Archive for the ‘Seminare’ Category

Akademischer Senat beerdigt OSI-Diplom / Online-Evaluation gestartet

Juni 28, 2008

Wie das LHG-Blog berichtet, hat der Akademische Senat wie zu befürchten stand in seiner Sitzung am 26.06. eine neue Zulassungsordnung verabschiedet, welche die Zulassungszahl für den Diplom-Studiengang Politikwissenschaft auf 0 setzt. Damit werden im kommenden Wintersemester (und wohl auch im folgenden Sommersemester) keine neuen Studierenden für den Studiengang zugelassen.

Wie bereits ausgeführt, soll dieses Vorgehen angeblich dazu dienen, der FU Zeit zu verschaffen, um „empirische Daten“ zu sammeln die dann gegenüber dem Berliner Senat ggf. belegen könnten, dass der – damals extra im Zuge der Bologna Reform modularisierte – Diplom-Studiengang doch noch benötigt wird (siehe „Dekanat und Institutsleitung wollen Diplom mit Moratoriums-Stunt ‚retten'“). Eine fragwürdige Strategie, denn zu vermuten steht, dass ein Diplom-Studiengang wenn er erst einmal ausgesetzt wurde, kaum ein „Comeback“ feiern wird.

Von Vize-Präsidentin „Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. sc. Christine Keitel-Kreidt“ erhielten Studierende der Politikwissenschaft unlängst eine ZEDAT-Email, die vermutlich nicht nur aber auch im Kontext dieser „Rettungsaktion“ gesehen werden kann. Aufgerufen wird nämlich zur Teilnahme an einer Lehr-Evaluation:

„Schwerpunkt des Evaluationsinstrumentes ist die Erfassung von Kompetenzzuwächsen. Hintergrund ist die Umstellung der Studienabschlüsse von Diplom/Magister auf Bachelor/Master (of Science) und die damit einhergehende Neustrukturierung der Lehre. Dabei gelten Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen als mögliche zu fördernde Kompetenzbereiche, deren Vermittlung abhängig vom Veranstaltungstyp (Vorlesungen, Seminare, Übungen, Praktika) und den Zielsetzungen der Lehrenden variieren kann.

Die systematische Online-Evaluation ist eine der verschiedenen Möglichkeiten für die Lehrenden, ein Feedback von Ihnen zu erhalten. So können die Lehrenden prüfen, ob die mit der Lehrveranstaltung verbundenen Ziele erreicht wurden bzw. wo noch Bedarf zur Veränderung besteht, so dass beiderseitige Erwartungen zukünftig besser erfüllt werden können.“

Auf lehrevaluation.fu-berlin.de können Studierende online Evaluationsbögen ausfüllen. Diese ähneln von der Struktur her den alten Zettel-Fragebögen die manche Lehrende am Ende des Semesters rumgehen ließen.

Ob das allein die bisher angeblich fehlenden „empirischen Daten“ sind, die das Dekanat PolSoz und die OSI-Institutsleitung noch erheben möchten, ist aber natürlich fraglich. Immerhin wird aber auch nach dem Studiengang gefragt, man könnte so also beim Auswerten der Bögen auch feststellen, ob die Zufriedenheit mit einer Lehrveranstaltung bei Diplom-Studierenden größer ist, als bei BA-Studierenden. Dies ist durchaus denkbar, etwa weil ein Diplom-Studierender bedingt durch seinen Studiengang mit breiteren Vorkenntnissen in die LV geht, als ein BA-Studierender.

Die Evaluation läuft vom 25. Juni bis zum 08. Juli und die Teilnahme war in den ersten drei Tagen nicht gerade überwältigend (die Anzahl bisheriger Bewertungen wird für jede LV angezeigt). Kann sein, dass sich das bis Anfang Juli noch steigert, doch zu vermuten steht, dass eine solche Teilnahme-Aufforderung in der Mailbox versackt, wenn der/die EmpfängerIn nicht unmittelbar nach der Zustellung auf das Angebot eingeht.

GIMP, Ubuntu und GnuPG in der Aktionswoche

Mai 7, 2008

Inzwischen basteln die ProtestaktivistInnen fleißig am KVV für die Aktionswoche. Einige Termine stehen bereits fest, so z.B. einige computertechnische Workshops, die den TeilnehmerInnen für die „elektronischen Sphäre“ nützliche Kernkompetenzen vermitteln sollen.

GIMP

GIMP ist eine mit Adobe Photoshop vergleichbare aber kostenlose Bildbearbeitungssoftware für Linux, Windows und Mac. Die TeilnehmerInnen am Workshop sollen mit Hilfe des Programms in die Lage versetzt werden, selbst Aufkleber, Plakate, T-Shirts oder ähnliches zu designen. Was nicht nur aber natürlich auch für den Protest wichtig ist.

Der GIMP-Workshop wird voraussichtlich am Dienstag den 20.05. ab 15 Uhr stattfinden. Wo genau ist noch unklar, bisher ist das Rote Café vorgesehen, besser wäre aber natürlich z.B. der PC-Pool im OEI, der eigentlich nie bis ans Limit mit Lehrveranstaltungen belegt ist.

Ubuntu-Install-Party

Ubuntu ist eine kostenlos erhältliche Linux-Distribution. Auf der „Install Party“ wird vorgeführt, wie man das System sicher auf einem Windows-Rechner installiert (neben Windows oder als Ersatz).

Sie findet am Mittwoch den 21.05 ab 15 Uhr entweder in einem Raum der ZEDAT oder aber in den SPLINE Räumlichkeiten in der Informatik statt.

GnuPG

„GnuPG oder GPG ist ein freies Kryptographiesystem, d.h. es dient zum Ver- und Entschlüsseln von Daten sowie zum Erzeugen und Prüfen elektronischer Signaturen“ (Wikipedia).

Der Einsatz von GnuPG ermöglicht es Studierende z.B. ihre Emails, Dateien und Festplatten zu verschlüsseln. Der „Praxisworkshop Datenschutz“ mit dem Schwerpunkt „Verschlüsselung“ findet am Montag den 19.05. ab 16 Uhr in einem bisher noch unbekannten Raum statt.

Entsprechende Anleitungen zur Verwendung von GnuPG / PGP können aber z.B. auch bei Kai Raven nachgelesen werden.

Laßt Sven gehen!

April 26, 2008

Die Kommilitonin Therese Anders berichtet im LHG Blog, dass Juniorprofessor Sven Chojnacki schon Ende letzten Jahres einen Ruf auf die W2-Professur für Internationale Politik und Internationale Gesellschaft an der Uni Kiel erhalten hat.

Und einige OSI-Studierende versuchen nun offenbar zu verhindern, dass Prof. Chojnacki diesem Ruf folgt, in dem sie eine Unterschriftenaktion gestartet haben, in der das Präsidium und der Fachbereich aufgefordert werden, Porf. Chojnacki ein „angemessenes Gegenangebot“ zu unterbreiten.

Argumentativ wird dies gestützt durch die Verdienste die Chojnacki um seine exzellente Lehre erworben hat. Nicht nur bekam er vom OSI-Club den „LorBär“ für „herausragende Lehre“ (von Studierenden durch eine „Postkartenaktion“ gewählt), nein, auch die Kommunikations- und Informationsstelle der FU schreibt in einer ihrer legendären Tagesspiegel-Beilagen, wie beliebt Chojnacki bei den Studierenden ist.

Dass man das als belobigend gemeinte „leistungsfördernde Klima“ (Zitat Studierende in LorBär-Begründung) auch kritisch hinterfragen kann – für den modernen OSI-Studierenden undenkbar. Immerhin fordert Chojnacki in seinen Seminaren z.B. 10 Exzerpte für einen Teilnahmeschein (siehe „Seminar-Blog am OSI“).

Doch wenn ich Zeit und Muße habe, diesen unverhältnismäßigen hohen Leistungsanforderungen gerecht zu werden, was interessieren mich da die KommilitonInnen die vielleicht auch Interesse an der Lehrveranstaltung haben, aber in ihrem Leben noch etwas anderes tun müssen, die LV daher nach der ersten Sitzung gleich wieder verlassen? Ich meine, kann mir doch ganz recht sein, wenn der gute Prof. Chojnacki zu Beginn seiner LV die Anzahl der TeilnehmerInnen soweit runter selektiert, dass er anschließend dann seine „herausragende Lehre“ durchziehen kann. Der Rest verschwindet dann eben in umso mehr überfüllten Alternativ-LVs von weniger selektiv eingestellten Dozierenden, nicht mein Problem.

Und genau das ist die egozentrische, elitäre Denke, die dann dazu führt, dass Professoren wie Sven Chojnacki von einem offenbar nicht unwesentlichen Teil der OSI-Studierendenschaft so umschwärmt werden.

Zu klären wäre in diesem Kontext auch, wo sich Prof. Sven Chojnacki eigentlich positioniert hat, als die ATASP-Clique versucht hat Teilnehmerbeschränkungen für Seminare durchzusetzen (siehe hier und hier). Chojnackis Name fällt in diesem Kontext nicht, doch FALLS er die Teilnehmerbeschränkungs-Fraktion unterstützt hat, mit ihr sympathisiert hat, würde auch das eine Unterstützung für seinen Verbleib am OSI natürlich fraglich erscheinen lassen.

Die Aktion für einen Verbleib Chojnackis am OSI wäre überhaupt nur dann zu unterstützen, wenn kein Ersatz für ihn vorgesehen ist. Denn trotz aller Kritik: Die Lehre am OSI ist so dünn besetzt, dass es kaum vertretbar wäre, den Abgang eines Dozierenden wie Chojnacki zu fordern, wenn nicht absehbar ist, dass dieser einen Nachfolger bekommt. Soll die Juniorprofessur im Falle eines Abgangs Chojnackis allerdings neu besetzt werden, könnte man getrost ausrufen „Laßt Sven gehen!“.

Theoretisch. Faktisch ist es so oder so utopisch, dass es auch eine Unterschriftenaktion FÜR einen Abgang Chojnackis geben wird.

Miranda Schreurs am OSI

Oktober 27, 2007

In diesem Semester hat Prof. Dr. Miranda Schreurs die Nachfolge von Prof. Dr. Martin Jänicke als Leiterin der Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU) angetreten.

Die Professur ist eigentlich gekoppelt mit der für Vergleichende Politiklehre (VPL), hier geht es um die Nachfolge von Prof. Dr. Barbara Riedmüller. Diese von Frau Schreurs wahrzunehmende zweite Funktion ist aber anscheinend zur Zeit auf Eis gelegt, während Prof. Riedmüller weiterhin Lehrveranstaltungen in ihrem Bereich anbietet.

Miranda Schreurs ist nach Angaben des FFU spezialisiert auf „vergleichende Umweltpolitikforschung, Energiepolitik und internationale Kooperation in der Umweltpolitik“. Über ihren akademischen Werdegang heißt es:

„Prior to this she was Associate Professor in the Department of Government and Politics, University of Maryland. Schreurs’ work focuses on comparative environmental politics and policy in Europe, the US, and East Asia. She was born and raised in the United States and has also lived for extended periods in Japan and Germany and briefly in the Netherlands. Her PhD is from the University of Michingan and her MA and BA from the University of Washington. She has also spent time researching or teaching at Harvard University, Utrecht University, the Freie Universität Berlin, Keio University, Chuo University, and Rikkyo University (…)“ (FFU)

Prof. Schreurs ist also schon viel rumgekommen und durch die Konzentration auf Themen wie die vergleichende Umweltpolitikforschung ist sie sicherlich auch die ideale Doppelbesetzung für die Bereiche FFU und VPL.

Den Einstand gibt sie dieses Semester mit einer Vorlesung zum Thema „Introduction to Comparative Politics“ und mit einem Hauptseminar zur „Praxis der Klimaschutzpolitik“, das sie zusammen mit Lutz Mez und Franzjosef Schafhausen leitet (LVs von Prof. Schreurs im WS 07/08).

Hesse beurlaubt

Oktober 19, 2007

Kurzfristig wurden für dieses Semester alle Lehrveranstaltungen von Prof. Hesse abgesagt. Auf seiner Website heißt es, er sei für einen „Forschungsaufenthalt im Ausland“ beurlaubt. Die Frage ist nur, warum das so ausgesprochen kurzfristig bekannt gemacht wurde (nämlich erst am ersten Tag der Vorlesungszeit). So wird es extrem schwierig werden noch Ersatz für Hesses Überblicksvorlesung zu finden.

Etwas mehr erfährt man im LHG Blog über den Fall:

„Und am Otto-Suhr-Institut hat der (nach meiner Kenntnis im Rechtsstreit mit der FU befindliche) Prof. Dr. Joachim Jens Hesse kurzfristig am Montag alle seine Veranstaltung für dieses Semester abgesagt – wie heute auf den Gängen zu erfahren war, um in den Urlaub zu fahren. Genehmigt habe er sich das selbst. Wenn diese Information richtig ist, müssten aus meiner Sicht Disziplinarmaßnahmen folgen. Eine Frechheit ist es auf jeden Fall, erst am ersten Tag der Vorlesungszeit alle Veranstaltungen abzusagen!“ (LHG Blog, 17.10.07)

Wenn Hesse sich wirklich im Rechtsstreit mit der FU befindet, worum geht es da und war das wirklich der Grund für die Absage seiner Lehrveranstaltungen? Hat Hesse die Sache von sich aus hingeschmissen und wurde ihm gar von FU-Seite „empfohlen“, sich dieses Semester eine Auszeit zu nehmen?

Auffällig ist zudem, dass nicht nur Hesses Veranstaltungen ausfallen, sondern auch die von seinem Mitarbeiter Priv.-Doz. Dr. Florian Grotz. Bei diesem stand der Ausfall seiner LVs m.E. allerdings schon länger fest. Einzig das Proseminar von Simon Schubert scheint in diesem Semester stattzufinden.

Natürlich wird ein so außerordentlich beliebter Dozent wie Prof. Hesse am Institut schmerzhaft vermisst. Doch falls er nicht wie andere Kenner des deutschen Rechtsstaats aus Verdruss über die hiesigen Verhältnisse in Rio in den Ruhestand geht, steht er den zukünftigen Schlipsträgern in der Studierendenschaft ja vielleicht schon nächstes Semester wieder zur Verfügung.

FUwatch wird jedenfalls an dem Fall dran bleiben und die Leserschaft darüber informieren, falls Näheres zum Verbleib des „Masters of Anwesenheitslisten“ bekannt wird.

Veranstaltungen für das nächste AVV gesucht

Juli 30, 2007

Wie die FSI Geschichte und BBFB berichten, werden für das nächste Alternative Veranstaltungsverzeichnis (AVV) noch Veranstaltungen gesucht.

„Das Alternative VeranstaltungsVerzeichnis (AVV) erscheint halbjährlich und ist ein Verzeichnis von autonomen Seminaren, Vorträgen, Workshops, Projekten, und Ähnlichem, die sich für alternative und kostenlose Wissensvermittlung einsetzten. Es richtet sich gegen die zunehmende Privatisierung im Bildungsbereich und möchte als Alternative zum normalen Bildungsbetrieb diejenigen unterstützen, die sich für freie Bildung engagieren.

(…) Redaktionsschluss ist der 10. September. Offenes Redaktionstreffen (neue Redaktions-Mitglieder sind herzlich willkommen) ist am 5.9. um 16 Uhr in der Offenen Uni. Erscheinen wird das Heft voraussichtlich am 15. Oktober.“ (AVV Email-Verteiler, 29.07.07)

Wer Veranstaltungen anzukündigen hat, kann dies im AVV-Wiki tun. Weiterhin sollte eine Email mit dem Ankündigungstext an avvb[AT]gmx.net gesendet werden.

Darüber hinaus gibt es eine Yahoo Group, bei der Interessierte sich eintragen können, um über alternative Bildung in Berlin auf dem Laufenden zu bleiben, bzw. um selbst aktuelle Informationen beizusteuern.

Keine Teilnehmer-Beschränkung in den nächsten zwei Semestern

Juli 28, 2007

Wie Dennis Olsen (FSI OSI) im osi-protest-Verteiler berichtet, wird es zumindest in den zwei kommenden Semestern keine Teilnehmer-Beschränkungen am OSI geben. Darauf haben sich Studierende und Dozierende auf dem letzten offenen Arbeitstreffen am Freitag geeinigt.

Vorausgegangen war dieser Einigung eine teilweise recht heftig geführte Auseinandersetzung (siehe hier und hier) zwischen einer Gruppe Dozierender im Mittelbau auf Qualifikationsstellen, die für ihre Lehrveranstaltungen Teilnehmer-Beschränkungen durchsetzen wollten und dafür ein 7-Punkte-Programm ausgearbeitet hatten, und OSI-Studierenden die diesem Programm ablehnend gegenüber standen.

