Archive for Juni 2006

Institutstag am 12. Juli

Juni 30, 2006

Nachdem der Institutstag im letzten Semester als Erfolg verbucht werden konnte (die wichtigsten „Errungenschaften“ sind sicherlich das neue Mentorenprogramm sowie die Initiative zu einer studentischen Mitarbeit an einer neuen Studienordnung), soll es diesem Semester auch wieder einen geben und zwar am 12.07.06.

Auf dem wiederbelebten Institutstags Blog können Interessierte den jeweils aktuellen Treffpunkt der Vorbereitungsgruppe in Erfahrung bringen. Wer sich engagieren möchte, kann einfach zu einem der Treffen kommen. Alternativ oder ergänzend kann man sich wie im letzten Semester auch über die entsprechende Yahoo Group über den aktuellen Stand der Dinge informieren. Über die Group wird auch regelmässig das vorläufige Programm versendet.

Auf dem Institutstag wird unter anderem die erste Ausgabe der OSI-Zeitung präsentiert, auch die Kommission zur Studienordnungsreform wird ihre ersten Entwürfe vorstellen. Anschließend gibt es wie im letzten Semester Arbeitsgruppen die sich mit Themen wie „Lehrevaluation und Weiterbildung für Dozierende“, „Studentische Seminare“, „MA-/Diplom-Politikwissenschaft“, etc. beschäftigen und abschließend ihre Ergebnisse in einer Präsentation darstellen. Ausklingen soll der Institutstag dann mit einem Sommerfest.

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse des letzten Institutstages findet sich im OSI Wiki.

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Zur Entwendung von Anwesenheitslisten

Juni 29, 2006

Wie Ronny im LHG OSI Blog berichtet, haben es die OSI-Listenclowns mit ihrem Anwesenheitslisten-Entwendungs-Schabernack bis in einen Spiegel Online Artikel geschafft. Doch nicht nur in Berlin am OSI gab es Listenclowns die Anwesenheitslisten stibitzten, auch in Dresden, Chemnitz, Hamburg, Hannover und Jena gab es ähnliche Aktionen (wenn auch nicht in allen Fällen durch spektakuläre „Clown-Aktionen“). Sogar ein Video von Indymedia (das unter einer CC-Lizenz steht) fügt Spiegel Online dem Artikel bei. Zur Motivation der Aktivisten heißt es:

„Mit dem Listenklau fordern die Studenten die Abschaffung der Anwesenheitspflicht. Ihre kleine Rebellion speist sich vor allem aus einem diffusen Unbehagen gegen die neuen Studienabschlüsse Bachelor und Master. Dabei setzen die Hochschulen auf eine straffere Studienorganisation – was die Listenklauer als ‚Verschulung‘ buchstabieren. Und die von den Unis forcierte größere Praxisnähe der Studieninhalte begreifen sie als Unterwerfung vor der Wirtschaft. Doch das begründen die Stör-Studenten eher wirr. Sie fordern zwar eine ‚Diskussion über die Anwesenheitspflicht‘. Aber aus der Anonymität trauen sie sich nicht.“

Eine in sich widersprüchliche Aussage. Das „diffuse Unbehagen“ kann so „diffus“ ja nicht sein, wenn die klare Aussage hinter der Aktion jene ist, dass man sich gegen die zunehmende Verschulung (und zu jener ist die Anwesenheitspflicht zweifellos zu zählen) und für eine verstärkte Reflektion über die Anwesenheitspflicht durch KommilitonInnen einsetzt.

Wie an anderer Stelle schon angeschnitten besteht der eigentliche Skandal denn auch nicht darin, dass hier ein paar verkleidete Studierende Anwesenheitslisten entwenden, nein, skandalös ist vielmehr die Tatsache, dass die Masse der Studierenden erst durch solche Aktionen überhaupt mal auf die Idee kommt, über Sinn und Zweck von Anwesenheitslisten nachzudenken bzw. dass man sich diesem Kontrollinstrument auch durch subversives Verhalten entziehen könnte. Immer stärker verteidigen Studierende aber inzwischen auch die Notwendigkeit von Anwesenheitslisten (dazu später mehr).

Der Autor moniert, dass die Aktivisten nicht aus ihrer Anonymität heraustreten, nur um dann in seinem Artikel indirekt selbst auszuführen, warum sie das besser nicht sollten. Denn die Verantwortlichen in den Universitäten sprechen von „Anstiftung zum Urkundendiebstahl“, was eine Straftat sei; die Dozierenden drohen den Aktivisten unverhohlen mit Konsequenzen und versuchen ihre KommilitonInnen damit unter Druck zu setzen, dass sie am Ende des Semesters einfach keine Scheine ausgestellt bekämen, wenn die Anwesenheitslisten fehlen würden.

Früher, in den Zeiten der guten alten Ordinarienuniversitäten, gab es ja schon einmal Anwesenheitspflicht. Abgeschafft wurde sie durch die 68er. Und wie haben unsere Eltern das gemacht? Nun, es ist einfach keine Anwesenheitsliste mehr vorne angekommen (so schilderte es jedenfalls unlängst ein Prof im Seminar; man korrigiere die Geschichte wenn es doch nur Folklore sein sollte). Eigentlich ein recht simples Prinzip, in dem Moment wo die Listen nicht nur sporadisch sondern konsequent entwendet werden, sinken die Möglichkeiten der anderen Seite dieses Verhalten erfolgreich zu sanktionieren erheblich (was wollen sie denn machen, überhaupt niemandem mehr einen Schein ausstellen?).

Dass es zu solchen Massen-Entwendungen von Anwesenheitslisten kommen wird, brauchen die Verantwortlichen in den Uni-Verwaltungen dennoch nicht zu befürchten. Ein Blick in das dem Artikel angeschlossene Forum zeigt nachdrücklich was auch schon im Artikel selbst anklang: Viele Studierende haben weniger ein Problem mit Anwesenheitslisten, als mit den Listenclowns.

Ein Student aus der Schweiz teilt seinen Lesern z.B. mit, dass er in der Schweiz studiert, wo Anwesenheit selbstverständlich sei und er solche Aktionen einfach nur nervig findet. Allerdings sind dort auch nur 20 Personen im Seminar, was eine aktive Teilnahme von allen unbedingt erfoderlich machen würde. Nun, vielleicht sollte man ihn einfach mal in ein OSI-Kernhauptseminar einladen, wo er dann mit 80 KommilitonInnen seine Zeit absitzen kann. Vielleicht würde ihm das helfen zu verstehen, dass es besonders unter weniger betuchten Studienbedingungen absurd ist, auf einer Anwesenheitspflicht zu bestehen.

Natürlich finden sich im Forum auch Gegenstimmen. Trotzdem fällt auf, dass erstaunlich viele DiskussionsteilnehmerInnen (die meisten Studierende) sich für Anwesenheitspflicht aussprechen oder zumindest eindeutig gegen das Entwenden von Listen.

Die Grundsatzidee eines „selbestbestimmten Studiums“ in dem die Studierenden für sich selbst herausfinden wie viel Seminarpräszenz sie brauchen, zählt offenbar nicht mehr viel. Auch dass viele KommilitonInnen bedingt durch notwendige Jobs oft gar nicht anders können, interessiert einfach nicht. Stattdessen wird die Anwesenheitskontrolle als etwas völlig Selbstverständliches hingenommen, das man nicht in Abrede stellen sollte.

Grottian kennt Spitzel

Juni 28, 2006

Wie die taz heute berichtet, hat Prof. Grottian die Identität der Verfassungsschutz-Spitzel, die das Berliner Sozialforum ausgehorcht haben, ermittelt. Er wolle sie jedoch nicht outen: „Wir haben kein Interesse, die Menschen, die uns geschadet haben, mit den gleichen Mitteln zu bekämpfen“, zitiert ihn die taz. Er wolle jedoch sicherstellen, dass diese zukünftig nicht mehr an Zusammenkünften teilnehmen. Anders als ursprünglich in Berichterstattungen verlautet, soll es sich nicht um zwei, sondern drei Personen handeln.

Woher Grottian seine Informationen über die Identität der Spitzel bezogen hat, sagte er nicht. Neben dem Sozialforum sein jedoch auch das Deutsche Sozialforum, Attac, die Linkspartei und Teile der SPD von den drei Spitzelen ausgespäht worden.

Grottian habe ferner eine erweiterte Akteneinsicht gefordert, da er nicht glaube, dass das ihm bisher bereitgestellte 80-seitige Dossier alle gesammelten Informationen enthält. Grottian setzte Innensenator Körting eine Frist zur restlosen Aufklärung des Falls bis kommenden Mittwoch, ansonsten würde er klagen. Inzwischen wurde von offizieller Seite eingeräumt dass man zu viel Informationen gesammelt habe, woraufhin Körting angekündigt hatte, Dinge die nicht in die Akten gehören zu schwärzen oder zu vernichten. Ein Vorgehen, das dann aber auch dazu führen würde, dass man nicht mehr prüfen kann, was genau alles gesammelt wurde.

Der SPIEGEL hatte in der vorletzten Woche die Bespitzelung von Grottian und dem Sozialforum durch den Berliner Verfassungsschutz enthüllt (Spiegel Online, 10.06.06). Der Verfassungsschutz berief sich darauf, nur einige Linksautonome innerhalb des Sozialforums im Visier gehabt zu haben, musste dann jedoch einräumen, dass die Informationssammlung ausgeufert ist (Spiegel Online, 12.06.06).

Die Studierendenverwaltung informiert

Juni 27, 2006

Die Studierendenverwaltung verschickt zur Zeit offenbar Briefe an alle FU-Studierenden mit dem Hinweis, dass mit dem ZEDAT-Account eine „akademische“ (O-Ton) Email-Adresse verbunden ist. Die „dazugehörige Mailbox“ müsse regelmässig abgefragt werden, da z.B. Studierendenverwaltung und Campus Management wichtige Informationen an diese Adresse versenden. „Sie dürfen diese [die Emails] keinesfalls versäumen, da Ihnen sonst Nachteile entstehen können“. Soso.

Zum Email Management (abrufen, versenden, automatisch weiterleiten, etc.) dient das ZEDAT-Portal. Alternativ kann man sich seinen ZEDAT-Account natürlich auch in jedem x-beliebigen Email-Programm einrichten.

Eigentlich alles nichts Neues, doch scheinbar werden die ZEDAT-Email-Accounts von vielen Studierenden nicht genutzt (obwohl bedingt durch das Campus Management jetzt so gut wie jedeR einen ZEDAT-Account hat). Das kann daran liegen, dass die Studierenden lieber weiterhin ihre privaten Adressen verwenden (GMX, web.de, Gmail, etc.) wie das Schreiben der Verwaltung (zurecht) suggeriert. Vermutlich wissen viele aber noch gar nichts vom Glück einer „akademischen“ Email-Adresse, insofern macht der Aufklärungsbrief schon Sinn.

Es treten bei der ZEDAT aber auch immer wieder technische Pannen auf, die es in ähnlicher Dimension bei anderen Providern nicht gibt. Was ferner immer noch stört ist das umständliche Prozedere der Passwort-Änderung (mit Kommandozeile via Telnet- / SSH-Login; Änderungen wirksam mit einer Verspätung von bis zu 30 min.) und die Beschränkung des Passworts auf eine Länge von maximal acht (!) Zeichen (sicherheitstechnisch ein Unding).