Archive for November 2005

Warnstreik an der FU Berlin beschlossen

November 30, 2005

Auf der gestrigen Vollversammlung (29.11.) haben die Studierenden der FU einen einwöchigen Warnstreik vom 05.12. bis 09.12. beschlossen.

Hintergrund sind wie so oft die unzumutbaren Zustände an der FU, diesmal ging es insbesondere um die neuen BA- und MA-Studiengänge, die von den Studierenden heftig kritisiert werden. Dies betrifft die Frage, wer nach dem BA noch einen MA machen darf (Forderung ist hier natürlich: alle), aber auch den inhaltlichen Aufbau der BA-Studiengänge als solchen. Ein weiterer wichtiger Streitpunkt ist die Einführung der neuen „Campus Management“ Software, mit der es nur Probleme gibt (siehe dazu zahlreiche Artikel in diesem Blog). Eine komplette Liste der Forderungen und Kritikpunkte findet sich hier.

Streit um Forderungen

Zwischen den Studenten wurde schon im Vorfeld der Vollversammlung wie immer kontrovers diskutiert, wie die Forderungen beschaffen sein sollen. Die eine Fraktion fordert Minimalforderungen, um eine höchstmögliche Anzahl von Studierenden für den Protest gewinnen zu können. Man sucht also den kleinsten gemeinsamen Nenner, um niemanden zu verprellen und den Protest massenkompatibel zu halten. Die andere Fraktion hält eine solche Einschränkung für unsinnig und befürwortet auch weiterreichendere Forderungen. „Forderungen haben nicht den Anspruch das Ende der Diskussion festzuschreiben, sie sollen eher dazu dienen einen Prozess in Gang zu bringen, und weit über die vorgegebenen Denkmuster hinausreichen“, so ein Kommilitone auf dem Studiprotest-Verteiler.

Vollversammlung beschlussfähig?

Von den Forderungen abgesehen wird – mal wieder – auch die Frage diskutiert, ob die Vollversammlung überhaupt beschlussfähig war. Die Liberale Hochschulgruppe hält z.B. in der Regel nicht viel von Streiks und so wird denn im LHG-Blog auch angezweifelt, ob auf der VV alles mit rechten Dingen zuging. Der Kommilitone von der LHG beschreibt, dass er das Gefühl hatte, der Beschluss zum Warnstreik hätte de facto schon vorher festgestanden: „So war von vorneherein klar, in welche Richtung diese VV gelenkt werden sollte – der Beschluss stand meiner Meinung nach quasi schon fest, auch wenn das die Verantwortlichen natürlich klar verneinen werden.“ (LHG-Blog).

Ob’s der LHG nun passt oder nicht, der Warnstreik beginnt am kommenden Montag. Spätestens dann wird sich ja herausstellen, ob die Streikbefürworter eine Mehrheit hinter sich haben oder nicht. Dies hängt natürlich nicht zuletzt auch von den noch zu planenden Aktionen ab. Fällt dem ein oder anderen Akteur etwas Innovatives ein, kann der Funke durchaus auf den lethargischen Teil der Studierendenschaft überspringen. Selbst wenn sich keine Mehrheit für den Warnstreik findet, muss dies nicht sein Scheitern bedeuten. Auch kleinere Gruppen können innerhalb der Woche vielleicht etwas bewirken und wenigstens einige Kommilitonen zum Nachdenken anregen.

Akademischer Senat und Präsidium werden nervös

Noch bevor der Warnstreik überhaupt begonnen hat, beginnt der Akademische Senat (AS) der FU schon zu rutschen. Nach der Ankündigung von Protesten hat er seine heutige Sitzung ganz kurzfristig abgesagt, angeblich wegen „Bauarbeiten“ im Henry Ford Bau. Dort finden tatsächlich Bauarbeiten statt, doch erscheint es unglaubwürdig, das ausgerechnet der AS sich kein Ausweichraum organisieren kann. Der AStA glaubt daher, der AS weiche den Studierenden aus und wolle sich vor ihnen verstecken. „Herr Lenzen kann sich jedoch nicht immer in seinem stillen Kämmerlein verstecken“ (Pressemitteilung des AStA, 30.11.).

Das Präsidium der FU brachte am Abend dann eine Pressemitteilung heraus, dernach eine Entschärfung der BA-Studiengänge vorgesehen ist. So soll die Malus-Punkte-Regelung ausgesetzt werden, die Fristen des akademischen Kalenders flexibilisiert werden, das Modulangebot für die gewünschte Fächerkombination ausgeweitet werden und das Überschneidungsproblem von Lehrveranstaltungen bis zum SS 2006 behoben werden (Pressemitteilung der FU, 30.11.05).

Nächste VV am Montag

Der Warnstreik beginnt am Montag um 10 Uhr mit einem Vorbereitungstreffen im Mensa-Foyer der Silberlaube. Um 12 Uhr findet dann die Streik-VV im Hörsaal 1a statt, wo präzisiert werden soll, wie genau der Warnstreik gestaltet werden soll. (siehe Flyer)

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ZEDAT goes Münsterland

November 29, 2005

Nicht nur im Münsterland scheinen Leitungen einzufrieren, die ZEDAT hatte in den letzten Tagen starke Performance-Probleme mit ihrem Email-Service. Die Mails kommen mit einer Verspätung von zwei, drei manchmal auch fünf Stunden an. Wenn man seine Emails nur ein- oder zweimal am Tag abruft, fällt das unter Umständen gar nicht auf. Dumm nur, wenn man dringend eine Email erwartet. Mich sollte eine am Sonntagabend erreichen, die auch pünktlich abgesendet wurde, jedoch erst Montagmittag abrufbar war. Ein Blick in den Header verrät, dass die Email ZEDAT-intern solange brauchte:

Received: from mail.gmx.net by inpost1.zedat.fu-berlin.de; Sun, 27 Nov 2005 19:32:23 +0100

Received: from inpost1.zedat.fu-berlin.de by dispatch1.zedat.fu-berlin.de; Sun, 27 Nov 2005 19:32:23 +0100

Received: from dispatch1.zedat.fu-berlin.de by dispatch2.zedat.fu-berlin.de; Sun, 27 Nov 2005 19:32:27 +0100

Received: from dispatch2.zedat.fu-berlin.de by deliver1.zedat.fu-berlin.de; Sun, 27 Nov 2005 19:32:40 +0100

Received: from deliver1.zedat.fu-berlin.de by mbox1.zedat.fu-berlin.de; Mon, 28 Nov 2005 11:58:24 +0100

Die Mail kommt also von GMX auf inpost1 an, geht von da nach dispatch1, von dort nach dispatch2, weiter nach deliver1 und landet schließlich bei mbox1. Tödlich war der letzte Schritt, von deliver1 zu mbox1 brauchte die Email schlappe 16,5 Stunden! Das ist selbst für ZEDAT-Verhältnisse neuer Rekord und für ein modernes Mail-Management eigentlich auch nicht mehr tolerabel.

Andererseits, wenn in der Uni nicht mal genügend Räumlichkeiten für Seminare zur Verfügung stehen, es nicht ausreichend genug Mittel zur Bestückung der Bibliothek gibt, etc., warum sollte dann ausgerechnet die Technik reibunglos funktionieren? Der Verfall ist eben allgegenwärtig.

Mit dem EduBook in die Windows-Welt

November 23, 2005

„Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor. Sie beginnt im Klassenzimmer“

Mit diesem Standort-Logik-Zitat des Autobauers (und Antisemiten) Henry Ford beginnt die von der Bonner Akademie (Zurich Gruppe) ins Leben gerufene „Bildungsoffensive 2006“ eine Einleitung über ihr Selbstverständnis. Man will an Projekten wie jenen der „Initiative D21“ („Schulen ans Netz“, „Girls‘ Day“) anknüpfen und Lernende wie Lehrende kostengünstig mit einem Notebook ausstatten.

An dem Projekt beteiligt sind unter anderem große Unternehmen wie Microsoft, Hewlett Packard (HP), Symantec und AMD, aber z.B. auch der FOCUS. Zusammen wird für Schüler, Lehrer, Studenten und Dozenten ein „EduBook-Bundle“ bereitgestellt. Ein Notebook von HP auf dem natürlich Microsoft Windows und Office läuft, plus Norton Internet Security, Protect-On von MasterSolution (natürlich ebenfalls am Projekt beteiligt) sowie noch einige Lernprogramme. So tun also die beteiligten Unternehmen in ihrem grenzenlosen Altruismus nicht nur was für den Bildungsstandort Deutschland, nein, sie konditionieren junge Schüler und zukünftige Akademiker auch auf die „Vorzüge“ ihrer proprietären Softwareprodukte. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Dabei ist das Angebot mit 998 Euro so verlockend nun auch wieder nicht. Zwar heißt es auf der Website auch, der Wert des Gesamtpakets würde insgesamt 1800 Euro betragen, nur hätte man dann den Preis auch ruhig noch ein wenig weiter drücken können. Bei den beteiligten Unternehmen und den Unsummen die sie verdienen, wäre ein symbolischer Betrag von 1 Euro durchaus angemessen gewesen. Oder aber, man verlangt nur 400 Euro für die Hardware, lässt dann den ganzen proprietären Schrott weg und liefert das Teil mit Ubuntu und OpenOffice aus.

