Archive for April 2006

Strange Campus Management

April 27, 2006

Das OSI-KVV listet für den Bereich „7.3 Aufbau- / Wahlaufbaumodul Internationale Beziehungen“ (IB) insgesamt 23 Lehrveranstaltungen. Als ich mich im Campus Management (CM) für ein entsprechendes Wahlaufbaumodul anmelden wollte, tauchten dort sogar 26 Lehrveranstaltungen auf – unglücklicherweise aber nicht die für das gewünschte IB-Modul, sondern die für den Bereich „7.4 Aufbau- / Wahlaufbaumodul Regionale Politikanalyse“ (RPA).

Im CM fanden sich nur zwei Veranstaltungen, die laut KVV auch tatsächlich zum IB-Bereich gehören: „Constructivism in International Relations“ und „Globale Regierungsführung“. In der Liste fanden sich diese Veranstaltungen jeweils am Anfang und am Ende, dazwischen waren nur Veranstaltungen die eigentlich in den Bereich RPA gehören:


Modul „Internationale Beziehungen“ [vergrößern]

Als ich testweise ein Wahlaufbau-Modul RPA anzumelden versuchte, wurden mir genau dieselben Veranstaltungen aufgelistet. Mit dem Unterschied, dass hier die beiden oben genannten IB-Veranstaltungen fehlten und stattdessen eine weitere hinzugekommen war, die unter IB nicht gelistet wird („Verg. pol. mit d. span. Bürgerkrieg“). Ansonsten wie gesagt exakt dieselbe Liste:


Modul „Regionale Politikanalyse“ [vergrößern]

Wie man den beiden Screenshots entnehmen kann ist der erste als „Internationale Beziehungen 1“ gekennzeichnet, der zweite als „Regionale Politikanalyse 1“ (die zwei wäre dann der jeweils zweite Modulteil). Also zwei völlig unterschiedliche Module, die anders als im KVV ausgewiesen aber dieselben Lehrveranstaltungen zur Auswahl stellen.

Ich wollte allerding ganz gerne unter den echten IB-Veranstaltungen wählen, so wie sie auch im KVV gelistet werden. Meine Annahme war zunächst, dass die anderen IB-Veranstaltungen vielleicht deshalb nicht mehr gelistet werden, weil sie alle platzbeschränkt sind und die Plätze bereits vergeben wurden (der Stichtag für platzbeschränkte LVs war der 13.04., nur die unbeschränkten bleiben noch bis zum 05.05. offen).

Andere KommilitonInnen konnten aber auch jetzt noch ganz normal ihre IB-Veranstaltungen auswählen, bei ihnen werden sie korrekt ausgewiesen. Folglich konnte das Problem nicht in einer Platzbeschränkung der entsprechenden Lehrveranstaltungen liegen, sondern war ganz offenbar technischer Natur. Ich schrieb also eine Email an die Hotline, verwies auf den Screenshot und dokumentierte den Fehler.

Die Antwort kam prompt, man habe den Fall an den zuständigen Mitarbeiter weitergeleitet. Dieser schrieb dann einen Tag später, ich solle bei dem Modul auf „ändern“ klicken, „dort sollten alle Veranstaltungen zu sehen und zu buchen sein“. Zunächst fällt auf, dass das Wort „jetzt“ in dem Satz fehlt. Denn das würde bedeuten, dass man offen einräumt, dass die Listung vorher eben nicht vollständig war und somit ein Fehler vorlag. Desweiteren kann ich das Modul nicht „ändern“, da es ein neues Modul war und ich den Buchungsprozess ja bereits abgebrochen hatte, als nicht die richtigen Veranstaltungen gelistet wurden.

Sei’s drum, ich habe also das IB-Modul erneut angewählt und tatsächlich diesmal erschienen die ersehnten IB-Veranstaltungen – zusammen mit denen aus dem Bereich RPA, insgesamt 42 (bei 23 tatsächlich im KVV gelisteten IB-LVs):


Modul „Internationale Beziehungen“ mit IB- und RPA-Veranstaltungen [vergrößern]

So konnte ich also endlich aus den richtigen IB-Veranstaltungen wählen.

