Kuba-Reisen zu Solardächern

Zu einer Art Running Gag und Paradebeispiel für den vermeintlichen oder tatsächlichen Missbrauch von studentischen Geldern durch zumeist linke Studierendenausschüsse ist die vielzitierte „Kuba-Reise“ geworden (siehe etwa „Asta auf dem Freudenstrahl“, DER SPIEGEL 40/2003).

Tatsächlich ist die Palette ein Geldverschwendungsvorwürfen denen sich die ASten dieser Republik in regelmässigen Abständen ausgesetzt sehen aber natürlich viel breiter. Im Fall des AStA der FU ging es 2005 zum Beispiel um ein Filmprojekt, an dem der AStA sich beetiligt haben soll (so genannte „Eiszeit Affäre“).

Im aktuellen Fall geht es nun darum, dass der AStA angeblich ein Public-Private-Partnership-Projekt zwischen dem Unternehmen „Solardach Invest“ und der FU Berlin mitfördert. Die FU soll das Dach der Hauptmensa an „Solardach Invest“ für 20 Jahre vermieten.

Es sind jedoch die Studierenden, „die dem Investor die Anlage per zinsgünstigem Darlehen mit einer Laufzeit von 20 Jahren und einer Verzinsung von vier bis sechs Prozent (je nach Intensität der Sonnenstrahlung) finanzieren sollen“, wie Michael Vilmar in der „jungen Welt“ schreibt („Abzocke im Ökogewand“, junge Welt, 14.05.08).

Was den Autor daran stört: Pro-photovoltaik Studierende die sich in der Gruppe „Unisolar Berlin“ zusammengeschlossen haben, halten „Solardach Invest“ für „gemeinwohlorientiert“, was Vilmar anders sieht, er betont dass „Solar Invest“ auf „privaten Gewinn zielt“. Zudem führt er an, dass die Studierenden ihr Geld verlieren würden, würde „Solar Invest“ in den nächsten 20 Jahren pleite gehen. In diesem Fall müssten die Studierenden mit ihren Forderungen darüber hinaus dann hinter allen anderen Gläubigern zurücktreten müssen, so legt es der Vertrag fest. Das Projekt wäre „vermutlich auch ohne Darlehen von Studenten rentabel, mit deren Geld jedoch noch profitabler“ („Abzocke im Ökogewand“, junge Welt, 14.05.08).

Nun ist das alles nicht so dramatisch, solange noch jedeR Studierende selbst entscheidet, wohin er/sie sein/ihr Geld investiert. Wesentlich problematischer wäre es, wenn nun auch der AStA Teile der ihm anvertrauten studentischen Gelder in das Projekt pumpen würde. Vilmar schreibt:

„Besonders pikant am Vorhaben der FU ist nicht nur die Umsetzung durch Studierende aus der ‚Nachhaltigkeitsszene‘, sondern auch die Förderung durch den linken AStA. Trotz mehrfacher Nachfrage von jW wollten die Studentenvertreter hierzu nicht Stellung nehmen.“ („Abzocke im Ökogewand“, junge Welt, 14.05.08)

Die Verwendung des Begriffs „Förderung“ soll in diesem Kontext offenbar suggerieren, dass der AStA das Projekt nicht (nur) bewirbt, sondern (auch) mit finanziellen Mitteln unterstützt. Leider führt der Autor aber gerade diesen brisanten Punkt nicht weiter aus, sondern gönnt ihm nur diesen kurzen Absatz am Ende des Artikels.

Falls es sich hier um ein Missverständnis handelt, könnte der AStA es schnell ausräumen, indem er zum Sachverhalt Stellung bezieht. Dass er es nicht tut, legt die Vermutung nahe, dass er wirklich in einer „Solardach Affäre“ steckt.

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2 Antworten to “Kuba-Reisen zu Solardächern”

  1. student Says:

    ich habe gehört, dass der asta die initiative mit 600 euro unterstützt hat.

  2. Walter Meier Says:

    …ich habe gehört, der asta fu hätte für 67.889,50 einen weissen Elefanten für den Emir von Dubai gekauft.

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