Archive for Juni 2008

Akademischer Senat beerdigt OSI-Diplom / Online-Evaluation gestartet

Juni 28, 2008

Wie das LHG-Blog berichtet, hat der Akademische Senat wie zu befürchten stand in seiner Sitzung am 26.06. eine neue Zulassungsordnung verabschiedet, welche die Zulassungszahl für den Diplom-Studiengang Politikwissenschaft auf 0 setzt. Damit werden im kommenden Wintersemester (und wohl auch im folgenden Sommersemester) keine neuen Studierenden für den Studiengang zugelassen.

Wie bereits ausgeführt, soll dieses Vorgehen angeblich dazu dienen, der FU Zeit zu verschaffen, um „empirische Daten“ zu sammeln die dann gegenüber dem Berliner Senat ggf. belegen könnten, dass der – damals extra im Zuge der Bologna Reform modularisierte – Diplom-Studiengang doch noch benötigt wird (siehe „Dekanat und Institutsleitung wollen Diplom mit Moratoriums-Stunt ‚retten'“). Eine fragwürdige Strategie, denn zu vermuten steht, dass ein Diplom-Studiengang wenn er erst einmal ausgesetzt wurde, kaum ein „Comeback“ feiern wird.

Von Vize-Präsidentin „Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. sc. Christine Keitel-Kreidt“ erhielten Studierende der Politikwissenschaft unlängst eine ZEDAT-Email, die vermutlich nicht nur aber auch im Kontext dieser „Rettungsaktion“ gesehen werden kann. Aufgerufen wird nämlich zur Teilnahme an einer Lehr-Evaluation:

„Schwerpunkt des Evaluationsinstrumentes ist die Erfassung von Kompetenzzuwächsen. Hintergrund ist die Umstellung der Studienabschlüsse von Diplom/Magister auf Bachelor/Master (of Science) und die damit einhergehende Neustrukturierung der Lehre. Dabei gelten Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenzen als mögliche zu fördernde Kompetenzbereiche, deren Vermittlung abhängig vom Veranstaltungstyp (Vorlesungen, Seminare, Übungen, Praktika) und den Zielsetzungen der Lehrenden variieren kann.

Die systematische Online-Evaluation ist eine der verschiedenen Möglichkeiten für die Lehrenden, ein Feedback von Ihnen zu erhalten. So können die Lehrenden prüfen, ob die mit der Lehrveranstaltung verbundenen Ziele erreicht wurden bzw. wo noch Bedarf zur Veränderung besteht, so dass beiderseitige Erwartungen zukünftig besser erfüllt werden können.“

Auf lehrevaluation.fu-berlin.de können Studierende online Evaluationsbögen ausfüllen. Diese ähneln von der Struktur her den alten Zettel-Fragebögen die manche Lehrende am Ende des Semesters rumgehen ließen.

Ob das allein die bisher angeblich fehlenden „empirischen Daten“ sind, die das Dekanat PolSoz und die OSI-Institutsleitung noch erheben möchten, ist aber natürlich fraglich. Immerhin wird aber auch nach dem Studiengang gefragt, man könnte so also beim Auswerten der Bögen auch feststellen, ob die Zufriedenheit mit einer Lehrveranstaltung bei Diplom-Studierenden größer ist, als bei BA-Studierenden. Dies ist durchaus denkbar, etwa weil ein Diplom-Studierender bedingt durch seinen Studiengang mit breiteren Vorkenntnissen in die LV geht, als ein BA-Studierender.

Die Evaluation läuft vom 25. Juni bis zum 08. Juli und die Teilnahme war in den ersten drei Tagen nicht gerade überwältigend (die Anzahl bisheriger Bewertungen wird für jede LV angezeigt). Kann sein, dass sich das bis Anfang Juli noch steigert, doch zu vermuten steht, dass eine solche Teilnahme-Aufforderung in der Mailbox versackt, wenn der/die EmpfängerIn nicht unmittelbar nach der Zustellung auf das Angebot eingeht.

Advertisements

Studierende wollen FU-Zeitung rausbringen

Juni 27, 2008

Der Kommilitone Martin Fischer vom Silberlaube.de-Blog plant zusammen mit Autoren der OSI-Zeitung für das 60-jährige Jubiläum der FU im kommenden Semester eine FU-Zeitung. Nach diesem einmaligen Sonderheft soll die FU-Zeitung dann regelmässig erscheinen, also zu einer echten, gesamtuniversitären „Institution“ werden. Gesucht werden für dieses Projekt noch MitstreiterInnen.

Bisher sind ähnliche Projekte meist gescheitert, weil ihnen der AStA den Geldhahn zugedreht hat. Als Beispiel dafür kann zuletzt das „Polar Magazin“ gelten, das allerdings immerhin bis heute als reines Online-Magazin weiterexistiert (siehe polaronline.de). Dem AStA war „Polar“ nicht kritisch, nicht politisch genug (so meine ich mich zu erinnern war die Begründung) und der Druck dann einfach zu teuer.

Wenn der AStA aber nicht zahlt (oder die Redaktion auch bewusst nicht vom AStA abhängig sein will), müssen alternative Finanzierungsmodelle aufgebaut werden. Alle Versuche ein solches Hochschulmagazin alternativ durch Werbung oder Sponsoring zu finanzieren scheiterten bisher kläglich (oder waren auch nicht gewollt, weil man dann wieder abhängig von den Anzeigenkunden wäre).

Es dürfte jedenfalls interessant sein, wie die neue „FU-Zeitung“ sich finanzieren will. Nimmt man die aufwendigen Hochglanz-Flyer die das Projekt bewerben als Grundlage, scheinen die zukünftigen Zeitungsmacher ja schon eine recht üppige Geldquelle zu haben. Oder aber, sie zahlen den Spaß bisher aus eigener Tasche. Nur auf einer solchen Basis dürfte sich eine regelmässig erscheinende Zeitung über das Sonderheft hinaus kaum finanzieren lassen.

Das zweite zentrale Problem eines solchen Uni-Zeitungsprojekts war in der Vergangenheit immer, dass man die „Nachfolge“ nicht hinbekam. Also ein Jahrgang baute mit Elan eine solche Zeitung auf, publizierte einige Ausgaben, doch dann fehlte in den folgenden Jahrgängen auf einmal das „Personal“, um das Projekt auch über einen beschränkten Zeitraum hinaus weiter am Leben zu erhalten.

So war etwa der „agent provocateur“ über mehrere Jahre hinweg das zentrale Organ der linken OSI-Studierenenschaft, bis er dann nur noch unregelmässig erschien und inzwischen wohl ganz eingestellt wurde. Ganz einfach, weil sich niemand mehr fand, der das Projekt weiter vorantreiben wollte.