Interessant ist, dass ich heute mitbekommen habe, dass Studierende nachgefragt haben, ob sie auch RPA-Veranstaltungen für ihr IB-Modul auswählen dürfen, die im KVV nicht für IB vorgesehen sind. Die Antwort war prinzipiell „ja“, allerdings müsse der OSI-Prüfungsausschuss das individuell von Fall zu Fall absegnen. Der Prüfungsausschuss ist hier also offenbar kulant, man muss allerdings einen entsprechenden Antrag einreichen. Was wäre aber, wenn der Prüfungsausschuss die RPA-Veranstaltung nicht für das IB-Modul zulassen würde, ein Studierender sich jedoch eine RPA-Veranstaltung ausgesucht hat, weil Campus Management die RPA-Veranstaltung als dem IB-Modul zugehörig ausgewiesen hat (was ja wie gesehen vorkommt)? Dann hätte er im Ernstfall die Veranstaltung umsonst besucht (bzw. könnte sich seine Leistung einfach nicht anrechnen lassen).

Update 28.04.05

Auf der CM-Informationsseite des FB PolSoz findet sich ein auf den 20.04. datierter Eintrag, demnach das Problem zur Zeit bearbeitet wird:

„Zur Zeit werden die Zuordnungen aktualisiert und korrigiert. Die Wahl von 2 PS in ‚Intermediäre Strukturen‘ und ‚Politische Orientierungen‘ ist danach möglich und die fehlerhafte Zuordnung der HS in den Wahlaufbaumodulen ‚Int. Beziehungen‘ und ‚Regionale Politikanalyse‘ wird korrigiert. Das Diplomandencoll. von Prof. Zeuner wird wählbar sein, neue und ausgefallene LVen werden angepasst.“

Dass hier explizit nur die Wahlaufbaumodule genannt werden, könnte erklären, warum der IP-Modul-Fehler nur bei einigen KommilitonInnen auftritt. Wenn man das IB-Modul als Aufbaumodul (nicht Wahlaufbaumodul) wählt, hat man das Problem vermutlich gar nicht. Nur die Lösung des Problems kann ja auch nicht darin bestehen, dass dann im IB-Wahlaufbaumodul sowohl die IB-LVs als auch die RPA-LVs auftauchen (wie gesehen).

Wenn sich die falschen Zuordnungen wirklich nur auf die genannten Module beschränken, kann man von einer Ausnahme ausgehen. Gestern berichteten jedoch zwei KommilitonInnen, dass sie sich im Modul „Politische Systeme“ für eine LV anmelden wollten, dies aber nicht konnten, weil die LV im besagten Modul nicht gelistet wurde. Zeitgleich konnte ich mich für dieselbe Veranstaltung aber problemlos anmelden. Vermutlich treten Zuordnungsfehler also noch an anderen Stellen auf.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

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Masteritis

April 26, 2006

Der Bologna Prozess hat das deutsche Hochschulwesen mit einer neuen Krankheit infiziert: Masteritis. Universitäten haben das tiefe Bedürfnis, an allen Ecken und Enden fortlaufend neue Master-Studiengänge aus dem Boden zu stampfen, Professoren erklären ihren Forschungsschwerpunkt bzw. ihren Lehrstuhl zum eigenen Studiengang, usw. Der Masteritis entkommt keine Uni, auch die FU hat mal wieder einen neuen Master im Programm, den „Executive MBA Net Economy“. In einer Pressemitteilung heißt es:

„Im Oktober ist es soweit – zum Wintersemester 2006/2007 wird der weiterbildende Studiengang ‚Executive MBA Net Economy‘ an der Freien Universität Berlin in Kooperation mit […] erstmalig angeboten. Der berufsbegleitende Studiengang ist zugeschnitten auf Fach- und Führungskräfte aus dem Bereich der Net Economy, die im Zuge ihrer Karriereplanung einen interdisziplinär ausgerichteten MBA anstreben. Zulassungsvoraussetzungen sind neben einer akademischen Erstausbildung eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Umfeld der Net Economy. […] Die Studiengebühr beträgt 20.000 Euro.“

