Abgespeckte Mensa ohne Fleisch

Wie die Geschäftsführerin des Studentenwerks Berlin, Petra Mai-Hartung, am 20.02. auf einer Sitzung des Verwaltungsrats des Studentenwerk Berlins bekanntgab, soll die Mensa I nun doch nicht wie befürchtet geschlossen werden („Mensa I: Keine Schließung, aber…“, LHG Blog, 21.02.09).

Es wird allerdings wie schon angekündigt nur noch das Erdgeschoss weiter betrieben. Studentische Einwände, das Erdgeschoss sei zu klein für die dort verkehrende Anzahl von Studierenden und der Weg zur Hauptmensa für viele von ihnen einfach zu weit (um zwischen zwei Lehrveranstaltungen eine Mahlzeit dort einzunehmen), wurden mit dem Hinweis die bisherige Auslastung des Gebäudes über alle Etagen hinweg mache aus betriebswirtschaftlicher Sicht einfach keinen Sinn mehr, weggebügelt.

Als weiterer Grund wurde dann offenbar erneut die angeblich dringend notwendige Sanierung des Gebäudes angeführt, die aber in den Zuständigkeitsbereich der FU falle, welche momentan jedoch anderen Bauprojekten den Vorzug geben würde. Die Frage an dieser Stelle wäre natürlich, wenn das Gebäude wirklich so sanierungsfällig ist, warum kann dann das Erdgeschoss weiter benutzt werden? Ist es weniger baufällig als die oberen Etagen?

Vorgeschlagen wurde sich dafür einzusetzen, dass es künftig eine längere Mittagspause pro Tag gäbe, so dass alle Studierende genug Zeit finden sollten, sich in der Hauptmensa Nahrung zuzuführen. Ob das wirklich ein realistisches Szenario ist, erscheint aber doch recht fraglich. Das ganze Lehrveranstaltungs-System in allen Fachbereichen müsste dementsprechend angepasst und seit Jahrzehnten bestehende LV-Zeiten abgeändert werden.

Immerhin: Die Öffnungszeiten der Mensa I sollen bis 18 Uhr verlängert werden. Dafür gibt es dann jedoch nur noch ein vegetarisches Essen. Vermutlich weil dies leichter, schneller und kostengünstiger zuzubereiten ist. Trotzdem Vegetarismus aber Ausdruck eines modernen Lebenswandels geworden ist, essen nicht wenige KommilitonInnen immer noch gerne Fleisch und betrachten dessen Streichung von der Speisekarte sicherlich als erhebliche Einschränkung. Und über die Ansicht, dass das Fleisch in der Mensa ohnehin schon immer kaum genießbar war, wie in einem Kommentar im LHG Blog m.E. zurecht angemerkt wurde, kann man natürlich geteilter Meinung sein kann.

Insgesamt erscheint die Situation recht unbefriedigend, die Mensa I bleibt zwar, bietet jedoch deutlich weniger Platz als bisher und wird um die Mittagszeit völlig überlaufen sein.

Eine Antwort to “Abgespeckte Mensa ohne Fleisch”

  1. Dennis O. Says:

    „Baufällig“ ist nicht der richtige Begriff für den Zustand der Mensa I. Viel mehr hatte das Studentenwerk immer wieder mit Schimmel in der mensaeigenen Küche zu kämpfen, was jetzt zu erheblichen Beanstandungen durch das zuständige Gesundheitsamt führte.
    Das eine Essen im Erdgeschoss wird nun auch nicht mehr vor Ort gekocht, sondern angeliefert. Dies soll wohl vor allem Platz sparen, denn an eine eigene Küche im Erdgeschoss sei gar nicht mehr zu denken. Anders gesagt: Die Geräte der Mensa I sind bereits an andere Mensen in Berlin vergeben.

    Was mich eín wenig an der ganzen Geschichte stört, ist, dass die aktiven Studierenden in dieser Sache, leider zu spät auf die Vorgänge aufmerksam geworden sind. Weiterhin ist die Intervention auf einer Verwaltungsratsitzung sicherlich richtig und auch das Sammeln von Unterschriftenlisten. Wäre den Studierenden aber wirklich am Erhalt des Standortes Mensa I gelegen, müssten so langsam härtere Bandagen angelegt werden, will man aus einer reagierenden heraus zu einer agierenden Position in diesem Konflikt kommen. Eine Besetzung des Gebäudes würde sicherlich einigen Druck auf das FU-Präsidium sowie auf die Geschäftsführerin des Studentenwerks ausüben. Natürlich ist fraglich, ob für so eine Aktion genügend Studis zusammen kommen könnten (eher nicht). Die Frage ist aber nunmal, wie man vermeiden kann, weiterhin vor vollendete Tatsachen gestellt und dann von Person A zu Person B zu Person C und wieder zu Person A weiterverwiesen zu werden.

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