auch noch bekannt wird, dass bei der ganzen Sache ein „Ledersessel“ entwendet wurde und die FU deswegen Anzeige erstattete, kann den Kommilitonen Eichentopf endgültig nichts mehr halten. In einem weiteren Blogeintrag schreibt er:

„Ich frage mich, einigermaßen frustriert: Wo sind uns Moral und Geist nur geblieben? Wer was gesehen hat, könnte hier natürlich dazu beitragen, den ramponierten Ruf der Studenten wieder herzustellen. Muss man ja nicht weit denken, wem dieses Vergehen allgemein zugeschrieben wird – das aber, hoffe ich ehrlich, sicherlich zu Unrecht.“ („Nachspiel: Skandal folgt Klage“, LHG Blog, 06.12.07)

Die Frage ist, meint er das ernst oder ist das einfach nur ein bißchen Provo? Echauffiert er sich wirklich so über diesen Vorfall oder ist das nur aufgesetzt?

Jedenfalls kommen mit diesem wertkonservativen Geschwurbel neben den informativen auch endlich wieder unterhaltsame Einträge im LHG-Blog zu stande. Wenn die LHG Eichentopf nicht in den RCDS abschiebt, gibt es vielleicht weitere dieser Perlen (z.B. warum man 129a auf den DLFC anwenden kann oder ähnliches).

Der DLFC kriegt Post von seinen Metafans und eine Watsche von Herrn Fischer

Dezember 3, 2007

Der Dieter Lenzen Fanclub (DLFC) bekommt inzwischen selber Fans („Metafans“, die nicht nur Dieter „The Priest“ Lenzen verehren, sondern auch den DLFC als solchen). In einem Eintrag zitiert der DLFC aus einem Brief den er von Schülern des John-Lennon-Gymnasiums bekommen haben will. Diese schlagen darin ihren Eintritt in den DLFC vor und verdeutlichen anhand der Schilderung eines gescheiterten Tortenattentats auf Lenzen in ihrer Schule (der war dort geladen), wie naheliegend doch offenbar ein prä-universitärer Ableger des DLFC sein muss.

Da der DLFC bekanntlich Satire betreibt, lässt sich nur schwer einschätzen, inwiefern diese Story stimmt oder zwecks Eigenpropaganda doch nur frei erfunden wurde. Der in die Story eingebaute Rotary-Verweis ist vermutlich eine Anspielung auf die Denkmal-Geschichte. Und ist Lenzen inzwischen wirklich dazu übergegangen, Eröffnungsreden in Gymnasien zu halten? Ist der Direx des John-Lennon-Gymnasiums wirklich Rotarier? Und wieso findet sich über dieses „Megaevent“ kein Hinweis auf der Website des Gymnasiums? Müsste der Tagesspiegel nicht darüber berichten, wenn „The Priest“ plant irgendwo irgendwem die Hand zu schütteln? Foppt der DLFC seine Leser oder wurde er von den Gymnasiasten gar selbst gefoppt?

Wie auch immer, denkbar wäre es natürlich, dass der DLFC mit seinen Aktionen eine Art Vorbildfunktion für junge Nachwuchsstudierende und Gymnasiasten hat, die einen ähnlichen Blickwinkel auf Lenzen haben.

Weniger glücklich scheint dagegen Herr Fischer zu sein, bei ihm kommt der DLFC im Vergleich mit der „Leuphana-Truppe“ (siehe dazu auch: „Die schöne neue Uni-Welt“, Telepolis, 19.11.07) schlecht weg. Tatsächlich lassen sich Defizite in Sachen Kommunikationsguerilla beim DLFC kaum übersehen (und mal ehrlich, das ach so tolle „Corporate Design“ der FU scheint doch förmlich nach einer echten Parodie-Website zu betteln; da könnte man wirklich ansetzen).

Natürlich lässt sich Herr Fischer auch nicht lumpen und hat gleich mal vorgemacht, wohin die Reise z.B. gehen könnte, indem er Blofeld in einer Fotomontage den Kopf von Lenzen verpasste. Und verdammt, die Ähnlichkeit ist einfach nicht zu leugnen… Gleichwohl Herr Fischer das wohl auch nicht als Ausgangspunkt für eine unterhaltsamere Satire verstanden wissen will (als Ansatz schwebt ihm wie erwähnt eher „Leuphana“ vor).

Zweites großes Strategie- und Protesttreffen

November 27, 2007

Wie angekündigt, fand letzte Woche das erste „große“ Treffen diverser hochschulpolitisch aktiver Gruppierungen an der FU statt, um gemeinsam Strategie- und Protestkonzepte zu entwerfen.

Inzwischen liegen auch die Ergebnisse dieses Treffens vor, die z.B. im BBFB-Blog nachgelesen werden können:

„Unser gemeinsames Ziel ist, im nächsten Sommersemester eine größere studentische Protestbewegung von unten auf die Beine zu stellen!

Die Formen zur Mobilisierung einer solchen Protestbewegung wurden diskutiert, viele sprachen sich hier für eine aktionsorientierte Kampagne aus. Wie eine solche Kampagne generell aussehen könnte, wurde vielfältig diskutiert und in Stichpunkten zusammengefasst:

Perspektiven: Kampagne, Protest, SoSe 2008, ’40 Jahre 68′, Politisierung, …

Themen: Ökonomisierung der Universitäten, Elite, soziale Selektion, Studiengebühren/konten, Überwachung, System Lenzen, prekäres Studieren, Berliner Hochschulgesetz, Freiräume an der Uni, Qualitätsoffensive in der Lehre, …

Aktionsformen: In die Hörsaale gehen, subversive Kommunikationsguerilla, Teach-Ins, Dieter-Lenzen-Fanclub, Vollversammlungen, Streik, Besetzung, Demo, Volksbegehren, …“

Auf dem Treffen fiel allerdings noch keine Entscheidung, was davon konkret umgesetzt werden soll, wie genau die Kampagne nun aussehen soll. Doch die Zeit drängt, da das alles bereits im kommenden Sommersemester stattfinden und von langer Hand geplant werden soll.

Daher sind alle Interessierten eingeladen, am kommenden Donnerstag (29.11.) beim zweiten Treffen mitzuwirken, welches um 18 Uhr in der Silberlaube im Raum KL 25/134 (gegenüber der EWI-Bibliothek) stattfinden wird.

„Großes“ Treffen am Donnerstag

November 20, 2007

Am Donnerstag (22.11.) wird es um 18 Uhr ein „großes“ Treffen aller hochschulpolitisch aktiven Gruppierungen an der FU in der Silberlaube im Raum L115 (neues Seminarzentrum, wo früher die Mensa war) geben.

In der über Mailinglisten verbreiteten Einladung heißt es:

[Wir] haben überlegt, dass wir es toll fänden, wenn es ein Treffen von all den Leuten, die letztes Semester viel hochschulpolitisch gemacht haben (Fanclub, Unternehmen-Uni versetzen, Hamburger Gruppe, Volksbegehren-Gruppe, G8-Gruppen, Studierbarkeitsumfrage, Inis, Cafes und alle, die ich vergesse…) und auch allen, die neu Lust dazu haben, geben könnte.

Um gemeinsam zu überlegen, was wir Fu-weit (oder auch einzelne Institute oder Gruppen zusammen) dieses Semester oder auch nächstes Semester an Aktionen, Aktionswochen, Texten… noch so gemeinsam machen können oder wollen.

Es geht hier also um ein Koordinierungs- und Austausch-Treffen möglichst aller an der FU hochschulpolitisch tätigen Gruppen, um für die Zukunft gemeinsame Strategien zu entwicklen, Bindungen zu knüpfen, Informationen auszutauschen, Projekte vorzustellen, usw.

