Archive for Mai 2008

Symbolische Aktion gegen die Schließung der PolSoz-Bibliothek

Mai 5, 2008

Wie dem BBFB-Blog zu entnehmen ist, soll es am morgigen Dienstag (06.05.) Mittwoch (07.05.) um 9 Uhr in der Ihne21 eine symbolische Aktion gegen die Schließung des eigenständigen Standorts der sozialwissenschaftlichen Fachbereichsbibliothek geben.

Eine ähnliche Aktion hatte es bereits im Dezember letzten Jahres gegeben (siehe „Protestaktion gegen Bücheraussonderung geplant“).

Weiterhin hat die so genannte „Bib-Gruppe“, die den Protest gegen die Schließung organisiert, einen Protesttext verfasst, der einer dazugehörigen Unterschriftenliste vorangestellt werden soll:

„Nein zur Abschaffung der Fachbereichsbibliotheken

Die sozialwissenschaftliche Fachbereichsbibliothek (PuK, Ethnologie, Soziologie und Politikwissenschaft) soll nach dem Willen von Präsidium und Dekanat des Fachbereichs ab 2012 in die Universitätsbibliothek (UB) integriert werden. Dabei werden Buch- und Zeitschriftenbestände reduziert werden. Ebenso wird die Betreuungsqualität für die Studierenden abnehmen.

Bereits im letzten Semester wurde mit der Bücherentsorgung begonnen – ohne Absprache mit den entsprechenden Gremien. Tatsächlich haben Präsidium und Dekanat die zuständigen Gremien übergangen. Die Pläne zur Schließung der Bibliotheken sind bis heute nicht vollständig offen gelegt worden.

Wir fordern von FU-Präsidium, Dekanat und Fachbereichsrat:

1) Den Erhalt der eigenständigen sozialwissenschaftlichen Fachbereichsbibliothek in den Räumen der Ihnestr. 21 und Garystr. 55.

2) Den Erhalt und Ausbau der Buch- und Zeitschriftenbestände, der Leseplätze und der Betreuungsqualität für die Studierenden.

3) Die vollständige Offenlegung der Pläne für die Integration der sozialwissenschaftlichen Fachbereichsbibliothek sowie die Bereitschaft zur ergebnisoffenen Auseinandersetzung darüber.“

Dieser Text wird auf der Gesamt-VV, die ebenfalls am Mittwoch stattfindet, zur Abstimmung gestellt.

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Zeuner-„Rundschreiben“ zu Anwesenheitslisten

Mai 4, 2008

Während der Diskussion über Anwesenheitslisten auf der OSI/PuK-VV (siehe „Zusammenfassung der OSI/PuK-Vollversammlung“) erwähnte ein Kommilitone ein Rundschreiben von Prof. Zeuner aus dem Jahr 2005, in dem dieser die Dozierenden am OSI angeblich auffordert, keine Anwesenheitslisten mehr zu führen.

Das Problem war nun, dass dieses „Rundschreiben“ scheinbar gar nicht existiert, offenbar konnte sich nicht mal Prof. Zeuner selbst auf Nachfrage an ein solches erinnern.

Recherchen von FUwatch zu folge ist mit diesem angeblichen „Rundschreiben“ vermutlich ein Schriftstück gemeint, welches von der „Kommission zur Überarbeitung der Studienordnung“ im Jahre 2006 an der IR übermittelt wurde. Der IR hat diesen Antrag dann scheinbar im Februar 2006 in einen Beschluss gefasst, der vom damaligen geschäftsführenden Direktor des OSI, Prof. Zeuner, unterzeichnet wurde.

In dem Papier ging es um die Bedingugen für einen Teilnahmeschein, darunter auch um die Frage, wie denn nun eigentlich die „regelmäßige Teilnahme“ festzustellen ist. Nachlesen kann man das entsprechende Zitat sowohl im FSI Blog als auch als Fullquote im LHG Blog:

„Auf welche Weise die Teilnahme festgestellt wird, obliegt in allen Lehrveranstaltungen der Entscheidung der Dozierenden. Anwesenheitslisten sind nur eine Möglichkeit, die regelmäßige Teilnahme festzustellen. Der Prüfungsausschuss empfiehlt den Lehrenden, in Vorlesungen auf das Führen einer Anwesenheitsliste zu verzichten.“

Dieser Institutsratsbeschluss vom 14.02.06 bezieht sich allerdings nur auf das „kommende Semester“, womit das Sommersemester 2006 gemeint ist. Ob diese Regelung inzwischen allgemeingültig ist, ist zur Zeit noch unklar.