Statt dem 7-Punkte-Programm (das leider nicht online verfügbar ist) einigte man sich nun auf ein alternatives 5-Punkte-Programm, welches keine Teilnehmer-Beschränkungen mehr vorsieht, stattdessen aber folgende Lösungsansätze bietet:

  1. „Kurzfristig erhalten WiMis, deren Seminare eine Teilnehmerzahl von 70 überschreiten, die Möglichkeit in Absprache mit dem Geschäftsführenden Direktor (GD) und der Studiendekanin ihr Seminar zu teilen. Das damit zusätzlich erhaltene Lehrdeputat wird ihnen zu 100% angerechnet. Sie müssen also im darauf folgenden Semester keine oder weniger Lehrveranstaltungen anbieten. Die daraus entstandenen Lücken müssen anderweitig (durch Profs. oder Lehraufträge) geschlossen werden.
  2. So genannte indirekte Teilnahmebegrenzungen (Motivationsschreiben, Leistungsanforderungen, die über die für eine aktive Teilnahme nötigen hinausgehen, usw.) müssen in Zukunft verhindert werden. Hierzu wird eine Ombudsgruppe, bestehend aus Prof. Hajo Funke, Marianne Beisheim und einer/m Studierenden gegründet. Diese Gruppe soll Beschwerden bezüglich indirekter Teilnahmebegrenzungen entgegennehmen und die betroffenen Dozierenden darauf ansprechen bzw. konkrete Maßnahmen zur Unterlassung treffen.
  3. Der GD führt Gespräche mit der Politikwissenschaft an der TU, deren Angebot bisher nur wenig von TU-Studierenden genutzt wird. Es sollen hier Regelungen gefunden werden, die es OSI-Studierenden ermöglichen auch Veranstaltungen an der TU zu besuchen, ohne dass dies einer der beiden Unis schadet oder Ausschlag auf die Kapazitätsberechnung hat. Das Angebot an der TU ist sehr gut und wäre eine große Bereicherung als auch Entlastung für das OSI. Genaueres wird bis Ende August erwartet.
  4. In Zukunft sollen besonders neuralgische Bereiche (IB, Theorie, K-HS) durch die Sicherung und den Ausbau von Lehraufträgen gestärkt werden. Auch hier ist auf das Kapazitätsproblem zu achten. Konkret sollen in Zukunft die Teilnahmezahlen besser ausgewertet werden, um eine effektive Lehrplanung zu ermöglichen.
  5. Evaluierung muss gestärkt werden. Zum Beispiel durch die Wiedereinführung der Evaluationsbögen. Somit könnten für kommende Semester Teilnahmeprognosen getroffen werden, um somit wiederum besser terminlich und angebotsseitig planen zu können.“

Ein sehr lobenswertes Programm, ob es auch funktioniert, wird die Zukunft zeigen. Sollte sich nach zwei Semestern heraussstellen, dass sich an der Situation nichts geändert hat, wird die Teilnehmer-Beschränkung erneut zur Diskussion gebracht.

Als besonders brisant dürfte sich vermutlich der zweite Punkte herausstellen. Etliche Dozierende greifen schon seit langem auf diese Methoden der so genannten „indirekte Teilnahmebegrenzungen“ zurück und es ist fraglich, ob sie sich im Zweifelsfall durch eine Ombudsgruppe davon abbringen lassen werden.

Anzunehmen ist, dass sie argumentieren werden, dass die Zusatzleistungen nichts mit einer „indirekte Teilnahmebegrenzungen“ zu tun haben und dass sie sich auf das Recht der freien Gestaltung ihrer Lehre berufen werden. Der Ansatz hier endlich mal etwas Druck gegen den „Exzerpte-Wahn“ aufzubauen ist aber sicherlich trotzdem richtig. Immerhn ist hier auch von „konkreten Maßnahmen“ die Rede, falls der/die Dozierende sich nicht einsichtig zeigt.

Zunächst muss jedoch erst einmal der Institutsrat das 5-Punkte-Programm absegnen, was jedoch als wahrscheinlich gilt.

Dog-Eat-Dog im OSI Mittelbau

Juli 21, 2007

Wie berichtet gab es unlängst ein offenes Treffen zwischen Dozierenden und Studierenden am OSI, auf dem es unter anderem auch um die Frage ging, wie das Problem der überfüllten Lehrveranstaltungen am besten zu lösen ist.

In einem Kommentar hat der Kommilitone Stefan dankeswerterweise kurz zusammengefasst, was bei diesem Treffen hinsichtlich des „Überfüllung-Problems“ herausgekommen ist.

Danach hat eine Gruppe von Wissenschaftlichen OSI MitarbeiterInnen (Beisheim, Haberecht, Hagemann, Holzscheiter, Peters, Walter) ein Papier vorgelegt, wie das Problem zu lösen wäre.

In diesem Papier fordern die AutorInnen, dass es dem Mittelbau auf Qualifikationsstellen (MaQ) kurzfristig ermöglicht werden soll, die TeilnehmerInnen-Anzahl in Lehrveranstaltungen (LVs) auf 50 Studierende zu beschränken. Unter diesen 50 Studierenden sollen dann maximal 35 sein, die einen „Leistungsschein“ machen können.

Hier stellt sich dann natürlich zunächst die Frage, wie das eigentlich bei der Anmeldung über das SAP Campus Management (CM) gelöst werden soll. Schließlich kann man über das CM zur Zeit zwar die GesamtteilnehmerInnen-Anzahl für eine LV beschränken, das CM differenziert aber nicht zwischen TeilnehmerInnen die einen Leistungsschein machen möchten und solchen die nur einen Teilnahmeschein machen möchten. Man kann die Gesamtanzahl also theoretisch auf 50 beschränken, aber wie will man darüber hinaus sicherstellen, dass sich unter diesen 50 nur maximal 35 mit einem Wunsch nach einem Leistungsschein befinden?

Weiterhin stellt sich natürlich das Problem, dass wenn erst mal die Büchse der Pandora geöffnet ist, andere Dozierende hier nachziehen werden wollen. Wenn der MaQ für sich Teilnehmer-Beschränkungen fordert und auch durchsetzt, drückt er die Studierende damit in LVs von „einfachen“ Lehrbeauftragten, wo es dann natürlich umso voller wird. Konsequenterweise werden die Lehrbeauftragten dann auch eine Beschränkung für ihre LVs fordern. Und auch die ProfessorInnen werden natürlich nachziehen, wenn der Mittelbau erst einmal anfängt, die TeilnehmerInnen-Anzahl zu beschränken. So werden die Studierenden dann zwischen den verschiedenen Gruppen innerhalb der akademischen Hierarchie am OSI hin und her geschubst.

Betont wird von den AutorInnen die Kurzfristigkeit ihrer Maßnahme, langfristig könne dagegen eine gezielte Steuerung der Studierenden erfolgen, die dann der wünschenswerten Wahlfreiheit der Studierenden auch Rechnung tragen würde. So könnte über eine Voranmeldung noch vor Semsterbeginn im CM bzw. Blackboard festgestellt werden, wie hoch das Interesse an welcher LV ist. Bei einer sich dann abzeichnenden Überfüllung könnte das Angebot dann rechtzeitig angepasst werden.

Doch wie muss man sich das konkret vorstellen? Sagen wir, bei dieser Form der beschriebenen Vorprüfung fällt auf, dass die Veranstaltung XYZ besonders beliebt ist und es hier mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Überfüllung kommen wird. Dann bietet derselbe Dozierende seine Veranstaltung gleich zwei Mal an oder organisiert einen Co-Dozierenden, der dann die Parallelveranstaltung mit demselben Thema leitet? Das wird doch nie im Leben funktionieren. Organisatorisch wie lehrkapazitäts-technisch ist ein solches Szenario unrealistisch.

Tatsächlich wird es natürlich auf eine permanente Abschaffung der Wahlfreiheit hinauslaufen. Die viel besuchten LVs werden Teilnehmer-Beschränkungen einführen, die Studierenden damit in eher unbeliebte LVs umgelenkt, um sie so gleichmäßig verteilen zu können. Mit Wahlfreiheit hat das alles nichts mehr zu tun. Die Frage warum die Lehre von einigen Dozierenden beliebter ist als von anderen (bzw. die Inhalte) wird hier nicht mehr gestellt, jeder Dozierende kann sich aufführen wie er will, Dank des neuen Verteilungssystems braucht er nicht fürchten, dass die Studierenden seinen LVs fernbleiben.

