Wenn das gute Geschirr nach Oberschöneweide verkauft wird

Wie berichtet steht die Mensa I in der Van’t-Hoff-Straße offenbar kurz vor ihrer Schließung. Nach einer Komplettsanierung des Gebäudes soll nach gegenwärtigem Informationsstand nur in der untersten Etage eine Cafeteria verbleiben, die dann aber sicherlich weder quantitativ (Anzahl der Sitzplätze für hungrige Studierende) noch qualitativ (Auswahl der Gerichte) an die alte Mensa I heranreichen wird.

Was nach gegenwärtiger Planung dann in den oberen Teil des Gebäudes kommen soll, ist weiterhin unbekannt. Die FU wird das Gebäude anderweitig verwenden, mehr Details gibt es (noch) nicht.

Wie im LHG Blog berichtet wird, hat sich der Verwaltungsrat des Studentenwerks (welches die Mensa bisher betrieben hat) noch nicht mit dem Sachverhalt befasst und wusste auch noch nichts von der geplanten Schließung (Stand: 08.01.09).

Bekannt ist hingegen, dass das nicht mehr benötige Inventar der Mensa an den Standort der FHTW Berlin in Oberschöneweide (nicht „Oberschönhausen“ ;-) verkauft werden soll (LHG, 08.01.09).

Unterdessen hat sich der Fachbereichsrat (FBR) Wiwiss deutlich gegen eine Schließung der Mensa I ausgesprochen. Dekan Sydow möchte zusammen mit anderen Dekanen beim FU-Präsidium vorstellig werden, um die Schließung doch noch abwenden zu können. Bei der LHG sieht man dafür jedoch wenig Chancen, da die Schließung ja offenbar nicht vom Präsidium sondern vom Studentenwerk ausgeht (LHG, 15.01.09).

Hier wäre noch zu klären, ob das wirklich so stimmt. Noch im Dezember wurde im DEFO-Blog festgehalten:

„Die Mensa soll nach den Sanierungsarbeiten nicht weiterbetrieben werden. Ob allerdings das Präsidium, welches schon anderweitige Nutzungspläne für das Gebäude hat, oder ob das Studentenwerk den Betrieb wegen mangelnder Rentabilität schließen will, ist noch unklar.“ („Mensa I soll geschlossen werden!“, DEFO Blog, 16.12.08)

Sind die „anderweitigen Nutzungspläne“ der FU für das Gebäude also wirklich eine Reaktion auf die Erkenntnis des Studentenwerks die Mensa I aufgeben zu müssen oder stand der neue Nutzungsplan in Wahrheit nicht vielleicht schon viel länger fest und wäre dann der eigentliche Grund für die Schließung? Diese Frage ist immer noch nicht ganz geklärt. Interessant wäre es in diesem Kontext zumindest zunächst zu erfahren, wer oder was nach der Sanierung in den oberen Teil einziehen soll.

In einem weiteren Beitrag im LHG-Blog zum Thema wird beklagt, dass die Organisation von studentischem Widerstand gegen die Schließung bisher recht schleppend verlief. Kamen Mitte Dezember noch 30 Studierende zu einem Treffen, waren es einen Monat später nur noch vier.

7 Antworten to “Wenn das gute Geschirr nach Oberschöneweide verkauft wird”

  1. Thomas Says:

    Wichtig sind die Daten der Beiträge. In unserem ersten Dezemberbeitrag haben wir auch noch über die Rolle des Präsidiums spekuliert. Nichts Genaues weiß man nicht, das ist das Problem. Bisher haben wir keine gesicherten Informationen, ob es Nachnutzungspläne gibt oder nicht.

    In jedem Fall aber, die Information ist (wie im Blog beschrieben) durch eigene Aussagen des Studentenwerks bestätigt, geht die Schließung zuerst auf eine Reaktion des Studentenwerks auf Auflagen des Gesundheitsamts zurück.

    Heute ist übrigens das nächste Treffen, wieder Raum 1122 bei den Juristen, 18 Uhr

  2. Mathias Bartelt Says:

    Liebe Leute,

    ich habe mich, so weit mir in kurzer Zeit möglich, ein Mal kundig zu machen versucht, wie die Entscheidungsmöglichkeiten in diesem Fall – vom Verwaltungsrat des Studierendenwerks abgesehen – verlaufen. Das bedeutet: Möglichkeiten. Es besagt noch nichts darüber, ob es so gelaufen ist bzw. läuft. Das Folgende daher nur als Hilfestellung und ohne Mythen aufzumachen:

    Raumplanung:

    Zwar kann das Studierendenwerk als Anstalt selbst die Entscheidung treffen, ob seine Räumlichkeiten anderweitig genutzt werden. Doch es ist eine staatliche Anstalt. Der Berliner Senat kann eine solche Entscheidung auch an sich ziehen und mitunter genau das getan haben. Denn im Falle des Studierendenwerks besitzt er nicht nur eine Rechtsaufsicht, sondern auch eine Fachaufsicht.

    Die oberen Ebenen der Berliner Hochschulen stehen in regulärem Austausch mit der Senatsverwaltung für Wissenschaft. Dies mindestens auf Arbeitsebene. In Bezug auf die hier geäußerten Vermutungen, daß auch die FU-Leitung bereits Bedarf im Gebäude, wo die Mensa I untergebracht ist, angemeldet haben könnte – und dies schon seit Längerem – bestünde zumindest die Möglichkeit, daß sie dies in diesem Fall getan hat.
    Das liefe mitunter so: Die FU-Leitung hat das Studierendenwerk direkt zu derlei angehalten oder war sich so wie so mit ihm einig. Oder: Die FU-Leitung hat über die Senatsverwaltung für Wissenschaft, die beim beim Studierendenwerk eingriffsberechtigt ist, „nachgeholfen“.

    Auf FU-Seite kommt für die Raumplanung das Referat III B – Raum- und Bauplanung der Abteilung III: Technische Angelegenheiten in Frage. Was immer von FU-Seite an Planungen besteht, müßte demnach hier durchgehen. Es könnte also hier angefragt werden.

    Gefragt werden könnte, ob ihnen bekannt ist: Haben die Raumkapazitäten der FU dazu führen können oder geführt, daß die FU-Leitung nach Kapazitätsverwaltung auch bei benachbarten Behörden (hier: der Anstalt Studierendenwerk) gefragt hat. Nicht zuletzt die „Exzellenz“-Verwaltung in der FU soll zu zunehmenden Raumproblemen führen. Denn irgendwo müssen die zusätzlichen Forscher/innen untergebracht werden.

    Kurz: Die FU-Leitung könnte beim Studierendenwerk (über die Senatsverwaltung) angefragt haben, ob das Studierendenwerk nicht bereitwilliger zur Schließung der Mensa wäre, als es das mitunter selbst ohnehin schon wäre. Oder anders: Das Studierendenwerk könnte an sich bereits Begehrlichkeiten gehabt haben und zusätzlich durch die FU-Leitung dazu bewegt worden sein, die Mensa I zu schließen.

    Als weitere Stelle zum Nachhaken kommt somit neben dem Referat für Raum- und Bauplanung der FU auch die Senatsverwaltung für Wissenschaft in Frage.

    Mit besten Grüßen

    Mathias Bartelt

  3. Niklas Says:

    Eine Komplettsanierung des Gebäudes ist in jedem Fall aufwendig. Unwahrscheinlich, dass sich die FU zu diesem Schritt entschlossen hat ohne eine konkrete Vorstellung, was nach der Sanierung mit dem Gebäude passieren soll.

    Dass es so etwas wie einen Nutzungsplan für das Gebäude gibt ist also zumindest anzunehmen. Die FU wird sich sicherlich schon vor oder während der Planung der Sanierung mit dem Studetenwerk verständigt haben. Wenn das Studentenwerk aber die Mensa dichtmacht, warum das Gebäude überhaupt noch sanieren, wenn man nicht zeitgleich einen alternativen Nutzungsplan für die frei werdenen Räumlichkeiten hat?

