Lenzen und das Second-Hand-Denkmal

Am heutigen Dienstag (06.11.) findet um 18 Uhr im Henry-Ford-Bau Hörsaal D, eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Freiheit, die ich meine?“ statt.

Thema ist das umstrittene neue „Freiheitsdenkmal“ an der FU. Dieses widmete FU-Präsident Lenzen am 06.09.07 zehn FU-Studierenden, die Anfang der 50er Jahre in der Sowjetunion ermordet wurden. Die Namen der Getöteten tauchen jedoch am Denkmal nicht auf, sondern nur der Name des Sponsors, das „Bankhaus Oppenheimer“.

Zunächst konzentrierte sich die studentische Kritik nur auf diesen Umstand, dann wurde jedoch bekannt, dass einige der zehn ermordeten Studierenden Mitglieder bzw. Sympathisanten der rechten „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ gewesen sind, der in der DDR Sabotageakte bis hin zu Sprengstoffattentaten zur Last gelegt wurden („Freiheitskämpfer oder Terroristen? Ein ‚Denkmal‘ wirft Fragen auf“, FSI Geschichte Blog, 28.10.07).

Wem gilt also nun eigentlich das „Denkmal“? Freiheitskämpfern, Terroristen, oder gar dem Bankhaus Oppenheimer? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten lädt die FSI Geschichte heute zu besagter Podiumsdiskussion ein. Es diskutieren Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, Ralf Hoffrogge (FSI Geschichte, AStA FU) und FU-Präsident Prof. Dr. Dieter Lenzen – so er denn erscheint, eingeladen wurde er zumindest.

Lenzens Präsenz wäre wünschenswert, da er das Denkmal de facto im Alleingang durchgesetzt hat, nicht einmal die „Professorenschaft“ soll vorab informiert gewesen sein („Großer Ärger in Bronze“, taz, 05.11.07). Ein weiteres pikantes Detail: Aus der Berliner Kunstszene heraus wurde „aufgedeckt“, dass die FU nur Zweitverwerter für die Skulptur ist, diese sollte ursprünglich in der Stadtmitte platziert werden, man fand jedoch keinen passenden Platz (ebd.).

4 Antworten to “Lenzen und das Second-Hand-Denkmal”

  1. Kontroverse um das “Freiheitsdenkmal” « FUwatch Says:

    […] um das “Freiheitsdenkmal” Wie angekündigt gab es gestern eine Podiumsdiskussion zum unstrittenen “Freiheitsdenkmal”. Wie nicht […]

  2. Protestaktion gegen Bücheraussonderung geplant « FUwatch Says:

    […] realsozialistischer Ostblock-Regime, was ja zumindest eine Lesart ist). Das erinnert irgendwie ans Second-Hand-Denkmal. Doch was kommt als nächstes? Finanzielle Hilfe für die CANF? Ein Fedecameras-Vertreter als […]

  3. AktivistInnen verschönern “Denkmal” « FUwatch Says:

    […] (siehe “Kontroverse um das ‘Freiheitsdenkmal’”), gab es jetzt beim “Second-Hand-Denkmal” eine “Zettelaktion”, sprich das Denkmal wurde mit bunten Zetteln als Ausdruck des […]

  4. Gute 48er, böse 68er « FUwatch Says:

    […] Gipfel des Ganzen: Eine unreflektierte, rein positive Darstellung von Lenzens berüchtigtem “Freiheitsdenkmal” als Erinnerung an die in die SU verschleppten FU-Studierenden. Dass es um dieses Denkmal eine […]

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