Riedmüller, Rotwein und das „Professorium“

Im Vorfeld der FU-Wahlen hat der Kommilitone Ralf Hutter, studentischer Vertreter der FSI-Liste im FBR PolSoz, einen Bericht über die letzten Vorkommnisse im Fachbereichsrat verfasst („Kampf und Krampf im Fachbereichsrat PolSoz im Herbst und Winter 2008“, FSI Blog, 11.01.09). Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Kritik am Führungsstil der derzeitigen PolSoz Dekanin, Prof. Dr. Barbara Riedmüller.

Ralf thematisiert hier unter anderem noch einmal die sehr umstrittene Berufung von Zürcher und Chojnacki (siehe „Berufungsskandal“). Das „verschlankte Berufungsverfahren“ wurde mit einer „Rufabwehr“ begründet. Im Falle Chojnackis lag ein Ruf aus Kiel vor, im Falle von Zürcher angeblich einer der Uni Ottawa, der jedoch bis heute als etwas mysteriös gilt:

„Im Falle Zürcher gaben nämlich die beim Dekanat vorliegenden Dokumente Anlass zu Zweifeln bzgl. der Rechtmäßigkeit der Bewerbung. Die im Präsidialamt gelagerten Dokumente, in diesem Fall vor allem der Ruf der Universität Ottawa, durften gar nicht erst eingesehen werden.“ („Kampf und Krampf im Fachbereichsrat PolSoz im Herbst und Winter 2008“, FSI Blog, 11.01.09)

Auch der Brief den Zöllner angesichts der Berufungsskandals verfasst hatte (siehe „Berufung von Chojnacki und Zürcher erneut angesetzt“), blieb weitgehend geheim:

„Nicht einsehbar ist auch der Brief des Wissenschaftssenators Zöllner an die Dekanin, mit der er sie dazu aufforderte, die Schaffung der Professuren erneut abstimmen zu lassen (angeblich wegen Formfehlern). Riedmüller las nur ausgewählte Sätze daraus vor. Ihr Amtsführungsstil bewirkte auch in diesem Fall Misstrauen.“ („Kampf und Krampf im Fachbereichsrat PolSoz im Herbst und Winter 2008“, FSI Blog, 11.01.09)

Wie berichtet kam es dann nach den Semesterferien zu einer teilweise hitzig geführten Diskussion unmittelbar vor der zweiten Abstimmung („Mehrheit für Berufung von Chojnacki und Zürcher im FBR“). Im Zuge dieser Debatte (die sich insgesamt über mehr als eine FBR-Sitzung hinzog) wurde nach Angaben Ralfs auch die Dekanin Riedmüller stark kritisiert:

„Bei diesem für das OSI derart wichtigen Thema zeigte sich übrigens mehrere Male in besonderem Ausmaß der autoritäre Stil der Dekanin, die auch eine WiMi und mindestens zwei Profs derart hart ob deren Positionierungen anging, dass einer der letzteren bei seiner zweiten Wortmeldung schon das Wort ‚Dienstaufsichtsbeschwerde‘ in den Mund nahm.“ („Kampf und Krampf im Fachbereichsrat PolSoz im Herbst und Winter 2008“, FSI Blog, 11.01.09)

Ralf schneidet in seinem Bericht auch die Auseinandersetzung im Vorfeld der Detlef-Hartmann-Diskussionsveranstaltung vom 12.12.08 an, die wie berichtet verhindert werden sollte (siehe „Eklat bereits vor Beginn der Diskussionsveranstaltung zum SFB 700“). Riedmüller die den Raum nicht bewilligen wollte, störte sich offenbar an vermeintlichen NS-Anspielungen auf dem Einladungs-Flyer (siehe dazu den Absatz „Der Eklat um die Gedenktafel-Abbildung“ in „Eklat bereits vor Beginn der Diskussionsveranstaltung zum SFB 700“), hatte mit dieser Begründung allerdings relativ lange hinter dem Berg gehalten:

„Im Vorfeld hatte es geheißen, es sei eine professorale Kostenstelle als verantwortlich zu benennen, Studis könnten also alleine keinen freien Hörsaal für eine institutsbezogene Veranstaltung bekommen. Kurzfristig wurde dieses Argument dann wieder relativiert, doch einen Tag vor dem Termin sprach Riedmüller doch das Raumverbot aus, und zwar wegen einer vermeintlichen Anspielung auf den Nationalsozialismus auf dem Veranstaltungsplakat.

(…) Nachträglich ließ Riedmüller wissen, sie habe die Plakate schon lange vorher anstößig gefunden, das aber zunächst nicht als Grund für die Ablehnung des Raumantrags genannt. Auch in der FBR-Sitzung zwei Tage vor der Veranstaltung habe sie nicht über selbige reden wollen, obwohl der Termin dort thematisiert wurde.“ („Kampf und Krampf im Fachbereichsrat PolSoz im Herbst und Winter 2008“, FSI Blog, 11.01.09)

Am Ende kommt Ralf dann auf das so genannte „Professorium“ zu sprechen, ein informelles Gremium, bei dem sich eine Gruppe von Professoren „über die wirklich wichtigen Fragen vorsorglich“ berät:

„Die Grundlagen der Politik liegen aber, wie immer, hinter den Kulissen, sprich: außerhalb der Gremien. Das zeigt die Existenz des ‚Professoriums‘, eines unregelmäßigen und informellen Treffens von Profs ‚bei Rotwein‘ (Riedmüller), bei dem über die wirklich wichtigen Fragen vorsorglich beraten wird.“

Erwähnung findet dieses „Professorium“ auch in einem Artikel mit dem Titel „Exzellenter Klüngel SFB 700“ von „Rosa Rot“ veröffentlicht im neuen Papier der SFB-KritikerInnen:

„Am Beispiel des Berufungsskandals Chojnacki/Zürcher ist diese informalisierte Vorgehensweise sehr deutlich zu veranschaulichen. Schon im Vorlauf probierten die VertreterInnen des SFB an unterschiedlichen Stellen im Fachbereich eine Professur auf die Person Zürcher umzuwidmen.

Zunächst die freigewordene Professur am Ethnologie-Institut, was de facto dessen Ende bedeutet hätte. Dies stieß auf heftigen Widerstand bei den EthnologInnen und wurde verhindert.

Daraufhin trafen sich einige ProfessorInnen des OSI informell. Auf die Absprachen dieses Treffens wurde im Nachhinein immer wieder mit ‚Professorium‘ Bezug genommen. Ein Professorium ist jedoch weder im Berliner Hochschulgesetz (BerlHG) noch sonst in einem Gesetz vorgesehen.

Dann wurde der OSI-Strukturplan, – in dem festgelegt ist, welche Professuren es gibt und über den herkömmlicherweise öffentlich entschieden werden muss –, sowohl im Institutsrat wie im Fachbereichsrat (FBR) in der nichtöffentlichen Sitzung verändert. Unter Ausschluss einer öffentlichen Debatte.

So gelang es aus der Vollprofessur Ideengeschichte die vom SFB gewünschten Professuren für ‚Vergleichende Politikwissenschaft und empirische Friedensforschung‘ und zusätzlich ‚Vergleichende Politikwissenschaft und Sicherheitspolitik‘ institutionell einzufädeln.“ („Exzellenter Klüngel SFB 700“, in: „Failing Sciences – Embedded Stakeholders: Wider den SFB 700“, S. 23)

Leider erfährt der/die LeserIn keine weiteren Details über das Wirken dieses „Professoriums“. Hat es tatsächlich wie hier suggeriert wird die Berufung von Zürcher und Chojnacki „beschlossen“ bevor diese in offiziellen Gremien zum Thema wurde? Gab es weitere konkrete Fälle in denen das Professorium getagt hat, z.B. im Vorfeld der Detlef-Hartmann-Veranstaltung? Und welche ProfessorInnen gehören diesem ominösen informellen Gremium überhaupt an? Darüber liegen anscheinend noch keine detaillierten Erkenntnisse vor.

5 Antworten to “Riedmüller, Rotwein und das „Professorium“”

  1. Mathias Bartelt Says:

    Liebe Leute,

    ein Mal abgesehen davon, daß „das Professorium“ mit mehr oder weniger regelmäßigen Treffen bei Rotwein schon etwas pseudo-institutionalisiert wirkt, ohne legitimiert zu sein: Es mag nicht bei jedem Fachbereichsrat so sein – im FBR PhilGeist z.B. nicht. Jedoch im Institut für Philosophie ist seit je her klar, daß sich die Professor/innen meistens vor einer IR-Sitzung absprechen. Jede Statusgruppe spricht sich vorher ab, auch die WiMis, auch die Studierenden z.B. in FSI-Treffen – nur die Sonstigen eher nicht. Jede/r, der/die etwas länger dabei ist, sollte das wissen.