Natürlich hatte auch die studentische Seite auf diesem offenen Treffen Vorschläge, wie man vorgehen könnte. Diese wurden aber als nicht durchführbar abgeschmettert, Stefan schrieb:

„Trotz der Erkenntnis, dass das Problem der überfüllten Seminare allen Anschein nach kein Kapazitätsproblem, sondern ein Verteilungsproblem ist, wurden alle anderen Vorschläge, die Situation in den Seminaren erstmal zu analysieren und entsprechende Daten zu recherchieren, als illusorisch und kurzfristig nicht umsetzbar abgewehrt, obwohl diese Vorschläge konkret formuliert wurden. (Gleichverteilung der Veranstaltungen auf die ganze Woche; Vermeidung von Überschneidungen; inhaltliche Abstimmung des Lehrangebots, Nutzung des unterbesuchten Lehrangebots der TU, Druck auf Dozierende, die das Problem mitverursachen, Bsp. Segbers IB-VL)“

Dieses so genannte „offene“ Treffen hatte damit offensichtlich einen reinen Alibi-Charakter. Der Mittelbau auf Qualifikationsstellen (MaQ) setzte sich mit den Studierenden zusammen, obwohl natürlich von Anfang klar war, dass er seine Idee so durchsetzen wollte, wie er sie in seinem Papier formuliert hatte – ohne Abstriche oder Kompromisse, ohne die alternativen Ideen der Studierenden ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Abzuwarten bleibt natürlich, inwieweit der Institutsrat die Ideen des MaQ übernehmen wird. Tatsächlich besteht aber die Möglichkeit, dass es schon im nächsten Semester Teilnehmer-Beschränkungen für LVs des MaQ geben wird. Das nächste offene Treffen zu diesem Thema findet am 27.07. in der Ihne22, E1 um 10 Uhr statt.

Neues von MeinProf.de

Juni 5, 2007

Es gibt Neues von MeinProf.de, wie schon im letzten Jahr berichtet, steht das Webportal zur Bewertung von Dozierenden immer mal wieder in der Kritik, weil gelistete Lehrende sich in Misskredit gebracht sehen. So forderte ein Marketing-Professor an einer FH in Brandenburg unlängst eine „strafbewehrte Unterlassungserklärung“ von den Machern von MeinProf.de, weil Studierende ihn in einem Kommentar unter anderem als „Psychopath“ und seine Lehre als „echt das Letzte“ bezeichnet hatten.

Die Macher hinter MeinProf.de entfernten die Bemerkungen offenbar nicht schnell genug und sollten nun 3000 Euro blechen, falls auf ihrer Seite noch mal eine ähnliche Bemerkung über den Professoren auftaucht, sowie die Anwaltskosten zahlen. Während in erster Instanz noch der Kläger Recht bekam, wurden diese Forderungen jetzt im Berufungsverfahren zurückgewiesen:

„In erster Instanz entschied das Amtsgericht Tiergarten noch zugunsten des Wissenschaftlers. Das Landgericht Berlin allerdings wies seine Forderung im Berufungsverfahren zurück. Die Begründung: Hochschuldozenten müssten sich in ihrer Funktion öffentlicher Kritik stellen. Eine pauschale Unterlassungserklärung könne nicht eingesetzt werden, um vorab kritische Kommentare zu verhindern. Dem Betreiber könne auch keine Vorab-Prüfungspflicht zugemutet werden.

Im Klartext bedeutet das: Von Thomas Metschke und seinen MeinProf-Kollegen kann nicht verlangt werden, dass sie die Seite rund um die Uhr überwachen und jeden Forenbeitrag sofort prüfen.“ (Spiegel Online, 04.06.07)

Die Frage ist, inwieweit dies dem so genannten „Heise Foren Urteil“ entgegensteht (das erst Anfang Mai erneut bestätigt wurde):

„Das Bereithalten von Internetforen stelle eine Form unternehmerischen Betriebs dar. Der Betreiber müsse sein Unternehmen so einrichten, dass er mit seinen sachlichen und personellen Ressourcen in der Lage sei, diesen Geschäftsbetrieb zu beherrschen. ‚Wenn die Zahl der Foren und die Zahl der Einträge so groß ist, dass die Antragsgegnerin nicht über genügend Personal oder genügend technische Mittel verfügt, um diese Einträge vor ihrer Freischaltung einer Prüfung auf ihre Rechtmäßigkeit zu unterziehen, dann muss sie entweder ihre Mittel vergrößern oder den Umfang ihres Betriebs [ …] beschränken‘, so das Landgericht Hamburg.“ (heise news, 14.04.06)

Das ganze Theater könnte man sich sicherlich auch ersparen, indem man die Website vom Ausland aus betreibt (also auch ohne .de-Domain).

Was die Bewertung von FU-Dozierenden bei MeinProf.de angeht, hält das OSI übrigens sowohl einen positiven als auch einen negativen Rekord. Prof. Ladwig gehört mit einem Durchschnitt von 1.4 zu den beliebtesten Dozierenden, Prof. Riedmüller führt mit 4.0 nach wie vor einsam das untere Ende der Skala an (was auf ihre „legendäre“ Einführungsvorlesung zurückzuführen ist, siehe „Riedmüller Affäre“).

Insgesamt ist der Aussagewert von MeinProf.de-Wertungen immer noch nur sehr gering. Es gibt zwar ein Minimum an Wertungen die abgegeben sein müssen, bevor eine Gesamtbewertung veröffentlicht wird, doch ist die Anzahl der teilnehmenden Studierenden bei MeinProf.de immer noch zu niedrig im Verhältnis zur gesamten Anzahl an Studis die mit dem jeweiligen Dozierenden zu tun hatten. Auch kann es sein, dass ein Urteil auf Basis der Bewertung einer einzelnen Lehrveranstaltung die vielleicht vor 2 oder 3 Semestern einmal stattfand zustande kommt. Das ist insgesamt einfach alles immer noch viel zu dünn. Zu begrüßen ist es dennoch, wenn dadurch Druck auf Dozierende ausgeübt werden kann, ihre Lehre zu verbessern.

ATASP-Angriff abgewehrt

Juni 1, 2007

Wie der OZ-Redakteur Marcel Heberlein in einem FUwatch-Kommentar berichtet, hat der Institutsrat (IR) die Anträge der ATASP-Clique auf eine Ausweitung der Teilnehmerbeschränkungen (siehe „ATASP-Clique will Teilnehmerbeschränkungen durchsetzen“) abgelehnt. Der IR hat sich jedoch verpflichtet, eine Lösung für die Teilnehmerproblematik zu finden. Wie das aber konkret aussehen soll, ist noch völlig unklar.

Dennis Olsen (FSI OSI) führt in einem weiteren Kommentar aus, dass die Beschränkungs-Befürworter letztlich doch erreicht haben was sie wollten, denn das Thema wurde auf die Agenda gesetzt. Und es mangelte dann auch nicht an „kreativen“ Lösungsvorschlägen. So schlug etwa Sabine von Oppeln vor, man könne doch die Zahl der Nebenfach- und Beifachstudierenden in den Lehrveranstaltungen beschränken, während Prof. Niedermayer meinte, man sollte einfach in allen Lehrveranstaltungen eine Teilnehmerbeschränkung einführen, damit die Studierenden mehr Druck auf die Dozierenden ausüben, gute Lehre zu betreiben. Die Idee das Lehrangebot auszuweiten, sei keinem der Dozierenden gekommen.

Dem hält Wolf Dermann (LHG FU) entgegen, dass eine Erhöhung des Lehrangebots nicht zu kleineren Lehrveranstaltungen führt: „Der vom BVerfG im NC-Urteil 1972 festgelegte Grundsatz der Kapazitätserschöpfung führt nämlich dazu, dass wenn mehr Lehrveranstaltungen angeboten werden, auch mehr Studienberwerber zugelassen werden müssen. Da die Zulassungszahlen proportional zur Zahl der Lehrverpflichtungsstunden steigen, bleibt die Zahl der Studierenden pro Lehrveranstaltung also gleich.“ Dies sei, so Wolf weiter, auch gut so, weil dadurch verhindert wird, „dass kleinere Kurse einfach durch schärfere NCs geschaffen werden können.“

Die besagte Quote von Studierenden pro Lehrveranstaltung besagt aber vermutlich nicht, dass in einem Kernhauptseminar 70 oder 80 Studierende sitzen sollen. Grundlage ist sicherlich ein Durchschnittswert, so dass es dann eben vorkommen kann, dass in einer LV „zu viele“ und in einer anderen LV „zu wenige“ Studierende sitzen. Die Frage wäre dann, wie man das löst, zwingt man die Studierenden sich gleichmässiger zu verteilen oder sollte man nicht überlegen dazu überzugehen unbeliebte Dozierende, die aufgrund ihrer „schlechten Lehre“ weniger Studierende anziehen auszuwechseln.

Natürlich ist auch dieser Ansatz problematisch, weil er dazu führen könnte, dass die Themenvielfalt vor die Hunde geht, weil nur noch Lehrveranstaltungen mit „Mainstream“-Ausrichtung überleben. Anders formuliert: Hat eine Lehrveranstaltung weniger TeilnehmerInnen, muss dies ja nicht unbedingt am Dozierenden liegen, sondern eventuell auch am Inhalt. Und wenn ein bestimmter Inhalt, ein bestimmtes Thema auf zu wenig Interesse bei Studierenden stößt, legitimiert das allein es aus dem KVV zu verbannen? Wohl kaum. Es muss jedenfalls auch noch Raum für „Nischen“-LVs geben, um die Vielfalt in der Lehre sicherstellen zu können.

Trotz der von Wolf beschriebenen Quotenregelung muss es doch auch noch einen Spielraum geben, die Lehrkapazität zu erhöhen, ohne dass sofort die Zulassungszahlen nach oben schnellen und es dann wieder gleich voll ist (hier zeigt sich ein weiteres Problem: denn keiner kann ja ernsthaft für eine Stagnation oder gar Reduzierung der Zulasssungszahlen eintreten; Wolf verwies bereits auf die NC-Probelmatik). Wenn Prof. Grottian mit seiner Stelle z.B. die Stelle von Prof. Wehland-Rauschenbach mitfinanziert, könnten doch z.B. Prof. Risse und Prof. Börzel jeweils das Gleiche tun, schon hätten wir zwei weitere Profs und eine Erhöhung der Lehrkapazität.

ATASP-Clique will Teilnehmer- Beschränkungen durchsetzen

Mai 29, 2007

Am morgigen Mittwoch (30.05.) findet um 08:30 Uhr im Hörsaal 21/B eine Institutsratssitzung statt. Der Kommilitone Dennis ruft alle OSI-Studis auf, dieser Sitzung beizuwohnen, da auch Anträge auf Ausdehnung der Teilnehmerbeschränkung auf der Tagesordnung stehen. Dennis wörtlich:

„Es ist nicht das erste Mal, dass im Institutsrat solche Anträge zur Debatte stehen. Es ist auch nicht neu, dass Seminare aufgrund eines Mangels an Lehrpersonal von mehr als 40 TeilnehmerInnen besucht werden. Anstatt sich selbst einmal gegen die Kürzungen und für mehr Lehre einzusetzen, wälzen die Dozierenden die Probleme einmal mehr auf die Studierenden ab.“

Namen nennt er nicht, er schreibt nur, dass die antragsstellenden Dozierenden „aus der Ecke Europäische Integration und Internationale Beziehungen“ kommen. Doch auf der OSI-Website erfährt man mehr, bei den besagten Lehrenden handelt es sich offenbar um Ingo Peters, Marianne Beisheim, Sabine Berghahn, Gregor Walter und Sebastian Barnutz (fälschlich „Bamutz“ geschrieben).

Bis auf Berghahn gehören alle Genannten zur „Arbeitsstelle Transnationale Beziehungen, Außen- und Sicherheitspolitik“ (ATASP), die von Prof. Risse geleitet wird und einige der IB-Lehrveranstaltungen am OSI anbietet. Walter vertritt Andrea Liese die bis zum 30.06. Stipendiatin in Harvard ist, und davor hat er soweit ich mich entsinne einen weiteren Dozenten in der Lehre vertreten (ich meine es war Zürcher). Barnutz ist ein junger Nachwuchsdozent, er leitet in diesem Semester ein Proseminar. Aber nun gut, wer lehrt sollte natürlich auch ein Recht haben sich gegen Missstände zu wehren, selbst wenn er wie Walter und Barnutz nicht wirklich zum Institut gehört.

Dass manche Seminare am OSI derart überfüllt sind, dass sie eher Vorlesungen gleichen, lässt sich kaum bestreiten. Nur sollte auch klar sein, dass Teilnehmerbeschränkungen hier keine adäquate Lösung sind. KommilitonInnen die wegen einer Teilnehmerbeschränkung nicht in eine ATASP-LV kommen, müssen sich dann eine alternative LV suchen, weswegen es dort dann umso voller wird (besonders da ATASP-LVs innerhalb der IB-Module vermutlich nicht mal die beliebtesten sind), und die anderen Dozierenden dann auch dazu übergehen werden, ihrerseits Teilnehmerbeschränkungen zu beantragen.

Und selbst wenn es parallel noch alternative LVs gibt, in denen noch Plätze frei sind (was ja das Standardargument ist), dann in der Regel deshalb, weil diese alternativen LVs unbeliebter sind (siehe „Niemand mag Hesse-Seminare“). Durch Teilnahmebeschränkungen drängt man Studierende in LVs ab, deren Dozierende sich einen Dreck darum scheren, wie ihre Lehre bei den KommilitonInnen ankommt.

Auch andere OSI-Dozierende leiden unter überfüllten Lehrveranstaltungen, arrangieren sich aber mit der Situation und schreien anders als die ATASP-Crew nicht gleich nach Teilnehmerbeschränkungen. Natürlich sollte man sich mit einer unmöglichen Situation nicht einfach abfinden, nur wie Dennis schon ganz richtig schrieb, macht man es sich zu leicht, wenn man Teilnehmerbeschränkungen fordert anstatt sich selbst mal gegen die Kürzungen und für mehr Lehre einzusetzen.

Zur Lösung des „ATASP-Problems“ bietet sich folgendes an:

  1. Die ATASP wird komplett vom OSI abgespalten und der Hertie School of Governance angegliedert, denn sein wir ehrlich, da passt sie einfach viel besser hin (mindestens vom Habitus her). Und ich denke, auch die ATASP-MitarbeiterInnen wären da glücklicher. Am OSI suchen wir uns einfach ein paar neue IB-DozentInnen, die nicht so elitär und selektiv eingestellt sind (muss es ja auch noch geben).
  2. Der Master-IB wird an der FU nicht mehr angeboten, dafür bietet ihn die Hertie School of Governance zusammen mit der Humboldt-Viadrina School of Governance an (die HU hängt ja ohnehin schon mit drin).
  3. Den SFB Governance könnte man eventuell auch gleich loswerden (und dafür mehr Lehre anbieten).

Okay, das Problem überfüllter LVs am OSI wäre damit nicht wirklich gelöst, aber zumindest wären wir so unsolidarische IB-Dozierende los und hätten zusätzlich die „IB-risierung“ des OSIs ein stückweit aufgehalten.

Bisher ist jeder Versuch die Teilnehmerbeschränkungen auszuweiten im Institutsrat gescheitert, doch es gibt keine Garantie, dass das auch so bleibt. Insofern hat Dennis sicherlich recht, wenn er schreibt „Kommt daher zahlreich am Mittwoch um 8.30 Uhr zur Sitzung des Institutsrats, zeigt Präsenz, debattiert, lasst euch das nicht gefallen!“

Update 13:45 Uhr

Wie Martin auf dem OSI-Verteiler berichtet war dies offenbar nicht das erste Mal, dass es aus Richtung der ATASP einen Vorstoß in Richtung Teilnehmerbeschränkung gegeben hat: „Vor 2 Jahren haben Risse und Co mal versucht auf sämtliche IB Seminare Teilnehmerbeschränkungen zu erlassen (das ganze gekoppelt mit einem System der Bevorzugung von Master Studierenden).“

Zur weiteren Diskussion siehe unten stehende Kommentare: Während Wolf darauf verweist, dass der Institutsrat (IR) überhaupt keine Befugnis hat eine Teilnehmerbeschränkung zu erlassen, sondern nur der Fachbereichsrat (FBR), erwidert Dennis, dass der FBR die Anträge an den IR geleitet hat, mit dem Hinweis, man solle erst mal dort über die Anträge entscheiden. Ein Vorgehen das andeutet, dass der FBR das Votum des IR dann einfach absegnen wird.

Im FSI-Blog kann man unter anderem den entsprechenden Paragrafen aus der Satzung für Studienangelegenheiten der FU nachlesen. Kritisch heißt es weiter: „Besonders §12 Abs. 2 ist jedoch in der Neufassung der Satzung so schwammig formuliert, dass damit praktisch jede Lehrveranstaltung teilnahmebeschränkt werden könnte.“

G8-Themenwoche: Migration

Mai 11, 2007

Die heutige G8-Themenwoche-Zusammenfasung bezieht sich auf ein Seminar mit dem Titel „Das Konzept der Autonomie der Migration und der migrationspolitische G8-Aufruf“ unter der Leitung von Tobias Pieper (OSI / reflect!) und Fabian Georgi (OSI / reflect!). Im KVV heißt es zur Veranstaltung:

„Die Veranstaltung ist Teil des Proseminars ‚Migration zwischen Kontrolle und Autonomie in Deutschland und anderen Staaten‘. In dieser Sitzung wollen wir das Konzept der Autonomie der Migration diskutieren. Davon ausgehend soll der migrationspolitische Aufruf gegen den G8 Gipfel theoretisch eingeordnet werden. Weitere Infos
unter.“

Im ersten Teil der Veranstaltung wurden zwei Texte von Manuela Bojadzijev und Serhat Karakayali diskutiert, die sich mit dem Thema „Autonomie der Migration“ befassen: „Welcher Widerstand gegen welchen Rassismus?“ in: Jakob-Monata Stiftung (Hg.): Welcher Widerstand gegen welchen Rassismus? Hamburg, 2003. S. 61-74 und „Autonomie der Migration. 10 Thesen zu einer Methode.“ in: Transit Migration Forschungsgruppe (Hg.): Turbulente Ränder. Neue Perspektiven auf Migration an den Grenzen Europas, Bielefeld 2007. S. 203-210.

Im zweiten Teil wurde dann ein „Aufruf zum Aktionstag Flucht und Migration in Rostock im Rahmen der Protestwoche gegen den G8-Gipfel“ von NoLager et al. diskutiert.

Autonomie der Migration

Die These der „Autonomie der Migration“ (wohlgemerkt nicht „Autonomie der MigrantInnen“) von Bojadzijev und Karakayali geht zurück auf den so genannten „Operaismus“: „Im Mittelpunkt der Überlegungen steht stets die Subjektivität der Arbeiter, deren nicht immer offensichtlicher Kampf gegen die Arbeit als treibendes Bewegungsmoment der Geschichte begriffen wird. Die Bewegungen der Kapitalseite und der kapitalistischen Gesellschaft sind als Reaktionen auf diesen Kampf der Arbeiter aufzufassen, nicht umgekehrt“ (Wikipedia).

Bojadzijev und Karakayali erweitern dieses Konzept nun auf die Migration, indem sie die These aufstellen, es handele sich um einen autonomen Prozess: Staat und/oder Kapital reagieren nur auf die Migration, versuchen sie zu regulieren, sie zu lenken, nachdem sie mit ihr konfrontiert werden. Doch das misslingt, Migration unterliegt einer Eigendynamik, sie ist autonom. Autonomie meint aber auch, dass Migration in jedem Fall stattfindet – unabhängig von äußeren Umständen. Im Zentrum stehen wie beim klassischen Operaismus soziale Kämpfe, nur dass es hier eben nicht um ArbeiterInnen, sondern um MigrantInnen geht.

Antirassismus

Auch beim Antirassismus-Konzept der Autoren stehen soziale Spannungsfelder und Kämpfe im Mittelpunkt. Die Referentin formuliert auf ihrem Handout: „Betrachtet man Migration als autonom, ist die Illegalität ein sozialer Kampf, dessen verschiedene Bereiche die Organisation des Alltagslebens, die Bildung von Unterstützungsnetzwerken und der Widerstand sind. Der Antirassismus muss daher an diesen Kämpfen anknüpfen, der Kampf um die Legalisierung wird ein Feld des Antirassismus.“

Der historische Kompromiss zwischen Arbeit und Kapital wird von Bojadzijev und Karakayali als kritisch betrachtet. Denn würde sich die migrantischen ArbeiterInnen frei auf der sozialen Leiter bewegen können, könnte die autochthone Arbeiterklasse nicht mehr vom Abstieg auf die unterste Stufe bewahrt werden, ergo haben die autochthonen ArbeiterInnen kein Interesse an der Freiheit der MigrantInnen. Die Referentin mit Verweis auf die Autoren: „Der staatliche Rassismus ist somit nicht nur ein Instrument des Kapitals oder ein Element zur Etablierung rassistischer Herrschaft, es handelt sich eher um einen materiellen Kristallisationspunkt von Beziehungen zwischen unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen.“

Forderung von Bojadzijev und Karakayali

„Anstelle von erwerbszentrierten sozialstaatlichen Institutionen (Teil des historischen Kompromisses) muss eine Art staatsbürgerschaftsunabhängiges Existenzgeld treten. Der Antirassismus sollte komplett anders gedacht werden und dabei vor allem die Realität der MigrantInnen und ihr Zusammenspiel mit anderen sozialen Gruppen in Betracht gezogen werden“ (Handout der Referentin).

Aufruf für globale Bewegungsfreiheit und gleiche Rechte für alle

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde dann der Bezug zum G8-Gipfel hergestellt. Zur Diskussion stand ein „Aufruf zum Aktionstag Flucht und Migration in Rostock im Rahmen der Protestwoche gegen den G8-Gipfel“. Im Zentrum steht hier die globale Dimension und die wachsende Bedeutung migrantischer Kämpfe, wie ein weiterer Referent ausführt.

Die Kämpfe sind zum einen eine Reaktion auf die massive Ausplünderung im globalen Süden durch den Norden und sollen zum zweiten auch den Anspruch auf weltweit geltende gleiche soziale Rechte durchsetzen. Die G8-Staaten werden in diesem Kontext zusammen mit multinationalen Konzernen und internationalen Organisationen wie IWF, Weltbank und WTO als „globales Apartheidsregime“ bezeichnet, das „neokoloniale Strategien“ (Schuldenpolitik, Unterstützung von korrupten Regimen, Ausplünderung der Ressourcen, etc.) verfolge. Das so genannte „Migrationsmanagement“ meine nichts anderes, als einen weltweiten Prozess der Auslese und der rassistíschen Hierarchisierung.

Diskussion

In der anschließenden Diskussion wurde der plakative, „tendenziöse“ Stil des Aufrufs kritisiert. Der Untertitel des Aufrufs „Wir sind hier, weil ihr unsere Länder zerstört habt!“ suggeriere, man könne immer genau ausmachen, wer der Schuldige sei. Tatsächlich sei dies natürlich nicht möglich. Es sei schlicht und ergreifend zu vereinfachend die G8-Staaten als die Schuldigen auszumachen und selbst wenn müsse man hier stärker differenzieren. Angemerkt wurde auch, es gäbe andere, negative, landesinterne Faktoren, die für den schlechten Zustand eines Landes verantwortlich sein können.

Ein zentraler Streitpunkt war die Frage, ob es denn wirklich einen kausalen Zusammenhang zwischen der Forderung nach globaler Bewegungsfreiheit und der Ausbeutung des Südens durch den Norden gibt. Die eine Seite bejahte dies, da ja erst die Ausbeutung durch den Norden der starke Antrieb für Migration aus dem Süden sei. Die andere Seite meinte dagegen, das Recht auf globale Bewegungsfreiheit sei eigentlich eine losgelöste Forderung (selbst wenn der Norden den Süden nicht ausplündern würde, müsse es so etwas wie ein Recht auf globale Bewegungsfreiheit geben, der kausale Zusammenhang sei an dieser Stelle zu konstruiert).

Fazit

Die Veranstaltung war ein Beispiel für die gelungene Integration einer regulären Lehrveranstaltung in den Kontext der G8-Themenwoche. Dies bot sich bei einem Seminar mit dem Schwerpunkt Migration aber auch an, bei anderen LV-Themen wäre es vermutlich deutlich schwieriger.

Die Diskussion war „durchwachsen“ und ging am Ende leider deutlich in eine reaktionäre Richtung, indem die Verantwortung der G8-Staaten systematisch relativiert wurde (muss noch andere Faktoren geben, kann Schuldigen nicht eindeutig ausmachen, Länder des Südens sind auch selber schuld, usw.). Richtig ist, dass sich der Aufruf plakativ liest, nur es ist eben auch nur ein Aufruf mit dem entsprechenden kämpferischen Pathos, und keine theoretische Abhandlung.

Die G8-Themenwoche bei FUwatch:

Alle Einträge zur G8-Themenwoche.

Niemand mag Hesse-Seminare

Mai 3, 2007

Morgen endet die Frist zur Anmeldung für Lehrveranstaltungen (LVs) über das Campus Management System. Wirft man heute einen Blick in das System, kann man daher sicherlich schon ganz gut die Verteilung der TeilnehmerInnen auf die verschiedenen Lehrveranstaltungen ablesen.


Modul „Internationale Beziehungen“, Stand: 03.05.07, 17 Uhr

So kann man dann auch etwas über die Beliebtheit einzelner Lehrveranstaltungen bei den Studierenden sagen. Denn Lehrveranstaltungen die auf besonders starkes Interesse stoßen haben deutlich mehr TeilnehmerInnen als solche, die offenbar als weniger interessant gelten.


Modul „Politisches System“, Stand: 03.05.07, 17 Uhr

Trotz des eingeschränkten Aussagewerts (es gibt diverse Gründe warum Studierende sich eine bestimmte LV heraussuchen, die nicht zwangsläufig etwas mit einem Interessenschwerpunkt zu haben müssen), kann man doch sicherlich einige Trends herauslesen. Wie z.B., dass die Lehrveranstaltungen von Prof. Hesse offenbar generell nicht besonders beliebt sind.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Endversion des Programms der G8-Themenwoche am OSI

April 28, 2007

Im Blog für die G8-Themenwoche am OSI (07.05.-11.05.) kann man jetzt das endgültige Programm einsehen. Daneben gibt es auch noch ein „KVV“ in dem Interessierte mehr über die einzelnen Veranstaltungen erfahren können.

