Zöllners Superstiftung droht abzuschmieren

Nachdem es zuletzt noch so aussah, als könnte sich Berlins Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner mit seiner Vision aus der gescheiterten „Superuni“ zumindest noch eine „Superstiftung“ zu machen durchsetzen (siehe „Die ‚Berlin Research University‘ ist tot – es lebe das ‚Berlin International Forum for Excellence'“), blockieren nun TU und FU offenbar doch auch die neuen Pläne.

Nach Angaben von Tagesspiegel und taz ist der Stein des Anstoßes die Sorge der Universitäten, sie würden nicht genügend Mittel zur Verfügung gestellt bekommen. Eine „Willenserklärung“ des Senats reicht ihnen nicht:

„Den Universitäten ist diese Willenserklärung zu schwammig. Zwar halten die Gremien und die Uni-Präsidenten die Super-Stiftung an sich für eine gute Sache. Doch treibt sie vor allem die Sorge über die zu erwartende Kostenexplosion in den Uni-Haushalten um.

Wegen der steigenden Pensionslasten und wachsender Energie-, Bau- sowie Personalkosten meinen die Universitäten ihren jetzigen Status quo nur erhalten zu können, sollte Berlin ihnen nach 2009 deutlich höhere Landeszuschüsse zugestehen – insgesamt in einer Größenordnung von 120 Millionen Euro jährlich.

Den Unis ist wohl bewusst, dass dieses für Berlin eine enorme Summe ist. Darum befürchten sie, das Land werde sich nicht beides leisten: die deutlich höheren Uni-Etats und die Super-Stiftung.“ („Zöllners böse Briefe“, Tagesspiegel, 10.07.08)

Der Tagesspiegel führt weiter aus, dass der Berliner Senat den Unis realistisch betrachtet kaum die Garantien geben werden wird, die sie einfordern.

Sinnig erscheint die einleitende Frage des Artikels: „Haben die Studenten noch eine Chance?“ Chance auf was, den Kollaps ihrer Unis? Auf eine mit Millionen aufgeputschte Forschungs-Stiftung in deren Schatten die Lehre weiter vor sich hinschimmelt?

Die 30 bis 40 Millionen die die Superstiftung pro Jahr bekommen soll, könnte man stattdessen auch direkt an die Berliner Unis verteilen und hier z.B. in die Lehre pumpen.

Davon mal ganz abgesehen scheinen die Bedenken, dass die Doppelbelastung aus Stiftungsuni und erhöhten Uni-Etats mehr ist, als der Senat in den kommenden Jahren wirklich aufbringen möchte, wohl nicht ganz unberechtigt. Lenzen und Kutzler tun also gut daran, in diesem Punkt stur zu bleiben und falls nötig Zöllners Prestigeprojekt endgültig gegen die Wand fahren zu lassen.

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2 Antworten to “Zöllners Superstiftung droht abzuschmieren”

  1. Die Hütte brennt mal wieder « FUwatch Says:

    […] Neben der Verbreitung von Horrorszenarien via Pressekonferenz setzen Lenzen und sein treuer Gefolgsmann von der TU, Kutzler, auch noch auf eine Blockade-Haltung bei Zöllners Immer-noch-ein-bisschen-Prestige-Objekt der “SuperUni”, die ja eigentlich nie wirklich eine Uni sein sollte und jetzt ohnehin nur noch eine Stiftung sein möchte, aber von Zöllner eben weiter gehätschelt wird. Lenzen und Kutzler wollen aber selbst diese Stiftung kippen, falls der Berliner Senat bei der Verhandlung über die neuen Hochschulverträge keine Zugeständnisse macht (siehe “Zöllners Superstiftung droht abzuschmieren”). […]

  2. Zöllner strikes back « FUwatch Says:

    […] Zöllner seine Vision nicht hätte verwirklich können, solange sich FU und TU querstellten (siehe “Zöllners Superstiftung droht abzuschmieren”). Glaubt man dem Tagesspiegel will Zöllner nun aber Fakten schaffen und die Stiftung einfach an FU […]

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