Der einzige studentische „Verleger“, der an der FU schon immer regelmässig etwas publizierte, war der AStA (nicht nur, weil er die Mittel, sondern auch das Personal hat). Zur Zeit ist es das „Out of Dahlem“, das zumindest halbwegs regelmässig erscheint und dessen Redaktion trotz politischer Anbindung oder Nähe zum AStA zentrale, aktuelle hochschulpolitische Themen und Diskussionen in Artikeln anspricht, die auch für Studierende lesenswert sind, die vielleicht sonst nicht viel mit dem AStA am Hut haben. De facto ist das „Out of Dahlem“ (OoD) zur Zeit das inoffizielle studentische Hochschulmagazin der FU.

Wer sagt, die Studierendenschaft braucht neben dem OoD auch noch etwas anderes, sollte erst einmmal auf den Punkt bringen, was ihn/sie am OoD stört. Natürlich ist das OoD links, astanah und kritisch, aber was wäre denn der Gegenentwurf? Eine eher feuilletonistisch-seichte Publikation? Homestorys mit Dozierenden, Kritiken über Berliner Szene-Studierendentreffs und vielleicht Kochrezepte für die studentische Küche? Dreiseitige Artikel über die Essens- und Getränke-Vorschriften im FB Wiwiss? Aber nun gut, man wird sehen.

Interessierte, die sich in den Bereichen Journalismus, Fotografie, Layout und/oder Akquisition auskennen, können sich jedenfalls unter fu.zeitung[at]googlemail.com melden und sollten auch mal einen Blick auf fu-zeitung.blogspot.com werfen.

Brot und Spiele

Juni 26, 2008

Niemand geringerer als der FU-Präsident selbst meldete sich nach langer Zeit mal wieder per Email bei den Studierenden! Es musste also entweder um einen Neujahrsgruß oder um den Hochschulsport gehen, denn dies sind die bevorzugten Themen / Anlässe zu denen sich Seine Magnifizenz per ZEDAT-Email an alle Studierenden in unregelmässigen Abständen wendet.

Für einen Neujahrsgruß war es zu spät, es blieb also nur der Sport. Nicht Fußball, denn darin macht ja zur Zeit ohnehin jeder. Nein, nachdem es zuletzt um den Tango ging (siehe „Neuer Spam im Auftrag des Präsidenten“), war diesmal wieder Beachvolleyball (siehe „Email von der ‚persönlichen Referentin des Präsidenten'“) das Thema, eine Sportart die dem Präsidenten offenbar besonders am Herzen liegt (gute PR-Kampagnen sind immer längerfristig ausgelegt).

„Nun haben wir den ersten Beachvolleyballplatz der Freien Universität eröffnet. Er steht allen Mitgliedern unserer Universität kostenlos zur Verfügung. Das Projekt geht zurück auf eine Initiative aus der Studentenschaft, einen eigenen Beachvolleyballclub der Universität zu gründen. Das Präsidium hat diese Aktivität mit der Bereitstellung dieses Platzes gern unterstützt. Vor Vorlesungen, dazwischen, danach steht für Sie alle der Platz zur Verfügung.“

Ein eigener Volleyballplatz! Seine Durchlaucht ist einfach zu gütig. Was der Spaß wohl wieder gekostet hat? Egal, wer braucht schon Juniorprofessoren die für allzu rote Stiftungen tätig waren oder gar ein Institut für Soziologie, wenn er so etwas wie einen Volleyballplatz haben kann!

Bonnie und Clyde gegen den Rest

Juni 25, 2008

Der Hörsaal B des Henry-Ford-Baus war gestern zur Podiumsdiskussion „Selbstverständnis der Politikwissenschaft am OSI“ überraschenderweise überfüllt. Überraschend insofern, als dass davor nichts daraufhin gedeutet hatte, dass sich mehr Studierende als die „üblichen Verdächtigen“ für den Sachverhalt interessieren.

Dieses starke Interesse machte nun aber deutlich, dass viele OSI-Studierende erkannt haben müssen, welchen zentralen Umbruch der neue Strukturplan für das OSI bedeutet. Beschlossen wurde immerhin nichts Geringeres als die schleichende Aufgabe des Bereichs „Politische Theorie“ am OSI.

Zwar existiert nach wie vor die Juniorprofessur „Moderne politische Theorie und Wissenschaftstheorie“ die zur Zeit mit Bernd Ladwig besetzt ist, doch deren Dauerhaftigkeit ist trotz Tenure Track nicht sicher. Die neue Juniorprofessur Ideengeschichte muss sogar ohne Tenure Track auskommen, was Ladwig – der sich im Auditorium befand – massiv kritisierte. Er betonte, dass die Herabstufung der Vollprofessur Ideengeschichte auf eine zeitlich begrenzte, ohne MitarbeiterInnen auskommende Juniorprofessur in jedem Fall eine Schwächung der Politischen Theorie am OSI darstelle. Man sollte wenn, dann die neue Juniorprofessur wenigstens – wie seine eigene – mit Tenure Track ausstatten.

Dem widersprach Thomas Risse auf dem Podium massiv. Er versuchte vorzurechnen, dass das Lehrdeputat das durch den neuen Strukturplan im Bereich „Politische Theorie“ wegfallen würde nur minimal sei, der neue Plan insgesamt sogar eine neue, vorher nicht existierende Professur schaffen würde, es also „netto“ um einen Zugewinn ginge. Ein Standpunkt, der von Diskutanten sowohl auf dem Podium als auch im Auditorium nicht geteilt wurde.

Risse und die ebenfalls auf dem Podium diskutierende Tanja Börzel bestritten zudem den den Gremien vorgeworfenen Mangel an Transparenz bei der Ausarbeitung des neuen Strukturplans. Es ging eine Weile hin und her, was wo in welchem Gremium im öffentlichen und was im nicht-öffentlichen Teil diskutiert worden war.

Während Risse und Börzel versuchten zu argumentieren, die jetzige Entscheidung sei über einen längeren Zeitraum und etliche Gremiensitzungen hinweg langsam herangereift, blieben ihre Opponenten beim Vorwurf der Mauschelei, dass also diese Änderung im wesentlichen im Hinterzimmer beschlossen worden sei und nun in einem Hauruckverfahren Zürcher und Chojnacki ohne Ausschreibung auf die neuen IB-Lehrstühle gehievt werden sollten.

Zürcher hatte bereits eine (zeitlich) beschränkte Professur am OSI, Chojnacki bekanntlich eine Juniorprofessur inne. Nach dem Auslaufen der Stellen drohte ihr Weggang, den Rufen anderer Unis folgend. Demgemäss hatte das OSI handeln müssen, um Zürcher (Sicherheitspolitik) und Chojnacki (Friedensforschung) halten zu können, so Risse. Ferner könne der Sonderforschungsbereich Governance (SFB 700) ohne Professuren in Sicherheitspolitik und Friedensforschung einfach nicht auskommen. Dem hielt Sybille De la Rosa, Doktorandin im Bereich Theorie am SFB, fragend entgegen, ob denn der SFB ohne (Professur) Politische Theorie auskommen könne.

