Archive for November 2007

„Sheepish-looking prize winners“

November 30, 2007

Im sehr kritisch geschriebenen Blog von Dr. Bruce Spear findet sich ein wirklich lesenswerter, aktueller Vergleich zwischen FU und anderen Unis in punkto „E-Learning“.

Spear kritisiert einerseits „E-Learning“ wie es hier an der FU durch das CeDiS praktiziert wird, stellt dem dann aber andererseits auch sehr konkrete Alternativmodelle gegenüber, um seine Vorstellung von einem brauchbaren „E-Learning“ zu präzisieren.

Als Ex-CeDiS-Mitarbeiter kennt sich Spear ausgesprochen gut mit den Verhältnissen an der FU in Sachen „E-Learning“ aus. Und er nimmt kein Blatt vor den Mund:

„(…) As always in this blog, I am trying to develop some constructive criticism of the Freie Universität Berlin that I know best and its management of academic computing services through its Center for Digital Systems, where program criteria are limited to status categories (professors, departments) and technical specifications (databases, communications tools), evaluation of student use is limited to customer satisfaction surveys designed to support the university’s learning management system, presentation of good practices is limited to descriptions of other supported technologies, ‚helping hands‘ for faculty offer no more than definitions of abstract categories, advice on implementation has been out-sourced to e-teaching.org (also obsessed with abstract categories), descriptions of sponsored projects are summaries from grant applications and links to project results almost invariably lead to the learning management system’s firewall.

The alternatives I’ve outlined so far in this series of posts (…)

(…) In this post I will now offer another alternative: that we aim for the scholarship of teaching and learning whereby the faculty add e-learning to their research program, conduct research, publish results in peer-reviewed journals, list this research in their applications for promotion and tenure: to put e-learning on the strongest academic foundation, on par with the disciplines themselves and not, as at the FU at present, by aiming simply (and I do mean ’simply‘) for statistics of course and student enrollments on Blackboard, mere confirmation of the present technology choices and bureaucratic arrangements, and a few photos of sheepish-looking prize-winners. (…)“

(Bruce Spear: „Putting e-Learning On A Strong Disciplinary Foundation“, 29.11.07)

Spears Tonfall ist streckenweise bissig, was jedoch nicht darüber hinweg täuschen sollte, dass er seinen Standpunkt auch mit sachlichen Argumenten und Verweisen untermauert. Sein exemplarischer Ausblick wie „E-Learning“ im Ausland betrieben wird vergegenwärtigt dem Leser / der Leserin die Rückständigkeit der „Eliteuniversität“ FU auf diesem Gebiet nachhaltig.

FaKo-Tag im KuBiZ

November 29, 2007

Am 08.12. findet ab 10 Uhr im KuBiZ in Weißensee ein FaKo-Tag statt, zu dem explizit nicht nur FSIler eingeladen sind, sondern alle Interessierten. Der geplante Tagesablauf gestaltet sich wie folgt.

10:00 – 11:00 Auftaktplenum

11:00 – 13:00 Workshops I (Exzellenz/Elite, MA-Einführung, Gestaltung der Ini-Broschüre und -Werbekram I)

13:00 – 15:00 Gemeinsames Kochen (und Essen)

15:00 – 17:00 Workshops II (Gestaltung Ini-Broschüre und -Werbekram II, evtl. 40 Jahre ’68, evtl. Verknüpfung Hopo mit Stadtpolitik, das neue „Super-Denkmal“ neben dem HFB)

17:00 – 18:00 Abschlussplenum

„Elite kicken!“

November 28, 2007

Normalerweise werden bei FUwatch eigentlich keine Partys beworben, aber für die kommende Sause am 30.11.07 ab 21 Uhr im Roten Café haben die OrganisatorInnen ein wirklich hübsches Plakat entworfen.

Zweites großes Strategie- und Protesttreffen

November 27, 2007

Wie angekündigt, fand letzte Woche das erste „große“ Treffen diverser hochschulpolitisch aktiver Gruppierungen an der FU statt, um gemeinsam Strategie- und Protestkonzepte zu entwerfen.

Inzwischen liegen auch die Ergebnisse dieses Treffens vor, die z.B. im BBFB-Blog nachgelesen werden können:

„Unser gemeinsames Ziel ist, im nächsten Sommersemester eine größere studentische Protestbewegung von unten auf die Beine zu stellen!

Die Formen zur Mobilisierung einer solchen Protestbewegung wurden diskutiert, viele sprachen sich hier für eine aktionsorientierte Kampagne aus. Wie eine solche Kampagne generell aussehen könnte, wurde vielfältig diskutiert und in Stichpunkten zusammengefasst:

Perspektiven: Kampagne, Protest, SoSe 2008, ’40 Jahre 68′, Politisierung, …

Themen: Ökonomisierung der Universitäten, Elite, soziale Selektion, Studiengebühren/konten, Überwachung, System Lenzen, prekäres Studieren, Berliner Hochschulgesetz, Freiräume an der Uni, Qualitätsoffensive in der Lehre, …

Aktionsformen: In die Hörsaale gehen, subversive Kommunikationsguerilla, Teach-Ins, Dieter-Lenzen-Fanclub, Vollversammlungen, Streik, Besetzung, Demo, Volksbegehren, …“

Auf dem Treffen fiel allerdings noch keine Entscheidung, was davon konkret umgesetzt werden soll, wie genau die Kampagne nun aussehen soll. Doch die Zeit drängt, da das alles bereits im kommenden Sommersemester stattfinden und von langer Hand geplant werden soll.

Daher sind alle Interessierten eingeladen, am kommenden Donnerstag (29.11.) beim zweiten Treffen mitzuwirken, welches um 18 Uhr in der Silberlaube im Raum KL 25/134 (gegenüber der EWI-Bibliothek) stattfinden wird.

Hartmann erneut an der FU

November 26, 2007

Nachdem Prof. Dr. Michael Hartmann bereits im letzten Jahr an der FU war, um über das Thema „Wer wird Elite? Bologna, Exzellenz-Initiative und Studiengebühren: Zwischen Sinn und Selektion – soziale Folgen aktueller hochschulpolitischer Reformprozesse“ zu referieren (siehe „Zusammenfassung des Hartmann-Vortrags“), wird er auch dieses Jahr wieder einen Vortrag an der FU halten.

Am kommenden Mittwoch, den 28.11., wird es im Institut für Philosophie um das Thema „Vom Unsinn der Exzellenzinitiative“ gehen. Die Veranstaltung findet um 16 Uhr in der Habelschwerdter Allee 30 im Kontext des „Tags der Philosophie“ statt.

Ein neues Blog und zwei neue Mailinglisten

November 23, 2007

Auch die FSI Wirtschaftswissenschaften ist jetzt endlich mit einem eigenen Blog in der FU-Blogosphäre vertreten. Allerdings findet sich unter fsiwiwiss.blogsport.de bisher nur ein einziger Eintrag, der auf die Erstsemesterinfos in pdf-Form verweist.

Mathias von der FSI Philosophie informierte FUwatch darüber, dass das Archiv des PhilGeist-Verteilers nun öffentlich zugänglich ist. Mailanhänge werden zwar nicht archiviert, aber es finden sich trotzdem einige interessante Infos über FBR-Sitzungen. Von der Masse der Emailadressen in den Headern mal abgesehen spricht eigentlich auch nichts gegen eine Offenlegung des Archivs, es ist keine „geheime“ Mailingliste.

In den Googlegroups findet sich ein weiterer Emailverteiler zur Fachwechsel-Problematik an der FU. Interessierte Studierende sollten die Mailing List abonnieren. Das nächste Treffen der Gruppe ist übrigens am 27.11. um 16.00 Uhr in der AStA-Villa.

Bundesastenkonferenz

November 22, 2007

Vom 22.11. bis zum 25.11. findet im Hauptgebäude der HU ein bundesweiter ASten und Studierenden Kongress (BAK), im Volksmund auch „Bundesastenkonferenz“ genannt, statt.

Zentrale Veranstaltung ist sicherlich die Podiumsdiskussion zum Thema „Verbände, Parteien, Netzwerke – Ein Streitgespräch über Perspektiven und Erfahrungen überregionaler studentischer Zusammenarbeit“ am Freitag den 23.11. von 17:30 bis 19:30 Uhr. Es diskutieren laut BBFB-Blog Karin Zennig (AStA Uni Marburg), Jan Bönkost (AStA Uni Bremen), Luigi Wolf (SDS.Die Linke) und Martin Menacher (fzs).

Diese Veranstaltung ist so brisant, weil im Vorfeld des BAK Gerüchte aufgekommen sind, dass es auf dem Kongress zu einem „Anti-fzs-Putsch“ kommen könnte, dass also ein Gegenverband zum „freien zusammenschluss von studentInnnenschaften“ (fzs) gegründet werden soll (siehe „Kommt Ende diesen Monats ein ‚Gegen-Verband‘ als Alternative zum fzs?“). Hintergrund ist eine zunehmende Unzufriedenheiten diverser Studierendenvertretungen mit dem fzs.

Weiterhin gibt es am 24.11. um 17:30 Uhr einen Vortrag zum Thema „Neoliberale Bildungspropaganda – wie Studierende dagegen halten können“. Das Herzstück des Kongresses bilden jedoch diverse Workshops, die im BBFB-Blog aufgelistet sind.

Institutsratssitzung zur Lehre

November 21, 2007

Heute (21.11.) findet um 8:30 Uhr im Hörsaal B der Ihne21 eine Institutsratssitzung zum Thema „Lehre“ statt. Diskutiert werden soll, wie die Lehre zukünftig am OSI aussehen soll. Dabei geht um solche brisanten Punkte wie den „Lecturer“, die „Teilnahmebegrenzung“, „Angleichung des Angebots an die Nachfrage“, usw.

Ein möglichst zahlreiches Erscheinen aller an der Ausgestaltung der Lehre am OSI interessierten Studierenden erscheint daher empfehlenswert.

„Großes“ Treffen am Donnerstag

November 20, 2007

Am Donnerstag (22.11.) wird es um 18 Uhr ein „großes“ Treffen aller hochschulpolitisch aktiven Gruppierungen an der FU in der Silberlaube im Raum L115 (neues Seminarzentrum, wo früher die Mensa war) geben.

In der über Mailinglisten verbreiteten Einladung heißt es:

[Wir] haben überlegt, dass wir es toll fänden, wenn es ein Treffen von all den Leuten, die letztes Semester viel hochschulpolitisch gemacht haben (Fanclub, Unternehmen-Uni versetzen, Hamburger Gruppe, Volksbegehren-Gruppe, G8-Gruppen, Studierbarkeitsumfrage, Inis, Cafes und alle, die ich vergesse…) und auch allen, die neu Lust dazu haben, geben könnte.

Um gemeinsam zu überlegen, was wir Fu-weit (oder auch einzelne Institute oder Gruppen zusammen) dieses Semester oder auch nächstes Semester an Aktionen, Aktionswochen, Texten… noch so gemeinsam machen können oder wollen.

Es geht hier also um ein Koordinierungs- und Austausch-Treffen möglichst aller an der FU hochschulpolitisch tätigen Gruppen, um für die Zukunft gemeinsame Strategien zu entwicklen, Bindungen zu knüpfen, Informationen auszutauschen, Projekte vorzustellen, usw.

Einen ähnlichen Ansatz gab es im Dezember 2005 schon mal beschränkt auf das OSI. Damals sollte mit dem „OSI Forum“ eine regelmässig tagende, informelle Institution geschaffen werden, auf der alle OSI-Studierende ihre Probleme vortragen können und die verschiedenen, politisch aktiven Gruppierungen sich austauschen können. So wollte man unter anderem verhindern, dass jede Gruppe wie bisher ihr eigenes „Süppchen kocht“ ohne von anderen Gruppen mit eventuell ähnlichen Zielen etwas mitzubekommen. Die Sache verlief jedoch nach ein paar Sitzungen weitgehend im Sande (von einer einzigen Comeback-Sitzung im Feburar 2007 mal abgesehen).

Dennoch ist die Idee eines solchen „großen“ Treffens mit möglichst vielen hochschulpolitisch aktiven StudentInnen und Gruppen sicherlich grundsätzlich richtig. Als schwierig dürfte sich jedoch auch heute noch der Versuch erweisen, diese Veranstaltung in relativ kurzen Abständen zu wiederholen (was ja zumindest eine denkbare Option wäre).

Zwei Veranstaltungen mit Alex Demirovic

November 19, 2007

Die studentische Hochschulgruppe „Die Linke.SDS“ organisiert am morgigen 20.11. sowie nächste Woche am 27.11. jeweils eine Veranstaltung mit dem kritischen Wissenschaftler Alex Demirovic.

Am morgigen 20.11. gibt es eine Diskussion mit dem Titel „Auf der Suche nach dem Bildungsauftrag“ an der HU, um 18 Uhr im Raum 1.103 des Seminargebäudes Hegelplatz in der Dorotheenstraße 24. In der Einladung heißt es:

„Hochschulen erfüllen bestimmte gesellschaftlich relevante Aufgaben. In mancherlei Hinsicht gelingt ihnen dies nur unzureichend. So wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche ‚Reformen‘ angestoßen, die noch immer andauern. Deren vorhergesagte Durchführungs- und Folgeprobleme lassen sich mittlerweile – zum Leidwesen von Lehrenden und Lernenden – hinreichend beobachten: Verschärfte soziale Selektion, Ausbau der Chancenungleichheit, Demokratieabbau, roter Teppich für elitäres Gedankengut usw. Demgegenüber werden kritische Wissenschaft und gesunde Öknomisierungsskepsis zunehmend verdrängt.

Welche Aufgaben können Wissenschaft und Hochschule unter dem Druck der wirtschaftlichen Verwertbarkeit, des Wettbewerbs (Beispiel Exzellenzinitiative) und der Wiedereinführung von Eliten noch erfüllen? Müssen Hochschulen auf die gesellschaftlichen Veränderungen reagieren – und wenn ja, wie? (Einladung von „Die Linke.SDS HU“)

In der darauffolgenden Woche, am Dienstag den 27.11., ist Alex Demirovic dann an der FU, um 18 Uhr im Raum K 25/11 der Silberlaube. Titel dieser Veranstaltung: „Auf dem Weg zum Überwachungsstaat?“ In der kurzen Einladung heißt es nur:

„Referat & Diskussion von Prof. Alex Demirovic wird der Frage nachgehen, wie der Ausbau des ‚Sicherheitsstaates‘ einzuordnen ist. (Einladung von „Die Linke.SDS FU“)

Beide Veranstaltungen klingen vielversprechend und sind sicherlich einen Besuch wert.

Studierende wollen SPD ihren „Dank“ aussprechen

November 16, 2007

Am morgigen Samstag (17.11.) findet in der Silberlaube der Landesparteitag der Berliner SPD statt.

Da es am selben Tag ein „Festbankett“ der Berliner „Studi-Vertretungen“ zu den Ergebnissen der Exzellenzinitiave geben soll, haben die besagten „Vetretungen“ beschlossen, ihre Feier mit der der SPD zusammenzulegen.

Da die SPD an der Exzellenzinitiative nicht ganz unbeteiligt war, will man so die Chance ergreifen und den anwesenden Sozialdemokraten „für ihre Mitwirkung an der Exzellenzini danken“, wie es in einem über Email-Listen verteilten Aufruf heißt.

Was immer das konkret heißen mag, es soll morgen um 14 Uhr an der Silberlaube losgehen…

Immer noch kein neuer AStA an der TU

November 15, 2007

Nachdem es zuletzt so ausgesehen hatte, als würde sich das StuPa der TU am 12.11. endlich zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenfinden können, um den neuen AStA zu wählen („Gegen-AStA an der TU gebildet / Durchbruch für heute erwartet“), hat das Verwaltungsgericht Berlin die schließlich von der Unileitung durchgesetzte Konstituierung nach einer Klage des alten RCDS-domninierten AStAs untersagt:

„Wie berichtet, streiten linke und konservative Studentenvertreter seit Monaten um die Anerkennung der Wahl. Diese fand schon Ende Juni statt. Damals verlor der amtierende Asta unter der Führung des CDU-nahen Rings Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) gegen ein Bündnis linker Gruppen. Der RCDS legte daraufhin zahlreiche Einsprüche gegen das Wahlergebnis ein – wodurch es kein amtliches Endergebnis gab und sich das Parlament nicht konstituieren konnte. Eine schließlich von der Unileitung durchgesetzte Konstituierung des Parlaments hatte das Verwaltungsgericht Berlin am Montag nach einer Klage des alten RCDS-geführten Astas untersagt.“ („Streit um TU-Asta: Semesterticket in Gefahr?“, Tagesspiegel, 14.11.07)

Ausführlicher beschreibt die Kommilitonin Anna Panek den Vorgang in einem Indymedia-Artikel:

„Da ihr [die Kanzlerin der TU, Anm. FUwatch] die Rechtsaufsicht über die Konstitution des 28. StuPa obliege, habe sie sich an ihre Vereinbarung mit dem Gericht zu halten – eine Vereinbarung, zu der es, wie sie auf Nachfrage zugab, größtenteils mündlich-telefonisch kam. Eine einstweilige Verfügung gebe es zwar nicht, doch ihrer Meinung nach wäre dies die unweigerliche Folge, würde sie sich an ihre Abmachung nicht halten. Zudem hätte sie zusätzlich ein richterliches Anschreiben vorzuweisen, welches sie den interessierten Studenten auf Nachfrage vorzeigen könne. Leider verließ die Kanzlerin nach Beendigung des Gespräches mit den Studierenden zu schnell den Saal, um das Angebot in eine reelle, glaubwürdigere Tat umzusetzen.

Es ist nun nicht verwunderlich, daß eine Kanzlerin nicht versucht, sich durchzusetzen gegen eine richterliche Empfehlung und in vorauseilendem Gehorsam einer – hätten wir es hier nicht mit einer kaum anders als juristischen Farce benennbaren Situation zu tun – noch offenen Gerichtsentscheidung Genüge tut. Unmöglich war es ihr jedoch nicht gemacht worden. Ohne Gerichtsentschluß, mit Telefonaten und einem bloßen Anschreiben in der Mappe hätte es in ihrer Macht gelegen, das traurige Debakel um eine längst verlorene Wahl, mithin auch um den missachteten Wählerwillen der Studierenden, zu beenden.“ („TU Berlin: konstituierende Sitzung untersagt“, Indymedia, 12.11.07)

Während es in der Darstellung des Tagesspiegels also so wirkt, als habe die TU-Unileitung keine andere Wahl gehabt, macht der Indymedia-Artikel aber auch die Darstellung des BreiLiBue deutlich, dass hier ein anderes Vorgehen seitens der TU-Kanzlerin möglich gewesen wäre.

Tags darauf, am 13.11., reagierten 50 TU-Studierende mit einer Besetzung des Präsidialamts („Präsidialamt TU Berlin besetzt“, Indymedia, 13.11.07). Im Gespräch mit dem TU Präsidenten Kurt Kutzler gelang es jedoch nicht, diesen zu einem Umdenken zu bewegen (breilibue.org, 13.11.07).

Am 14.11. fand schließlich eine kurzfristig anberaumte Vollversammlung statt, bei der unter anderem eine Unterschriftenaktion gegen den immer noch amtierenden alten RCDS-AStA ins Leben gerufen wurde (breilibue.org, 14.11.07).

Wie ausgeführt ist die zügige Konstituierung des neuen StuPas auch deshalb so wichtig, da es sonst kein Gremium gibt, das zur Urabstimmung zum Semesterticket einladen kann. Und ohne Urabstimmung keine Verlängerung des Semestertickets im Sommersemester 2008 an der TU.

„Studienerfolgsbericht“ bleibt im Giftschrank

November 14, 2007

Im FSI Blog ist ein interessanter Bericht über die Sitzung de „Kommission für Forschung und Lehre“ (KfL) vom 6.11.2007 erschienen. Thema war unter anderem auch der inzwischen berüchtigte „Studienerfolgsbericht“ aus welchem eine sehr hohe Abbrecherquote in den BA-Studiengängen hervorgeht („Abbrecherquote beim BA deutlich höher als beim Magister“).

„Klar stellte Keitel-Kreidt auch: der ‚Studienerfolgsbericht‘ sei und bleibe ein internes Papier und werde gar nicht veröffentlicht. Wir erinnern uns: im vergangenen Semester sagte sie noch, er werde irgend wann demnächst den KfL-und AS-Mitgliedern zugänglich gemacht. Offensichtlich sind die Zahlen so brisant, dass man sie der Öffentlichkeit nicht zumuten kann – bereits durchgesickerte Teilergebnisse wiesen jedenfalls darauf hin, dass die Abbruchquoten im Bachelor in der Regel höher sind als noch in den alten Magisterstudiengängen.“ („Neue Zulassungsordnung verschärft Hürden beim Fachwechsel“, FSI Blog, 13.11.07)

Ein weiteres Problem stellt die geplante Zulassungsordnung für das Sommersemester 2008 dar. Studierende die unzufrieden mit ihrer Studienwahl sind müssten danach ein Jahr warten, um ihr Fach zu wechseln. Ein Fachwechsel im April 2008 wäre mit der neuen Zulassungsordnung nicht möglich. Damit würden die Hürden für einen Fachwechsel abermals erhöht werden.

Treffen der „Fachwechsel-Gruppe“

November 13, 2007

Wie unlängst schon ausgeführt gibt es an der FU seit der Einführung der Bachelor-Studiengänge verstärkt Probleme, sein Studienfach auf Wunsch zu wechseln (insbesondere bei Kombi-BA-Studiengänge, bei denen man mehr als ein Fach studiert).

Um sich diesem Problem anzunehmen, hat sich an der FU jetzt eine „Fachwechsel-Gruppe“ gebildet, die am heutigen 13.11. um 16 Uhr in der AStA-Villa ihr erstes Treffen hat. Diskutiert werden soll, was man tun kann, wenn der beantragte Fachwechsel abgelehnt wurde und man im „falschen Fach“ feststeckt. Betroffene sollten möglichst zahlreich erscheinen, um sich zu informieren und selbst aktiv zu werden.

„AStA Info“ mit Blogger Special

November 12, 2007

Pünktlich zum Beginn des neuen Semesters erschien Anfang Oktober die neue Ausgabe des „AStA Info“ (als pdf hier). Darin auch ein ausführliches Special zur studentischen Blogger-Szene an der FU („Hier bloggt (auch) der AStA“).

Deutlich wird an dieser Liste von Blogs einmal mehr, dass die Oppositionsgruppen (also jene die dem AStA kritisch gegenüber stehen) in der FU-Blogosphäre unterepräsentiert sind. Nur LHG und DEFO betreiben Blogs, andere oppositionelle Hochschulgruppen wie Jusos, Grüne, RCDS oder der neue „SDS“ sind nur mit normalen Websites präsent. Auf denen sie dann auch über ihre Arbeit berichten, aber eine Möglichkeit zur öffentlichen Interaktion besteht zumindest in der virtuellen Sphäre nicht. Entweder misst man hier Blogs keine größere Bedeutung zu oder aber hat ganz einfach nicht die Zeit zum Bloggen.

Dies ist insofern bedauerlich, als dass erst durch ein entsprechend großes Gegengewicht interessante Kontroversen entstehen können, die BloggerInnen auch kritisch aufeinander Bezug nehmen, mittels Trackbacks und Kommentaren ein Diskussionsnetz aufbauen. Momentan werden die studentischen Blogs an der FU immer noch primär zur Information genutzt, weniger zur Kommunikation.

Auch FUwatch findet ausführlich Erwähnung im AStA Info. Um zu erklären, was es mit einem „Watchblog“ eigentlich auf sich hat, wird folgendes Zitat aus der Wikipedia gezogen:

„vor allem formal höher gebildete männliche Erwachsene, die durch Kommentierung und die Recherche von Informationen ein größeres Publikum erreichen wollen, und zumindest einen quasi-journalistischen Anspruch haben (vgl. Koh et al. 2005, Kuhn 2005).“ (Wikipedia)

Da haben Koh und Kuhn sicherlich recht, trotzdem wäre natürlich ein anderer Auszug aus dem Wikipedia-Eintrag besser gewesen, um zu charakterisieren, was ein Watchblog eigentlich ist:

„Watchblogger grenzen sich von der Mehrheit der Blogs dadurch ab, dass sie bestimmte Firmen, Organisationen oder Themen kritisch beobachten, statt über persönliche Erfahrungen zu berichten. Das bekannteste deutsche Watchblog ist das Bildblog, das die Bildzeitung kritisiert.“ (Wikipedia)

Es geht also um eine kritische Betrachtung eines einzugrenzenden Themengebiets (z.B. ein Unternehmen, eine Organisation, etc.).

Insgesamt bietet der Artikel im „AStA Info“ einen guten Überblick über studentische Blogs an der FU, es fehlen nur wenige Blogs wie etwa das des DEFOs oder jenes von Herrnfischer; zumindest letzteres wurde nach ein wenig Quengelei aber nachgereicht.

