Archive for Januar 2007

High Noon mit Dr. Apostolopoulos

Januar 31, 2007

Im Rahmen des Seminars „E-Learning – aktuelle Konzepte, Modelle und Evaluationen“ beantwortet der Leiter des CeDiS, Dr. Nicolas Apostolopoulos, morgen (01.02.) Fragen zum Thema „E-Learning an der FU“. Voraussichtlich wird es drei Schwerpunkte geben:

  1. Grundsätzliches zu CeDiS: Welche Aufgaben nimmt CeDiS an der FU wahr? Was für E-Learning-Angebote gibt es? Könnte das die ZEDAT nicht genauso gut erledigen?
  2. Blackboard: Braucht die FU wirklich ein einheitliches Learning Management System wie Blackboard? Was haben die Features die von Studierenden und Dozierenden zur Zeit hauptsächlich genutzt werden (Informations- und Dateienaustausch) überhaupt mit E-Learning zu tun? Warum hat man sich für das proprietäre Blackboard und gegen OpenSource-Alternativen wie ILIAS oder Moodle entschieden?
  3. Studierendenportal: Ist es datenschutztechnisch nicht bedenklich bisher autonome Systeme (OPAC, Blackboard, etc.) jetzt alle unter dem Hut von ZEDAT-Accounts vereinen zu wollen? Inwiefern existiert bei der Mehrheit der FU-Studierenden wirklich ein Bedarf nach so genannten Web-2.0-Features wie Blogs, Wikis oder einem „Campus Location Finder“? Werden hier die Ergebnisse der Umfrage tatsächlich maßgeblichen Einfluss haben, was am Ende ins Studierendenportal implementiert wird?

Die Veranstaltung findet im OEI, Raum 302b von 12-14 Uhr statt. Eine ausführlichere Version der Fragevorschläge findet sich im Seminar-Wiki. JedeR ist eingeladen, weitere Vorschläge zu ergänzen.

Update 03.02.07

Die finale Version des Fragenkatalogs kann hier heruntergeladen werden, ein Protokoll der Diskussionsrunde gibt es hier.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

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Vollversammlung morgen

Januar 30, 2007

Am morgigen Mittwoch (31.01.) findet um 16 Uhr eine Vollversammlung im Raum KL 32/123 der Silberlaube statt. Die geplanten Themen sind:

  • Studiengebühren/Studienkonten in Berlin
  • Zugang zum Masterstudium
  • Exzellenzinitiative
  • „Unfreies Studieren an der FU“: ABV, Anwesenheitszwang, Verkauf von Institutsgebäuden

Im Anschluss gibt es noch zwei Filme zu sehen, einmal den Streikfilm von 2003 (den Trailer gibt es auch im AStA-Blog) und dann „Kick it like Frankreich“.

Blackboard-Zugriff ab jetzt über ZEDAT-Accounts

Januar 29, 2007

Andreas machte mich darauf aufmerksam, dass die Fusionierung von Blackboard-Accounts mit ZEDAT-Accounts bereits läuft. Wie berichtet, sollen im Zuge der Schaffung eines Studierendenportals verschiedene Systeme zusammengelegt werden. So soll man sich neben Blackboard zukünftig auch in den OPAC mit seinem ZEDAT-Account einloggen können. Doch im Moment geht es erst mal nur um Blackboard. In einem Announcement an die Blackboard-Nutzer heißt es:

„Sehr geehrte Benutzer der Lernplattform Blackboard, im Rahmen der weiteren Integration der Lernplattform in die IT Landschaft der Freien Universität Berlin haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre ZEDAT-Zugangsdaten für Ihren Blackboard Account zu übernehmen. Damit vereinheitlicht sich für Sie der Zugang zu den IT-Diensten der Freien Universität Berlin. Änderungen des Passwortes können Sie dann direkt im Portal der ZEDAT für alle Anwendungen einheitlich vornehmen. Für Sie ergeben sich in keinem Fall Einschränkungen Ihrer Arbeit in der Lernplattform. Alle Ihre Daten in der Lernplattform (Kursanmeldungen, Forenbeiträge, Testergebnisse etc.) bleiben erhalten und Ihnen zugeordnet. Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit umgehend Gebrauch. Dies ermöglicht es der Freien Universität Berlin, Ihnen in Zukunft weitere Dienste anzubieten.“

Noch geht es also nicht um eine „Zwangsfusion“, der Nutzer kann noch wählen, ob er sich zukünftig mit seinen ZEDAT-Daten auch bei Blackboard einloggen will oder nicht. Ab dem Wintersemester 07/08 hat man dann jedoch grundsätzlich nur noch mit der ZEDAT-Kennung Zugriff auf Blackboard (CeDiS-Ankündigung, 24.01.07).

Diese Zusammenlegung hat sowohl Vor- und Nachteile. Der zentrale Vorteil eines Studierendenportals ist natürlich, dass man zukünftig nur ein Benutzerkonto hat, nämlich das der ZEDAT. Bequem hat man nun Zugriff auf OPAC, Blackboard, Campus Management, Mailbox, etc.

Nicht wenige Studierende haben hier jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Immerhin bedeutet eine solche Fusion auch, dass bisher autonome Subsysteme mit eigenen Datenbanken zusammengelegt werden. Das Missbrauchspotential steigt also. Denn wenn es nur noch „eine große Datenbank“ gibt (die der ZEDAT), dann hat jemand der Zugriff auf diese Datenbank hat jetzt auch Zugriff auf Informationen, die bisher in anderen Datenbanken unabhängig voneinander hinterlegt waren. Entscheident sind hier zwei Faktoren:

  • Das interne Rechtemanagement: Um „internen Datenschutz“ sicherzustellen, Bedarf es eines ausgeklügelten Rechtemanagements. Die Gefahr besteht hier, dass Person A allein deshalb auf Information B Zugriff erhält, weil dies jetzt mit nur einer gemeinsamen Datenbank technisch wesentlich leichter zu bewerkstelligen ist. Die FU Leitung verwahrt sich dagegen natürlich und nimmt für sich in Anspruch, dass eben genau das nicht eintreten wird. Inwiefern man der FU-Leitung hier trauen kann, ist in der Studentenschaft umstritten (vgl. z.B. Gutzmann, David: „Stop_Control“ in: Out of Dahlem, Nr. 6, Winter 06/07, S. 25).
  • Der Schutz nach außen: Datenschutz muss es natürlich auch nach „außen“ geben, d.h., es muss sichergestellt werden, dass Dritte, nicht FU-Angehörige, keinen Zugriff auf das System erlangen können. Nur falls es ihnen eben dennoch gelingen sollte, haben sie bei nur einem gemeinsamen System natürlich einen weitergehenden Zugriff auf Informationen, als bei mehreren kleinen voneinander unabhängigen Systemen.

