Archive for Juni 2005

Mailinglisten zu Schwertern

Juni 29, 2005

Studiengebühren, nein Danke. Aber wo informiert und wie organisiert man sich? Hier ein kleiner Überblick über die redundante Welt der virtuellen Protestorganisation:

Protestinfo Mailinglist:
Soll nur die wichtigsten Infos zum Protest an der FU liefern, faktisch läuft über die Liste aber so gut wie nichts (vielleicht weil nichts passiert?).

Gebührenfreiheit Mailinglist:
Hierüber gehen schon etwas mehr Infos.

Ostnetz Mailinglist:
Nur etwas für Insider, ich habe zumindest nirgendwo eine Erklärung gefunden, was mit „Ostnetz“ gemeint ist. Vermutlich eine Koordination aller Unis im Osten der Republik.

Studiprotest Mailinglist:
Der aktuellste Protest-Verteiler an der FU, sowas wie der Nachfolger von „Protestinfo“.

Studiprotest Blog:
Das Blog zum „Studiprotest“, allerdings nur als vorübergehende Lösung gehandelt, bis eine Website da ist.

Studiprotest Wiki:
Das Wiki zum „Studiprotest“.

Was jetzt echt noch fehlt ist ein flickr-Account mit Bildern vom „Studiprotest“…

Update:
Die Listen „Gebührenfreiheit“ und „Studiprotest“ sollen zu einer neuen Liste mit dem Namen „ProtestBildung“ zusammengeführt werden.

Mailversuche mit Blackboard

Juni 28, 2005

Im September 2004 entschied sich die FU Berlin die Blackboard Academic Suite als universitätsweites Learning Management System (LMS) einzuführen. Learning Management Systeme, oft auch als Course Management Systeme bezeichnet, sind Lernplattformen die die Kommunikation über das Netz zwischen Studierenden und Dozenten intensivieren sollen. Dazu dienen Diskussionsforen, Chat, Email und File Sharing Möglichkeiten, die in der Lernplattform gebündelt werden. Natürlich wird unter E-Learning etwas mehr verstanden, faktisch werden LMS aber in der Regel wirklich nur dazu genutzt, Seminarmaterial über das Netz bereitzustellen bzw. effizienter zu verteilen.

Bis dato hatte jeder etwas technikversiertere Dozent (bzw. jedes Institut) an der FU sein eigenes „eLearning System“. Darunter „echte“ Course Management Systeme wie Claroline oder .LRN, aber auch als eLearning Plattform verwendete Content Management Systeme wie Plone. Die meisten beließen es allerdings beim Einrichten einer Mailingliste oder der Bereitstellung von Material über ihre Website.

Das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der FU Berlin verglich im letzten Jahr mehrere Systeme miteinander und entschied sich am Ende für das proprietäre Blackboard. Der CeDiS Direktor, Dr. Nicolas Apostolopoulos, formulierte es laut einer von Blackboard Inc. herausgegebenen Pressemitteilung wie folgt:

„Die Blackboard Academic Suite wurde unter anderen kommerziellen und Open-Source-Angeboten als die für die Freie Universität am besten geeignete LMS-Plattform ausgewählt, da sie einfach zu benutzen ist, eine unternehmensweite Skalierbarkeit sowie eine offene Architektur besitzt.“

Die Blackboard Academic Suite wurde also auch OpenSource Alternativen wie Moodle oder ILIAS vorgezogen. Das Gutachten auf dem diese Entscheidung basiert, hat CeDiS nicht öffentlich zugänglich gemacht.

Von studentischer Seite wird die Blackboard Academic Suite (bzw. die Implementierung der Blackboard Academic Suite an der FU durch CeDiS) zunehmend kritisch gesehen. So bemängelt etwa das osiwelt-Blog eine schwachen Absicherung beim Datenschutz (die Verschlüsselung der zur Registrierung notwendigen Daten erfolgt via JavaScript und nicht über httpS) und stellt den Sinn einer solchen Plattform in Frage, da die meisten Dozenten ohnehin nicht mehr Funktionen nutzen würden, als sie heute bereits durch Anbieter wie Yahoogroups zur Verfügung hätten.

Ich habe gestern das erste Mal versucht das interne Email-System für einen Kurs zu nutzen, bei dem ich angemeldet bin. Statt das Material wie sonst einfach nur zum Download bereitzustellen, wollte ich es als Attachment an alle versenden. Das Resultat war vernichtend: Da die Domain meiner Absenderadresse nicht identisch mit der Domain der CeDiS Mailserver war, stufte GMX die Mail (per default) als Spam ein („Diese e-mail wurde nicht über den tatsächlichen Mailserver des Absenderdienstes eingeliefert“), so dass kein Seminarteilnehmer meine Email erhalten hat, wenn er einen GMX Account nutzt (na ja, erhalten hat er sie schon, nur halt irgendwo im Spam-Ordner). Wie die Spam-Filter von web.de, hotmail, etc. die Mail eingestuft haben, kann ich noch nicht sagen.

Natürlich muss man hier erst mal fragen „Who’s to blame?“. Tatsache ist, dass es bei den meisten Freemail Anbietern (und nicht nur bei denen) eine gängige Spam-Abwehrmaßnahme ist, die Absenderadresse mit dem Mailserver über den die Mail lief abzugleichen. Das sollte man vielleicht irgendwo auch einkalkulieren, wenn man ein System wie die Blackboard Academic Suite mit integrierter Webmail-Funktion aufsetzt und die Mehrheit der Studierenden besagte spamvorfilternde Freemail Anbieter nutzt.

Update:
Inzwischen gibt es auch eine Umfrage zur Einführung der Blackboard Academic Suite an der FU.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.