    Die Frage ist dann, wer oder was konkret in die oberen Etagen einzieht und ob diese Entscheidung dann wirklich eine (alleinige) Reaktion auf die Erkenntnis des Studentenwerks war die Mensa aufgeben zu müssen, oder ob nicht allen bisherigen offiziellen Verlautbarungen zum Trotz die FU parallel auch Druck auf das Studentenwerk ausgeübt hat, zumindest den oberen Teil des Gebäudes zu räumen.

    Ganz ausschließen kann man dies nicht, Mathias hat ja im obigen Kommentar schon skizziert, wie das theoretisch hinter den Kulissen abgelaufen sein könnte.

  4. Thomas E. Says:

    Spekulationen. Klar ist davon auszugehen, dass es eine Nutzungsplanung gibt. Bislang wissen wir ja aber noch nicht mal, was die denn nun umfassen soll – und ob das nicht, kann man dann auch spekulieren, vom Studentenwerk vorgeschoben wird, um den Schwarzen Peter anderen zuzuschieben, während man in der FU nach wie vor von einer Mensa ausgeht?

    Für’n Bürogebäude ist der Kasten jedenfalls denkbar ungeeignet. Der Bau in seiner ganzen baulichen Anlage taugt nur für Veranstaltungen, Ausstellungen und Versorgungsleistungen.

    Wenn man’s ändern wollte, würde das zumindest so umfangreiche Bauarbeiten nach sich ziehen, dass eine Baugenehmigung wohl erforderlich wäre. Ein derartiges Verfahren ist beim Bezirksamt Zehlendorf aber nie angestoßen worden.

  5. fsiosi Says:

    Unterschriftenkampagne gegen Schließung der MensaI

  6. Mathias Bartelt Says:

    Lieber Thomas,

    was hindert Euch, bei der Senatsverwaltung (und/oder der FU-Abteilung III) anzufragen? Und egal, wie es bisher letztlich abgelaufen ist, läßt sich das auch umkehren: Die Senatsverwaltung könnte von Studierenden-Seite angeregt werden, beim Studierendenwerk nachzuhaken und im Zweifel einzugreifen – zu Gunsten der Offenhaltung der Mensa I. Auch, wenn nicht garantiert ist, ob sie es tun würde. Es ist besser, als nichts zu tun. Zumal im „werkblatt“ des Studierendenwerks immer von mehr Studierendenfreundlichkeit die Rede ist, von Mensasanierungen, Mensaneueröffnungen etc. Die Schließung der Mensa I paßt nicht in dieses (hochschul-)öffentlich erzeugte Bild. Ein solches öffentliches Gegenbild könnte dem Studierendenwerk auch nicht unbedingt gelegen kommen.

    Zu Baugenehmigungen: Zwar ist auch das nur „Spekulation“, doch wie schon bei „MediaSpree“ könnte m.E. auch in diesem Falle der Senat die Frage einer Baugenehmigung an sich ziehen. Eine Anfrage allein beim Bezirksamt Zehlendorf dürfte kaum als hinreichende Nachforschung anzusehen sein. Die Berliner Bezirke im Übrigen wie auch die Bezirksverordnetenversammlungen und ihre Bezirksämter sind Untergliederungen des Landes Berlin. Sie sind nicht souverän (und könnten, wenn gewollt, vom Abgeordnetenhaus aufgelöst werden). Die Bezirke sind Untergliederungen von Abgeordnetenhauses Gnaden. Immer wieder sichtbar im Übrigen, wenn Finanzsenator Sarrazin wieder ein Mal in die Finanzen der Bezirke eingreift.

    Wie auch immer: Anfragen kostet nichts. Das gehört mit zu besagter inhaltlicher bzw. inhaltlich-organisatorischer Arbeit, bzw., um Dich zu rezitieren, zum eigenen Vorlegen oder Initiieren von Konzepten.

    Mit besten Grüßen

    MB

  7. Unterschriftenkampagne gegen Mensa-Schließung « FUwatch Says:

    […] gegen Mensa-Schließung GegnerInnen der geplanten Mensa-I-Schließung haben eine Unterschriftenliste erstellt, auf der die UnterzeichnerInnen fordern, dass die Mensa I […]

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: