Archive for the ‘Seminare’ Category

Der Orkan kommt! Der Orkan kommt! Lauf, solange du noch kannst!

Januar 19, 2007

Ich schmökere gerade etwas in der frischen Ausgabe des „Neuen Dahlem“ (dazu ein ander mal mehr) vor dem Hörsaal A im OEI um mir die Zeit zwischen zwei Seminaren zu vertreiben, als der Hausmeister die fahrbare Pinnwand (und „Wand“ kann man hier wortwörtlich nehmen) aus dem Hörsaal schiebt (wo immer das gute Teil auch hin sollte) und dabei auf eine aufgeregte Frau trifft (ich nehme an es war eine Dozentin), die er offenbar kennt und die ihn fragt, was er denn da treibe, es sei doch jetzt ohnehin alles dicht an die Uni.

Wie, dicht?

Die Bibliothek habe ihre MitarbeiterInnen wegen der Sturmwarnung schon nach Hause geschickt und sei zu, sie selbst sei auch nur noch wegen einer dringend zu erledigen Sache hier, würde dann aber gleich verschwinden und empfehle ihm (dem Hausmeister) dasgleiche. Nicht, dass man am Ende in der Universität übernachten müsse!

Was, die Uni wird dichtgemacht und ich sitze hier noch rum? Während der Hausmeister im OEI-Pförtner-„Kasten“ hektisch versucht telefonisch zu klären, was konkret der Sachstand ist, sehe ich mal nach, ob schon jemand im Internet-Seminarraum ist, doch die Tür zum PC-Pool ist zu und niemand öffnet. Wurde der Lehrbetrieb also tatsächlich wegen der Sturmwarnungen eingestellt? In Situationen wie diesen wünschte ich mir, das „Campus Messaging“-System wäre schon in Betrieb, falls es zu einer offiziellen Einstellung des Lehrbetriebs kommt, würde man darüber dann einfach via SMS aufgeklärt. Doch noch ist das Zukunftsmusik.

Auf dem Weg nach draußen schnappe ich Gesprächsfetzen auf, ein Kommilitone stöhnt, dass er gerade erst gekommen wäre und nun gleich wieder gehen könne. Ein weiteres Indiz dafür, dass an dem Gerücht, alle weiteren Lehrveranstaltungen würden an diesem Nachmittag wegen der Orkanwarnung ausfallen etwas dran sein könnte. Ich entschließe mich zu gehen, denn Pardon, ich möchte wenn die Apokalypse über uns alle hereinbricht meine letzten Stunden wenigstens in den eigenen vier Wänden verbringen und nicht in der Uni. Tatsächlich scheint wohl wirklich mindestens die halbe FU dicht gemacht worden zu sein, sogar die Wahllokale wurden geschlossen.

Vor der Bushaltestelle am U-Bhf. Dahlem Dorf bildet sich eine riesige Traube von KommilitonInnen und der Bus kommt nicht – hat jetzt etwa sogar die BVG ihren Dienst eingestellt? Doch nein, es ist nur die alltägliche Unfähigkeit der BVG ihre Busse pünktlich fahren zu lassen. Am Ende kommen dann drei Busse kurz hintereinander. Zu hause angekommen, verfolge ich gespannt auf n-tv und N24 wie Tod und Verderben über Deutschland hereinbrechen.

Doch vor der eigenen Tür passiert nicht viel, erst gegen Abend scheint es in Berlin etwas lauter zu werden. Da wäre eigentlich noch Zeit genug gewesen, an der Uni die ein oder andere Lehrveranstaltung stattfinden zu lassen. Doch in den Nachrichten klang es die ganze Zeit so, als stünde der Tag des jüngsten Gerichts vor der Tür. Irgendwie hätte man es natürlich ahnen können, je panischer die Meldungen und je hysterischer die Reaktionen, desto unwahrscheinlicher dass es am Ende wirklich zum großen Knall kommt. Verdammt, mal wieder auf den allgemeinen Alarmismus hereingefallen…

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Ergebnisse der Bachelor-Umfrage endlich online

Dezember 27, 2006

Das FU-Präsidium hat unlängst endlich die Ergebnisse der Bachelor-Umfrage aus dem Sommersemester 2006 veröffentlicht. Die Tatsache, dass die Ergebnisse den Verantwortlichen schon seit geraumer Zeit vorliegen, aber nur teilweise und nur in mündlicher Form veröffentlicht wurden, hatte in der Studentenschaft Anfang November zu Unmut geführt. Kurz vor Beginn der akademischen Weihnachtsferien wurden die Ergebnisse nun endlich online gestellt.

Zur technischen Durchführung

Im Auftrag des Präsidiums führte der Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie eine Online-Umfrage unter den Bachelor-Studierenden an der FU durch, um zu ermitteln, wie zufrieden / unzufrieden diese Studierenden mit den neuen BA-Studiengängen sind bzw. wo die neuen Studiengänge noch offensichtliche Defizite aufweisen. Den betroffenen BA-Studis wurde daher ein Link zur Umfrage in ihre ZEDAT-Mailbox zugestellt. Um Mehrfachantworten auszuschließen und sicherzustellen, dass wirklich nur FU-BA-Studierende teilnehmen, wurde ein TAN-Verfahren verwendet (S. 5). Jeder Studierende bekam mit der Email auch eine individuelle Transaktionsnummer (TAN) zugestellt, die er bei der Umfrage angeben musste (oder die in den Link integriert war) und die nach einmaliger Benutzung verfiel.

Das TAN-Verfahren ist ein Fortschritt im Vergleich zu gewöhnlichen Online-Umfragen, die Mehrfachantworten und Manipulationen in der Regel Tor und Tür öffnen. Mal abgesehen von der Anonymisierungsproblematik (bei individueller TAN lässt sich theoretisch leicht ermitteln, welcher Studierender den Umfrage-Bogen wie ausgefüllt hat), stellt sich natürlich auch hier wieder die Frage, wie oft und ob überhaupt die FU-Studierenden ihre ZEDAT-Mails abrufen. Der Teilnahmezeitraum beschränkte sich auf drei Wochen im Juni (S. 5) und der Rücklauf betrug 29% (S. 6). Wenn man bedenkt, dass viele KommilitonInnen ihre ZEDAT-Emails wenn überhaupt nur ein oder zwei Mal im Semester abrufen, so erklärt sich der Rücklauf von nur knapp einem Drittel vielleicht auch dadurch, dass viele die Aufforderung zur Umfrage-Teilnahme zu spät erreichte. Die Autoren betonen, bei der Auswertung auf die Repräsentativität geachtet zu haben (S. 6), trotzdem wäre es grundsätzlich ja mal interessant zu wissen, welche Studierenden (nach Studienfächern) in welchen Abständen ihre ZEDAT-Mailbox überhaupt abrufen, wenn man schon die Links zur Teilnahme an einer solchen Umfrage nur via ZEDAT-Email verteilt.

„Soziodemographische Variablen“

Unter dem Punkt „soziodemographische Variablen“ (S. 7 / 8) offenbarte sich für die Befragungs-Auftraggeber Unglaubliches, Studierende sind in unerwartet hoher Anzahl erwerbstätig! Obwohl eigentlich keine neue Erkenntnis gab sich das Präsidium hier sehr überrascht (siehe dazu den Bericht des Kommilitonen Hachfeld zur mündlichen Vorstellung der Ergebnisse im November). Unter anderem ergab sich:

  • „Neben dem Studium sind sowohl während der Vorlesungszeit als auch während der vorlesungsfreien Zeit 47 Prozent der befragten Studierenden erwerbstätig, und zwar im Mittel 13,3 Stunden (Standardabweichung: 6,7) pro Woche während der Vorlesungszeit. Dieser Wert beträgt für die vorlesungsfreie Zeit 20,8 Stunden (Standardabweichung: 11,6) pro Woche.“
  • „Der überwiegende Teil der Studierenden in den Bachelor-Studiengängen hat einen Studienplatz in der 1. Priorität erhalten: 84 Prozent der Studierenden gaben an (Kombi: 82 Prozent Mono: 86 Prozent), in ihrem Wunschfach immatrikuliert zu sein.“
  • „Rund die Hälfte (51 Prozent) der Studierenden beabsichtigt, ein Semester oder ein Jahr im Ausland zu studieren.“
  • „Lediglich 8 Prozent der Studierenden streben den Bachelor-Abschluss als höchsten Abschluss an. 35% der Studierenden streben einen fachwissenschaftlichen und 24 % einen lehramtsbezogenen Master an. 33% sind noch unentschlossen, ob sie nach dem Bachelorein Masterstudium aufnehmen wollen.“

Was den letzten Punkt angeht, so stellt sich diese Frage unter Umständen gar nicht erst. So wollen die Berliner Universitäten in Zukunft sehr genau auswählen, wer nach dem Bachelor noch einen Master machen darf und wer nicht. Selbst wenn die Universitäten hypothetisch noch freie Master-Plätze für BA-AbsolventInnen haben, wollen sie diese Plätze nicht in jedem Fall füllen, weil zur „Qualitätssicherung“ eben nur „die besten“ zugelassen werden sollen. Gegen diese Elitebildung hat sich Ex-Senator Flierl gestellt, doch die Berliner Unis wollen da nicht mitspielen (vgl. zuletzt „Da könnt‘ ja jeder Master werden“, Berliner Zeitung, 15.12.06).

Kenntnis der Studienanforderungen

Die meisten BA-Studierenden an der FU kennen ihre Studienordnung, ihren Studienverlaufsplan und die Modulbeschreibungen ihres Studienfachs „eher gut“ (S. 9). Dunkler steht es hier um die Pürfungsanforderungen die immerhin gut ein Drittel nicht kennt. Bei den Prüfungsanforderungen in der Allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) beurteilen sogar mehr als die Hälfte ihre Kenntnis als „eher schlecht“.

Beurteilung des Studienangebots

Als „eher gut“ beurteilen 62% der Befragten den Erwerb von Grundkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens während des Studiums (S. 10). Auch bei der „Vermittlung fachlicher Grundlagen“ bewertet noch eine solide Mehrheit von 71% das Studienangebot als „eher gut“. Knapp im positiven Bereich sind auch „Aufbau und Struktur“ sowie „Inhaltliche Breite des Lehrangebots“. Vernichtend fällt dagegen die „Vemittlung von Lerntechniken und -strategien“ (62% „eher schlecht“), „Verknüpfung von Theorie und Praxis (64% „eher schlecht“) und die „Vermittlung berufsrelevanter Qualifikationen“ (78% „eher schlecht“) aus.

Es ist bezeichnend für die Bologna Reform an der FU, dass man nun ausgerechnet in den Bereichen, die man sich bei der Bachelor-Einführung so groß auf die Fahnen geschrieben hatte, mehr Praxis- und Berufsrelevanz im Studienangebot, elendig verreckt. Manch ein Dozierender mag sich hingegen vermutlich fragen, wo diese 62% Studierenden sind, die sich selbst den „Erwerb von Grundkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens“ attestieren, den ihnen das Studienangebot ja angeblich vemittelt. Es stellt sich mithin die Frage, wie man Grundkompetenzen wissenschaftlichen Arbeitens erwirbt, wenn man zeitgleich diagnostiziert, dass das mit der Vermittlung von Lerntechniken und -strategien noch nich so recht klappt.

Während die Beurteilung der Module im Kernfach weitgehend positiv ausfällt (nur die Abstimmung der Lehrveranstaltungen innerhalb eines Moduls schwächelt noch etwas) (S. 11), ist das Ergebnis bei der Beurteilung des Studienbereichs der Allgemeinen Berufsvorbereitung (ABV) recht durchwachsen (S. 12). 71% beurteilen die ABV als Ergänzung zum Fachstudium als „eher gut“, 53% sehen hier auch die Vermittlung von Schlüsselkompetenzen noch als „eher gut“, aber nur 47% sehen das auch bei der Vermittlung berufspraktischer Erfahrungen so und bei der Vemittlung der Anforderungen am Arbeitsmarkt sind es sogar nur noch 30% „eher gut“ gegenüber 70% „eher schlecht“.

Grundsätzlich stellt sich wie immer die Frage, ob ein Studium überhaupt erstrebenswert ist, das sich so stark auf den berufliche Werdegang nach dem Abschluss konzentriert, das nicht „bildet“, sondern nur „ausbildet“. Nur wenn man sich dann schon auf die Fahnen schreibt, dass die BA-AbsolventInnen nach Möglichkeit perfekt-funktionierende Rädchen werden, die am Markt alle ihren Platz finden, dann ist es natürlich um so bitterer, wenn das Ergebnis der Umfrage gerade im Bereich Berufsvorbereitung und Praxisrelevanz so negativ ausfällt.

Bewertung der Unterstützungsleistungen

Das Informationsangebot zum Bachelor allgemein hält eine Mehrheit der Studierenden für „eher schlecht“ (S. 15). Besser sieht es hier beim Studienaufbau und beim Kernfach aus, hier scheint ein ausreichendes Informatiosangebot vorhanden zu sein. Besonders unzufrieden sind die Befragten mit Informationen zu den so genannten „affinen Bereichen“ der Mono-BA-Studiengänge sowie zur ABV.

Durchweg negativ fällt die Umfrage zur Unterstützung und Betreuung aus (S. 16). Egal ob bei der Planung des Studienverlaufs, der HA-Betreuung, der Hilfe bei Lern- und Arbeitsschwierigkeiten oder der Unterstützung bei der Berufsfeldorientierung und Prüfungsvorbereitung, stets sind BA-Studierenden „eher unzufrieden“ mit dem Angebot. Fatal dürfte sich hier der fortlaufende Stellenabbau auswirken, der eher noch weniger statt mehr Unterstützung und Betreuung durch die Uni produzieren wird.

Bei der Prüfungsorganisation sind die Studierenden zufrieden mit der Vorbereitung durch die DozentInnen, nicht jedoch mit dem anschließenden Feedback. Die Terminorganisation ist zufriedenstellend, nicht jedoch die Beratung durchs Prüfungsbüro (S. 17). Bei den Beratungsangeboten sind die Studierenden mit den Websiten der FU und dem Vorlesungsverzeichnis zufrieden, weitgehend unbekannt sind dagegen der „Infoservice der FU“ und die studentische Studienberatung (vermutlich weil sie kaum noch stattfindet?). Als eher negativ fällt das Beratungsangebot von Studien- und Prüfungsbüros auf (mit 38% „eher unzufrieden“ bei 33% „eher zufrieden“ und 28% „unbekannt“) (S. 18).

Studierverhalten

Insgesamt gaben 55% der Befragten an, im Sommersemester alle Lehrveranstaltungen gemäß exemplarisch Studienverlaufsplan besucht zu haben. 60% der nicht erwerbstätigen Studierenden konnten besagte Lehrveranstaltungen besuchen, bei den erwerbstätigen waren es nur 51% (S. 18). Als Gründe für ein nicht studienplankonformes studieren wurden hauptsächlich Terminüberschreitungen, fehlende Informationen zum Studienverlauf und zu hohe Leistungsanforderungen angegeben (S. 19). Wenn knapp die Hälfte der Studierenden nicht nach dem idealtypischen Studienverlaufsplan studieren kann, taugt dieser offenbar nicht viel. Auch das ein weiteres Indiz dafür, dass die Konstrukteure der BA-Studienordnungen i.d.R. wenig über die Realität der Studierenden wissen.

Nur 42% der Studierenden gaben an, dass sie im vergangenen Semester genug Zeit zur Verfügung hatten, sich auf die anstehenden Prüfungen angemessen vorzubereiten (S. 20). Die Mehrheit, der das nicht möglich war, gab vor v.a. zu hohe Prüfungsanforderungen, schlechte zeitliche Pürfungsorganisation und unzureichende Vorbereitung durch DozentInnen als Gründe an. Ein klarer Beleg für den Irrsinn in BA-Studiengängen quasi jedes Semester zum Prüfungssemester zu machen.

Ein weiteres zentrales Problem stellen offenbar die Überschneidungen von Lehrveranstaltungen dar (S. 20). Besonders hoch waren die Überschneidungen mit 57% zwischen Kernfach und Modulangebot bzw. affinen Bereich sowie zwischen ABV und dem Kernfach oder Modulangebot bzw. affinem Bereich mit 45% (S. 21). Eine Mehrheit von 61% der von Überschneidungen betroffenen Studierenden gab an, kein tragfähiges Angebot zur Überwindung der Problematik erhalten zu haben.

Zufriedenheit mit den BA-Studiengängen

Insgesamt ist eine Mehrheit von 68% im 2. Fachsemester und von 65% im 4. Fachsemester eher zufrieden mit dem Bachelorstudiengängen (S. 22). Das bedeutet aber eben auch, dass gut ein Drittel der BA-Studierenden mit dem Studium an der FU eher unzufrieden ist. Die Hauptursachen für die Unzufriedenheit fassen die Autoren des Papiers wie folgt zusammen (S. 23):

„Was die Unzufriedenheit mit dem Bachelorstudium betrifft, werden vor allem folgende Faktoren moniert: ein subjektiv als zu hoch empfundener Arbeitsaufwand, die Prüfungskumulation zum Ende der Vorlesungszeit (Gefühl der Überforderung) in Zusammenhang mit der mangelnden Transparenz der Studienanforderungen, eine als problematisch empfundenen Studienorganisation, fehlende bzw. widersprüchliche Informationen sowie Defizite in der Betreuung und Beratung. Hinzu kommen für die Bachelorstudierenden der Leistungsdruck aufgrund des zum Zeitpunkt der Befragung ungeklärten Zugangs zum Masterstudium und die ungewisse Berufsperspektive. In dieser Situation fehlt den Studierenden offensichtlich die notwendige Beratung und Betreuung.“

Was ihnen tatsächlichen fehlt, ist ein vernünftiges Studium und keine abgespeckte Ausbildung in sechs Semestern, wie sie der BA nun mal darstellt. Auch kann alle Beratung und Betreuung nicht darüber hinweg helfen, dass die FU wie oben bereits angesprochen gar nicht daran denkt, allen BA-AbsolventInnen optional einen Weitergang bis zum MA anzubieten, während die Berufsperspektiven für BA-AbsolventInnen weiterhin mehr als ungewiss bleiben.

Weiterhin keine allgemein zugängliche Aufschlüssung nach Fachbereichen

Das Ergebnis der Umfrage weist zwischen den verschiedenen BA-Studiengängen teilweise erhebliche Unterschiede auf, wie die Autoren gleich zu Beginn betonen (S.4). Dennoch werden die differenzierten Ergebnisse die einzelnen Studiengänge betreffend nur den Fachbereichen zugestellt. Im LHG News Blog heißt es dazu:

„Auf Nachfrage sollten die Fachbereichsergebnisse jedoch mindestens allen studentischen Gremienvertretern am jeweiligen Fachbereich, wenn nicht allen interessierten Studierenden über das Dekanat zugänglich sein. Wir setzen uns auch dort für einen offenen fachbereichsweiten Diskurs über die Ergebnisse und den sich daraus ergebenden Folgen ein.“

Zu wünschen wäre wirklich, dass die fachbereichsbezogenen Ergebnisse den Studierenden ebenfalls zugänglich gemacht werden. Die daraus letztendlich resultierende Vergleichbar von Fachbereichen bzw. Studiengängen wird auch von vielen Studieren kritisch gesehen, letztendlich kann man aber nur aus so einem Vergleich folgern, wo es an der Uni an einigen Ecken stärker „brennt“ als an anderen, was dann eben bis zu einem bestimmten Grad vielleicht auch Rückschlüsse zuließe, wie die Uni-Leitung einen Fachbereich gegenüber einem anderen bevorteilt oder wo fachbereichsintern mehr Mist gebaut wird als anderswo. Wenn Fachbereich A eine besser konzipierte Studienordnung hat als Fachbereich B, dann könnte B von A lernen und die Studierenden von Fachbereich B hätten ein Druckmittel gegenüber der eigenen Fachbereichsleitung diesen Lernprozess einzuleiten.

Wieder ein Internet-Seminar weniger am OSI

Dezember 17, 2006

Das seit mehreren Semestern bestehende Hauptseminar „Politische Analyse der Internet-Öffentlichkeit in Deutschland“ wird ab dem kommenden Sommersemester nicht mehr angeboten. Diese Entscheidung fiel am verganenen Donnerstag und überraschte sowohl die Seminar-Veranstalter, die fest von einer Fortsetzung im kommenden Semester ausgegangen waren, als auch Prof. Mengel in dessen Bereich das ins Aufbaumodul „Politische Systeme“ zählende Seminar gehörte.

Das Seminar wird von Dr. Richard Herding und weiteren MitarbeiterInnen des „Informationsdienstes für kritische Medienpraxis“ geleitet. Die Dozierenden engagieren sich „ehrenamtlich“, bekommen also ihren Lehreinsatz nicht vergütet. Umso unverständlicher erscheint die Streichung der Veranstaltung, denn das Seminar verursachte keine Kosten. Besser gesagt, fast keine, offenbar war der Verwaltungsaufwand dann doch zu hoch. Jedenfalls gibt es ein „Kapazitätslimit“ und das Internet-Seminar liegt wohl jenseits dieses Limits (die genaue Begründung war am letzten Donnerstag noch unklar).

Anders als viele andere Internet-Seminare litt dieses auch nicht an zu wenig TeilnehmerInnen, gut 35 EmpfängerInnen zählt die Mailingliste. Dazu trägt nicht zuletzt sicherlich auch der Praxisbezug bei: Die zu diskutierenden Websiten können während des Seminars direkt angesuft werden, da das Seminar im PC-Saal stattfindet (der ansonsten wenig für Lehrveranstaltungen genutzt wird). Kritisiert wurde im letzten Semester in den Kommentaren bei FUwatch allerdings auch das „lehrveranstaltungs-ferne“ Websurfen von einigen TeilnehmerInnen (siehe etwa hier und hier). Richtig ist sicherlich, dass viele TeilnehmerInnen nebenher auch noch ihre Mails abrufen oder sich ein wenig „subversiv“ betätigen. Das eine schließt das andere jedoch nicht aus, wie bereits im letzten Semester festgehalten, wird in dem Seminar durchaus ernsthaft und produktiv gearbeitet.

Das Wegfallen des Seminars ab dem kommenden Semester ist umso bitterer, da es ohnehin wenig Lehrveranstaltungen für die Schnittmenge „Politik und Internet“ gibt, obgleich es ja nicht an Themen in diesem Bereich mangelt. Seit dem letzten Semester werden einige Internet-Seminare von Dr. Heinz Gralki auch für OSIaner angeboten (sonst hauptsächlich für Soziologie-Studierende). Dr. Werner Breede, der bis zum SS 2005 auch in jedem zweiten Semester ein internet-nahes Seminar (im Bereich BS) am OSI angeboten hat, scheint auch ausgebootet worden zu sein. Im SS 2006 fiel seine ursprünglich angesetzte Lehrveranstaltung aus, vielleicht gibt es im SS 2007 wieder eine. Außerdem veranstaltet Prof. Funke in unregelmäßigen Abständen ein Seminar zum Thema „Internet und Rechtsextremismus“.

Ansonsten gibt es i.d.R. nur „einmalige“ Lehrveranstaltungen, also Pro- und Hauptseminare die dann einmal und nie wieder stattfinden, da der Bereich „Internet“ nicht Schwerpunkt in der Forschung des jeweiligen Dozierenden ist oder der Dozierende nicht am Institut tätig ist. Schade also, wenn jetzt jene letzten Internet-Lehrveranstaltungen mit etwas mehr Kontinuität aus dem Vorlesungsverzeichnis genommen werden.

Blackboard Patent-Streit / Videokonferenzsaal

Dezember 2, 2006

Während man bei der CeDiS not amused über die kritische Darstellung des FU-eigenen e-Learning-Angebots ist („deine kritik ist also in dem punkt völlig unberechtigt“, „details kann ich wie immer nicht verraten, aber das sollte nicht zu spekulationen eurerseits führen“), weisen die Kollegen vom DEFO- und vom LHG OSI-Blog auf andere Entwicklungen hin, die auch zu diesem Thema passen.

Der Kommilitone Stephan Manske schreibt über einen Patent-Streit in den USA in dessen Mittelpunkt die Blackboard Inc. steht:

[Blackboard Inc.] „hat nämlich ein oder wie Kritiker sagen das Patent auf nahezu alle programmierbaren netzunterstützten Lehr- und Lernsysteme bzw. ‚a system for providing to a community of users access to a plurality of online courses‘

Für Stephan ergibt sich daraus ein möglicher Vorteil für die FU, die mit der Wahl der Blackboard Academic Suite als LMS-Softwarelösung auf der sicheren Seite steht, sollte sich Blackboard Inc. in diesem in den USA erbittert geführt Patent-Rechtsstreit tatsächlich durchsetzen. Gleichzeitig führt er aber an, dass ein solches Softwarepatent nach geltender Rechtslage in Europa kaum Bestand haben dürfte (der Vorstoß in der EU eine Richtlinie zur Patentierbarkeit von „computerimplementierter Erfindungen“ durchzusetzen, scheiterte vorerst im Juli 2005; siehe Wikipedia).

Da Softwarepatente mehr als umstritten sind und es zurecht eine internationale Bewegung gegen ihre Einführung / Beibehaltung gibt, ist das für mich – normativ – eher ein klares Argument gegen die Verwendung von Blackboard als LMS, da die Blackboard Inc. eine solche äußerst fragwürdige Pro-Softwarepatent- Geschäftspolitik betreibt.

Zeitgleich weist Ronny Patz auf eine Neuerung am OSI hin: Der Fachbereich PolSoz besitzt seit kurzem einen Videokonferenzsaal! Zumindest theoretisch bietet der Saal die Möglichkeit wirklich mal ein wenig „e-Learning“ zu betreiben. So frotzelt Ronny über die möglichen Verwendungszwecke unter anderem:

„4. Für Vorlesungen: Statt hundertfünfzig Studierende für eine Vorlesung in die Ihne 22/E1 zu stopfen könnten die Studierenden eine Vorlesung bequem in der Cafeteria verfolgen. Die Anwesenheit wird über den Abgleich mit der IP-Adresse garantiert und für alle Menschen auf der Welt auf StudiVZ publiziert.

5. Für Studierende in anderen Bundesländern, die wegen Studiengebühren kein Studium anfangen konnten: Seminare (zu Themen, für die maximal 20 Studierende kommen) finden im Konferenzsaal statt und geben den Außenstehenden eine Vorstellung davon, was sie hätten haben können, wenn ihre Eltern genügend Geld gehabt hätten.“

Das hatten wir neulich auch in unserem e-Learning Seminar: Wäre es nicht schön, sich eine Vorlesung die um 8 Uhr morgens stattfindet erst um 12 Uhr mittags als Aufzeichnung anzusehen und sich dafür nicht mal in einen überfüllten Vorlesungssaal zwängen zu müssen, sondern das Ganze vor dem heimischen PC bei einer Tasse Kaffee konsumieren zu können?

Und das wäre ja nur die Nutzung als Aufzeichnung, „Konferenz“ meint ja, dass die andere Seite – sofern sie über eine entsprechende technische Ausrüstung verfügt – sich aktiv ins Geschehen einklinken kann. Und wenn der Prof dann mal nervt, einfach den Ton abdrehen und nur hin und wieder nicken bzw. einen Garderobenständer vor der Webcam postieren, bei einem Low-Quality-Connect merkt das ohnehin keiner. Hach, das wär’s doch.

Mal abgesehen davon, dass ein solches „Fernstudium“ via Videkonferenzen natürlich diverse negative Folgewirkungen haben kann (deren Ausführung den Rahmen dieses Posts sprengen würde), stellt sich natürlich die Frage, ob so etwas überhaupt für den PolSoz-Videokonferenzsaal vorgesehen ist. Das Foto auf der entsprechenden Website mit Konstrukti Risse suggeriert jedenfalls, es ginge hier eher um den Gedankenaustausch zwischen Dozierenden und Dozierenden, weniger zwischen Dozierenden und Studierenden. Der Raum selbst hat maximal Platz für 23 Personen und als Empfänger kommen wohl nicht etwa die großen Hörsäle im Henry-Ford-Bau in Frage, sondern nur andere spezielle Videokonferenzräume (etwa im Ausland), die kaum mehr Sitzplätze zur Verfügung haben werden als wir in unserem tollen „Videokonferenzsaal“.

Unklar ist, inwieweit man auch Konferenzen über das Internet abhalten kann (denn dann könnten Studierende zumindest vor dem heimischen PC partizipieren). In der Werbebroschüre kann man zwar nachlesen, dass alle nötigen Protokolle/Standards unterstützt werden (siehe letzte Seite), ob aber auch am FB PolSoz geplant ist, Konferenzen über das LAN hinaus im Netz zugänglich zu machen, bleibt abzuwarten.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

e-Learning an der FU Berlin

November 23, 2006

Hier die PowerPoint-Präsentation zu meinem Referat zum Thema „e-Learning an der FU Berlin“ (ursprünglich war es nur eine Linksammlung) für unser e-Learning Seminar.

Der erste Teil stellt das aktuelle eLearning-Angebot der CeDiS vor. Darunter auch ein Blick in die Zukunft inklusive Studierendenportal, Multi-Blogger-System und anderen „Web 2.0 Errungenschaften“. Diese Problematik ist zumindest regelmässigen LeserInnen dieses und anderer FU-Blogs bereits hinlänglich bekannt. Aber es werden auch die bereits bestehenden Angebote (Autorensoftware, Lernsoftware, Beratung, Schulung, etc.) kurz angeschnitten.

Der zweite Teil der Präsentation befasst sich noch einmal mit den fragwürdigen Bedingungen unter denen Blackboard als zentrales Learning Management System (LMS) an der FU eingeführt wurde. Es wird die immer noch aktuelle Frage aufgeworfen, ob die FU wirklich ein LMS braucht, wenn Blackboard von den meisten Dozierenden als reine „Dateiablage“ verwendet wird. Daneben gibt es weitere Kritikpunkte, die aufmerksamen Beobachtern der Szenerie schon bekannt sein dürften. Relativ neu ist hingegen eine Umfrage aus dem Juli, die sich an die FU-Studentenschaft richtete und Auskunft darüber geben sollte, wie das System angenommen wird, ob es Probleme gab, welche Funktionen tatsächlich genutzt wurden, etc. Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden ebenfalls in die Präsentation integriert.

Leider bin ich mit dem Vortrag nicht ganz durchgekommen, was neben der Tatsache, dass er etwas zu voluminös war, auch auf die zahlreichen Zwischendiskussionen und Abschweifungen zurückzuführen ist. Wer will kann sich die komplette Präsentation daher hier noch einmal herunterladen. Und auch für Nicht-TeilnehmerInnen des Seminars ist die Thematik vielleicht nicht ganz uninteressant.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Email-Funktion des Campus Managements wird bisher wenig genutzt

November 14, 2006

Das Studienbüro des FB PolSoz hat eine (relativ) neue Seite zum Campus Management eingerichtet, auf der sich Lehrende wie Studierende über den aktuellen Stand des Systems informieren können. Anhand von Screenshots in gruseliger Qualität wird den Dozierenden noch einmal die Eingabe von Noten und die Teilnahmebestätigung erklärt. Daneben werden aber auch Features beschrieben, die bisher von kaum einem Lehrenden genutzt werden, wie z.B. die Möglichkeit alle TeilnehmerInnen (oder einen einzigen) einer Lehrveranstaltung per Email anzuschreiben.

„Sie können Studierenden direkt aus der Teilnehmerliste Ihrer LV in Campus Management eine Mail senden, indem Sie auf den Namen des/der Studierenden klicken (einzelne Mail) oder allen TeilnehmerInnen Ihrer Lehrveranstaltung gleichzeitig eine Mail schicken, indem Sie auf den Link unter der Liste klicken ‚E-Mail an alle Teilnehmer senden‘ (die Adressen sind in der Mail im Bcc)“ (Informationen für Lehrende)

Ich bin zur Zeit in mehreren Lehrveranstaltungen, in denen der/die Dozierende regelmässig eine Rundmail an alle TeilnehmerInnen versendet, hier wäre die Benutzung dieser in CM integrierten Email-Funktion wirklich sinnvoll.

Denn wer kennt es nicht, das Ritual am Beginn eines jeden Semesters: Der/die Lehrende lässt Listen herumgeben, auf denen sich jedeR TeilnehmerIn auch mit ihrer/seiner Emailadresse eintragen soll. Danach kann der/die Dozierende jedoch ungefähr ein Viertel der Adressen nicht richtig entziffern (oder er/sie ist ganz einfach unkonzentriert), so dass zu Beginn jeder Sitzung erst mal eine kleine Diskussion gestartet wird, wer warum die letzte Email nicht erhalten hat. Der/die Dozierende nennt die Namen derjenigen TeilnehmerInnen, von deren Emailadressen er/sie nur eine Fehlermeldung bekam. Doch jede Wette, es sind von den genannten gerade in dieser Sitzung nicht alle da, weswegen die korrekten Emailadressen wieder unbekannt bleiben. Dafür sind neue KommilitonInnen hinzgestoßen, die sich nun auf der Liste eintragen müssen und deren Adressen dann zum Teil wieder nicht korrekt entziffert werden können. Andere Studierende beschweren sich nach drei Wochen bei dem/der Dozierenden, dass sie immer noch die Rundmails erhalten, obwohl sie doch schon nach der ersten Sitzung wieder aus der Lehrveranstaltung ausgestiegen sind, etc. pp.

Dieses nervtötende Theater könnte man in der Tat dadurch unterbinden, dass der/die Dozierende über CM einfach alle TeilnehmerInnen seiner/ihrer Lehrveranstaltung anmailt. Natürlich gibt es hier ein paar Probleme, die man in den Griff kriegen müsste:

  1. Entgegen allen Aufforderungen liest immer noch nur eine Minderheit der Studierenden Emails, die über den eigenen ZEDAT-Account laufen. Die meisten bleiben bei GMX, web.de, Gmail, etc. und rufen ihre ZEDAT-Mailbox wenn überhaupt dann nur sehr selten ab. Dieses Problem würde sich aber wohl von selbst lösen: In dem Moment, wo über den ZEDAT-Account auch LV-relevante Informationen laufen (Organisatorisches, Literaturhinweise, angehängte Artikel, etc.), würde er zwangsläufig intensiver durch die Studierenden genutzt.
  2. Dieses System würde all diejenigen ausschließen, die das Glück haben noch nach einer Studienordnung zu studieren, die kein CM vorsieht, oder die aus anderen Gründen nicht vom CM erfasst werden. Hier müsste man dann in der Tat auf altbewährte Methoden zurückgreifen und die Betroffenen müssten ihre Emailadressen dem/der Dozierenden „manuell“ mitteilen.
  3. Die Versendung als BCC erlaubt zwar eine Mail des Dozierenden an alle, aber nicht die Antwort eines einzelnen an den/die Dozierenden und alle anderen TeilnehmerInnen. Manchmal ist es durchaus sinnvoll, nicht nur dem Dozierenden auf seine Rundmail zu antworten, sondern auch gleich den anderen KommilitonInnen zu antworten, die mit einem zusammen dieselbe LV besuchen. Natürlich hat die Versendung über BCC ihre Berechtigung und ist eigentlich ein Muss in jeder zivilisierten Email-Kommunikation, in der eine Person eine Mail an mehrere andere Personen zugleich versendet (Begründung exemplarisch z.B. hier). Dies könnte man am besten durch eine Mailing-Liste-Funktion innerhalb von CM lösen, die es nicht nur dem Dozierenden, sondern auch jedem/jeder anderen TeilnehmerIn erlauben würde, mit allen anderen in der LV zu kommunizieren ohne dass sich die einzelnen Adressen alle sichtbar in der To-Zeile des Mailheaders tummeln würden.
  4. Nicht jedeR Dozierende ist bereit, das CM öfter als zu den notwendigen Eintragungen am Ende eines Semesters zu nutzen. Das stimmt zwar, doch die Wahrscheinlichkeit, dass er/sie eine in CM integrierte Mailfunktion nutzt ist höher, als dass er/sie sich den Aufwand macht für die LV einen Account im Blackboard oder in den Yahoogroups einzurichten. Blackboard ist eine optionale Kommunikationsmöglichkeit, die Dozierenden sind nicht verpflichtet sie einzusetzen. Ums CM kommen sie dagegen i.d.R. nicht herum. Was zwar bedauerlich sein mag, aber wenn sie sich ohnehin schon mit dem System auseinandersetzen müssen (unter anderem für die Noteneingabe und Teilnahmebestätigung), dann können sie es auch gleich zum Mailen an alle TeilnehmerInnen verwenden.

Bei aller Kritik am Campus Management sollte man doch die positiven „Nebenerscheinungen“ die die Einführung des System mitbringt nutzen. Dazu zählt sicherlich auch die Möglichkeit für Dozierende und hoffentlich bald auch Studierende innerhalb einer LV als Gruppe bequem via Email miteinander kommunizieren zu können ohne den nervigen und nicht selten auch zeitraubenden Aufwand, handschriftlich Listen mit den nötigen Emailadressen führen zu müssen. So trivial eine solche Funktion auch sein mag, für den virtuellen Informationsaustausch innerhalb eines Seminars ist sie essentiell.

Datenschutztechnisch wäre zu sagen, dass in dem System die Emailadresse eines Einzelnen nur in dem Moment bekannt wird, in welchem er sich entschließt zu partizpieren und an alle zu schreiben. Beschränkt er sich auf die Rolle des Empfängers von Informationen, bleibt seine Emailadresse allen (außer dem/der Dozierenden in ihrer/seiner Funktion als „Mailing Listen Administrator“ vielleicht) verborgen.

In Zukunft soll es ja ohnehin das „Einheitsportal“ an der FU geben, wo es dem Studierenden idealtypisch nicht nur möglich ist, allen anderen SeminarteilnehmerInnen zu mailen, sondern (hoffentlich) z.B. auch einzusehen wer sich außer ihm noch für dieselbe Referatsgruppe eingetragen hat, wie man diese Personen erreicht, usw. Ob der Studierende dabei „gläsern“ wird, hängt entscheident vom Rechtemanagement ab. Solange dem Studierenden selbst die Kontrolle darüber obliegt, wer welche seiner Kontaktinformationen einsehen kann, sollte es da eigentlich kein Problem geben.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

Das OSI im WS 06/07: Nur noch Tote und Emeritierte

Oktober 25, 2006

Okay, okay, ich hab mit der Überschrift vielleicht etwas übertrieben. Aber wenn man sich den „Semesterbrief“ des neuen geschäftsführenden OSI-Direktors, Prof. Dr. Peter Massing, durchliest, fällt doch auf, dass es viel darum geht, wer das OSI zu Beginn dieses Semesters alles verlassen hat. Es gibt zwar auch ein paar „Neuzugänge“, doch die Anzahl der Dozierenden die emeritiert werden oder das OSI aus anderen Gründen verlassen, überwiegt.

Die (unbewusst) düstere Beschreibung des OSIs gipfelt dann in einem Spendenaufruf, um unter anderem auch „Kränze und Todesanzeigen“ zahlen zu können. Wobei für die Dozierenden Richtbeträge auf Basis ihrer Besoldungsstufen ausgewiesen werden (ein Prof soll pro Jahr 50 Euro zahlen… bloß nicht zu viel, was *lol*). Studierende werden interessanterweise noch nicht zum Spenden animiert.

Im Anhang des „Semesterbriefs“ befinden sich einige Erläuterungen zu den neuen Studienordnungen der Studiendekanin Sabine von Oppeln.

Insgesamt ist dieser „Semesterbrief“ als Idee sehr positiv zu sehen, so eine kurze Abhandlung der Institutsleitung über den Stand der Dinge zu Beginn des neuen Semesters ist informativ und sollte in dieser Form beibehalten werden (so die Informationen nicht schon Eingang in das Vorwort des KVVs gefunden haben).

Ebenfalls veröffentlich wurden „Wichtige Infos zu Pflichtmodulen!“, durch deren Lektüre der interessierte Leser erfährt, dass Pflichtmodule aus einer Vorlesung und einem Proseminar bestehen, sowie worin der Unterschied zwischen „regelmäßiger“ und „aktiver Teilnahme“ besteht. Eigentlich nichts Neues.

Redundanz an der FU

Oktober 17, 2006

Wer will kann in diesem Semester ein Hauptseminar mit dem Titel „Medien und internationale Politik“ bei Gunnar Hammerschmidt besuchen.

Oder aber, man besucht bei Dubai Segbers ein Hauptseminar mit dem Titel, yes, „Medien und internationale Politik“.

FU BEST Program und Ekkehard Klausa

September 25, 2006

Das FU-BEST Program (kurz für Berlin European Studies) richtet sich in erster Linie an Studierende aus dem Ausland. Es möchte ihnen Europa, Deutschland, Berlin und die Deutsche Sprache näherbringen. Natürlich nicht ganz kostenlos:

„Tuition: 3,000 Euro per semester for the Fall and Spring semesters, 500 Euro for the German-style Sommersemster; Program Fee: 2,900 Euro per semester when housing in a single-occupancy, fully furnished studio apartment is selected; 3,200 Euro per semester when a homestay (incl. breakfast and dinner) is selected“ („Financial and housing information…“)

Ob es für Kaviar und Hummer einen Aufpreis gibt, war leider nicht zu erfahren. Immerhin ist aber eine nette Villa als Lehrräumlichkeit samt Weihnachtsbaum und devoter Gedenktafel inklusive.

In ihrer unendlichen Großzügigkeit erlauben die Macher des BEST Programs „im Prinzip“ auch 2 bis 3 FU-Studierenden pro Kurs die Teilnahme. So auch für eine Veranstaltung „The Human Condition and the Totalitarian Experience“ die am OSI und IfS als Proseminar anerkannt wird. Zu den „Teilnahmevoraussetzungen“ zählt unter anderem eine…

„Zulassungsbescheinigung durch den Academic Director des FU-BEST Programms. Pro FU-BEST Kurs stehen regulären FU Studierenden im Prinzip 2 oder 3 Plätze zur Verfügung. Die Auswahl von FU Teilnehmer/innen macht aber letztendlich das FU-BEST Programm selbst.“ (Einladung des FU-BEST Programs)

Zahlen müssen FU-Studierende bis auf die normalen „Studiengebühren“ (?) allerdings nichts.

Die „Causa Klausa“

Geleitet wird dieses Seminar von Dr. Ekkehard Klausa, den die „AG Kritikal“ besonders innig in ihr Herz geschlossen hat:

„In der Folgezeit offenbarte sich, was für ein Anhänger von nationalem Pathos unser Dozent ist und was alles an Menschenverachtung, Borniertheit, Rassismus und Antisemitismus herauskommt, wenn ein Mensch einfach nicht seine deutschnationale Brille abnehmen kann und also ständig Gegensätze wie („autochthon“) Deutsche/Fremde und Deutsche/Jüdinnen und Juden aufmacht. […] Im Anschluss an dieses Referat folgte dann der bisherige Höhepunkt, als es eine Diskussion darüber gab, ob die Menschen generell in Rassen einzuteilen sind. Dabei warf Klausa einer Studentin Besessenheit vor, weil sie sich gegen den Begriff der Rasse und die Behauptung, Rassismus sei nur die wertende Kategorisierung von Menschen in Rassen, sperrte.“ (AG Kritikal am Institut für Soziologie: „Ein interessantes Seminar…“ in: AStA-Info Nr. 7, Januar 2005)

Klausa hat unter anderem in der Zeitschrift „MUT“ veröffentlicht („Leitkultur – ein globales Problem und eine sehr deutsche Debatte“, MUT, Nr. 423), die eine sehr „bewegte“ Vergangenheit hat: Mitte der 1960er gegründet, hatte das Blatt zunächst eine klar rechtsextreme Position (laut Verfassungsschutz). Anfang der 1980er schaffte es die Wende und gewann Autoren wie Dahrendorf und Giordano. Zu den Herausgebern zählt heute unter anderem Peter Steinbach. Doch „einige Kritiker zweifeln an der Wandlungsthese und wollen weiterhin einen neurechten Kern erkennen“ (Wikipedia).

Die AG Kritikal widmete Klausa sogar eine ganze Broschüre, „Die Causa Klausa“, welche in digitaler Form leider nicht verfügbar zu sein scheint. Dieses Papier dokumentiert angeblich ausführlich Klausas wandeln auf Walsers Wegen.

Das OSI im OKB

August 3, 2006

Da zappe ich ziellos durchs nächtliche Fernsehprogramm und wen sehe ich auf dem OKB (der Perle der deutschen TV-Landschaft)? FSI-Pia, wie sie in einem Interview über die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge philosophiert, dass das mit der „Vergleichbarkeit“ ohnehin alles Blödsinn ist, etc.

Wie sich herausstellte handelte es sich dabei um ein Video-Projekt von OSI-Studierenden das im SoSe 2003 im Rahmen des Seminars „Politikwissenschaft und Praxis: Video in der außerschulischen politischen Jugendbildung“ entstanden ist. Untertitel des Videos war „Kritische Politikwissenschaft“, den Haupttitel habe ich wieder vergessen (und er lässt sich auch nicht ergoogeln). Ein Beitrag innerhalb des Videos nannte sich „die neue P-Klasse“ und befasste sich sarkastisch mit den neuen Anforderungsprofilen von Politikwissenschaftlern.

Leider habe ich nur das Ende gesehen und das Video scheint auch nicht online zu sein, da der OKB aber bekanntlich auch uralte Beiträge immer wieder gerne ausstrahlt, lebt das Video auf diesem Weg ewig weiter. Vermutlich wird es auch noch ausgestrahlt, wenn wir alle schon längst unter der Erde liegen. Trotzdem schade, dass es nicht als Stream zur Verfügung steht.

Rückblick Internet-Seminare

Juli 24, 2006

Im Seminar „Politische Analyse der Internet-Öffentlichkeit“ haben wir uns keineswegs nur mit „ebay-Auktionen“ beschäftigt, sondern zahlreiche Websiten analysiert. Wer will kann auf der Boomark-Liste Links zu diversen Dokumenten einsehen. Dies sind allerdings nicht die untersuchten Websiten selbst, sondern Artikel mit Übersichtsinformationen zu den verschiedenen Themenkomplexen. Dominierend sind dabei Wikipedia und Telepolis, aber wer etwas genauer hinsieht findet auch anderes, den meisten vermutlich noch unbekanntes Material.

Das zweite Internet-Seminar, in dem es um Rhetorik im Netz ging, drohte aufgrund der Erkrankung des Dozenten auszufallen, wurde dann aber von den Studierenden autonom weitergeführt. Durch das Auseinanderbrechen des Seminars (viele sind abgesprungen, es war lange nicht klar, wie es weitergehen soll, etc.) wurde die ursprüngliche Idee, das Seminar mit einem Blog zu begleiten nicht mehr konsequent fortgesetzt, der Blog ist verwaist. Immerhin wurde den Studierenden hier – im Gegensatz zu früheren Blog-Ansätzen – aber tatsächlich die Möglichkeit geboten, selbst Einträge zu verfassen und bestehende zu kommentieren.

Wanted by the LAI

Juli 22, 2006

Wie einer meiner Blog-Einträge zum FU-internen Politikum zu mutieren drohte (in eine Richtung, die von mir nicht intendiert war), warum ich diesen Eintrag zurückgezogen und komplett ersetzt habe und warum die LAI-Leitung nach mir suchte.

„Blackboard vs. Campus Management: Die ultimative Teilnehmerbegrenzungsschlacht“ (neuer Eintrag: „Zur Platzbeschränkung via Campus Management“) handelte von dem realen Fall einer Lehrveranstaltung am LAI, die auf 40 TeilnehmerInnen begrenzt wurde, für die sich aber zumindest OSI-Studierende von Anfang an ohne Teilnahmebeschränkung über das SAP Campus Managment anmelden konnten. Tatsächlich haben sich dann knapp 80 Leute über das CM angemeldet. Die LAI-Leitung zog die Teilnahmebeschränkung aufgrund dieser Massen zu Beginn des Semesters wieder zurück, alle durften also teilnehmen. Soweit so gut.

In dem Eintrag entwickelte ich darüber hinaus noch eine hypothetischen, alternativen Lauf der Geschichte: Was wäre denn gewesen, wenn das LAI die Teilnahmebeschränkung nicht zurückgenommen hätte? Wären dann die Leute die sich bereits zu viel im CM angemeldet haben wieder rausgeflogen? Und wenn ja, nach welchen Kriterien? Es geht also um die Frage, wer „overruled“ im Zweifelsfall eigentlich wen, der Institutsrat das CM oder das CM den Institutsrat? (Eine meiner Kernthesen lautet ja, dass das CM die Zentralisierung des Universitätswesen fördert, es umgekehrt also zu einer schleichenden Entmachtung „lokaler“ Ebenen (Fachbereiche, Institute) kommt.)

Die Dozentin der Lehrveranstaltung um die es hier ging, hat von Anfang an gesagt, sie nimmt alle Leute auf. Sie hat aber auch gesagt, dass es einen Beschluss des LAI-Rats gibt, demnach die Anzahl der TeilnehmerInnen eigentlich auf 40 zu beschränken sei. Ferner – und dies hat in der ersten Sitzung für Aufruhe gesorgt – dass die ILS-Master-Studierenden am LAI im Zweifelsfall zu bevorzugen sein, was die Teilnahme an der Lehrveranstaltung angeht. Denn diese müssen die Veranstaltung in jedem Fall besuchen, um ihr Modul abzuschließen (während die OSIaner noch Ausweichsmöglichkeiten haben).

Theoretisch hätte doch der IR sagen können „Hey, wir hatten da eine Teilnehmerbeschränkung beschlossen, wenn diese vom CM nicht umgesetzt wird, ist das nicht unser Problem“. Aber was dann? Dann hätten sich der IR respektive die Dozentin etwas einfallen lassen müssen, wie man die „überschüssigen“ Studierenden die wider der eigentlichen Planung über das SAP CM in das Seminar gelangt sind, wieder loswird. Eine denkbare Variante: Man macht den Zugang zum Course in Blackboard zur Teilnahmevoraussetzung. Per Einzelfreischaltung werden die ersten 40 reingelassen, die anderen 40 nicht. Die sind dann nur noch im SAP CM, aber nicht im Blackboard, können ergo nicht am Seminar partizipieren.

Soweit die Konstruktion eines worst-case-scenarios aus Sicht der Studierenden. Tatsächlich hat die Dozentin jeden Studierenden der sich über Blackboard anmelden wollte, einzeln freigeschaltet. Dies hatte aber nichts mit einer Teilnahmebeschränkung zu tun, denn diese wurde wie beschrieben zuerst inoffiziell später auch offiziell verworfen. Aus der Verwendung einer Blackboard-Funktion (Einzelfreischaltung) hatte ich den theoretischen Missbrauchsfall hergeleitet. Diese Unterscheidung zwischen dem was ist und dem was sein könnte (z.B. in einem anderen Seminar) ist dann bedauerlicherweise bei der Rezeption meines Eintrags durch Dritte unter den Tisch gefallen.

„Was ist denn ein Blog?“

Auf ein gesteigertes Interesse stieß mein Blogeintrag in der LAI-Führung. Die Instituitsleiterin (oder sonst wer im Stab) hatte nach dem Namen der Dozentin der LV gegoogelt und war so auf meinen Eintrag gestoßen. Woraufhin die Institutsleiterin unserem Seminar höchstpersönlich einen Besuch abstattete. Offenbar hätten wohl einige TeilnehmerInnen ein Problem mit dem Seminar / der Dozentin / dem LAI, es habe da so einen Blog-Eintrag gegeben, ob derjenige hier sei und sich dazu äußern könne. Schweigen. „Was ist denn ein Blog?“ fragt jemand aus dem Auditorium, die Institutsleiterin entgegnet, das wisse sie auch nicht so genau. Aber da sein halt diese Beiträge im Netz.

Die Leiterin bezieht die Position, dass ihr Institut schon genug Studierenden aus anderen Studiengängen Zugang gewährt (so wie ich es verstanden habe, gibt es eine Quotierung, wie viele Studierende aus anderen Instituten / Fachrichtungen ein Institut aufnimmt). Der Blogeintrag sei dabei hilfreiches Material, nicht in der Form, aber insgesamt sei doch Kritik willkommen, die die unhaltbaren Zustände anprangert. Es wurde in ihrem Vortrag offensichtlich, dass die Story zum Instrument zur Austragung inner-universitäre Rivalitäten zu mutieren droht (der generelle Streipunkt ist immer die Anzahl der eigenen Studierende die „auswärts“ Lehrveranstaltungen belegen im Verhältnis zur Anzahl externer Studierender die dafür ans Institut kommen). Folglich entschloß ich, mich ihrem Vorstoß nicht anzuschließen und mich taub zu stellen. Denn dass dann am Ende womöglich noch weniger OSIaner am LAI studieren können als bisher, war sicherlich nicht meine Intention bei der Erstellung des Eintrags gewesen.

What happens in the grotto stays in the grotto

Der Unmut über den Blog-Eintrag konzentrierte sich im wesentlichen auf zwei Punkte:

Erstens, die Verquickung von einem realen Fall mit hypothetischen Möglichkeiten wie er sich hätte weiter entwickeln können. Dazu ist zu sagen, dass in dem Eintrag von Anfang sprachlich sehr genau getrennt wurde, was tatsächlich ist und welches potentielle worst-case-scenario dieser Sachverhalt birgt.

Meine Kritik richtete sich zum einen gegen das Campus Management, das eine eigentlich bestehende Teilnahmebeschränkung in dieser Lehrveranstaltung nicht auswies und zum anderen gegen die LAI-Führung, die zu Beginn des Semesters offensichtlich eine Art „LAI first“-Politik auf Kosten Studierender aus anderen Fachrichtungen die am LAI eine Lehrveranstaltung besuchen wollen betrieb.

Zweitens, die Tatsache, dass der Blog-Eintrag einen Sachverhalt aus einer Seminarsitzung kritisch dokumentierte, ohne dass dafür von irgend jemand ein Einverständnis eingeholt worden wäre. Sicher, und wenn der SPIEGEL einen kritischen Bericht über die Machenschaften der Bundesregierung veröffentlicht, sollte er bei denen am besten auch erst mal nachfragen, ob das okay ist. Schon klar.

Kritik ja bitte, aber nur intern. Ein denkbarer Ansatz, nur halte ich ihn für recht naiv. Manchmal muss die Dokumentation von Mißständen auch nach außen getragen werden, z.B. um Dritten die ähnliches erlebt haben zu verdeutlichen, dass das kein Einzelfall war. Mißstände erfodern Widerstand, Widerstand setzt Koordination der Betroffenen und einen regen Informationsfluß zwischen ihnen voraus.

Überladener Eintrag

Besagte Veranstaltung war nun nicht die einzige, bei der eine Teilnahmebeschränkung eingeführt werden sollte. In einigen Fällen wurde sie umgesetzt, in anderen ausgesetzt. Was für Konsequenzen hat das? Was für eine Atmosphäre entsteht dadurch eigentlich auf dem Campus? In jedem Fall ist die Teilnahmebeschränkung ein Problem, dass man auch mal in der Öffentlichkeit diskutieren sollte. Und „Öffentlichkeit“ beschränkt sich eben nicht nur auf die TeilnehmerInnnen eines bestimmten Seminars, das man als Fallbeispiel heranzieht.

Allerdings war der Eintrag zugegebenermaßen überladen: Die Frage welche Konsequenzen sich aus einer Nichtübernahme einer offiziell beschlossenen Platzbeschränkung im Campus Management herleiten, die hypothetische Variante das die Dozierenden die Platzbeschränkung dann mit einem Trick via Blackboard durchsetzen könnten, gepaart mit einer allgemeinen Kritik der Platzbeschränkungspolitik am Beispiel eines LAI-Seminars; der Übergang von realen Vorkommnissen zu theoretisch-denkbaren Entwicklungen; das war dann doch zu unübersichtlich. Zudem der Eintrag auch als Kritik an der Dozentin interpretiert wurde, was nicht meine Intention war. Der neue, Ende Mai herausgebrachte Eintrag ist etwas abstrakter verfasst, spart sich den Ausflug ins Blackboard komplett, baut aber immer noch auf diesem realen Fall auf.

Andy Müller-Maguhn am OSI

Juli 18, 2006

Am Mittwoch (19.07.) wird Hacker-Papst Andy Müller-Maguhn Gast im Seminar „Politische Analyse der Internet-Öffentlichkeit“ sein. In der Einladung an ihn heißt es:

„Hätten Sie Lust, die Probleme des ‚zivilen Ungehorsams‘ und anderer unkonventioneller Vorgehensweisen zur Erhaltung & Erreichung der demokratischen Offenheit incl. Überwindung der digitalen Teilung anhand von Geschichte und Zukunft des Chaos Computer Club zur Diskussion zu stellen?“

Da Müller-Maguhn zugesagt hat zu kommen, wird das vermutlich auch das Diskussionsthema sein. Vielleicht wird aber auch getestet, wie gut die WinXP-Kisten im PC-Pool (da findet das statt) gesichert sind ;-). Da Müller-Maguhn in seiner Antwort nach kalten Getränken gefragt hat, wird es vermutlich auch solche geben; es lohnt sich jedenfalls zu kommen ;-).

Der PC-Pool ist bekanntlich nicht besonders groß, da auch die Bestuhlung recht schwach ist, solltet ihr in jedem Fall einen Stuhl von irgendwo anders her mitbringen (der Raum kann jedenfalls mehr Stühle aufnehmen als da sind).

Mittwoch, 19.07.06, 10 bis 12 Uhr, OEI (!), R. 204 (PC-Pool)

This is Dr. Greenthumb paging Dubai-Segbers…

Mai 16, 2006

„Wenn man den Fußball zur Professorenarbeit macht, verliert man seine Wurzeln.“

Lothar Matthäus, zitiert in „Hier steh ich nun, ich armes Tor“, Spiegel Online, 15.05.06

Der autistische PC-Pool

Mai 7, 2006

Während der Campus mit WLAN hochgerüstet wird, verschwinden PC-Pools langsam aus der Uni. Je mehr Studierende mit ihrem eigenen Notebook via WLAN ins Netz können, desto weniger brauchen sie Räumlichkeiten mit PCs und stationären Internetzugängen. Dieses Konzept setzt freilich voraus, dass Studierende die finanziellen Ressourcen besitzen sich ein immer noch vergleichsweise teures Notebook anzuschaffen.

Natürlich kann man PC-Pools nicht ganz abschaffen, da es einige Lehrveranstaltungs-Angebote gibt, die einen Zugang zu einem PC-/Internet-Arbeitsplatz zwingend voraussetzen. So wäre es z.B. schwer Studierende im Umgang mit SPSS zu schulen, wenn die TeilnehmerInnen nicht gleich vor Ort das Erlernte umsetzen können.

Dennoch steht Studierenden an der FU für OSI, OEI und IfS nur noch ein einziger PC-Pool zur Verfügung. Diesen können die StudentInnen aber auch nicht frei nutzen, er steht nur noch für Lehrveranstaltungen bereit. Man kann den Pool also nicht nutzen, um zwischen zwei Lehrveranstaltungen kurz Emails abzufragen oder mal in einer längeren Pause etwas zu Papier zu bringen und auszudrucken.

Während der Nutzung des Pools im Zuge einer Lehrveranstaltung ist dann aber nicht mal die Kommunikation der SeminarteilnehmerInnen untereinander über das Intranet möglich. Jeglicher Verbindungsaufbau zwischen zwei Pool-Rechnern wird unterbunden egal ob Remote Desktop, Nachrichtendienst oder Telnet, nichts geht.

Eine solch rigide Rechtevergabe mag sich aus Sicherheitserwägungen herleiten. Trotzdem wäre es dann nützlich irgend eine Messenger Software auf den PCs vorzufinden, die eine Live-Kommunikation zwischen den TeilnehmerInnen ermöglicht. Es geht doch nur darum, dass wenn jemand z.B. eine URL herausgesucht hat, er diese den anderen TeilnehmerInnen schnell übermitteln kann. Momentan läuft das so, dass die Adresse den anderen TeilnehmerInnen quer durch den Raum buchstabiert werden muss oder an die Tafel geschrieben wird, was insbesondere bei längeren URLs ziemlich lästig ist.

Es entsteht so die absurde Situation, dass obgleich alle Anwesenden miteinander vernetzt sind, man doch nicht auf virtuellem Weg direkt miteinander kommunizieren kann; eine Art „Autismus“ im PC-Pool.

Möglich wäre natürlich, dass alle sich über das Webfrontend ihres Email-Providers in ihren jeweiligen Mail-Account einloggen und man dann den Link an alle via Email versendet. Ein ungelenkes Verfahren, einfacher wäre die Kommunikation über einen Instant Messenger. Denkbar wäre z.B. der Einsatz eines speziell für den LAN-Betrieb konzipierten Messengers wie Lotus Sametime oder Softros. Man könnte es natürlich auch einfach über Jabber laufen lassen.

Hoffnung gibt die Tatsache, dass es z.B. möglich ist Firefox zu installieren, obwohl man als einfacher Nutzer formal gar keine Rechte hat, Software zu installieren. Firefox braucht wenig um in Gang zu kommen, es werden zwar Admin-Rechte empfohlen, tatsächlich muss man lediglich ein Laufwerk angeben für das man eine Schreiberlaubnis hat (Netzwerklaufwerk) und schon kommt der Installationsprozess durch und Firefox lässt sich anschließend problemlos starten (offenbar ist also das System doch nicht ganz abgeriegelt). Vielleicht ist es also auch möglich selber einen Instant Messenger aufzusetzen. Selbst wenn er sich installieren ließe, würde er aber vermutlich anders als Firefox nicht laufen.

Update 17.05.06

Heute habe ich mit Miranda endlich einen Messenger erfolgreich installieren und starten können, nachdem die Standard-Messenger sich wegen mangelnder Admin-Rechte nicht mal installieren ließen. Allerdings kann immer nur eine Person das Programm ausführen, bringt also auch nicht viel. Wie ich dann feststellen musste, hätte ich mir das Ganze auch sparen können, es scheint auf jedem System ein Windows Messenger draufzusein. Da der nicht im Menu auftauchte und ich über den Arbeitsplatz keinen Zugriff auf C: habe (da liegt er im Programme-Ordner), war ich davon ausgegangen, er wäre aus dem System gekickt. Probier ich nächste Woche mal aus (der Passport-Account muss dem Windows-Benutzerkonto zuzuweisen sein, dafür sollten die vorhandenen Rechte noch reichen).

Mein nächstes Projekt ist eine Linux-Distribution. Da ich natürlich kein Linux-System draufziehen kann, suche ich nach einer Distri, die man auch innerhalb von Windows starten kann (ohne Boot-CD, ohne eigene Partition, etc.). Da sowas normalerweise nicht so wahnsinnig viel Sinn macht, gibt es da auch nicht so viel Auswahl. Aber mit WinLinux, Damn Small Linux (DSL) (embedded edition) und DragonLinux habe ich schon drei potentielle Kandidaten.

Hans ist nicht gleich Henry

April 25, 2006

Eieiei, ein Gründungsmitglied der Grünen findet nach 25 Jahren zurück in den Universitätsbetrieb und lehrt dort Sicherheitspolitik. Einleitend kommt er auf Morgenthau als einen der wichtigsten Autoren des Realismus zu sprechen. Dabei referiert er ausführlich über dessen Leben als US-Finanzminister und Urheber des Morgenthau-Plans.

Bis ihn ein Kommilitone vorsichtig darauf aufmerksam macht, dass Hans Morgenthau (IB Koryphäe) und Henry Morgenthau (Erdenker des Morgenthau-Plans) nicht ein- und dieselbe Person sind. Fairerweise muss angefügt werden, dass von den ungefähr 70 anwesenden Studierenden sicherlich nur eine handvoll diesen Lapsus bemerkt hat.

Seminar-Blog am OSI

Oktober 26, 2005

Prof. Sven Chojnacki setzt für sein aktuelles Hauptseminar zum Thema „Demokratischer Frieden – Demokratische Kriege“ als auch für das von ihm geleitete „Tagespolitisches Colloquium Friedens- und Sicherheitspolitik“ jeweils ein Blog ein. Nach meinem Erkenntnisstand ist das eine Premiere am OSI, bisher nutzten DozentInnen ausschließlich Mailing Listen oder Learning Management Systeme wie Blackboard. Christian Boulanger hatte zwischenzeitlich auch mal mit einem Wiki experimentiert, sich dann aber für Plone als CMS entschieden.

Allerdings hat Prof. Chojnacki in seinen Blogs die Kommentar-Funktion deaktiviert, damit geht m.E. ein wesentliches Element hinter der Blogging-Idee verloren. Aber bei einem Seminar-Soll von 10 Exzerpten hätten die TeilnehmerInnen vermutlich ohnehin kaum Zeit für Blog-Kommentare.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.