Risse und Börzel bestritten nicht, dass der neue Strukturplan eine Schwerpunktsetzung in Richtung IB / SFB Governance darstellt, meinten aber eine solche Profilierung des Instituts sei in Zeiten knapper Mittel unumgänglich. Dem hielt der Theorieprof Marcus Llanque (der demnächst an der Uni Augsburg lehrt) entgegen, dies müsse vielleicht für eine Uni gelten die insgesamt nur zwei oder drei Professuren im Bereich Politikwissenschaft habe, nicht jedoch für das OSI als größtes politikwissenschaftliches Institut der Republik. Wo wenn nicht hier sollte man auch etwas mehr in die Breite gehen, also durch Professuren möglichst viele Subdisziplinen der Politikwissenschaft abdecken.

Es kam dann zu einer Grundsatzdebatte über den Stellenwert der „Politischen Theorie“ innerhalb der Politikwissenschaft. Was macht Politische Theorie eigentlich aus? Ist sie nicht in jeder Subdisziplin der Politikwissenschaft ohnehin enthalten und braucht daher vielleicht gar keinen eigenen Lehrstuhl? Und wenn sie als eigenständige Subdisziplin existieren sollte, wie steht es dann um ihren Bezug zu Empirie und Praxis? Muss dieser in jedem Fall und unmittelbar erkennbar sein? Die diskutierenden Dozierenden waren sich hier nicht ganz einig, besonders Llanque war bemüht die Eigenständigkeit und Notwendigkeit der Politischen Theorie gegenüber Risse zu verteidigen, gleichwohl letzterer ihr natürlich nicht die „Daseinsberechtigung“ in Abrede stellte.

Die primäre, recht triviale Erkenntnis aus dieser Debatte war, dass DozentInnen in der Politikwissenschaft ganz unterschiedliche Vorstellungen haben, was Politische Theorie ist, welchen Stellenwert sie hat und wie sie anzuwenden / zu lehren ist.

Der Kommilitone Martin Fries, als OSI-Studierender auf dem Podium, versuchte den Stellenwert der (kritischen) Politischen Theorie deutlich zu machen, indem er sie unter anderem auf die Formulierungen im neuen Strukturplan anwandte. Ob das nun wirklich zielführend war oder nicht: Allein durch sein rhetorisches Können brachte Fries das mehrheitlich studentische Auditorium immer wieder zu kleinen Applausorgien. Ihn auf dem Podium zu postieren war zweifellos ein kleiner taktischer Geniestreich.

Während es Fries und Llanque gelang, Risse und Börzel vor sich herzutreiben, wirkten die ebenfalls gegen Risse/Börzel argumentierenden Brigitte Kerchner und Sybille De la Rosa vergleichsweise schwach. Nicht unbedingt inhaltlich, sondern strategisch-rhetorisch. So versuchte Kerchner gegen die starke „Governance“-Ausrichtung zu wettern, indem sie den Begriff historisch als aus der Ökonomie kommend „outete“. Ein taktisch eher fragwürdiges Vorgehen, denn nicht ganz zu unrecht verwies Börzel im Anschluss darauf, dass „Governance“ inzwischen wesentlich vielseitiger verwendet wird.

Insgesamt standen Risse und Börzel ziemlich allein gegen den Rest, selbst die Dozierenden im Auditorium die sich zu Wort meldeten argumentierten eher gegen als mit ihnen. Einzige Ausnahme war hier Marianne Beisheim („das Mädchen mit der Brille“, O-Ton einer Kommilitonin im Auditorium), die darauf verwies, man solle sich doch den SFB einmal genauer ansehen, dieser hätte eine recht breite Ausrichtung, die dann auch die Politische Theorie beträfe. In dieselbe Richtung ging Börzel mit dem Argument, trotz SFB Governance würde man natürlich nicht nur „Governance“ machen.

Neben Beisheim war aus Risses ATASP-Clique noch Ingo Peters anwesend (meine ihn jedenfalls gesehen zu haben), trug allerdings nichts zur Diskussion bei. Auch Klaus Roth, der zur Zeit die Ideengeschichte als Privatdozent am OSI vertritt, sowie der letzte Lehrstuhlinhaber Gerhard Göhler waren anwesend, sagten jedoch nichts. Peter Grottian soll ebenfalls unter den Anwesenden gewesen sein.

Auch etwas von Chojnacki und Zürcher selbst zu hören, wäre natürlich interessant gewesen. Chojnacki soll dagewesen, allerdings nur anschließend mit einem kurzen 20m-Zwischensprint auf dem Weg zur U-Bahn aufgefallen sein. Und Zürcher, nun, der arbeitete wie immer hart daran dem FUwatch-Chefredakteur seinen Titel als „Phantom vom OSI“ streitig zu machen. Selbst wenn er dagewesen sein sollte hat ihn sicherlich kaum jemand erkannt, weil ihn kaum jemand je leibhaftig am Institut gesehen hat.

Auffällig war schon, wie viele Redebeiträge aus dem Auditorium von Dozierenden kamen – und da hörte man dann doch sehr viel Unmut über den neuen Strukturplan heraus. Darüber hinaus hat die ganze Diskussion wenig Neues vermitteln können. Die Argumente und die Informationen die vorgebracht wurden, waren bis auf wenige Ausnahmen bereits vor dieser Diskussionsrunde bekannt.

Mehrfach wurde auf die Transparenz-Kommission (siehe „Erstes Treffen der Transparenz-Kommission am OSI“) verwiesen, die jetzt jeden zweiten Montag um 18 Uhr tagt. Dass die Arbeit dieser Kommission tatsächlich noch zu einer Vollprofessur Ideengeschichte führt, ist allerdings recht unwahrscheinlich. Sie kann natürlich darauf hinwirken, dass ähnliche Prozesse zukünftig transparenter ablaufen, aber auch hier sind die Aussichten auf einen Erfolg nicht unbedingt gut.

Zusammenfassend lässt sich festellen, dass das Interesse am neuen Strukturplan, der Unmut darüber wie er durchgesetzt wurde und auch der Wille zum Widerstand auf dieser Diskussionsveranstaltung bei vielen Dozierenden und Studierenden deutlich zum Vorschein kamen. Es wurde darüber hinaus aber nicht wirklich deutlich, wie etwas am Status quo maßgeblich geändert werden könnte.

Erstes Treffen der Transparenz-Kommission am OSI

Juni 19, 2008

Am morgigen Freitag (20.06.) findet die erste Sitzung der vom Fachbereichsrat (FBR) einberufenen „Kommission für mehr Transparenz in der Entscheidung über Strukturplanänderungen am OSI“ statt.

Wie berichtet hat die Kommission die Aufgabe, für mehr Transparenz zu sorgen, was die Erstellung oder Änderung von Strukturplänen angeht. Nüchtern heißt es in der studentischen Einladung:

„Ursprünglich war die Komission vom FBR wohl als ein Instrument zur Besänftigung des studentischen Protests über die antidemokratisch durchgedrückte Strukturplanänderung gedacht. Wir haben ein Forum bekommen, über die Strukturveränderungen offiziell zu diskutieren – die Entscheidung selbst ist aber bereits gefallen.“

Die Entscheidung die Vollprofessur Ideengeschichte zugunsten von zwei neuen IB-Professuren in eine Juniorprofessur Ideengeschichte zu transferieren kann also mit dieser Kommission auch nicht rückgängig gemacht werden. Es geht eher darum mehr Informationen über den Vorgang zu erhalten, Öffentlichkeit zu schaffen und auszuloten, ob nicht doch noch Spielräume im Strukturplan für eine Vollprofessur Ideengeschichte bestehen (neben den beiden IB-Professuren).

