Die FURIOS – Generation Golf Reloaded

Nachdem im letzten Semester mein Ansatz die Notwendigkeit eines zusätzlichen, „unabhängigen“ Hochschulmagazins noch vor dessen Erscheinen in Frage zu stellen („Studierende wollen FU-Zeitung rausbringen“), teilweise auf heftige Reaktionen gestoßen war, galt die Kritik unlängst umgekehrt meinem Vorgehen auf das Erscheinen der ersten FURIOIS-Ausgabe auf Uni-Mailinglisten hinzuweisen.

Die FURIOS-Macher würden den Campus ohnehin schon mit Werbung für ihre fragwürdige Publikation zupflastern, da bräuchte es nicht auch noch Hinweise auf Mailinglisten, diese sein für andere, wichtigere, (hochschul)politische Themen gedacht.

Dem lässt sich natürlich entgegnen, dass die FURIOS mit dem Anspruch ein neues, unabhängiges, studentisches Campusmagazin an der FU zu sein natürlich auch eine hochschulpolitische Relevanz hat. Dies bezieht sich nicht einmal zwangsläufig auf den Inhalt, allein das Erscheinen des Magazins als solches und der erwähnte Anspruch der Blattmacher lassen es doch sinnvoll erscheinen, sich die Publikation einmal näher anzusehen.

Wenn man darüber hinaus das Magazin aber auch inhaltlich ablehnt (wie es einige KommilitonInnen schon kurz nach dem Release taten), ist es nur noch umso wichtiger, diese inhaltiche Stoßrichtung auch zu thematisieren und kenntlich zu machen, was genau hier eigentlich so fragwürdig wirkt. Und der erste Schritt in dieser Richtung ist natürlich überhaupt auf das Erscheinen dieser ersten Ausgabe hinzuweisen.

Wie berichtet stand das Heft beim Release leider noch nicht vollständig als PDF zur Verfügung. Hier hat die Redaktion nachgebessert, die erste Ausgabe kann inzwischen auf der Website heruntergeladen werden.

Noch besser wäre wie ausgeführt ein Content Management System, welches dann z.B. auch die Möglichkeit bieten würde jeden Artikel einzeln zu lesen und auch zu kommentieren. So viel Interaktion ist aber offenbar nicht beabsichtigt, die FURIOS versteht sich primär eindeutig als Printmagazin. Ein Ansatz der im Web 2.0 Zeitalter etwas antiquiert wirkt – das lässt sich dann auch nicht durch eine Facebook- und StudiVZ-Präsenz kaschieren.

Pralles Selbstverständnis

In den „Mediadaten“ erfährt man über FURIOS: „Als studentische Zeitschrift einer der größten und impulsivsten Universitäten Deutschlands, in einer Stadt, die an
Tempo und Vielfalt kaum zu überbieten ist, positioniert sich FURIOS als einzigartiges Kommunikationsmittel (…) Hauptzielgruppe: Studenten sind jung, trendbewusst und kaufkräftig. Sie sind zukünftige Fachexperten und setzen neue Maßstäbe.“

Okay, der Ton dient der Gewinnung von Anzeigekunden, über die sich die FURIOS auch finanzieren möchte. Da kann man schon mal etwas dicker auftragen. Doch auch sonst mangelt es den FURIOS-Machern sicherlich nicht an Selbstbewusstsein.

Am liebsten zitieren die FURIOSis ein inzwischen berüchtigten taz-Kommentar von Christian Füller, in dem dieser von „altbackenen AStA-Fritzen“ schwadroniert („Sie haben nichts zu sagen – außer die Vergangenheit anzubeten“) und am Ende fragt: „Wann setzt sich endlich eine Studierendenschaft als politische Kraft an der Uni durch, die wieder etwas zu sagen hat? Die das akademische Leben spannender macht, die interessante Zeitungen herausgibt und nicht bloß rechts (Landowsky, Diepgen) oder links ist (ehemals Rabehl etc.)?“ („Berlin profitiert vom Label Elite“, taz, 04.12.08).

Und das mit der „interessanten Zeitung“ haben die FURIOSis natürlich dankbar aufgegriffen, in der festen Überzeugung, zumindest diesen Bestandteil von Füllers „Forderungskatalog“ erfüllt zu haben. Die zu klärende Grundsatzfrage wäre demnach, ob die FURIOS wirklich so „interessant“ ist, wie ihre Macher offenbar glauben.

Hilfe die Christen kommen

Für den größten Aufschrei unter der linken, politisch-aktiven, asta-nahen Studierendenschaft sorgte nicht mal so sehr der asta-kritische Artikel (wie man vermuten könnte), sondern neben dem Porträt von NofU-Legende Hans Eberhard Zahn besonders der Beitrag über christlich engagierte KommilitonInnen an der FU und wie schwer sie es hier haben.

Beim genaueren Hinsehen wird aber deutlich, dass die Story so provokant nun auch nicht ist. Sie plätschert eher so vor sich hin, man „lernt“ im Wesentlichen: Auch Christen sind nur Menschen und manchmal eben auch noch StudentInnen.

Nur im letzten Absatz wird dann wirklich etwas offensiver gestichelt. Der bekannte, 2007 verstorbene fundamentalistisch-evangelikale Prediger Jerry Falwell findet Erwähnung und ein gewisser Ben schwärmt davon, dass „Dr. Falwell“ ihn und seine christlichen KommilitonInnen an einer evangelikalen US-Uni dazu auffordere „‚Champions for Christ‘ und die besten der Welt in unseren Gebieten zu sein“. Kommentar der FURIOS-Autoren dazu: „Das hat uns dann doch nachdenklich gemacht. Wann hat einem jemand an der FU so viel Selbstbewusstsein mit auf den Weg gegeben?“.

Da bricht dann offenbar der Sarkasmus durch. Natürlich ist es provokant zu suggerieren, ein ultrakonservativer und christfundamentalistischer Prediger würde Studierenden mehr Selbstbewussstsein mit auf den Weg geben, als die „weltliche“ FU Berlin. Aber es ist letztlich eine recht durchsichtige Provokation, die auch nicht wirklich von der inhaltlichen Schwäche des Artikels ablenken kann.

Die zentrale Frage, wie viel Religion es an einer modernen, sich den Idealen der Wissenschaft, Emanzipation, Freiheit und Aufklärung verpflichtet fühlenden Hochschule geben sollte (Warum z.B. keine Gottesdienste?) wird eingangs zwar durchaus angeschnitten, dann aber leider nicht weiter ausgeführt.

Der NofU Messias

Auch fast schon religiös ist offenbar die Bewunderung des FURIOS-Autors und LHG-Mitglieds Björn Stephan für die NofU-Legende Hans-Eberhard Zahn. Björn idealisiert Zahn in seinem Artikel zum letzten aufrechten Demokraten, der selbst als die 68er auf dem Höhepunkt waren und quasi West-Berlin der SED ausliefern wollten, standhaft blieb und seinen Widersachern die Stirn bot.

Erst im letzten Absatz tritt Björn auf die Bremse und verhindert durch einen kritischen Hinweis auf die NofU-Methoden, dass der Beitrag vollends zur einseitgen Geschichtsklitterung mutiert.

Doch die Frage lautet am Ende auch hier ganz nüchtern: Welchen Erkenntnisgewinn bringt der Artikel eigentlich? Die FU hat Kubicki als Vorzeige-Antikommunisten ausgegraben um das Jubiläum zu zelebrieren, die FURIOS nun Zahn. Wirklich neu ist das alles nicht.

Bieder-reaktionäre Ausrichtung

Nein, die FURIOS ist nicht das Anti-AStA-Heft schlechthin, aber eine Negativfixierung auf alles traditionell Linke – bei gleichzeitiger Zelebrierung bürgerlicher Wertvorstellungen – zieht sich schon wie eine Linie durch das Blatt.

Obwohl dem Selbstverständnis nach ein 68er-Sympathisant wurde der Fotograf Axel Benzmann damals als vermeintlicher „Springer Fotograf“ vom Internationalen Vietnam-Kongress ausgeschlossen. Die fiesen 68er bewarfen den guten Zahn auch mit Farbbeuteln und überhaupt, das mit dieser Mao-Bibel war ja wohl rückblickend doch eher ein schlechter Witz.

Klar erscheint vieles was die 68er fabrizierten heute irrsinnig und fatal. Doch warum sich nur auf diese negative Seite konzentrieren?

