Ringvorlesung 2008 des OSI-Clubs

Der OSI-Club hat mich gebeten, auf seine alljährliche Ringvorlesung hinzuweisen. Einer Bitte der ich gerne nachkomme, erscheint das Thema in diesem Jahr, „Medien/Demokratie – Politik und Journalismus in Berlin“, doch vielversprechend.

Wie für die Ringvorlesungen des Clubs typisch (oder für den Club allgemein), setzt man stärker auf Personen aus der beruflichen Praxis als aus dem akademischen Betrieb. Es geht also um Praxisnähe, weniger um eine rein theoretisch-wissenschaftlich fundierte Reflexion. Dies kann man natürlich kritisieren, doch hat man ja rein akademische Vorträge am OSI zu genüge, da kann es nicht so grundverkehrt sein, Personen aus ihrer vielleicht eher weniger akademischen beruflichen Praxis berichten zu lassen.

Natürlich setzt sich der Club wie meist bei seinen Ringvorlesungen hier der Gefahr aus, „Namedropping“ zu betreiben, also Personen aufgrund ihres Namens oder aber ihrer Stellung einzuladen, was noch nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass sie auch wirklich etwas Interessantes zu sagen haben.

Dieser sabinechristian’sche Reflex, demnach man einem Spitzenpolitiker, Gewerkschaftsführer, Intendanten, Chefredakteur, Vorstandsvorsitzenden, usw. allein schon wegen seiner beruflichen Stellung Kompetenz, Aussagekraft, Substanz, etc. zuschreibt, mutet manchmal leicht absurd an.

Wurde etwa Renate Künast als Rednerin geladen, weil man von ihr weiß, dass sie sich tiefergehend mit der Thematik der Ringvorlesung auseinandersetzen kann, oder wurde sie primär vielleicht nur einfach deshalb eingeladen, weil sie Renate Künast ist?

Sicher ist: Läd man Personen mit einem klar parteipolischen Hintergrund ein (und davon gibt es einige auf der Vortragsliste), so muss man natürlich immer damit rechnen, dass diese ihre Parteipolitik auch in ihren Vortrag einfließen lassen (direkt oder indirekt), also die ihnen gebotene Plattform nutzen, um einmal mehr ihre Parteipolitik zu transportieren. Dies kann mitunter recht nervtötend und wenig erhellend sein.

Unklar ist also noch, ob dieses Konzept des OSI Clubs, einfach Politiker und Journalisten abwechselnd (oder nahezu abwechselnd) einen Vortrag halten zu lassen, aufgeht. Thematisch ist die Ringvorlesung aber auf jeden Fall sehr interessant und man sollte ihr zumindest eine Chance geben.

Sie findet ab dem 28.04. jeweils am Montag von 18 bis 20 Uhr im Hörsaal A der Ihne21 statt.

Den ersten Vortrag hält der Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios, Peter Frey, mit dem Titel „Beschleunigung, Vertiefung, Vereinzelung – Medien und Demokratie im Zeitalter der Digitalisierung“. Eine komplette Liste aller Redner samt Lebenslauf und Vortragsthema findet sich auf der Website des Clubs.

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