Planung für das „Protestsemester“

Das neue Semester bricht heute an (präziser: die Vorlesungszeit) und engagierte KommilitonInnen haben in den Ferien versucht, die im letzten Semester geformte Proteststimmung am Leben zu erhalten und organisatorische Vorarbeit zu leisten.

Wir erinnern uns: Im letzten Semester gab es eine Gesamt-VV, die das nun laufende neue Sommersemester per Beschluss zum „Protestsemester“ erklärte. Unklar blieb damals aber noch, was genau unter einem „Protestsemester“ zu verstehen ist, wie lange der Protest dauern soll, welche Aktionformen es geben soll, usw.

Am 10.04. kamen nun die verschiedenen AGs zu einem Aktionstreffen zusammen, um den Stand der Dinge zu erörtern. Demnach lässt sich der geplante Ablauf des „Protestsemesters“ zur Zeit wie folgt skizzieren:

1. Phase: Dezentrale VVs

In der nächsten Woche (21.04. bis 25.04.) finden die schon letztes Semester vorgeschlagenen dezentralen VVs statt. D.h., die Fachbereiche respektive Institute organisieren jeweils ihre eigene VV, deren Ablauf frei gestaltet werden soll. Es geht zunächst darum, Ideen und Probleme zu sammeln und zu diskutieren.

Im Protokoll des Aktionstreffens heißt es: „Einstieg vielleicht mit BA/MA, Studienordnung, Zielvereinbarungen, Institutszusammenlegungen, -umzüge, Bib, Studiengebühren, Fächerstreichungen, Lernatmosphäre, welches Wissen wird geschaffen, welche Profs werden berufen“.

2. Phase: Die große VV

Nach den „lokalen“ VVs wird es eine Gesamt-VV am 07.05. um 14-16 Uhr im Hörsaal 1A der Silberlaube geben. Auf dieser großen VV sollen dann die Ergebnisse der kleinen VVs vorgestellt werden und Beschlüsse für einen gesamt-universitären Protest gefasst werden.

Als Vorlauf zu dieser Gesamt-VV sollen auf der FAKO-Fahrt (25.04 bis 27.04.) bereits die Ergebnisse der kleinen VVs gesammelt, geordnet und zusammengeführt werden. Nach Möglichkeit soll dabei ein Minimalkonsens als Ausgangspunkt für die VV gefunden werden. Im Protokoll heißt es: „Gemeinsame Ziele, gemeinsame Probleme –> gemeinsam nach Lösungen suchen; Gruppenzusammenhalt schaffen?!“.

3. Phase: Die Vorbereitungswoche

Auch ohne VVs steht bereits jetzt fest, dass es im Mai eine Aktionswoche geben wird. Worum es dabei inhaltlich genau geht und was für Aktionen veranstaltet werden sollen, wird dann aber erst auf den oben beschriebenen VVs bzw. in den AGs entschieden.

Der Aktionswoche geht jedoch eine Vorbereitungswoche voraus, die vom 13.05. bis 16.05. dauert (12.05. ist Pfingstmontag). Es sollen in dieser Woche zwei studentische Camps aufgebaut werden an der Silberlaube und auf dem Campus Lankwitz. Bereits in dieser Vorbereitungswoche soll es dann schon Workshops, andere Veranstaltungen und Aktionen geben. Im Zentrum steht jedoch die Idee, die Studierenden zu informieren und die Aktionswoche vorzubereiten (Materialien erstellen, etc.).

4. Phase: Die Aktionswoche

Zeitgleich mit dem geplanten SchülerInnenstreik findet dann vom 19.05. bis 23.05. die eigentliche Aktionswoche statt. Dort soll es dann wie von anderen Aktionswochen / -tagen schon bekannt diverse kritische Veranstaltungen und Protestaktionen geben.

Offenbar hat man in einem offenen, ersten Brainstorming kurz festgehalten, worum es dabei unter anderem gehen könnte: „Datenschutz / Überwachung, kritischer Campusrundgang (mit Prof. Wippermann), Lenzens Bildungskonzept, Studierendenproteste in Griechenland, BerlHG, Studiengebührenboykott in Freiburg, Gender, Jubiläen, Kameraspaziergang, Reader: Bibliotheksschließungen“.

Als mögliche Redner wurden unter anderem bereits Prof. Michael Hartmann, Prof. Grottian und Prof. Narr genannt. Weiterhin wurde beschlossen, dass es eine Zeitschrift und eine Art KVV geben soll.

