Druckerpressen zu Kindergärten

Seit die Druckerei des AStA TU während der kurzweiligen „Regierungszeit“ eines vom RCDS dominierten AStA im Jahr 2007 trotz diverser Gegenwehrversuche verkauft wurde (siehe „AStA-TU-Druckerei nun doch abtransportiert – und verschwunden“), ist die Druckerei des AStA FU die letzte in studentischer Hand verbliebene in Berlin. Der Wegfall dieser Druckerei wäre aber sicherlich insbesondere für den AStA FU ein harter Schlag.

Da mutet es dann natürlich schon verdächtig an, dass die FU-Leitung just in jenem Gebäude in dem sich die besagte Druckerei befindet einen Kindergarten einrichten möchte, was zur Folge hätte, dass die Druckerei aus dem Gebäude ausziehen müsste. Hintergrund ist laut FSI Wiwiss, dass der FU Fördermittel für eine solche Einrichtung zur Verfügung stehen, die man verständlicherweise auch nutzen möchte („Kostenpflichtige Kita statt AStA-Druckerei?“, FSI Wiwiss Blog, 21.01.09).

In dem geplanten „Kinderparadies Dahlem“ sollen StudentInnen ihre Kinder stundenweise abgeben können, was prinzipiell natürlich eine gute Sache wäre. Nur ist erstens bis heute nicht geklärt, ob dieses Angebot für die Studierenden kostenlos ist oder ob sie für diese Dienstleistung etwas zahlen müssten. Zweitens wird nicht ganz deutlich, warum es nun ausgerechnet dieses Gebäude sein muss. Die FU begründet dies laut FSI Wiwiss mit der guten Lage des Gebäude, hätte wohl aber auch noch andere leerstehende Objekte zur Verfügung.

Wie die FSI Wiwiss ausführt, gibt es zudem an der FU ja bereits eine Kita, die vom Studentenwerk betrieben wird. Denkbar wäre also vielleicht ein Ausbau dieser Einrichtung bzw. ihre Übernahme durch die FU mit den besagten Fördermitteln. Das Druckerei-Gebäude ist für eine Nutzung als Kinderbetreuungseinrichtung dagegen zur Zeit nicht geeignet, es müsste komplett und damit kostenintensiv saniert werden. Auch der AStA müsste tief in die Tasche greifen, wenn er mit seiner Druckerei umziehen wollte. 10.000 bis 15.000 Euro werden veranschlagt, die der AStA (und damit letztlich die Studierendenschaft) dafür aufbringen müsste – falls denn überhaupt ein Ersatzgebäude in Aussicht gestellt wird. Wahrscheinlicher ist, dass mit dem Auszug auch das Ende der Druckerei eingeläutet würde.

Bedenkt man, dass der AStA in der Regel eine sehr kritische Haltung zur FU-Administration einnimmt und diese Haltung über seine Publikationen auch fortlaufend verbreitet, käme es der FU-Führung sicherlich nicht ungelegen, wenn die Druckerpresse des AStA für immer zum Stillstand kommen würde. Und immerhin geht es hier ja auch um eine bessere Betreuung von Kindern, welcher hochschulpolitisch engagierte Studierende wollte sich dagegen schon verwehren? Eine schöne PR-Strategie, die aber am Ende eben doch recht durchsichtig wirkt.

Der AStA und ihm nahestehende Studierende sagen natürlich nicht kategorisch „Nein“ zu der Kita-Idee, haben aber jedoch auch nicht vor, dafür ihre Druckerei widerstandslos aufzugeben (denn die Kita könnte sicherlich woanders ihren Platz finden). Am Donnerstag (05.02.) treffen sich Interessierte um 18 Uhr im Roten Café hinter dem OSI, um Strategien zu diskutieren, wie die AStA-Druckerei erhalten werden kann.

5 Antworten to “Druckerpressen zu Kindergärten”

  1. Richard Sorge Says:

    „Wie die FSI Wiwiss ausführt, gibt es zudem an der FU ja bereits eine Kita, die vom Studentenwerk betrieben wird. Denkbar wäre also vielleicht ein Ausbau dieser Einrichtung bzw. ihre Übernahme durch die FU mit den besagten Fördermitteln.“

    Da hier nur spekuliert wird, hier ein Informationen über den anscheinenden Ist-Stand:

    1. Die Kita der FU fährt schon an der oberen Grenze der Belasbarkeit (was sehr schön ist, da es zeigt, das es an der FU noch Eltern gibt.)

    2. Das Gelände der Kita läßt keinen Ausbau zu.

    3. Die Kita wurde erst vor zwei Jahren an das Studentenwerk übergeben, was nicht unumstritten war, aber mehr Flexibilität im Personalschlüssel zuläßt.

    4. Die Förderung einer Kita in Berlin hängt von einem Betreuungsgutschein ab. Studenten sollten kein Problem haben, diesen zu einer minimalen Selbstbeteiligung zu erhalten. Deshalb sehe ich hier die soziale Komponente durchaus abgefedert.

    Ob man dafür nun die heilige Druckerei aufgeben muss, bleibt eine politische Entscheidung, aber ich teile hier die Menung, dass man auch extern sehr gut sehr schnell drucken kann. Ich selbst war in einer anderen Uni im AStA, welcher alle Druckprodukte extern produzieren ließ. Auch das kann problemlos funktionieren.

  2. zufälliger bloqleser Says:

    es schwirrt bei den veranschlagten Umzugskosten noch ein zweiter Betrag im Netz herum, insgesamt würde ein Umzug bis zu 25.000 Euro kosten können, wenn man der Aussage trauen kann:

    http://de.indymedia.org/2009/02/241141.shtml

  3. Carola Says:

    „aber ich teile hier die Menung, dass man auch extern sehr gut sehr schnell drucken kann.“

    Das ist aber wohl eine Entscheidung, die der AStA zu treffen hat, und nicht die Unileitung – so stinkt das Ganze danach, dass von Seiten der Unileitung missbeliebige politische Meinungsvervielfältigung erschwert werden soll.

    Punkt 2: Die FU hat genügend leere Gebäude, in die eine Kita reingesetzt werden könnte…

  4. feierabend? Says:

    leider scheint dem thema in diesem bloq derzeit wegen osi-zeitung-ausgaben ein wenig schläfrig zu werden, oder hat es nur ein bißchen zuviel tee getrunken.

    spinn ich oder gab´s ein treffen zwischen langes leuten und asta diese woche.

    und, was war nun?

    könnten die werten herrschaften von dem dotierten gelben villenbüro sich bitte mal entsinnen, daß wir studis ihnen sowohl die arbeitsplätzchen unter den popos als auch das maschinchen, um das es auf dieser seite geht, finanzieren?

    und auch ich dummes nurstudi-huhn würd gern wissen, ob es im übernächsten semester eine analoge out of dahlem gibt, so spannend das geflüster zur osi-zeitung unter allen anderen umständen auch sein mag.

    thema hoch! studi fragen und wollen habe antwörter.

  5. AStA-Druckerei scheinbar gerettet « FUwatch Says:

    […] scheinbar gerettet Wie wie berichtet will die FU-Adminstration einen neuen universitären Kindergarten ausgerechnet in dem Gebäude […]

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