Inwiefern diese Kommission dabei einen reinen Alibi-Charakter hat oder tatsächlich zu einer Verbesserung der Situation führen kann, wird sich herausstellen.

Die Komission soll aus 10 Mitgliedern bestehen, davon jeweils fünf Studierende und Dozierende. Auf Seiten der Dozierenden stehen bereits Prof. Hajo Funke und Prof. Bernd Ladwig als Mitglieder fest.

Die Sitzungen stehen jedoch grundsätzlich jedem Studierenden offen, wer möchte kann also morgen um 14 Uhr in die Garystraße 55, Raum 211 ins Büro von Prof. Ladwig kommen, wo sich die Kommission zu ihrer ersten, „konstituierenden“ Sitzung trifft.

Update 22.06.08

Das Treffen am Freitag diente offenbar nur der Vorbereitung, die Kommission tagt morgen (23.06.) um 18 Uhr das erste Mal. Der Raum steht noch nicht fest, am Büro von Prof. Ladwig (Garystr. 55, R 211) wird es jedoch einen entsprechenden Verweis geben.

Podiumsdiskussion zum „Selbstverständnis der Politikwissenschaft am OSI“

Juni 18, 2008

Unter dem Motto „Was studieren wir? Was lehren wir? Was forschen wir?“ findet am kommenden Dienstag (24.06.) um 18 Uhr eine Podiumsdiskussion zum „Selbstverständnis der Politikwissenschaft am OSI“ im Hörsaal A des Henry-Ford-Baus statt. Diese Veranstaltung sollte ursprünglich schon heute (18.06.) stattfinden, wurde aber verschoben.

Wie berichtet soll es auf dieser Veranstaltung um die aus Sicht vieler OSI-Studis fragwürdige und ohne öffentliche Diskussion verabschiedete Änderung des OSI-Strukturplans gehen, die vorsieht zwei neue IB-Professuren zu schaffen und die Vollprofessur Ideengeschichte zu einer Juniorprofessur herabzustufen.

Da die zwei neuen IB-Professuren inhaltlich in den Sonderforschungsbereich „Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit“ (SFB 700) eingebunden sind, soll in der Diskussion auch die Rolle und starke Dominanz des SFB am OSI thematisiert werden. Die beiden zentralen Diskussionsfragen lauten:

  • Welche Stellung haben Theorie und Ideengeschichte in der Politikwissenschaft – welche haben sie am OSI?
  • Welche Folgen hat die zunehmende Abhängigkeit von Drittmitteln für Forschung und Lehre?


Auf dem Podium diskutieren:


Die Moderation übernimmt der OSI-Kommilitone und Journalist Martin Kaul. Die Diskussion wird sich jedoch nicht auf das Podium beschränken, auch das Auditorium kann sich einbringen. Alle die am OSI studieren, forschen und lehren sind eingeladen, zu erscheinen und sich zu beteiligen.

Organisiert wird die Veranstaltung von der „Studentischen Initiative für Politische Theorie am OSI“ (pol.theorieosi[at]googlemail.com) die auch schon entsprechende Flyer aufgehängt und als Email über Verteiler geschickt hat. Es bleibt daher zu hoffen, dass der Hörsaal A im HFB auch voll wird.

AK Hopo ruft zur Beteiligung an BA-Umfrage mit „kritischem Blick“ auf

Juni 16, 2008

Der Arbeitskreis Hochschulpolitik (AK Hopo) des AStA FU hat einen Aufruf zur aktuellen Bachelor-Umfrage an der FU veröffentlicht und unterzieht die Fragen der Erhebung dabei einer kritischen Analyse. Das Fazit fällt für die Macher der Umfrage wenig schmeichelhaft aus:

„Schlussendlich müssen wir also feststellen, dass es sich bei dieser Umfrage um ein teilweise sehr suggestives und undifferenziertes Papier handelt, das zu stark am Ideal der Karriere ausgerichtet ist und keinen Platz für andere Lebensvorstellungen lässt. Die Uni sollte eigentlich ein Ort der freien Bildung und des selbstbestimmten Lernens sein!“ („An alle, die keine Lust auf BA-(Umfragen) haben“, FSI Blog, 12.06.08)

Dennoch wird nicht zu einem Boykott aufgerufen, die Teilnahme sei schon sinnvoll, nur sollten die Studierenden den Fragebogen mit einem „kritischen Blick“ ausfüllen.

Die Aufforderung zur Teilnahme an der Erhebung ging BA-Studierenden vor kurzem per ZEDAT Email durch die FU zu.

Widerstand gegen Abwertung der Ideengeschichte am OSI

Juni 15, 2008

Auch nachdem der Fachbereichsrat (FBR) unlängst den neuen Strukturplan des OSI Institutsrats (IR) bewilligt hat (siehe: „Fachbereichsrat bewilligt neuen Strukturplan“), der vorsieht die W3-Professur für Ideengeschichte nicht neu zu besetzen sondern in eine Juniorprofessur umzuwandeln, geben sich die Gegner dieser Neuausrichtung nicht geschlagen.

Jetzt hat sich auch die „Sektion für Politische Theorie und Ideengeschichte“ der „Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft“ (DVPW) in einem offenen Brief an FU-Präsident Lenzen, Fachbereichsdekanin Riedmüller und Institutsdirektor Massing zu Wort gemeldet.

Die VerfasserInnen warnen in ihrem Brief vor den negativen Konsequenzen, die eine solche Abwertung der Ideengeschichte am OSI hätte:

„(…) Mit der Abwertung der Stelle zur Juniorprofessur wird die ideengeschichtliche Grundlagenforschung, von der die Teilgebiete in ihrer Produktivität zehren, von einer zentralen und identitätsprägenden zu einer Randdisziplin der Politikwissenschaft heruntergestuft. Solche Richtungsentscheidungen betreffen das Selbstverständnis der Politikwissenschaft bundesweit und betreffen daher alle Fachkolleginnen und –kollegen. (…)

(…) Ein stark im Bereich der Governance und der Globalisierungs-Forschung engagiertes Institut läuft Gefahr, sich mit dem Verzicht auf selbständige ideengeschichtliche Forschung auch in Bezug auf kosmopolitische und interkulturell vergleichende Ansätze eines kritischen Potentials zu berauben.