Einen ähnlichen Ansatz gab es im Dezember 2005 schon mal beschränkt auf das OSI. Damals sollte mit dem „OSI Forum“ eine regelmässig tagende, informelle Institution geschaffen werden, auf der alle OSI-Studierende ihre Probleme vortragen können und die verschiedenen, politisch aktiven Gruppierungen sich austauschen können. So wollte man unter anderem verhindern, dass jede Gruppe wie bisher ihr eigenes „Süppchen kocht“ ohne von anderen Gruppen mit eventuell ähnlichen Zielen etwas mitzubekommen. Die Sache verlief jedoch nach ein paar Sitzungen weitgehend im Sande (von einer einzigen Comeback-Sitzung im Feburar 2007 mal abgesehen).

Dennoch ist die Idee eines solchen „großen“ Treffens mit möglichst vielen hochschulpolitisch aktiven StudentInnen und Gruppen sicherlich grundsätzlich richtig. Als schwierig dürfte sich jedoch auch heute noch der Versuch erweisen, diese Veranstaltung in relativ kurzen Abständen zu wiederholen (was ja zumindest eine denkbare Option wäre).

DLFC veröffentlicht Protokoll seines „Strategy Congress“

November 8, 2007

Der „Dieter Lenzen Fanclub“ (DLFC) hat das Protokoll seines 5. „Strategy Congress“ veröffentlicht. Dort heißt es unter anderem:

„Unter dem Motto ‚We are so high‘ sollte der 5. ‚Strategy Congress‘ klarmachen, dass ohne die bisherige Arbeit des Fanclubs der Titel Elite-Uni nicht möglich gewesen wäre.

(…) Auch offenbar aus Mittel- bis Unterschicht-Elternhäusern stammende Studierende und deren Sippen waren hinderlich für den reibungslosen Ablauf der Choreographie. Die Reaktionen waren oft einfältig, in an den Fanclubs versendeten Emails und einschlägigen Internetforen zeigte sich, dass die dumpfe Masse erst noch an elitäre Normen und Transavantgarde herangeführt werden muss.

Besonders verfehlt ist die Nachlese der Immatrikulationsfeier in der ‚Liberalen Hochschulgruppe‘ verlaufen. Das dortige Forum ist ein Beispiel dessen, was der Dieter-Lenzen-Fanclub in gemeinsamer Anstrengung mit dem König selbst abschaffen wird.

Somit ist das Verhältnis zur Masse klar: Einige politische Gruppierungen werden durch gezielte Maluspunktevergabe exmatrikuliert werden müssen (inklusive Exmatrikulationsfeier – der Fanclub wird zugegen sein), und langfristig sollten auch alle BA-Studiengänge abgeschafft werden. Die FU muss eine MA- und Promotion-Uni werden!“ („Protokoll des 5. ‚Strategy Congress‘ des DLFC“)

Der AStA, der Lenzen Fanclub und die LHG

November 3, 2007

In einem aktuellen Eintrag im LHG-Blog versucht Ronny die Verwicklungen der AStA-Koalition in die Aktionen des „Dieter Lenzen Fanclubs“ (DLFC) zu belegen. Dafür zieht er eine Email aus dem FaKo-Verteiler, der Mailing Liste der AStA-tragenden Fachschaftsinitiativen (FSIs), heran. In der Email wird dazu aufgerufen, dem FU-Präsident im Zuge einer Veranstaltung am Freitag („Einstein Lectures Dahlem“) erneut zu „huldigen“, die Veranstaltung also ähnlich zu stören wie unlängst die Immatrikulationsfeier (siehe „Lenzen Fans sprengen Immatrikulationsfeier“).

Hintergrund ist offenbar ein weiterer Eintrag im LHG-Blog über die Störung der Immafeier. Dort kam es in den Kommentaren zu einer längeren Diskussion zwischen Sympathisanten und Gegnern der Störaktion. Betont wurde seitens der Sympathisanten dabei unter anderem auch, dass der DLFC eine vom AStA unabhängige Gruppierungen ist. Ronnys neuster LHG-Post stellt offenbar den Versuch dar, dieses Statement zu widerlegen.

