Notstand in der Linguistik

Die FSI Anglistik berichtet im FSI Blog von einem „Notstand in der Linguistik“. Ein Professor (Ekkehard König) geht nach diesem Semester in den Ruhestand, seine Stelle wurde aber erst jetzt neu ausgeschrieben und wie üblich dürfte sich das Berufungsverfahren in die Länge ziehen. Mit König gehen auch die meisten seiner MitarbeiterInnen, was zu einem „absoluten Notstand an Lehrenden und Prüfungsberechtigten für die Linguistik“ führen wird:

„Die Folge: das Lehrangebot für die Linguistik wird deutlich unter dem in der Studienordnung festgelegten Soll liegen und zusätzlich kaum von prüfungsberechtigten Dozierenden angeboten werden. Damit wird es fast unmöglich werden, eine BA-Arbeit in der Linguistik zu schreiben bzw. eine/n Prüfer/in für das Fachgebiet Linguistik zu finden.

Dies ist ein Anliegen, das alle Studierenden betrifft – BA, MA, aber besonders Magister und altes Lehramt, da sich zur Zeit eine besonders große Menge an Studierenden prüfen lassen möchte/gezwungen ist, die Prüfung so schnell wie möglich abzulegen; die Frist für Magister- und Lehramtstudierende ist Ende 2010.“ („FSI Anglistik: Notstand in der Linguistik“, FSI Blog, 09.12.08)

Gerade vor dem Hintergrund, dass die noch in den alten Studiengängen studierenden KommilitonInnen bis 2010 fertig sein müssen, ist diese Situation natürlich absolut fatal. Die FSI weist auch darauhin, dass so die Regelstudienzeit nicht mehr einzuhalten sein wird, was inbesondere für Studierende die Bafög erhalten zu einem Problem wird. Die FSI sieht sogar die „Linguistik als integralen Bestandteil des Studiengangs Englische Philologie in ihrer Gesamtheit am Institut gefährdet“.

Gefordert wird daher eine beschleunigte Neubesetzung der dringend benötigten Professur, sowie die Einstellung von zusätzlichen, prüfungsberechtigten Dozierenden. Ist dies nicht möglich sollte die Prüfungsordnung dahingehend geändert werden, dass auch nicht habilitierte DozentInnen eine Prüfungsberechtigung erhalten. In Zukunft sollten Stellen früher ausgeschrieben werden.

Um diese Forderungen durchzusetzen hat die FSI eine Unterschriftenliste initiiert. Die Listen liegen im Café (JK 29/231) und im Büro der studentischen Studienberatung (JK 29/202) aus. Zu hoffen bleibt, dass die Listen dann auch tatsächlich etwas bringen.

Obwohl der Stellenabbau natürlich auch große Institute hart trifft, fällt er für kleinere oft noch deutlich fataler aus, weil diese dann kaum noch den Lehrbetrieb aufrecht erhalten können. Zuletzt waren es Studierende der Romanistik, die gegen einen Stellenabbau protestierten („RomanistInnen wehren sich mit offenem Brief gegen Stellenkürzung“).

Der hier vorliegende Fall ist natürlich insofern anders, als dass ja keine Stelle gestrichen werden soll, ihre Neubesetzung nur vermutlich zu lange dauern wird und viel früher hätte eingeleitet werden müssen.

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