Klar, dass ein echtes, deutsches Volks-Notebook nicht ohne „biometrischen Fingerabdrucksensor“ auskommen kann, so dass „Jugendliche zugleich auch an das hoch sensible Thema der Datensicherung heran“ geführt werden (O-Ton Website). Okay, vielleicht kommt es den heranwachsenden Pisa-Kindern entgegen, wenn sie, schreibfaul und gedächtnisschwach, sich mit ihrem Daumen anstatt mit Benutzernamen und Passwort in Windows einloggen können. Aber ob das wirklich Ziel einer „Bildungsoffensive“ sein sollte? Und was, wenn der erhöhte FastFood-Konsum die kleinen Fingerchen zu dick für den „Fingerabdrucksensor“ werden lässt?

Aber mal im Ernst: Statt das Notebook mit solchen wirklich überflüssigen Gadgets wie einem biometrischen Fingerabdrucksensor auszustatten und mit proprietärer Software vollzustopfen die keiner braucht (und das meint auch sog. „Lernsoftware“), sollte man für eine solche Initiative vielleicht ein echtes Low-Budget-Notebook mit hinreichender Hardware und kostenloser OpenSource-Software bestücken.

E-Learning in der hydraulischen Urinalrinne

November 17, 2005

Für den kommenden Montag lädt die CeDiS zu einer Informationsveranstaltung, auf der es um eLearning gehen wird. Vorgestellt werden dabei verschiedene eLearning Erkenntnisse aus unterschiedlichen Fachbereichen der FU Berlin.

In einem allgemeineren Teil wird es dann unter anderem auch um „Blended Learning“ gehen, einem Mix aus eLearning und konventionellen Lehr- und Lern-Methoden. Hintergrund ist hier, dass man in den letzten Jahren festgestellt hat, dass reines, ausschließlich virtuelles eLearning nicht zielführend ist. Das eLearning wird daher mit so genannten Präsenzveranstaltungen kombiniert. Natürlich lädt das englische „blend“ (vermischen, mixen) dabei auch zu garstigen Wortspielen mit dem deutschen „(ver)blenden“ ein.

Von Seiten der CeDiS wird man vermutlich in erster Linie auf die eigenen Erfolge verweisen, hier insbesondere auf das LMS Blackboard, das zwar bei immer mehr Lehrveranstaltungen eingesetzt, dessen Funktionsumfang dabei aber kaum genutzt wird. Blackboard als erweiterte Mailing Liste zu nutzen, hat mit eLearning nicht viel zu tun.

Trotzdem scheint dies eine interessante Veranstaltung zu werden, da man auch darauf eingehen will, was in der Zukunft an der FU in Sachen eLearning geplant ist. Hinzu kommen Beiträge über den Einsatz von eLearning in so unterschiedlichen Fachgebieten wie z.B. der Veterinärmedizin, der Literaturwissenschaft oder der „Visualisierung von Abfluss- und Sedimenttransportprozessen in einer hydraulischen Versuchsrinne“.

Auftaktveranstaltung des Projekts FUeL, 21. November 2005, 10:00 – 17:30 Uhr im Saal des Akademischen Senats im Henry Ford Bau der Freien Universität Berlin (Garystraße 35, 14195 Berlin). Um eine formlose Anmeldung wird gebeten.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Ein papierorientiertes Studium kostet Unsummen

November 16, 2005

Nachdem ich in der Vergangenheit zunehmend den Eindruck gewonnen hatte, ich sei so ziemlich der einzige Trottel in der Uni, der sich die Mühe macht seine entliehenen (und von Dritten vorbestellten) Bücher fristgerecht zurückzugeben, habe ich im letzten Semester einfach auch mal die Rückgabefristen großzügiger ausgelegt (weil man ein Buch nun mal oft einfach noch länger braucht). Übers Semester kamen so insgesamt satte 18 Euro Mahngebühren zusammen (erste Mahnung 1,50 pro Buch, zweite dann noch mal 2,50).

Wirklich astronomisch erscheint die Summe, die ich für Reader in diesem Semester ausgegeben habe, knapp 50 Euro. Für einen Stapel Papier viel Geld. Aber wenn das Material nun mal Grundlage für das jeweilige Seminar ist und man sich ernsthaft engagieren möchte, hat man kaum eine andere Option. Sicherlich könnte man sich die Literatur anhand der Liste auch selber zusammensuchen und kopieren. Die Frage ist nur, ob das dann wirklich günstiger ist. Zu dem Geld das die Kopien kosten würde dann noch die Zeit kommen, die es braucht sich die verschiedenen Quellen zusammenzusuchen – wenn sie denn überhaupt zugänglich sind.

Einige wenige, der Zukunft zugewandte DozentInnen legen inzwischen digitale Archive mit denen für ihr jeweiliges Seminar relevanten Texten an. Nur kann man das dann natürlich nicht alles ausdrucken, es würde ein Vermögen an ar***teuren Tintendruckerpatronen kosten (ich zahlte unlängst 50 Euro für zwei Patronen und dieses Doppelpaket wurde schon als „Sonderangebot“ angepriesen). Man müsste das Material dann alles direkt am Computer lesen, ohne es auszudrucken, womit sich viele KommilitonInnen insbesondere bei längeren Texten immer noch schwer tun. Viele DozentInnen stellen sich dann natürlich die Frage, warum sie sich die Arbeit machen sollten Material online bereitzustellen, wenn das ohnehin nur von einer Minderheit angenommen wird.

So wird wohl auch in näherer Zukunft noch viel studentisches Vermögen für Kopien, Bücher, Tintenpatronen und Bibliotheks-Mahngebühren draufgehen.

Browser-Inkompatibilitäten

November 9, 2005

Wie kürzlich berichtet, werden bei mir auf der Abmelde-Seite gar keine Module aufgelistet. Wie sich jetzt herausstellte, lag das an einer Browser-Inkompatibilität: Im von mir primär verwendeten Firefox Browser werden die Module nicht gelistet, im Internet Explorer schon. Warum, ist immer noch unklar. Die Techniker von der IT-Hotline vermuteten zunächst, es läge vielleicht am deaktivierten JavaScript, was aber nicht der Fall ist, denn das hatte ich auch im Firefox aktiviert. O-Ton nun: „Das Problem der Browser-Inkompatibilität wurde aufgenommen und wird schnellstmöglich behoben.“

Besagte Browser-Inkompatibilität zeigt sich auch an anderer Stelle. So wurde die Stundenplan-Seite des aktuellen Semesters z.B. im Firefox angezeigt, im Pulldown-Menu konnte man aber keine anderen Semester einsehen. Es erschien die Fehlermeldung „Es wurden keine Semester gelesen!?“. Inzwischen wurde der Fehler behoben, man kann nun auch mit Firefox andere Semester auswählen. Mit dem Internet Explorer war dies aber von Anfang an möglich.

Diese Beispiele beweisen, dass es mit der zugesicherten Browser-Kompatibilität noch nicht soweit her ist, faktisch ist das System im Moment nur über den Internet Explorer vollständig nutzbar.

Im Zuge der Vorbereitung von studentischem Protest, sind von AktivistInnen jetzt auch Entwürfe für Flyer aufgetaucht, die anhand von Zitaten unter anderem die Misere mit dem Campus Management pointiert aufgreifen.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

„Meine Module“

November 2, 2005


[Bild vergrößern]

Der Stundenplan mit den Modulen wird zwar korrekt ausgewiesen (bis auf die beiden zusätzlichen Bonusveranstaltungen), klicke ich dann aber auf „Abmelden“ wird keines meiner Module gelistet, eine Abmeldung ist somit nicht möglich.

Das grundlegende Problem ist natürlich zunächst, dass die Abmeldung nur für gesamte Module möglich ist, nicht für einzelne Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls. Viele KommilitonInnen wollen sich aber nur von einer Lehrveranstaltung abmelden (sei es, weil sie es sich anders überlegt haben, oder weil SAP CM ihnen einfach „ungefragt“ eine zusätzliche aufgebürdet hat), nicht gleich vom ganzen Modul. Hier muss dringend nachgebessert werden, ansonsten erfolgt die Abmeldung wohl nicht nur in diesem Semester wieder über Listen.

Mein Problem ist demgegenüber noch einen Zacken schärfer: Bei mir werden unter „Abmeldung“ nicht mal meine Module aufgelistet, eine Abmeldung übers System ist so generell unmöglich. Der CM Support dazu in einer Email: „Ihr Problem, dass Sie unter dem Punkt Abmeldung keinerlei Module angezeigt bekommen, ist uns zwar bekannt, allerdings liegt uns hierfür noch keine Lösung vor.“

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Clash of Modules

November 1, 2005

Nicht nur, dass SAP CM mir zwei Zusatzveranstaltungen reingedrückt hat, nein, sinnigerweise überschneiden sich diese beiden Lehrveranstaltungen auch noch zeitlich.

Die zusätzlichen Lehrveranstaltungen lassen sich darauf zurückführen, dass alternative bzw. ergänzende Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls von mir nicht mit „Keine Teilnahme“, sondern mit „Keine Präferenz“ (der Default-Einstellung) markiert wurden. Habe ich mich nur für ein Teilmodul entschieden, weil ich den zweiten Teil des Moduls im letzten Semester absolviert habe (noch nicht eingepflegte Daten) oder erst im nächsten Semester belegen will, erkennt SAP CM dies nicht und weist mir einfach schon jetzt das zweite Modulteil zu.

„Keine Präferenz“ stellt für SAP CM also eine Art Blankoschek dar, dem Studierenden nach systeminterner Logik eine oder mehrere Veranstaltungen ggf. zusätzlich zuzuweisen, weil die Grundannahme des Systems ist, dass ein Modul aus zwei Lehrveranstaltungen besteht und die auch innerhalb eines Semesters absolviert werden müssen.

Dieser Versuch, SAP CM quasi selbst denken zu lassen, trägt dann natürlich auch absurde Züge. Dann etwa, wenn es um Module geht, die definitiv nicht in einem Semester absolviert werden können, Stichwort „Projektmodul“. Ein Projektmodul besteht aus zwei Projektkursen (Teil 1 und 2) die man in zwei aufeinanderfolgenden Semester absolviert und die thematisch zusammenhängen. Hat man sich jetzt für Projektkurs A Teil 1 beim Dozenten X angemeldet, ergänzt SAP CM einfach um Projektkurs B Teil 2 beim Dozenten Y. Was natürlich Unsinn ist, weil die Projektkurse A und B inhaltlich überhaupt nichts miteinander zu tun haben und auch nicht im selben Semester absolviert werden sollen. Für SAP CM ist es dagegen klar, dass zwei Projektkurse (einfach irgendein „Teil 1“ mit irgendeinem „Teil 2“) ein Modul bilden und daher auch im selben Semster besucht werden sollten.

Um dem zu entgehen, müssen bei der Anmeldung alle möglichen aber ungewollten Ergänzungs- und Alternativ-Lehrveranstaltung innerhalb eines Moduls mühselig auf „Keine Teilnahme“ gesetzt werden. Die gewollte Veranstaltung natürlich auf „Präferenz 1“. In der Anleitung zur Benutzung des Systems hieß es aber, die Option „Keine Teilnahme“ wäre für den Rest nur dann zu wählen, wenn vom Fachbereich schon festgelegt worden ist, welche Veranstaltung zu besuchen ist (was halt nicht der Fall ist). „Keine Teilnahme“ birgt zudem natürlich auch die Gefahr, in keine Alternativveranstaltung mehr geschoben werden zu können, wenn die gewollte Veranstaltung (Präferenz 1) überbelegt ist. Spätestens nach dem Ausbau der Teilnahmebeschränkung wird dem Präferenz-Karussell (Präfenz 1, 2, 3, usw.) mehr Bedeutung zukommen. Die Variante „Keine Präferenz“ sollte dagegen in Zukunft völlig gemieden werden.

Nicht erklärt werden kann dadurch, dass SAP CM nicht merkt, dass zwei Veranstaltungen sich zeitlich überschneiden. Wenn der Studierende seine Wahl trifft oder SAP CM ihm das abnimmt, müsste in beiden Fällen eigentlich eine Fehlermeldung erscheinen, sobald zwei Veranstaltungen sich zeitlich überschneiden. Da die Zeiten bei vielen Lehrveranstaltungen nachträglich noch einmal verschoben werden, ist eine flexible Handhabung hier aber natürlich sinnvoll. Denkbar wäre auch, dass zwei sich zeitlich überschneidene Lehrveranstaltungen wöchentlich-abwechselnd besucht werden (angenommen, sie sind so geplant).

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.