Sicher ist, dass man auch unter den Entwurfs-Papieren für die Studienordnungen 2006 eine modifizierte Version eines entsprechenden Antrags an den Institutsrat findet. Diese etwas abgeschwächte Variante lautet:

„Die Frage ob und wie die regelmäßige Teilnahme festgestellt wird, obliegt grundsätzlich dem /der Dozierenden. Ob und in welcher Form Anwesenheitslisten ein sinnvolles Mittel sind um die regelmäßige Teilnahme zu beurteilen, sollte überprüft und nach alternative Methoden gesucht werden. Der IR weist nochmals darauf hin, dass keine Anwesenheitslisten geführt werden müssen.“

Nachzulesen ist das unter Blackboard -> Community -> OSI-Studienordnung -> Materialien -> Teilnahmeschein korr1.doc oder als Kopie auch hier als pdf. Auch in dieser modifizierten Version geht es allerdings nur „kurzfristig“ um das Sommersemester 2006.

Festzuhalten bleibt dennoch, dass es offenbar keinen IR-Beschluss gibt, der die Dozierenden verpflichtet Anwesenheitslisten zu führen (was von vielen Dozierenden immer noch behauptet wird). Viel mehr kann jedeR OSI-Dozierende selbst entscheiden, wie er/sie die „regelmässige Teilnahme“ feststellen will. Ausdrücklich werden die Dozierenden dazu angehalten, nach „alternatven Methoden“ zu suchen.

Exkurs: One-click-hoster / Sharehoster

Mai 3, 2008

Da im Kontext des Protestsemesters offenbar ein zunehmender Bedarf an ins Netz hochzuladenen Dateien besteht, sei auf die Option verwiesen, auf so genannte „One-click-hoster“ oder auch „Sharehoster“ zurückzugreifen.

Diese kommerziellen Anbieter bieten dem Nutzer die Möglichkeit, Dateien kostenlos hochzuladen und anschließend Dritten bequem per URL zugänglich zumachen.

Der Vorteil ist, dass man sich nicht erst irgendwie umständlich anmelden muss (deshalb „one click“). Man läd die Datei viel mehr einfach direkt hoch und bekommt dann einen Link, unter dem jedeR auf besagte Datei zugreifen kann (sofern er/sie den Link kennt natürlich).

Einige dieser Anbieter löschen die Dateien allerdings nach einem Zeitraum X oder wenn nicht genügend Personen die Datei herunterladen. Es gibt aber auch welche, bei denen es solche Einschränkungen nicht gibt. Eine gute Übersicht findet sich in der englischen Wikipedia (siehe dort Tabelle unten):

http://en.wikipedia.org/wiki/One-click_hosting

Ein solcher Service kann natürlich echten Webspace zum Betreiben einer Homepage nicht ersetzen, aber wenn man z.B. auf die Schnelle einfach nur eine PDF-Datei hochladen möchte, um sie Dritten zugänglich zu machen, können diese Dienste ganz praktisch sein.

MeinProf.de hat mal wieder Stress

Mai 2, 2008

MeinProf.de, das Portal zum Bewerten von Dozierenden an deutschen Unis, hat mal wieder Ärger (siehe auch 2006 und 2007). Diesmal ist das Problem allerdings nicht einE DozentIn die/der sich verunglimpft sieht, sondern der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, der MeinProf.de mit Bußgeldbescheiden behelligt.

Nach Angaben von Spiegel Online geht es in diesen Bescheiden um zwei Dinge:

„MeinProf.de soll bei neuen Bewertungen stets den Professor benachrichtigen, zumindest beim ersten Eintrag zu einem Seminar. Datenschützer Dix begründet das mit Paragraph 33 im Bundesdatenschutzgesetz, nach dem jeder Mensch darüber informiert werden muss, dass über ihn personenbezogene Daten gespeichert werden.

Die Behörde fordert außerdem, dass MeinProf.de gründlich prüft, ob die Menschen, die auf der Seite Noten verteilen, überhaupt dazu berechtigt sind – ob ein Student also das Seminar besucht hat, in dem er Noten vergibt.“ („MeinProf.de bekommt teures Online-Knöllchen“, Spiegel Online, 30.04.08)

Für MeinProf.de sind diese Auflagen kaum zu erfüllen, da die Dozierenden postalisch kontaktiert werden sollen, was dann logischerweise enorme Portokosten bedeuten würde, für die MeinProf.de nicht die nötigen Mittel besitzt. „Und alle Kompromissvorschläge, zum Beispiel die Universitäten regelmäßig zu informieren, habe die Behörde abgelehnt, so Metschke [einer der Gründer von MeinProf.de]“ (ebd.).

Auch zu überprüfen, ob alle abstimmenden Personen dazu überhaupt berechtigt sind, also an der jeweiligen Lehrveranstaltung auch teilgenommen haben, dürfte schwierig werden. MeinProf.de müsste sich dann erst einmal von jedem Nutzer eine Kopie seines Studentenausweis zuschicken lassen. Selbst das würde dann aber noch keine zwangsläufigen Rückschlüsse darauf zulassen, ob derjenige auch wirklich in der jeweiligen Lehrveranstaltung war.

MeinProf.de soll nun Bußgelder von je 1000 Euro zahlen, was inklusive Gebühren 2200 Euro ergibt. Die Macher von MeinProf.de haben über ihren Anwalt (der kein Geld für seinen Rechtsbeistand nimmt) Widerspruch eingelegt, sollten sie damit jedoch scheitern, müssten sie MeinProf.de dicht machen, da die Auflagen einfach nicht zu erfüllen sind und das Portal nach Angaben der Betreiber mit Werbung gerade einmal den normalen Betrieb gewährleisten kann.

Die Auseinandersetzung zwischen MeinProf.de und den Datenschützern schwelt offenbar schon länger, da es von der Behörde immer wieder neue Auflagen gibt: „(…) dass das Portal nicht bei Google erscheinen dürfe, dass die Seite nicht bei Internet-Archivierungsdiensten gespeichert werden dürfe, damit längst gelöschte Beleidigungen von Professoren nicht noch Monate oder Jahre später nachlesbar sind. Einmal soll es gar darum gegangen sein, man müsse die Seite für den Zugriff aus Staaten wie Nordkorea schließen, weil es dort keine ausreichenden Bürgerrechte, keinen Datenschutz und keine Meinungsfreiheit gebe“ (ebd.).

Natürlich haben auch Dozierende ein Recht auf Datenschutz, nur nehmen die im Spiegel Online Artikel beschriebenen Auflagen offenbar schon bizarre Formen an. Und es ist ja auch nicht so, dass MeinProf.de nicht bemüht wäre auf Einwände seitens der Dozierenden zu reagieren und dann notfalls auch gänzlich unpassende Statements (Beleidigungen, etc.) zu löschen.

Es wäre schade, wenn MeinProf.de dicht machen müsste. Zwar waren die Schwächen dieses Protals seit seinem Start offensichtlich (siehe „Profs benoten“), nur solange die Universitäten ihre eigenen Evaluationen nicht systematischer durchführen und die Ergebnisse dann auch veröffentlichen, also selbst für mehr Transparenz sorgen, kommt man ohne ein Portal wie MeinProf.de nicht aus.

Der Mythos vom besseren Studium

Mai 1, 2008

Der Kommilitone Mathias Bartelt hat für die kommende „Out of Dahlem“ (OoD) Ausgabe seinen Artikel vom letzten Semester über die Bologna Reform an der FU, „Alles wird besser“, noch einmal überarbeitet und aktualisiert.

Aus Platzgründen sind jedoch aus 10 Seiten in der OoD-Redaktion 6 geworden. Womit Mathias sich einverstanden erklärte, dennoch aber die Vollversion online gestellt sehen möchte. „Der Mythos vom besseren Studium“ kann daher jetzt hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Mathias wertet in diesem Papier noch einmal alle zentralen Ergebnisse aus, die in Form von Studien, Umfragen, etc. in den letzten Semestern über den Bologna Prozess – und die Probleme die er mit sich bringt – publiziert wurden.