In den führenden britischen und U.S.-amerikanischen Departments für Politikwissenschaft ist die Notwendigkeit einer starken Repräsentation der Politischen Theorie und Ideengeschichte längst anerkannt; sie sollte hierzulande eine Selbstverständlichkeit sein. (…)“ (Offener Brief der DVPW an Lenzen, Riedmüller und Massing, 12.06.08)

Dass sich die EntscheidungsträgerInnen ernsthaft von einem offenen Brief der DVPW beeindrucken lassen, erscheint jedoch sehr unwahrscheinlich. Dennoch macht der Schrieb zumindest deutlich, wie umstritten das Vorgehen von IR und FBR innerhalb der politikwissenschaftlichen Disziplin ist.

Am kommenden Mittwoch (18.06.) ist um 18 Uhr eine Podiumsdisskussion angesetzt, auf der die Frage „Wozu Politikwissenschaft“ im Kontext der neuen IB-Professuren und der abgewerteten Professur Ideengeschichte thematisiert werden soll. Wo diese Veranstaltung stattfinden soll, wer die Veranstalter und wer die TeilnehmerInnen auf dem Podium sein sollen, ist allerdings noch unklar. Es gibt dazu bisher keine Pressemitteilung, keinen (sichtbaren) Flyer, kein sonstiges offizielles Announcement.

Sicher scheint nur, dass der legendäre „Dieter Lenzen Fanclub“ (DLFC) die Veranstaltung für eines seiner nicht minder legendären Comebacks nutzen möchte. Bereits vor der eigentlichen Podiumsdiskussion will er dafür eine Aktion starten, die einmal mehr die Weisheit und Erhabenheit von FU Präsident Lenzen preisen soll.

Ist diese phantomhafte Podiumsdiskussion also am Ende nur eine Erfindung des DLFC? Oder findet sie wirklich statt und man hat nur vergessen, in einem breiteren Umfang dafür zu werben? Interessant ist auch, dass zeitgleich im Roten Café die nächste Fako-Sitzung stattfinden soll. Ist das Fako-Treffen also identisch mit der „Podiumsdiskussion“ oder gab es hier eine Planungspanne? Beide Veranstaltungen parallel stattfinden zu lassen, erscheint zumindest ungünstig.

Update 17.06.08

Die Veranstaltung wurde auf kommenden Dienstag (24.06.), 18 Uhr im Hörsaal A des Henry-Ford-Baus verschoben.

Die „Berlin Research University“ ist tot – es lebe das „Berlin International Forum for Excellence“

Juni 11, 2008

Wie unter anderem Tagesspiegel und taz gestern berichteten, hat der Berliner Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner vorgestern auf eine Pressekonferenz einen Kompromiss in Sachen „Superuni“ bekanntgegeben.

Vor mehr als einem Jahr stellte Zöllner seinen Plan einer Forschungsuniversität vor, die alle exzellenten Bereiche der Berliner Universität bündeln sollte (siehe „Berlin Research University – Die konsequente Weiterentwicklung des Exzellenzgedankens“).

Doch Zöllners Vorschlag stieß auf wenig Gegenliebe. Zuerst wurde befürchtet, sein Vorschlag könne die Aussichten der Berliner Unis in der Exzellenzinitiative erfolgreich zu sein schmälern („Killt Zöllners Superuni die Exzellenzaussichten der Berliner Unis?“), danach ließ insbesondere der Präsident der inzwischen zur Exzellenz geadelten FU durchblicken, dass er von dem Konzept wenig halte („Killt Lenzen mit seinen neuen Muskeln jetzt Zöllners Superuni?“) und es kam zu einem Showdown im FU-Kuratorium („High Noon im FU-Kuratorium“).

Das Grundproblem von Zöllners Superuni war, dass sie den Berliner Unis Kompetenzen entzogen und die Spitzenforschung in die neue Superuni ausgelagert hätte. Sicherlich nicht ganz zu unrecht wurde daher befürchtet, dass die Unis „ausbluten“ würden. Weiterer Streitpunkt war, dass die neue Superuni die „strategische Forschungsplanung für Berlin“ übernehmen sollte und den Unis damit faktisch hätte vorschreiben können, in welche Richtung ihre Forschung gehen soll bzw. wo Forschungsschwerpunkte zu setzen sind.

Spätestens nachdem die FU dann durch ihr Bestehen in der Exzellenzinitiative noch mehr Selbstvertrauen und Einfluss getankt hatte, war Zöllner chancenlos. Es ging letztlich nur noch darum, wie der „Supersenator“ da ohne allzu viel Gesichtsverlust wieder rauskommen konnte.

Der Kompromiss sieht nun vor, dass aus der ursprünglich geplanten „Superuni“ eine „Superstiftung“ wird, statt der „Berlin Research University“ soll es ein „Berlin International Forum for Excellence“ geben. In diesem Forum werden sowohl die vier Berliner Unis (FU, HU, TU und UdK) vertreten sein, als auch die vier großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen: Fraunhofer-Gesellschaft, Max-Planck-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft und Leibniz-Gemeinschaft.

„Durch eine starke Stimme der Unis in der Stiftung sollen diese ihre Forschungsfelder verknüpfen und gemeinsame Empfehlungen für eine strategische Forschungsentwicklung aussprechen – etwa ob künftig verstärkt Forschung zu Nanotechnologie oder Stadtsoziologie gefördert werden soll. Wollen die Unis von den Forschungsgeldern etwas abbekommen, müssen sie sich dann allerdings auch daran halten.“ („Die Superuni geht stiften“, taz, 10.06.08)

Wohlgemerkt, „Empfehlungen“. Die Entscheidungen der neuen „Superstiftung“ sind also nicht bindend, wie insbesondere auch Lenzen betonte:

„Die Stiftung gibt ‚Empfehlungen zu Entwicklungsperspektiven für den Forschungsstandort Berlin‘. Auch diese Formulierung scheint FU-Präsident Lenzen nicht recht geheuer zu sein. ‚Empfehlungen können nie determinierend sein. Wenn doch, werden sie von den Institutionen unterlaufen‘, pochte Lenzen auf die Autonomie der Unis. Man werde sich an die Empfehlungen der Superstiftung ’nicht sklavisch binden‘. Die Hochschulen müssten selbst entscheiden, ob sie ihre Berufungen an die Empfehlungen der Superstiftung anpassen und ihre Mittel entsprechend konzentrieren könnten.“ („Zöllners Superstiftung“, Tagesspiegel, 10.06.08)

Für die Jahre 2008 und 2009 will das Land Berlin der Stiftung je 35 Millionen Euro zur Verfügung stellen, für 2010 und 2011 je 45 Millionen Euro, was über einen Zeitraum von vier Jahren also immerhin insgesamt 160 Millionen Eure wären. Die taz betont jedoch:

„Doch dieses Geld ist kein zusätzliches Forschungsgeld, sondern längst Bestandteil der mittelfristigen Haushaltsplanung des Landes. Strittig war bislang, wie diese Mittel an die Unis kommen. Jetzt steht fest: Ein Großteil wird über die Stiftung an die Unis fließen.

Weil die vier Berliner Universitäten hier auf Augenhöhe mit den vier großen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sitzen, heißt das vor allem: Unter dem neuen Stiftungsdach werden nun auch neue Verteilungskämpfe stattfinden – allerdings mit anderen Mitteln. Denn wer an den Universitäten künftig von den Forschungsgeldern profitieren will, kann die Gelder nur im Verbund mit anderen beantragen.“ („Die Superuni geht stiften“, taz, 10.06.08)

Innerhalb der Stiftung wird es also zur Verteilungskämpfen und „Allianzen“ der verschiedenen Mitglieder kommen. Bevor es soweit ist, müssen die Unipräsidenten die Pläne aber erst noch durch die universitären Gremien bringen. Der Tagesspiegel prognostiziert hier Schwierigkeiten, weil auch die Verhandlungen der neuen Hochschulverträge anstehen und die Superstiftung neue Risiken birgt:

„Weil sie sich mit der Superstiftung neue Risiken aufladen – es ist noch offen, wie das Projekt nach 2011 weiterfinanziert wird – könnten sie [die Gremien, Anm. FUwatch] ihre Zustimmung davon abhängig machen, ob sie mit den neuen Hochschulverträgen zufrieden sind.“ („Zöllners Superstiftung“, Tagesspiegel, 10.06.08)

Zumindest an der FU (und man kann dies sicherlich auch auf die anderen Berliner Unis übertragen) ist diese Problematik aber sehr relativ, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass das Präsidium nahezu alles was es durch Gremien bekommen will auch durchbekommt. Die Frage ist also eher, ob Lenzen diesen Kompromiss wirklich will.

Selbst wenn der Kompromiss aber Realität wird und Berlin damit am Ende Dank der neuen Superstiftung „zu einem der wichtigsten Forschungsstandorte der Welt“ wird, bleibt einmal mehr die Frage, was das der Lehre nutzen wird, bei der die Defizite zur Zeit wesentlich eklatanter sind, als in der Forschung.

Bedingt bessere Forschung tatsächlich auch bessere Lehre? Oder wird eine immer stäkere Konzentration auf den Bereich Forschung nicht eher zunehmend dazu führen, dass der Bereich Lehre immer stärker ins Abseits gerät?

Was erlauben Bartelt!

Juni 10, 2008

Im FSI Blog findet sich ein aktueller Eintrag, der sich kritisch mit den Vorgängen auf der Sitzung des Akademischen Senats vom 28.05. auseinandersetzt. Auf der Sitzung ging es neben dem OSI-Diplom (siehe dazu „Akademischer Senat vertagt Entscheidung über OSI-Diplom“) auch noch um andere Punkte, darunter die Neuwahl der Mitglieder der Kommission für Lehre (KfL).

In die KfL werden auch studentische VetreterInnen gewählt und dafür hatten die studentischen VertreterInnen im Akademischen Senats (AS) bereits eine Liste mit KandidatInnen vorgelegt. Überraschend für die Mitglieder des AS legte das Präsidium aber nun auf einmal eine eigene Liste mit möglichen studentischen KandidatInnen vor.

Im FSI Blog heißt es, das Präsidium hätte diesen Schritt damit begründet, dass es einen gemeinsamen Konsensvorschlag von studentischen VertreterInnen im AS und Präsidium für die zu wählenden studentischen Mitglieder der KfL geben müsse. Drei der von den studentischen VertreterInnen vorgeschlagenen KommilitonInnen wurden vom Präsidium abgelehnt, weil sie keinen Lebenslauf eingereicht hatten. Der vierte, Mathias Bartelt, hatte das zwar getan, wurde aber aus anderen Gründen abgelehnt, die die FU-Vizepräsidentin Keitel-Kreidt offenbar ausführlicher darstellte:

Als vierter Student wurde Mathias Bartelt vom Präsidium abgelehnt, der zwar seinen Lebenslauf eingesandt hatte, jedoch bei Vizepräsidentin Keitel-Kreidt, wie sie offen und öffentlich in der AS-Sitzung bekannte, vehement auf Ablehnung stoße. Sie begründete dies AS-öffentlich damit, daß er den Studienerfolgsbericht veröffentlicht hätte (siehe dazu auch hier die Berichterstattung auf FUwatch: „Advent, Advent, die Lehre brennt“ und „Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne“.), Magister-Student sei, falsche Berichte über die Sitzungen der KfL veröffentlicht hätte und sie als Vorsitzende der KfL ihn bisher nie konstruktiv an den Studienordnungen habe mit arbeiten, sondern die KfL nur für allgemeinpolitische Diskussionen missbrauchen sehen.

Dies hatte erst ein Mal Erheiterung im (diese Sitzung gut besuchten studentischen) Publikum zur Folge. Als die AS-Studierenden-Vertretung dennoch an Bartelt fest hielt, ging Keitel-Kreidt noch weiter: Sie könne und wolle mit ihm nicht arbeiten, es sei so keine Arbeit der KfL möglich und sie würde der KfL nicht weiter vorsitzen, falls er dennoch zum studentischen KfL-Mitglied gewählt würde. Es folgte weiteres Gelächter, jedoch auch eine zunehmend unruhige Stimmung im AS. Schließlich werden nicht oft in solcher Weise Personen oder bestimmte Studierende im AS diskreditiert.“ („Eklat im Akademischen Senat der FU“, FSI Blog, 10.06.08)

Dem Kommilitonen Mathias wurde nicht gestattet, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, sie werden in besagtem FSI Blog Eintrag aber einer genaueren Betrachtung unterzogen und als nicht haltbar eingestuft.

Der Antrag der studentischen AS-Vertreterin Sarah Walz dem Kommilitonen Mathias Bartelt das Wort zu erteilen, wurde vom FU-Präsidenten Lenzen als Sitzungsleiter übergegangen. Er stellte stattdessen den Antrag erst einmal über die KfL-Mitglieder (inklusive studentische VetreterInnen) abzustimmen, bei denen schon Konsens bestand. Im FSI Blog heißt es zu diesem Vorgehen:

„Dieses ‚Herauspicken‘ einzelner studentischer Kandidierender ist angesichts zweier verschiedener Gesamt(!)- und nicht Einzelvorschläge rechtlich problematisch, zumal keine Einzelabstimmung von der AS-Studierendenvertretung beantragt worden war oder deren Zustimmung gefunden hatte.“ („Eklat im Akademischen Senat der FU“, FSI Blog, 10.06.08)

In der Tat ein fragliches Vorgehen. Neben diesen rein formalen Defiziten besteht der eigentlich Skandal aber natürlich ganz grundsätzlich darin, dass das Präsidium sich anschickt der Gruppe der studentischen VertreterInnen reinreden zu wollen, wen sie als RepräsentantInnen ihrer Gruppe zur Wahl stellen sollen.

Das ganze Prozedere zielt offenkundig nur darauf ab, dem Präsidium unliebsame Studierende aus Gremien wie der KfL rauszuhalten und nach Möglichkeit nur Studierende zur Wahl zu stellen, die dem Kurs des Präsidiums nahestehen oder wenigstens nicht wie der Kommilitone Mathias versuchen mehr Transparenz zu schaffen. Dabei gehen die Entscheidungen die in diesen Gremien getroffen werden alle Studierende etwas an, weshalb sie das Recht haben sollten, dass man sie umfassend und auch kritisch über die Vorgänge unterrichtet.

Umbaupläne in der Ihne21/22 und Garry55 zur Schaffung der neuen Sozialwissenschaftlichen Bibliothek

Juni 6, 2008

Auf studentischen Email-Verteilern kursiert zur Zeit ein Papier der Fachbereichsverwaltung (FBV) des FB PolSoz mit dem Titel „Integration der Fachbibliotheken des Bibliotheksbereichs IV (ohne JFK) am Standort Ihnestraße 21, 22 und Garystraße 55“. Wie der Name schon deutlich macht, geht es um einen Vorschlag des Dekanats welche Umbaumaßnahmen in der Ihne21/22 und Garry55 erfolgen müssten, um hier die neue Sozialwissenschaftliche Bibliothek unterzubringen.

Dies schließt Pläne die neue Bibliothek in die UB zu integrieren nicht aus (diese nimmt das Dekanat „zur Kenntnis“). Thema des Papiers ist aber, wie die Zusammenführung verschiedener Fachbibliotheken zunächst in der Ihne21/22 und Garry55 räumlich zu bewältigen ist, denn die Schaffung einer Sozialwissenschaftlichen Bibliothek läuft ja bereits.

Bezüglich der Garrystr. 55 heißt es in dem Papier:

„Das Erdgeschoss der Garystraße 55 wird danach komplett zur Unterbringung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bibliothek genutzt. (…)

(…) Eine bauliche Einbindung des Hörsaales 55-A in die Bibliothek (neben einer Vorverlegung Bibliothekseinganges und der Ausleihe in das Foyer) wären geeignet, langfristig oder auf Dauer eine auch vom Eingangsbereich her ansprechende Sozialwissenschaftliche Bibliothek zu schaffen und dabei derzeitige Sicherheitsrisiken zu beseitigen.“

Womit der Hörsaal A in der Garry55 dann offenbar wegfallen würde und Bestandteil der neuen Bibliothek wäre, die ihren Eigangsbereich im bisherigen Foyer hätte. Diesem Wegfall des Hörsaal A steht dann aber auch ein gleichtzeitiger Zugewinn an Raum im Erdgeschoss der Ihne21 gegenüber:

„Ein Ersatz für verloren gegangene Unterrichtsflächen durch die Abgabe des Hörsaals 55/A wird für das OEI durch die Mitnutzung der Hörsäle (vorhandene oder zu schaffende) im Fachbereich sichergestellt. Die Flächen des Erdgeschosses der Ihnestraße 21 werden gänzlich oder zu großen Teilen für die Lehre nutzbar eingerichtet.

Derzeit besteht ein Bedarf von Raumkapazität für fünf Lehrveranstaltungen der Publizistik, die auf Grund ihrer spezifischen Bedürfnisse an technischer Betreuung und Ausstattung derzeit noch am Standort Lankwitz verblieben sind. Dies sollte in der Ihnestraße 21 im Erdgeschoss realisiert werden.“

(…) (Auf Vorschlag von Mitarbeiterinnen der Bibliothek am 8.5.08 anlässlich einer Aussprache mit der FBV wurde der Kompromissvorschlag formuliert, die Westseite der ehemaligen Bibliotheksräume als ’stillen Lesesaal‘ zu betreiben. Der östliche Teil – einschl. Ausleihe – könnte dann für Unterrichtszwecke genutzt werden)“

Sowohl die OEI- als auch die PuK-Studierenden sollen dann also im Erdgeschoss der Ihne21 neu zu schaffende OSI-Hörsäle mitnutzen. Sollte der Kompromissvorschlag angenommen werden (der der FBV zumindest prüfenswert erscheint), dann hätte man neben den neuen Hörsälen aber auch immer noch einen „stillen Lesesaal“ in der Ihne21.

Neben „stillen Bereichen“ sind aber nach Einschätzung der FBV auch Räumlichkeit nötig, die „verbale Kommunikation“ zulassen, in denen Studierende also nicht still vor sich hinlesen, sondern sich in Gruppenarbeit üben. Entsprechende Räumlichkeiten sollen im Untergeschoss der Ihne22 entstehen:

„Nach den Feststellungen des Dekanates besteht ein Bedarf an räumlichen Voraussetzungen für ein Lernen ohne Arbeitsmaterialien der Bibliothek mittels Laptop im FU-Netz. Dazu sind multifunktionale Unterrichtsräume zur Nutzung als Hörsaal, Kleingruppen- und Arbeitsgruppenraum in der Ihnestraße 22 im Sockelgeschoss (ehemalige Druckerei) einzurichten. Ein baulicher Aufwand ist gegeben.“

Da sich die Druckerei unten im Keller befand, ist davon auszugehen, dass mit Sockelgeschoss das Untergeschoss der Ihne22 gemeint ist. Dort bestehen aber schon UG1 und UG2 die bisher als Hörsäle genutzt werden. Was genau umgebaut werden soll, damit diese zu „multifunktionale Unterrichtsräume“ werden, ist nicht ganz klar. Denkbar wäre aber natürlich eine technische Aufrüstung (stationäre Beamer gibt es da unten z.B. bisher nicht) sowie vielleicht ein oder zwei weitere Räume (rechts von UG2 ist doch z.B. auch noch ein Raum).

Zusammenfassend geht der Trend also dahin, die neue Sozialwissenschaftliche Bibliothek in der Garry55 zu konzentrieren, während der Bibliotheksbereich in der Ihne21 vollständig oder zumindest zum größten Teil in Lehrräumlichkeiten umgewandelt werden soll, die dann gemeinsam von OEI, OSI und PuK genutzt werden.

Zu klären wäre noch, ob diese Pläne nun eine Alternativmöglichkeit darstellen, falls das mit der Integration der PolSoz Bib in die UB nicht klappt (Dekanin Riedmüller hatte dem Tagesspiegel gesagt „Wir arbeiten am jetzigen Standort an einer attraktiven Lösung, die auch überlebensfähig ist, wenn es nicht zum Umzug kommt“) oder ob diese Pläne einen Umzug nicht auch begünstigen. An einer weiteren Stelle im Papier heißt es z.B.:

„Durch die Verlagerung der Mitarbeiter/innen der Bibliothek aus der ersten Etage der Ihnestraße 21 in das Erdgeschoss der Garystraße 55 stehen die damit frei gewordenen Räume zur Unterbringung der berechtigten derzeitigen Nutzer/innen der Ihnestraße 26 zur Verfügung.“

Das ist insofern interessant, als dass eine Freistellung von Räumen in der Ihnestraße 26 sicherlich eine Voraussetzung wäre, die UB wie geplant Richtung Ihnestraße auszudehnen, um dort dann auch die PolSoz Bib zu integrieren.

Fachbereichsrat bewilligt neuen Strukturplan

Juni 5, 2008

Wie befürchtet, hat der Fachbereichsrat (FBR) des FB PolSoz gestern den neuen Strukturplan des OSI-Institutsrats abgesegnet, der unter anderem vorsieht, dass es statt einer Vollprofessur zukünftig nur noch eine Juniorprofessur Ideengeschichte geben wird, während zeitgleich zwei neue IB-Professuren entstehen (siehe im Detail: „Institutsrat will OSI endgültig in ein IB-Institut transformieren“).

Etwa 25 Studierende hatten sich zur Sitzung des FBR eingefunden, um das „Durchwinken“ des Strukturplans zu verhindern und eine öffentliche Diskussion ins Leben zu rufen (siehe „Initiative fordert ‚Schluss mit Mauschelei um Professuren'“).

Nachdem sich die KommilitonInnen das Rederecht erkämpft hatten, gab es dann auch tatsächlich eine Diskussion, in der sich die Studierenden jedoch nicht durchsetzen konnten (und die irgendwann abgewürgt wurde). Der Verlauf der Sitzung kann in einer Zusammenfassung im FSI OSI Blog nachgelesen werden:

„Studierende, die diese Schwerpunktverlagerung kritisierten und auf die hohe Nachfrage nach Lehrveranstaltungen im Bereich Ideengeschichte hinwiesen, begegneten die ProfessorInnen mit zweifelhaften Argumenten. So wies Marianne Braig darauf hin, dass Theorien ja sowieso in allen Bereichen der Politikwissenschaft verwendet würden, was Hajo Funke bekräftigte, indem er Braig unterstellte, ‚auch Habermas gelesen‘ zu haben.

Barbara Riedmüller behauptete schlicht, es gebe keine geeigneten BewerberInnen für eine Ideengeschichtsprofessur. Kompromissbereit zeigte sich lediglich Verwaltungsleiter Detlef Brose, der sagte, eine reguläre Ideengeschichtsprofessur zusätzlich zu der beschlossenen Strukturänderung sei ‚bezahlbar'“. („Änderung des Strukturplans beschlossen: Ideengeschichte demnächst nur noch als Juniorprofessur“, FSI OSI Blog, 04.06.08)

Diese vom Verwaltungsleiter theoretisch in Aussicht gestellte Möglichkeit, vielleicht doch noch eine Vollprofessur Ideengeschichte zu bekommen, war der einzige Lichtblick. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwiefern das wirklich ernst gemeint ist oder doch nur dazu diente, die Studierenden hinzuhalten.

Die Studierenden konnten zunächst zumindest die Einrichtung einer Kommission erreichen, die zukünftig den OSI-Strukturplan erarbeiten soll und in der dann auch StudentInnen vertreten sein sollen. Um die Besetzung und die Arbeitsweise dieser Kommission zu diskutieren, treffen sich alle Interessierten heute (05.06.) um 12 Uhr vor dem Roten Café.

Initiative fordert „Schluss mit Mauschelei um Professuren“

Juni 3, 2008

Die „Initiative für die volle Professur der Ideengeschichte am OSI“ hat einen Flyer veröffentlicht, der überall vor dem OSI aushängt, über sämtliche Email-Verteiler lief und im Original auch im FSI OSI Blog nachgelesen werden kann.

Die Initiative fordert „Schluss mit der Mauschelei um Professuren am OSI“ und läd alle Studierende ein, zur morgigen (04.06.) Sitzung des Fachbereichsrats (FBR) um 9 Uhr s.t. im Hörsaal A der Ihne21 zu kommen, um die Verabschiedung des neuen Strukturplans doch noch zu verhindern.

Wie berichtet plant der OSI-Institutsrat (IR) eine weitreichende Änderung des Strukturplans, die der FBR morgen verabschieden soll.

Danach soll es zwei neue W2-Professuren im Bereich Internationale Beziehungen (IB) geben. Eine für „Friedensforschung“, die mit Sven Chojnacki besetzt werden soll, der bisher Juniorprofessur am OSI war und dessen Abgang an die Uni Kiel höchst wahrscheinlich wäre, würde man ihm am OSI keine Vollprofessur anbieten. Die zweite Professur für den Bereich „Sicherheitspolitik“ soll Christoph Zürcher erhalten, der zwar schon eine W2-Professur am OSI hat, allerdings bisher nur auf Zeit.

Gleichzeitig soll dafür aber auch die eigentlich neu zu besetzende W3-Professur für „Politische Theorie und Ideengeschichte“ in eine Juniorprofessur umgewandelt werden. Diese Juniorprofessur läuft nach maximal sechs Jahren aus, und die Initiative befürchtet, dass damit das endgültige Aus für die Ideengeschichte am OSI.

Zwar gibt es noch eine zweite Juniorprofessur für „Moderne politische Theorie und Wissenschaftstheorie“, die zur Zeit Bernd Ladwig inne hat und bedingt durch ihre „Tenure Track“-Ausrichtung auch längerfristig erhalten bleiben kann (nicht muss). Doch hängt an einer Juniorprofessur kein Lehrstuhl und damit auch keine Stellen für feste wissenschaftliche MitarbeiterInnen. Der Bereich „Politische Theorie“ bleibt am OSI ohne eine „Vollprofessur“ dauerhaft stark unterrepräsentiert.

Es geht also bei diesem neuen Strukturplan darum den ohnehin schon starken Bereich der „Internationalen Beziehungen“ weiter zu stärken, während die „Politische Theorie“ an den Rand gedrängt wird und schleichend zu verschwinden droht.

Auch wurden die beiden neuen IB-Professur nicht wie sonst eigentlich üblich offen ausgeschrieben, sie wurden viel mehr zur „Personalangelegenheit“ erklärt, was sicherstellen soll, dass Chojnacki und Zürcher die Professuren ohne ein Berufungsverfahren (mit Gutachtern, AlternativkandidatInnen, etc.) direkt erhalten.

Dagegen wehrt sich die „Initiative für die volle Professur der Ideengeschichte am OSI“ und fordert:

  • Eine öffentliche Diskussion um den Strukturplan am OSI, bevor der Fachbereichsrat darüber entscheidet.
  • Eine Vollprofessur für den Bereich „Politische Ideengeschichte“.
  • Mehr kritische Forschung und Lehre am OSI – auch innerhalb der Internationalen Beziehungen.

Konnten studentische VertreterInnen in der letzten FBR-Sitzung durch ihr Veto noch verhindern, dass der FBR den neuen Strukturplan des IR annimmt, so besteht diese Option auf der morgigen Sitzung nicht mehr.

Die einzige Chance die Verabschiedung des neuen Strukturplans doch noch zu verhindern besteht daher darin, morgen im FBR zu erscheinen, gegen die Einrichtung von Professuren mit derart zweifelhaften Methoden zu protestieren und die Ratsmitglieder von der Notwendigkeit einer öffentlichen Diskussion am OSI vor einer Entscheidung zu überzeugen.