Archive for Dezember 2006

Farewell osiwelt, farewell

Dezember 31, 2006

Wie bereits Ende Oktober angekündigt hat der osiwelt-Blog offenbar zum Dezember hin seine Tätigkeit eingestellt. Der „Drohung“ dann auch „jedwede Datenspuren“ zu löschen ist man allerdings noch nicht nachgekommen, das Archiv ist noch zugänglich.

Bereits im Jahr 2004 gegründet war osiwelt das erste Blog, das regelmässig und ausschließlich über das OSI berichtete. Doch die AutorInnen sind ihrem Blog entwachsen, haben fertig studiert und lassen das OSI langsam hinter sich. Da sich keine Nachfolge-Redaktion fand, wird das Blog nun eingestellt. Schade, denn man wird osiwelt mit seiner stets gut informierten Redaktion in der FU-Blogosphäre sicherlich schmerzlich vermissen.

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Features für das Studierendenportal

Dezember 29, 2006

Wie berichtet, macht die CeDiS zur Zeit gerade eine Online-Umfrage zur Ausgestaltung des zukünftigen Studierendenportals. Ein guter Zeitpunkt, die potentiellen Features näher zu beleuchten und ihre idealtypische Ausrichtung zu skizzieren.

1) Webspace mit Datei-Austausch
2) Webfrontend für die Verwaltung des eigenen Webspace
3) WYIWYG-Editor
4) Poll-Service zur Terminabstimmung
5) Blogs
6) Wikis
7) Foren
8) Mailing Listen
9) Campus Messaging
10) Campus Location Finder
11) Campus Veranstaltungskalender
12) Blackboard RSS Announcements
Fazit

1) Webspace mit Datei-Austausch

Eines der denkbaren Features beim neuen Studierendenportal lautet „Material-Austausch“. Kommilitonin A schreibt also z.B. etwas in einer Vorlesung mit und stellt ihre Notizen als Word-Datei über einen persönlichen Webspace der abwesenden Kommilitonin B zur Verfügung oder am besten gleich allen KommilitonInnen die ebenfalls diese Vorlesung besuchen.

Die Mehrheit der KommilitonInnen schreibt allerdings immer noch handschriftlich in Vorlesungen mit und diese Notizen werden in der Regel nicht noch mal in den Computer eingegeben, wenn man nicht ohnehin ein Protokoll erstellen muss, das allen zugänglich gemacht wird. Dies kann dann genauso gut über Blackboard oder per Mailing Liste geschehen.

Nur im Blackboard sind jeweils immer nur die TeilnehmerInnen einer Lehrveranstaltung zusammengefasst und nicht in jeder Lehrveranstaltung wird Blackboard genutzt. Sinnvoll wäre so ein „globales“ Datei-Austausch-Feature also durchaus. Nicht nur für selber verfasste Notizen, sondern auch für Dokumente die Dritte bei ihrer Recherche im Internet und anderen Quellen ausfindig machen konnten und bei sich gespeichert haben.

Von essentieller Bedeutung wäre hier also eine Suchfunktion. Beispiel: Ich will eine Arbeit über die Punischen Kriege verfassen, allerdings ist das Thema nicht mein Schwerpunkt, meine Materiallage daher mässig. Dann recherchiere ich für diese Arbeit nicht nur im Internet und in Bibliotheken, sondern auch im Datei-Austausch-System der FU, wo der Kommilitone Mustermann, ein Spezialist für die Punischen Kriege, eine umfangreich „Privat Bibliothek“ mit Material (pdf-Dokumente, Links, inzwischen verschwundene HTML-Sites, etc.) zum Thema angelegt hat und diese dankenswerter Weise zur Verfügung stellt.

Dies setzt voraus, dass der Kommilitone seine Dokumente vorher mit Tags gekennzeichnet hat. Suche ich nun nach dem Tag „Punische Kriege“ im FU-internen Datei-Austausch-System, finde ich sein Material. Besser wäre natürlich eine Suchmaschine, die jedes Dokument auch komplett nach Schlagwörtern durchsucht, aber die Tag-Lösung wäre ergänzend durchaus praktisch.

Finde ich das Material des Kommilitonen Mustermann über die Punischen Kriege hilfreich, dann „ranke“ ich es positiv, was dann weiteren Kommilitonen als Hinweis dienen kann. Das Feature eines „Datei-Austauschs“ wird so mit den Vorzügen des Social Bookmarkings verknüpft.

Vorstellbar wäre auch der Datei-Austausch über ein P2P-Netzwerk, mit einer eigens von ZEDAT/CeDiS bereitgestellten P2P-Software. Der Zugang zu diesem P2P-Netzwerk würde dann über die ZEDAT-Kennung erfolgen. Stichwort wäre hier z.B. „i2hub“ (nur halt ohne Abilene Network). Das Missbrauchspotential (Musik- und Filmtausch) ist offensichtlich, sollte aber durch Filter in den Griff zu kriegen sein (bzw. durch die eindeutige Zuordnung mittels ZEDAT-Kennung).

2) Webfrontend für die Verwaltung des eigenen Webspace

Die ZEDAT bietet bereits jetzt jedem ihrer Nutzer auch die Möglichkeit seine eigene Website aufzubauen, die dann unter http://userpage.fu-berlin.de/~mustermann zu finden ist (Beispiele hier). Das Problem ist nur, dass die Einrichung der Website für nicht technikaffine Studierende (und Dozierende) schwierig ist. Man muss sich über Telnet/SSH auf dem Komma-Server einloggen und dort erst mal die Website freischalten. Anschließend muss man sich einen FTP-Client installieren, um seine Dateien hochzuladen.

Für die Klickibunti-Generation ist dieses Konzept nicht mehr tragbar, es schreckt sie ab. Sie ist es gewohnt, alle nötigen Schritte bequem über eine Weboberfläche managen zu können. Hier könnte man ansetzen und bei dem Aufbau des Studierendenportals auch die Verwaltung des von der ZEDAT bereitgestellten Webspace integrieren.

Trotz aller Web 2.0 Neuerungen wie Wikis oder Blogs, wollen viele Studierende und Dozierende oft auch einfach ganz klassisch eine einfache Webseite mit ein paar über einen WYSIWYG-Editor erstellten HTML-Dateien ins Netz stellen.

3) WYIWYG-Editor

Womit wir auch schon beim nächsten Punkt wären: Das Studierendenportal sollte auch über einen WYSIWYG-Editor verfügen. Natürlich wird die Frage nach „Writely“ (Google Docs & Spreadsheets) im Poll zu tage fördern, dass das bisher nur wenige Studierende kennen. Nur würden sie es kennen, würden sie es m.E. auch stärker nutzen. Die Grundidee eine Datei nicht mehr lokal mit einer entsprechenden Applikation erstellen und editieren zu müssen, sondern das direkt im Netz über einen passablen WYSIWYG-Editor erledigen zu können, ist sicherlich ein deutlicher Fortschritt.

Statt meine Notizen erst mit Word lokal zu erstellen und dann Dritten per Upload im Internet zur Verfügung zu stellen, kann man sie auch gleich online eingeben und auf einem Server abspeichern. Was voraussetzt, dass die Person die die Notizen macht zu dem Zeitpunkt online ist. Also z.B. mit einem Laptop via FUnkLAN im Netz ist. Was trotz zunehmender Verbreitung von Notebooks immer noch nur auf eine Minderheit zutrifft. Selbst zu hause mit Standard-Internetverbindung (meint hier ohne Laptop und WLAN) kann ich mir dann aber die Installation eines Textverarbeitungsprogramm sparen, wenn ich einen Service wie „Google Docs & Spreadsheets“ nutze.

Wichtig ist, dass der WYSIWYG-Editor passabel ist (ansonsten wäre mein Ratschlag es zu lassen). Und „passabel“ meint hier wirklich einen Editor, der nicht bei jedem zweiten Klick verreckt (und dabei vielleicht noch gleich den Browser mitabschießt) oder der eine kleine Ewigkeit braucht, bis er geladen ist. Google Docs läuft hier erstaunlich stabil und schnell, ist aber leider keinesfalls die Regel was WYSIWYG-Editoren angeht.

4) Poll-Service zur Terminabstimmung

Wer kennt das Problem nicht, man muss mit gleich mehreren KommilitonInnen ein Referat vorbereiten oder will sich mit seiner Lerngruppe oder AG treffen, aber es fällt unglaublich schwer einen Termin zu finden, bei dem alle Betroffenen Zeit haben. Insbesondere bei größeren Gruppen ist es in der Regel unmöglich einen Termin zu finden, an dem wirklich alle können. Also wählt man den Termin, an dem die meisten Zeit haben. Nur, wie ermittelt man diesen Termin möglichst schnell bei 12 oder mehr Personen?

Die MentorInnen des MentorInnenprogramms am OSI verwenden dazu Doodle, einen Umfrage-Service. Man legt eine Anzahl von möglichen Terminen fest und anschließend trägt jedeR MentorIn sich namentlich auf einer Website ein, zu welchen der genannten Zeitpunkte er kann und zu welchen nicht. Anschließend wird automatisch ausgerechnet, welcher der Termin ist, an dem die meisten MentorInnen Zeit haben (exemplarisch hier).

Natürlich ist das nur eine Variante, wie man einen solchen Umfrage-Erstellungs-Service nutzen kann, aber eine ungemein praktische. Anstatt dass auf einer Mailing Liste ewig hin und her gemailt wird, kann so übersichtlich ermittelt werden, welcher der beste Termin wäre. So trivial die Funktion ist, so hilfreich wäre sie doch im Unialltag zur Terminabstimmung.

5) Blogs

Ja, natürlich sollte zu dem Studierendenportal auch ein Blog-System gehören. Für mich, als Blogger, liegt das auf der Hand. Aber ob das auch für die vielen Studierenden gilt, die den Begriff „Blog“ (oder Weblog) bis heute noch nicht mal gehört haben (passiert immer wieder)? Oder jene, die zwar wissen, was Blogs sind, ihnen aber nicht so eine große Bedeutung beimessen bzw. sich nicht vorstellen können, selber einen Blog zu führen.

