Antigrüne Möbelpacker Action

Zu den wenigen nennenswerten Aktionen während der Aktionswoche gehörte zweiffellos das Aufmischen der „Grünen Hochschultour“, die am 20.05. auch Station an der FU machte.

MdB Kai Gehring und Renate Künast wollten sich die Ehre geben, um über „aktuelle Herausforderungen in den Bereichen Studienfinanzierung und Studienplatzkapazitäten“ zu diskutieren:

„Dazu haben wir Gespräche mit verschiedenen relevanten Ansprechpartnern an der Universität geplant. Fest vereinbart ist bereits ein Termin mit dem Präsidenten der FU, Prof. Dr. Dieter Lenzen. Außerdem stellen wir unser grünes Sofa auf bzw. vor den Campus: Von 12 bis 14 Uhr ist dort immer ein Platz frei, um bei leckeren Studienplätzchen mit uns zu diskutieren oder die eigenen Vorstellungen von der Uni der Zukunft im ‚Grünbuch Bessere Hochschulen‘ aufzuschreiben.“ („Grüne Hochschultour macht Station in Berlin“, gruene-bundestag.de)

Ja, genau, das „grüne Sofa“ in eben jener Mensa aufstellen, wo gleich nebenan lauter aktionshungrige AktionistInnen in ihrem Aktions-Camp darauf warten, ein paar spontane Aktionen zu starten. Brillante Idee. Aber gut, die Organisatoren der „grünen Hochschultour 2008“ konnten damals vermutlich noch nicht wissen, dass sie ihren Berliner Gig ins Epizentrum der Protestierenden hinein manövrierten

Die (offizielle) Grüne Hochschulgruppe, die es irgendwie ja auch immer noch an der FU geben muss (?), hätte jedoch inzwischen etwas vom Protest mitkriegen müssen und voraussehen können, dass Protestierende die Veranstaltung stören oder kapern würden. Vielleicht dachte man jedoch nicht daran, dass es zu Störungen kommen würde, sondern die Protestierenden im Gegenteil vielleicht sogar andächtig Frau Künasts hochschulpolitischen Ausführungen lauschen würden. Oder aber, die Grüne Hochschulgruppe hatte einfach wie 99% der FU Studierendenschaft noch gar nichts von dem Protest mitbekommen.

So aber trat dann die „Aktionsgruppe Grünes Sofa“ in Erscheinung, stürmte die Mensa, entwendete das „grüne Sofa“ und schleppte es aufs Dach. „Ziel dieser Aktion war es, der Grünen-Partei, die unter anderem durch Renate Künast und Kai Gehring vertreten war, keinen Raum für ihre Parteiwerbung zu bieten“, wie es in einer Stellungnahme der Aktionsgruppe heißt, die unter anderem im BBFB-Blog veröffentlicht wurde.

Und sein wir ehrlich, die Fotos, die sich ebenfalls in besagtem Blogeintrag finden, dokumentieren, dass die Aktion schon ziemlich witzig und gelungen war.

In der Erklärung heißt es weiter, der Grünen Jugend (nicht der Grünen Hochschulgruppe) sei es anschließend gelungen, das Sofa zurückzuerobern, so dass die Veranstaltung wie geplant mit einer Verspätung stattfinden konnte. Die laute Musik des Camps hätte jedoch dann immerhin zu einem vorzeitigen Abbruch der Veranstaltung geführt. Hier stellt sich die Frage, warum das Sofa vor der Rückeroberung nicht z.B. einfach vom Dach geworfen wurde, um es dann im Hof zu moderner Kunst weiterzuverarbeiten.

Einen Dialogversuch der Grünen hat man dann jedenfalls auch abgelehnt:

„Die angestrebte Fortsetzung der Grünen-Werbeveranstaltung durch einen Besuch im zur Zeit an der FU stattfindenden Protest Campus Camp, wurde verhindert. Camp-BewohnerInnen sahen keine gemeinsame Diskussionsgrundlage.“ (Erklärung der „Aktionsgruppe Grünes Sofa“, BBFB-Blog, 20.05.08)

Es folgt in der Erklärung dann eine kurze Auflistung der Verfehlungen Grüner Politik.

Ein mediales Feedback hat diese Aktion allerdings ebenso wenig erfahren, wie irgend eine andere Aktion oder Veranstaltung innerhalb der Aktionswoche (mal abgesehen von Annas Indymedia-Beiträgen).

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: