Forderungen des FU Aktionsplenums

Nachdem die Protestbewegung bisher etwas darunter gelitten hat, dass es keine konkret ausformulierten Forderungen und ausgearbeiteten Durchsetzungsstrategien gab, ist jetzt zumindest ersteres gelöst.

Das Aktionsplenum der FU hat folgenden Forderungskatalog beschlossen:

  • freie Bildung für alle, damit insbesondere
    • keine Privatisierung und kein Outsourcing im Bildungssektor
    • Abschaffung von Zugangsbeschränkungen wie etwa dem NC
    • keine Schul- und Studiengebühren jeglicher Art
  • die Demokratisierung der Hochschulen, damit insbesondere
    • Viertelparität in allen Gremien
    • Studierendenvertretungen im Präsidium und den Dekanaten
  • die Selbstbestimmung im Studium, damit insbesondere
    • Verlängerung des BA von 3 auf 4 Jahre
    • freier Masterzugang
    • Flexibilisierung der Studienverlaufspläne
    • Abschaffung von Überwachungsinstrumenten wie Anwesenheitslisten, Campus Management, Zwangsberatungen, u.ä.
    • freie ABV-Wahl aus dem kompletten Studienangebot
  • die Trennung von Wirtschaft und Wissenschaft, damit insbesondere
    • keine Scheuklappenwissenschaft durch Drittmittelorientierung
    • keine mit WirtschaftsvertreterInnen bestückten „wissenschaftlichen Beiräte“
    • keine public-private-partnerships, wie die der FU mit dem Klett-Verlag zur Gründung einer Privatuniversität auf FU-Gelände
    • deutliche Finanzierungserhöhungen durch das Land Berlin in den anstehenden Hochschulverträgen für eine Autonomie der Hochschulen von der Wirtschaft
    • keine Werbung und keine Shops in der Uni
  • eine offene Kommunikationspolitik des Präsidiums, damit insbesondere
    • allgemeine Information der Studierenden über anstehende Pläne und Veränderungen
  • ein Nein zu Bibliothekszusammenlegungen und Institutsschließungen
  • den Rücktritt Dieter Lenzens

Als pdf sind diese Forderungen auch hier verfügbar.

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10 Antworten to “Forderungen des FU Aktionsplenums”

  1. Wolf Dermann Says:

    An dieser Stelle mal eine große online-journalistische Schelte für den Author. Ganz unkritisch wird hier ein angeblicher Beschluss eines Aktionsplenums als Forderungskatalog der Proteste angeführt. Dass hier weder ein gewähltes Gremium, noch eine zur Beschlussfassung über Forderungen allgemein einberufene Versammlung mit wohl nur wenigen Teilnehmern den Beschluss gefasst hat, wird erst gar nicht thematisiert. Der Beitrag wird dadurch zur Hure derer, die die studentische Politik in einenen vorher dazu nicht angekündigten Kleintreffen im Alleingang bestimmen wollen, um dann den anderen Studenten allgemeine studentische Forderungen nach ihrem Geschmack vorzugaukeln.

  2. Mathias Bartelt Says:

    Das ist Wolf, wie wir ihn mögen ;-).

    :-)

    (-:

    Herzliche Grüße

    Mathias

  3. Stefan Says:

    Wolf mach doch mal nen Gegenentwurf. Wie kommen wir zu studentischen Forderungen, die nach Deiner Perspektive auf dem richtigen Weg zustande kommen?

  4. Entwurf eines Forderungskatalogs | fsi-wiwiss Says:

    […] bei FUwatch […]

  5. Niklas Says:

    Das Aktionsplenum hat diese Forderungen „beschlossen“ im Sinne von gemeinsam zusammengetragen und dann in einem Papier veröffentlicht. Gewählt oder nicht gewählt, ob von 1000 oder 10 Studierenden, es geht hier doch erst mal darum, dass es überhaupt endlich mal jemand geschafft hat, ein paar Forderungen auszuformulieren.

    Sicher wäre es schöner gewesen, wenn solche Forderungen in Form einer VV-Resolution verabschiedet worden wären, dass das nicht passiert ist, habe ich hier inzwischen mehr als nur einmal kritisiert.

    Die Frage ist, sind denn die anderen protestierenden Studierenden die nicht in besagtem Aktionsplenum sind, nicht mit den Forderungen einverstanden?

    Kritisiert wurde bisher vereinzelt nur die letzte Forderung nach einem Rücktritt Lenzens. Das war eine Einzelstimme, sonst entsprechen diese Forderungen sicherlich dem mehrheitlichen Willen der Protestierenden, da die aufgelisteten Pukte genau jene sind, die an diverse Stellen in Diskussionen, Artikeln, etc. immer wieder zur Sprache kommen.

    Wären diese Forderungen innerhalb der Gruppe der Protestierenden nicht konsensfähig, hätte es nach ihrer Veröffentlichung doch längst massiven Widerspruch gegeben.

    Auch ist dies sicherlich keine endgültige Fassung, sie wird vermutlich noch ergänzt und modifiziert werden. Nur im Moment ist es die einzige, die tatsächlich vorliegt.

  6. Deutlich weniger Studierende auf 2. OSI/PuK-VV « FUwatch Says:

    […] So kann man im Bildungswiki ein paar „Forderungen-Ideen“ nachlesen, die Anna offenbar im Anschluss an die VV verfasst hat und die von Wolf ergänzt wurden („von Wolf eingefügt“). Abgestimmt hat man über diese Forderungen die sich weitgehend mit dem Forderungskatalog des Aktionsplenums decken allerdings auf der VV nicht. […]

  7. Wolf Dermann Says:

    Wolf mach doch mal nen Gegenentwurf. Wie kommen wir zu studentischen Forderungen, die nach Deiner Perspektive auf dem richtigen Weg zustande kommen?

    Schlichter, einfacher Vorschlag: Durch das StuPa. Besser legitimiert als 210 Studis auf ’ner Vollversammlung oder 50(?) auf ’nem Aktionsplenum sind diese 60, von rund 4000 Studis gewählten Vertreter doch allemal.

    Für meine Gruppe mache ich schonmal folgende Vorschläge:

    Erweiterte Bibliotheksöffnungszeiten

    Die Bibliotheksöffnungszeiten sind so weit wie möglich in die Abendstunden zu verlängern und das Ausleihen und Arbeiten in ihnen auch an Wochenenden zu ermöglichen, um der individuellen Lebens- und Studienplanung aller Studierenden Rechnung zu tragen.

    Evaluation der Lehre

    Alle Lehrveranstaltungen sind durch die Studierenden am Ende des Semesters (bzw. am Ende der Veranstaltung) auszuwerten. Die Ergebnisse der Evaluation sind für alle zugänglich zu veröffentlichen. Festgestellte Mängel müssen auch tatsächliche Konsequenzen nach sich ziehen, um eine Verbesserung der Lehre an der FU Berlin voranzutreiben.

    Viertelparität

    In allen Gremien soll die viertelparitätische Verteilung aller Statusgruppen eingeführt werden und für alle Entscheidungen mit Ausnahme von verfassungsrechtlich geschützten Angelegenheiten der Freiheit von Lehre und Forschung relevant sein.

    Durchlässigkeit von Bachelor zu Master

    Das Verhältnis der Zulassungszahlen von Bachelor- und Masterstudiengängen ist so zu gestalten, dass alle leistungsfähigen und leistungswilligen Studierenden mit Abschluss eines Bachelors auch eine reale Chance auf Zulassung für den sich anschließenden Master erhalten. Die Zulassungskriterien müssen transparent, für jeden verständlich und möglichst objektiv sein. Die Zulassung zum Masterstudiengang muss auch die Verlängerung der BAföG-Förderung bedeuten.

    Studentische Eigeninitiative

    Studentisches Engagement zur Organisation von Lehrveranstaltungen zur Erweiterung des Angebots der FU Berlin soll durch die Universitätsleitung und das Kollegium der Professorinnen und Professoren stärker gefördert werden.

    Gegen Studiengebühren

    Die Studis sprechen sich gegen Studiengebühren jeglicher Art aus.


    Für ein Semesterticket

    Das Semesterticket soll auch weiterhin allen Studierenden zu günstigen und fairen Bedingungen zur Verfügung gestellt werden.

    Bedarfsangepasste Semestergebühren

    Die Höhe der Semestergebühren für die Finanzierung der studentischen Selbstverwaltung soll gemäß der in einem jährlich erstellten Haushaltsplan bestimmten Ausgabenhöhe festgelegt werden. Die Gelder sind sparsam und Zweck orientiert einzusetzen. (siehe nächster Punkt)

    Mehr Service

    Ein gutes und gezieltes Studium verlangt eine studentische Informationspolitik, die mit einer zentralen studentischen Informationsveranstaltung, Infobroschüren und Checklisten zu Themen wie Studienordnungen und -planung, BAföG, Stipendien, Hochschulpolitik u.v.m Erstsemestern und allen Informationsbedürftigen Orientierung an und in der Hochschule gibt.

    Mindestens 1/3 des AStA-Haushaltes für die Fachschaftsräte

    Um den tatsächlichen Nutzen der Semestergebühren für alle Studierende zu garantieren, soll mindestens ein Drittel des AStA-Haushaltes für die gewählten Fachschaften der einzelnen Fachbereiche aufgewendet, wo das Geld gezielt und bedarfsgerecht eingesetzt werden kann. Gelder werden entsprechend der Größe der Fachbereiche verteilt.

    Transparente AStA-Finanzierung

    Der AStA soll als Repräsentant aller Studierenden in regelmäßigen, maximal ein Haushaltsjahr betragenden Abständen die Herkunft seiner Einnahmen und Ziele seiner Ausgaben in einem detaillierten Rechenschaftsbericht der Studierendenschaft und ihren Organen darlegen. Jeder Parlamentarier erhält das Recht auf Einsicht in die Bilanzführung des AStA.

    Präsenz des AStA in allen Gremien

    Der AStA hat Rede- und Antragsrecht in allen akademischen Gremien und muss dieses im Interesse aller Studierenden auch tatsächlich wahrnehmen.

    Hochschulpolitisches Mandat

    Die Studis sind für eine politische Betätigung der studentischen Vertretungen, solange diese klar erkennbar im Zusammenhang mit den Belangen und Interessen der vertretenen Studierenden steht. Eine Einschränkung durch Politik oder Justiz lehnen wir genauso ab wie die Fehlinterpretation dieses Rechts als Legitimation zu allgemeinen politischen Äußerungen im Namen der Studierenden. Letzteres gilt auch dann, wenn sich ein Zusammenhang zu den Studierenden zwar konstruieren lässt, dieses aber nur als Vorwand für die Äußerung selbst geschieht

  8. * Silberlaube.de - Inoffizielles Hauptgebäude der Freien Universität Berlin * Says:

    […] des laufenden Protestsemester neigt sich dem Ende entgegen. Ein Aktionsplenum forderte den Rücktritt von Präsident Dieter Lenzen und «Lenzen du Schweinesau» hatte ein Unbekannter auf ein Unigebäude gesprüht. Aus Protest […]

  9. Rückblick auf die Aktionswoche « FUwatch Says:

    […] gab es natürlich schon (siehe “Forderungen des FU Aktionsplenums”), sie standen allerdings nicht unbedingt im Mittelpunkt der Campus- und Aktionswoche, die zusammen […]

  10. comment0495680956908459 Says:

    und niklas hör auf zu labern wegen dem hubschrauber damals, a) hat sich immerhin u.a. köln darauf gemldet und einen klaren satz geschrieben, b) gib her die gästeliste des hubschraubers, wennde die so sicher parat hast.

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