Nachdem man den Auf- und Abstieg der New Economy (siehe auch Dotcom-Blase) verpennt hat, will man nun dick ins Geschäft einsteigen und nennt das Ganze „Net Economy“. Auf dass es bald noch mehr ebay-Powerseller und Web-2.0-Klitschen gibt. In der Selbstbeschreibung der Verantwortlichen liest sich das wie folgt:

„Diesem Leitbild haben sich die tragenden Projektpartner des Net Economy MBA verpflichtet und ein über die Grenzen der Wirtschaftswissenschaft hinausreichendes Curriculum entwickelt, das Inhalte der Informatik und der Medienwissenschaft in ein MBA-Curriculum integriert. Ein umfassender Blended-Learning Ansatz stellt dabei sicher, dass Präsenz- und Fernstudium einschließlich multimedial aufbereiteter E-Learning-Inhalte optimal aufeinander abgestimmt sind.“

Mit anderen Worten ein aufgeblähter „PowerPoint-MBA“ mehr.

Hans ist nicht gleich Henry

April 25, 2006

Eieiei, ein Gründungsmitglied der Grünen findet nach 25 Jahren zurück in den Universitätsbetrieb und lehrt dort Sicherheitspolitik. Einleitend kommt er auf Morgenthau als einen der wichtigsten Autoren des Realismus zu sprechen. Dabei referiert er ausführlich über dessen Leben als US-Finanzminister und Urheber des Morgenthau-Plans.

Bis ihn ein Kommilitone vorsichtig darauf aufmerksam macht, dass Hans Morgenthau (IB Koryphäe) und Henry Morgenthau (Erdenker des Morgenthau-Plans) nicht ein- und dieselbe Person sind. Fairerweise muss angefügt werden, dass von den ungefähr 70 anwesenden Studierenden sicherlich nur eine handvoll diesen Lapsus bemerkt hat.

Göhler Nachfolge

April 24, 2006

Eine weitere Professur ist am OSI neu zu besetzen. Diesmal geht es um eineN NachfolgerIn für Prof. Dr. Gerhard Göhler (Politische Theorie). Jessica hat auf der entsprechenden Überblicksseite im OSIWiki schon die KandidatInnen gelistet. Es fehlen noch die Mitglieder der Berufungskommission.

Besagte Wiki-Seite war von mir ursprünglich nicht nur angelegt worden, um die KandidatInnen und Kommissionsmitglieder zu listen, sondern auch um studentische Eindrücke zu sammeln, wer der/die beste KandidatIn ist, welches Kommissionsmitglied in welche Richtung tendiert und wie Studierende den Auswahlprozess zu ihren gunsten beeinflussen können. Viel zusammengekommen ist dabei noch nicht, aber das kann sich ja noch ändern.

Zur Platzbeschränkung via Campus Management

April 21, 2006

[Update 25.05.06: Zweite, komplett restrukturierte Version dieses Eintrags]

[2. Update 29.08.06: Platzbeschränkung funktionierte offenbar doch; Problemstellung bleibt; Details hier]

Eine der Sorgen der Studierenden die mit der Einführung des Campus Managements an der FU einher ging lautete, dass es nun deutlich mehr platzbeschränkte Lehrveranstaltungen als bisher geben würde. Die Annahme war, dass das CM eine effizientere Durchsetzung von Teilnahmebeschränkungen erlauben würde, was dazu führen würde, dass diese sukzessive auch auf bisher von Platzbeschränkungen unberührte Lehrveranstaltungen ausgedehnt würde.

Konnte man bis dato einen Dozierenden vielleicht noch überzeugen, auf „eigene Faust“ mehr Studierende als eigentlich vorgesehen für die Lehrveranstaltung zuzulassen, so würde dies nicht mehr möglich sein, wenn die Teilnehmerbeschränkung von „oben“ via Campus Management durchgesetzt würde. Denn wer nicht über das CM für die Lehrveranstaltung angemeldet ist, kann dort auch keine Leistung erbringen, egal was eine „untergeordnete Instanz“ dazu sagt.