Nun ist der DLFC soweit ich das erkennen kann, eine recht lose Gruppierung. Wer alles dazu gehört und wer nicht, lässt sich pauschal nicht sagen. Grundsätzlich kann jedeR sich an den satirisch-sarkastischen Aktionen des DLFC beteiligen und je nach Veranstaltung sind dies vermutlich unterschiedlich viele Personen. Es gibt anscheinend nicht so etwas wie eine feste Mitgliederstruktur.

Da nun der DLFC und der AStA dem FU-Präsidum gleichermaßen äußerst kritisch gegenüberstehen, kann es auch nicht verwundern, dass sich unter den Sympathisanten des DLFC möglicherweise auch Studierende finden, die sich sonst auch in den AStA tragenden Hochulgruppen / FSIs engagieren bzw. als dem AStA nahestehend gelten. Dies belegt aber noch nicht, dass der DLFC eine Art „Tarngruppe“ des AStAs ist, bei der dieser im Hintergrund die Fäden zieht. Viel mehr scheinen auch Studierende bei den „DLFC-Events“ mitzumischen, die sonst nicht viel mit dem AStA zu tun haben. Trotz eventueller „personeller Überschneidungen“ braucht der DLFC daher den AStA nicht, um sein Vorgehen zu koordinieren. Insgesamt erscheint es durchaus angebracht, den DLFC als eine autonome Bewegung zu betrachten – obgleich man sicherlich auch festhalten kann, dass sie dem AStA politisch nahesteht.

Wesentlich schwieriger und kritischer ist dagegen die Frage zu beantworten, inwieweit die Störer auf der Immatrikulationsfeier mit ihrem Protest die Unterstützung der Mehrheit der anwesenden Studierenden hatten oder nicht. Diese Frage taucht bei solchen Aktionen immer wieder auf, sie muss aber wegen ihrer Brisanz auch immer wieder diskutiert werden. Denn entsprechen die Störer mit ihrem Vorgehen nicht dem Willen der Mehrheit der Anwesenden, sollte schon thematisiert werden, mit welchem Recht die Störer dann eigentlich glauben, die Veranstaltung sprengen zu dürfen.

Ich denke man kann behaupten, dass wenn eine kleine Gruppe eine Veranstaltung sprengt, sie in der Regel damit nicht nur den Unmut der Veranstaltungs-Leitung heraufbeschwört, sondern auch den der Mehrheit der anwesenden Personen im Auditorium. Denn wenn jemand in eine Veranstaltung geht, um sich einen Redner anzuhören, dann wird er es doch immer als negativ empfinden, wenn auf einmal andere Personen in die Veranstaltung kommen, die den Redner nicht ausreden lassen wollen. Basierend auf diesem Zusammenhang halte ich es doch für sehr unwahrscheinlich, dass die Mehrheit der auf der Immatrikulationsfeier anwesenden Erstsemester Verständnis für die Störaktion des DLFC aufbringen konnte.

Die Erstsemester wissen aber auch nichts oder vermutlich nur sehr wenig darüber, wie Lenzen diese Uni leitet. Das Argument, es sei schlicht und ergreifend undemokratisch, jemanden nicht einmal zur Rede kommen zu lassen, unterstellt direkt oder indirekt immer auch, man habe es beim Redner mit einer Person zu tun, die sich selbst auch an die demokratischen Spielregeln hält. Genau das ist bei Lenzen aber eben nicht der Fall, wie jedeR erkennen muss, der/die sich näher mit seiner Hochschulpolitik beschäftigt.

Würde Lenzen die FU nicht mit seiner klaren Top-Down-Strategie führen, die z.B. sogar soweit reicht, dass er den Fachbereichen erklärt, wen sie zum Professor machen dürfen und wen nicht, dann bestünde auch gar keine Notwendigkeit, ihn auf irgendwelchen Veranstaltungen niederzubuhen (bzw. „niederzujubeln“), weil man Differenzen dann im Diskurs beilegen könnte. Die Notwendigkeit dieser „Guerillataktik“ ergibt sich demnach erst aus den undemokratischen Strukturen und den asymmetrischen Machtverhältnissen, die an der FU vorherrschen.

