Studiengebühren für identitätsstiftende USB-Sticks

In der taz gibt es einen frischen Artikel über den Missbrauch von Studiengebühren durch Universitäten. Obwohl die Gelder eigentlich nur zur Verbesserung von Studium und Lehre verwendet werden dürfen, stecken sie viele Unis offenbar in die unmöglichsten Projekte, da man so gut wie jede Investition darauf herunterbrechen kann, dass sie letztlich der Verbesserung des Studiums und der Lehre dient.

Diese Erkenntnis ist nicht neu, in regelmässigen Abständen tauchen solche kritischen Artikel in den Medien auf (siehe dazu z.B. „Studiengebühren für Imagebroschüren“). Trotzdem kann es nicht so falsch sein, sich den Wahnsinn in regelmäßigen Abständen immer mal wieder vor Augen zu führen. Gerade hier in Berlin, als kleine Erinnerung was mit hoher Wahrscheinlichkeit passieren würde, würden auch hier Studiengebühren eingeführt.

Hier etwa ein Beispiel von der Universität des Saarlandes:

„Für 93.000 Euro stattete sie [die Uni des Saarlandes, Anm. FUwatch] die Studierenden aus Gebührengeldern mit USB-Datenspeichersticks aus, für knapp 15 Euro pro Stück. Die Speichersticks könnten sich die Studis zwar in jedem Elektro-Discountmarkt billiger kaufen, doch immerhin prangt auf den USB-Sticks auch das Logo der Uni: eine Eule, Sinnbild der Weisheit. ‚Damit will die Universität des Saarlandes auch dem Wunsch vieler Studierender nach einer größeren Identifikation mit ihrer Universität entsprechen‘, zeigt sich die Unileitung begeistert.“ („Missbrauchte Moneten“, taz, 05.05.08)

Man stelle sich vor, was das an der PR- und Corporate Identity fixierten FU bedeuten würde. Vermutlich würde es hier dann nicht bei USB-Sticks zur „Identifikation“ bleiben.

Der taz-Artikel listet die Sündenfälle von verschiedenen Unis auf: ein Hochfrequenzpulsator mit Probenhalterung, die Sanierung einer Tiefgarage, ein neuer Parkettfußboden, ganze Seminargebäude, eine neue Klimaanlage, Yogakurse, und natürlich darf auch der Klassiker nicht fehlen: Heizkosten.

In Köln wurde aufgedeckt, dass „gerade mal ein Viertel der Gebühren tatsächlich auf die Verbesserung des Studiums verwandt wird“ (ebd.).

Daneben gibt es Fälle die grenzwertig sind. So wird z.B. auch die Finanzierung neuer Professuren kritisiert, da so ein Professor ja nicht nur lehrt, sondern auch forscht, das Geld aber ausschließlich für die Lehre verwendet werden soll.

Die Konsequenz wäre von den Gebühren (wenn überhaupt) dann wirklich nur noch Dozierende einzustellen, die ausschließlich in der Lehre tätig sind. Gerade diese Tendenz reine „Lehrknechte“ einzustellen wird aber eben auch zunehmend kritisch gesehen (siehe „Hurra, wir kriegen ‚Lecturer'“).

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