Die Raumangaben fehlen nach wie vor und werden wohl auch erst recht kurzfristig feststehen. Entnehmen kann man sie Infotafeln die während der Themenwoche aufgestellt werden sollen oder eben dem Blog.

Cilja Harders am OSI

April 27, 2007

Seit diesem Semester ist der Lehrstuhl von Prof. Büttner endlich wieder besetzt, Prof. Dr. Cilja Harders übernimmt die Leitung der „Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients“. Seit dem Wintersemester 03/04 musste die Arbeitsstelle ohne Professur auskommen.

Cilja Harders war dabei nur „zweite Wahl“, eigentlich war für die Stelle Eberhard Kienle vorgesehen, doch nach langem hin und her sagte dieser ab, weshalb die Stelle Frau Harders angeboten wurde (siehe „Solide dritte Ausgabe der OSI-Zeitung“). Cilja Harders war bis dato Junior-Professorin für Geschlechterforschung mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Ihr Lebenslauf weist mehrere Forschungsaufenthalte in Ägypten, Marokko, Jordanien, Syrien, Libanon, Ghana, Burkina Faso und Mali auf, wobei Ägypten / Kairo bis dato wohl ihr Arbeitsschwerpunkt war. Neben Geschlechterforschung und Regionalstudien gehören auch die Internationalen Beziehungen zu Prof. Harders Tätigkeitsfeld. Die Frage einer Kommilitonin, ob sie sich nun eher in der IB oder in der Regionalen Politikanalyse „beheimatet“ sieht, wollte Frau Harders nicht eindeutig beantworten, sie schätzt beide Bereiche gleichermaßen.

Cilja Harders Lehrstil ist moderat, aber nicht laisser-faire. Nachdrücklich bringt sie ihren Unmut über die Tatsache zum Ausdruck, dass es am OSI Usus ist, dass sich die Studierenden erst ab der zweiten oder dritten Woche endgültig entscheiden müssen, ob sie der Lehrveranstaltung beiwohnen oder nicht. Sie betont bei Referaten penibel darauf achten zu wollen, dass die Redezeit von 10 oder 15 Minuten eingehalten wird. KommilitonInnen die während eines Redebeitrags schwatzen, werden umgehend ermahnt. Anwesenheitslisten gibt es soweit FUwatch bekannt keine. Der Seminarplan ist solide strukturiert, die Organisation der Seminare funktioniert.

Update 29.05.07

Wie Bamblog berichtet, hat Prof. Harders während ihrer Tätigkeit an der RUB zusammen mit Franka Hesse auch das Projekt „Gender Blogging“ bearbeitet, „das sich mit der Bedeutung von Weblogs für Beteiligungschancen von Frauen auseinandersetzt“ (Bamblog).

Alternatives Veranstaltungsverzeichnis (AVV)

April 26, 2007

Wie SEMTIX und der FSI-Blog berichten, ist das aktuelle Alternative Veranstaltungsverzeichnis (AVV) draußen. Es liegt sowohl in Wiki-Form als auch als 104 Seiten starke PDF-Datei vor. Die PDF-Variante ist zum Lesen bzw. Drucken sicherlich besser, aber auch die Wiki-Form macht Sinn, da sich am Veranstaltungsplan ja immer wieder Termine ändern, neue Veranstaltungen noch hinzukommen, andere vielleicht ausfallen müssen.

Das AVV ist ein Gemeinschaftsprojekt von Potsdamer und Berliner Studierenden, es beschränkt sich also nicht auf eine Uni, sondern bietet den Vorteil sich auch über den eigenen Campus hinaus je nach Interessenlage besser vernetzen zu können.

Vom ursprünglichen Namen „Vorlesungsverzeichnis“ ist man offenbar abgekommen, was auch richtig ist, leitet die Bezeichnung „Vorlesung“ doch fehl. Denn es geht ja beim AVV eben gerade nicht darum, dass einer Vorträge hält und die anderen artig alles mitschreiben. Veranstaltungsverzeichnis passt da einfach besser, es betont sowohl den interaktiven, kommunikativen Charakter der Veranstaltungen als eben auch ihre Vielfalt.

Ob man sich nun z.B. der „Initiative gegen Größenwahn“ anschließt, gegen Studiengebühren mobilisiert, sich im „Anti G8 Plenum“ einbringt oder einfach etwas über vegane Ernährung lernen möchte, das AVV bietet hier wirklich ein recht breites Spektrum.

Center for the Study of Discrimination based on Sexual Orientation

Februar 26, 2007

Am 17.01. wurde am OSI das neue „Center for the Study of Discrimination based on Sexual Orientation“ (CSDSO) unter der Federführung von Prof. Hans-Joachim Mengel vorgestellt. Auf der Website heißt es zur Zielrichtung des Centers:

„Ziel der Arbeit des Center ist, die Ursachen und Folgen der Diskriminierung von Menschen in vielen Staaten der Welt aufgrund ihrer sexuellen Orientierung zu erforschen und das Thema auch in der Lehre interdisziplinär an einer der größten Deutschen Universitäten – der FU Berlin – auf die Tagesordnung zu setzen.“ (csdso.org)

In diesem Wintersemester wurde zum Thema „Diskriminierung und sexuelle Orientierung“ ein Projektkurs (PK) von Prof. Mengel angeboten, der eng mit dem CSDSO zusammenarbeitete:

„In diesem PK soll die sexuelle Orientierung von Menschen als unabdingbares Menschenrecht herausgearbeitet werden. Es soll über einzelne Länder und die völkerrechtliche Ebene geforscht werden. Die Arbeit ist besonders auf Interdisziplinarität angelegt. Das Thema erfordert u. a. eine rechtliche, historische, soziologische Herangehensweise.“ (csdso.org/lehre)

Bereits im Sommersemester 2006 hatte Prof. Mengel ein ähnliches Hauptseminar angeboten. Der zweite Teil des Projektkurses aus dem Wintersemester findet nun im kommenden Sommersemester 2007 statt. Auch wenn ein PK i.d.R. voraussetzt, dass man beide Teile über zwei Semester besucht, können keinen (PK)-Schein benötigende Interessierte sicherlich auch jetzt noch für den zweiten Teil neu hinzukommen.

In Zeiten in denen vorwiegend nur neue Masterstudiengänge aus dem Boden gestampft werden, ist eine Initiative wie das CSDSO sicherlich eine echte Bereicherung, nicht nur aber auch für die Lehre.

Das CeDiS-Prinzip

Februar 2, 2007

Bei der gestrigen Fragerunde mit dem CeDiS-Leiter Dr. Apostolopoulos verteidigte dieser nachdrücklich die Angebote von CeDiS. Die Veranstaltung war informativ wenngleich an einigen Stellen vielleicht auch etwas bizarr („Hühner mit Kontaktlinsen…“).

Nicht zuletzt der mit aufgeblasenen Backen gemachten Ansage von FUwatch es würde zu einem „High Noon“ kommen war es zu verdanken, dass sich neben Dr. Apostolopoulos mit Kathlen Raith und Stefan Cordes noch zwei CeDiS-MitarbeiterInnen im Seminar einfanden (auch wenn sie nicht viel sagten). Als weiterer Gast wohnte der Veranstaltung auch noch der Leiter des „Compute & Medien Service (CMS)“, Jörg Bechlars von der ZEDAT, bei, um speziell die neue „Account-Poliik“ zu verteidigen (wozu wir aus Zeitgründen aber nicht mehr kamen). Auf studentischer Seite hatte das Säbelrasseln von FUwatch wenig gebracht, die eigentlichen SeminarteilnehmerInnen blieben im wesentlichen unter sich.

Im folgenden die zentralen Positionen und Argumente von Dr. Apostolopoulos.

1) 20-Jahres-Pläne

Der Kritik, dass die von Studierenden und Dozierenden tatsächlich genutzten Blackboard-Funktionen nicht viel mit „E-Learning“ zu tun hätten, entgegnete Dr. Apostolopoulos zweierlei. Erstens reiche die Bereitstellung eines Learning-Management-Systems wie Blackboard natürlich nicht aus, um E-Learning praktizieren können. Zu E-Learning gehöre nun mal mehr. Zweitens würde es einfach noch dauern, bis E-Learning wirklich so praktiziert würde, wie man es sich heute idealtypisch vorstellt. Wie lange genau, kann keiner sagen. Vielleicht 10, 15 oder 20 Jahre.

