Was erlauben Bartelt!

Im FSI Blog findet sich ein aktueller Eintrag, der sich kritisch mit den Vorgängen auf der Sitzung des Akademischen Senats vom 28.05. auseinandersetzt. Auf der Sitzung ging es neben dem OSI-Diplom (siehe dazu „Akademischer Senat vertagt Entscheidung über OSI-Diplom“) auch noch um andere Punkte, darunter die Neuwahl der Mitglieder der Kommission für Lehre (KfL).

In die KfL werden auch studentische VetreterInnen gewählt und dafür hatten die studentischen VertreterInnen im Akademischen Senats (AS) bereits eine Liste mit KandidatInnen vorgelegt. Überraschend für die Mitglieder des AS legte das Präsidium aber nun auf einmal eine eigene Liste mit möglichen studentischen KandidatInnen vor.

Im FSI Blog heißt es, das Präsidium hätte diesen Schritt damit begründet, dass es einen gemeinsamen Konsensvorschlag von studentischen VertreterInnen im AS und Präsidium für die zu wählenden studentischen Mitglieder der KfL geben müsse. Drei der von den studentischen VertreterInnen vorgeschlagenen KommilitonInnen wurden vom Präsidium abgelehnt, weil sie keinen Lebenslauf eingereicht hatten. Der vierte, Mathias Bartelt, hatte das zwar getan, wurde aber aus anderen Gründen abgelehnt, die die FU-Vizepräsidentin Keitel-Kreidt offenbar ausführlicher darstellte:

Als vierter Student wurde Mathias Bartelt vom Präsidium abgelehnt, der zwar seinen Lebenslauf eingesandt hatte, jedoch bei Vizepräsidentin Keitel-Kreidt, wie sie offen und öffentlich in der AS-Sitzung bekannte, vehement auf Ablehnung stoße. Sie begründete dies AS-öffentlich damit, daß er den Studienerfolgsbericht veröffentlicht hätte (siehe dazu auch hier die Berichterstattung auf FUwatch: „Advent, Advent, die Lehre brennt“ und „Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne“.), Magister-Student sei, falsche Berichte über die Sitzungen der KfL veröffentlicht hätte und sie als Vorsitzende der KfL ihn bisher nie konstruktiv an den Studienordnungen habe mit arbeiten, sondern die KfL nur für allgemeinpolitische Diskussionen missbrauchen sehen.

Dies hatte erst ein Mal Erheiterung im (diese Sitzung gut besuchten studentischen) Publikum zur Folge. Als die AS-Studierenden-Vertretung dennoch an Bartelt fest hielt, ging Keitel-Kreidt noch weiter: Sie könne und wolle mit ihm nicht arbeiten, es sei so keine Arbeit der KfL möglich und sie würde der KfL nicht weiter vorsitzen, falls er dennoch zum studentischen KfL-Mitglied gewählt würde. Es folgte weiteres Gelächter, jedoch auch eine zunehmend unruhige Stimmung im AS. Schließlich werden nicht oft in solcher Weise Personen oder bestimmte Studierende im AS diskreditiert.“ („Eklat im Akademischen Senat der FU“, FSI Blog, 10.06.08)

Dem Kommilitonen Mathias wurde nicht gestattet, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen, sie werden in besagtem FSI Blog Eintrag aber einer genaueren Betrachtung unterzogen und als nicht haltbar eingestuft.

Der Antrag der studentischen AS-Vertreterin Sarah Walz dem Kommilitonen Mathias Bartelt das Wort zu erteilen, wurde vom FU-Präsidenten Lenzen als Sitzungsleiter übergegangen. Er stellte stattdessen den Antrag erst einmal über die KfL-Mitglieder (inklusive studentische VetreterInnen) abzustimmen, bei denen schon Konsens bestand. Im FSI Blog heißt es zu diesem Vorgehen:

„Dieses ‚Herauspicken‘ einzelner studentischer Kandidierender ist angesichts zweier verschiedener Gesamt(!)- und nicht Einzelvorschläge rechtlich problematisch, zumal keine Einzelabstimmung von der AS-Studierendenvertretung beantragt worden war oder deren Zustimmung gefunden hatte.“ („Eklat im Akademischen Senat der FU“, FSI Blog, 10.06.08)

In der Tat ein fragliches Vorgehen. Neben diesen rein formalen Defiziten besteht der eigentlich Skandal aber natürlich ganz grundsätzlich darin, dass das Präsidium sich anschickt der Gruppe der studentischen VertreterInnen reinreden zu wollen, wen sie als RepräsentantInnen ihrer Gruppe zur Wahl stellen sollen.

Das ganze Prozedere zielt offenkundig nur darauf ab, dem Präsidium unliebsame Studierende aus Gremien wie der KfL rauszuhalten und nach Möglichkeit nur Studierende zur Wahl zu stellen, die dem Kurs des Präsidiums nahestehen oder wenigstens nicht wie der Kommilitone Mathias versuchen mehr Transparenz zu schaffen. Dabei gehen die Entscheidungen die in diesen Gremien getroffen werden alle Studierende etwas an, weshalb sie das Recht haben sollten, dass man sie umfassend und auch kritisch über die Vorgänge unterrichtet.

Advertisements

2 Antworten to “Was erlauben Bartelt!”

  1. Mark Krämer Says:

    Das Hauptstadtblog hatte darüber auch schon berichtet: http://www.hauptstadtblog.de/article/4602/fu-praesidium-will-studentenvertreter-verhindern

  2. Das liberale Blog an der FU Berlin » Blog Archive » Kurzbericht KfL Says:

    […] Vertreter nahmen ihre Wahl an, bestanden allerdings auf einem Protestvermerk gegen das Vorgehen im Akademischen Senat. Die Sitzung fand unter Einschluss der Öffentlichkeit statt, zu der auch Mathias Bartelt gehörte, […]

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: