Offener Brief von IB-affinen Studierenden gegen den Anti-SFB-Protest

Es gibt Neues von der legendären Mailingliste der „Nachwuchsgruppe Sektion IB der DVPW“. In einem an Dr. Lars Brozus und Prof. Thomas Risse adressierten und an die „Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB700“ gerichteten offenen Brief, protestiert eine Gruppe die sich schlicht die „Unterzeichnenden“ nennt gegen den Anti-SFB-Protest am OSI:

„Wir streiten nicht ab, dass die Verantwortung der Wissenschaft bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft ein überaus wichtiges und diskutierenswertes Thema ist. Es besteht bei jeder wissenschaftlichen Arbeit die Möglichkeit, dass Erkenntnisse ge- oder missbraucht werden, um politische oder militärische Ziele und Methoden durchzusetzen bzw. zu legitimieren. Die Lösung für dieses Problem kann nicht das Ende jeder Forschung sein. Es muss vielmehr eine offene und ehrliche Diskussion über ihre Inhalte, Methoden, Ergebnisse und Auswirkungen geben, die auch vor der Verantwortung der Beteiligten nicht haltmacht.

Wir sind allerdings empört und verärgert, dass bei den jüngsten Demonstrationen indirekte Drohungen gegen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB ausgesprochen wurden und dabei der SFB-Sprecher persönlich diffamiert wurde. Das Recht auf freie Meinungs-äußerung soll, kann und darf nicht dazu verwendet werden, die Würde der Person zu verletzen. (…)“

Man wolle zwar niemand mundtot machen, aber Kritik müsse in einer „konstruktiven und respektvollen Art und Weise“ vorgebracht werden. Der Brief der auf den 21.11. datiert spielt offensichtlich auf die so genannte „antimilitaristische Entbettungsaktion“ vom 12.11. an, bei der eine Papp-Figur mit dem Gesicht des SFB-Sprechers Thomas Risse zwischen tarnfarbigen Kissen eingebettet und Federn lassend am OSI-Eingang „ausgestellt“ wurde. Ferner wurden blutige Kissen an den Türen der Büros der „verantwortlichen ForscherInnen des SFB 700“ (O-Ton Indymedia) befestigt.

Die Aktion war zweifellos drastisch und wurde auch auf FUwatch kritisch betrachtet („Anti-SFB-Protest am OSI“). Dem steht gegenüber, dass die Aktion bewusst Studierende aufrütteln sollte, die sich mit dem Sachverhalt bisher gar nicht oder zu wenig auseinandergesetzt hatten. Die symbolische Aktion wurde darüber hinaus mit Flyern begleitet auf denen Interessierte auch nachlesen konnten, worum es hier inhaltlich geht.

Dass die „Unterzeichnenden“ in ihrem Brief zu der Einschätzung kommen, dass es eine „offene und ehrliche Diskussion über die Inhalte, Methoden, Ergebnisse und Auswirkungen der Forschung“ des SFB geben sollte, ist sicherlich löblich. Nur passiert genau das eben am OSI bisher nicht, es gab bis dato keine wirkliche Debatte die sich auch kritisch mit der Forschung des SFB 700 auseinandersetzte. Also ist eines der Ziele der SFB-KrtikerInnen zunächst einmal auch Aufmerksamkeit für den Sachverhalt zu erzeugen.

Die Frage ist, wie ernst es den „Unterzeichnenden“ mit einer kritischen SFB-Auseinandersetzung ist. Der Brief ist von insgesamt 15 Personen unterzeichnet. Darunter Natascha Braumann, studentische Mitarbeiterin bei Risse, Mathias Großklaus, studentischer Mitarbeiter bei Börzel, Manuel Domes, studentische Hilfskraft bei Zürn, Matthias Conrad, studentischer Mitarbeiter am SFB, Philip Schleifer, studentischer Mitarbeiter bei Liese, Adrien Detges, als Alumni am JMC geführt, Susanne Langsdorf, MAIB Studentin, etc., pp.

Insgesamt alles IB-affine Studierende und Mitarbeiter, einige davon direkt mit dem SFB bzw. mit am SFB forschenden Dozierenden verbunden. Und keiner von ihnen ist bisher sichtbar dadurch aufgefallen, dass er/sie sich kritisch mit den Vorgängen am SFB auseinandersetzt. Vermutlich wüssten viele von ihnen gar nicht von der zunehmenden Kritk am SFB, wenn es nicht auch solche Aktionen wie die von ihnen als empörend empfundene gäbe.

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43 Antworten to “Offener Brief von IB-affinen Studierenden gegen den Anti-SFB-Protest”

  1. Daniel Says:

    Ich gehöre nicht zu den „Unterzeichnern“. Trotzdem finde ich es schwer erträglich, dass diesen implizit das Recht zur Meinungsäußerung versagt wird, weil sie vermeintlich „IB-affin“ sind. Darf man sich zum SFB nur äußern, wenn man diesen pauschal kritisiert?

    Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass es Anfang November eine öffentliche Diskussion zur Vorstellung eines Sammelbandes der wissenschaftlichen Mitarbeiter am SFB gab (http://www.sfb-governance.de/news/transdisziplinaere_governanceforschung.html). Diese Möglichkeit zur kritischen Auseinandersetzung wurde aber von denjenigen, die den SFB fundamental kritisieren, nicht genutzt. Und warum ist eigentlich zu der Diskussionsveranstaltung morgen nachmittag kein Vertreter bzw. keine Vertreterin des SFB eingeladen?

  2. Dennis O. Says:

    Ich glaube Niklas‘ Intention war nicht, eine Meinungsäußerung zu untersagen, sondern darauf hinzuweisen, dass jede Meinung durch einen Erfahrungshintergrund geprägt ist. Und natürlich ist die Meinungsäußerung zu einem gewissen Teil auch damit in Zusammenhang zu bringen, dass ein guter Teil der „Unterzeichenden“ für führende SFB Profs arbeitet.

    Auf der FBR Pol.-Soz. Sitzung wurde öffentlich auf die Veranstaltung „Who the fuck is SFB 700“ hingewiesen. Anwesend waren hier Risse, Börzel und noch viele andere vom Thema betroffene Personen. Ich teile die Sichtweise, dass eine Person auf dem Podium schöner gewesen wäre.

  3. Richard Sorge Says:

    Liebe Dennis,

    der „guter Teil der “Unterzeichenden” für führende SFB Profs arbeitet“, scheint sich ja auf vier Leute zu beschränken (von 15 Unterzeichnern). Weder Zürn noch das JMC hat etwas mit dem SFB zu tun, und dass jemand den MAIB studiert, macht ihn doch noch nicht grundsätzlich suspekt, oder?

  4. Mathias Großklaus Says:

    Lieber Niklas,

    es ist eine ganz schön harte Unterstellung, zu behaupten, die „Unterzeichnenden“ würden offenbar gar nichts von Kritik am SFB, wenn es solcherlei Aktionen nicht gäbe.
    Wie sieht denn die von Dir geforderte „sichtbare Kritik“ am SFB aus, die man äußern muss, um von diesem Generalverdacht befreit zu werden?

    Um es hier mal in aller Deutlichkeit zu sagen (und ich hoffe, das ist „sichtbar“ genug): Ich finde es wichtig, dass die Arbeit des SFB hinterfragt wird (so wie jede Arbeit, die das Siegel „Wissenschaft“ für sich beansprucht) gerade am OSI. Ich bin ebenso der Meinung, dass der Blutige-Kissen-Protest für diese notwendige Diskussion absolut kontraproduktiv war, weil er unsachlich und pauschal argumentiert hat. Schlicht aus diesem Grund habe ich den von Dir (auszugsweise) zitierten Brief unterschrieben – nicht weil ich den Protest kritisiere – sondern seine Form.

    Ich schätze dieses Blog, aber dass Du mir (einzig aufgrund der Tatsache, dass ich an einem Lehrstuhl arbeite, dessen Chefin auch dem SFB angehört) unterstellst, ich würde eine bestimmte politische Richtung vertreten (oder beziehst Du Dich auf irgendeine Äußerung von mir?), finde ich unmöglich.

  5. Mathias Großklaus Says:

    Gut, Rechtschreibfehler darf man mir gerne vorwerfen.

  6. Niklas Says:

    Natürlich geht es nicht darum jemandem das Recht auf freie Meinungsäußerung abzusprechen. Ich halte es allerdings für legitim transparent zu machen, vor was für einem poltischen und beruflichen Hintergrund eine solche Stellungnahme erfolgt.

    Denn auffällig ist ja schon, dass diese Gruppe der „Unterzeichnenden“ eben nicht einen Querschnitt durch Studierende der Politikwissenschaft darstellt, sondern dass es hier um eine Gruppe geht, deren gemeinsame Schnittmenge ist, dass sie sich während ihres Studiums in der ein oder anderen Form auf den Bereich „Internationale Beziehungen“ konzentriert haben. Derselbe Bereich, in dem auch die kritisierten Akteure am SFB tätig sind.

    Man könnte doch eigentlich erwarten, dass gerade Studierende die sich intensiver mit der IB befassen auch den Forschungsansatz des SFB kritischer hinterfragen. Nur das passiert eben nicht, die Gruppe ruft nur dazu auf, die Auseinandersetzung in anderer Form zu führen, als es die Protestierenden mit ihrer „antimilitaristische Entbettungsaktion“ getan haben. Über diesen Aufschrei der Empörung hinaus trägt die Gruppe aber selbst nichts weiter bei. Was die Vermutung nahelegt, dass es ihr so ernst mit einer kritischen SFB-Auseinandersetzung auch nicht sein kann.

  7. Niklas Says:

    @Großklaus:

    Ebenso wie die anderen „Unterzeichnenden“ findest du die „antimilitaristische Entbettungsaktion“ offenbar empörender, als die SFB-Unterstützung der deutschen Afghanistan-Politik. Weder du noch deine MitstreiterInnen haben jemals in dieser gesamten Debatte öffentlich deutlich gemacht, dass ihr den Forschungsansatz des SFB auch selber kritisch hinterfragt.

    Ihr findet es zwar angeblich durchaus wichtig, dass andere die Arbeit des SFB hinterfragen, leistet aber selbst keinen Beitrag dazu, sondern belasst es mit eurem offenen Brief bei einer Kritik an dieser „Entbettungsaktion“. Wie anders könnte man dies deuten, als dass ihr offenbar kein allzu großes Problem mit dem Forschungsansatz des SFB habt?

  8. Stefan Says:

    Ich finde ja auch, dass die Kritik am SFB700 als Ganzem ein bißchen sehr drastisch ist gerade und auch mit dem Hartmann-Ansatz einen falschen Fokus hat. Aber hier kommen wir gerade zum Punkt. Es gibt ja was zu kritisieren am SFB, bzw. seiner Führung. Und zwar das hier: http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/172/156757/

    Auf Grundlage der SFB-Forschung äußert sich einer der führenden Köpfe überaus positiv zum Afghanistan-Einsatz. Er fordert mehr Unterstützung „zu Hause“ und hält den Einsatz bisher für erfolgreich. Und hier muss dann mal nachgefragt werden. Ist das ein verantwortungsvoller Umgang mit Forschungsergebnissen? Muss daraus zwangsläufig eine solche einseitige Meinung entstehen wir in diesem Artikel. Und wurde das eigentlich abgesprochen mit dem Rest des SFB? Zumindest bei letzterer Frage weiß ich von einem Mitglied des SFB, dass das nicht der Fall war. Und auch ist es wohl wissenschaftlich sehr unüblich, schon so früh an die Öffentlichkeit zu gehen.

    Alle am SFB Beteiligten müssen sich also fragen, ob sie mit ihrer Arbeit solche Ergebnisse unterstützen wollen. Denn klar ist schon, dass dieser Artikel auch das Töten von Menschen durch die Bundeswehr legitimiert. Und hierzu haben wir in der Tat von den SFB-Anhängern noch nichts gehört. Deswegen sollte dieser Artikel das zentrale Dokument der SFB-Kritik sein und nicht der Hartmann-Text.

    Ich würde den SFB also viel lieber auf so eine Art und Weise kritisieren. Von innen heraus und in der inhaltlichen Auseinandersetzung. Daher ist es taktisch vielleicht auch unklug, jetzt durch eine Pauschalverurteilung alle Mitglieder des SFB auf sich zu hetzen. Allerdings hat Niklas auch Recht bei der Feststellung, das die potentiell eher kritischen Elemente des SFB bislang nicht viel zur Diskussion beigetragen haben.

  9. Daniel Says:

    Lieber Niklas, man könnte das Argument natürlich auch umdrehen und sich dann fragen, warum gerade jene „IB-affinen“ Studierenden weniger Probleme mit dem SFB haben. Du unterstellst, dass die inhaltliche Nähe zu blinder Affirmation führt. Vielleicht könnte es aber ja auch sein, dass die intensivere Beschäftigung eine differenziertere Sicht der Dinge ermöglicht. Man kann natürlich gucken, vor welchem, wie du schreibst „politischen und beruflichen Hintergrund“ sich Leute äußern – vor zu schnellen Schlussfolgerungen sollte man sich aber hüten.

    Zur Sache: Kannst du etwas genauer erläutern, wie deiner Meinung nach die „SFB-Unterstützung der deutschen Afghanistan-Politik“ aussieht? Dieser Vorwurf wird ja hier auf diesem blog immer mehr zum Konsens, obwohl es bisher nicht gelungen ist, ihn irgendwie substanziell zu unterlegen. Das wiederum stellt dann auch deine Argumentation in ein komisches Licht. Warum muss man sich denn einer Kritik, die auf tönernen Füßen steht, anschließen, um seinen kritischen Geist zu beweisen?

  10. anonymus Says:

    hallo daniel, bitte klicke doch auf den link im kommentar deines vorredners zwecks beantwortung deiner frage im zweiten absatz

  11. Daniel Says:

    Das Posting von Stefan fand fast gleichzeitig mit meinem statt, darum hatte ich mich darauf noch nicht beziehen können.

    Den Artikel habe ich jetzt gelesen, aber was bedeutet das denn? Stefan selbst schreibt ja, dass Thomas Risse sich hier „auf Grundlage der SFB-Forschung“ äußert. Man kann seine Schlussfolgerungen teilen, oder auch nicht. Aber bedeutet dies, dass man keinerlei Forschung mehr zu Afghanistan betreiben darf? Die Studie von Jan Köhler, um die es hier geht, weist ja gerade auch auf einige Probleme hin. Natürlich besteht immer die Gefahr, dass umfangreiche empirische Ergebnisse einseitig instrumentalisiert werden. Und doch brauchen wir doch eben solche Studien, um verantwortungsvoll mit den Problemen in Afghanistan umgehen zu können. Möglicherweise lassen sich ja auch andere politische Schlussfolgerungen ziehen, aber auch diese können doch nicht völlig ohne jegliche Kenntnis der empirischen Sachlage zustande kommen.

    Die Tatsache, dass es im SFB ein (!) Projekt gibt, das sich neben Tajikistan und Pakistan auch mit Afghanistan beschäftigt, ist für mich auf jeden Fall immer noch kein Beleg dafür, dass der SFB die deutsche Afghanistan-Politik unterstützt. Dabei geht es mir nicht darum, den SFB unbedingt und in allen Hinsichten verteidigen zu wollen. Ich habe aber schlicht noch keine Argumente gehört, durch die sich die Vorwürfe gegen den SFB belegen ließen. Und ärgere mich dann doch etwas, wenn diejenigen, die diese Vorwürfe nicht einfach ungeprüft übernehmen wollen, als unkritisch dargestellt werden.

  12. Stefan Says:

    Also das ist mir zu einfach. Es ist doch nicht so, dass der SFB eine Studie veröffentlicht hat und dann die externe Person A die eine Schlussfolgerung und die externe Person B die andere Schlussfolgerung getroffen hat und in der öffentlichen Darstellung das dann auch so rüberkommt. Nein, einer DER führenden Köpfe eines nicht ganz unbedeutsamen SFBs schreibt in der SZ:

    Das Bedrückende allerdings ist: So sehr die Afghanen das internationale Engagement begrüßen, so wenig findet es in Deutschland Unterstützung.

    Inwiefern geht hier keine Forderung nach Unterstützung des Afghanistan-Einsatzes hervor?

    Und es gibt noch mehrere zitierfähige Stellen in diesem Zusammenhang.

    Zusammen mit der Information:

    Thomas Risse ist Politik-Professor an der FU Berlin. Der Beitrag fußt auf einer Studie, für die afghanische Mitarbeiter 2000 Haushalte im Nordosten des Landes besuchten. (www.sfb-governance.de)

    wird dann eben die Wahrnehmung daraus, dass der SFB die deutsche Afghanistan-Politik unterstützt. Das ist doch nun wirklich nicht von der Hand zu weisen.

  13. Mathias Großklaus Says:

    Niklas, Du hältst es also „ für legitim transparent zu machen, vor was für einem politischen und beruflichen Hintergrund eine solche Stellungnahme erfolgt.“

    In wie weit machst Du denn diesen ominösen politischen Hintergrund der Unterzeichnenden transparent? Ich gehe mal stark davon aus, dass du nicht die geringste Ahnung von meinen politischen Positionen hast, genauso wenig wie von denen der anderen Menschen, die Du hier an den Pranger stellst (ich übrigens auch nicht).

    Sicher, der Brief hätte an einigen Stellen schärfer formuliert werden können, es hätte deutlicher gemacht werden können, dass der SFB darin durchaus kritisch betrachtet wird (wenngleich er auch nicht als einheitlicher Block abgeurteilt wird). Das ändert aber überhaupt nichts an dessen grundsätzlichen Inhalt, den Du ja auch überhaupt nicht angreifst – zumindest nicht offen. Warum also die Hexenjagd?

    Deine Kritik bezieht sich ausschließlich auf die Glaubhaftigkeit der Unterzeichnenden (oder: meiner MitstreiterInnen – ich verstehe überhaupt nicht, wieso Du aus diesem inhaltlich relativ unspektakulären Brief so ein Getöse machst).
    Aufgrund der Tatsache, dass vier von 15 Unterzeichnenden bei Profs arbeiten, die wiederum auch SFB arbeiten (am SFB selbst angestellt ist offenbar nur einer von 15), schließt Du nicht nur auf deren politische Haltung – Du unterstellt außerdem pauschal ein generell unkritisches Verhalten, auf der Tatsache beruhend, dass Dir bisher noch nix anderes zu Ohren gekommen ist. Man ist also so lange schuldig (militaristisch, IB-affin, unkritisch, was auch immer die Vorwürfe sein mögen), bis man öffentlich („sichtbar“) seine Unschuld beweisen kann. Das finde ich, gelinde gesagt, verleumderisch.

    Schönen Gruß.

    P.S.: Übrigens stehe ich nicht mal auf dieser Mailingliste

  14. Kein Raum für Kritik am SFB 700? « die fachschaftsinitiativen Says:

    […] Veranstaltung war schon im Vorfeld kontrovers diskutiert worden – vgl. die Diskussion hier und bei fuwatch – nun zeigt sich jedoch wer am längeren Hebel […]

  15. Justus Says:

    Liebe Leute,
    mich empört, wie hier die Unterzeichnenden von einem Autor, der sich wohl als links versteht, an den Pranger gestellt werden. Immerhin sind die Namen mit Mitarbeiterseiten verlinkt, die teilweise auch Fotos enthalten. Von der Herangehensweise ist das im Entferntesten nicht nachzuvollziehen: Einerseits soll die Kritik befeuert werden, andererseits wird die Kritik der Kritik im Keim fast schon durch Stigmatisierung unterbunden.
    Natürlich handelt es sich um einen offenen Brief. Natürlich kann über Google jeder herausfinden, um wen es sich bei den Unterzeichnenden handelt. Doch die bloße Art der Darstellung ohne tatsächliche Chance auf Gegen-darstellung ist herabwürdigend und vor allem unfair.
    Eigentlich muss man im zweideutigen Sinne sich schon fragen „What’s left?“, wenn nicht einmal die Kritik der Kritik, die Möglichkeit der Möglichkeit also, zugelassen wird – bzw. so stark pauschalisiert wird, dass den grundsätzlich geneigten Diskutanten, die Lust an der Diskussion gründlich vergangen ist.
    Eine Diskussion übrigens, deren Argumentation zu guten Teilen auf Sand gebaut ist. Der, wie viele wissen, kein allzu stabiles Fundament ist. (Ich finde, dass das eine gute Stelle für Brachialrhetorik ist – ich, ohnehin kein Freund allzu zarter Wörter. „Who the fuck is SFB 700?“ ist allerdings und auch diesen Einschub erlaube ich mir hier, ein selten platter und irgendwie nerdiger Titel für eine Diskussion.) Obschon ich, wenn auch nicht sichtbar (was hat es eigentlich damit auf sich?) so doch hörbar, mich doch stets für die Erhaltung einer Vollprofessur der Ideengeschichte in Diskussionen eingesetzt habe und einsetzen werde und selbstverständlich! als „Theorie-affiner“ Student die Vereinseitigung der Ausrichtung des Instituts ablehne.
    Herzlichst

  16. Manuel Domes Says:

    Ein wenig stutzig macht einen das hier schon.
    Warum muss der Ruf nach einer anderen – und vermutlich auch für Kritiker des SFB zielführenderen – Diskussionskultur von zuvor veröffentlichten – am besten negativen – Meinungen zum selben begleitet sein, um glaubwürdig zu erscheinen? Warum werden aus einer einzigen tatsächlich am SFB beschäftigten SHK gleich „einige“ gemacht, und warum disqualifiziert einen die doch eher unspektakuläre Hiwi-Stelle an einem der zahlreichen Berliner Institute als ernstzunehmenden Diskussionsteilnehmer?
    Seien wir mal ehrlich – die Ausbeute an inkriminierenden Details zu einem doch eher kleinen Teil der Unterzeichner ist vergleichsweise ärmlich, und genauso ärmlich finde ich es, aufgrund dieser Details (inkl. Foto-Verlinkung) ein politisches oder berufliches Kalkül für das Unterzeichnen des Briefs zu unterstellen. In dieses Bild passt, dass scheinbar kein Versuch unternommen wurde, einen der hier dank Google so genüsslich verlinkten Unterzeichner oder den Absender des Briefs an die ib-liste zwecks Stellungnahme zu kontaktieren oder auch nur von der Veröffentlichung dieses Beitrags in Kenntnis zu setzen. Das halte ich nicht nur für tendenziös sondern auch schlicht für schlechtes Handwerk. (Sollte ein solcher Kontaktversuch mit einem der anderen Unterzeichner erfolgt und abgelehnt worden sein, relativiere ich letztere Kritik – dieser Sachverhalt hätte dann aber ebenfalls in den Ursprungsbeitrag gehört)

  17. Dennis O. Says:

    Kann es sein, dass ihr euch etwas übermäßig ans Bein gepisst fühlt? Wie ich bereits in meinem vorherigen Kommentar dargestellt habe, finde ich es gerechtfertigt, dass Positionen von an Auseinandersetzungen beteiligten Personen offen gelegt werden. Genauso mache ich auch kein Geheimnis daraus in der FSI OSI aktiv gewesen zu sein und im IR zu sitzen.
    Niklas hier des schlechten Handwerks und unsauberer Berichterstattung zu bezichtigen, halte ich für weit überzogen und desavouirend. Der Kommentar am Ende dieses Beitrag ist das Recht des Autors und gerade das, was das Blog hier so interessant macht und ihm gerade in den vergangenen Wochen eine stetig wachsende Aufmerksamkeit beimisst.

  18. Manuel Domes Says:

    Natürlich ist es legitim, dass solche Positionen offengelegt werden. Aber ich bezweifle eben sehr stark dass der Verweis auf die Hiwi-Jobs einer Handvoll Unterzeichner dies tut. Ich würde auch behaupten dass ein individuelles Erfragen dieser hier als monolithisch dargestellten „Position“ von den 15 Unterzeichnern 15 sehr unterschiedliche Meinungen zu Tage fördern würde, von denen sich einige noch nichtmal sehr weit von der Meinung des Beitragserstellers und anderer Diskussionsteilnehmer unterscheiden dürften. Meine ehrliche Meinung ist dass dieser offene Brief völlig überinterpretiert wird, da hinter dem Aufruf nach einer anderen Diskussionsgrundlage, welcher im Ausgangsbeitrag ja sogar geteilt wird, tatsächlich nur genau dieser steht, ohne Hintergedanken. Ich für meinen Teil zumindest kann das ohne weiteres so sagen.

  19. Justus Says:

    Welchen Grund hätte ich dazu? Ich denke, ich habe meine eigene Haltung (und Position) ausreichend dargestellt.
    Es ist schlichtweg ungerecht, Menschen eine politische Haltung zu unterstellen, nur weil sie irgendwo als studentische Hilfskraft arbeiten und sie dann auch noch über Internetseiten (und Fotos) zur Schau zu stellen. Oder sage mir, welchen Zusammenhang du zwischen den Tätigkeiten und politischen Engagements herstellen kannst, ohne auf irgendwelche Allgemeinplätze zurückzugreifen. Es geht hier ja nicht mal um die Erledigung von Verwaltungsaufgaben für die Hans-Seidel-Stiftung und selbst da könnte wohl kein eindeutiger Link zur politischen Einstellung hergestellt werden. Manche Menschen müssen sich ihr Studium allerdings irgendwie finanzieren. Das gebe ich allerdings zu bedenken.
    Betrachten wir diesen Punkt, teile ich den vorgetragenen Widerspruch doch gänzlich.

  20. Susanne Langsdorf Says:

    There is no such thing
    as bad publicity!

    Susanne Langsdorf (in Rasterfahndung aufgrund des Merkmals „MAIB-Studentin“ hängengeblieben)
    @ Niklas: Im Dienste der Transparenz: Verlink dich doch selbst!

  21. Niklas Says:

    Zur Verlinkung

    Es handelt sich um einen offenen Brief, also ein Schriftstück was der Öffentlichekeit zugänglich und nicht Bestandteil einer Privatkorrespondenz war. Die „Unterzeichnenden“ haben diesen Weg bewusst gewählt, um ihren Unmut über eine bestimmte Protestaktion am OSI zum Ausdruck zu bringen. Sie haben diesen Brief bewusst alle mit vollem Namen unterzeichnet.

    Ferner gehe ich davon aus, dass alle sich der Tatsache bewusst waren, dass ihre Namen zusammen mit ihren Fotos auf den entsprechenden Websites öffentlich zugänglich sind. Und die Technik die Namen zu ergoogeln, die entsprechenden Websites zu verlinken, ist ja sicherlich kein „Herrschaftswissen“.

    Es ist ein recht trivialer Vorgang, der dem Zweck dient, dass sich der skeptische Teil der Leserschaft unkompliziert überzeugen kann, dass z.B. Person X tatsächlich wie dargestellt für Person Y arbeitet. Fortlaufend werden Personen die das erste Mal irgendwo auf FUwatch erwähnt werden auch verlinkt.

    Der Vorwurf der Zurschaustellung wegen der Verlinkung auf eine Website auf der man ein Foto mit einem Namen zusammensieht ist lächerlich. Er müsste sich wenn dann gegen die Person richten, die die verlinkte Website ins Netz gestellt hat. Diese hat dies aber sicherlich mit dem Einverständis der Dargestellten getan. Dadurch sehe ich auch kein Problem, die Sites zu verlinken.

    Zur Ableitung des politischen Selbstverständnisses aus der Tätigkeit als studentische Hilfskraft

    Wenn sich jemand entscheidet, als studentischeR MitarbeiterIn bei einem im sozialwissenschaftlichen Bereich arbeitenden Dozierenden tätig zu werden, dann kann man davon ausgehen, dass dieser Studierende sich vorher auch damit auseinandergesetzt hat, wo sein zukünftiger Arbeitergeber sich gesellschaftspolitisch verortet.

    Entweder der Studierende hat dann mit dieser Positionierung ein Problem (etwa weil sie zu stark von seiner eigenen politischen Verortung abweicht; er das nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann), dann nimmt er den Job nicht an oder aber, er hat kein Problem, dann steht dem zukünftigen Arbeitsverhältnis nichts mehr im Wege.

    Frau Börzel ist ja kein apolitischer Arbeitgeber. Sie war in der Vergangenheit z.B. an vielen hochschulpolitischen Entscheidungen beteiligt. Etwa an jener, zwei neue maßgeschneiderte IB-SFB-Professuren ins Leben zu rufen, wobei zeitgleich die Vollprofessur Ideengeschichte zu grabe getragen wurde (um hier mal ein weiteres Beispiel zu nehmen).

    Über den Kommilitonen Mathias sagt mir das, dass er entweder a) diese Positionierung Börzels begrüßt, oder b) sie kritisch sieht aber nicht so kritisch, dass er glaubt zu Börzel auf Distanz gehen zu müssen, das Arbeitsverhältnis also aufzukündigen, oder c) es ihm egal ist und er daher ebenfalls kein Problem hat auch weiter für Börzel tätig zu sein.

    In jedem Fall sagt die Tatsache, dass der Kommilitone Mathias für Frau Börzel tätig ist sehr wohl etwas über sein politisches Selbstverständnis aus. Denn offenbar hat Mathias kein tiefergehendes Problem mit der politischen Position Börzels – und dieses „kein Problem haben“ oder „kein großes Problem haben“ hat eindeutig auch eine politische Dimension.

    Zur Ableitung des politischen Selbstverständnisses aus dem offenen Brief

    Die „Unterzeichnenden“ hätten ja theoretisch ihre Verneinung der Aktionsform des Protests mit einer klaren Bejahung der SFB-Kritik als solcher kombinieren können. Stattdessen haben sie nur allgemein anerkannt, dass man die SFB-Forschung auch hinterfragen sollte. Wo sie selbst sich aber positionieren, ob sie die Kritik selber teilen oder nicht, bleibt offen.

    Auch hier in den Kommentaren ist das ein einziges Herumgeeiere. Die naheliegende Vermutung ist, dass die Unterzeichnenden eben nicht nur Anti-Entbettungsaktion, sondern auch gleichzeitig Pro-SFB-Forschung sind. Was spräche sonst dagegen, hier klarer Position zu beziehen?

    Statt sich – bei aller legitimen Kritik an der Protesform – mit den Protestierenden und ihrem Anliegen zu solidarisieren, haben die „Unterzeichnenden“ mit ihrem offenen Brief den SFB-Verteidigern in die Hände gespielt. Das sollte man dann so in aller Deutlichkeit auch mal festhalten dürfen.

    Solange die „Unterzeichnenden“ nicht explizit deutlich machen, dass sie a) die Tatsache anerkennen, dass die SFB-Forschung die deutsche, militärisch-interventionistische Afghanistan-Politik befördert, und dass sie (die „Unterzeichnenden“) b) die diese Forschung voranbringenden Dozierenden für ihr Tun verurteilen, sehe ich keinen Grund, meine Einschätzung ihres poltitischen Selbstverständnisses zu revidieren.

  22. Manuel Domes Says:

    Nur ganz kurz dazu, da ich mir noch nicht sicher bin ob ich mich hier weiter einbringen möchte — das Hauptproblem an deinen Ausführungen ist weiterhin, dass du von einer einheitlichen Position „der Unterzeichnenden“ zum SFB ausgehst. Diese Annahme bildet die Grundlage für deine gesamte Argumentationskette, ist aber leider, es tut mir leid dir das so deutlich sagen zu müssen, schlicht und einfach falsch. Deshalb kannst du hier auch keine klare Positionierung „der Unterzeichnenden“ zum SFB erwarten, welche du ja zu erwarten scheinst um deren Ruf nach einer anderen Diskussionskultur auch nur im Ansatz glaubwürdig zu finden.
    Und wenn du dir vor dem Erstellen deines Ursprungsbeitrags z.B. mal die Mühe gemacht hättest, den Absender des Briefs an die IB-Liste zu kontaktieren (mein Vorbehalt von oben gilt auch hier), hätte dir das auch schnell klar werden können.

  23. Mathias Großklaus Says:

    Du hast Recht, Niklas, anders als so mancher Blogger stehen wir mit vollen Namen zu unseren Aussagen.

    Damit haben wir uns jetzt natürlich in die blöde Situation manövriert, keine eigene Meinung mehr äußern zu dürfen, bevor wir nicht alle unsere Jobs kündigen (muss sich Susanne eigentlich exmatrikulieren?). Hätten wir mal vorher drüber nachgedacht.

    Übrigens, Du wunderst Dich, dass hier niemand mehr politisch Stellung bezogen hat (Du nennst es Rumeiern) – ob es daran liegt, dass es Dir (das wurde spätestens in Deinem letzten Post deutlich) von Anfang an nie um eine inhaltliche Debatte ging? Oder sich hier niemand einer Gesinnungsprüfung unterziehen wollte? Daran, dass sich niemand in Dein Freund-Feind-Raster pressen lassen wollte?

  24. Thomas Fehrmann Says:

    Lieber Niklas,

    ich stimme meinem Mitunterzeichner Manuel zu: Deine Argumentation beruht auf falschen Annahmen und einer fingierten Interpretation des Briefs, der weit über das hinausgeht, was darin tatsächlich erwähnt wird.

    Leider verwehrst Du Deinen Lesern eine Kopie unseres offenen Briefs, sondern versuchst stattdessen ihre Aufmerksamkeit tendenziös auf Namen und Passagen zu lenken, die in Dein Interpretationsmuster passen.

    Es handelt sich also nicht um entzerrende und entwirrende Berichterstattung im Dienste der „Transparenz“, im Gegenteil. Der SFB-Kritik magst Du damit einen Bärendienst erweisen, die Diskussionskultur leidet darunter mit Sicherheit.

    Und genau darum geht es in dem Brief: um den Ton der Debatte, und explizit nicht um die Inhalte. Die ominöse Gruppe der 15 könnte sich wohl schwerlich auf eine gemeinsame inhaltliche Linie zum SFB einigen. Wir mögen uns dennoch nicht einzeln berufen fühlen, unsere Meinung zum SFB in eine Diskussion einzubringen, in der viel geredet und wenig gesagt wird. Diese Tatsache gibt Dir aber noch lange nicht das Recht, uns öffentlich und ohne uns vorher zu konsultieren die Dir am plausibelsten erscheinenden Motivationen zu unterstellen.

    Mein Anliegen war schlichtweg, die Protestaktion am OSI als jenes geschmacklose, entwürdigende und schäbige Panoptikum verfehlter Diskussionskultur darzustellen, das ich darin wahrgenommen habe.

    Leider fühlst Du Dich offenbar dazu berufen, diese Tradition durch die Erstellung von Proskriptionslisten fortzuführen.

    Ich vermute daher fast, dass der Fehler in der Formulierung des Briefs zu suchen ist: er scheint in seiner schier atemberaubenden Komplexität doch zu missverständlich zu sein. Dafür entschuldige ich mich in aller Form.

    Herzlich,

    der IB-affine Thomas

  25. Thomas Fehrmann Says:

    Korrektur zur Vermeidung von Missverständnissen:

    Im ersten Absatz meines vorherigen Beitrags sollte es heißen „… und einer fingierten Interpretation des Briefs, DIE weit über das hinausgeht, was darin tatsächlich erwähnt wird.“

  26. Niklas Says:

    @Manuel:

    || das Hauptproblem an deinen Ausführungen ist
    || weiterhin, dass du von einer einheitlichen
    || Position „der Unterzeichnenden“ zum SFB ausgehst.

    Nun als unbestreitbare Gemeinsamkeit haben alle ja den Brief unterzeichnet. Alle Unterzeichner haben Risse vor einer Protestform in Schutz genommen, damit den SFB-KritikerInnen an den Karren gefahren und den SFB-Befürworten in die Hände gespielt.

    @Mathias:

    || Damit haben wir uns jetzt natürlich in die
    || blöde Situation manövriert, keine eigene
    || Meinung mehr äußern zu dürfen, bevor wir
    || nicht alle unsere Jobs kündigen (muss
    || sich Susanne eigentlich exmatrikulieren?).
    || Hätten wir mal vorher drüber nachgedacht.

    Dass du deinen Job kündigst und Susanne ihr Studienfach wechselt würde ich in der Tat sehr begrüßen. Eine Meinung kannst du natürlich auch so äußern, belässt es wie die anderen aber ja was den Sachverhalt angeht bei einer Äußerung zu der besagten Protestaktion ohne darüber hinaus kenntlich zu machen, ob du persönlich die Kritik der Protestierenden zumindest inhaltlich teilst.

    || Übrigens, Du wunderst Dich, dass hier
    || niemand mehr politisch Stellung bezogen
    || hat (Du nennst es Rumeiern) – ob es
    || daran liegt, dass es Dir (das wurde
    || spätestens in Deinem letzten Post
    || deutlich) von Anfang an nie um eine
    || inhaltliche Debatte ging?

    Nee, nee, das liegt wohl eher daran, dass wenn ihr eindeutig politisch Stellung beziehen würdet, sich herausstellen würde, dass ich mit meiner Einschätzung wo ihr euch politisch verortet schon ganz recht hatte. Und das würde dann eure Linie hier zusammenbrechen lassen.

    @Thomas:

    || Leider verwehrst Du Deinen Lesern
    || eine Kopie unseres offenen Briefs,
    || sondern versuchst stattdessen ihre
    || Aufmerksamkeit tendenziös auf Namen
    || und Passagen zu lenken, die in
    || Dein Interpretationsmuster passen.

    Auch in den weggelassenen Passagen findet sich nichts, das deutlich machen würde, wo ihr euch selbst in dieser Auseinandersetzung inhaltlich verortet.

    || Mein Anliegen war schlichtweg, die
    || Protestaktion am OSI als jenes
    || geschmacklose, entwürdigende und
    || schäbige Panoptikum verfehlter
    || Diskussionskultur darzustellen,
    || das ich darin wahrgenommen habe.

    Ja doch, ihr thematisiert lieber die Angriffe auf die „Würde“ eines Professors mittels einer in der Tat fragwürdigen Protestform, als die Folgen der durch Risse befeuerten deutschen Afghanistan-Politik für die dortige Zivilbevölkerung. Ich denke das habt ihr schon ganz gut zum Ausdruck gebracht.

  27. Sören Says:

    Ich finde, dass diese Diskussion mittlerweile einen gesunden Umgangston vermissen lässt. Direkter. Die Passage „[d]ass du deinen Job kündigst und Susanne ihr Studienfach wechselt würde ich in der Tat sehr begrüßen“ ist eine Frechheit.
    Sicherlich hat Mathias mit seinem ebenfalls sehr zynischen Kommentar nicht zur Diskussion beigetragen – und auch das finde ich nicht gut -, aber man muss sich doch nicht wirklich auf ein solches Niveau begeben, oder?

    Um auf die grundsätzliche Kritik zurückzukommen. Ich lese aus den zitierten Stellen nicht heraus, dass den SFB-Kritikerinnen an den Karren gefahren wird – zumindest nicht in der Stärke, wie es hier dargestellt ist. Ich denke, dass deutlich gemacht wurde, dass Kritik erwünscht ist. Aus meiner Perspektive: Ja, man muss sich mit dem SFB kritisch auseinandersetzen. Ja, man muss die angesprochene Studie und deren Folgen anzweifeln.

    Ich frage mich jedoch an dieser Stelle, wann genau eine persönliche Kritik deutlich genug gemacht wurde, um die Diskussionskultur kritisieren zu dürfen? Und warum muss ich erst kritische Perspektiven detailliert darstellen, um die Art und Weise des Protestes nicht angemessen finden zu dürfen?

    Gleichzeitig gestehe ich zu, dass die Protestform als übertrieben, unverhältnismäßig oder geschmacklos gewertet werden kann. Vielleicht auch wegen ihrer Vieldeutigkeit. Der Zweck heiligt eben nicht die Mittel!

    Für mich kommt die Frage auf, warum Niklas so sehr drauf herumreitet, dass die „Unterzeichnenden“ nicht ihre persönliche, möglicherweise kritische Perspektive darstellen. Da kann man eine IB-Affinität unterstellen und eine „blinde Affirmation“ (vgl. Beitrag Daniel) herauslesen oder man kann den Schluss ziehen, dass sich die „Unterzeichnenden“ nicht auf eine einheitliche Linie einigen konnten. Letzteres ist nicht geschehen. Ich frage mich also, inwiefern Niklas eine bestimmte Stoßrichtung (bewusst) in Kauf genommen hat und warum. (?)

    Im Übrigen finde ich es falsch, aus einer Anstellung heraus eine bestimmte politische Position abzuleiten. Sicherlich sollte man sich mit den Positionen des Arbeitgebers auseinandersetzen und sich derer bewusst sein, aber daraus lässt sich nicht schließen, wo sich die Position des Arbeitnehmers befindet. Ich zweifele nicht an, dass es hierbei bestimmte Überschneidungen gibt, aber deshalb kann ich nicht ohne weiteres behaupten, wo genau diese zu finden sind. Dieses auch noch am Beispiel Großklaus – Börzel abzuleiten, hätte nicht sein müssen.

    Darüber hinaus verstehe ich nicht, inwiefern die Verlinkungen nötig waren. Dass einige „Unterzeichnende“ bei Dozierenden und SFB-Angestellten beschäftigt sind, werden diese sicherlich nicht leugnen. Auch hätten sich die Lesenden die Mühe machen können, die Unterzeichnenden zu googlen. Nur weil ich also die Möglichkeit dazu habe, heißt das nicht, dass ich davon auch Gebrauch mache. Dazu bedarf es nicht einmal des Herrschaftswissens. Warum musste das also sein? Um die angesprochene Affinität zu unterstreichen?

    Hier frage ich mich nun, ob man der Diskussion nur beiwohnen kann, wenn man keine Verbindung zu den IB hat? Oder sollte ausgedrückt werden, dass eine IB-Affinität zu einer unkritische(re)n Betrachtung führt? Aber es hat niemals dort gestanden, dass die Unterzeichnenden die Kritik nicht teilen oder gar verleugnen.

    An dieser Stelle noch die Kritik an dem folgenden Absatz:

    „Nee, nee, das liegt wohl eher daran, dass wenn ihr eindeutig politisch Stellung beziehen würdet, sich herausstellen würde, dass ich mit meiner Einschätzung wo ihr euch politisch verortet schon ganz recht hatte. Und das würde dann eure Linie hier zusammenbrechen lassen.“

    Nachdem einige der kritisierten Unterzeichner in ihren Kommentaren deutlich gemacht haben, dass auch sie den SFB kritisch vetrachten (wenn sie auch nicht sagen, was sie kritisch einschätzen), solltest du, Niklas, an dieser Stelle eine gewisse Distanz wahren. Du kennst diese Menschen nicht. Du vereinheitlichst Positionen. Du baust eine Argumentationskette auf der Basis auf, dass diese Menschen etwas nicht gesagt haben. Das schätzt Mathias als „verleumderisch“ ein, ich belasse es bei einer weniger kritischen Aussage, aber du bewegst dich hier auf sehr dünnem Eis! Denn dass man etwas nicht sagt, lässt nicht direkt den Schluss zu, dass man eine bestimmte Position vertrete. Hier solltest du den Menschen zugestehen, dass sie sich äußern können, wie und worüber sie wollen – oder sie lassen es.