Weitere offizielle Informationen von CeDiS zur Accountumstellung findet man hier, eine Beispiel-Anleitung mit Screenshots hier.

Update 03.02.07

An der Uni Potsdam ist man was die Zusammenlegung von Accounts angeht etwas schneller, dort kann man sich bereits seit diesem Semester nur noch mit dem zentralen Universitäts-Account (PULS) im Blackboard-System anmelden.

Update 04.02.07

Von Seiten der ZEDAT betont man, dass es nicht zu einer Zusammenlegung der Datenbanken kommen wird. Jedes System behält seine eigene Datenbank. Doch natürlich ist das dann nur eine „Teilautonomie“ weil der Zugang zu allen Datenbanken über denselben Zentralaccount (ZEDAT-Account) erfolgt. Mehr dazu hier.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

5. Symposium des Master-Forum Berlin

Januar 25, 2007

Das Master-Forum Berlin (mfb) lädt morgen (26.01.) wie jedes Semester zu einem Symposium ein, bei dem HU- und FU-AbsolventInnen ihre geistes- und sozialwissenschaftlichen Abschlussarbeiten vorstellen. Anschließend gibt es einen Workshop zum „Schreiben einer Abschlussarbeit“.

Veranstaltungsort sind die Räume 1.402 und 1.404 im HU Seminargebäude am Hegelplatz (Dorotheenstr. 24). Es werden folgende Arbeiten aus den Bereichen Politikwissenschaft und Geschichtswissenschaft von jeweils 14 bis 16 Uhr vorgestellt:

  • Till Weber: „Politische Repräsentation in Europa. Mobilisierungszyklen und die Logik von Nebenwahlen“, Raum 1.402
  • Tobias M. Wilke: „Strategic Culture and national security policy in the European Union. Linking the past to contemporary German strategic choice“, Raum 1.402
  • Martin Raasch: „Das Projekt der deutschösterreichischen Zollunion (1931) und dessen Folgen für das deutsch-französische Verhältnis – ein Methodenexperiment –“, Raum 1.404
  • Sebastian Feldmeier: „Chile in Politik und Gesellschaft der DDR. Diplomatie und Solidarität 1970–1975“, Raum 1.404

Anschließend gibt es von 16 bis 18 Uhr einen Workshop zum Schreiben der Abschlussarbeit im Bereich Politikwissenschaft in 1.402 und einen im Bereich Geschichtswissenschaft in 1.404. Für die Teilnahme an einem der beiden Workshops muss man sich anmelden, zu den vorhergehenden Vorteägen kann man einfach so kommen. JedeR Interessierte ist eingeladen.

Den Veranstaltungsflyer gibt es hier, das Konzept der Veranstaltung hier.

Gerd Scherm an der FU

Januar 24, 2007

Im Rahmen des Seminars „Soziologie des Internets: Soziale und politische Implikationen der drei abrahamitischen Religionen“ wird der bekannte Schriftsteller Gerd Scherm morgen (25.01.) einen Gastvortrag zum Thema „Das Dilemma der Schriftreligionen“ halten.

Die Veranstaltung findet im OEI, Raum 121 von 10 bis 12 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Achim Steiner an der FU

Januar 23, 2007

Der Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Achim Steiner, wird morgen (24.01.) auf Einladung der Forschungsstelle für Umweltpolitik (FFU) einen Gastvortrag zum Thema „Der Globale Umweltzustand“ (A General Assessment of the Global State of the Environment) halten. Inhaltlich geht es um folgende Punkte:

  • „Front-runners of European Environmental Policy
  • Perspectives and wishes for German and EU Environmental Policy
  • UNEP’s role in evaluating national environmental policy
  • How can sustainable development be (further) initiated in developing countries?
  • How can UNEP, EU and Germany further such a development?
  • Moderation of intergovernmental negotiations: How can the UNEP Executive Director contribute to the negotiations‘ success?
  • Change of perspective through a change of gency – which challenges does Mr. Steiner face as a person?
  • a personal outlook“

Die Veranstaltung findet im großen Hörsaal der Informatiker in der Takustr. 9 von 14:30 bis 16:30 Uhr statt. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Sieg für die Rudi-Dutschke-Straße

Januar 22, 2007

Dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zufolge votierten gestern 57,1% der WählerInnen gegen eine Rücknahme der Umbenennung, 42,9% dafür. Damit ist der Bürgerentscheid gescheitert, es bleibt bei der von der BVV beschlossenen Umbenennung des Ostteils der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße. Mit einer Wahlbeteiligung von 16,8% wurde das notwendige Quorum von 15% knapp überschritten.

Alles was der Umsetzung der Umbenennung jetzt noch im Weg steht, ist das ausstehende Urteil des Oberverwaltungsgericht, denn einige AnwohnerInnen und die Axel Springer AG haben gegen die Umbenennung geklagt.

Das Wort zum Sonntag

Januar 21, 2007

Der arme Rudi, das hat er nun wirklich nicht verdient. Nachdem die taz beschlossen hat, sich für die Umbenennung der Kochstraße in Rudi-Dutschke-Straße einzusetzen, hat er nun neben der CDU und der Springer Presse auch noch die Antideutschen von der Redaktion Bahamas an den Hacken.

Dort versucht man Rudi mit Bernd Rabehl in eine Schublade zu stecken, nur weil der in seinem Wahn Dutschke zum Nationalrevolutionär erklärt hat. Zwar betont die Bahahams in ihrem Aufruf, wer am heutigen Wahltag mit „Ja“ stimme (also gegen die Rudi-Dutschke-Straße), der stimme nicht für die CDU, sondern gegen die „Ströbele-Deutschen“ – letztlich liefe ein Sieg der Umbenennungsgegner aber natürlich auf einen Strike für die CDU hinaus.

Rekapitulieren wir kurz. Der Berliner CDU-Landesverband befindet sich in einem desaströsen Zustand (er ist vermutlich der schwächste in der ganzen Republik) und in der BVV von Friedrichshain-Kreuzberg – die die Umbenennung mit klarer Mehrheit beschlossen hat – stellen die Christdemokraten sogar nur eine winzige Splittergruppe (siehe Sitzverteilung). Doch diese hat es immerhin geschafft ihre 5.000 Unterschriften zusammenzubekommen und damit die Hürde zum Bürgerentscheid genommen. Nun sind alle EinwohnerInnen des Bezirks aufgerufen heute darüber abzustimmen, ob die von der BVV beschlossene Umbenennung durchgeführt wird oder der alte Name beibehalten wird.

Die Ausgangslage der CDU ist schwierig, denn viel mehr Anhänger als diese 5.000 wird sie kaum zur „Ja“-Stimme bewegen können. Umso größer wäre aber natürlich der Erfolg, wenn sie sich trotzdem durchsetzen würde. Es wäre nicht nur für den stark linksalternativ dominierten Bezirk eine unglaubliche Schmach, sondern für jeden in Berlin der sich als links versteht. Insbesondere die in Xberg und Fhain stark vertretenen linken Studierenden müssten sich dann die Frage stellen, wie sie es eigentlich schaffen wollen größere Aufgaben wie etwa die Verhinderung der Einführung von Studiengebühren rhetorisch und organisatorisch zu bewältigen, wenn sie es nicht mal schaffen reaktionären Elementen vor der eigenen Tür Einhalt zu gebieten.

Rudi Dutschke hat als zentrale Ikone der 68er-Bewegung genug bewegt, dass man ihm eine eigene Straße zugestehen kann. Vielleicht wäre eine andere Straße besser geeignet und ja, natürlich nervt die Verklärung von Dutschkes Person durch die taz. Aber inzwischen, nach mehr als zwei Jahren Dauerkampf um die Unbennung, geht es doch längst um mehr als nur um die Frage, ob der östliche Teil der Kochstraße demnächst Rudi-Dutschke-Straße heißt oder nicht.

In Zeiten in denen konservative Autoren den Werteverfall proklamieren und daraus die Notwendigkeit einer neuen bürgerlichen Gesellschaft ableiten, in Zeiten in denen intellektuelle Hinterbänkler in Joachim Fests postumen Windschatten mit absurden Vorwürfen im Cicero versuchen Habermas zu demontieren (als gäbe es gegen Habermas nichts besseres einzuwenden als „Vielleicht eventuell hat er damals diesen Zettel aufgefressen“), usw. usf., wäre es doch ein veheerendes Signal, wenn es jetzt sogar schon einer konservativen Minderheit gelingt eine linke Trutzburg wie Kreuzberg in die Knie zu zwingen.

Es mag sein, dass es AnwohnerInnen und Axel Springer AG später noch gelingt, die Umbenennung juristisch zu unterbinden. Nur dann wird man wenigstens festhalten können, dass sie es politisch nicht konnten, dass ihre Position in Friedrichshain-Kreuzberg nicht mehrheitsfähig war.

Also, liebe Kreuzberger KommilitonInnen, müht euch doch heute rechtzeitig aus dem Bett und wählt mit „Nein“ für die Rudi-Dutschke-Straße. Selbst die Kaltschnäuzigsten unter euch können doch nicht ernsthaft wollen, dass diese Melange aus antideutschen Sektiereren, Christdemokraten und Springer Presse heute einen Sieg davon trägt.

Die Hälfte der OSI-Studierenden ist unzufrieden mit dem SAP Campus Management

Januar 20, 2007

Die OSI-Zeitung veröffentlichte in ihrer letzten Ausgabe auch die Ergebnisse einer Umfrage am OSI aus dem Sommersemester 2006. Neben der Frage nach der Qualität der Lehre und dem neuen Bachelor-Studiengang ging es in dieser Umfrage unter anderem auch um die Zufriedenheit der OSIaner mit dem neuen Campus Management System.


Quelle: OSI-Zeitung, 2. Ausgabe, Dezember 2006, S. 7

Demnach beurteilen 27,5% der Befragten das System als „schlecht“ und weitere 22,6% sogar als „sehr schlecht“. Was zusammen immerhin die Hälfte ausmacht. Demgegenüber befanden aber auch 29,7% das System als „gut“, weitere 8,7% sogar als „sehr gut“. Es bleiben 11,5%, die keine Einschätzung zum System abgeben wollten oder konnten.

Interessantes offenbart sich, wenn man die Antworten nach Studiengängen schlüsselt:

„Von den Diplomstudierenden beurteilt ein Drittel der Befragten CM positiv. Zwei Drittel halten das System für schlecht. Bei den Studierenden der Bachelorstudiengänge halten hingegen fast 60% Prozent CM für gut, nur 40% haben eine negative Einstellung zu der Verwaltungssoftware.“ (OSI-Zeitung, 2. Ausgabe, Dezember 2006, S. 7)

Die Bachelor-Studierenden sind demnach also deutlich zufriedener mit dem System als die Diplom-Studierenden, die es mehrheitlich negativ beurteilen. Die Redakteure der OZ nennen als denkbare Ursache für diesen Unterschied in der Wahrnehmung des Systems den unterschiedlichen Aufbau der beiden Studiengänge (bis auf die vier identischen ersten Semester). Und aufgrund dieser unterschiedlichen Konzeption würden jeweils eher die Vor- bzw. Nachteile des Campus Managements wahrgenommen. Als zweite mögliche Ursache wird genannt, dass das System vielleicht einfach eher auf die Struktur des Bachelorstudiengang zugeschnitten ist und daher von den Betroffenen positiver beurteilt wird.

Ja, das wäre denkbar. Vielleicht hat es aber auch etwas damit zu tun, dass der Diplom-Studiengang noch stärker von Studierenden „alten Schlags“ dominiert wird. Die Bachelor-Studierenden kennen es hingegen nicht anders, sie wurden de facto in einen verschulten Studiengang „hineingeboren“, in dessen Kontext dann natürlich auch das Campus Management ganz prima passt.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Der Orkan kommt! Der Orkan kommt! Lauf, solange du noch kannst!

Januar 19, 2007

Ich schmökere gerade etwas in der frischen Ausgabe des „Neuen Dahlem“ (dazu ein ander mal mehr) vor dem Hörsaal A im OEI um mir die Zeit zwischen zwei Seminaren zu vertreiben, als der Hausmeister die fahrbare Pinnwand (und „Wand“ kann man hier wortwörtlich nehmen) aus dem Hörsaal schiebt (wo immer das gute Teil auch hin sollte) und dabei auf eine aufgeregte Frau trifft (ich nehme an es war eine Dozentin), die er offenbar kennt und die ihn fragt, was er denn da treibe, es sei doch jetzt ohnehin alles dicht an die Uni.

Wie, dicht?

Die Bibliothek habe ihre MitarbeiterInnen wegen der Sturmwarnung schon nach Hause geschickt und sei zu, sie selbst sei auch nur noch wegen einer dringend zu erledigen Sache hier, würde dann aber gleich verschwinden und empfehle ihm (dem Hausmeister) dasgleiche. Nicht, dass man am Ende in der Universität übernachten müsse!

Was, die Uni wird dichtgemacht und ich sitze hier noch rum? Während der Hausmeister im OEI-Pförtner-„Kasten“ hektisch versucht telefonisch zu klären, was konkret der Sachstand ist, sehe ich mal nach, ob schon jemand im Internet-Seminarraum ist, doch die Tür zum PC-Pool ist zu und niemand öffnet. Wurde der Lehrbetrieb also tatsächlich wegen der Sturmwarnungen eingestellt? In Situationen wie diesen wünschte ich mir, das „Campus Messaging“-System wäre schon in Betrieb, falls es zu einer offiziellen Einstellung des Lehrbetriebs kommt, würde man darüber dann einfach via SMS aufgeklärt. Doch noch ist das Zukunftsmusik.

Auf dem Weg nach draußen schnappe ich Gesprächsfetzen auf, ein Kommilitone stöhnt, dass er gerade erst gekommen wäre und nun gleich wieder gehen könne. Ein weiteres Indiz dafür, dass an dem Gerücht, alle weiteren Lehrveranstaltungen würden an diesem Nachmittag wegen der Orkanwarnung ausfallen etwas dran sein könnte. Ich entschließe mich zu gehen, denn Pardon, ich möchte wenn die Apokalypse über uns alle hereinbricht meine letzten Stunden wenigstens in den eigenen vier Wänden verbringen und nicht in der Uni. Tatsächlich scheint wohl wirklich mindestens die halbe FU dicht gemacht worden zu sein, sogar die Wahllokale wurden geschlossen.

Vor der Bushaltestelle am U-Bhf. Dahlem Dorf bildet sich eine riesige Traube von KommilitonInnen und der Bus kommt nicht – hat jetzt etwa sogar die BVG ihren Dienst eingestellt? Doch nein, es ist nur die alltägliche Unfähigkeit der BVG ihre Busse pünktlich fahren zu lassen. Am Ende kommen dann drei Busse kurz hintereinander. Zu hause angekommen, verfolge ich gespannt auf n-tv und N24 wie Tod und Verderben über Deutschland hereinbrechen.

Doch vor der eigenen Tür passiert nicht viel, erst gegen Abend scheint es in Berlin etwas lauter zu werden. Da wäre eigentlich noch Zeit genug gewesen, an der Uni die ein oder andere Lehrveranstaltung stattfinden zu lassen. Doch in den Nachrichten klang es die ganze Zeit so, als stünde der Tag des jüngsten Gerichts vor der Tür. Irgendwie hätte man es natürlich ahnen können, je panischer die Meldungen und je hysterischer die Reaktionen, desto unwahrscheinlicher dass es am Ende wirklich zum großen Knall kommt. Verdammt, mal wieder auf den allgemeinen Alarmismus hereingefallen…

Tarnlisten, Gogo-Tänzerinnen und das A-Team

Januar 18, 2007

Wie die taz in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, scheint sich an der FU kein „Rechtsruck“ wie unlängst an der TU abzuzeichnen. Gut, das kann niemand wirklich überraschen. Und auch die Tarnlisten sind beileibe kein neues Phänomen, was die taz aber natürlich nicht hindert sich der Problematik anzunehmen:

„… Auf einen politischen Umschwung deutet das aber nicht hin, sagt Janina Alfen, Vorsitzende des studentischen Wahlvorstands. ‚Die FU ist und bleibt links. Die Konservativen kriegen hier keinen Fuß auf den Boden.‘ Der RCDS sei bedeutungslos. Sorgen machen dem Wahlvorstand aber Tarnlisten. Hinter vermeintlich sachorientierten Initiativen steckten in Wahrheit Burschenschaftler und CDU-Mitglieder, sagt Annette Heppel. Sie würden ihre wahren Absichten verschleiern, um an die Stimmen uninformierter Wähler zu kommen.“ (taz, 18.01.07)

Im Prinzip bräuchte man in den Berliner Zeitungsredaktionen einfach nur den Artikel vom Vorjahr rauskramen und wiederveröffentlichen, merkt ohnehin keiner, weil das Prozedere ja immer das gleiche ist. Erwähnung findet diesmal allerdings auch der Blog der „Initiative mündige Wähler/innen“ (freilich ohne dass es die taz mal schafft, die URL mit abzudrucken), auf dem es dieses Jahr allerdings deutlich weniger zu lesen gibt, als im letzten.

Nur einen Eintrag hat die Initiative zur Wahl gepostet und darin findet neben dem RCDS auch eine Gruppe Erwähnung, die sich „jur.a“ nennt und nach Angaben der Initiative sogar einen eigenen Wahlwerbespot produziert hat.

In dem Spot werden die jüngsten Skandale am FB Rechtswissenschaften aufgezählt wie z.B. „Das erste mal seit 20 Jahren keine Fachbereichsparty!“ oder „Keine regelmässigen Sportveranstaltungen!“. Offenbar scheint es der FU-Juristerei ja noch verhältnismäßig gut zu gehen, wenn sie sich mit solchen Pseudo-Problemen rumschlägt. Diese müssen natürlich gelöst werden. Es folgt weiter die Inszenierung einer Party-und-Proll-Kultur mit „Stammtisch“, „Lounge“, „Weihnachtsmarkt-Bummel“ und Gogo-Tänzerinnen auf einer FB-Party (so suggeriert es zumindest das Video). In einem zweiten Spot spielt die jur.a Gruppe dann ein bisschen A-Team.

In Sachen Mediennutzung können sich asta-tragende Listen, FSR-Gegnerschaft, Initiative mündige Wähler/innen, etc. eine Scheibe von der jur.a Gruppe abschneiden. Auch wenn hier inhaltlich natürlich fraglich, erscheint die Erstellung eines kleinen Wahlwerbespots den man dann bei YouTube reinstellt grundsätzlich zeitgemäß. Zumindest von der PARTEI als Tarnliste ganz anderer Art, hätte man erwarten können, dass sie ein unterhaltsames Satire-Video produziert.

Zweite Ausgabe der OSI-Zeitung jetzt online

Januar 17, 2007

Marcel von der OZ-Redaktion hat mir dankenswerterweise eine pdf-Version der zweiten Ausgabe der OSI-Zeitung zukommen lassen. Mit schlappen 3.9 MB ist sie deutlich größer als die erste Ausgabe und damit auch nicht ins OSI Wiki zu laden (dort beträgt das Upload-Limit für eine Datei 1 MB). Macht aber nichts, denn ihr bekommt sie ja hier (komprimiert auf 2.8 MB, Traffic limit 4 MB/h).

Update 21:25 Uhr

Nachdem es Probleme mit dem Server gab, sind beide OZ Ausgaben jetzt unter sites.google.com/site/osizeitung zu finden.

Zweite Ausgabe der OSI-Zeitung gelungen

Januar 16, 2007

Nachdem die erste Ausgabe der OSI-Zeitung etwas zahnlos daher kam, bringt die bereits im Dezember erschienene zweite Ausgabe deutlich mehr Biss mit.

Eigentlich sollte hier auch schon früher eine Kritik erscheinen, nur ließ sich einfach nie eine Ausgabe am OSI auftreiben. Und während die erste Ausgabe auf einem informellen Weg immerhin noch als pdf-Datei ins Netz gestellt wurde, gibt es von der zweiten Ausgabe gar keine Online-Version. Was auch der erste Kritikpunkt wäre: Auch mit der zweiten Ausgabe hat es die Redaktion nicht geschafft, eine Online-Präsenz ins Netz zu stellen. Dabei wäre es ungleich bequemer die Artikel online lesen zu können.

Der erste Artikel der einen im Inhaltsverzeichnis anspringt, ist der von Gerrit über die Kritik(un)fähigkeit der Linken. Natürlich bringt die Geschichte über die beiden FSIler „Anna“ und „Arthur“ erstmal keinen neuen Erkenntnisgewinn, das paradoxe Verhaltensmuster der äußersten Linken Herrschaftskritik üben zu wollen und dabei selbst „Herrschaft im Dialog“ auszuüben, ist bekannt. Und ob neben „Arroganz“ auch „Angst“ ein Schlüsselbegriff ist, ist natürlich diskussionswürdig („Arroganz und Wahn“ trifft es vielleicht eher).

Andererseits ist es ja die terrierhafte Bissigkeit wie sie unter anderem der FSI oft zu eigen ist, die man manchmal in den OSI-Zeitungs-Artikeln so schmerzlich vermisst. Und gerade hier liegt die Stärke von Gerrits Artikel, da er eben leistet, was in der ersten OZ Ausgabe noch an vielen Ecken fehlte: Missstände klar benennen und gegen sie anstinken, auch mal riskieren vielleicht polarisierend zu wirken. Natürlich ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, dass „Anna“, „Arthur“ und Gleichgesinnte noch mal zum Umdenken gelangen (na ja, in 30 Jahren vielleicht), dennoch sollten Aus- und Abgrenzungsmechanismen wie Gerrit sie aufgreift zur Sprache gebracht werden.

Auch im „Für und Wider“, der einen Pro FSR Artikel von Florian (LHG) und einen Contra FSR Artikel von den FSIen bringt, schneiden die FSIen nicht besonders gut ab. Der Einwand, dass der FSR mehr eine Art Alibi-Gremium ist, das de facto keinen Einfluss auf Entscheidungen am Fachbereich hat, ist ja richtig. Nur dann muss eben die Grundlage verändert werden. Überhaupt erst mal einen FSR zu haben, könnte der erste Schritt sein. Die größte Schwäche in der Argumentation der FSIen besteht darin, dass sie offenbar dem Vorwurf nichts entgegenzusetzen haben, sie sein primär nur deswegen gegen den FSR, weil dieser ihren Alleinvertretungsanspruch der Studentenschaft am FB in Frage stellen und damit letztlich zur Schwächung ihrer Position führen würde.

Ihr Demokratieverständnis beschreiben die FSIen wie folgt: „Sie [die FSIen] sind der Auffassung, dass Studierende ihre Interessen am besten selbst vertreten können und sollten. Da dies in den seltensten Fällen inidividuell realisierbar ist, organisieren sich Studierende in basisdemokratischen Initiativen. Als solche verstehen sich die FSIen am Fachbereich“ (S. 15). Und wie das dann bei den „basisdemokratischen Initiativen“ abläuft, kann man ganz gut in Gerrits oben schon erwähnten Artikel nachlesen.

In der Titelgeschichte nehmen sich Gerrit und Marcel der Exzellenzinitiative am OSI an und stellen dem Hype um die „hochfliegenden Forschungspläne“ die nüchterne Realität in der Lehre am OSI entgegen. In einem allgemeineren Artikel zur Exzellenzinitiative betonen Alina und Till wie die Geistes- und Sozialwissenschaften hinter den Naturwissenschaften zurückstecken mussten (was ja angeblich bei der zweiten Runde nicht mehr der Fall gewesen sein soll, auch das müsste man sich mal genauer ansehen). Dem Gewäsch von Bildungsministerin Schavan werden die Statements des Eliteforschers Hartmann entgegengestellt. Beide Artikel bringen das nötige Maß an Kritik mit und sind informativ.

Wie vorgeschlagen gibt es diesmal auch einen Artikel über die „Listenclowns“. Zwar handelt es sich nicht direkt um ein Interview, die Beweggründe der Akteure und der Ablauf ihrer Aktionen werden jedoch solide dokumentiert. Auch die fast schon hysterischen Reaktionen von Prof. Hesse kommen zur Sprache. In einem weiteren, kurzen Artikel zum Thema Anwesenheitslisten steht dagegen Prof. Brühl im Zentrum. Auch sie tat sich offenbar etwas schwer und bedurfte einiger „Hilfestellungen“ durch Studierende. Von solchen Artikeln, die das Auftreten und Verhalten von Dozierenden am Institut kritisch betrachten, wünscht man sich mehr.

Unfassbares offenbart die Newsübersicht hinsichtlich der neu zu besetzenden Professuren. Die Berufungsverfahren für die Professuren „Politische Ideengeschichte“, „Internationale Politische Ökonomie“ und „Unweltpolitik / Vergleichende Politiklehre“ befinden sich immer noch in der Schwebe. Auch die Wiederbesetzung der Professur „Vorderer Orient“ ist immer noch unsicher. Gut, solche Besetzungen müssen wohl überlegt sein und es ist schwierig eineN KandidatIn zu finden, der/die allen Beteiligten zusagt. Dennoch bleibt es ein Unding, dass sich diese Neubesetzungen derart lange hinauszögern. Hier könnte man in der nächsten Ausgabe mit einem etwas ausführlicheren Artikel ansetzen und versuchen detaillierter herauszufinden, was oder wer hier so bremst. Dürfte nicht ganz so einfach sein, weil man Insider-Infos braucht, aber vielleicht hat die Redaktion ja schon die nötigen Connections.

Defizite weist der Artikel über den Institutstag auf. Hier wird zwar in der Überschrift vollmundig von „Selbstkritik“ gesprochen, die dann aber im Artikel m.E. zu kurz kommt. Der Umstand, dass weniger Studierende und Dozierende als erhofft am Institutstag teilgenommen haben, wird damit begründet, dass es ein „offensichtliches Desinteresse vieler an der Institutspolitik“ gibt. Dies mag unzweifelhaft ein zentraler Faktor gewesen sein, Selbstkritik würde aber auch bedeuten, sich zu überlegen, ob es nicht auch andere Gründe gegeben haben kann. Wirkt die Struktur des Institutstags vielleicht einfach abschreckend? Ist der Leidensdruck unter Umständen gar nicht so groß wie oft unterstellt? Was kann getan werden, damit sich am nächsten Institutstag wieder mehr Studierende und Dozierende beteiligen? So etwas kann man doch einfließen lassen. Und wenn die Frage lautet, „Was brachte der Institutstag?“, dann sollte man sich z.B. nicht nur ansehen, dass die AG Lehre ein Handbuch zur Verbesserung der Lehre präsentierte, sondern auch was damit eigentlich gewonnen ist.

Insgesamt erscheint die zweite Ausgabe der OSI-Zeitung jedoch gelungener als die erste. Es finden sich deutlich mehr Artikel, die mit dem (zugegebenermaßen sehr dehnbaren) Attribut „kritisch“ gekennzeichnet werden können. Für meinen persönlichen Geschmack könnte die Schreibe zwar immer noch etwas aggressiver sein (eine Glosse findet sich in der aktuellen Ausgabe gar nicht mehr), aber es ist nachvollziehbar, dass man bei einem solchen Gemeinschaftsprojekt mit Redakteuren die ganz verschiedene politische Positionen vertreten, auf einen polemischen Tonfall in den Artikeln verzichten möchte. Einigen KommilitonInnen sind die Artikel vermutlich immer noch zu oberflächlich, zu wenig analytisch. Allerdings ist das Projekt ja wohl auch so angelegt, dass das Informative im Vordergrund stehen soll.

„KarlsRuhe stören!“

Januar 15, 2007

Wie die Liste „Aktiv gegen Studiengebühren“ (aka Liste22) in ihrem Blog berichtet, wird es anlässlich des zweiten Jahrestages der Entscheidung des BVG das Gebührenverbot aufzuheben am 26.01. eine bundesweite Demo in Karlsruhe geben.

Die Liste22 organisiert heute (Montag den 15.01.) eine Infoveranstaltung an der FU zur aktuellen Studiengebühren-Situation und zur besagten Demo im Karlsruhe. Unter anderem wird es um zu organisierende Busfahrten zu der Demo gehen. Die Veranstaltung beginnt um 14 Uhr in der Silberlaube Raum JK 27/106.