Wie sonst sollte man sich gegen Lenzen und seine Politik wehren, wenn nicht auch durch solche medienwirksamen (sic!) Störaktionen? Sicher, aus Sicht von Gruppen wie der LHG sind solche Störaktionen einfach nur destruktiv (das kann man aus den Blogeinträgen herauslesen). Allein stehen sie mit dieser Position keineswegs. Und tatsächlich stellt sich natürlich die Frage, ob die Antwort auf undemokratischen Strukturen darin bestehen kann, dass man selbst zu undemokratischen Methoden (und das Niederbuhen („Niederjubeln“) eines Redebeitrags, der von der Mehrheit der Anwesenden durchaus gehört werden will, ist per se erst einmal immer undemokratisch) greift. Wüssten die „unbedarften“ Erstsemester allerdings was die „Störer“ wissen, wären sie vermutlich eher bereit, für die Störaktion Verständnis aufzubringen. Ferner ist zu beachten, dass hier nicht jemand niedergebuht wurde, der mit dem Auditorium auf Augenhöhe kommuniziert, sondern sich hierarchisch über ihm wähnt und eine Gegenrede i.d.R. nicht zulässt oder aber Gegenargument mittels Machtposition vom Tisch fegt. Auch dies muss bei der Bewertung der Situation natürlich berücksichtigt werden.

Letztlich stellt sich natürlich auch die Frage, wie Gruppen wie die LHG, die solche aktivistische „Bambule“ generell abzulehnen scheint, sich dann alternativen Widerstand (oder meinetwegen Protest) gegen die verfehlte Politik des Präsidiums vorstellt (denn die Defizite in Lenzens Hochschulpolitik werden ja auch von der LHG keineswegs bestritten). Man verfällt hier scheinbar dem Irrglauben, dass man mit einem Autokraten wie Lenzen letztlich immer noch irgendwie reden könne, dass man durch Einwürfe in Gremien dazu beitragen könne, dass Lenzen seinen Kurs korrigiert. Doch das funktioniert so offenbar einfach nicht.

Um Druck zu erzeugen ist es stattdessen notwendig, für die desaströse Situation an der FU Öffentlichkeit zu erzeugen, auch Dritte auf die verfehlte Hochschulpolitik des Präsidiums aufmerksam zu machen. Insofern haben Aktionen wie die des DLFC natürlich eine Berechtigung und bringen Lenzen zumindest ein stückweit in die Defensive (durch das Herbeiführen von FU-kritischer Berichterstattung in den Medien und die Einengung von Lenzens Möglichkeiten sich auf öffentlichen FU-Veranstaltungen zu profilieren).

Dieter Lenzen Fanclub mit neuer Website

Oktober 26, 2007

Der Dieter Lenzen Fanclub (DLFC) hat die Gunst der Stunde (siehe „Lenzen Fans sprengen Immatrikulationsfeier“) genutzt, seine Website neu zu gestalten.

Präsentiert wird ein 10-Punkte-Programm zur „ganzheitlichen Unterstützung“ Dieter Lenzens, welches unter anderem eine „Verschlankung der Hochschulpolitischen Entscheidungsstrukturen statt Räterepublik-ähnlichen Bedingungen“ fordert und Studierenden mit schlechteren Noten die Möglichkeit bieten möchte, „durch adäquate Jobs der jeweiligen Institute (…) ihre Kaufkraft bspw. durch Kopierarbeiten oder Engagement in der Mensa auszugleichen“, um so „exzellente Forschung auch direkt [zu] unterstützen“.

Das Webdesign ist brachial und wäre vermutlich nur durch eine Anlehnung an das Original FU „Corporate Design“ noch zu toppen gewesen.

