Susanne Lütz am OSI

Man glaubt es kaum, aber nach einer Ewigkeit ist nun endlich wieder die Professur „Internationale Politische Ökonomie“ (IPÖ) am OSI besetzt. Die Anhörungen im entsprechende Berufungsverfahren fanden bereits im Wintersemester 05/06 statt. Nachdem Prof. Susanne Lütz als Nachfolgerin von Prof. Elmar Altvater schon vor einiger Zeit feststand, ist sie ab diesem Sommersemester nun auch wirklich am OSI vertreten.

Auch auf der OSI-Homepage ist Prof. Lütz schon verzeichnet – allerdings nur mit einer sehr rudimentären Site. Anzunehmen ist, dass das in naher Zukunft noch etwas ausgebaut wird.

Eine Vita findet sich zur Zeit noch auf ihrer alten Website an der Fernuni Hagen. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind demnach „Vergleichende Politikfeldanalyse“, „Governance und Policy-Making im Mehr-Ebenen-System“, „Vergleichende politische Ökonomie“. Als Forschungsschwerpunkte werden genannt: „Internationale und nationale politische Ökonomie“, „Internationale vergleichende Politikfeldanalyse“, „Regulative Politik in verschiedenen Politikfeldern“, „Staats- und Steuerungstheorie“, „Institutionelle Theorien der Politik“.

Ihren Einstand gibt Prof. Susanne Lütz am OSI in diesem Semester mit gleich drei Lehrveranstaltungen: „Einführung in die internationale politische Ökonomie“ (V), „Governance von Finanzmärkten“ (HS) und „Transnationale Regulierung von Märkten“ (PK).

Die erste Wahl war Prof. Lütz aus Sicht der linken (engagierten, progressiven) OSI-Studierendenschaft sicherlich nicht. Die hätte auf dem Stuhl von Prof. Altvater lieber eine Person gesehen, die einen ähnlich kritischen Blick auf die Prozesse in der IPÖ hat, wie eben dieser. Der Kommilitone Stefan Hernádi brachte es in der letzten OZ-Ausgabe wie folgt auf den Punkt:

„Mit Sicherheit kann man aber sagen, dass die Lehre der Ökonomie am OSI derzeit hauptsächlich unter dem Dach des neoliberalen Mainstream stattfindet. Das wird sich mit der Berufung der ‚governance‘-Spezialistin Susanne Lütz als Nachfolgerin Elmar Altvaters für die Professur der Internationalen Poltischen Ökonomie garantiert nicht ändern, sondern eher noch verstetigen.“ („Das Prinzip Bolle“, OSI-Zeitung, 5. Ausgabe, 12/07, S. 9)

Sorge um zu wenig Zulauf braucht sich Prof. Lütz deshalb aber nicht machen, ihre Lehrveranstaltungen werden vermutlich ähnlich gut gefüllt sein, wie die vom Kollegen Bolle – allein schon (aber nicht nur, wie man auch deutlich sagen muss) wegen der von Stefan beschriebenen Alternativlosigkeit im Bereich Ökonomie am OSI. Es bleiben nur ein paar letzte Fluchtinseln wie etwa die LVs von Hasko Hüning oder Prof. Hermann Adam, dem letzten Keynesianer.

Auch das Kalkül, dass Prof. Bolle im Bereich Ökonomie durch das Hinzukommen von Prof. Lütz vielleicht nicht mehr ganz so präsent sein würde, ist nicht wirklich aufgegangen. Das VV listet ihn allein schon mit 5 Lehrveranstaltungen, hinzu kommen vermutlich etliche seiner Getreuen. Es wurde lediglich die klassische Einteilung wieder aufgenommen: Prof. Bolle konzentriert sich auf die Politische Ökonomie, Prof. Lütz auf die Internationale Politische Ökonomie.

Eine Antwort to “Susanne Lütz am OSI”

  1. Zusammenfassung der OSI/PuK-Vollversammlung « FUwatch Says:

    […] Prof. Bolle dominiert wird, dass das was Prof. Lütz macht auch nicht viel besser sei (siehe auch: “Susanne Lütz am OSI”), es somit keine brauchbaren Alternativen in dem Bereich […]

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