Wichtig wäre hier sicherlich ein Blog-System zu wählen (wir hatten die Diskussion ja in den letzten Semesterferien), das auch Gemeinschaftsblogs ermöglicht. Meine Prognose lautet, dass nur ein Minderheit der Studierenden die Zeit, die Nerven und die Ausdauer haben wird, einen privaten Blog dauerhaft zu führen. Wenn Blogs überhaupt angenommen werden, dann wohl eher in ihrer Funktion als Gemeinschaftsblogs: Im Zuge einer Lehrveranstaltung wird ein Blog eingerichtet, indem DozentIn und Studierende themenbezogen regelmässig Einträge schreiben und kommentieren. Die Erfahrung lehrt jedoch, dass selbst solche Seminar-Blogs (wo sie schon eingesetzt wurden) nur auf wenig Teilnahmebereitschaft seitens der Studierenden stießen (zumindest was die sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen angeht).

Trotzdem kann man ja mal versuchen, ein FU-eigenes Blog-System im Zuge der Einrichtung des neuen Studierendenportals bereitzustellen. Oft reicht der eigentlich triviale Vorgang sich irgendwo bei einem externen Anbieter einen Account einrichten zu müssen schon, dass die Studierenden abgeschreckt werden. Ihren ZEDAT-Account haben sie wegen des Campus Managements aber inzwischen so oder so, wenn man dann nur noch einen Klick von der Blog-Erstellung entfernt ist, kann das vielleicht auch manch einen Zögerer überzeugen.

6) Wikis

Noch besser als Blogs sind für das gemeinschaftliche Arbeiten im Zuge einer Lehrveranstaltung oder einer AG sicherlich Wikis. Wie ein Wiki funktioniert ist aufgrund des hohen Bekanntheitsgrades der Wikipedia inzwischen so gut wie jedem Studierenden bekannt.

Größtes Hindernis sind hier sicherlich die für die Formatierungen beim Editieren nötigen Kenntnisse der entsprechenden Kommandos. Hier sollte bei der Wahl der Wiki-Software darauf geachtet werden, dass sie über einen integrierten WYSIWYG-Editor verfügt. Ebenfalls wichtig ist die Funktion einer Diskussions-Seite zu jedem Eintrag, wie es sie z.B. bei MediaWiki gibt.

7) Foren

Eher „Web 1.0“ als „Web 2.0“ sind Internet-Foren-Systeme wie z.B. phpBB, YaBB oder vBulletin. Obwohl vielleicht „old school“ sind solche Systeme immer noch sehr gefragt, da die Möglichkeiten hier Diskussionen zu führen komfortabler sind als etwa in Blogs.

Auch hier hat der Einsatz des in Blackboard integrierten Forums zwar gezeigt, dass das Interesse an einer verstärkten Kommunikation eher gering ist (ich habe jedenfalls noch kein Seminar gesehen, wo sich im Blackboard richtige Threads mit 10 oder mehr Postings entwickelt hätten), dennoch könnte ein Forumsystem losgelöst von Blackboard hier ein richtiger Schritt in Richtung mehr Akzeptanz sein. Wenn Diskussions-Boards allgemein und zu jedem Thema eingerichtet werden können (und nicht zwangsläufig im Kontext eines bestimmten Blackboards-Course; zudem nun mal nicht alle Lehrveranstaltungen auf Blackboard zurückgreifen), würden sie vielleicht mehr genutzt.

8) Mailing Listen

Ebenfalls etwas „antik“, aber immer noch schwer im Gebrauch: Mailing Listen. Hier werden am OSI in der Regel die Yahoo! Groups eingesetzt. Alternativ bieten die ZEDAT mit Majordomo und die FU-spline-Informatiker mit Mailman ebenfalls jeweils einen Mailing Listen Service an. Nur bei der ZEDAT muss man die Einrichtung einer Liste erst schriftlich beantragen, bei spline ist für die Anmeldung Voraussetzung, dass man eine FU-eigene-IP hat (also via ZEDAT-Dialin/(W)LAN im Netz ist bzw. an einem Pool-Rechner in der FU sitzt) oder die Liste via ZEDAT-Email-Account beantragt.

Einfacher wäre es, wenn man sich über das Studierendenportal wie gewohnt einfach mit der ZEDAT-Kennung einloggt und dann über ein Webinterface eine Mailing Liste bequem einrichten und administrieren könnte.

9) Campus Messaging

„Informationen aus Portaldiensten werden via Messaging verteilt (SMS, Skype, ICQ …)“. Hier wäre mein Einwand, dass die Information ja erst mal in die „Portaldienste“ hineinkommen muss, bevor sie dann anschließend via Messaging an die Studierenden verteilt werden kann. Ein Service der mich z.B. über den Ausfall einer Veranstaltung via SMS aufklären könnte, bringt mir nichts, wenn niemand da ist, der die entsprechende Information ins Netz einspeist.

Wenn der Dozierende morgens bemerkt, dass er krank ist und nicht kommen kann, wie verteilt er dann diese Information? Kann er über ein Portaldienst die SeminarteilnehmerInnen direkt informieren, so dass diese die Information noch auf ihrem Handy sehen, bevor sie umsonst zur Uni fahren? Oder muss der Dozierende erst ein Sekretariat kontaktieren, dass diese Information dann via Messaging an die Betroffenen weiterleitet? Muss der Dozierende sich trotz Krankheit erst noch mal ins Internet quälen, um den Ausfall der Veranstaltung bekannt zu geben?

Ich habe hier so meine Bedenken, dass die Information die Betroffenen noch rechtzeitig erreichen würde. SMS ist als Benachrichtigung unmittelbarer als Email, da nicht jeder morgens vor dem aus dem Haus gehen noch mal seine Emails abruft, trotzdem bin ich skeptisch, ob die Information die Empfänger hier noch in einem angemessenen Zeitrahmen erreicht. Ein Fortschritt wäre es sicherlich, wenn es klappt.

Messages über IP-Telefonie oder Instant Messaging kann ich genauso gut via Email in Empfang nehmen. Die CeDiS wird hier wohl kaum einen eigenen Messaging Service aufbauen, sondern auf bestehende externe Services setzen. Mal abgesehen von den Komplikationen die das mit sich bringt, ist der Vorteil gegenüber konventionellen „Benachrichtigungsformen“ wie Email doch eher gering. Gut, wenn man einen Messenger laufen hat (ICQ, AIM, GTalk, Y!M, WLM, etc.), erreicht einen eine Mitteilung schneller als per Email, die man vielleicht nur zwei oder drei Mal am Tag abruft. Aber wenn man nicht online ist bzw. nicht am Computer sitzt, erreicht einen auch die Message via Instant Messenger nicht. Nur eine Benachrichtigung via SMS direkt auf das Handy wäre hier ein wirklicher Fortschritt.

10) Campus Location Finder

„Locations in Berlin oder auf dem Campus werden in Google Maps angezeigt“. Okay, das ist nun wirklich reine Spielerei. Wenn ich mir eine „Location“ in Berlin oder auf dem Campus anzeigen lassen möchte, kann ich das dann ja auch gleich direkt über Google Maps machen (da die Campus-Gebäude ja alle einen Zugang über mindestens eine Straße mit Hausnaummer haben, die ich bei Google Maps als Ziel angeben kann). Hilfreich wäre es, wenn der „Location Finder“ mir zeigen könnte, wo ein bestimmter Raum / Hörsaal innerhalb eines Gebäudes zu finden ist. Nur soweit ist Google Maps noch nicht ;).

11) Campus Veranstaltungskalender

„Darstellung personalisierter Termine in einem Kalenderportlet“. Ja, aber eben nicht nur persönliche Termine. Wichtig wäre es auch, dass man seinen Kalender oder Teile seines Kalenders öffentlich machen kann (bei Google Calendar kann man ja auch mehrere Kalender führen und dann zwischen „privat“ und „öffentlich“ differenzieren).

Dies hätte den Vorteil, dass man seine Termine mit anderen leichter abstimmen kann bzw. dass andere wissen wo man sich jetzt gerade aufhält. Es kann unter Umständen sinnvoll sein, diese Information freiwillig Preis zu geben. Kommilitonin X sucht Kommilitonin Y und sieht in deren Kalender, dass sie gerade ein Seminar im Raum 100 hat, also wartet sie vor dem Raum 100 bis das Seminar zuende ist, um die gesuchte Kommilitonin abzufangen.

Auch das unter 4) genannte Feature einer Terminabstimmung via Poll könnte man gut in einen solchen Campus-Kalender integrieren.

12) Blackboard RSS Announcements

„Announcements in der Lernplattform werden als RSS-Feed verteilt“. Okay, was für Annoucements werden denn in Blackboard publiziert, die von solcher Bedeutung sind, dass ich sie via RSS-Feed lesen möchte? Bezüglich einer meiner Lehrveranstaltungen, die Blackboard nutzen vielleicht, okay. Aber normalerweise komme ich an die seminarbezogenen Annoucements ja nur ran, wenn ich mich im Blackboard einlogge. Also kann ich auch den RSS-Feed ohne vorherigen Login nicht lesen, ergo müsste der Feedreader diesen Login automatisch vornehmen, bevor er sich den Feed zieht. Kann er das? Sind RSS-Feeds normalerweise nicht frei verfügbar, also von jedem zu abonnieren ohne sich vorher irgendwo einzuloggen?

Fazit

Von einigen Spielereien abgesehen ist die Mehrzahl der potentiellen Features die das neue Studierendenportal mit sich bringen könnte durchaus sinnvoll und erleichtert die Kommunikation an der FU für Studierende und Lehrende. Eine andere Frage ist, welche der genannten Features es am Ende tatsächlich geben wird und ob die Masse der StudentInnen diese dann auch wirklich nutzen wird.

Über die Online-Umfrage versucht man zu ermitteln, was für Features die Studierenden wirklich gebrauchen können. Doch dass das Studierendenportal kommen wird ist bereits jetzt sicher und man wird den Verdacht nicht los, dass bestimmte Funktionen völlig losgelöst vom Ausgang der Umfrage bereits jetzt als Bestandteile des Studierendenportals feststehen (so legt z.B. die ausführliche Testphase für Blogsysteme im Vorfeld nahe, dass es in jedem Fall ein Blogsystem geben wird).

Die „Gefahr“ besteht sicherlich, dass man mit solchen Web 2.0 Innovationen nur die „üblichen Verdächtigen“ begeistern wird. KommilitonInnen die sich also schon vorher für Blogs und Wikis interessiert haben, werden die Features des neuen Studierendenportals begrüßen. Doch diese webaffinen KommilitonInnen stehen eben nicht unbedingt repräsentativ für den Durchschnittsstudierenden an der FU.

Zu hoffen bleibt, dass mit der Bereitstellung des neuen Studierendenportals auch die Nachfrage nach den neuen Web 2.0 Techniken, die das Portal bereitstellen wird, steigt. Doch ein Blick auf die Nutzung der Blackboard-Funktionen stimmt mich hier skeptisch. Sicherlich begrüsst die Mehrheit der Blackboard-Nutzer die Möglichkeit, Material herunter- und heraufladen zu können. Aber hat jemand schon mal gesehen, dass in einem Blackboard-Forum eine wirkliche Diskussion entstanden ist? Oder dass das Chat-Modul genutzt wurde? Wer hat schon mal an einer Online-Umfrage innerhalb eines Blackboard-Course teilgenommen oder an einem durch einen Dozierenden eingerichteten Test?

Ein Großteil der Funktionen liegt brach, wird wenn überhaupt nur von einer verschwindend kleinen Minderheit genutzt. Es steht zu befürchten, dass etliche Features des Studierendenportals ein ähnliches Schicksal erleiden werden – trotz ihrer potentiell durchaus nützlichen Eigenschaften. Ob dieses Szenario durch die Online-Umfrage tatsächlich ausgeschlossen werden kann? I doubt it, aber wir werden sehen.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Ergebnisse der Bachelor-Umfrage endlich online

Dezember 27, 2006

Das FU-Präsidium hat unlängst endlich die Ergebnisse der Bachelor-Umfrage aus dem Sommersemester 2006 veröffentlicht. Die Tatsache, dass die Ergebnisse den Verantwortlichen schon seit geraumer Zeit vorliegen, aber nur teilweise und nur in mündlicher Form veröffentlicht wurden, hatte in der Studentenschaft Anfang November zu Unmut geführt. Kurz vor Beginn der akademischen Weihnachtsferien wurden die Ergebnisse nun endlich online gestellt.

Zur technischen Durchführung

Im Auftrag des Präsidiums führte der Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie eine Online-Umfrage unter den Bachelor-Studierenden an der FU durch, um zu ermitteln, wie zufrieden / unzufrieden diese Studierenden mit den neuen BA-Studiengängen sind bzw. wo die neuen Studiengänge noch offensichtliche Defizite aufweisen. Den betroffenen BA-Studis wurde daher ein Link zur Umfrage in ihre ZEDAT-Mailbox zugestellt. Um Mehrfachantworten auszuschließen und sicherzustellen, dass wirklich nur FU-BA-Studierende teilnehmen, wurde ein TAN-Verfahren verwendet (S. 5). Jeder Studierende bekam mit der Email auch eine individuelle Transaktionsnummer (TAN) zugestellt, die er bei der Umfrage angeben musste (oder die in den Link integriert war) und die nach einmaliger Benutzung verfiel.

Das TAN-Verfahren ist ein Fortschritt im Vergleich zu gewöhnlichen Online-Umfragen, die Mehrfachantworten und Manipulationen in der Regel Tor und Tür öffnen. Mal abgesehen von der Anonymisierungsproblematik (bei individueller TAN lässt sich theoretisch leicht ermitteln, welcher Studierender den Umfrage-Bogen wie ausgefüllt hat), stellt sich natürlich auch hier wieder die Frage, wie oft und ob überhaupt die FU-Studierenden ihre ZEDAT-Mails abrufen. Der Teilnahmezeitraum beschränkte sich auf drei Wochen im Juni (S. 5) und der Rücklauf betrug 29% (S. 6). Wenn man bedenkt, dass viele KommilitonInnen ihre ZEDAT-Emails wenn überhaupt nur ein oder zwei Mal im Semester abrufen, so erklärt sich der Rücklauf von nur knapp einem Drittel vielleicht auch dadurch, dass viele die Aufforderung zur Umfrage-Teilnahme zu spät erreichte. Die Autoren betonen, bei der Auswertung auf die Repräsentativität geachtet zu haben (S. 6), trotzdem wäre es grundsätzlich ja mal interessant zu wissen, welche Studierenden (nach Studienfächern) in welchen Abständen ihre ZEDAT-Mailbox überhaupt abrufen, wenn man schon die Links zur Teilnahme an einer solchen Umfrage nur via ZEDAT-Email verteilt.

„Soziodemographische Variablen“

Unter dem Punkt „soziodemographische Variablen“ (S. 7 / 8) offenbarte sich für die Befragungs-Auftraggeber Unglaubliches, Studierende sind in unerwartet hoher Anzahl erwerbstätig! Obwohl eigentlich keine neue Erkenntnis gab sich das Präsidium hier sehr überrascht (siehe dazu den Bericht des Kommilitonen Hachfeld zur mündlichen Vorstellung der Ergebnisse im November). Unter anderem ergab sich:

  • „Neben dem Studium sind sowohl während der Vorlesungszeit als auch während der vorlesungsfreien Zeit 47 Prozent der befragten Studierenden erwerbstätig, und zwar im Mittel 13,3 Stunden (Standardabweichung: 6,7) pro Woche während der Vorlesungszeit. Dieser Wert beträgt für die vorlesungsfreie Zeit 20,8 Stunden (Standardabweichung: 11,6) pro Woche.“
  • „Der überwiegende Teil der Studierenden in den Bachelor-Studiengängen hat einen Studienplatz in der 1. Priorität erhalten: 84 Prozent der Studierenden gaben an (Kombi: 82 Prozent Mono: 86 Prozent), in ihrem Wunschfach immatrikuliert zu sein.“
  • „Rund die Hälfte (51 Prozent) der Studierenden beabsichtigt, ein Semester oder ein Jahr im Ausland zu studieren.“
  • „Lediglich 8 Prozent der Studierenden streben den Bachelor-Abschluss als höchsten Abschluss an. 35% der Studierenden streben einen fachwissenschaftlichen und 24 % einen lehramtsbezogenen Master an. 33% sind noch unentschlossen, ob sie nach dem Bachelorein Masterstudium aufnehmen wollen.“

Was den letzten Punkt angeht, so stellt sich diese Frage unter Umständen gar nicht erst. So wollen die Berliner Universitäten in Zukunft sehr genau auswählen, wer nach dem Bachelor noch einen Master machen darf und wer nicht. Selbst wenn die Universitäten hypothetisch noch freie Master-Plätze für BA-AbsolventInnen haben, wollen sie diese Plätze nicht in jedem Fall füllen, weil zur „Qualitätssicherung“ eben nur „die besten“ zugelassen werden sollen. Gegen diese Elitebildung hat sich Ex-Senator Flierl gestellt, doch die Berliner Unis wollen da nicht mitspielen (vgl. zuletzt „Da könnt‘ ja jeder Master werden“, Berliner Zeitung, 15.12.06).

Kenntnis der Studienanforderungen

Die meisten BA-Studierenden an der FU kennen ihre Studienordnung, ihren Studienverlaufsplan und die Modulbeschreibungen ihres Studienfachs „eher gut“ (S. 9). Dunkler steht es hier um die Pürfungsanforderungen die immerhin gut ein Drittel nicht kennt. Bei den Prüfungsanforderungen in der Allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) beurteilen sogar mehr als die Hälfte ihre Kenntnis als „eher schlecht“.

Beurteilung des Studienangebots

Als „eher gut“ beurteilen 62% der Befragten den Erwerb von Grundkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens während des Studiums (S. 10). Auch bei der „Vermittlung fachlicher Grundlagen“ bewertet noch eine solide Mehrheit von 71% das Studienangebot als „eher gut“. Knapp im positiven Bereich sind auch „Aufbau und Struktur“ sowie „Inhaltliche Breite des Lehrangebots“. Vernichtend fällt dagegen die „Vemittlung von Lerntechniken und -strategien“ (62% „eher schlecht“), „Verknüpfung von Theorie und Praxis (64% „eher schlecht“) und die „Vermittlung berufsrelevanter Qualifikationen“ (78% „eher schlecht“) aus.

Es ist bezeichnend für die Bologna Reform an der FU, dass man nun ausgerechnet in den Bereichen, die man sich bei der Bachelor-Einführung so groß auf die Fahnen geschrieben hatte, mehr Praxis- und Berufsrelevanz im Studienangebot, elendig verreckt. Manch ein Dozierender mag sich hingegen vermutlich fragen, wo diese 62% Studierenden sind, die sich selbst den „Erwerb von Grundkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens“ attestieren, den ihnen das Studienangebot ja angeblich vemittelt. Es stellt sich mithin die Frage, wie man Grundkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens erwirbt, wenn man zeitgleich diagnostiziert, dass das mit der Vermittlung von Lerntechniken und -strategien noch nich so recht klappt.

Während die Beurteilung der Module im Kernfach weitgehend positiv ausfällt (nur die Abstimmung der Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls schwächelt noch etwas) (S. 11), ist das Ergebnis bei der Beurteilung des Studienbereichs der Allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) recht durchwachsen (S. 12). 71% beurteilen die ABV als Ergänzung zum Fachstudium als „eher gut“, 53% sehen hier auch die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen noch als „eher gut“, aber nur 47% sehen das auch bei der Vermittlung berufspraktischer Erfahrungen so und bei der Vemittlung der Anforderungen am Arbeitsmarkt sind es sogar nur noch 30% „eher gut“ gegenüber 70% „eher schlecht“.

Grundsätzlich stellt sich wie immer die Frage, ob ein Studium überhaupt erstrebenswert ist, das sich so stark auf den berufliche Werdegang nach dem Abschluss konzentriert, das nicht „bildet“, sondern nur „ausbildet“. Nur wenn man sich dann schon auf die Fahnen schreibt, dass die BA-AbsolventInnen nach Möglichkeit perfekt-funktionierende Rädchen werden, die am Markt alle ihren Platz finden, dann ist es natürlich um so bitterer, wenn das Ergebnis der Umfrage gerade im Bereich Berufsvorbereitung und Praxisrelevanz so negativ ausfällt.

Bewertung der Unterstützungsleistungen

Das Informationsangebot zum Bachelor allgemein hält eine Mehrheit der Studierenden für „eher schlecht“ (S. 15). Besser sieht es hier beim Studienaufbau und beim Kernfach aus, hier scheint ein ausreichendes Informatiosangebot vorhanden zu sein. Besonders unzufrieden sind die Befragten mit Informationen zu den so genannten „affinen Bereichen“ der Mono-BA-Studiengänge sowie zur ABV.

Durchweg negativ fällt die Umfrage zur Unterstützung und Betreuung aus (S. 16). Egal ob bei der Planung des Studienverlaufs, der HA-Betreuung, der Hilfe bei Lern- und Arbeitsschwierigkeiten oder der Unterstützung bei der Berufsfeldorientierung und Prüfungsvorbereitung, stets sind BA-Studierenden „eher unzufrieden“ mit dem Angebot. Fatal dürfte sich hier der fortlaufende Stellenabbau auswirken, der eher noch weniger statt mehr Unterstützung und Betreuung durch die Uni produzieren wird.

Bei der Prüfungsorganisation sind die Studierenden zufrieden mit der Vorbereitung durch die DozentInnen, nicht jedoch mit dem anschließenden Feedback. Die Terminorganisation ist zufriedenstellend, nicht jedoch die Beratung durchs Prüfungsbüro (S. 17). Bei den Beratungsangeboten sind die Studierenden mit den Websiten der FU und dem Vorlesungsverzeichnis zufrieden, weitgehend unbekannt sind dagegen der „Infoservice der FU“ und die studentische Studienberatung (vermutlich weil sie kaum noch stattfindet?). Als eher negativ fällt das Beratungsangebot von Studien- und Prüfungsbüros auf (mit 38% „eher unzufrieden“ bei 33% „eher zufrieden“ und 28% „unbekannt“) (S. 18).

Studierverhalten

Insgesamt gaben 55% der Befragten an, im Sommersemester alle Lehrveranstaltungen gemäß exemplarisch Studienverlaufsplan besucht zu haben. 60% der nicht erwerbstätigen Studierenden konnten besagte Lehrveranstaltungen besuchen, bei den erwerbstätigen waren es nur 51% (S. 18). Als Gründe für ein nicht studienplankonformes studieren wurden hauptsächlich Terminüberschreitungen, fehlende Informationen zum Studienverlauf und zu hohe Leistungsanforderungen angegeben (S. 19). Wenn knapp die Hälfte der Studierenden nicht nach dem idealtypischen Studienverlaufsplan studieren kann, taugt dieser offenbar nicht viel. Auch das ein weiteres Indiz dafür, dass die Konstrukteure der BA-Studienordnungen i.d.R. wenig über die Realität der Studierenden wissen.

Nur 42% der Studierenden gaben an, dass sie im vergangenen Semester genug Zeit zur Verfügung hatten, sich auf die anstehenden Prüfungen angemessen vorzubereiten (S. 20). Die Mehrheit, der das nicht möglich war, gab vor v.a. zu hohe Prüfungsanforderungen, schlechte zeitliche Pürfungsorganisation und unzureichende Vorbereitung durch DozentInnen als Gründe an. Ein klarer Beleg für den Irrsinn in BA-Studiengängen quasi jedes Semester zum Prüfungssemester zu machen.

Ein weiteres zentrales Problem stellen offenbar die Überschneidungen von Lehrveranstaltungen dar (S. 20). Besonders hoch waren die Überschneidungen mit 57% zwischen Kernfach und Modulangebot bzw. affinen Bereich sowie zwischen ABV und dem Kernfach oder Modulangebot bzw. affinem Bereich mit 45% (S. 21). Eine Mehrheit von 61% der von Überschneidungen betroffenen Studierenden gab an, kein tragfähiges Angebot zur Überwindung der Problematik erhalten zu haben.

Zufriedenheit mit den BA-Studiengängen

Insgesamt ist eine Mehrheit von 68% im 2. Fachsemester und von 65% im 4. Fachsemester eher zufrieden mit dem Bachelorstudiengängen (S. 22). Das bedeutet aber eben auch, dass gut ein Drittel der BA-Studierenden mit dem Studium an der FU eher unzufrieden ist. Die Hauptursachen für die Unzufriedenheit fassen die Autoren des Papiers wie folgt zusammen (S. 23):

„Was die Unzufriedenheit mit dem Bachelorstudium betrifft, werden vor allem folgende Faktoren moniert: ein subjektiv als zu hoch empfundener Arbeitsaufwand, die Prüfungskumulation zum Ende der Vorlesungszeit (Gefühl der Überforderung) in Zusammenhang mit der mangelnden Transparenz der Studienanforderungen, eine als problematisch empfundenen Studienorganisation, fehlende bzw. widersprüchliche Informationen sowie Defizite in der Betreuung und Beratung. Hinzu kommen für die Bachelorstudierenden der Leistungsdruck aufgrund des zum Zeitpunkt der Befragung ungeklärten Zugangs zum Masterstudium und die ungewisse Berufsperspektive. In dieser Situation fehlt den Studierenden offensichtlich die notwendige Beratung und Betreuung.“

Was ihnen tatsächlichen fehlt, ist ein vernünftiges Studium und keine abgespeckte Ausbildung in sechs Semestern, wie sie der BA nun mal darstellt. Auch kann alle Beratung und Betreuung nicht darüber hinweg helfen, dass die FU wie oben bereits angesprochen gar nicht daran denkt, allen BA-AbsolventInnen optional einen Weitergang bis zum MA anzubieten, während die Berufsperspektiven für BA-AbsolventInnen weiterhin mehr als ungewiss bleiben.

Weiterhin keine allgemein zugängliche Aufschlüssung nach Fachbereichen

Das Ergebnis der Umfrage weist zwischen den verschiedenen BA-Studiengängen teilweise erhebliche Unterschiede auf, wie die Autoren gleich zu Beginn betonen (S.4). Dennoch werden die differenzierten Ergebnisse die einzelnen Studiengänge betreffend nur den Fachbereichen zugestellt. Im LHG News Blog heißt es dazu:

„Auf Nachfrage sollten die Fachbereichsergebnisse jedoch mindestens allen studentischen Gremienvertretern am jeweiligen Fachbereich, wenn nicht allen interessierten Studierenden über das Dekanat zugänglich sein. Wir setzen uns auch dort für einen offenen fachbereichsweiten Diskurs über die Ergebnisse und den sich daraus ergebenden Folgen ein.“

Zu wünschen wäre wirklich, dass die fachbereichsbezogenen Ergebnisse den Studierenden ebenfalls zugänglich gemacht werden. Die daraus letztendlich resultierende Vergleichbar von Fachbereichen bzw. Studiengängen wird auch von vielen Studieren kritisch gesehen, letztendlich kann man aber nur aus so einem Vergleich folgern, wo es an der Uni an einigen Ecken stärker „brennt“ als an anderen, was dann eben bis zu einem bestimmten Grad vielleicht auch Rückschlüsse zuließe, wie die Uni-Leitung einen Fachbereich gegenüber einem anderen bevorteilt oder wo fachbereichsintern mehr Mist gebaut wird als anderswo. Wenn Fachbereich A eine besser konzipierte Studienordnung hat als Fachbereich B, dann könnte B von A lernen und die Studierenden von Fachbereich B hätten ein Druckmittel gegenüber der eigenen Fachbereichsleitung diesen Lernprozess einzuleiten.

Wieder ein Internet-Seminar weniger am OSI

Dezember 17, 2006

Das seit mehreren Semestern bestehende Hauptseminar „Politische Analyse der Internet-Öffentlichkeit in Deutschland“ wird ab dem kommenden Sommersemester nicht mehr angeboten. Diese Entscheidung fiel am verganenen Donnerstag und überraschte sowohl die Seminar-Veranstalter, die fest von einer Fortsetzung im kommenden Semester ausgegangen waren, als auch Prof. Mengel in dessen Bereich das ins Aufbaumodul „Politische Systeme“ zählende Seminar gehörte.

Das Seminar wird von Dr. Richard Herding und weiteren MitarbeiterInnen des „Informationsdienstes für kritische Medienpraxis“ geleitet. Die Dozierenden engagieren sich „ehrenamtlich“, bekommen also ihren Lehreinsatz nicht vergütet. Umso unverständlicher erscheint die Streichung der Veranstaltung, denn das Seminar verursachte keine Kosten. Besser gesagt, fast keine, offenbar war der Verwaltungsaufwand dann doch zu hoch. Jedenfalls gibt es ein „Kapazitätslimit“ und das Internet-Seminar liegt wohl jenseits dieses Limits (die genaue Begründung war am letzten Donnerstag noch unklar).

Anders als viele andere Internet-Seminare litt dieses auch nicht an zu wenig TeilnehmerInnen, gut 35 EmpfängerInnen zählt die Mailingliste. Dazu trägt nicht zuletzt sicherlich auch der Praxisbezug bei: Die zu diskutierenden Websiten können während des Seminars direkt angesuft werden, da das Seminar im PC-Saal stattfindet (der ansonsten wenig für Lehrveranstaltungen genutzt wird). Kritisiert wurde im letzten Semester in den Kommentaren bei FUwatch allerdings auch das „lehrveranstaltungs-ferne“ Websurfen von einigen TeilnehmerInnen (siehe etwa hier und hier). Richtig ist sicherlich, dass viele TeilnehmerInnen nebenher auch noch ihre Mails abrufen oder sich ein wenig „subversiv“ betätigen. Das eine schließt das andere jedoch nicht aus, wie bereits im letzten Semester festgehalten, wird in dem Seminar durchaus ernsthaft und produktiv gearbeitet.

Das Wegfallen des Seminars ab dem kommenden Semester ist umso bitterer, da es ohnehin wenig Lehrveranstaltungen für die Schnittmenge „Politik und Internet“ gibt, obgleich es ja nicht an Themen in diesem Bereich mangelt. Seit dem letzten Semester werden einige Internet-Seminare von Dr. Heinz Gralki auch für OSIaner angeboten (sonst hauptsächlich für Soziologie-Studierende). Dr. Werner Breede, der bis zum SS 2005 auch in jedem zweiten Semester ein internet-nahes Seminar (im Bereich BS) am OSI angeboten hat, scheint auch ausgebootet worden zu sein. Im SS 2006 fiel seine ursprünglich angesetzte Lehrveranstaltung aus, vielleicht gibt es im SS 2007 wieder eine. Außerdem veranstaltet Prof. Funke in unregelmäßigen Abständen ein Seminar zum Thema „Internet und Rechtsextremismus“.

Ansonsten gibt es i.d.R. nur „einmalige“ Lehrveranstaltungen, also Pro- und Hauptseminare die dann einmal und nie wieder stattfinden, da der Bereich „Internet“ nicht Schwerpunkt in der Forschung des jeweiligen Dozierenden ist oder der Dozierende nicht am Institut tätig ist. Schade also, wenn jetzt jene letzten Internet-Lehrveranstaltungen mit etwas mehr Kontinuität aus dem Vorlesungsverzeichnis genommen werden.

Forum der OSI-Zeitung ist umgezogen

Dezember 16, 2006

Leider verfügt die OSI-Zeitung nach wie vor über keine Webpräsenz, auf der man die Artikel lesen bzw. als pdf-Datei downloaden könnte.

Allerdings ist offenbar das „Infozentrum“ von RapidForum.com nach Siteboard.de umgezogen. Unter osizeitung.siteboard.de findet man das neue Forum, in dem allerdings noch keine öffentlichen Posts zu finden sind. In Zukunft können in der Rubrik „Leserbriefe“ Meinungen zu den Artikeln abgegeben werden, während in einem weiteren Bereich die aktuelle Ausgabe diskutiert werden kann.

Kritik der universitären Vernunft – gegen UNIformierung

Dezember 15, 2006

Das Rote Café lädt heute (15.12.) zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Kritik der universitären Vernunft – gegen UNIformierung“ mit Workshops und anschließender Party ein. Folgende Themen stehen auf der Agenda:

  • Mexiko zwischen Repression und Hoffnung (18:30 bis 19:30).
  • Die Verwettbewerblichung des Hochschulsektors (18:30 bis 19:30).
  • AfrikaBilder – „Afrika“ in der deutschen Politikwissenschaft (19:45 bis 20:45).
  • Studentische Mitbestimmung im Spannungsfeld zwischen Institutionalisierung und Aktion (19:45 bis 20:45).
  • Leerstelle der Politikwissenschaft – Gender am OSI? (21:00 bis 22:00)
  • Neue Rechte Ideologien: Die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (21:00 bis 22:00).
  • Informelle Selbstbestimmung? Die Datenflut. (22:15)

Freitag, 15.12.06, Harnackstr. 1a. Die Workshops beginnen um 18 Uhr, anschließend gibt es ab 21 Uhr eine Party mit „Soli-VoKü“, „Solicocktails“ und „DJanes“.

P.S.: Es gibt von Katharina Berndt einen lesenswerten Artikel zum Thema „Rotes Café“, von dem ich nicht weiß, ob er in der zweiten Print-Aufgabe der OSI-Zeitung zu finden ist, der aber auf jeden Fall im OZ-Forum online zugänglich ist.

Zweites uniweites Aktionsplenum

Dezember 14, 2006

Nachdem es im Zuge des „Global Action Day for Education“ ja erst kürzlich ein uniweites Aktionsplenum an der FU gab, findet heute ein weiteres Treffen statt. Der Text im herumgemailten Aufruf entspricht dem von neulich.

Treffpunkt 14.12. in der Silberlaube (Habelschwerdter Allee 39-45) im Raum K 23/11 um 16 Uhr.

Das „Handbuch Lehre“ bietet wenig Neues und leistet der Verschulung Vorschub

Dezember 13, 2006

Manchmal, wenn ich in der OSI Zeitung blättere (gemeint ist die 1. Ausgabe, die 2. habe ich noch nicht gesehen) oder wie jetzt das „Handbuch Lehre“ studiere, frage ich mich, wo eigentlich die FSI OSI abgeblieben ist. Ich kann mich natürlich täuschen, aber ich glaube, dass man einigen dieser neuen „AG-Projekte“ dort kritisch oder zumindest distanziert gegenübersteht. Nur ich kann nirgends erkennen, dass die FSIler gegen diesen neuen Trend seichter und nur bedingt kritischer Publikationen am OSI aufbegehren. Aber wie gesagt, vielleicht täusche ich mich ja auch und das „Schweigen“ bedeutet, dass man diesen neuen „Pragmatismus“ auch in der FSI begrüßt. Außerdem gehört Pia von der FSI heute Abend ja auch zu den Diskutanten.

Es war die FSI, die damals an vorderster Front gegen die Einführung von BA und MA am OSI mobil machte. Man denke nur an die aggressiven und harten Harakiri-Kurzmagazine, in denen man sich nicht zuletzt auch vehement gegen die zunehmende Verschulung der Lehre am OSI aussprach. Heute dagegen wird das hochschulpolitische Engagement am OSI im wesentlichen von Arbeitsgruppen getragen, die sich am Institutstag gebildet haben. Und diese produzieren dann z.B. bundespräsidiale Adlon-Leitsätze wie den folgenden:

„Denn grundsätzlich gilt für Referate, wie für vieles andere auch: von nichts kommt nichts. Wenn sich niemand mehr Mühe macht, wird sich am oft erbärmlichen Referats-Alltag nicht ändern.“ (Handbuch Lehre, S. 11)

Von nichts kommt nichts und wer Arbeit will, der findet auch welche, etc. Statt den Leistungsethos als solchen in Frage zu stellen, wird hier fleißig daran gebastelt, wie man ihm am besten entsprechen kann. An anderer Stelle (S. 13) wird zwar auch darauf verwiesen, dass Leistungsanforderungen nicht Selbstzweck sein können, kein Wort aber dazu, wie mit Dozierenden umzugehen ist, die sich dieser Erkenntnis verweigern.

„Die Dozierenden (…) sind häufig in der Vorbereitung zwar bereit zur Betreuung, aber verpflichten nicht dazu.“ (S. 10) (…)

„Nur mit einer zentralen Fragestellung und These gewinnen die in einem Referat vorgetragenen Sachverhalte an Kontur und werden kritisierbar. Deswegen sollte beides von Dozierenden im Vorfeld der Sitzung eingefordert werden.“ (S. 11)

Ja, da ist er wieder der Schrei nach der Autoritätsperson, die festzulegen hat, was sein soll und was nicht. Die Studierenden sollten selber in der Lage sein zu erkennen, dass eine Fragestellung und These essentielle Bestandteile eines Referats sind, sie brauchen dafür nicht eine Forderung vom Dozierenden. Ferner wäre es wirklich zu begrüßen, wenn Dozierende eine Betreuuung im Vorfeld der Referatserstellung anbieten würden, aber sollten sie deswegen die Referentinnen zur Teilnahme an einer solchen Betreuung verpflichten?

Wie war das noch mal vor einem Jahr mit den Forderungen? Ein „freies, selbstbestimmtes, emanzipatorisches Studium“? Daran gemessen ist dieses Papier das de facto auf noch mehr Regularien und Entmündigung der Studierenden hinausläuft ein echter Rückschritt.

Auf der Rückseite des Handbuchs kann man nachlesen, was die Autoren erreichen wollen:

„Unser Anliegen ist es eine Öffentlichkeit zu schaffen und Diskussionen über Lehre am OSI anzustoßen – wir möchten dafür den Ideenpool von Studierenden und Dozierenden zugänglich und so nutzbar machen. Dafür haben wir diese Broschüre geschrieben, die statt immer nur schlechte Lehre anzuprangern, positive Anregungen zu ihrer Verbesserung geben möchte. Durch eine große Verbreitung soll sie zu einer Diskussionsgrundlage werden. Dadurch möchten wir die Frage der guten Lehre als gemeinsame Aufgabe von Studierenden und Dozierenden etablieren.“

Okay, ihr habt also eine Broschüre geschrieben die vorhandene Probleme in der Lehre beschreibt und Ideen zu ihrer Verbesserung bereit hält. Hier wäre meine Frage: Was ist daran neu? Eigentlich sind das alles Binsenweisheiten. Sowohl die Probleme, als auch die Ideen wie man es besser machen könnte, sind ja schon länger bekannt. Ihr habt sie nun in einer Broschüre zusammengefaßt, gut soweit. Aber was jetzt?

Jetzt wird diskutiert. Genau, und was wird am Ende dabei herauskommen? Ich habe da so eine Ahnung. Der Teil der Dozentenschaft, der aufgrund eigener Erfahrungswerte bisher darauf verzichtet hat, eine Literaturliste, einen Seminarplan oder einen Reader bereit zu stellen, wird dies auch in Zukunft nicht tun. Der Teil der Dozentenschaft, der sich nicht übermäßig für einen alternativen Aufbau von Referats-Organisation interessiert hat, wird dies auch weiterhin nicht tun, usw.

Dieser gesamte Ansatz ist doch schon allein deshalb zum Scheitern verurteilt, weil er die Prämisse setzt, dass Studierende und besonders Dozierende, die sich bisher wenig bis gar nicht für „Best Practice“ Vorschläge interessiert haben, dies aufgrund dieses Handbuchs und der dazugehörigen Diskussionsveranstaltung nun auf einmal tun werden.

Meine These wäre also: Das Problem ist nicht eine mangelnde Erkenntnis, dass es in der Lehre Defizite gibt oder wie diese idealtypisch zu beseitigen wären. Das Problem liegt darin, diese Ideale dann im Lehralltag auch überall durchzusetzen. Es gibt Dozierende / Studierende die ohnehin offen für solche Veränderungen sind und sie auch ohne Handbuch ganz allein versuchen umzusetzen. Und es gibt andere Dozierende / Studierende, die sind weniger offen und werden sich auch nicht durch so ein Handbuch umstimmen lassen – teilweise auch aus gutem Grund, wie ich weiter oben versucht habe aufzuzeigen.

Umfrage zum neuen Studierendenportal

Dezember 12, 2006

Wie bereits in den letzten Semesterferien diskutiert, soll die FU Berlin demnächst ein zentrales Studierendenportal bekommen, das die CeDiS bereitstellen wird. Man braucht also zukünftig z.B. nicht mehr drei verschiedene Accounts um sich Bücher im OPAC auszuleihen, ins Blackboard einzuloggen und Lehrveranstaltungen im Campus Management zu buchen. Alle Systeme sollen über ein zentrales Benutzerkonto (= ZEDAT-Account) miteinander vernetzt werden. Dies passiert aber erst in der zweiten Phase des Projekts.

In der für das kommende Jahr anstehenden ersten Phase wird es zunächst um einige Zusatzfeatures gehen, „etwa dem gegenseitigen Austausch von Materialien und Ratschlägen, der Erstellung von Einträgen auf einer interaktiven Karte des Campus und das Führen von Blogs und Wikis“ (CeDiS).

Ich bin ein Befürworter dieses Studierendenportals und halte seine Einrichtung für überfällig, habe aber in jüngster Vergangenheit auch versucht zu dokumentieren, dass das einige KommilitonInnen aus datenschutztechnischen Gründen wesentlich kritischer sehen.

Vom 11.12.06 bis 15.01.07 bietet die CeDiS nun allen Studierenden an, sich an einer Umfrage zu beteiligen. Die Mitwirkung erscheint empfehlenswert, da durch die Umfrage ermittelt werden soll, welche Features überhaupt gebraucht werden / sinnvoll sind.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Das kam jetzt aber überraschend…

Dezember 11, 2006

Sehr geehrte Studierende,

wir haben festgestellt, dass bei Ihren Buchungen in Campus Management Module ohne Lehrveranstaltungen gebucht sind. Bitte kommen Sie in unsere Sprechstunde, damit wir Ihre Anmeldungen korrigieren können.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Studienbüro

Talk to the hand.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Neuer Gemeinschaftsblog der FSIs

Dezember 10, 2006

Wie SEMTIX berichtet, haben die Fachschaftsinitiativen (FSIs) an der FU jetzt einen Gemeinschaftsblog – auch wenn bei SEMTIX das Wort „Blog“ nicht fällt, sondern von einer „gemeinsamen Plattform für alle Initiativen“ die Rede ist.

Ob die FSIs wirklich „die kompetenten Ansprechpartner an den jeweiligen Instituten“ sind, sei zudem mal dahin gestellt. Richtig ist aber sicherlich, dass sie häufig näher am Institutsgeschehen dran sind, als der „normale“ Studierende. Wenn sie nun ihre Infos auch endlich über einen Blog verteilen, ist das ausdrücklich zu begrüßen. Auf den statischen Standard-FSI-Seiten passiert nämlich meist nur sehr wenig, sie werden viel zu selten aktualisiert (die FSI OSI Website ist z.B. ungefähr auf dem Informationsstand vom WS 2005/06).

Auch das offenbar Indymedia nachempfundene neue FSI-Logo mit dem „sendenden i“ stimmt den interessierten Studierenden optimistisch (rein von der Symbolik her). Fehlt nur noch die Aufnahme in den FU-Meta-Blog.

StudiVZ und fsz werden doch nicht kooperieren

Dezember 9, 2006

Wie unlängst berichtet, plante der „freie zusammenschluss von studentInnenschaften“ (fsz) nach Angaben der taz eine Kooperation mit dem umstrittenen Studierendenportal „StudiVZ“. Jörg-Olaf Schäfers hat daraufhin beim fsz mal nachgefragt, ob man zu dieser Kooperationsvereinbarung immer noch steht. Hier ein Auszug aus der Antwort die er erhielt:

„(…) In einem Gespräch Ende dieser Woche wird den Betreibern von StudiVZ dargelegt werden, wie der fzs die Vorwürfe gegen StudiVZ bewertet und das wir von einer Zusammenarbeit unter den gegebenen Umständen absehen werden.

Wir möchten weiterhin darauf hinweisen, dass der Gesprächstermin mit den Betreibern schon vor der Veröffentlichung des heutigen Artikels in der taz vereinbart wurde.(…)“

Klar, dass man beim fsz nicht den Eindruck entstehen lassen möchte, erst der taz-Artikel des Kommilitonen Martin Kaul hätte dazu geführt, dass man sich von StudiVZ distanziert. Dennoch hätten sie sich diese Negativ-Schlagzeilen ganz ersparen können, wenn sie früher reagiert und öffentlich von ihrer Absicht sich von der geplanten Kooperation mit StudiVZ loszusagen berichtet hätten.

Damit schwimmen StudiVZ einmal mehr die Felle davon. Der Plan sich mit dem fsz auch ein wenig mehr Seriösität ins Haus zu holen und gleichzeitig Asten und Studierendenräte als Werbeträger für das StudiVZ einspannen zu können, ist dahin.

Neue OSI Bibliotheks Website

Dezember 8, 2006

Der Ihne21 Blog verkündet die Fertigstellung der neuen OSI-Bilbliotheksseite. Unter anderem werden die Ihne21-Blogeinträge mit aktuellen Informationen via RSS in die Website eingebunden (etwas ähnliches wünscht man sich auch für die News auf der OSI Frontseite), weiterhin verfügt die Site über nützliche Direktlinks, englischsprachige Informationen und Kontaktadressen zu allen BibliotheksmitarbeiterInnen (wer hätte gedacht, dass da knapp 30 Leute arbeiten!?). Abschließend heißt es bei Ihne21:

„Wir drücken dem OSI die Daumen, daß irgendwann demnächst ein Web Content Management System (WCMS) eingeführt wird. Dies würde die verbliebenen technischen Detailprobleme unserer neuen Bibliothekswebsite lösen helfen, und das Aktualisieren und Erweitern der Informationen wäre noch einfacher.“

Blitzt da etwa etwas Sarkasmus auf („irgendwann demnächst“)? Tatsächlich wird es „demnächst“ neben einem noch zu wählenden Blogsystem mit „Fiona“ (alias NPS) wohl auch ein FU-weit einheitliches (W)CMS geben, das dann auch am OSI zum Einsatz kommt. Der Testbetrieb läuft bereits.

Die neue Bibliotheksseite ist jedenfalls gut gelungen. Während die OSI-Website ja bereits zu Beginn des nun ausklingenden Jahres das neue „Corporate Design“ der FU Websites angenommen hatte, blieb die Bibliotheksseite immer noch bei ihrem alten, gruseligen Steinzeit-Webdesign. Das neue Design paßt nun endlich auch zum „Corporate Design“ der FU, hat allerdings nicht den penetranten, dunkelblauen Farbton übernommen. Dadurch wirkt die Seite optisch angenehmer und leichter. Diese Einheitlichkeit wird teilweise herb durch einige verlinkte, externe FU Websites durchbrochen, was sich aber wohl leider nicht vermeiden lässt.

Boykott gegen Studiengebühren läuft nur schleppend an

Dezember 7, 2006

Nachdem in vielen Bundesländern im nächsten bzw. übernächsten Semester Studiengebühren eingeführt werden sollen, versuchen die betroffenen Studierenden dies durch ein allerletztes Aufbäumen doch noch zu verhindern. Die gängige Protestform ist dabei zur Zeit der Boykott: die Studiengebühren werden zunächst auf ein Treuhänder-Konto überwiesen. Machen genügend KommilitonInnen der jeweiligen Universität bei dem Boykott mit, verbleibt das Geld beim Treuhänder, wird das vorher festgelegte Quorum dagegen nicht erreicht, überweist der Treuhänder das Geld an die Uni:

„Die Boykott-Idee folgt der simplen Logik, dass die Länder oder Hochschulen es kaum wagen werden, viele tausend Studenten auf einen Schlag rauszuschmeißen. Damit die Exmatrikulations-Hemmschwelle auch wirklich überschritten wird, richten die Organisatoren Treuhandkonten bei einem Notar oder Anwalt ein. Sie legen ein Quorum fest, das in der Regel bei einem Drittel oder einem Viertel aller Studenten liegt. Wird dieser Anteil erreicht, lassen es die Studenten auf eine Kraftprobe ankommen. Ist die Beteiligung niedriger, überweist der Anwalt das Geld.“ (Spiegel Online, 06.12.06)

Ob diese Idee aufgehen kann, ist bei den Studierenden stark umstritten. Einige treibt die Sorge um, dass die Unis im Ernstfall nicht zögern werden, notfalls auch einige Tausend Studis auf einen Schlag zu exmatrikulieren. Im jeden Fall kann diese Form des Protests überhaupt nur dann Erfolg haben, wenn die Anzahl der Boykotteure groß genug ist. Solange die Universitäts-Verwaltungen sich nur mit einer Minderheit von Protestlern herumstreiten müssen, sehen sie keine Notwendigkeit ihren Kurs zu ändern, wie sie selbst unverhohlen klarstellen (ebd.).

Die Resonanz auf die Aktion fällt in den Universitäten der betroffenen Bundesländer (Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen) recht unterschiedlich aus. Freiburg (Pädagogische Hochschule), Tübingen, Braunschweig, Hildesheim (HAWK), Hannover, Osnabrück und Oldenburg haben sich der Boykott-Bewegung angeschlossen. Hamburg und die TU Hamburg-Harburg werden sich vermutlich anschließen.

Die Uni Göttingen wird dagegen wohl nicht dabei sein. Bei einer Urabstimmung hätten 15% der Studierenden für die Teilnahme am Boykott stimmen müssen, es sprachen sich aber nur 13% dafür aus – bei einer erschreckend geringen Wahlbeteiligung von 17%. Das Basisdemokratische Bündnis“ (BB) macht auf Indymedia dem bürgerlichen AStA der Uni Göttingen wegen diesem Ergebnis schwere Vorwürfe: Organisation, Abstimmungsfrage und Informationspolitik sein mangelhaft gewesen, daher die geringe Wahlbeteiligung und die zu wenigen Pro-Stimmen. Warum überhaupt eine Urabstimmung durchgeführt wurde, erklärte der Hochschulpolitik-Referent des AStAs, Sebastian Ehricht, gegenüber Spiegel Online wie folgt:

„Zu einer Vollversammlung kommen immer nur die, die sowieso für einen Boykott sind, das verzerrt das Bild. Da ein Boykott aber mit großen persönlichen Risiken einhergeht, fanden wir es notwendig, alle zu befragen und dem Votum zu folgen.“ (Spiegel Online, 06.12.06)

Ein Grundsatzstreit, der ähnlich auch immer wieder an der FU zu beobachten ist. Grundsätzlich hat der konservative AStA der Uni Göttingen natürlich Recht, eine Urabstimmung ist demokratischer als eine Abstimmung auf einer Vollversammlung, wo der Mehrheitswille der Anwesenden eben selten auch den Mehrheitswillen der gesamten Studentenschaft repräsentiert. Der Einwand der an dieser Stelle dann kommen muss, lautet, dass die Gegner dann eben zahlreicher auf der Vollversammlung erscheinen sollen. Nur selbst im hypothetischen Fall, dass tatsächlich alle oder so gut wie alle Studierenden auf einer Vollversammlung erscheinen, würden die dort gar keinen Platz finden, weil es an keiner Uni entsprechende Räumlichkeiten gibt. Eine Urabstimmung bei der über mehrere Tage hinweg alle Studierende die Möglichkeit haben ihre Stimme abzugeben ist schon besser, als das Fällen einer Entscheidung auf einer Vollversammlung. Die Urabstimmung muss dann aber vernünftig organisiert werden, was im Fall von Göttingen aber nach Meinung der Kritiker eben nicht der Fall war.

Doch Göttingen steht nicht allein mit seinem „Nein“ zur Boykott-Aktion. Der AStA der Uni Bonn betrachtet die Aktion als „Himmelfahrtskommando“ und lehnt sie ab – obwohl es auf einer VV eine Mehrheit für eine Beteiligung am Boykott gab:

„Der Asta spricht von einem ‚Himmelfahrtskommando‘ mit Studentengeldern und sieht die Risiko ausschließlich bei den Studenten. Für die Uni dagegen bedeute ein Wegfall von 7000 Studenten kein finanzielles Problem: ‚Wenn Arbeitnehmer streiken, verdient die Firma kein Geld. Wenn wir die Gebühren boykottieren und rausfliegen, kriegt die Uni mehr Geld pro Studierendem‘, so Jonas Bens vom Asta-Vorsitz.“ (Spiegel Online, 06.12.06)

Selbst wenn die erste Hürde genommen wurde und es eine konstruierte oder reale Mehrheit für die Boykott-Teilnahme an der jeweiligen Uni gibt, muss als nächstes aber ja auch das Quorum bei den Überweisungen erreicht werden. In der Regel sind es 30%, die ihr Geld an den Treuhänder und nicht an die Uni überweisen müssen, bevor es zum Showdown kommt. Werden diese 30% nicht erreicht, überweist der Treuhänder die Gebühren an die Uni. Für die Boykott-Befürworter kommt dann der Tag der Wahrheit.

Empirisch dürfte das interessant werden, weil dann abgeglichen werden kann, inwiefern der Mehrheitswille auf einer VV tatsächlich dem Mehrheitswillen der gesamten Studentenschaft entspricht bzw. wie groß hier die Diskrepanz ist. Wenn es auf einer VV eine klare Mehrheit für eine Boykottbeteiligung gibt, sich dann aber nicht mal 30% der Studierenden tatsächlich am Boykott beteiligen, würde dies Kritikern der Aussagekraft von VV-Mehrheiten neue Munition liefern.

Während sich in Niedersachsen, NRW und Baden-Württemberg schon etliche Unis für eine Beteiligung am Boykott ausgesprochen haben, passiert in Bayern bisher so gut wie nichts – obwohl auch hier im kommenden Sommersemester Studiengebühren eingeführt werden sollen. Doch selbst in den erst genannten Ländern ist die Anzahl der Universitäten die den Boykott befürworten immer noch gering im Vergleich zur Anzahl jener Unis, die sich noch nicht dazu entschlossen haben. Was nicht ist, kann zwar noch werden, insgesamt wirkt die Pro-Boykott-Front jedoch schwächlicher, als die Organisatoren zu suggerieren versuchen. Und wenn es jetzt schon so viele Zögerer gibt, wie soll das erst werden wenn es wirklich ans Eingemachte geht und die Gebühren entweder an den Treuhänder oder doch an die Uni überwiesen werden müssen?

Ohne die Notwendigkeit von Protest gegen Studiengebühren (auch in Form eines Zahlungs-Boykotts) in Abrede stellen zu wollen: wetten würde ich auf den Erfolg der Aktion nicht.

fsz will mit StudiVZ kooperieren

Dezember 6, 2006

Wie der Kommilitone Martin Kaul in der heutigen Ausgabe der taz berichtet, bahnt sich zwischen dem in letzter Zeit wegen mangelndem Datenschutz und Duldung von Sexismus stark kritisierten Studierendenportal „StudiVZ“ und dem „freien zusammenschluss der studentInnenschaften (fzs“) offenbar eine Kooperation an:

„(…) Eine merkwürdige Liaison: Der fzs publiziert vor allem spaßfreie Postulate gegen Studiengebühren. Diese elektrisierten bisher nur eine Minderheit der 1 Million Studis, die der fzs nach eigenen Angaben vertreten will. StudiVZ ist dagegen als zweifelhafte Bagger- und Party-Community aufgefallen. Eine mit enormem Zulauf allerdings. (…)

Nach Hochschulen sortiert, gruppiert das Programm die einzelnen Studis zueinander – und wer wissen will, wer denn noch so da ist, findet per Klick zur Studentin, die sich am anderen Ende der Republik mit gleichen Fragen beschäftigt hat. Gleiche Fragen, das heißt im StudiVZ in der Regel: ‚Bist du Single?‘, ‚Auf der Suche?‘ oder ‚Nimmst du an der Miss-Wahl teil?‘ Wissenschaft? Hochschulpolitik? Fehlanzeige. (…)

Dass in diesem Gewusel ein paar solide Infos über Studiengebühren, Abbrecherquoten und Asta-Adressen ein seriöser Service wären, leuchtet ein. Die Jungunternehmer allerdings rechnen anders: Sie wollen dem fzs zwar gestatten, Content einzupflegen – erwarten dafür jedoch eine ‚Gegenleistung‘. Asten und Studierendenräte sollen in der ganzen Republik Flyer fürs StudiVZ verteilen. Kostenlos. So würden die Grabbel-Netzwerker doppelt profitieren. Zum einen würden die Studierendenvertreter mit ihrem seriösen Ruf das Flirtportal aufwerten, gleichzeitig halten sie im ganzen Lande als Werbeträger her. (…)“

(taz: „Studirevoluzzer wollen ins Prollnetz“, 06.12.06)

Zwar berichtet Martin auch von Gegenstimmen innerhalb des fsz, die von einer solchen Kooperation wenig halten, durchzusetzen scheint sich aber wohl die Fraktion, die immer noch optimistisch ist, mit StudiVZ zusammenarbeiten zu können.

Der fsz war in der linken Studentenschaft schon immer umstritten (so gilt z.B. das Verhältnis zum AStA FU traditionell als angespannt), aber mit einer solchen Kooperation würde der fsz sicherlich einen weitergehenden Imageverlust erleiden, der dann endgültig seine „Kernkompetenz“, den Kampf gegen Studiengebühren, zu überlagern droht.

Sicherlich, im besten Fall könnte eine Kooperation zwischen StudiVZ und fsz auch dazu führen, dass es StudiVZ gelingt seriöser herüberzukommen und auch AnhängerInnen im linken, politisch aktiven Studi-Milieu zu finden. Zu befürchten steht aber, dass diese Seriösität nur oberflächlich wäre und StudiVz auch weiterhin das „Prollnetz“ (taz) bleibt, das es momentan ist. Kritische Studierende würden das schnell durchschauen, das Negativimage von StudiVZ auf den fsz überspringen.

Vielleicht findet dieses Problem aber ja auch eine „natürliche Lösung“, weil StudiVZ endgültig untergeht bevor es tatsächlich zu einer Kooperation mit dem fsz kommt.

Podiumsdiskussion zum Thema „Bessere Lehre am OSI“

Dezember 5, 2006

Der Kommilitone Peter mailte mir (und anderen) mit der Bitte, auf eine Podiumsdiskussion am OSI aufmerksam zu machen. Dem komme ich natürlich gerne nach.

Auf dieser Podiumsveranstaltung soll das „Handbuch zur besseren Lehre“ offiziell vorgestellt werden, das die „AG Lehre“ erarbeitet hat. Nach dem ersten Institutstag begonnen hatte die AG Lehre ihr Papier bereits auf dem zweiten Institutstag im letzten Sommer zur Diskussion gestellt. Inzwischen sind die Ausarbeitungen abgeschlossen und das Buch liegt nun erstmals in gedruckter Version vor. Im Zuge der offiziellen Vorstellung gibt es am OSI nun auch eine Diskussionsveranstaltung. Marcel schreibt auf dem osi-protest-Verteiler:

„Im Rahmen der offiziellen Vorstellung des Handbuchs findet eine Podiumsdiskussion zu Lehre am OSI statt. Diskussionsthemen sollen unter anderem sein: Freiheit der Lehre-Freiheit zur schlechten Lehre? Wie können auch Studierende mithelfen bessere Lehre zu schaffen? Werden durch ein selbstbestimmtes, freies Studium Studierende sozial schwächerer Schichten benachteiligt, da Ihnen z.B. Voraussetzungen der Lernmethodik fehlen?“ (osi-protest Yahoogroup, message 2362, 04.12.)

Diskutanten sind Prof. Peter Massing (Geschäftsführender Direktor des OSI), Dr. Brigitte Berendt (Erziehungswiss.), Pia Garske (FSI OSI). Moderator ist Christian Haberecht. Natürlich wollen diese Diskutanten nicht nur mit sich selbst reden, sondern auch mit möglichst vielen Studierenden, kommt also zahlreich.

Ort und Zeit: Mittwoch, 13.12., 18 Uhr, OSI, Ihnestr. 21, Hörsaal A

Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema staatliche Repression

Dezember 4, 2006

Am kommenden Donnerstag gibt es am OSI eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema staatliche Repression. Angesetzt sind drei Vorträge. In der Ankündigungsmail heißt es:

„(…) Zwei Studis der FU werden ihre Erfahrungen mit Polizeirepression schildern. Der eine Fall entstammt den turbulenten Tagen zur Zeit der bundesweiten Mitgliederversammlung des Aktionsbündnis gegen Studiengebühren im Juli in Freiburg. Der andere handelt von Festnahmen (und den daraus erwachsenden langwierigen Konsequenzen) am Rand einer studentischen Protestaktion im großen Streik des Winters 2003/2004.

Prof. Peter Grottian vom Otto-Suhr-Institut wird von der Bespitzelung und Kriminalisierung des Sozialforum Berlin – einer offenen, gewaltfreien sozialpolitisch aktiven Gruppe, in der er mitarbeitet – durch den Verfassungsschutz berichten.

Eine Vertreterin der AG Kritische Jurist_innen der FU wird über weitere Erfahrungen mit Bespitzelungen und Repression sprechen und rechtliche Hintergründe polizeilicher Aktionen sowie Möglichkeiten politischer Praxis ausleuchten. (…)“

Die Veranstaltung findet am 07.12. um 18 Uhr im Hörsaal A des OSIs (Ihnestr. 21) statt.