Am OSI wurden jedoch bis auf einige Ausnahmen noch keine weiteren Teilnehmerbeschränkungen für Lehrveranstaltungen eingeführt (bis jetzt). Schwierig wird es, wenn OSI-Studierende sich für Lehrveranstaltungen in anderen Instituten / Fachbereichen anmelden, dort treffen sie nicht selten auf bestehende Platzbeschränkungen.

So ergab sich in diesem Semester für eine Lehrveranstaltung die vom LAI angeboten wurde folgende Konstellation: die Veranstaltung wurde sowohl für Studierende vom OSI wie vom LAI angeboten, sie wurde jedoch auch als auf 40 TeilnehmerInnen beschränkt ausgewiesen. Von dieser Platzbeschränkung bekamen zumindest die OSI-Studierenden bei der Anmeldung über das Campus Management nichts mit, dort wurde die Lehrveranstaltung nicht als platzbeschränkt geführt. So meldeten sich deutlich mehr als 40 Studierende für die Veranstaltung an, darunter gut 80% OSI-Studierende.

Das Problem löste sich dadurch, dass die LAI-Leitung die Platzbeschränkung offiziell aufhob (wobei nicht die Überbuchung im CM dafür ausschlaggebend war, von der die Leitung vielleicht gar nichts wusste, sondern einfach die Tatsache, dass deutlich mehr Studierende als geplant in die Veranstaltung kamen und man diese nicht einfach wieder wegschicken wollte). Doch was wenn sie darauf insistiert hätte, dass die Beschränkung aufrecht erhalten bleibt? Wäre das überhaupt möglich gewesen und wenn ja, was wäre dann mit den „überschüssigen“ Studierenden passiert, die sich schon erfolgreich über das CM angemeldet hatten? Wären diese dann per Zufallsverfahren wieder aus der Lehrveranstaltung „herausgebucht“ worden?

Vermutlich würde sich nicht jedes Institut oder jeder Fachbereich in einer ähnlichen Situation so „kulant“ zeigen und die Beschränkung wieder aufheben. Stattdessen könnten die entsprechenden Entscheidungsträger in Zukunft auch sagen, dass man einfach nicht mehr als die ursprünglich festgelegte Anzahl von Studierenden in die Lehrveranstaltung aufnimmt, während es gleichzeitig von „oben“ heißt, man könne Studierende nicht einfach wieder aus einer Lehrveranstaltung (LV) herausbuchen, wenn diese sich einmal erfolgreich für die LV via Campus Management anmelden konnten – selbst wenn es sich dabei um einen Fehler gehandelt hat.

Kurzum, es geht hier um die Frage, wer im Zweifelsfall eigentlich das letzte Wort hat, die „regionale Macht“ (ein Institut, ein Fachbereich, etc.) die bei der Planung des Semesters eine Platzbeschränkung festgelegt hat oder die „überregionale Macht“ (das Campus Management als Instrument zur Durchsetzung eines campusweit-einheitlichen Standards) in welchem diese Platzbeschränkung aus welchen Gründen auch immer für Studierende zu keinem Zeitpunkt ersichtlich war.

Das Interessante an diesem Szenario ist, dass hier die Platzbeschränkung nicht wie befürchtet mittels Campus Management durchgesetzt würde, sondern gerade umgekehrt das Campus Management durch einen Fehler zu einer Art „Schutzpatron“ der Studierenden mutieren könnte. Ob ein solcher für die Studierenden positiver Fehler im Zweifelsfall auch bestand haben würde, ist dann aber eine andere Frage.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Lenzen und Putin

April 20, 2006

Christian Beck hat mit spitzer Feder einen lesenswerten Bericht über die FBR-Sitzung vom 05.04. verfasst. Dort heißt es unter anderem, dass Dubai-Segbers diagnostizierte, „dass es sich bei FU-Präsident Lenzen und seiner Professoren-Liste ‚Vereinigte Mitte‘ praktisch um das gleiche wie bei ‚Putin und seiner Mehrheitsliste in der Duma‘ (sic!) handele“.

[via osiwelt und LHG OSI Blog]