Lenzen Fans sprengen Immatrikulationsfeier

Oktober 25, 2007

Nachdem es in letzter Zeit recht still um ihn geworden war, feierte der „Dieter Lenzen Fanclub“ (DLFC) gestern ein spektakuläres Comeback. Der DLFC hatte im Vorfeld der gestrigen Immatrikulationsfeier dazu eingeladen, „Lenzen zu klatschen“ (BBFB Blog, 23.10.07). Als weiteres Event stand ein durch eine weitere Gruppe initiiertes „Exzellenzsaufen der Elite“ auf dem Programm, bei dem der frisch gekürte Exzellenzcluster „Vergleichendes Dosenstechen“ Einblicke in seine Arbeit gewähren sollte (BBFB Blog, 23.10.07).

Laut AStA hatte man seitens des FU Präsidiums versucht, die angekündigten Proteste bereits im Keim zu ersticken:

„Die Ankündigungen von Protestaktionen durch verschiedene studentische Gruppen zur zentralen Immatrikulationsfeier der Freien Universität Berlin sorgte bereits im Vorfeld für Wirbel. Durch verschärfte Sicherheitsbedingungen versuchte das Präsidium, mögliche Proteste im Keim zu ersticken. Private Sicherheitskräfte führten stichprobenartige Personenkontrollen durch: Taschen und Jacken durften nicht mit in die Veranstaltung gebracht werden, vor dem Gebäude patroullierten Polizeieinsatzkräfte einer Berliner Hundertschaft, im Inneren beobachteten Zivilpolizisten des Landeskriminalamts misstrauisch die Anwesenden im Audimax der FU.“ („Eklat bei Immatrikulationsfeier“, AStA FU, 24.10.07)

Wie inzwischen auch in einigen Zeitungsartikeln nachzulesen ist, gelang es jedoch nicht, die „Störer“ von ihren Aktionen abzuhalten. Schließlich verließ Präsident Lenzen entnervt den Henry Ford Bau:

„Studenten der Freien Universität haben die Immatrikulationsfeier ihrer Hochschule für Proteste gegen den Elite-Titel und das FU-Präsidium genutzt. Die Rede des FU-Präsidenten Dieter Lenzen ging gestern im überfüllten Audimax der Uni fast vollständig in Sprechchören, Zwischenrufen, Gesängen und Pfiffen unter. Auch in vier anderen Hörsälen, in die die Feier wegen des großen Andrangs übertragen wurde, war Lenzens Ansprache an die Erstsemester kaum zu verstehen.“ („Proteste bei FU-Feier“, Tagesspiegel, 25.10.07)

„Als Dieter Lenzen dann selbst die Bühne des Audimax betrat, brandete Applaus und Jubel auf. Laut, zu laut. In Wirklichkeit hatten diese klatschenden Studenten nur Hohn un Spott für Lenzen übrig (…) Prompt ätzten seine vermeintlichen Fans nach dem Klatschen los: ‚Freies Denken brauch ich nicht! Dieter, sprich! Dieter, sprich!‘ und ’68 ist vorbei, nur der Markt, der macht uns frei!‘. Laut Asta zündete auch noch jemand eine Stinkbombe – da wurde es Präsident Lenzen zu bunt – er verließ verärgert den Saal.“ („Eklat an der FU Berlin“, Spiegel Online, 24.10.07)

Ein ausführlicher Pressespiegel zu diesem Eklat findet sich im BBFB Blog.

Wasserschlacht statt exzellenter Jubel-Demo

Juli 26, 2007

Wie berichtet war für den letzten Tag der Vorlesungszeit eine „Jubel-Demo“ im Kontext der Landes-ASten-Konferenz (LAK) unter dem Motto „Ein Hoch der Exzellenz – Wettbewerb den Studierenden“ geplant. Wie BBFB ausführt, musste diese Demo leider gecancelt werden:

„Die massiv präsenten Polizeikräfte zeigte sich jedoch als mies gelaunte Spielverderber. Bei Taschenvorkontrollen wurden den Studierenden hochgefährliche Gegenstände wie etwa Luftballon abgenommen. Die Durchführung der geplanten Protest Aktionen wäre hierdurch nur noch schwer möglich gewesen. Kurze Zeit später teilte die Polizei dem Versammlungsanmelder mit, dass eine Durchführung der Demo außerhalb von Gehwegen durch die Polizei nicht zugelassen wird. Der Anmelder teilte die Anwesenden deshalb mit das er aus Protest gegen die polizeiliche Repression die Demo nicht durchführen und eröffnen wird.“ (BBFB, 21.07.07)

Die protestierenden Gruppen unterschiedlicher Berliner Hochschulen beschlossen dann den geplanten Wettkampf um den Titel „Elite-Hochschule“ vor das Rote Rathaus zu verlagern. So entbrannte das Wasserduell in alter Oberbaumbrücke-Tradition doch noch. Während nach Angaben von BBFB die Studierenden von HU, TU, TFH und UdK schnell aus dem Rennen waren, machten der „Dieter Lenzen Fanclub“ von der FU und der harte Kern der Alice-Salomon FH (ASFH) den Kampf unter sich aus. Wer letztlich als Gewinner hervorging, ist ähnlich umstritten wie beim großen Vorbild zwischen Kreuzbergern und Friedrichshainern.

Schuld waren wie immer die Ordnungskräfte, die das Duell vorzeitig unterbrachen, weshalb die KontrahentInnen weiterziehen mussten. Am Alexanderplatz gab es dann einen erneuten Versuch die Sache bis zum Ende auszutragen, doch auch hier konnte kein eindeutiger Gewinner ermittelt werden, weshalb man sich aufs nächste Mal vertagte.

Dieter Lenzen Fanclub schließt sich Aufruf zur Jubel-Demo an

Juli 15, 2007

Seine Exzellenz der Präsident der Freien Universität, Dieter Lenzen, hat die Feierlichkeiten zum Beginn seiner zweiten Amtszeit kurzfristig abgesagt. Die Veranstaltung sollte eigentlich am 10. Juli stattfinden, auch der neue „Dieter Lenzen Fanclub“ hatte zu der Veranstaltung eingeladen.

Wie BBFB berichtet, sehen einige Fanclub-Mitglieder den Grund für die Absage in der Bedrohungen der Veranstaltung „durch protestierende Studierende oder in einer Intrige durch Kanzler Lange“. In einer bei BBFB veröffentlichten Erklärung des Fanclubs heißt es weiter:

„Ein wenig schade finden wir den Ausfall der Veranstaltung natürlich schon. Dieter hatte uns spezielle Logenplätze reserviert. Anschließend war ein Treffen der beiden Fanclub Vorsitzenden in privater Atmosphäre verabredet. Dieter Lenzen hat uns jedoch zugesichert das Treffen in Kürze nachzuholen.“ (BBFB, 10.07.07)

Am kommenden Freitag, den 20.07., lädt die Landes-ASten-Konferenz (LAK) zu einer Jubel-Demo am Roten Rathaus um 14 Uhr ein. In der Einladung heißt es:

„Unter dem Motto: ‚Ein Hoch der Exzellenz – Wettbewerb den Studierenden‘, wollen wir endlich der bundesdeutschen Politik für die grandiose Idee der Exzellenzinitiative danken. Zudem sollen den Präsidenten bzw. der einen Präsidentin der Berliner Hochschulen für ihre tolle studierendenorientierte Arbeit im vergangenen Semester und die einmalig gute Umsetzung der Studienreform – also der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge – Huldigung und Jubel entgegen gebracht werden.“ (BBFB, 12.07.07)

Auch wenn es hier nicht nur um den Präsidenten der FU geht, hat sich der Dieter Lenzen Fanclub dem Aufruf angeschlossen, wie über Mailing Listen verbreitet wurde.