Der Lehrbeauftragte, ein „verwahrlostes Kind“ der neuen Uniwelt

Dezember 3, 2006

Die FU-Soziologen Irmtraud Schlosser und Wolfgang Clemens haben in einer Studie eruiert, dass die Lehrtätigkeit für 46% der an den Berliner Universitäten und Fachhochschulen tätigen Lehrbeauftragten die Haupterwerbsquelle darstellt – obwohl diese äußerst knapp bemessen ist. 60% gaben an, nur über ein monatliches Nettoeinkommen von unter 1.000 Euro zu verfügen, wie die taz mit Bezug auf die Studie berichtet. Zwar haben sich nur 100 der 800 angefragten Lehrbeauftragten an der Studie beteiligt – was angesichts von 4.000 Lehrbauftragten in Berlin wenig ist – die Ergebnisse sind den Autoren zufolge dennoch aufschlußreich. In der taz heißt es weiter:

„Andererseits antworteten 73 Prozent der Befragten, dass sie Pflicht- oder Wahlpflichtveranstaltungen anbieten – Veranstaltungen also, die in den Kernbereich der Hochschullehre fallen. ‚Lehrbeauftragte sichern in größer werdendem Umfang die Aufrechterhaltung des Studienangebots‘, kommentiert die Soziologin Irmtraud Schlosser diese Zahlen. (…) Rund 10 Prozent der sogenannten Regellehre wird an den Berliner Hochschulen von wissenschaftlichem Personal mit einem befristeten Lehrauftrag durchgeführt. Pro Lehrveranstaltungsstunde werden in der Regel zwischen 21,40 und 30 Euro gezahlt – die Vor- und Nachbereitungszeit, die meist ein Vielfaches beträgt, bleibt unbezahlt. Zudem verfügen die Dozenten über keinerlei Planungssicherheit. Sie müssen sich semesterweise von Lehrauftrag zu Lehrauftrag hangeln. Volker von Prittwitz, Politikwissenschaftler an der FU, bezeichnet diese prekarisierte Berufsgruppe darum als ‚Betteldozenten‘.“ (Markus Wanzeck, taz, 02.12.06)

Dabei dient die unbezahlte Lehrtätigkeit keineswegs mehr als Karrieresprungbrett für eine akademische Laufbahn samt Festanstellung. Werden die Lehraufträge trotzdem angenommen, dann laut Schlosser zunehmend auch aus einem anderen Grund: Alternativlosigkeit.

In einem Kommentar merkt Christian Füller zudem an, dass die Frage, was für eine Art von Lehrenden in Zukunft an der Uni dominieren soll (teure Professoren, studentische Tutoren oder billige Lecturer) de facto schon längst entschieden sei:

„Die Denkarbeit ist vorgespielt, das Gejammer können sich die Unileitungen sparen. Sie haben sich längst eine neue Fachkraft herangezüchtet: den Lehrbeauftragten. Dieser 30-Euro-Jobber hat viele Vorteile. Er ist so versiert wie der Lecturer, der viel lehren und gar nicht forschen soll. Nur ist er günstiger zu haben. Und obendrein brauchen die Unichefs die bei promoviertem Personal so verbreitete Kritikasterei nicht zu fürchten. Wissensproletarier erlauben sich kein Genörgel – sonst brauchen sie sich für den Anschlussvertrag gar nicht erst anzustellen.

Der Lehrbeauftragte ist das erste Kind der neuen Uniwelt. Es ist ein verwahrlostes Kind, das in einer widersprüchlichen, um nicht zu sagen schizophrenen akademischen Welt zu leben lernen muss. Hier bewerben sich Humboldt-Uni wie Freie Universität um die Elitemillionen – mit all dem Gewese, das darum gemacht wird. Dort erwehren sich dieselben Unis des staatlichen Spardrucks, indem sie ihn kurzerhand nach unten weitergeben. Die Uni, die nach unten tritt – und so das gänzlich unelitäre Umfeld im Schatten ihrer Leuchttürme schafft.“ (Christian Füller, taz, 02.12.06; Hervorhebung durch FUwatch)

Die taz-Berichterstattung geht vermutlich auf eine Informations- und Diskussionsveranstaltung der GEW am 30.11. zurück, auf der die Ergebnisse der Studie vorgestellt wurden. Komplett ist sie leider zur Zeit nicht online verfügbar, taucht aber vielleicht noch als Download auf der GEW-Seite auf. Update: Wolf hat in den Kommentare darauf hingewiesen, dass die Studie doch schon online ist. Ich hatte auf der Download-Übersichts-Seite nicht bis ganz nach unten gescrollt, da das Listing eigentlich die neusten Veröffentlichungen zu oberst ausgibt.

Blackboard Patent-Streit / Videokonferenzsaal

Dezember 2, 2006

Während man bei der CeDiS not amused über die kritische Darstellung des FU-eigenen e-Learning-Angebots ist („deine kritik ist also in dem punkt völlig unberechtigt“, „details kann ich wie immer nicht verraten, aber das sollte nicht zu spekulationen eurerseits führen“), weisen die Kollegen vom DEFO- und vom LHG OSI-Blog auf andere Entwicklungen hin, die auch zu diesem Thema passen.

Der Kommilitone Stephan Manske schreibt über einen Patent-Streit in den USA in dessen Mittelpunkt die Blackboard Inc. steht:

[Blackboard Inc.] „hat nämlich ein oder wie Kritiker sagen das Patent auf nahezu alle programmierbaren netzunterstützten Lehr- und Lernsysteme bzw. ‚a system for providing to a community of users access to a plurality of online courses‘

Für Stephan ergibt sich daraus ein möglicher Vorteil für die FU, die mit der Wahl der Blackboard Academic Suite als LMS-Softwarelösung auf der sicheren Seite steht, sollte sich Blackboard Inc. in diesem in den USA erbittert geführt Patent-Rechtsstreit tatsächlich durchsetzen. Gleichzeitig führt er aber an, dass ein solches Softwarepatent nach geltender Rechtslage in Europa kaum Bestand haben dürfte (der Vorstoß in der EU eine Richtlinie zur Patentierbarkeit von „computerimplementierter Erfindungen“ durchzusetzen, scheiterte vorerst im Juli 2005; siehe Wikipedia).

Da Softwarepatente mehr als umstritten sind und es zurecht eine internationale Bewegung gegen ihre Einführung / Beibehaltung gibt, ist das für mich – normativ – eher ein klares Argument gegen die Verwendung von Blackboard als LMS, da die Blackboard Inc. eine solche äußerst fragwürdige Pro-Softwarepatent- Geschäftspolitik betreibt.

Zeitgleich weist Ronny Patz auf eine Neuerung am OSI hin: Der Fachbereich PolSoz besitzt seit kurzem einen Videokonferenzsaal! Zumindest theoretisch bietet der Saal die Möglichkeit wirklich mal ein wenig „e-Learning“ zu betreiben. So frotzelt Ronny über die möglichen Verwendungszwecke unter anderem:

„4. Für Vorlesungen: Statt hundertfünfzig Studierende für eine Vorlesung in die Ihne 22/E1 zu stopfen könnten die Studierenden eine Vorlesung bequem in der Cafeteria verfolgen. Die Anwesenheit wird über den Abgleich mit der IP-Adresse garantiert und für alle Menschen auf der Welt auf StudiVZ publiziert.

5. Für Studierende in anderen Bundesländern, die wegen Studiengebühren kein Studium anfangen konnten: Seminare (zu Themen, für die maximal 20 Studierende kommen) finden im Konferenzsaal statt und geben den Außenstehenden eine Vorstellung davon, was sie hätten haben können, wenn ihre Eltern genügend Geld gehabt hätten.“

Das hatten wir neulich auch in unserem e-Learning Seminar: Wäre es nicht schön, sich eine Vorlesung die um 8 Uhr morgens stattfindet erst um 12 Uhr mittags als Aufzeichnung anzusehen und sich dafür nicht mal in einen überfüllten Vorlesungssaal zwängen zu müssen, sondern das Ganze vor dem heimischen PC bei einer Tasse Kaffee konsumieren zu können?

Und das wäre ja nur die Nutzung als Aufzeichnung, „Konferenz“ meint ja, dass die andere Seite – sofern sie über eine entsprechende technische Ausrüstung verfügt – sich aktiv ins Geschehen einklinken kann. Und wenn der Prof dann mal nervt, einfach den Ton abdrehen und nur hin und wieder nicken bzw. einen Garderobenständer vor der Webcam postieren, bei einem Low-Quality-Connect merkt das ohnehin keiner. Hach, das wär’s doch.

Mal abgesehen davon, dass ein solches „Fernstudium“ via Videkonferenzen natürlich diverse negative Folgewirkungen haben kann (deren Ausführung den Rahmen dieses Posts sprengen würde), stellt sich natürlich die Frage, ob so etwas überhaupt für den PolSoz-Videokonferenzsaal vorgesehen ist. Das Foto auf der entsprechenden Website mit Konstrukti Risse suggeriert jedenfalls, es ginge hier eher um den Gedankenaustausch zwischen Dozierenden und Dozierenden, weniger zwischen Dozierenden und Studierenden. Der Raum selbst hat maximal Platz für 23 Personen und als Empfänger kommen wohl nicht etwa die großen Hörsäle im Henry-Ford-Bau in Frage, sondern nur andere spezielle Videokonferenzräume (etwa im Ausland), die kaum mehr Sitzplätze zur Verfügung haben werden als wir in unserem tollen „Videokonferenzsaal“.

Unklar ist, inwieweit man auch Konferenzen über das Internet abhalten kann (denn dann könnten Studierende zumindest vor dem heimischen PC partizipieren). In der Werbebroschüre kann man zwar nachlesen, dass alle nötigen Protokolle/Standards unterstützt werden (siehe letzte Seite), ob aber auch am FB PolSoz geplant ist, Konferenzen über das LAN hinaus im Netz zugänglich zu machen, bleibt abzuwarten.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

osiweb antwortet nicht…

Dezember 1, 2006

Auf der Website des Otto-Suhr-Instituts gibt es seit jeher eine Site mit studentischen Projekten. In erster Linie sind dort Links zu diversen Hochschulgruppen zu finden, die am OSI aktiv sind. Aber es finden sich z.B. auch Verweise auf das Krisenspiel, die Politikfabrik, die studentische Studienberatung, etc.

Was in dieser Liste bisher fehlt, sind die studentischen Blogs an der FU, von denen sich ja inzwischen einige schwerpunktmäßig auch mit dem OSI auseinandersetzen und entsprechende Informationen bereitstellen. Es würde sich zumindest anbieten, neben diesem hier auch noch osiwelt und das OSI Blog der LHG zur Linkliste zu adden. Oder man fügt gleich den FU-Meta-Blog an.

Und da auf besagter Site für „Studentische Projekte am OSI“ ausdrücklich dazu aufgefordert wird, „weitere Ideen und Anregungen“ per Email einzureichen, habe ich vor mehr als zwei Monaten (am 28.09.) eine entsprechende Mail abgesandt, mit dem Vorschlag, die Blogs und das OSI Wiki in die Linkliste aufzunehmen.

Leider blieb die Mail bis heute unbeantwortet. Zwar wird das „Schwarze Brett“ im unteren Teil der Site regelmässig aktualisiert, die Liste mit den „Studentischen Projekten am OSI“ wird dagegen so gut wie nie ergänzt. Vermutlich muss man erst einen Eintrag im Institutsrat stellen, bevor da mal ein neuer Link auftaucht…