Mal abgesehen davon, dass diese plötzliche immense Aktivität der „Liste22“ vermutlich auch mit den anstehenden StuPa-Wahlen zu tun hat, erscheint eine bundesweite Aktion in Form dieser Demo in Karlsruhe sicherlich richtig, da der Anti-Gebühren-Protest republikweit immer noch viel zu stark fragmentiert ist.

„e-Learning Time“ an der FU

Januar 14, 2007

Die CeDiS lädt am Donnerstag den 25.01. zur Verleihung des zweiten FU e-Learning Preises in die Silberlaube ein (Raum L 113):

„Mit diesem Preis will das Lenkungsgremium besonders erfolgreiche e-Learning Aktivitäten auszeichnen und das Engagement der Lehrenden würdigen. Wie im Jahr 2005 wird der Förderpreis in den Kategorien ‚Didaktik‘, ‚Einsatz in der Lehre‘ und ‚Multimedia/Technik‘ verliehen und ist in jeder Kategorie mit einem Preisgeld in Höhe von 3000 Euro dotiert.“ (CeDiS)

Interessanter als die Preisverleihung selbst ist am Programm sicherlich ein Rückblick und eine Betrachtung der aktuellen Entwicklung des FUeL-Projekts an der FU (14:25 – 14:45 Uhr) sowie der Gastvortrag zum Thema „E-Learning goes social – policy becomes e-inclusive“ von Prof. Tapio Varis („Universität Tampere, Finnland, Fakultät Medienerziehung; UNESCO-Lehrstuhl für globales e-Learning“) von 16:15 bis 17:00 Uhr.

Ob man allerdings wirklich nur für eine Dreiviertelstunde bzw. zwanzig Minuten dorthin pilgern möchte, ist natürlich fraglich. Es lohnt sich sicherlich nur, wenn man ohnehin gerade in der Nähe ist.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Wir sind schon wieder bald vielleicht exzellent

Januar 13, 2007

Die HU Berlin, beim ersten Exzellenz-Durchlauf noch gnadenlos abgeschmiert, ist zusammen mit der FU unter den letzten acht Universitäten in der zweiten Runde der Exzellenzinitiative. Neben HU und FU haben es auch noch Göttingen, Freiburg, Heidelberg, Konstanz, Aachen und Bochum geschafft. Wer von diesen acht zu den bereits bestehenden „Elite“-Unis LMU München, TU München und Karlsruhe aufschließen wird, entscheident sich jedoch erst im Oktober diesen Jahres (Spiegel Online, 12.01.06).

Der Druck war offenbar so groß, dass HU-Präsident Christoph Markschies für den Fall eines Nicht-Weiterkommens seiner Uni in der taz sogar seinen Rücktritt angekündigt hatte (taz, 12.01.06). Jetzt kann er bleiben – vorerst. Denn die endgültige Entscheidung fällt erst im Oktober und ob es dann wirklich zwei Berliner Unis in den erhabenen Kreis schaffen werden, nachdem München bereits mit zwei Unis im Elitezirkel vertreten ist, erscheint als eher unwahrscheinlich. Eine der beiden Berliner Unis wird es nicht packen – oder vielleicht doch gar keine? Lenzen und Markschies müssen bis Oktober an den Nägeln kauen.

Die Folgen für die Unis denen die Berufung zur Elite verwehrt bleibt dürften langfristig in jedem Fall katastrophal ausfallen. Der Elitenforscher Michael Hartmann sagte heute in einem taz-Interview:

„Die staatliche Förderung der einzelnen Eliteunis wird auch eine Umverteilung anderer Gelder wie vor allem der Drittmittel zugunsten der Gewinner nach sich ziehen. Die meisten Hochschulen werden dadurch aber ins finanzielle Abseits gedrängt. Sie übernehmen dann nur noch die schnelle Ausbildung der großen Studierendenmehrheit und verlieren ihre Bedeutung für die Forschung.“ (taz, 13.01.07)

Während also die Eliteunis immer mehr finanzielle Mittel erhalten, steht den Rest-Unis immer weniger zur Verfügung, ihnen droht der Absturz in die Bedeutungslosigkeit bzw. sie werden sich mit dem Status als mittelmäßige Ausbildungsakademien abfinden müssen. Hartmann weiter:

„Wir haben in der weltweiten Forschung einen guten Ruf wegen des hohen Niveaus in der Breite. Um als deutsche ‚Elite‘-Hochschule mit den internationalen Spitzenuniversitäten zu konkurrieren, sind die Fördermittel des Exzellenzwettbewerbs viel zu gering. Insgesamt verliert die deutschen Wissenschaft durch den Wettbewerb ihre eigentliche Stärke – nämlich die Breite und Vielfalt der Forschung.“ (ebd.)

Um zu internationalen Spitzenunis aufzuschließen reichen also den deutschen „Elite“-Unis auch die erhöhten Zuwendungen nicht, während zeitgleich Breite und Vielfalt in der deutschen Hochschullandschaft wegbrechen.

Die PARTEI endlich auch an der FU

Januar 12, 2007

Januar, das ist an der FU traditionell immer Wahlpropaganda-Zeit. Dies bemerkt man nicht nur an den vielen Plakaten und Flyern die die campusnahen Bäume schmücken, sondern auch an den inzwischen zahlreichen hochschulgruppen-bezogenen Blogs, die ihre jeweilige Gruppe in ausschweifenden Blog-Einträgen als die am besten zu wählende preisen.

Obwohl der FUwatch Blog im Gegensatz dazu nicht stellvertretend für eine bestimmte hochschulpolitische Gruppe steht, will ich die Gunst der Stunde nutzen und meiner Pflicht als PARTEI-Mitglied nachkommen und darauf aufmerksam machen, dass es dieses Jahr auch an der FU erstmals eine Hochulgruppe der PARTEI gibt.