Blackboard-Zugang ab Dezember nur noch über ZEDAT-Account

November 10, 2007

Wie das LMS Support-Team des CeDiS in einer Mail an alle Blackboard-NutzerInnen mitteilt, werden die Blackboard-Accounts in diesem Semester wie geplant auf die ZEDAT-Accounts umgestellt (siehe „Blackboard-Zugriff ab jetzt über ZEDAT-Accounts“). Der Login erfolgt dann also auch bei Blackboard nur noch mit den ZEDAT-Zugangsdaten. Anfang Dezember soll es soweit sein:

„Sie koennen diese Umstellung auch von uns, dem Center für Digitale Systeme (CeDiS), automatisiert vornehmen lassen. Dies wird voraussichtlich in vier Wochen geschehen.“ („Umstellung Ihres Blackboard-Accounts“, CeDiS Infomail, 08.11.07)

Probleme könnte es nach Angaben des Support-Teams nur bei Personen geben, die zur Zeit mehr als einen Account im Blackboard haben. Denn es kann jeweils nur ein Blackboard-Account auf einen ZEDAT-Account umgelegt werden. Um sicherzugehen, dass in diesem Fall nicht aus Versehen der falsche Blackboard-Account übernommen wird, sollten Betroffene ihren Account lieber bereits jetzt manuell umstellen (sofern sie es nicht schon getan haben). Dies lässt sich nach einem Blackboard-Login relativ leicht bewerkstelligen:

„Auf der Eingangsseite haben Sie auf dem Reiter ‚Mein Campus/My Institution‘ in dem Kaestchen mit der Ueberschrift ‚Umstellung der Zugangsdaten auf den ZEDAT Account‘ die Moeglichkeit, dies einfach und zuverlaessig zu tun.“ („Umstellung Ihres Blackboard-Accounts“, CeDiS Infomail, 08.11.07)

Die Ankündigung dieser Fusion (der weitere im Kontext der Schaffung eines zentralen Studierendenportals folgen werden) hatte im WS 06/07 zu einer Kontroverse geführt. Seitens ZEDAT wurde damals jedoch betont, dass es hier nicht um eine Zusammenlegung von Datenbanken geht (siehe „ZEDAT-Blackboard-Fusion führt nicht zu Datenbank-Fusion“).

Blackboard-Daten und Campus-Management-Daten landen also z.B. nicht zusammen in einer Datenbank. Die Authentifizierung erfolgt jedoch einheitlich über den ZEDAT-Account. Einerseits sind die Datenbanken also unabhängig voneinander, andererseits erfolgt der Zugang zu den Daten mit einem zentralen Authentisierungsverfahren. Was einigen KritikerInnen sicherlich immer noch datenschutztechnische Bauchschmerzen bereiten drüfte.

Demgegenüber steht die Bequemlichkeit, nicht mehr mit zig verschiedenen Benutzernamen und Passwörtern operieren zu müssen, sondern am Ende des Tages alle IT-Dienste der FU mit einem zentralen Account nutzen zu können.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Zielvereinbarung zwischen OSI und Präsidium

November 9, 2007

Wie angekündigt wurde am 07.11. im Institutsrat des OSI debattiert, wie die noch in diesem November zu treffenden Zielvereinbarungen des OSIs mit dem Präsidium bezüglich Schwerpunktsetzung in der Forschung und Gestaltung der Lehre für die nächsten zwei Jahre ausssehen könnten.

Konkrete Ergebnisse der Debatte liegen FUwatch noch nicht vor, sowohl Dozierende als auch engagierte Studierende haben jedoch bereits im Vorfeld jeweils ein Diskussionspapier veröffentlicht:

Im Papier des OSI (der „Dozierenden“) werden zunächst die verschiedenen Arbeitsbereiche und deren tatsächliche oder vermeintliche zentrale Rolle in der Forschung aufgelistet. Als weiteres wichtiges Politikfeld soll hier zukünftig die Umweltpolitik stärker fokussiert werden.

„Ergänzend wird vorgeschlagen, die Expertise in (1) Globalisierung, (2) Regionalforschung und (3) politischer Theorie durch eine weitere thematische Profilierung in (einem) zentralen Politikfeld(ern) auszuschöpfen. Hierzu bietet sich das Politikfeld Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung beispielhaft an, auf die insbesondere die regionale Expertise (etwa Vorderer Orient, Lateinamerika, kaspische Region) bezogen und Forschungssynergien entwickelt werden können.“ (Positionspapier des OSI)

Da die Lücke im Bereich „Politisches System der BRD“ momentan besonders eklatant zu sein scheint, soll diese Stelle zuerst ausgeschrieben werden und dafür die Neuausschreibung der Stelle „Politische Theorie und Ideengeschichte“ zurückgestellt werden. Die „Politische Theorie“ soll bis dahin durch Jun.-Prof. Ladwig und durch Lehraufträge ausgefüllt werden. Das studentische Papier verzichtet auf diese zeitliche Differenzierung, offensichtlich will man hier beide Stelle nicht nacheinander sondern wenn möglich parallel besetzen.

Während das studentische Papier eine eigene Gender-Professur fordert, ist im „offiziellen“ OSI-Vorschlag nur die Rede davon die Stelle „Rechtliche Grundlagen der Politik, Gender und Diversity“ zu erhalten. Dafür verweist das OSI-Papier auf die Notwendigkeit des Abbaus von Desideraten in der Afrikaforschung, die im studentischen Papier nicht explizit genannt wird.

Beide Papiere fordern einen Ausbau der Lehre, während die studentische Seite Lecturer-Stellen kategorisch ablehnt (mit dem Hinweis auf die damit einhergehende Verschulung) können sich die Dozierenden die Beteiligung des OSI am Lecturer-Programm durchaus vorstellen, wenn eine „Zweiklassenstruktur“ vermieden wird. Das offizielle Papier geht zudem auf das Problem der Kapazitätsverordnung ein, ein wichtiger Punkt, der im studentischen Papier leider nicht angeschnitten wird. Im OSI-Papier heißt es:

„Um dies zu vermeiden, muss die Kapazitätsverordnung geändert werden. Solange dies nicht politisch durchgesetzt ist, müssen die Wirkungen der Kapazitätsverordnung abgemildert werden: durch Vorhalten von Lehrkräften zum Krisenmanagement bei Überfüllung (Lehrbeauftragtenpool), durch wissenschaftliche Tutorien (von Promotion Stipendiaten und Promovierenden), ggf. durch Beteiligung des Otto-Suhr-Instituts am Lecturer-Programm, wenn eine Zweiklassenstruktur vermieden wird; Die Lehrplankoordination muss weiter optimiert werden: durch den Einsatz dazu qualifizierter Kräfte“ (Positionspapier des OSI)

Beiden Fraktionen stimmen an verschiedenen Punkten darin überein, dass zeitlich befristete Stellen entfristet werden sollten.

Das „offizielle“ OSI-Papier ist natürlich wesentlich ausführlicher als der studentische Diskussionsentwurf, dafür enthält letzterer einige wichtige Punkte, die beim OSI-Papier außen vorgeblieben sind, etwa dass die Arbeit von Institutsverwaltung und Institutsgremien transparenter gestaltet werden sollte.

Obwohl keines der beiden Papiere verbindlich ist, es hier lediglich um Diskussionsansätze geht, ist die Lektüre doch empfehlenswert. Der/die LeserIn bekommt einen guten Überblick, wo das OSI zur Zeit steht, wo es sich hinbewegen könnte, wo es seine Stärken hat und wo Defizite festzustellen sind.

DLFC veröffentlicht Protokoll seines „Strategy Congress“

November 8, 2007

Der „Dieter Lenzen Fanclub“ (DLFC) hat das Protokoll seines 5. „Strategy Congress“ veröffentlicht. Dort heißt es unter anderem:

„Unter dem Motto ‚We are so high‘ sollte der 5. ‚Strategy Congress‘ klarmachen, dass ohne die bisherige Arbeit des Fanclubs der Titel Elite-Uni nicht möglich gewesen wäre.

(…) Auch offenbar aus Mittel- bis Unterschicht-Elternhäusern stammende Studierende und deren Sippen waren hinderlich für den reibungslosen Ablauf der Choreographie. Die Reaktionen waren oft einfältig, in an den Fanclubs versendeten Emails und einschlägigen Internetforen zeigte sich, dass die dumpfe Masse erst noch an elitäre Normen und Transavantgarde herangeführt werden muss.

Besonders verfehlt ist die Nachlese der Immatrikulationsfeier in der ‚Liberalen Hochschulgruppe‘ verlaufen. Das dortige Forum ist ein Beispiel dessen, was der Dieter-Lenzen-Fanclub in gemeinsamer Anstrengung mit dem König selbst abschaffen wird.

Somit ist das Verhältnis zur Masse klar: Einige politische Gruppierungen werden durch gezielte Maluspunktevergabe exmatrikuliert werden müssen (inklusive Exmatrikulationsfeier – der Fanclub wird zugegen sein), und langfristig sollten auch alle BA-Studiengänge abgeschafft werden. Die FU muss eine MA- und Promotion-Uni werden!“ („Protokoll des 5. ‚Strategy Congress‘ des DLFC“)

Kontroverse um das „Freiheitsdenkmal“

November 7, 2007

Wie angekündigt gab es gestern eine Podiumsdiskussion zum unstrittenen „Freiheitsdenkmal“. Wie nicht anders zu erwarten, blieb FU-Präsident Lenzen der Veranstaltung trotz mehrfacher Einladung mal wieder fern und schickte auch keineN VertreterIn.

Dennoch kam es zu einer kontroversen Diskussion besonders zwischen Ralf Hoffroge (FSI Geschichte) und Prof. Wippermann auf der einen und einem Angehörigen eines Ermordeten auf der anderen Seite. Hierbei ging es um die Frage, ob die Ermordeten der „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ (KgU) bzw. dem „Narodno Trudowoi Sojus“ („Völkischer Arbeiterrat“) angehörten (bzw. nahestanden) oder nicht:

„Nach den Eingangsvorträgen gab Moderatorin Kerstin Bischl das Wort ans Publikum, hier kam es dann teilweise zu heftigen Kontroversen zwischen Herrn Utecht, dem Bruder eines der ermordeten Studenten und den Podiumsgästen. Insbesondere über Vorwürfe bezüglich ’schlampiger Recherchen‘ und ungesicherter Quellen bis hin zu angeblich verwendeten ‚Stasi-Informationen‘ gab es heftigem Streit. Sowohl der AStA-Vertreter als auch Professor Wippermann wiesen die Vorwürfe zurück und betonten, sie stützten sich nur auf offizielle Angaben und Ausstellungstexte des Präsidiums. Diese haben die ‚Kampfgruppe‘, den ‚Völkischen Arbeiterrat‘ und auch die West-Geheimdienste klar und eindeutig als Partner der Studenten benannt.