Statt sich einmal auf diese andere, linke, vermeintlich rein nostalgisch und überholt wirkende Perspektive wirklich einzulassen und zu thematisieren warum sie streckenweise eine langsame Renaissance erlebt, feiert man lieber einen Buchbeitrag des neo- und wertkonservativen Historikers Paul Nolte, fühlt sich in die gutbürgerliche Dahlemer Villenwelt ein, idealisiert Zahns Anti-68er Position und fokussiert sich auf die tendenziell natürlich immer noch eher konservativ christlich-studentische Strömung an der FU.

Diese Mixtur aus 68er-Bashing und neu entdecktem Konservatismus gibt dem Blatt ganz offensichtlich eine politische Leitlinie – obgleich seine Macher das vermutlich verneinen würden.

Ode an die Langeweile

Nun wäre diese politische Leitlinie vielleicht sogar ein Bereicherung (da sie einen Gegenpol zum AStA und seinen Umkreis bildet), wenn die Autoren sie noch klarer und konsequenter verfolgen würden. Doch wie weiter oben im Detail bereits ausgeführt, bleibt die Provokation bei näherer Betrachtung oberflächlich und der inhaltliche Erkenntnisgewinn unterm Strich recht gering.

Einleitend geht es im Magazin um eine ironische Annäherung an den Empörungs-Kult, dem die FU-Studierende gerne anheim fallen. Als Beispiel dient die Krux mit den Schließfächern in der Philologischen Bibliothek. Witzig geschrieben, doch letztlich natürlich völlig trivial. Man hätte alternativ z.B. thematisieren können, wie Studierende bestimmter Fachrichtungen während der Prüfungsphase wegen Überfüllung von der Benutzung der Bibliothek ausgeschlossen wurden. Stattdessen macht man sich in der FURIOS-Redaktion eben lieber über KommilitonInnen lustig, die diese und andere wirkliche Mißstände empörend finden und diese Empörung zum Ausdruck bringen. Über diese Arroganz kann man sich ärgern, doch das wirkliche Problem ist eher die dahinter liegende Inhaltsleere.

Dann lernt die Leserschaft, wer bei der BVG die Person hinter der Stimme ist und dass es an der FU mehr als ein Archiv gibt. Ein weiterer Autor schreibt über die Universität Haifa, doch auch hier erfährt der/die LeserIn nichts wirklich Erhellendes. Usw., usf. Wo die Fähigkeit (oder der Wille) zur Provokation schwindet, gleitet das Magazin endgültig in die Belanglosigkeit ab.

Finanzierung

Nach Informationen von FUwatch haben FURIOSis sowohl den AStA als auch das Präsidium mit einer Bitte um finanzielle Unterstützung kontaktiert. Sei es, dass die Gespräche scheiterten bzw. wenig Erfolgsaussichten zu annehmbaren Bedingungen hatten und/oder sich die FURIOS-Redaktion bei beiden Varianten ohnehin nicht so wohl fühlte – am Ende entschied man sich auf jeden Fall für einen dritten Weg, bei dem die „Ernst-Reuter-Gesellschaft der Ehemaligen der Freien Universität“ (ERG) den Großteil der Finanzierung übernahm und der Rest durch Werbepartner beigesteuert wurde.

Die ERG fühlt sich der FU sehr eng verbunden, sie ist die offizielle Alumni-Organisation der FU mit einer Postanschrift in der Kaiserswerther Straße und einem Büro in der Habelschwerdter Allee. Sie ist ein Teil der „FU-Maschinerie“ und gleich der FU-Administration um eine positive Auswirkung der FU bemüht. So etwas wie eine kritische Distanz zur FU-Hochschulpolitik ist jedenfalls nicht erkennbar.

Und wenn in der FURIOS nun eine Story über den FU-Alumni Zahn erscheint, die von der Stoßrichtung sehr an die offizielle FU-Geschichtsschreibung erinnert (d.h., 48 gut, 68 nicht so gut), wirkt das natürlich etwas unglücklich. Man hätte dem Porträt von Zahn zumindest das eines weiteren Alumni aus der 68er-Generation gegenüberstellen können.

Unterm Strich ist die „ERG-Lösung“ aber natürlich dennoch besser, als eine Variante bei der die finanziellen Mittel direkt vom Präsidium gekommen wären. So lässt sich vielleicht doch leichter eine Unabhängigkeit nicht nur gegenüber dem AStA sondern auch gegenüber dem Präsidum sicherstellen.

Ideal wäre sicherlich eine Finanzierung allein durch Werbepartner (vorausgesetzt, es gibt etliche und nicht einen zentralen von dem man dann abhängt). Dies war ganz offensichtlich (noch) nicht zu schaffen – ohne einen Geldgeber wie die ERG ging es nicht. Zu hoffen bleibt aber, dass sich das in Zukunft ändert. Alternativ könnte man vielleicht die Produktionskosten senken (das Magazin muss allein wegen der Papierbeschaffenheit, dem Hochglanz, etc. ein kleines Vermögen in der Herstellung gekostet haben).

Fazit

Mit diese ersten Ausgabe haben die FURIOS-Autoren ein modernes Hochglanz-Campusmagazin kreiert, sprachlich und vom Layout her sicherlich ausgereifter als alles was der AStA oder ein FU-Blog (inkl. diesem hier) je produziert hat. Ferner haben einige Artikel kurzfristig für Aufregung unter StudentInnen, besonders unter den linken, asta-nahen, gesorgt. Ob dieser „PR-Coup“ zur Erregung von Aufmerksamkeit im Detail wirklich so geplant war, lässt sich schwer beurteilen, ein Erfolg war er jedoch in jedem Fall.

Doch jenseits der ein oder anderen provokanten Artikel-Trimmung, wirkt die FURIOS merkwürdig bieder und – noch fataler – auch ziemlich fade und inhaltsleer. Der Erkenntnisgewinn ist bei den meisten Artikeln gering bis nicht vorhanden. Im letzten Semester fand in einem Kommentar noch die „Freitag“ als Beispiel Erwähnung (wenn auch nicht dezidiert als Vorbild für die FURIOS, sondern als vermeintlich ausgewogene, politische Publikation), die FURIOS geht jedoch wie damals schon von mir befürchtet eher in Richtung „Monopol“.

Obwohl weder die Redakteure noch die Leserschaft der so genannten „Generation Golf“ angehören, liest sich die FURIOS letztlich genau so. Man begreift sich nicht als primär politische Blatt, oder will gar – Gott bewahre – zur Politisierung von irgendwem beitragen. Und geht es doch mal um Politik, dann ist der Tonfall eben eher konservativ, manchmal auch sarkastisch; eine Abgrenzung von den 68ern ist in jedem Fall en vogue.

Primäres Ziel ist aber offenbar, dass das Magazin unterhaltsam sein soll – auf keinen Fall möchte man riskieren, dass die Artikel durch eine inhaltliche Überladung irgendwie verkrampft wirken könnten. Alles muss locker, flockig und am Ende eben auch glatt sein.

Angesprochen werden sollen offensichtlich KommilitonInnen, die sich mit Hochschulpolitik gar nicht näher auseinander setzen wollen, die bei allen Schwächen ihre FU eigentlich ganz gerne haben, mit ihrem Studium unterm Strich zufrieden sind und bei der Idee sich z.B. mit der neusten Bachelorumfrage (oder den Demokratisierungsideen innerhalb der FU während der 60er) auseinanderzusetzen wohl eher nur genervt mit den Augen rollen. Schöngeister also, die nie die wirklich häßliche Seite der FU mit ihrer antidemokratischen Führungsspitze zu gesicht bekommen haben oder diese einfach konsequent ausblenden.

Anders als man bei der LHG glaubt, impliziert die Ansicht, dass dieses „Projekt“ überflüssig ist noch lange nicht eine Verneinung der „Pressefreiheit“. Es ist nur einfach bedauerlich, dass es offenbar an der Einsicht mangelt, dass die gegenwärtige Situation an der FU wenn dann ein Blatt bräuchte, das mehr und nicht weniger politisch ist, das deutlich mehr auf Substanz setzt.

Festzuhalten bleibt, dass man trotz der vermeintlichen und viel beschworenen Einseitigkeit von AStA-Publikationen in „FU60: Gegendarstellungen“ zumindest inhaltlich deutlich mehr über Geschichte und Gegenwart der FU erfährt, als in dieser FURIOS-Ausgabe, die sich ja auch dem FU-Jubiläum als Schwerpunkt widmet.

Zu hoffen bleibt, dass sich die FURIOS in künftigen Ausgaben wirklich drängenden hochschulpolitischen Themen widmet: Ein Rückblick auf den alternative Bildungsgipfel, die Bachelorumfrage, die Hochschulverträge, die SFB-Kritik, die Einstein Stiftung, etc. Es gibt so viele interessante und wichtige Themen, die ja keineswegs nur für eine Minderheit an der FU relevant sind. Anfangen könnte man z.B. mit einer kritischen Betrachtung der FU-Führung, die über zusammengebastelte Lenzen-Interviews und Kärcher-Metaphern hinausgeht.

Dass das eintritt ist aber wohl leider eher unwahrscheinlich, es entspricht augenscheinlich nicht dem Selbstverständnis der FURIOS. Selbst wenn es zu einem der genannten Punkte eine Analyse gibt, bleibt auch diese vermutlich an der Oberfläche um „lesbarer“ zu sein.

7 Antworten to “Die FURIOS – Generation Golf Reloaded”

  1. dennis Says:

    den letzten absatz im artikel über die christen fand ich nicht im geringsten sarkastisch, nicht zuletzt deshalb war der artikel (für mich) so schockierend. des weiteren möchte ich die behauptung anzweifeln, dass die „furios“ als ganzes sprachlich alle anderen publikationen – blogs inklusive – überträfe. die qualität variiert von wirklich sehr gut bis unteres mittelfeld, gerade einige der kolumnen waren kaum lesbar.
    ansonsten eine sehr gute analyse, niklas.

  2. Carsten Says:

    Zur Finanzierung schreibst du:

    „Unterm Strich ist die “ERG-Lösung” aber natürlich dennoch besser, als eine Variante bei der die finanziellen Mittel direkt vom Präsidium gekommen wären. So lässt sich vielleicht doch leichter eine Unabhängigkeit nicht nur gegenüber dem AStA sondern auch gegenüber dem Präsidum sicherstelle“

    Dem möchte ich widersprechen. Die Ernst Reuter Gesellschaft hat nicht nur dieselbe Adresse wie das FU-Präsidium, sondern ist auch personell und politisch völlig identisch mit dem Altherrenklüngel, der die FU regiert und sich in der Besetzung der Präsidiumsposten abwechselt. Dieser Verein ist nicht unabhängig, sich von dem finanzieren zu lassen, bedeutet faktisch von der Zustimmung des FU-Establishments abhängig zu sein.

    Die politische Ausrichtung der Furios beweist dies, insbesondere die inhaltliche näher in der Bewertung von 1968, die Verherrlichung der Nofu, die triefende Bürgerlichkeit des ganzen Formats.

  3. Ronny Says:

    Schöner Beitrag. Konsequent wie eh und je. Und sinnvoll, egal aus welcher Perspektive.

    Die Frage ist, ob man ein solches studentisches Magazin einzeln, als für sich alleine genommen liest, wenn man auf der Suche nach der Vielfalt ist, auf der Suche nach den verschiedenen Seiten der FU. Oder ob man vielleicht die AStA-Publikationen neben der FURIOS und den verschiedenen Blogs benötigt, um sich ein Bild davon machen zu können, wie die FU ist, und wie sie sein könnte. Für mich ist das moderne Mediennutzung.

    Und wie du schon anmerkst: Wenn ein braves, fast schon konservativ anmutendes Blatt als Provokation wahrgenommen wird, ohne es auf direkte Provokation anzulegen, ist es vielleicht doch der richtige, falsche Ton zur richtigen Zeit.

    Frohes Neues Jahr aus der Ferne!

  4. micha Says:

    Es nicht auf Provokation angelegt zu haben, nehme ich dem Großteil der vermutlich eher unpolitischen Leute der Zeitung ab, nicht aber der lhg, nicht martin fischer vom silberlaube-blog (mit seinen liberalen polemiken unter anderem gegen die asta-koalition im stupa) und auch nicht laurence thio und christa roth von der osi-zeitung.

    der provokanteste artikel der zeitung war das gespräch mit zahn von der NoFu und dieses gespräch hat björn stephan von der lhg geführt.

    Der Artikel über die FU-ChristInnen, der den zweiten platz in anstößigkeitserzeugung erreichte, kam vom silberlaube-blogger Martin Fischer.

    christa roth schrieb schon in der Osi-Zeitung einen unterirdischen artikel über das studierendenparlament und die asta-koalition, in welchem sie nicht einmal das prinzip von koalitionsbildung verstanden hatte. der artikel wurde ja auch bereits von niklas auseinander genommen. überraschenderweise hält sie sich in der furios selbst zurück und schreibt lieber über die gutbürgerliche nachbarschaft in dahlem.

    laurence thio und christa roth schrieben schon artikel gemeinsam (osi-zeitung, ausgabe fünf) und laurence schrieb nun den artikel über den asta. der erwartungsgemäß durchsetzt war mit den immergleichen klischees, diesmal aber noch durch falsche behauptungen ergänzt wurde (etat von 700.000 Euro; der asta habe die alternative imma-feier organisiert, etc.)

    auch das titelbild (farbei) ist nicht zufällig entstanden, sondern, wie im blatt selbst nachzulesen, einem offiziellen fu-plakat angelehnt, dass dazu schrieb: „mal ehrlich: so stellen Sie sich doch die Freie Universität vor?“ Durch das indirekte Zitieren wird sich schon auf dem Cover distanziert von linken Studierenden und ihren über Debattierclubs hinausgehenden Aktionsformen und Stellung bezogen für das präsidium. Auch das unmissverständlich eine Provokation.

    mit anderen worten traf sich in der furios ein breites spektrum des oppositionellen journalismus. die von ihnen gestalteten teile der zeitung waren nicht unbeabsichtigte provokationen, die den unpolitischen leuten der furios wahrscheinlich übergestülpt wurden. die provokationen gingen nur nicht auf, weil die zeitung dafür zu langweilig und zu belanglos ist. wenn man etwa die intensität der auseinandersetzung um die proteste der imma-feier vergleicht mit den eher plätschernden beiträgen zur furios-erstausgabe, wird schnell deutlich, was die gemüter im letzten semester mehr erhitzt hat.

  5. Gerrit Says:

    „Der Artikel über die FU-ChristInnen, der den zweiten platz in anstößigkeitserzeugung erreichte, kam vom silberlaube-blogger Martin Fischer.

    christa roth schrieb schon in der Osi-Zeitung einen unterirdischen artikel über das studierendenparlament und die asta-koalition, in welchem sie nicht einmal das prinzip von koalitionsbildung verstanden hatte.“

    ahihihihihi, vielleicht hat Christa nicht das Prinzip von Koalitionsbildung verstanden, aber dafür hat die AStA-Koalition seit Jahren keinen wirklichen Zugang zum Prinzip Demokratie. Wir haben halt alle unsere Defizite. Es gibt auch einige, stell dir das mal vor, die können nicht verstehen, daß ihre eigene Meinung nur ihre eigene Meinung und nicht Grundlage allgemeiner Auffassung ist. Und dann kommen solche Satzkonstruktionen raus wie „der den zweiten Platz in Anstößigkeitserzeugung erreichte.“

    Es ist wunderbar, mit anzusehen, wie dünnhäutig gewisse Menschen reagieren, wenn es um wie auch immer geartete Kritik am AStA geht und wie bemüht sie sind, alles sofort und konsequent in eine Ecke mit der LHG zu stecken oder sonst auf irgend eine ihnen passend erscheinende Art und Weise versuchen, die Kritik zu diskreditieren. Auch wunderbar konsequent betrieben: Die gleichen Leute werfen der LHG die gleichen Methoden vor.

    Wo du überall Provokationen vermutest… das muss doch wehtun, sich selbst ständig so im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit aller ruchlosen Mächte der Welt zu sehen. Träumst du des Nachts auch manchmal davon, Wolf Dermann stünde neben deinem Bett und würde Dir aus Merz‘ neuem Buch vorlesen? Wachst Du dann schweißgebadet auf und blätterst zur Beruhigung in der OoD?
    Du solltest zuweilen deine Standpunkte überprüfen, es könnte sein, daß sie ein mit den Jahren ein wenig ins Abseits gerückt sind, so sehr, daß sich die anderen nur noch als Punkte am Horizont wahrnehmen lassen.

  6. micha Says:

    Gerrit? Ich habe nicht die furios unter eine lhg-decke gesteckt, wie Du sehr leicht nachlesen kannst. etwas mehr aufmerksamkeit bitte bevor du gleich überschnappst.
    Meine These nur, die ich versuchte zu belegen – und ich lade Dich dazu ein, Gegenargumente vorzubringen: einige Leute der furios beabsichtigten, linke studierende zu provozieren. das haben sie jedoch kaum erreicht.

  7. Christa Says:

    Genau! Sich selbst als links bezeichnende Studierende zu provozieren war unser primäres Ziel, damit Leute wie du zornig in der Ecke stehen und mit dem Finger auf uns böse, böse Menschen zeigen können. Man hat ja sonst nichts zu tun.

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