Archive for April 2007

Der „neue“ AStA

April 29, 2007

Der Kommilitone Ronny hat im LHG-Blog einen informativen Eintrag über den frisch gewählten AStA verfasst. Neben den Namen der neuen ReferentInnen, die der AStA selbst nicht auf seiner Website veröffentlichen möchte, gibt es noch einige andere „nette“ Facts, so ergänzt z.B. Florian in einem Kommentar, dass von den 30 neu gewählten AStA-ReferentInnen 11 bei ihrer eigenen Wahl nicht mal anwesend waren.

Endversion des Programms der G8-Themenwoche am OSI

April 28, 2007

Im Blog für die G8-Themenwoche am OSI (07.05.-11.05.) kann man jetzt das endgültige Programm einsehen. Daneben gibt es auch noch ein „KVV“ in dem Interessierte mehr über die einzelnen Veranstaltungen erfahren können.

Die Raumangaben fehlen nach wie vor und werden wohl auch erst recht kurzfristig feststehen. Entnehmen kann man sie Infotafeln die während der Themenwoche aufgestellt werden sollen oder eben dem Blog.

Cilja Harders am OSI

April 27, 2007

Seit diesem Semester ist der Lehrstuhl von Prof. Büttner endlich wieder besetzt, Prof. Dr. Cilja Harders übernimmt die Leitung der „Arbeitsstelle Politik des Vorderen Orients“. Seit dem Wintersemester 03/04 musste die Arbeitsstelle ohne Professur auskommen.

Cilja Harders war dabei nur „zweite Wahl“, eigentlich war für die Stelle Eberhard Kienle vorgesehen, doch nach langem hin und her sagte dieser ab, weshalb die Stelle Frau Harders angeboten wurde (siehe „Solide dritte Ausgabe der OSI-Zeitung“). Cilja Harders war bis dato Junior-Professorin für Geschlechterforschung mit dem Schwerpunkt Politikwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum.

Ihr Lebenslauf weist mehrere Forschungsaufenthalte in Ägypten, Marokko, Jordanien, Syrien, Libanon, Ghana, Burkina Faso und Mali auf, wobei Ägypten / Kairo bis dato wohl ihr Arbeitsschwerpunkt war. Neben Geschlechterforschung und Regionalstudien gehören auch die Internationalen Beziehungen zu Prof. Harders Tätigkeitsfeld. Die Frage einer Kommilitonin, ob sie sich nun eher in der IB oder in der Regionalen Politikanalyse „beheimatet“ sieht, wollte Frau Harders nicht eindeutig beantworten, sie schätzt beide Bereiche gleichermaßen.

Cilja Harders Lehrstil ist moderat, aber nicht laisser-faire. Nachdrücklich bringt sie ihren Unmut über die Tatsache zum Ausdruck, dass es am OSI Usus ist, dass sich die Studierenden erst ab der zweiten oder dritten Woche endgültig entscheiden müssen, ob sie der Lehrveranstaltung beiwohnen oder nicht. Sie betont bei Referaten penibel darauf achten zu wollen, dass die Redezeit von 10 oder 15 Minuten eingehalten wird. KommilitonInnen die während eines Redebeitrags schwatzen, werden umgehend ermahnt. Anwesenheitslisten gibt es soweit FUwatch bekannt keine. Der Seminarplan ist solide strukturiert, die Organisation der Seminare funktioniert.

Update 29.05.07

Wie Bamblog berichtet, hat Prof. Harders während ihrer Tätigkeit an der RUB zusammen mit Franka Hesse auch das Projekt „Gender Blogging“ bearbeitet, „das sich mit der Bedeutung von Weblogs für Beteiligungschancen von Frauen auseinandersetzt“ (Bamblog).

Alternatives Veranstaltungsverzeichnis (AVV)

April 26, 2007

Wie SEMTIX und der FSI-Blog berichten, ist das aktuelle Alternative Veranstaltungsverzeichnis (AVV) draußen. Es liegt sowohl in Wiki-Form als auch als 104 Seiten starke PDF-Datei vor. Die PDF-Variante ist zum Lesen bzw. Drucken sicherlich besser, aber auch die Wiki-Form macht Sinn, da sich am Veranstaltungsplan ja immer wieder Termine ändern, neue Veranstaltungen noch hinzukommen, andere vielleicht ausfallen müssen.

Das AVV ist ein Gemeinschaftsprojekt von Potsdamer und Berliner Studierenden, es beschränkt sich also nicht auf eine Uni, sondern bietet den Vorteil sich auch über den eigenen Campus hinaus je nach Interessenlage besser vernetzen zu können.

Vom ursprünglichen Namen „Vorlesungsverzeichnis“ ist man offenbar abgekommen, was auch richtig ist, leitet die Bezeichnung „Vorlesung“ doch fehl. Denn es geht ja beim AVV eben gerade nicht darum, dass einer Vorträge hält und die anderen artig alles mitschreiben. Veranstaltungsverzeichnis passt da einfach besser, es betont sowohl den interaktiven, kommunikativen Charakter der Veranstaltungen als eben auch ihre Vielfalt.

Ob man sich nun z.B. der „Initiative gegen Größenwahn“ anschließt, gegen Studiengebühren mobilisiert, sich im „Anti G8 Plenum“ einbringt oder einfach etwas über vegane Ernährung lernen möchte, das AVV bietet hier wirklich ein recht breites Spektrum.

Bekanntheitsgrad der G8-Themenwoche am OSI tendiert gegen Null

April 25, 2007

Wie berichtet, gibt es für die in zwei Wochen stattfindene G8-Themenwoche am OSI schon ein vorläufiges Programm. Dennoch sieht und hört man ansonsten nur sehr wenig über die Themenwoche. Mein persönlicher Eindruck ist, dass viele KommilitonInnen und DozentInnen noch nicht einmal wissen, dass diese Themenwoche stattfindet, geschweige denn sich überlegen ob und wenn ja wie sie sich dort vielleicht einbringen können.

Von fünf Dozierenden hatte gerade mal einer die Themenwoche bei der Erstellung seines Seminarplans berücksichtigt (und dieser eine kommt bezeichnenderweise nicht mal vom OSI). Also habe ich die anderen vier Dozierenden kontaktiert und auf die Themenwoche hingewiesen. Nur entweder hatten sie von der Themenwoche noch nie etwas gehört oder waren sich nicht bewusst, dass diese organisatorisch in irgend einer Weise auch ihre Lehrveranstaltungen tangiert. Nachdem feiertagsbedingt ohnehin schon einige Tage in diesem Semester wegfallen und es auch so mindestens immer eine Sitzung zu geben scheint, an der die/der Dozierende nicht kann, ist die Bereitschaft die Sitzung einfach ausfallen zu lassen oder mit einer G8-Thematik zu bestücken nicht eben groß.

Klar, wer will kann den regulären Lehrveranstaltungen fernbleiben und G8-Veranstaltungen besuchen, nur wenn der/die Dozierende dann fragt, wie viele wegen der Themenwoche nicht in die reguläre Lehrveranstaltung kommen werden und sich dann herausstellt, dass eine deutliche Mehrheit der Anwesenden überhaupt noch nie etwas von dieser Themenwoche gehört hat, welche andere Schlussfolgerung lässt dies dann für den/die Dozierende zu, als jene die Themenwoche einfach ignorieren zu können (so er/sie denn seinen/ihren Raum behält)?

Beeindruckend ist, dass die Dozierenden am OSI zu Beginn des Semesters noch einmal explizit aufgefodert wurden, Anwesenheitslisten zu führen. Jedenfalls höre ich immer wieder Aussagen wie „Ich halte ja gar nichts von Anwesenheitslisten, aber ich bin verpflichtet worden, sie zu führen“. Wenn es also um so etwas wie Anwesenheitslisten geht, schafft die Institutsleitung es problemlos, die Dozierenden zu deren Führung zu ermahnen, der Hinweis auf die Themenwoche scheint dagegen völlig untergegangen zu sein. Selbst wenn die DozentInnen schon mal etwas davon gehört haben, berücksichtigt es offenbar kaum eineR von ihnen in seinem/ihrem Seminarplan.

Anzunehmen ist, dass eine nicht geringe Anzahl von Studierenden und Dozierenden die Woche ohnehin lieber mit regulären Lehrveranstaltungen verbringen möchte. Nur die Tatsache, dass nur so wenige von der Themenwoche überhaupt wissen bzw. erst relativ kurz davor darauf aufmerksam gemacht werden, erhöht nicht eben die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich einbringen werden.

Update 26.04.07

Heute wurden die ersten Flyer aufgehängt und auch auf der OSI-Website gibt es eine Ankündigung der Themenwoche samt einer Aufforderung an die Dozierenden ihre Lehrveranstaltungen nach Möglichkeit ausfallen zu lassen und Räume zur Verfügung zu stellen. Es bleibt zu hoffen, dass sich so der „Bekanntheitsgrad“ noch steigern lässt.

Das Grundproblem bleibt jedoch bestehen: Dozierende die jetzt erst von der Themenwoche erfahren, werden wenig motiviert sein, ihren Seminarplan kurzfristig noch umzubauen bzw. in einem knappen Semester eine Sitzung ausfallen zu lassen (ist zumindest meine bisherige Erfahrung mit Dozierenden, die ich auf die Themenwoche hinwies).

Senator Brüggemann

April 24, 2007

Die Bedingungen unter denen an deutschen Universitäten in letzter Zeit Studiengebühren eingeführt wurden sind oft haarsträubend bis surreal. In Münster versuchte das Rektorat die protestierenden Studierenden loszuwerden, indem es die entscheidende Senatssitzung auf acht Uhr morgens an einem Samstagmorgen in eine ehemalige NATO-Kaserne außerhalb der Stadt verlegte. Doch die Studis kamen trotzdem mit fünf Bussen, es gab Auseinandersetzungen mit der Polizei, während sich drinnen der Senat zum wiederholten Mal nicht einigen konnte (SPON, 14.03.07).

Auf einer anderen Sitzung war es dann endlich soweit. Nachdem sich für 300 Euro Studiengebühren pro Semester keine Mehrheit finden ließ, ging man auf 275 Euro runter und auf einmal stand die Mehrheit (ebd.). Hallo? Geht’s noch? Die Frage, ob man für oder gegen die Einführung von Studiengebühren ist, hängt also von einer Differenz von 25 Euro ab? Als wären sich die Verantwortlichen überhaupt nicht der Konsequenz bewusst, dass es hier um eine grundsätzliche Frage geht. Denn sind Studiengebühren erst einmal eingeführt, ist es doch nur eine Frage der Zeit, bis sie in ihrer Höhe ansteigen. Es geht darum die Büchse der Pandora gar nicht erst zu öffnen, nicht darum, ob es nun 25 Euro mehr oder weniger sind. Sollte man zumindest meinen.

Jedenfalls kam die Entscheidung im Senat knapp mit 12 zu 11 Stimmen zu stande. Was zunächst nicht überrascht, haben doch die ProfessorInnen genau 12 Sitze (die MitarbeiterInnen 7, die Studierenden 4, zusammen also eben nur 11). Das brisante beim Abstimmungsergebnis war jedoch: Ein Professor soll im Vorfeld deutlich gemacht haben, er wolle gegen Studiengebühren stimmen. Die wissenschaftlichen MitarbeiterInnen lehnen grundsätzlich alle Gebühren oberhalb von 200 Euro ab. Die entscheidende 12. Stimme müsste demnach von einem der Studierendenvertreter gekommen sein.

Spiegel Online nannte den Namen, es sei der BWL-Student Max Brüggemann vom RCDS gewesen. Der hat zwar nicht verraten, wie er abgestimmt hat, gleichzeitig aber keinen Zweifel daran gelassen, dass er Studiengebühren befürwortet. Dass er nun die Einführung von Gebühren offen befürwortet, aber im Senat dagegen stimmt, erscheint unlogisch und sehr unwahrscheinlich. Man kann also davon ausgehen, dass hier schon die richtige Person ausgemacht wurde. Konsequenterweise verliehen ihm die Blog-KollegInnen vom SEMTIX-Blog denn auch die „Pflaume des Monats“.

Wie man sich leicht vorstellen kann, wurde es in den folgenden Wochen etwas ungemütlich für den „Senator Brüggemann“ (wie ihn der RCDS Münster nennt). In einem zweiten SPON-Artikel werden die Drohungen und Hasstriaden auf seinem StudiVZ-Profile dokumentiert. Der Frust der Betroffenen, die sich so ausdauernd gegen die Einführung der Studiengebühren eingesetzt haben, ist natürlich immens angesichts der Tatsache, dass es jetzt ausgerechnet ein Kommilitone gewesen sein soll, der das Zünglein an der Waage bei der Einführung spielte.

Statt sich jedoch über das unmögliche Verhalten Brüggemanns zu echauffieren, sollten die Münsteraner KommilitonInnen vielleicht auch mal einen Gedanken daran verschwenden, wie ein RCDS-Studi der sich für Studiengebühren ausspricht überhaupt einen studentischen Sitz im Senat erhalten konnte. Man möge mich korrigieren, aber auch die Studierendenvertreter im Senat der Uni Münster werden doch von ihren Kommilitoninnen direkt dorthin gewählt oder nicht?

Das Theater um den FSR Theaterwissenschaft an der Uni Bochum

April 23, 2007

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) sieht in ihrer neuen Studiengebühren-Satzung vor, dass Studierende, die in den Organen der Fachschaft aktiv sind, von den Studiengebühren befreit sind. Mit anderen Worten, wer sich als StudierendenvertreterIn engagiert, muss die 500 Euro Studiengebühr pro Semester nicht zahlen.

Und siehe da, plötzlich ließen sich gleich 134 Studierende in den Fachschaftsrat (FSR) Theaterwissenschaft wählen. Diese bekamen dann auch wie in der Satzung vorgeschrieben ihre Gebühren für das jetzt beginnende Sommersemester erlassen. D.h., zumindest 70 von ihnen hatten im Online-Rückmeldesystem schon die Bestätigung erhalten, dass sie wegen ihres Engagements keine Gebühren zahlen müssen. Doch dann entschied sich die Uni um und die Zahlungspflicht wurde wieder hergestellt. Der Grund, die Uni unterstellt „Betrug“:

„Das allerdings will der Bochumer Uni-Kanzler Gerhard Möller nicht glauben. ‚Die Fachschaften sind ein Repräsentationsorgan der Studierenden, dort sind üblicherweise zwischen fünf und zwölf Personen aktiv‘, sagt er. Wenn 134 Studentenvertreter gewählt würden, sei das eine Situation, ‚die man als Rechtsmissbrauch bezeichnen kann‘. Schließlich, so Möller, gebe es in den Theaterwissenschaften nur rund 400 Studierende: ‚Das ist ja fast so, als wenn sich mehrere Millionen Deutsche in den Bundestag wählen lassen.‘ Ganz offenbar, mutmaßt der Jurist, handele es sich beim massenhaften Studenten-Engagement um ‚eine politische Aktion‘. (SPON, 12.04.07)

Die betroffenen Studierenden in der Theaterwissenschaft sehen das natürlich anders, sie argumentieren, es habe in ihrem Fach schon immer mehr Engagement als in anderen Fächern gegeben, außerdem wolle man eine Reduzierung der Finanzmittel für das theaterwissenschaftlichen Institut durch mehr studentisches Engagement kompensieren. Die Studierenden sehen sich nun Repressionen und massivem Druck ausgesetzt, wie es in einer Pressemitteilung der StudierendenvertreterInnen heißt es:

„Die Mitglieder des Fachschaftsrats Theaterwissenschaft sind derweil auch persönlich Repressionen ausgesetzt – nicht nur ihre Rückmeldungen wurden kollektiv und kommentarlos für ungültig erklärt. Außerdem wurde einem FSR-Mitglied im Uni-Sekretariat Tage nach der Rückmeldung der Semesterticket-Aufdruck vom Studierendenausweis wieder entfernt. Dabei haben alle Betroffenen den Sozialbeitrag, der auch das Geld für das Semesterticket enthält, rechtzeitig überwiesen. In einem anderen Fall wurde kommentarlos ein bereits vollständig durchgeführter Studienfachwechsel im zweiten Fach wieder rückgängig gemacht – offensichtlich, um den Druck auf die Studentin zu erhöhen, die Studiengebühren doch übereilt zu bezahlen, obwohl sie nach geltender Rechtslage davon befreit ist.“ (uebergebuehr.de, 10.04.07)

Die Uni-Leitung betont, dass die Rücknahme der Online-Rückmeldebestätigung noch nicht mit einer Exmatrikulation gleichzusetzen ist, macht aber gleichzeitig deutlich, dass dieser Fall dann nach einem Mahnverfahren tatsächlich eintreten wird. Die Gefahr ist also durchaus „real“. Der AStA Bochum machte unterdessen deutlich, dass man einen „Widerspruch mit aufschiebender Wirkung einlegen und einen Anwalt einschalten wird“ (SPON, 12.04.07). Die Fronten sind also verhärtet.

Wie soll man so eine Aktion nun bewerten? Als legitimen Protestversuch gegen die Einführung von Studiengebühren? Was wäre denn passiert, wenn die Uni nichts gesagt hätte und die 134 FSR VetreterInnen wirklich ihre Befreiung zugestanden bekommen hätten? Dann hätte man letztlich ein Zwei-Klassen-System, indem eine befreite Minderheit nichts zahlen muss, während die Mehrzahl der KommilitonInnen letztlich für diese Minderheit mitzahlen muss. Kann das wirklich ein Weg des Protests sein?

Die Idee als solche ist also schon fragwürdig. Sicher, einerseits sollte man Studierenden die sich in Gremien engagieren auch eine Erleichterung zugestehen. Andererseits birgt ein solches „Motivations-System“ natürlich auch die Gefahr, dass sich Studierende in Gremien wählen lassen, nur um sich die Gebühren zu sparen, und nicht etwa weil sie wirklich vorhätten sich intensiver hochschulpolitisch zu engagieren. Das hat so etwas von „oben die Funktionäre und unten das einfache Volk“.

Was nun den konkreten Fall an der Uni Bochum angeht, so stellt sich ja die Frage, wie es überhaupt möglich war, dass sich auf einmal 134 Studierende als VertreterInnen in den FSR wählen lassen konnten. Wenn der Kanzler meint, es sein normalerweiser nur „zwischen 5 und 12 Personen“, sollte er die Rechtsgrundlage (bzw. das Wahlverfahren) entsprechend modifizieren, dass es nicht mehr als 12 sein können. Bis zur nächsten FSR-Wahl könnte er das sicher irgendwie durchdrücken. Jetzt aber, nachdem man „diese Lücke im System“ verpennt hat, auf einmal zu sagen, „Nee, is‘ nicht“, ist natürlich eine Unart mit der die Uni-Leitung hoffentlich nicht durchkommt.

Das vorläufige Programm zur G8-Woche am OSI

April 22, 2007

Wie bereits im letzten Semester berichtet (hier und hier), wird es in der Woche vom 07.05. bis zum 11.05. am OSI einen so genannten „Minigipfel“ als Vorlauf zum „echten“ G8-Gipfel einen Monat später in Heiligendamm geben. Ursprünglich eine rein studentische Initiative, wird sie inzwischen auch vom Institutsrat unterstützt. Alle Lehrveranstaltungen innerhalb der Woche sollen entweder ausfallen, besser aber noch selbst eine Schwerpunktsitzung zum Themengebiet „G8 und Globalisierung“ anbieten.

Stefan Hernádi, Mitinitiator des „Minigipfels“, informierte FUwatch über den neuen G8-Blog zur geplanten Themenwoche. Unter http://g8amosi.de.vu/ finden Interessierte jetzt die neusten Informationen zum Stand der Dinge in Sachen „Minigipfel“. Ebenfalls verlinkt ist dort das vorläufige Programm der Themenwoche (Stand: 22.04.).

Auch wenn die Termine und Veranstaltungen noch nicht endgültig festgeklopft sind, zeigen sie doch bereits jetzt das breite Spektrum der Themenwoche. Es gibt Vorträge, Diskussionen, Workshops, Seminare und sogar Filmvorführungen. Die Palette reicht dabei von akademischen Veranstaltungen bishin zum Aktionstraining im Hinblick auf Heiligendamm.

Gäste werden unter anderem sein: Elmar Altvater, Claudia Roth (Grüne), Thomas Münchmeyer (Greenpeace), Norbert Theiss (Verband für chemische Industrie), Wolfgang Dirschauer (Vattenfall) und Sven Giegold (BUND).

Es lohnt sich wirklich mal einen Blick in das Programm zu werfen.

Update 26.04.07

Inzwischen ist auf der Website der Themenwoche offenbar die endgültige Version des Programms verlinkt. Es gibt sowohl eine Version mit je einer gif-Datei für einen Tag als auch eine pdf-Datei mit dem kompletten Programm. Das Programm steht also, was noch fehlt sind die Raumangaben (und das dürfte vermutlich nicht so ganz einfach werden, da viele Dozierende ihre regulären LVs stattfinden lassen wollen, also auch keine Räume abtreten möchten).

„Jetzt, wo Sie Gebühren zahlen…“ – UNIcheck.de und die Emnid-Umfrage

April 21, 2007

Wie im LHG- und auch im SEMTIX-Blog schon nachzulesen war, steckt einem SPON-Artikel zu folge hinter dem neuen Studierendenportal UNIcheck.de die neoliberale „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ (INSM), die sich klar für die Einführung von Studiengebühren ausspricht. Inzwischen hat UNIcheck.de eine erste Emnid-Umfrage veröffentlicht, ein guter Zeitpunkt, sich die ganze Geschichte noch mal im Detail anzusehen.

Primär geht es bei UNIcheck.de darum den Studierenden zu suggerieren, sie könnten selbst bestimmen, was mit ihren Studiengebühren passiert. Der Hintergedanke ist offensichtlich: Wenn die Studierenden stärkeren Einfluss darauf haben, was mit ihren Gebühren passiert, dann werden sie vielleicht zukünftig weniger ablehnend gegenüber Studiengebühren eingestellt sein. Nur erstens ist die Idee die Studis könnten selbst bestimmen was mit ihren Gebühren passiert illusorisch (siehe „Studiengebühren für Imagebroschüren“), zweitens würde selbst mehr Mitbestimmung bei der Verwendung der Gelder nichts am elitären, selektiven Wirken von Gebühren ändern.

Inzwischen prangt auf der UNIcheck.de Website der deutliche Hinweis, dass es sich hier um ein Projekt der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“ handelt. Folgt man dem SPON-Artikel war dies aber offenbar nicht immer der Fall. Ursprünglich war in einer von UNIcheck.de an diverse ASten versendeten Email die Rede davon, es handele sich um ein Projekt „von Studenten für Studenten“, was suggeriert, es gehe hier um ein studentisches Projekt. Erst nachdem über einen Whois-check ermittelt wurde, dass die Domain auf Jan Loleit, dem „Chef vom Dienst“ bei der INSM, registriert war, gab sich die INSM ganz offen und tat so, als sei von Anfang klar gewesen, dass sie die Initiatorin des Projekts ist. Der Witz dabei: UNIcheck.de war mit dem Anspruch angetreten, für mehr „Transparenz“ zu sorgen. Mit der Transparenz in eigener Sache nahm man es aber wohl nicht so genau.

Wie unten auf der Website nachzulesen ist, kooperiert UNIcheck.de auch mit der Hochschulzeitschrift UNICUM (zu solchen Gazetten siehe den zweiten Absatz in „Institutstag – Ein kurzer Rückblick“), der Financial Times Deutschland (FTD) und der Verbraucherzentrale NRW. SPON fasst zusammen:

„Auf ahnungslose Unterstützer hoffen offenbar auch die Unicheck-Macher bei ihrem als studentisches Projekt getarnten Aufruf zur Mitarbeit: ‚Abstimmen. Mitbestimmen‘ heißt es im Logo der Homepage. Das Bonner ‚Medienbüro.sohn‘, das unter anderem die Medienarbeit für die INSM macht, kündigte allerdings schon mal an, was ab Mittwoch [11.04.07] auf ‚unicheck.de‘ wirklich los sein wird: Die INSM wird dann zusammen mit zwei Medienpartnern – ‚Financial Times Deutschland‘ und ‚Unicum‘ – die vermeintlich ‚erste Umfrage zu Studiengebühren nach deren Einführung in fünf Bundesländern“ veröffentlichen. Diese Umfrage stammt laut Ankündigung auf der INSM-Homepage vom Emnid-Institut, garniert wird sie ‚mit 25 Live-Berichten zur Lage an Hochschulen, die bereits mit Gebühren arbeiten‘.

Wer Anfang April ahnungslos auf die Mail von Thorsten Schröder geantwortet hat, könnte sich dann plötzlich als Statist einer gut geplanten Pro-Gebühren-Kampagne wiederfinden.“ (SPON, 10.04.07)

Besagte Emnid-Umfrage kann auf UNIcheck.de hier eingesehen werden. Eine mehr als deutliche Mehrheit der Studierenden glaubt demnach nicht daran, dass die Studiengebühren im Sinne einer besseren Studienqualität verwendet werden. Eine ebenso klar Mehrheit fühlt sich schlecht informiert und will fordernder gegenüber der Hochschule auftreten („jetzt, wo Sie Gebühren zahlen“). Und, welch Überraschung, eine klare Mehrheit will auch mehr Mitsprache was die Verwendung der Studiengebühren angeht.

Naturwissenschaftler finden, dass sie mehr von den Studiengebühren abbekommen sollten, weil ihr Studium durch „Experimente, etc. teurer ist“, Sozialwissenschaftler sehen das freilich anders. Ein deutlicher Versuch die Studentenschaft zu spalten; im Hintergrund schwebt dabei natürlich immer die Annahme, dass Naturwissenschaftler als „Human Kapital“ innerhalb der Verwertungslogik wertvoller sind.

Waren vor einigen Monaten noch 72% der Studierenden gegen Studiengebühren, sind es heute „nur“ noch 67%. Auch hier ist die Message klar: Die Mehrheit der Studis ist gegen Gebühren, doch diese Mehrheit bröckelt langsam. Und obwohl immer noch eine Mehrheit gegen Gebühren ist, ist laut dieser Umfrage zeitgleich auch eine Mehrheit von 62% der Meinung, dass Studiengebühren die Ausbildung an Universitäten verbessern können (Sozialwiss. 50:50, Wirtschaftswiss. 77:22).

Fleißig wird mit dieser Umfrage also an dem Ziel gearbeitet, Studiengebühren innerhalb der Studentenschaft (und der Gesellschaft allgemein) salonfähig zu machen. Der Tenor: Studierende sind zwar im Moment (sic!) unzufrieden mit dem Umgang der Gebühren, sobald die Verteilung jedoch transparenter würde und die Gelder sinnvoll eingesetzt würden, wären Gebühren okay. Die interessante Frage, wie hoch die Befragten die Wahrscheinlichkeit einschätzen, dass sich an der intransparenten, ohne studentische Mitbestimmung ablaufenden Verteilung in Zukunft etwas ändern wird, wurde nicht gestellt. Auch Fragen nach der Sozialverträglichkeit von Studiengebühren, nach der sozialen Selektion, wurden natürlich nicht gestellt.

Es ist also eingetreten, was Kritiker vermutet hatten: UNIcheck.de und die INSM erkennen zwar an, dass das mit den Studiengebühren im Moment noch nicht so das Wahre ist, fordern als Konsequenz aber natürlich nicht etwa die Abschaffung der Gebühren, sondern gerieren sich als Sprachrohr der Studentenschaft, das für eine gerechtere, transparentere Verteilung der Gebühren eintritt. Das ist Pro-Gebühren-Propaganda in Reinkultur und jedeR der/die sich bei UNIcheck.de einbringt oder an Umfragen teilnimmt, sollte sich dessen bewusst sein.

Nicht nur Heiligendamm wird eingezäunt

April 20, 2007

Offenbar um die Grünflächen zu schützen wurden am OSI und am OEI äußerst häßliche Metallzäune aufgestellt (beim OEI scheint noch irgend etwas anderes geplant zu sein). Da die Zäune ein festes Fundament haben, soll das wohl dauerhaft so bleiben. Besonders nervig ist das, wenn man von der U-Bahn-Seite aus ins OEI gelangen will. Zuerst wurde der Holzzaun verlängert, so dass man nur noch über den Parkplatz (vom OEI) zum Eingang kommt, jetzt ist direkt vor dem Eingang auch noch ein Metallzaun neben dem Fahrradständer. Hoffentlich ist im Sommer wenigstens der Notausgang neben dem Hörsaal A (OEI) offen (die Tür lässt sich wenn geschlossen ja nur von innen öffnen).


Zaun vor dem OEI-Eingang

Es nervt wirklich, dabei zeigt doch die Sanierung des Henry-Ford-Baus das es auch anders geht. Da wurde vorne der ehemalige Trampelpfad gepflastert und so zu einem offiziellen Weg umfunktioniert (während die restliche Grünfläche geschont wird). Aber nein, statt die Grünflächen funktional zu gestalten und den Laufwegen der Studierenden anzupassen, versucht man die Studis am OSI/OEI mit dem Bau von Zäunen „umzuerziehen“, das ist nun wirklich typisch deutsch.


Zaun vor dem OSI-Eingang

Natürlich geht es hier nur um einen Umweg von vielleicht zwei oder drei Metern (um den jeweiligen Metallzaun zu umlaufen, der Holzzaun am OEI kostet mehr). Trotzdem ist die Wirkung natürlich fatal, man merkt ja wie man von Dritten „zwangsumgeleitet“ wird. Der natürliche Laufweg wird abgeschnitten, man kommt sich vor wie ein Hund der mit Frauchen / Herrchen einen künstlichen Parcours zu absolvieren hat. Und gerade wenn man dann in Eile ist, nervt das wirklich.

FSI Geschichte mit eigenem Blog

April 19, 2007

Nachdem die Fachschaftsinitiativen (FSIs) bereits im Dezember letzten Jahres einen Gemeinschaftsblog eröffnet hatten, hat die FSI Geschichte nun in den Semesterferien ihren eigenen Blog bei blogsport.de ins Leben gerufen.

Während die meisten anderen FU Blogs in den Ferien mehr oder weniger vor sich hin dösten, hat man hier richtig durchgepowert und interessante Einträge geblockt.

Zuletzt ging es um den wieder aufgeflammten Streit um den Namensgeber des Henry-Ford-Baus. Henry Ford war bekennender Antisemit, schon seit Jahrzehnten geht es um eine mögliche Umbennung. Doch wie seine Vorgänger stellt sich FU-Präsident Lenzen einer Umbenennung in den Weg und feiert lieber die Sanierung des Baus (siehe zuletzt „Endlich!“ in der FU-Beilage im Tagesspiegel vom 16.04.07). Den Kritikern entgegnete Lenzen, der Bau sei ja nach Fords Enkel benannt wurden, Henry Ford Junior (bzw. Henry Ford II.). Tatsächlich war es Ford Junior der das Geld zum Bau stiftete, nur erstens ist nirgendwo verzeichnet, dass der Bau nach ihm und nicht seinem Großvater benannt wurde, zweitens hat Junior das Geld ja auch nur von seinem Großvater geerbt, drittens wird der Name so oder so mit dem Großvater assoziiert. Lenzens Gegenargument ist also fadenscheinig, wie man im FSI Geschichte Blog nachlesen kann.

Erste optische Eindrücke vom sanierten Henry-Ford-Bau hat übrigens Wolf von der LHG gesammelt. Er betont zwar, es sein nur Handy-Shots von entsprechend geringer Qualität, man kriegt jedoch trotzdem einen guten Eindruck der Neuerungen.

Im FSI Geschichte Blog wurde unterdessen auch Lenzens Idee thematisiert, einen Eignungstest für das Studium an der FU einzuführen. „Intelligenz und Problemlösungsfähigkeit“ sollen in Zukunft getestet werden, um eine bessere Aussage über die „Studierfähigkeit“ der Studienplatz-Bewerber machen zu können.

War da nicht schon mal was? Ja, genau: „Wobei es auch schon eine Studie aus Hannover gibt, nach denen der Intelligenzquotient bei türkischen Migranten niedriger sein kann“, das sagte Lenzen 2005 in einem Interview mit der Berliner Zeitung. Wir halten fest: 2005 philosophiert Lenzen über den niedrigeren IQ von MigrantInnen, 2007 denkt er über Intelligenztests nach, um festzustellen, ob jemand an der FU studieren darf oder nicht.

Ergo sind MigrantenInnen in Lenzens FU-Bild nicht erwünscht? Ach woher denn, im Gegenteil, er fordert neben dem Studium auch ohne Abitur und regelmäßigeren Fortbildungen für Lehrer unter anderem auch eine bessere Integration von MigrantInnen. Wo der Haken dabei liegt, kann man ebenfalls im FSI Geschichte Blog nachlesen.

Einen ersten Schlagabtausch lieferte sich das FSI Geschichte Blog mit dem LHG Blog. In der LHG „kritisierte“ man das Fernbleiben der „AStA-Koalitions-Liste FSIs/Offene Liste“ bei der Vizepräsidentenwahl im Akademischen Senat. Genau genommen, hielt man das Fehlen der entsprechenden Studierendenvertreter einfach nur fest, die FSIs verstanden das aber als Wink mit dem Zaunpfahl und lieferten prompt eine Antwort. Sowohl im Gemeinschaftsblog der Fachschaftsinitiativen, als auch im FSI Geschichte Blog wird in einem wortgleichen Eintrag darauf bezug genommen. Die Begründung der FSIs für ihr Fernbleiben ist Protest, da das Wahlprozedere nur Show sei und eine inhaltliche Auseinandersetzung unterbunden werde. In den Kommentaren bei der LHG weist man dies als nachgeschobenes Argument zurück.

Erfreulich ist, dass das FSI Geschichte Blog sich im Gegensatz zum FSI-Gemeinschaftsblog und zum offiziellen AStA-Blog offenbar dazu entschlossen hat, auf der FU-Blogs Meta-Website gelistet zu werden.

Das neue Weblog Publishing System der FU

April 18, 2007

Wie gestern schon angeschnitten, hat CeDiS Anfang März das FU-eigene „Weblog Publishing System“ in Betrieb genommen, welches sich allerdings noch in der Betaphase befindet, also noch getestet wird. Jeder der über einen ZEDAT-Account verfügt, kann sich allerdings an dem Test beteiligen und sein eigenes Blog anlegen. Man bekommt einen Bestätigungs-Link an seine ZEDAT-Mailbox gesendet und erhält dann nach erfolgter Registrierung eine weitere Email mit einem Default-Passwort.

WordPress MU hat das Rennen gemacht

Neben der generellen Diskussion im letzten Semester, ob es überhaupt notwendig und sinnvoll ist, dass die FU ein eigenes Blog-System anbietet (Übersicht siehe hier), hatte es bereits im Sommersemester 2006 eine erste Diskussion in mehreren FU Blogs gegeben, welches Blog-System denn verwendet werden soll (siehe hier).

Durchgesetzt hat sich am Ende offenbar WordPress MU (WPMU), eine spezielle „Multi-User“ Variante der bekannten Blog-Software WordPress. Die MU Version bietet der FU die Möglichkeit selber Blog-Anbieter zu werden, jeder Studierende / Dozierende kann sich sein Blog schnell und bequem einrichten.

Der bekannteste Blog-Anbieter der WPMU im Einsatz hat ist zur Zeit WordPress.com (wo offensichtlich u.a. auch FUwatch seine Heimat hat). Das bietet eine gute Vergleichsmöglichkeit, weil WordPress.com zeigt, was man im Idealfall alles aus WPMU herausholen kann. Die Auswahl an Widgets und Features ist recht vielseitig, der Service läuft in der Regel stabil, das System insgesamt erscheint robust und unverwüstlich.

Bisher nur ein Theme

Natürlich hat CeDiS zunächst nur eine Basisvariante von WPMU im Einsatz. Es gibt nur ein Theme im Stil des FU Corporate Designs. Wobei man hier das Giftgrün aus dem schmalen Balken gleich als Hintergrund für den ganzen Header gewählt hat, was wenig geglückt wirkt, da das Grün dafür einfach zu grell ist. Besser wäre hier vielleicht ein Spiel mit Blautönen gewesen, das Corporate Design bietet Hell- und Dunkelblau als zentrale Elemente an. Auf Dauer dürfte dieser Einheits-Look etwas nerven (nicht nur wegen dem Grünton), es bleibt daher zu hoffen, dass es demnächst weitere Themes zur Auswahl gibt, um den optischen Auftritt wenigstens etwas individualisieren zu können.

Bereits eingerichtete Blogs auf blogs.fu-berlin.de

Ein kurzer Google-Abgleich findet bereits 12 FU Blogs:

Ein Blick in diese Liste zeigt, dass es bisher noch keine nennenswerten Blogs gibt, was aber aber auch einfach darauf zurückgeführt werden kann, dass es das Angebot erst seit März gibt, man wird sehen, wie sich die Sache jetzt zu Beginn der Vorlesungszeit des neuen Semesters entwickelt. Obgleich das System noch in der Betaphase steckt, kann sich ja schon jedeR DozentIn und jedeR StudentIn einen Blog einrichten.

Spam-Filter wurde nachgerüstet

Von den diversen Widgets die es für WordPress bereits gibt, fehlte zu Beginn sicherlich am meisten ein effektiver Spam-Filter. Zwar ermöglichen es die Einstellungen den Blog so zu konfigurieren, dass nur registrierte Nutzer (also solche mit ZEDAT-Account) kommentieren können oder jeder Kommentar vom Blog-Inhaber vor seinem Erscheinen abgesegnet werden muss, die Default-Einstellung sieht jedoch vor, dass jeder Blog-Besucher Blogeinträge kommentieren kann, solange er einen Namen und seine Emailadresse angibt. Diese Standard-Einstellung führt in der Regel schnell zu Kommentar-Spam, wenn es keinen entsprechenden Filter gibt.

Konsequenterweise hat CeDiS das Blog System inzwischen mit einem solchen Spam-Filter nachgerüstet, wer einen Blog-Eintrag kommentieren möchte, muss neben einem Namen und der Emailadresse auch die Summe aus zwei zufällig generierten Zahlen angeben, um zu beweisen, dass er kein Bot ist (die Spamverteilung erfolgt ja i.d.R. maschinell). Das reicht im Normalfall, um Spam zu unterbinden.

Die Alternative, die Kommunikation zwischen den Blogs (Kommentare, Trackback) auf ZEDAT-Nutzer zu reduzieren, erscheint wenig reizvoll. Zumindest würde man damit die Chance zunichte machen, die Kommunikation über den universitären Tellerrand hinaus auszudehnen.

Impressumspflicht und fragwürdige Nutzungsbedingungen

Kontrovers diskutiert wird in der Blogosphäre zur Zeit die denkbare Einführung eines allgemeinen Verhaltenskodex für Blogs / Blogger (vgl. z.B. SPON, 10.04.07 und Heise, 12.04.07). Gegenstand dieser Selbstkontrolle-Diskussion ist unter anderem auch die Frage, ob es so etwas wie eine Selbstkennzeichnung für Blogs geben soll bzw. ob anonyme Blog-Einträge und Blog-Kommentare nicht geächtet werden sollten.

Die FU hat diese Frage für sich schon beantwortet, auf jedem Blog steht ganz unten der unscheinbare aber eben doch lesbare Hinweis auf den Inhaber des Blogs mit Vor- und Nachname. Der Name wird aus den ZEDAT-Daten hergeleitet und kann nicht geändert werden. Theoretisch ist es denkbar, das Pseudonym das über jedem einzelnen Eintrag steht zu ändern (was bei mir nicht funktioniert, bei anderen aber offenbar schon), der Impressums-Hinweis mit dem vollen Namen des Bloggers am Ende der Seite bleibt aber in jedem Fall bestehen. Auch die Nutzungsbedingungen des Blog System schreiben explizit vor, dass der echte Vor- und Nachname anzugeben sind.

Ob das unbedingt notwendig ist, darüber kann man geteilter Ansicht sein. Faktisch würde es auch reichen, wenn die FU intern verifizieren kann, wer für welchen Blog verantwortlich ist. Wollte man der Impressumspflicht gemäß TMG (ehem. TDG) ernsthaft nachkommen wollen, würde der Name allein ohnehin nicht reichen. Mal abgesehen davon, dass § 5 TMG nur „für geschäftsmäßige, in der Regel gegen Entgelt angebotene Telemedien“ gilt. Aber der Sachverhalt ist etwas komplizierter (vgl. Telepolis, 26.02.07).

In jedem Fall dürfte es viele potentielle Blogger abschrecken, die keine Lust darauf haben, dass ihr volle Name breit auf ihrem Blog nachzulesen ist. Ebenfalls abschreckend ist der Passus innerhalb der Nutzungsbedingungen, der es den Blog-Nutzern untersagt, über Dinge zu bloggen, die das Ansehen der FU schädigen oder den Interessen der FU entgegenstehen (FUwatch berichtete). Eine kritische Bestandsaufnahme der FU-Hochschulpolitik ist damit z.B. nicht möglich bzw. kann von der FU ggf. leicht mit einem Verweis auf einen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen unterbunden werden.

Fazit

Die Nutzungsbedingungen müssten also entschärft und die Meinungsfreiheit gestärkt werden. Die öffentliche Zwangsbekanntgabe von Vor- und Nachname auf dem Blog sollte abgeschafft werden, es reicht wenn die FU weiß, wer für den jeweiligen Blog verantwortlich ist.

Technisch lassen sich keine größeren Defizite ausmachen, sicherlich fehlt noch das ein oder andere Widget, die Basisfunktionen (Kommentarmöglichkeit, Linkliste (Blogroll), Tags (Kategorien), Trackback, RSS, Spamschutz, SSL-Login, etc.) sind jedoch alle vorhanden. Auch die offizielle FAQ-Liste ist, wenn auch nur „geborgt“, ausführlich und informativ.

Was man zur Zeit am meisten vermisst, ist eine Statistik-Option. Diese muss ja nicht gleich so ausführlich wie bei WordPress.com ausfallen, aber zu wissen, wie viele Besucher der Blog täglich hat und wie diese Besucher auf den Blog gekommen sind (Links, Google, etc.), wäre sicherlich ganz nützlich. Falls das nicht zu bewerkstelligen ist, sollte man alternativ die Möglichkeit haben, den Code von externen Counter-Anbietern in den Blog einzubinden.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Wie CeDiS den neuen Blog von FU-Präsident Dieter Lenzen löschte

April 17, 2007

Wie bereits im letzten Semester angekündigt, hat CeDiS inzwischen den Probebetrieb eines eigenen Blog-Systems für die FU aufgenommen. Jeder Studierende / Dozierende der über einen ZEDAT-Account verfügt, kann sich anmelden und einen eigenen Blog einrichten, der dann unter http://blogs.fu-berlin.de/Mustermann zu finden ist.

Am 1. April habe ich das neue System gleich mal ausgetestet und aus Spaß dem Datum entsprechend einen Blog auf „Dieter Lenzen“ registriert (blogs.fu-berlin.de/dieter-lenzen), immerhin hat unser Präsident noch keinen Blog, da könnte ich ja ein wenig für ihn bloggen.

Ich konnte allerdings meinen Nickname (in diesem Fall meinen Realnamen) nicht ändern, der über jedem Eintrag steht. Zwar steht am Ende der Blog-Site ganz unten in jedem Fall der volle Name des ZEDAT-Account-Inhabers, aber dieser Vermerk ist optisch relativ unscheinbar (und lässt sich auch nicht ändern). Der Name der klar über jedem einzelnen Eintrag steht ist allerdings nur ein Nickname und sollte sich ändern lassen, was aber nicht funktionierte. Mein geplanter Aprilscherz ein paar fiktive Einträge als Dieter Lenzen zu veröffentlichen fiel somit ins Wasser, nur den Blog als solchen ließ ich erst mal bestehen.

Drei Tage (sic!) später erhielt ich dann eine Email von Stefan Cordes, dem für das Blog-System verantwortlichen CeDiS-Mitarbeiter, der mich darüber aufklärte, dass mein Blog gelöscht wurde, da er gegen die Nutzungsbedingungen verstoße:

„Sie haben sich am 1. April 2007 auf dem Blogsystem der Freien Universität Berlin ein personalisiertes Weblog eingerichtet.

Dabei verstoßen sowohl die von Ihnen gewählte Url (blogs.fu-berlin.de/dieter-lenzen) als auch der verwendete Titel des Blogs (‚Hier bloggt der Präsident‘) gegen die Nutzungsbestimmungen des Blogsystems der Freien Universität.