Die weitere Forderung von Herrn Utecht, die ermordeten zehn Studenten in ihrer Biographie ernst zu nehmen, stieß hingegen auf klare Zustimmung beim Podium. Martin Schönfeld betonte: gerade weil man sie Ernst nehmen wolle, müsse man fragen ob dieses für einen ganz anderen Zusammenhang entworfene Denkmal eine sinnvolle Geste oder nicht eine Instrumentalisierung sei.“ („Kontroverse um ‚Denkmal'“, AStA FU Nachrichten, 07.11.07)

Ebenfalls anwesend war Martin Schönfeld vom „Büro für Kunst im öffentlichen Raum“, der die merkwürdige Entstehungsgeschichte des „Freiheitsdenkmals“ darlegte:

„Schönfeld bestätigte noch einmal, dass die Skulptur keineswegs als Denkmal entstanden ist. Vielmehr sei sie vom Bankhaus Oppenheim für den südlichen Vorplatz des neuen Hauptbahnhofes in Auftrag gegeben worden. Eine Aufstellung dort sei jedoch an der zuständigen Senatskommission gescheitert, die ihr Veto eingelegt habe. Die Kommission, in der er auch mitarbeitete, habe stattdessen verschiedene Brachen und Grünflächen am Stadtrand als Aufstellungsort empfohlen. Insbesondere diese Enthüllung löste im Publikum einiges an Heiterkeit aus. Nur weil die Gegenvorschläge als Repräsentationsorte für das Bankhaus nicht attraktiv erschienen, sei die Skulptur quasi als ‚drop-art‘ an die FU gekommen. Man solle sie daher als Kunstwerk in der Tradition des Post-Kubismus nehmen, ein Denkmal sei das Werk jedoch keinesfalls.“ („Kontroverse um ‚Denkmal'“, AStA FU Nachrichten, 07.11.07)

Schönfeld regte ferner an, die FU-Studierenden sollten mit Zettelaktionen rund um das „Denkmal“, sowie mit Diskussionen und anderen Aktionen eigene Inhalte und eine eigene Erinnerungskultur aufbauen. Diesem Vorschlag schloß sich Ralf Hoffrogge im Namen des AStA an (ebd.).

Vermutlich dürfte es allerdings nicht bei „Zettelaktionen“ und „Diskussionen“ bleiben, das wäre „FU-untypisch“. Die Prognose von FUwatch lautet: Das „Freiheitsdenkmal“ wird von AktivistInnen in naher Zukunft entweder bemalt, zerstört oder komplett entwendet (je nach Organisationsgrad der AktivistInnen).

Lenzen und das Second-Hand-Denkmal

November 6, 2007

Am heutigen Dienstag (06.11.) findet um 18 Uhr im Henry-Ford-Bau Hörsaal D, eine Podiumsdiskussion mit dem Titel „Die Freiheit, die ich meine?“ statt.

Thema ist das umstrittene neue „Freiheitsdenkmal“ an der FU. Dieses widmete FU-Präsident Lenzen am 06.09.07 zehn FU-Studierenden, die Anfang der 50er Jahre in der Sowjetunion ermordet wurden. Die Namen der Getöteten tauchen jedoch am Denkmal nicht auf, sondern nur der Name des Sponsors, das „Bankhaus Oppenheimer“.

Zunächst konzentrierte sich die studentische Kritik nur auf diesen Umstand, dann wurde jedoch bekannt, dass einige der zehn ermordeten Studierenden Mitglieder bzw. Sympathisanten der rechten „Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit“ gewesen sind, der in der DDR Sabotageakte bis hin zu Sprengstoffattentaten zur Last gelegt wurden („Freiheitskämpfer oder Terroristen? Ein ‚Denkmal‘ wirft Fragen auf“, FSI Geschichte Blog, 28.10.07).

Wem gilt also nun eigentlich das „Denkmal“? Freiheitskämpfern, Terroristen, oder gar dem Bankhaus Oppenheimer? Um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten lädt die FSI Geschichte heute zu besagter Podiumsdiskussion ein. Es diskutieren Prof. Dr. Wolfgang Wippermann, Ralf Hoffrogge (FSI Geschichte, AStA FU) und FU-Präsident Prof. Dr. Dieter Lenzen – so er denn erscheint, eingeladen wurde er zumindest.

Lenzens Präsenz wäre wünschenswert, da er das Denkmal de facto im Alleingang durchgesetzt hat, nicht einmal die „Professorenschaft“ soll vorab informiert gewesen sein („Großer Ärger in Bronze“, taz, 05.11.07). Ein weiteres pikantes Detail: Aus der Berliner Kunstszene heraus wurde „aufgedeckt“, dass die FU nur Zweitverwerter für die Skulptur ist, diese sollte ursprünglich in der Stadtmitte platziert werden, man fand jedoch keinen passenden Platz (ebd.).