    Nicht zuletzt daher müssen wichtige Dinge oft im Vorfeld besprochen werden – da es in der eigentlichen Sitzung dann oft zu spät ist und da das meistens auch Sinn macht. Die Kommunikation außerhalb von Sitzungen – innerhalb der Statusgruppen und übergreifend – ist ein wichtiger Teil der Verständigung und kann oft viele Mißverständnisse im Vorfeld vermeiden oder beseitigen. So lange dies nicht in einer Weise geschieht, wie offenbar im hier erfolgten Beitrag dargestellt, im „Professorium“. Doch auch in der Philosophie geschieht das oft so – informell, ohne jegliche Transparenz oder auch nur angedachte Beteiligung der übrigen Statusgruppen. Nur nicht bei Rotwein. Es gibt zwar bei manchen Institutsveranstaltungen Wein. Doch der wird gemeinsam getrunken – mit allen Teil Nehmenden der Veranstaltung.

    Nichtsdestotrotz und Transparenz oder nicht: Wenn die Statusgruppe, die die gesetzlich garantierte aristokratische Mehrheit besitzt, sich im Vorfeld abspricht, kommt das oft einer bereits außerhalb des zuständigen Gremiums getroffenen Entscheidung gleich. Daher ist es wichtig, sie nicht aus den Augen zu lassen und sich nicht darauf zu verlassen, daß man oder frau schon selbstverständlich informiert werden wird. Denn das ist nicht selbstverständlich.

    MB

  2. Yo Says:

    Das professorium kommt in diesem artikel ein bisschen zu konspirativ rüber. Die bezeichnung „ominöses gremium“ dürfte in beiden bestandteilen falsch sein.
    Betrachten wir es als gegenstück zu einer studentischen instituts-vv. Denn es werden wohl die meisten profs dazu eingeladen (ich kann es nicht wissen; aber so, wie z.B. über prof. hesse von den anderen geredet wird, glaube ich nicht, dass er wirklich eingeladen wird; er scheint ja auch in die institutspolitik nicht eingebunden zu sein). Von daher ist es sogar ein positives phänomen, da es ja bedeutet, dass sich die mächtigen mit anderen treffen und labern, bevor sie ihre entscheidungen durchziehen.

    Dass entscheidungen vor sitzungen festgeklopft/ abgesichert werden, ist in der parlamentarischen demokratie nun mal so. Die existenz des professoriums weist auf diesen fakt, der auch am fb polsoz gilt, nur besonders klar hin. Und auf die machtlosigkeit der studis.

  3. Niklas Says:

    Die genaue „Zusammensetzung“ des Professoriums ist wie gesagt unbekannt, zumindest dem Namen nach sind hier aber keine Studierenden und keine wissenschaftlichen oder sonstigen MitarbeiterInnen mit von der Partie. Die Zusammenkünfte scheinen sich auf die Statusgruppe der ProfessorInnen zu beschränken.

    Die erste Frage wäre dann, ob in diesem informellen Gremium wenigstens die verschiedenen Fraktionen der Professorenschaft alle vertreten sind oder ob es nicht doch so ist, dass vielmehr nur bestimmte ProfessorInnen zusammenkommen, die in Fragen der hochschulpolitischen Rahmensetzung weitgehend dieselben Positionen vertreten. Darüber existieren ja offenbar keine gesicherten Erkenntnisse.

    Die zweite zu klärende Frage wäre dann, ob die Mitglieder sich einfach nur beraten oder nicht auch darüber hinaus einen Entscheidungsprozess der eigentlich in ein demokratisch legitimiertes Gremium wie den FBR gehört ins Hinterzimmer „vorverlegen“.

    Sollte es sich so verhalten, dass in Gremien wie dem FBR nur noch durchgewunken werden soll, wofür man vorher in einem informellen Gremium wie dem „Professorium“ eine Mehrheit organisiert hat, wäre dies sicherlich ein fragwürdiger Vorgang.

    Denn falls das Ganze so läuft, dass es morgens im FBR zwar eine kontroverse Debatte gibt, die abschließende Entscheidung aber meinetwegen schon am Abend zuvor bei einem Glas Rotwein in einem „exklusiveren“ Kreis gefällt wurde, würde doch eben jene Debatte zu reinen Farce mutieren.

  4. Dennis O. Says:

    Also im Falle der Berufungsverfahren Zürcher und Chonjacki hatten definitv alle OSI-Profs mit Stimmrecht und ständigem Sitz in FBR oder IR die gleiche Meinung bzw. es war sich bereits geeinigt worden. Das ganz ähnelte einem Kuhhandel mit Ladwig und Funke auf der einen und Riedmüller, Risse und co. auf der anderen.

  5. Mathias Bartelt Says:

    Liebe Leute,

    ein kleiner Zusatz zur Philosophie – aus aktuellem Anlaß. Kürzlich ist aus Gründen der Mittelgewinnung der Versuch unternommen, am gesamten Institut und dem IR Philosophie vorbei eine Berufung auf den Weg zu bringen. Hierbei haben einerseits das Dekanat PhilGeist, andererseits die Geschäftsführung des Philosophischen Institutes über Wochen hinweg konsequentes Stillschweigen bewahrt. Und sich – natürlich – gegenseitig die Verantwortung dafür zugeschoben. Ein nettes Schauspiel, denn in der vergangenen FBR-Sitzung PhilGeist vom 14.01.09 – freilich im nicht-öffentlichen Teil – kam erwartungsgemäß zum Vorschein, daß natürlich beide Seiten ein Interesse an der Geheimhaltung besessen hatten.

    Der Versuch, die Professur am gesamten Institut vorbei auszuschreiben, ist insbesondere durch die studentische IR-Vertretung (= meine Wenigkeit) und FBR-Vertretung wie auch durch eine konsequente Informierung der Studierenden durch uns und der FBR-Mitglieder durch uns wie durch den Mittelbau nach erstmaligem Bekanntwerden erfolgreich vereitelt worden. Spätestens, als der Antrag „der WE 1“ (= des Philosophischen Institutes) zur Ausschreibung der Professur auf der Einladung und Tagesordnung der FBR-Sitzung PhilGeist am 14.01.09 gestanden hatte, war die Geheimhaltung nicht mehr aufrecht zu erhalten. Es wurde sofort deutlich: Dieser Antrag ist allein von der Geschäftsführung des Institutes gestellt worden. Und ab diesem Punkt, d.h. dem Versand der Einladung am 08.01.09, sind wir natürlich sofort aktiv geworden.

    Wir konnten im FBR PhilGeist erwirken, daß zuerst der IR Philosophie über die Ausschreibung entscheidet. Aus Fristgründen war das studentische suspensive Vetorecht hier dies Mal gleich doppelt von potentieller Wirkung: ein Mal im FBR und ein Mal im IR. In beiden Fällen mußte es weder erwähnt noch angewandt werden. Wäre es jedoch angewandt worden, wäre aus Fristgründen die Professur nicht mehr möglich gewesen. Das Übrige war eine effektive Informationspolitik, die immer erfolgreicher jegliche praktizierte Geheimhaltungpolitik von Dekanat PhilGeist und Institutsleitung Philosophie wirkungslos macht.

    Diese Philosophie-Professur, die von weit reichender Bedeutung für das Institut ist, zu kippen war natürlich in niemandes Sinne – auch nicht im studentischen. Die Möglichkeit hierzu verdeutlicht jedoch, daß an solcher Stelle die studentischen Vertretungen konsequent ernst genommen werden müssen. Nicht als Bittsteller/innen, sondern als selbstbewußte Akteure auf gleicher Augenhöhe. Und es konnte erwirkt werden, daß wir von Anfang bis Ende komplett und detailliert über das bisher Abgelaufene informiert wurden – weil sie keine andere Wahl mehr hatten. So konnten wir uns auch ein umfassendes Bild machen und ein kompetentes Urteil bilden. Und solche Fälle der effektiven (potentiellen) Einsatzmöglichkeit des suspensiven Vetorechts wie auch von Informationsrecht und -politik sind nicht ein Mal selten. Bei aller Kritik an der aristokratischen Professor/innenmehrheit, die auch nach meiner Auffassung abgeschafft werden muß, ist allein schon die konsequente (aber auch verantwortungsvolle) Nutzung von suspensivem Vetorecht und Informationsrecht – bei gleichzeitiger konsequenter Rückbindung zu den Studierenden – von weit reichender Mitwirkungsmöglichkeit. Wer das Gegenteil behauptet, hat es nie ernsthaft versucht.
    In dieser Sache war das sogar von Vorteil: Es ist nun wahrscheinlich eine Ausschreibung möglich, die zuvor vermeintlich nicht möglich gewesen wäre – und in aller Sinne ist. Wie so oft ein Beweis, daß eine zugelassene Diskussion eher von Vorteil denn von Nachteil sein kann. Und wie so oft gereicht es nicht, die Professor/innenschaft in ihrem verinnerlichten Statusdenken davon zu überzeugen, daß das auch dauerhaft Sinn macht. Es gibt Ausnahmen – jedoch ist es meist von Mal zu Mal von Neuem notwendig, den Sinn dessen deutlich zu machen. Daher ist immer: konsequentes Dran-Bleiben notwendig.

    Zum Begriff „Professorium“: Er ist mir nach der hier auf „FUWatch“ aufgekommenen Diskussion nun im IR Philosophie am 21.01.09 ein zweites Mal begegnet. Entweder ist er schon seit Längerem in Verwendung und weniger bekannt gewesen oder gerade neu in Umlauf geraten. Er dient in jedem Falle, nach dem Eindruck seiner neulichen Verwendung im IR, zu keinerlei Überhöhung, Mythologisierung oder Mystifizierung. Unsere Professor/innen sprachen lediglich darüber, daß sich über die besagte Ausschreibung einer Professur erst noch im Professorium geeinigt werden müsse. Gemeint war damit also lediglich, daß sich die Professor/innenschaft des Institutes hierüber verständigt – so, wie jede Statusgruppe dies dann getan hat. „Professorium“ wie Mittelbau wie auch Studierende waren letztlich doch sehr interessiert daran und haben davon profitiert, daß die Erstentscheidung des Institutsrates erwirkt werden konnte. Freilich: Einen Dank bekommen wir dafür nicht. Denn dies bedeutete ja Anerkennung (mitunter als Akteur auf gleicher Augenhöhe). Oft genug wird diese Anerkennung konsequent verweigert – in vielen Hochschul-Gremien ein effektives psychologisches Mittel, um studentische Vertreter/innen gefügig zu machen oder gar nicht erst ihre Möglichkeiten ausreizen zu lassen. Lächerlich-Machen und Mißachtung funktionieren besser – meistens.

    Die Geschäftsführung des Institutes jeden Falls mußte in seltener Offenheit Einiges an Schelte im IR einstecken. Und in seltener Weise sind auch die inhaltlichen Differenzen der Professor/innenschaft einerseits und zwischen Mittelbau und selbiger andererseits offen zu Tage getreten. In der Regel tun sie das nur im Hintergrund.

    Sicher kann der Begriff „Professorium“ an jedem Institut einen unterschiedlichen Stellenwert besitzen. Zu mehr als dem oben Genanntem taugt er aber scheinbar nicht. Und das Professorium ist auch nur die Menge der am Institut oder im FBR befindlichen Professor/innen. Nicht mehr und nicht weniger.

    Nichtsdestotrotz gehört eine Geheimhaltungspraxis wie die oben genannte durch eine gute Informations- und Öffentlichkeitspolitik konsequent und effektiv außer Kraft gesetzt. Denn dann kann sie nicht greifen. Wie ich schon des Öfteren betont habe: Allein schon durch besagte (qualitative) Öffentlichkeit sind viele Entscheidungen, die nur im nicht-öffentlichen Raum (der an der FU die Regel ist) greifen, nicht mehr möglich.

    Im Übrigen ist mir aus sicherer Quelle berichtet worden, daß der Verwaltungsleiter unseres Fachbereichs PhilGeist (der Trotz „lediglich“ beratender Wirkung großen Einfluß im Dekanat PhilGeist besitzt) regelmäßig diesen Blog liest (wie schon das FU-Präsidium bzw. seine Bediensteten) und sich im Nachhinein sehr interessiert an meinem Stimmverhalten im IR des 21.01.09 gezeigt hat. Das sagt doch schon eine Menge ;-).

    Mit besten Grüßen

    MB

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