Keine McKinsey-Werbung mehr für „Elite“-Studis

Wie im November letzten Jahres berichtet, hatte die FU für die Unternehmensberater McKinsey und Boston Consulting Bewerbungseinladungen an „Elite“-StudentInnen aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften versendet. Die Einladung erhielten demnach nur Studierende die zu den besten ihres Jahrgangs gehörten, was man an den Noten und der Anzahl der Semester festmachte.

Der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix kritisierte diesen Vorgang, weil das Prinzip der Chancengleichheit durch dieses Vorgehen verletzt würde. Es hätten wenn, dann alle Studierenden angeschrieben werden müssen, die ein Fach seit einer bestimmten Anzahl von Semestern studieren.

Sebastian Heiser, der diesen Skandal damals in der taz aufgedeckt hatte, ist an der Story drangeblieben und berichtet nun, dass die FU ihre umstrittene Kooperation mit den Unternehmensberatern aufgegeben hat. Dies hat sie in einem Brief an Dix bekanntgegeben. Sie wähnt sich darin jedoch weiter im Recht und sagt die Einstellung der Kooperation hätte nichts mit der Kritik des Datenschutzbeauftragten zu tun gehabt:

„Auch in dem Brief an Dix schreibt die Universität, die Nutzung der Daten sei sehr wohl rechtmäßig gewesen. Man werde dennoch künftig bis auf weiteres darauf verzichten – dies sei unabhängig von der Kritik des Datenschutzbeauftragten. Aus welchen anderen Gründen die Universität die Kooperation jetzt beendet, wollte sie der taz auf Anfrage allerdings nicht mitteilen.“ („Elite-Studis müssen sich wieder selbst um Jobs kümmern“, taz, 26.01.09)

Und während die FU nicht verraten möchte, warum sie die Kooperation eingestellt hat, hält der Landesvorsitzende der Berliner Grünen, Stefan Gelbhaar, in einer Pressemitteilung noch einmal fest, warum das in jedem Fall ein richtiger Schritt war.

So könnten Studierende die nicht zu den Ausgewählten gehörten bei späteren Bewerbungen schon durch einen „bloßen Abgleich mit der FU-Selektion“ eine Benachteiligung erfahren. Ferner geht Gelbhaar davon aus, dass die Kosten für die FU (durch Vorbesprechung, Vereinbarung, Fertigstellung und Absendung der Briefe, etc.) die jeweils gezahlten 200 Euro vermutlich überstiegen hätten. Außerdem solle sich die FU lieber ihren Kernaufgaben, Lehre und Forschung, widmen. Hier bleibe „genug zu tun“ („FU keine Unternehmensdienstleisterin und Datenverkäuferin mehr – Besser ist’s!“, Pressemitteilung der Grünen Berlin, 26.01.09).

Eine Antwort to “Keine McKinsey-Werbung mehr für „Elite“-Studis”

  1. Keine McKinsey-Werbung mehr an FU Elite-Studis | fsi-wiwiss Says:

    […] Die FU hat nun, nachdem sie eine Menge Kritik dafür einstecken musste, dass sie Werbung verschiedener Unternehmensberater an nach Notenkriterien ausgewählte Studenten geschickt hat, ihre Kooperation mit McKinsey und Boston Consulting Group eingestellt, über die wir Anfang November in unserem Blog-Eintrag “FU leitet McKinsey-Werbung an ausgewählte Studis weiter” berichteten. Genaueres dazu auf FUwatch. […]

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