Eine geschickte Argumentation: Man stellt einen Service bereit und wenn dieser Service nicht oder nur sehr wenig in seiner kompletten Funktionalität genutzt wird, sagt man einfach, es brauche eben noch Zeit, bis sich das ändert. Mit dieser „futuristischen Argumentation“ kann man natürlich so ziemlich alles rechtfertigen.

Das ist ungefähr so, als wenn die Bundesregierung auf die Kritik Hartz-IV würde nicht funktionieren entgegnet, es sei noch viel zu früh das abschließend beurteilen zu können. Selbst unter der Voraussetzung sie hat damit recht (wovon nicht auszugehen ist), kann man keinem Spitzenpolitiker eine solche Argumentation durchgehen lassen. Denn in dem Moment, in dem man den messbaren Erfolg einer Maßnahme an einem nicht näher konkretisierten Zeitpunkt in der Zukunft veranschlagt, entfällt jegliche Möglichkeit über den tatsächlichen Nutzen der Maßnahme eine Aussage treffen zu können.

2) Wir handeln nur, wenn wir dazu aufgefordert werden

Dr. Apostolopoulos betonte, dass CeDiS nicht einfach von sich heraus irgendwelche Neuerungen beschließt. Es würden zunächst Personen an CeDiS herantreten (dezentral, also unabhängig voneinander aus verschiedenen Fachbereichen) und Anforderungen stellen. Namentlich genannt wurde z.B. „die Publizisten“ (konkret einige ProfessorInnen), die dann eben einen FU-eigenen Blogservice fordern. Also macht sich CeDiS daran, einen solchen Blog-Service ins Studierendenportal (bzw. Blackboard) zu integrieren.

Nur auf der empirischen Grundlage von was eigentlich? Es reicht also, wenn einige Dozierende aus einigen Fachbereichen auf CeDiS zukommen? Keine Erhebungen, inwiefern deren Forderungen repräsentativ für den Rest der Uni sind? Und selbst wenn, wer sagt, dass das was die Dozierenden wollen auch von den Studierenden angenommen wird? Aber dazu kommen wir noch.

Um sicherzustellen, die Web 2.0 Features nicht am Bedarf vorbei zu planen, gab es wie berichtet eine Umfrage, bei der Studierende Auskunft geben sollten, was für Features sie sich für das Studierendenportal wünschen (bzw. was für Webangebote sie in ihrem Alltag bereits nutzen). Doch noch bevor das Ergebnis dieser Umfrage feststeht (in ungefähr einer Woche soll es soweit sein), sind einige Features längst beschlossene Sache. Der Blog-Testbetrieb startet am 1. März, das Wiki-System kommt voraussichtlich im Sommersemester und CeDiS-Mitarbeiter Thomas Hüsing steht vor der Vollendung der Blackbird-Implementierung (das ist das RSS-Feature).

Hier kann also keine Rede davon sein, dass sich die Features daran orientieren, was die Studierenden in der Umfrage für Wünsche geäußert haben (was repräsentativ gefordert wird). Begründet wurde dies damit, dass das Wiki- und Blog-System als Zitat „unbedingt nötig“ erachtet wurde und daher auf jeden Fall eingeführt wird. Trotzdem bleibt hier natürlich der fahle Geschmack zurück, diese Studierenden-Umfrage hatte eine reine Alibi-Funktion, um nach außen besser suggerieren zu können, man lege wert darauf, was die Studierenden wollen.

3) Wir stellen die Technik, für die Didaktik sind wir nicht zuständig

Dr. Apostolopoulos führte weiter an, CeDiS verstehe sich als ein Dienstleister, der die technische Infrastruktur bereitstellt, die dann ein E-Learning an der FU ermöglicht. Für die Integrierung der Angebote in die Lehre sei man aber nicht verantwortlich. Schließlich sei es jedem Dozierenden selbst überlassen, ob er die Serviceleistung von CeDiS nutzen möchte oder nicht.

Wenn also ein Angebot von CeDiS nicht angenommen wird, weil Studierende und/oder Lehrende einfach zu unflexibel im Umgang mit den neuen Techniken und Medien sind, ist das nicht das Problem von CeDiS. So nach dem Motto: Ich stelle dir einen schönen Sportwagen vor die Tür und wenn du nicht mit ihm fahren willst, ändert das auch nichts daran, das er schön ist. Herrlich.

4) Zusammenfassung des CeDiS-Prinzips

Riskieren wir anhand des einzuführenden Blog-Systems abschließend noch mal einen Blick in die Zukunft, um exemplarisch zu verdeutlichen wie die hier dargelegte CeDiS-eigene Logik funktioniert:

  1. Es treten einige ProfessorInnen aus verschiedenen Fachbereichen an CeDiS heran und betonen die Notwendigkeit eines FU-eigenen Blog-Systems.
  2. CeDiS handelt und beschließt die Implementierung eines Blog-Systems ins neue Studierendenportal.
  3. Man inszeniert eine Placebo-Umfrage, um zu klären, welche Nebenfeatures außer den bereits beschlossenen Hauptfeatures (darunter auch das Blog-System) ins Studierendenportal kommen sollen.
  4. Die Blog-Funktion wird den Studierenden präsentiert, die FU-Pressestelle gibt eine Pressemitteilung heraus die das neue Blog-System als kolossale Errungenschaft preist.
  5. Die Blog-Funktion wird nur zaghaft angenommen, nur ein Bruchteil der Studierenden findet Zeit und Nerv regelmässigen zu bloggen. Einige Dozierende versuchen begeistert die Blogs für ihre Lehrveranstaltung zu nutzen, doch die Studierende halten sich was die virtuelle Kommunikation angeht zurück.
  6. CeDiS erklärt, dass 1) es noch ungefähr vielleicht eventuell fünf Jahre dauern wird, bis das Blog-System wirklich von einer relevanten Anzahl an Studierenden genutzt wird und dass man 2) ja auch nichts dafür könne, dass die Studierenden (und auch viele Dozierende) so unflexibel auf die Neuerungen reagieren; dafür sei man nicht verantwortlich.
  7. Das nächste CeDiS-Projekt wird in Angriff genommen.

Hach, CeDiS-Mitarbeiter müsste man sein…

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

High Noon mit Dr. Apostolopoulos

Januar 31, 2007

Im Rahmen des Seminars „E-Learning – aktuelle Konzepte, Modelle und Evaluationen“ beantwortet der Leiter des CeDiS, Dr. Nicolas Apostolopoulos, morgen (01.02.) Fragen zum Thema „E-Learning an der FU“. Voraussichtlich wird es drei Schwerpunkte geben:

  1. Grundsätzliches zu CeDiS: Welche Aufgaben nimmt CeDiS an der FU wahr? Was für E-Learning-Angebote gibt es? Könnte das die ZEDAT nicht genauso gut erledigen?
  2. Blackboard: Braucht die FU wirklich ein einheitliches Learning Management System wie Blackboard? Was haben die Features die von Studierenden und Dozierenden zur Zeit hauptsächlich genutzt werden (Informations- und Dateienaustausch) überhaupt mit E-Learning zu tun? Warum hat man sich für das proprietäre Blackboard und gegen OpenSource-Alternativen wie ILIAS oder Moodle entschieden?
  3. Studierendenportal: Ist es datenschutztechnisch nicht bedenklich bisher autonome Systeme (OPAC, Blackboard, etc.) jetzt alle unter dem Hut von ZEDAT-Accounts vereinen zu wollen? Inwiefern existiert bei der Mehrheit der FU-Studierenden wirklich ein Bedarf nach so genannten Web-2.0-Features wie Blogs, Wikis oder einem „Campus Location Finder“? Werden hier die Ergebnisse der Umfrage tatsächlich maßgeblichen Einfluss haben, was am Ende ins Studierendenportal implementiert wird?

Die Veranstaltung findet im OEI, Raum 302b von 12-14 Uhr statt. Eine ausführlichere Version der Fragevorschläge findet sich im Seminar-Wiki. JedeR ist eingeladen, weitere Vorschläge zu ergänzen.

Update 03.02.07

Die finale Version des Fragenkatalogs kann hier heruntergeladen werden, ein Protokoll der Diskussionsrunde gibt es hier.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Gerd Scherm an der FU

Januar 24, 2007

Im Rahmen des Seminars „Soziologie des Internets: Soziale und politische Implikationen der drei abrahamitischen Religionen“ wird der bekannte Schriftsteller Gerd Scherm morgen (25.01.) einen Gastvortrag zum Thema „Das Dilemma der Schriftreligionen“ halten.

Die Veranstaltung findet im OEI, Raum 121 von 10 bis 12 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.