Wir haben daher Ihren Blogaccount vorübergehend deaktiviert und bitten Sie um eine Stellungnahme bzw. die Gewähr, dass Sie das Blogsystem zukünftig im Sinne der Nutzungsbedingungen nutzen werden. Anderenfalls sehen wir uns gezwungen, Ihren Account dauerhaft zu sperren.“

Natürlich versicherte ich Herrn Cordes in einer „Stellungnahme“ zukünftig nicht mehr gegen die Nutzungsbedingungen zu verstoßen und klärte ihn darüber auf, dass es sich nur um einen Aprilscherz gehandelt hat. Tatsächlich hatte ich die Nutzungsbedingungen vorher gar nicht gelesen, was ich nun aber nachholte. Die interessantesten Passagen:

„… §3 (2) Die bei der Registrierung angegebenen Daten müssen korrekt und vollständig sein. Insbesondere darf die verwendete BlogURL nicht gegen übergeordnete Interessen der Freien Universität Berlin verstoßen (Beispiele: blogs.fu-berlin.de/praesident; blogs.fu-berlin.de/kanzler etc.)…

§4 (1) Jede/r Nutzer/in ist verpflichtet, den Namensbereich ihres/seines persönlichen Profils zu vervollständigen. Insbesondere sind die Angaben zu Vor- und Nachname wahrheitsgemäß zu machen.

§6 (1) Der/die Nutzer/in hat jede Art der missbräuchlichen Nutzung, nach § 6 Abs. 2 dieser Nutzungsbedingungen, des Weblog Publishing Systems zu unterlassen… (2) Eine missbräuchliche Nutzung liegt insbesondere vor, wenn über das Blog, … e) das Ansehen der Freien Universität Berlin geschädigt wird oder die Nutzung ihren Interessen entgegensteht. (3) Die Freie Universität behält sich vor, den öffentlichen Inhalt von Blogs stichprobenartig zu überprüfen.“

aus: Allgemeine Nutzungsbedingungen für das Weblog Publishing System der Freien Universität Berlin, Abgerufen: 17.04.07

Interessant sind die Beispiele in §3 (2) für URLs die „gegen übergeordnete Interessen der Freien Universität Berlin verstoßen“, als hätte man bei der CeDiS schon geahnt, dass Studierende versucht sein könnten, URLs wie blogs.fu-berlin.de/dieter-lenzen zu registrieren. Da ich die Nutzungsbedingungen vorher nicht gelesen hatte, kann ich nicht sagen, ob diese Beispiele erst nach meinem Aprilscherz aufgenommen wurden oder schon immer da standen (formal müssten alle Änderungen der Nutzungsbedingungen laut §9 (3) im Admin-Blog bekannt gegeben werden). Wie auch immer, der Passus mit den „übergeordnete Interessen“ der FU ist ja noch nachvollziehbar, um Fake-Blogs die angeblich von FU-Angehörigen geschrieben werden zu verhindern.

Wesentlich fragwürdiger ist da schon §6 (2) e), wo davon die Rede ist, das nichts gebloggt werden darf, dass das Ansehen der FU schädigt oder den Interessen der FU entgegensteht. De facto erlaubt es dieser Passus der FU solche Blogs zu löschen, die sich kritisch mit der FU bzw. Geschehnissen an der FU auseinandersetzen. Man sagt dann eben ggf. einfach, dass die unbequeme Darstellung eines Sachverhalts den Interessen der FU entgegensteht und schon ist der Blog gelöscht.

Der Passus bietet eine Steilvorlage für Zensur und widerspricht auch stark dem „Gegenöffentlichkeits“-Gedanken, den man gemeinhin mit Weblogs / der Blogosphäre assoziiert: „Manche sehen im Aufkommen von Weblogs und deren starker Verbreitung insbesondere in den USA eine neue Form von Graswurzel-Journalismus, die in Europa leicht in die Tradition des Herstellens von Gegenöffentlichkeit gestellt werden kann“ (Wikipedia).

Diese essentielle Idee hinter dem Bloggen kippt die FU kurzerhand über Bord, das Blog-System dient als plätschernde Begleitung von Lehrveranstaltungen oder als persönliches Tagebuch. Kritik sollte wenn, dann bitte schön nicht über die FU geäußert werden.

Es bleibt dann die rein pragmatische Frage, wer überhaupt das FU Blog-System nutzen soll. Die wirklich aktiven Blogger im Umkreis der FU sind alles Personen, die sich aktiv mit (hochschul)politischen Fragen auseinandersetzen. Diese werden mit restriktiven Nutzungsbedingungen vergrätzt und bleiben vermutlich eher bei anderen Blog-Hostern.

Was bleibt ist die Zuversicht der Verantwortlichen, dass das FU-Blog-System zunehmend im Kontext von LVs genutzt wird bzw. Studierende und Dozierende anminiert, auch einen persönlichen Blog zu führen. Wie an anderer Stelle ausgeführt, stehen die Chancen dafür aber nicht allzu gut.

Morgen gibt es bei FUwatch einen ersten Testbericht über die technische Funktionalität des „Weblog Publishing Systems“ der FU.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

OSI mit neuem Webdesign und neuen Bib-Öffnungszeiten

April 16, 2007

Ende März hat das OSI seinen Webauftritt dem neuen „Corporate Design“ der FU angepasst. Erste Anpassungsversuche gab es schon früher, doch erst jetzt gleicht die OSI Site wirklich technisch wie optisch dem offiziellen Corporate Design der FU. Stilprägend sind helle und dunkle Blautöne sowie der markante, giftgrüne Strich.

Die Frage, ob ein „Corporate Design“ (bzw. eine „Corporate Identity“ zu der eben auch das Design zählt) wirklich erstrebenswert ist, wurde hier und anderswo schon öfter diskutiert. In jedem Fall ist das neue Design jedoch ein Fortschritt gegenüber dem alten. Die OSI Site wirkt aufgeräumter, obwohl sich inhaltlich und von der Struktur her nicht so sonderlich viel getan hat (man bleibt hier recht konservativ). Auch die Foto-Auswahl ist durchaus gelungen, hier gab es in der Vergangenheit bekanntlich ein paar Probleme.

Insgesamt wirkt das „Corporate Web-Design“ der FU dezent, leicht und funktional und ist damit dem überbordenen und unübersichtlichen Webauftritt so manch anderer deutscher Universität sicherlich einen Schritt voraus. Kritiker würden vermutlich einwenden, dass das FU Webdesign zu glatt, steril und etwas langweilig ist. Mag sein, nur dieser spartanische, konformistische Auftritt ist trotzdem angenehmer als das andere Extrem; sein wir ehrlich, manche alte FU Site war doch nur für Farbenblinde halbwegs erträglich.

Doch nicht nur in punkto Webdesign hat sich am OSI über die Semesterferien hinweg etwas getan, wie Ronny im LHG OSI Blog berichtet, wird die OSI-Bibliothek werktags künftig bis 20 Uhr geöffnet haben, und sogar am Samstag von 10 bis 18 Uhr zugänglich sein. Zwar handelt es sich dabei zunächst nur um ein Pilotprojekt, sollten die neuen Öffnungszeiten von den Studierenden allerdings rege genutzt werden, besteht die Ausssicht, dass die neuen Zeiten auch langfristig beibehalten werden.