Wie es sich für eine moderne Hochschulgruppe gehört, verfügt natürlich auch die PARTEI FU über einen eigenen Blog. Dort kann man unter anderem in einer Selbstdarstellung lesen:

„… Und auch wenn es unser Name nahe legt, sind wir nicht die Vertretung der PARTEI an der Hochschule und werden auch nicht durch diese finanziert… In den akademischen Gremien wollen wir für eine vernünftige Vertretung studentischer Interessen gegenüber den anderen Statusgruppen sein und im fast ausschließlich mit radikal-linken Gruppierungen und Protestgruppen besetzten Studierendenparlament eine ernsthaft demokratische Alternative anbieten… Klare Strukturen sorgen für Transparenz – deshalb haben wir einen Vorstand mit klar gefassten Kompetenzen gewählt“

Die Kernforderung der PARTEI, die Wiedererrichtung der Mauer, taucht hier leider nicht auf. Was auch daran liegen mag, dass man sich die Textbausteine bei anderen zusammgesucht hat (wie die LHG zu berichten weiß). Der Satire wird man zumindest an dieser Stelle gerecht. Und in der „Informationsbroschüre“ (ein ausliegender Flyer) heißt es dann auch endlich:

„Mit dem Wiederaufbau der Mauer wird die Konkurrenz der Humboldt-Universität im Elitewettbewerb strukturell ausgeschaltet!“

Na das klingt schon eher nach der einzig wahren PARTEI-Doktrin!

Das mit der Transparenz ist natürlich nicht ganz so ernst gemeint: Trotz intensiver Suche erfährt der Besucher nichts über die KandidatInnen die bei den StuPa-Wahlen nun für die PARTEI antreten. Spätestens hier wird die AStA-Nähe der Gruppe unübersehbar.

Es hilft nur noch ein Blick auf die diesjährige Zulassungsliste. Dort kann man nachlesen, dass die PARTEI mit immerhin acht KandidatInnen dabei ist. Die ersten vier „SpitzenkandidatInnen“ sind beim genaueren Hinsehen jedoch bekannte „Hinterbänkler“ aus anderen Hochschulgruppen, die bei den letzten StuPa-Wahlen nicht zum Zuge gekommen sind. So trat Kristina Kielblock im letzten Jahr schon für die „Ökologische Alternative“ an, Maria Weilbach für die „AusländerInnen gegen Rassismus / FSI LAI“, Christian Dinse für die „Hochschulpolitische Linke“ und Anne Brügmann für „SEMTIX“.

Ob diese Truppe mit gutmenschelnder, asta-naher Vergangenheit wohl tatsächlich den satirisch-anarchisch-hedonistischen Geist der einzig wahren PARTEI zu repräsentieren vermag? Zumindest die Opposition im StuPa wurde erfolgreich satire-gerecht aufs Korn genommen. Bei der LHG betont man, dass ausgerechnet die sich in Sachen „Tarnlisten“ immer echauffiert gebenden asta-tragenden Listen nun selbst mit „Tarnlisten“ antreten würden, was aber ausklammert, dass Spaß-„Tarnlisten“ wie die „PARTEI“ vermutlich selbst nur eine Reaktion auf oppositionelle „Tarnlisten“ in der Vergangenheit sind. Und wenn man liest wie sich die LHG einerseits auf die „Untaten“ der AStA-Listen versteift, sich zeitgleich aber auch versucht überbetont gelassen zu geben, bleibt nur zu resümieren, dass die PARTEI mit ihrer Satire ins Schwarze getroffen hat.

Was halt noch fehlt ist die „Aufbereitung“ des nicht minder pathetischen Gedöns der asta-tragenden Gruppen, hier bleibt die PARTEI FU aufgrund ihrer personellen Besetzung freilich hinter den Erwartungen zurück.

Studentischer Gremien-Blog der HU Berlin

Januar 10, 2007

Die KommilitonInnen von der HU führen seit Ende November einen bookmarkswerten „Gremienblog“. Wie der Name schon suggeriert, wird dort die studentische Gremienarbeit an der HU dokumentiert.

Man findet einige Perlen, wie etwa den unter dem Blogtitel „my year among priests and comedians“ verlinkten Arbeitsbericht (man könnte auch sagen „Abschiedsbericht“) von Susanne Baer („… Diese Aufgaben – und Vieles mehr – wird eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger übernehmen“).

Der Blog wurde bisher nur recht sporadisch geführt und endet Mitte Dezember, wird aber hoffentlich demnächst wieder reanimiert.

Das teuerste Plagiat der Welt?

Januar 3, 2007

Nachdem das virtuelle StudentInnen-Netzwerk „StudiVZ“ wegen einer Skandalserie im November / Dezember von nicht wenigen Bloggern schon am Ende geglaubt war, scheinen nun jene Recht zu behalten, die prophezeiten, dass StudiVZ trotz dieses Rückschlags nicht aus dem Netz verschwinden würde.

Nach Angaben von Spiegel Online hat die Verlagsgruppe Holtzbrinck (Tagesspiegel, Die Zeit, Handelsblatt) gut an die 100 Millionen Euro für StudiVZ auf den Tisch gelegt und will sogar die umstrittene Führungsriege vorerst im Management beibehalten. Auch das amerikanische Pendant „Facebook“ (von dem die StudiVZ-Macher angeblich fleißig abkupferten) soll an einer Übernahme von „StudiVZ“ interessiert gewesen sein, die Gespräche scheiterten jedoch offenbar.

Ein StudiVZ-Sprecher dementierte gegenüber Spiegel Online jedoch die Höhes des Kaufpreises, dieser habe „deutlich unter 100 Millionen Euro“ gelegen. Vermutlich dürfte es noch etwas dauern, bis der genaue Preis durchsickert.

In jedem Fall zeigt der Fall „StudiVZ“ jedoch den doch eher schwachen Einfluss der deutschen Blogosphäre: Trotz aller berechtigten Kritik und des systematischen Auseinandernehmens von StudiVZ und seinen Gründern in diversen Blogs, war es eben offensichtlich nicht möglich, das Unternehmen tot zu schreiben.

Update: Wie FOCUS Online berichtet, soll die Axel-Springer-AG „in letzter Minute“ sogar 120 Millionen Euro für StudiVZ geboten haben, sei aber nicht zum Zug gekommen.