    Ich denke, dass man den „Unterzeichnenden“ zugestehen sollte, dass sie die Art und Weise des Protestes kritisieren. Man kann daraufhin einwenden, dass im Schreiben eine grundlegende Positionierung fehle (ob kritisch oder nicht sei dahingestellt). Die abenteuerlichen und mittlerweile an Niveau verlierenden Kommentare (beidseitig) führen jedoch nicht zu einer angemessenen Auseinandersetzung.

  28. Philip Schleifer Says:

    Lieber Niklas,

    ich bin gelinde gesagt etwas geschockt über die Art und Weise Deiner Argumentation – von der Verlinkungsaktion einmal ganz abgesehen. Du scheinst gar nicht zu merken, dass Du Dich mit jedem Diskussionsbeitrag weiter ins Aus manövrierst. Der Umstand, dass hier nicht inhaltlich über den SFB diskutiert wird, sondern mit zunehmend schärferem Ton über die Diskussionskultur in diesem Blog, kannst Du Dir auf jeden Fall zu gute halten. Wundere Dich nicht, dass – nach Deinen anfänglichen Auslassungen und den folgenden Beiträgen – keiner mehr Lust mit Dir über Inhalte zu reden.

    Frohe Weihnachten

    Philip

  29. Manuel Domes Says:

    „dass… Susanne ihr Studienfach wechselt würde ich in der Tat sehr begrüßen.“

    Spätestens hier verlässt einen doch sehr die Lust, sich hier noch auf eine weitere Diskussion einzulassen, deshalb hier mein voraussichtlich letzter Beitrag – schade eigentlich, ich fand deinen Blog bis dato gar nicht so schlecht…

    Dass ein Brief, der eine bestimmte Protestform kritisiert damit automatisch den SFB-Kritikern vor den Karren fährt und dem SFB in die Hände spielt, wie du es sagst, halte ich für eine ziemlich gewagte These. Er fährt vielleicht denjenigen Kritikern vor den Karren die nur „so“ können wie es vor einigen Wochen am OSI geschehen ist, und das war sicher auch beabsichtigt.
    Das impliziert aber doch noch lange nicht, dass die Kritik darunter leiden muss, ganz im Gegenteil. Der SFB-kritische Teil der Unterzeichner würde sich eben genau wünschen, dass durch eine besser fundierte und konstruktivere inhaltliche Kritik diese auch tatsächlich beim SFB ankommt und dort zu Veränderungen führt, statt dass die extreme Polarisierung wie sie von Teilen des SFB-Protests betrieben wird, letztlich als selbsterfüllende Prophezeiung zu genau dem hermetisch abgeriegelten SFB führt, den die Protestierenden so sehr kritisieren.
    Gleichzeitig fehlt mir jegliches plausible Argument wie der Brief dem SFB „in die Hände“ spielen sollte. In einer nicht-zitierten Passage ruft der Brief den SFB auf zu „verantwortungsbewusste[r] Forschung“, sowie alle Beteiligten zu „inhaltliche[r] Kritik [und] einen offenen Diskurs“. Ich kann darin wirklich keine blinde Affirmation der SFB-Position erkennen, und sehe auch sonst keinen Mechanismus, mit dem der Brief SFB-Vertretern in dieser Auseinandersetzung zu mehr Oberwasser verhelfen könnte. Meinst du, Risse wedelt bei der nächsten Diskussionsveranstaltung mit dem Wisch und ruft stolz aus, dass doch immerhin 15 OSI-Studenten den SFB total toll finden? Ich glaube kaum…

    Und dann kommst du schon wieder mit „eurer politischen Verortung“ und „eurer Linie“. Zum letzten Mal, eine solche gibt es nicht! Die Unterzeichner des Briefes kennen sich zum Teil noch nicht mal*, geschweige denn verfügen sie über eine gemeinsame politische Position zum SFB. Es wurde auch gar nicht der Versuch unternommen eine solche zu finden, denn die Unterzeichner sind in Bezug auf den SFB einzig und allein durch ihre Kritik an einer (ich zitiere dich) „in der Tat fragwürdigen Protestform“ geeint. Reicht das eigentlich nicht?

    *Blödes Herrschaftswissen. Diese Lücke hättest du aber ohne weiteres schließen können wenn du… ach egal, ich wiederhol’s nicht schon wieder ;-)

  30. Mathias Bartelt Says:

    An dieser Stelle möchte ich doch auch kurz etwas dazu sagen. Es gäbe viel, was allein schon an der hier geführten Art und Weise der Diskussion verschiedenerseite moniert werden könnte. Es gibt auch inhaltlich viel zu diskutieren. Ich möchte mich kurz auf Eines beschränken:

    Manuel Domes schreibt:

    „schade eigentlich, ich fand deinen Blog bis dato gar nicht so schlecht…“

    –> Kann es sein, daß – bei all der Kritik an den Kritiker/innen des SFB, die ich hier wahr nehme -, diejenigen, die für sich selbst reklamieren, doch auch eine Meinung zu haben oder haben zu dürfen – die Kritik-Kritisierenden -, sie dieses Recht nicht Niklas zugestehen?

    Lieber Manuel, was hindert Dich, hier weiter zu diskutieren – vom Ton ein Mal abgesehen? Hat Niklas in irgend einer Weise „zensiert“, „Zensur“ angedroht oder dergleichen?

    Unterscheide doch bitte dieses Blog als Ganzes, den Sinn dieses Blogs als Ganzes, die praktizierte berichtende Tätigkeit von Niklas einerseits und seine durchaus versuchte Trennung seiner kommentierenden Tätigkeit andererseits. Natürlich ist es schwierig und eine Verantwortungs-Schrägstrich-Machtfrage, wenn der, der berichtet, sich auch gleichzeitig einer eigenen Meinung erdreistet. Ich meine, daß Niklas das schon sehr konsequent zu trennen versucht. Ich meine jedoch auch, daß nur, weil Niklas neben seiner berichtenden Tätigkeit auch eine eigene Meinung äußert, damit zu drohen, das ganze Blog „links“ liegen zu lassen, pauschal und unverhältnismäßig ist. Das steht damit zwar in einer Linie mit der unangenehmen Atmosphäre der gesamten Diskussion. Es trägt zur Sachlichkeit jedoch nichts bei.

    Mit besten Grüßen

    Mathias Bartelt

  31. Mathias Bartelt Says:

    Ich möchte sogleich das „diejenigen“ differenzieren und fragen: Kann es sein, daß Niklas mindestens zum Teil das Recht zur eigenen geäußerten Meinung auf diesem Blog abgesprochen wird?

  32. Thomas Fehrmann Says:

    Liebe Leute,

    Luxemburgs geflügeltes Wort von der Freiheit als der „Freiheit des Andersdenkenden“, von dessen Bekanntheit in SFB-kritischen Kreisen ich hier einfach mal ausgehe, scheint hier ebenfalls nicht viel Gewicht zu haben.

    Seit wann gilt es unter den Studierenden des OSI als abgemacht, dass man den SFB entweder pauschal kritisieren kann (die politisch korrekte Variante), oder ihm in Vasallentreue zur Seite stehen muss (die politisch verfemte Wahl)?

    Manuels Kritik, dass der Autor schlicht keine Ahnung über unsere Haltung zum SFB hat — sofern man überhaupt eine einheitliche Haltung zu einem Forschungsprojekt mit 40 Mitarbeitern und 19 Teilprojekten haben kann — und dass diese durchaus kritisch sein mag — obschon „kritisch“ im intelektuell stimulierenden Sinne auch „differenziert“ und „detailliert“ beinhalten und eben nicht auf Pauschalität abstellen sollte — möchte ich um o.g. Punkt erweitern: die postulierte politische Korrektheit pauschalisierender SFB-Kritik sollte die Debatte nicht beherrschen.

    Durch Aktionen wie die von uns kritisierte wird das allerdings weiterhin der Fall bleiben. Niemand, der eine differenzierte Meinung zum SFB hat, wird gern mit Blutkissen-Verteilern und Menschen-Diffamierern diskutieren. Ad-hominem-Attacken sind schlicht nicht Teil einer vernünftigen Debatte, wer nicht mehr zwischen Person und Sache unterscheiden kann, der verrennt sich in Populismus und Demagogie – und das sind eigentlich die Phänomene, die „kritisches Denken“ aus der Welt schaffen will.

    Der Vorteil ist natürlich, dass sich die sog. SFB-Kritiker intern immer schön einig sein werden (groupthink, anyone?).

    Der Nachteil ist, dass sie immer drastischer werden müssen, damit ihnen überhaupt noch jemand zuhört – womit der Teufelskreis geschlossen wäre: je drastischer die Aktion, desto geringer die Bereitschaft zu echter Debatte.

    Grüße, Thomas

  33. Dennis O. Says:

    lol, mehr kann man gar nicht mehr sagen und ich finde diese ganze Debatte dreht sich schon total im Kreis und führt auch zu überhaupt nichts.

    Genau wie die „Unterzeichnenden“ sich über einen Kamm geschehrt fühlen mögen, wird es nun von thomas betrieben. Auch die SFB Kritik an sich ist überhaupt nicht einig und das hat Niklas selbst immer betont. Selbst zu der besagten Aktion gab es große Debatten. Vielleicht nicht durch einen Risse unterstützenenden offenen Brief, sondern durch kritische Solidarität in Gesprächen.

    Was zum Beispiel ein Kritikpunkt ist, den ich persönlich für einen sehr wichtigen halte, ist der SFB als ganze Struktur und Modell der neoliberalen Strukturierung der Wissenschaft und gerade der Politikwissenschaft. Sowie die damit verbundenen Folgen für den Rest vom Institut, dessen Untergang wir im wochenrythmus in Instuts- und Fachbereichsrat miterleben dürfen.

    Und ja, das hat nichts mit einer Kritik an Auftragsforschung, Studien, die Militarismus fördern oder sonstwas zu tun. Also kommt doch alle mal bitte runter. Für mich liest sich das hier schon langsam wie der versuch dieses Blog als Medium in den Dreck zu ziehen.

    Ich fände es zum Beispiel toll, welche Punkte einzelne von am SFB selbst kritisieren würden, vielleicht sind sie ja sogar interessant, anstatt die ganze Zeit über die verlinkung von Namen und die Art der Debatte zu reden.

    Dass vergangenen Freitag von Dekanatsseite aus versucht wurde eine öffentliche Debatte zum Thema SFB unter zu Hilfe Name von Sicherheitsleuten und körperlicher Gewalt, die diese ausgeübt haben, zu unterbinden und nicht stattfinden zu lassen, scheint keinen zu interessieren. Es macht aber gleichzeitig etwas die Lächerlichkeit dieser Diskussion hier fest.

  34. Wolf Dermann Says:

    Ich finde solche Streitigkeiten wären gar nicht nötig, wenn man die Leute darüber besser über die Möglichkeiten der Politikwissenschaft aufklären würde. Schließlich kann die Politikwissenschaft nicht einmal in kleinsten Teilbereichen die Zukunft auch nur in den nächsten 10 Minuten vorhersagen. Die Einschätzungen von Politikwissenschaftlern sind damit genauso wenig wert, wie die jeder anderen Person, die sich mit einer Sache beschäftigt. Wenn das alle wüssten bräuchte man sich keine Sorgen über die Folgen von Aussagen von Politikwissenschaftlern machen und könnte auf solche Diskussionen wie diese hier auch verzichten.

  35. Mathias Bartelt Says:

    Ein kurzes Update: Im Nachgang der SFB-Veranstaltung vom vergangenen Freitag, in der bereits die Organisation einer weiteren Veranstaltung von Seiten der SFB-Kritiker/innen im Januar 2009 angekündigt worden war, gab es noch einzelne zwischenmenschliche Gespräche. Gespräche von (entmythologisiertem) Mensch zu (entmythologisiertem) Mensch. Zwischen Kritiker/innen und SFB-Assoziierten bzw. als so assoziiert Angesehenen (bzw. im weiteren oder weitesten Sinne in diesen Zusammenhang Gebrachten). Inhaltlich kaum d’arcor, doch menschlich mit einander redend, war auf ein Mal viel Luft aus der Erhitzung raus.

    In diesen Gesprächen „draußen“ nach der Veranstaltung stand der (nicht zuletzt von mir dort unterbreitete) Vorschlag im Raum, sich zur Organisation der Veranstaltung doch „zusammen zu tun“. Mit anderen Worten: Kritiker/innen und (vermeintlich) mit dem SFB Assoziierte organisieren zusammen diese (Diskussions-) Veranstaltung. Dieser Vorschlag wurde zumindest mit offenen Ohren aufgenommen. Die Namen der aufnehmenden (vermeintlich) SFB-Assoziierten sind mir nicht gegenwärtig). Ob der Vorschlag auch ernst genommen wird, wird sich zeigen. Ich will hier unterscheiden: Verständigung, Zusammenarbeit und Unterstützung. Der Vorschlag war nicht zuletzt zur Verständigung gedacht. Es ist in jedem Falle nicht so, daß nicht die Möglichkeit besteht, die Diskussion um den SFB gemeinsam statt gegen einander zu führen. Ob diese Möglichkeit auch ernst genommen wird, liegt an allen Beteiligten selbst. Es soll am Ende keine/r mehr kommen und sich beschweren, es habe nicht die Möglichkeit dazu bestanden.

    Was ich bei der vergangenen SFB-Veranstaltung, danach und auch in den Diskussionen auf „FUWatch“ davor und danach erlebt habe – und wenn es sein muß, nehme ich mir auch die Zeit, das bei eklatanter Uneinsichtigkeit Stunden lang minutiös zu belegen -, war in weiten Teilen eine Blockhaltung von SFB-Seite und damit (vermeintlich) Assoziierten. Im Effekt (ob bewußt, gewollt oder nicht) machte es auf mich den Eindruck(!), daß von SFB-Seite eine wirkliche Diskussion um den SFB gemieden wird. Doch da sie nicht verhindert werden kann, wird sie, so weit es nur geht – so mein Eindruck -, umgangen. Es wird – wie hier nun schon oft genug moniert – über die Art und Weise gesprochen. Zugestanden. Doch darüber hinaus wird nicht gegangen. Weil zum Teil(!) ein Unwillen dazu auf SFB-Seite besteht. Es wird um den heißen Brei herum geredet. Anstatt sich darauf zurück zu ziehen, zu behaupten, daß nicht differenziert genug kritisiert wird – was ein zwar legitimes, aber auch ein mißbräuchliches Totschlagargument sein kann -, sollte auch der Gegenbeweis angetreten werden. So fern es diesen denn gibt. Normaler Weise gibt es mindestens zwei Seiten der Beweisführung (ich lasse mich hier gern korrigieren): Entlastende Beweise und belastende Beweise. Von (vermeintlich) SFB-Assoziierten meine ich, zu großen Teilen zu sehen, daß „nicht hinreichend differenziert geäußertes“ Belastendes einfach zurück gewiesen wird. Zur eigenen Entlastung wird nach meinem Eindruck(!) jedoch wenig bis gar nichts getan.

    Damit sind wir inhaltlich noch nicht viel weiter. Denn nicht zuletzt – wie ein SFB-Kritiker(!) auf der SFB-Veranstaltung selbst zugestanden hatte – müßten sich die SFB-Kritiker/innen inhaltlich noch besser aufstellen. Das war auch als „inhaltliche Kampfansage“ gemeint. Das delegitimiert die Kritik am SFB noch nicht. Sondern zuerst ein Mal die noch nicht hinreichende inhaltliche Fülle der Argumente dagegen. Diese würde, so die „Ansage“, jedoch in weiterer und besserer Vorbereitung „nachgeliefert“.

    Ich entschuldige mich hier schon im Vorhinein für alle etwaig mißverständlichen Formulierungen.

    Mit besten Grüßen

    Mathias Bartelt

  36. Mathias Bartelt Says:

    Nachtrag: Einer derjenigen, die den o.g. Vorschlag aufgenommen hatten, hatte sich in der SFB-Veranstaltung als Geschäftsführer des SFB vorgestellt.

    MB

  37. Manuel Domes Says:

    Mathias,

    das was du da schilderst klingt doch eigentlich recht vielversprechend. Ich bin gespannt was dabei rauskommt.

    Zu deiner obigen Frage: nein, ich will hier niemandem, auch keinem Blog-Betreiber, das Recht auf seine Meinung absprechen. Ich denke auch nicht dass sich das aus meinen Aussagen ableiten lässt. Ich finde nur den Stil sowohl des Ursprungspostings als auch nachfolgender Kommentare und Ratschläge – wie denjenigen dass man doch mal den Studiengang zu wechseln sollte bevor man hier als Diskussionspartner ernst genommen wird – ziemlich befremdlich, so dass ich mir einfach persönlich die Frage stellen muss ob ich diesen Blog weiterhin mit Input fütten will. Diese Gegenseitigkeit macht ja schließlich gerade den Reiz des Mediums aus, stellt aber auch an alle Beteiligten gewisse Anforderungen. Nichts anderes wollte ich zum Ausdruck bringen.

  38. dennis Says:

    „Mensch mag gänzlich unterschiedliche Meinungen zum SFB haben, mensch mag auch in der Retrospektive die Veranstaltung am Freitag für missglückt halten. Darum geht es hier aber gar nicht. Hier geht es um die Mundtotmachung studentischer Meinungsäußerung.“ hier geht’s weiter: http://fsiosi.blogsport.de/2008/12/17/das-klima-am-osi-wird-immer-giftiger/

  39. Niklas Says:

    @Sören:

    || Ich finde, dass diese Diskussion mittlerweile
    || einen gesunden Umgangston vermissen lässt.
    || Direkter. Die Passage „[d]ass du deinen Job
    || kündigst und Susanne ihr Studienfach wechselt
    || würde ich in der Tat sehr begrüßen“ ist eine
    || Frechheit.

    Wieso? War ja keineswegs sarkastisch gemeint. Natürlich lebt auch der Kommilitone Mathias G. nicht von Luft allein, dennoch bin ich mir sicher, er könnte einen anderen Job finden, als jenen bei Prof. Börzel. Für sie tätig zu werden war eine ganz bewusste Entscheidung und eben keinesfalls eine neutrale oder gänzlich unpolitische. Ich würde es aber wirklich begrüßen, wenn er sie noch einmal überdenken würde.

    Was den MAIB angeht, so gibt es andere Master-Studiengänge die von ihrer Struktur, ihrem Aufbau her wesentlich mehr Raum auch für kritische Lehrverstaltungen lassen, u.a. weil sie (die anderen Studiengänge) breiter aufgestellt sind (der MA Polwiss. z.B.). Würde Susanne ihr Studienfach wechseln, so wäre das m.E. auch für sie von Vorteil. Muss sie ja aber natürlich nicht machen. War nur ein Vorschlag und das allein ist ja kein verwerfliches Statement.

    || Für mich kommt die Frage auf, warum Niklas so
    || sehr drauf herumreitet, dass die
    || „Unterzeichnen-
    || den“ nicht ihre persönliche, möglicherweise
    || kritische Perspektive darstellen.

    Nun meine These ist ja, dass sie ihre „persönliche, möglicherweise kritische Perspektive“ deshalb nicht darstellen, da diese Perspektive eben nicht wirklich kritisch ist, die Unterzeichnenden viel mehr deutlich weniger oder gar keine Probleme mit den Forschungsansätzen im SFB haben. Die Unterzeichnenden könnten – auch individuell – leicht die Unhaltbarkeit dieser These veranschaulichen, indem sie sehr deutlich machen, dass sie selbst auch auf Distanz zu bestimmten Forschungsrichtungen im SFB gehen. Dass sie das nicht tun, werte ich als klares Indiz dafür, dass ich mit meiner These offensichtlich nicht so falsch liege.

    Dennis erwähnte, dass diese Protestaktion auch von den SFB-KritikerInnen selbst durchaus kontrovers diskutiert wurde und einige sie ablehnen. Offenbar kann man sich mit einer Kritik an der Protestform also auch einbringen ohne dafür gleich einen offenen Solidaritätsbrief an Risse und andere SFB-MitarbeiterInnen zu verfassen. Warum also ausgerechnet solch ein Brief? Ist es wirklich so schwer nachzuvollziehen, warum einige (nicht nur meine Wenigkeit) diesen Brief auch als generelle Parteinahme seitens Risse und anderer SFB-ForscherInnen verstehen?

    Man empört sich darüber wie Prof. Risse und andere SFB-MitarbeiterInnen in der besagten Protestaktion angegangen wurde, reflektiert aber nicht über den hierarchischen Hintergrund, das asymmetrische Machtverhältnis zwischen dem SFB und seinen KritikerInnnen. Stattdessen springt man einfach dem lieben und gutherzigen Herrn Professor bei, er muss vor den fiesen Machenschaften einer wilden Horde Protestierender in Schutz genommen werden. Dieses Verhaltensmuster, diese Perspektive allein spricht schon Bände über das politische Selbstverständnis der „Unterzeichnenden“ (die den Brief alle unterzeichnet haben, ihn also auch alle inhaltlich tragen).

    Noch mal: Man thematisiert lieber die Angriffe auf die „Würde“ des Herrn Professors als die Angriffe auf die „Würde“ der afghanischen Zivilbevölkerung die durch eine Politik mitverursacht wird die Risse und andere SFB-ForscherInnen unterstützen. Es geht hier also auch um eine unglaubliche Unverhältnismässigkeit.

    @Philip:

    || Du scheinst gar nicht zu merken, dass Du Dich
    || mit jedem Diskussionsbeitrag weiter ins Aus
    || manövrierst. Der Umstand, dass hier nicht
    || inhaltlich über den SFB diskutiert wird,
    || sondern mit zunehmend schärferem Ton über
    || die Diskussionskultur in diesem Blog, kannst
    || Du Dir auf jeden Fall zu gute halten.

    Genauso wie die Unterzeichnenden in ihrem Brief lieber eine bestimmte Protestform kritisieren, als die inhaltliche Kritik am SFB zu thematisieren (und hier selbst Stellung zu beziehen), reden sie hier im Blog eben auch lieber über die „Diskussionskultur“ als über ihre persönliche Position zum SFB. Das ist vor dem Hintergrund, dass du und die anderen Unterzeichner sich inhaltlich nicht outen wollen sicherlich die best mögliche Abwehrstrategie.

    Hin und wieder sorgen Blogeinträge bei FUwatch für eine recht ordentliche Kontroverse. Letztes Semester war es z.B. der Beitrag zur in der Entstehung begriffenen FURIOS, der teils heftige Reaktionen hervorrief. Gerade Blogs sollten hin und wieder auch polarisieren, ich sehe da kein Problem.

  40. Richard Sorge Says:

    Lieber Niklas,

    bei allem polarisieren möchte ich dir mal für eine Differenzierung danken: „…die Risse und andere SFB-ForscherInnen unterstützen“. Ob das wirklich so ist, sei dahin gestellt, aber um deinen Punkt nochmal zu unterstreichen: Der SFB ist kein Meinungsblock!

  41. dennis Says:

    @richard: das ist auch genau der grund, warum ich den SFB nicht pauschal in einen topf werfen und kritisieren will. was ich viel kritischer am SFB sehe, ist dass das OSI zunehmend mehr – was die strukturelle ausrichtung usw. angeht – zum anhängsel dieser ach so fleißigen drittmittelwerberInnen wird. das tut weder der forschung, noch der lehre, noch dem ruf des instituts gut.

  42. Manuel Domes Says:

    Lieber Niklas,

    selbstverständlich ist es dein gutes Recht, in deinem Blog soviel zu polarisieren wie du lustig bist. Ob das dir, dem Blog, dem Erkenntnisgewinn oder sonst etwas dient, musst du in den jeweiligen Fällen mit dir selbst abmachen.

    Ich könnte dir schon einiges darüber erzählen wie ich im SFB die personelle und inhaltliche Binnenpluralität vermisse, wie meiner Meinung nach in vielen Projekten die ergebnissoffene Forschung — welche von SFB-Vertretern selbst hochgehalten wird und die Voraussetzung für gute Wissenschaft ist — durch das Projektdesign nicht unbedingt gegeben ist, oder dass ich es für unangebracht halte, aus Forschungsergebnissen welche dies nicht unmittelbar hergeben eine politische Meinung abzuleiten und diese qua wissenschaftlicher Autorität in die Öffentlichkeit zu tragen, wie Prof. Risse es in Bezug auf Afghanistan getan hat — genauso wie ich mir generell angesichts der Sensibilität des Forschungsgegenstands und dessen Missbrauchspotential eine größere „Berührungsangst“ zur Politik durchaus wünschen würde. Wie du siehst sind das alles komplexe Fragen, welche leider die Problemlösungskapazitäten blutiger Kopfkissen deutlich übersteigen.

    Du wirst allerdings verstehen dass — genauso wie es dein Recht ist diesen Blog so zu führen wie du willst — es auch mein Recht ist, mich nicht an dem hier geführten Rechtfertigungsdiskurs nach dem Motto „Herr Domes, bitte äußern Sie Ihre kritische Meinung zum SFB700 _jetzt_ … Nein?! Dann setzen, sechs!“ zu beteiligen.

  43. Eklat bereits vor Beginn der Diskussionsveranstaltung zum SFB 700 « FUwatch Says:

    […] (“Anti-SFB-Protest am OSI”) in einem offenen Brief scharf verurteilte (“Offener Brief von IB-affinen Studierenden gegen den Anti-SFB-Protest”), es in der letzten Fachbereichsratsitzung im Vorfeld der Berufung Zürchers und Chojnackis zu […]

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