Auch eine Mailingliste namens „aktions2wochen“ gibt es schon, man kann sie über lists.riseup.net abonnieren. Die Website für den Protest wird unter uniprotest.de erscheinen.

Fazit

Die Vorbereitungen für das „Protestsemester“ sind schon relativ weit fortgeschritten, was einerseits Wasser auf die Mühlen der Protest-Kritiker bedeuten dürfte, da diese dann wieder argumentieren, die VVs würden eigentlich nur nachträglich absegnen, was in Wahrheit schon längst beschlossene Sache ist. Allerdings gab es ja nicht zuletzt auch deshalb bereits eine Gesamt-VV im letzten Semester, auf der die AktivistInnen das offizielle „Go“ für ihre Planungen (im Kontext eines gesamt-universitären Protests) erhielten.

Andererseits wäre es auch fatal gewesen, wenn man mit der gesamten Planung erst irgendwann jetzt zu Beginn des Semesters begonnen hätte. Die Idee war ja gerade, Planung und Organisation schon im letzten Semester bzw. in den Ferien anlaufen zu lassen, damit man jetzt im April nicht wieder bei Null anfangen muss und Zeit verliert. Und das hat offensichtlich auch ganz gut geklappt.

Natürlich scheint dieser „Masterplan“ schon noch einige zeitliche Schwachpunkte zu haben. Zum Beispiel die Lücke zwischen der Gesamt-VV (07.05) und der Aktionswoche (19.05. bis 23.05.). Man hat dann offenbar gesagt, es gibt dazwischen noch eine Vorbereitungswoche, in der es aber auch schon Aktionen und Veranstaltungen geben soll, womit es folglich eigentlich zwei Aktionswochen sind – die auch entsprechend gefüllt werden wollen.

Selbst wenn es nun aber zwei Aktionswochen sind (plus vorhergehende VVs), erscheint der ursprüngliche Begriff „Protestsemester“ immer noch etwas hochgegriffen. Was passiert denn dann zwischen Ende Mai und Mitte Juli? Sicherlich ist der Grundgedanke, dass sich aus der Aktionwoche vielleicht eine Form von Protest entwickelt, der dann über die Woche hinausgeht. Doch ob das so hinhaut?

De facto gab es aber auch gar keine andere Option, denn man hätte in den Ferien ja kaum ein ganzes „Aktionssemester“ durchplanen können, das wäre schon recht größenwahnsinnig gewesen. Von daher ist der beschrittene Weg es zunächst mit einer Woche zu versuchen, aus der sich dann ggf. auch mehr entwickeln kann, sicherlich der richtige.

Das nächste Vorbereitungstreffen findet jetzt am Donnerstag (17.04.) auf der Wiese zwischen OEI und OSI im Kontext des Freiraumtags der PuKs ab 16 Uhr statt. Wer Interesse am Protest hat bzw. sich informieren will, sollte dort vorbeischauen.

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21 Antworten to “Planung für das „Protestsemester“”

  1. Ronny Says:

    Juchhu,

    endlich mal wieder neue Proteste – demokratisch legitimiert von einer „Gesamt-VV“ (wo gaaaanz viele Studierende von überall her gewesen sind), offen und gemeinschaftlich organisiert von einer großen Mehrheit der Studierenden, die sich nun an ihren Instituten treffen um ergebnissoffen (!) zu bestätigen, dass alle miteinander die McAnti™ Protestwochen gutheißen.

    Gegenmeinungen werden Gott-der-nicht-existiert-sei-dank nicht erwartet, weil einkalkuliert ist, dass sich Protestgegner von solchen schön vorgezeichneten Veranstaltungen eher abgestoßen fühlen, insbesondere, wenn sie das zweite Semester überschritten und bereits mehr als eine solcher immer gleich verlaufender Religionsersatzveranstaltungen mitgemacht haben.

    Dann, auf der live übertragenen und damit für alle transparenten FaKo-Fahrt, werden die Ergebnisse der dezentralen Vollversammlungen zusammengefasst und so zurechtgerückt, dass sie mit den seit mehreren Monaten laufenden Planungen zusammenpassen. Auf der „Gesamt-VV“ kann dieser Abgleich dann so vorgestellt werden, dass für alle verständlich ist, dass alle Institute, Fachbereiche, Studierende, MitarbeiterInnen, SchülerInnen, GewerkschafterInnen, AktivistInnen, InnInnInnInnen und natürlich auch die Protest-Novizen Grottian, Narr und Hartmann hinter den mehrmonatigen Planungen stehen.

    Es ist schön, wieder einmal zu sehen, wie sich die Demokratie an unserer Hochschule durchsetzen kann. Ich habe Freudentränen in den Augen und danke allen, die sich mit Herzblut an der Streikmaschinerie beteiligen – jenen, die schon wissen, dass es so laufen wird wie immer, und auch jenen, denen das erst in 2-3 Monaten auffallen wird!

  2. Stefan Says:

    Ach ja, das ist natürlich wiederum auch einfach, sich auf so nen Standpunkt zu begeben, die große „Verschwörung“ der kleinen „linken Sekte“ zu beklagen und die Studis weiter auseinander zu treiben. Das ist auch ne einfache Lösung um von eigenen Defiziten abzulenken. So muss man das mal sehen. Hat denn irgendwer behauptet, dass hier im Namen aller Studierender gesprochen würde? Machen vielleicht einige, aber die kriegen dann eigentlich auch immer gleich „intern“ was passendes gesagt. Auf jeden Fall sind es nur wenige.

    Das unerhörte finde ich daran, dass hier wieder mal auf den Leuten rumgehackt wird, die eigentlich an der Uni das meiste machen. Wer organisiert denn die Studicafes, wer macht denn auf Themen aufmerksam, wer hat denn mal den Mut, einfach auch nur nein zu sagen, wer organisiert denn noch unkommerzielle Studiparties, wer bringt den wenigstens mal 500 Leute in Dahlem auf die Straße, und das alles in oft anstrengender Arbeit nebenher? Beantworte das doch mal!

    Da hab ich auch keinen Bock mehr, mich mal nett persönlich über diese Dinge zu unterhalten und dabei auch ehrlich zu sein. Wenns mir anscheinend eh nicht abgenommen wird…

    Und was ist überhaupt die Alternative? Anscheinend einfach nichts. Oder etwa das Unterstützen von assozialem Verhalten an der Uni, siehe Klausurenstreit bei den ÖRecht-Leuten. Mit sowas macht man sich letztendlich zu den Bütteln derer, die hier wirklich die auch von euch bemängelten Veränderungen durchsetzen. Lies doch erstmal den Flyer, den es ab morgen an der Uni gibt. Da steht: „Auch wer keinen Grund zum Protest sieht, kann zur Vollversammlung kommen und das sagen! Wichtig ist, dass wir miteinander reden, anstatt – Karriere oder Angst vor Augen – mit Scheuklappen durch die Uni zu rennen. “ Da bin ich mal gespannt auf die Antwort.

  3. Mathias Bartelt Says:

    Lieber Ronny,

    machst Du hier Wahlkampf („Wir müssen wieder aggressiver sein, um ernst genommen zu werden, unsere Kuscheltour gegenüber dem AStA hat nicht funktioniert“) oder hattest Du einfach nur Lust, mal wieder ein wenig Satire zu schreiben?

    Vom Inhalt Deiner Satire abgesehen, ist es natürlich erheiternd – besser noch als eisernes und bitter ernstes Gräben-Ziehen.

    Mal ehrlich: Fühlst Du Dich wirklich so bedroht oder isolierst Du Dich gedanklich nur selbst, indem Du ein künstliches „Wir und/gegen die Anderen“ aufmachst?

    Ich würde mich, und da gehe ich mit Stefan, freuen, wenn Ihr Euch konstruktiv an der Diskussion und auch an der VV beteiligt. Mal ganz abseits von Wahlkampf. Dazu müßten natürlich ein paar Ziele und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten definiert werden, die gemeinsam mit den von Dir hier verdächtigten Studierenden bestritten werden könnten. Das wäre eine Arbeitsgrundlage.
    Alles Andere ist doch nur Polemik – oder Satire ;-).

    Mit bestem Gruß

    Mathias

  4. Wolf Dermann Says:

    Nein, Mathias!

    Wir arbeiten konstruktiv mit, aber nicht nach euren Spielregeln, sondern nur nach den offiziellen Regeln über die wir uns in der Studierendenschaft mit 2/3-Mehrheit geeinigt haben.

    Ihr könnt doch nicht wirklich glauben, dass wir es euch durchgehen lassen, die ordentlich gewählten vorgesehenen Fachschaftsräte (FSRs) zu boykottieren, um dann selbstorganisierte Fachschafts-VVs, die es nach unserer Satzung gar nicht gibt, unter eurer Kontrolle an die Stelle der FSRs im Handstreichverfahren zu stellen.

    Wenn ihr schon als FSIs Sachen organisiert, dann schreibt auch FSI drauf, schreibt drauf, dass der AStA die Flyer und Plakate finanziert/druckt und versteckt euch nicht hinter 1-2 Leuten pro Grüppchen, die das FSI-Treffen angeblich zu einer Gruppe „unabhängiger aktiver Studierender“ machen.

    Kurz: Arbeitet endlich offen und nach den in der Studierendenschaft vereinbarten Regeln!

  5. Mathias Bartelt Says:

    Lieber Wolf,

    Dein Kommentar, bzw. seine verfehlte Grundannahme, läßt sich auf ein Wort reduzieren: „Euch“. Wahlweise auf das Wort „Ihr“.

    So wie auf seine verfehlte Pauschalzuschreibung, über die Du sämtliche Vorwürfe, die Du zur Hand hast, auf dieses „Euch“ und „Ihr“ projezierst. Auch auf mich – z.B.. So entstehen Feindbilder. So entstehen Gräben. Einst künstlich und irreal, schaffen sie eine – unnötige – Realität, die ihnen erst die Berechtigung und Dynamik verleiht, die sie vorher nicht besaß.

    Aber vielleicht ist das ja genau „Euer“ Ziel. Um damit eine Selbstrechtfertigung zu gewinnen. Schließlich läßt sich so viel einfacher Politik betreiben – mit Pauschalfloskeln, Vereinfachungen (sic! die sind es ja, die Du so gern verteufelst), Über-einen-Kamm-Scheren und Schwarz-Weiß-Malerei.

    Denk mal darüber nach, bevor Du wieder den Kettenhund der LHG spielst und Alles über Bord wirfst. Ich weiß, das fällt schwer, so einen „Streik“ vor Augen. Ich darf Dir sagen, daß die Paranoia, die „Ihr“ aufbaut, nicht auch nur annähernd gerechtfertigt ist. Ich wage sogar, zu behaupten, daß effektiv durch die vergangenen Jahre die „Tradition“ effektiver Studierenden-„Streiks“, geschweige denn von -Protesten, die wirklich noch etwas erreichen, weitest gehend gebrochen worden ist.

    „Eure“ Angst ist so maßlos überhöht, daß ich mich fragen muß, daß es fast bedauernswert ist.
    „Ihr“ (beiden) konstruiert so überhöhte Projektionen, daß sie durch die Realität – das weit gehend unkritische „business as usual“ unter jedes Mal schlechteren Bedingungen (denken wir mal 15 Jahre zurück) – nicht mehr auch nur annähernd gedeckt sind.

    Ich frage mich, ob „Ihr“ nicht die Paranoia hierauf projeziert, die „Ihr“ noch vom letzten wirklichen und großen „Streik“/Protest 03/04 in Erinnerung habt. Emotionales Gedächtnis nennt sich das etwa in der Psychologie. Dieses vernebelt manchmal die reale Wahrnehmung.

    Mal undiplomatisch, dennoch mit bestem Gruß

    Mathias

  6. Wolf Dermann Says:

    Ach, lass uns doch nicht mit rhetorischen Tricks hier arbeiten. Dass Du auf meinen Beitrag nicht wirklich eingegangen bist, sondern Dich zur Ablenkung mit meiner Wortwahl beschäftigst, um mir schlußendlich – wie immer bei Diskussionen mit „der Linken“ -unlautere Motive und mangelnde Reflexion vorzuwerfen, merkt doch jeder.

    Geh‘ auf meinen Beitrag ein, dann beschäftige ich mich auch gerne mit Deinem.

  7. Mathias Bartelt Says:

    Lieber Wolf,

    wenn Du es rhetorische Tricks nennst, mich gerade nicht auf ein Reaktionsmuster, einen Mechanismus einzulassen, der nur eine Dynamik des negativen „Actio – Reactio“ zur Folge hat: wohl denn, dann sei es so.

    Amüsant finde ich darüber hinaus, daß Du – ohne etwas gelernt zu haben – von „der Linken“ sprichst. Die Anführungszeichen verwendest Du offensichtlich nur pro forma. Den Begriff „links“ verwende ich auf mich i.d.R. nicht, da er unnötig und undefinierbar ist. Hier geht die künstliche ideologische Spaltung schon los – per einfacher Kategorisierung.

    Zu Deinem Beitrag (noch ein Mal):

    „Wir arbeiten konstruktiv mit, aber nicht nach euren Spielregeln“
    –> Du schreibst mir und auch Anderen –> pauschal Wo habe ich gesagt, daß ich Fachschaftsräte boykottiere?
    Wo habe ich gesagt, daß FSIn notwendig repräsentativ sind?
    Wo habe ich gesagt, daß ich diese Art von „Kontrolle“ befürworte?

    „Wenn ihr schon als FSIs Sachen organisiert, dann schreibt auch FSI drauf, schreibt drauf“
    –> Auf unserem Plakat zur Instituts-Versammlung steht: „Es laden ein: FSI Philo, Studierendenvertretung [gemeint: nicht der AStA, sondern meine Wenigkeit] und Aktionsplenum“.
    Es erhebt auch keinen Anspruch auf Repräsentativität – ignoriert dabei zugleich jedoch nicht das Ziel, eine größtmögliche Breite zu erreichen.

    „dass der AStA die Flyer und Plakate finanziert/druckt“
    –> Steht bei uns nicht drauf, kann aber offen gesagt werden. Ich sähe nicht, warum nicht. Dennoch hat „der AStA“ – genau so wie die LHG – keinen Zugriff auf das, was in unserem Institut passiert. Leider hast auch Du keinen Zugriff darauf. Und wo Du ihn nicht hast und worüber Du auch überhaupt nichts weißt, muß zwangsläufig das böse kommunistische Gespenst sein Unwesen treiben, nicht wahr?

    „und versteckt euch nicht hinter 1-2 Leuten pro Grüppchen, die das FSI-Treffen angeblich zu einer Gruppe “unabhängiger aktiver Studierender” machen.“
    –> Tun zumindest „wir“ in der Philosophie nicht.

    „Kurz: Arbeitet endlich offen und nach den in der Studierendenschaft vereinbarten Regeln!“
    –> Mein Grundsatz seit Antritt als studentischer Vertreter im IR Philosophie. Bis heute konsequent umgesetzt. Eine konsequente und qualitative Öffentlichkeit gab es zuvor im Philosophischen Institut nicht.

    Nun meinte ich eigentlich, dies sei offensichtlich. Jedoch ist es wohl doch einfacher, Alle über einen Kamm zu scheren, nicht wahr, Wolf?

    Nun bin ich in freudiger Erwartung Deines Eingehens auf meinen Beitrag. Ich ahne wenig Erhellendes. Doch ich ahne auch, daß Weiteres nur im persönlichen Gespräch auszuräumen ist. Es ist zu einfach und die Mythologisierung zu fördernd – die Distanz über das Internet.

    Mit bestem Gruß

    Mathias

  8. Ronny Says:

    Och menno, da meint es mal einigermaßen lustig und dann artet das gleich wieder so aus. Müssen wir uns denn immer streiten? Das ist doch langweilig und hilft niemanden.

    Ich hab den Beitrag übrigens als unabhängiges Ich geschrieben, ohne Absicht, schon gar nicht mit böser Absicht. Ich hab das nichtmal als LHG-Mitglied geschrieben, sondern einfach mal so, als ich. Das einzige, woran ich dabei (grinsend) gedacht habe, waren die verdrehten Augen zweier Kommilitonen auf einer Party – nachdem ich sie gefragt hatte, ob sie denn schon von den geplanten Protestaktivitäten gehört hätten.

    Aber ich wünsche allen viel Spaß im Sommersemester, protestierend oder karriergeil studierend (ahh, ein toller Gegensatz: Protest oder Karriere, das ist hier die Frage ;-)). Ich hab leider keine Zeit, meine konstruktiv-destruktive Ader auszuleben und werde mich wohl auch aus dem Netz zurückziehen, wenn meine Kommentare so überbewertet werden…

    Also: Have fun, „ihr“ da draußen! :-D

  9. martin fischer Says:

    Wenn ihr mir versprecht, keine Grundsatzdebatte darüber los zu treten, dürft ihr euch den folgenden Cartoon zum Thema Protest und Karriere gerne zu Gemüte führen:

    Alles Gute und bis bald!

  10. Thomas Says:

    Lieber Stefan,

    na ja, gezielt davon gesprochen hat wohl wirklich keiner direkt, aber der Begriff „Vollversammlung“ legt das schon sehr nahe. Ich möchte behaupten, dass ihr zumindest damit spielt, dass andere es so wahrnehmen könnten.

    Ich möchte behaupten, dass auch unsere Arbeitslast zum Teil sehr hoch ist. Wenn ich mir anschaue, wie viel Zeit ich derzeit in die Fachschaftsarbeit investiere. Es ist natürlich einfach, uns vorzuwerfen, wir würden nichts tun. Nur sind wir eben eine deutlich kleinere Gruppe mit bescheideneren Möglichkeiten.

    Worauf du dich mit der Unterstützung asozialen Verhaltens beziehst, ist mir nun nicht ganz klar. Ich nehme aber an, dass es hier um die Organisationsschwierigkeiten in der Bachelor-Klausur bei den Wiwis ging. Was ist asozial daran, dass Studenten ihren Unmut äußern, aufgrund eines Verwaltungsfehlers eine Klausur wiederholen zu müssen, die sie eigentlich bestanden hatten? Bisher läuft der Protest dagegen doch außerdem sehr zivil ab.

    Ich sehe auch nicht, dass wir uns dadurch zu Bütteln irgendwelcher Leute machen – allenfalls derjenigen, die uns gewählt haben. Die Professorenschaft dürfte mit unserem Vorgehen da weniger zufrieden sein.

    @Martin: Keine Grundsatzdebatte, nur ein Danke schön. Habe gut gelacht.

    Viele Grüße,
    Thomas.

  11. Wolf Dermann Says:

    Lieber Mathias!
    Danke für Deine Antwort auf mein Posting. Nun will ich auch auf Deins eingehen.
    Das „Ihr“ in meinem Beitrag bezieht sich natürlich auf alle, die den „Protestplan“, wie er oben gepostet wurde umsetzen wollen. Es bezieht sich auf diejenigen, die sich aus sich selbst heraus dazu legitimiert sehen, Fachbereichs- oder Instituts-(Voll)Versammlungen einberufen zu können, sich ihr eigenes Legitimationsorgan selbst schaffend.
    Darin besteht auch die Angst, die wir bei der Sache haben. Dass sich FSIs über solche Veranstaltungen, den Allgemeinvertretungsanspruch konstruieren, den sie ansonsten für sich offiziell ablehnen. Und da FB- oder Instituts-VVs nicht reguliert sind, gilt auch hier die 5%-Beteiligungshürde nicht, die es uns erlaubt, VVs gelassen hinzunehmen, da sie meist ohnehin nicht beschlussfähig sind. Plötzlich wird so konstruiert, dass die 98% der Studenten, die nicht teilnehmen, die Beschlüsse der Anderen dulden würden. Das ist nicht aus der Luft gegriffen. Das Beispiel steht seit Montag auf den AStA-Seiten, auf denen von einem Vollversammlungs-Beschluss eines Protestsemesters die Rede ist, obwohl, wie vom AStA selbst festgestellt, die Teilnehmerzahl mit ca. 2% der Studierenden für eine beschlussfähige VV zu gering war. Kurz: die Sicherheitsmechanismen werden außer Kraft gesetzt, von denen, den so etwas nützt. Die 98%, die sich in dieser Masse eigentlich nicht um die VV kümmern bräuchten, werden plötzlich überrumpelt. Das war anders vereinbart!
    Dass FSIs genauso wie wir Info-Treffen machen können und eigene Aktionen ist klar. Wenn die FSIs aber meinen, sie könnten eigene Legitimationsveranstaltungen einberufen um dann mit Vollkostenfinanzierung des AStA allen möglichen Reibach zu machen zu können, den andere Gruppen nie finanzieren könnten, dann haben wir ein Problem miteinander.

  12. dennis Says:

    wolf, wo ist eigentlich dein problem? wenn die restlichen 98% der studierenden ihren a**** nicht hochkriegen, zur VV gehen und sich einbringen, dann ist das nicht „unser“ problem. du sprichst für eine mehrheit, die von dir genausowenig wissen will wie von „uns“, parteien an der uni oder sonstwem – die wollen „ungestört“ ihr studium hinter sich bringen. dass dir diese lethargie, dieses desinteresse als hochschulpolitisch engagierter mensch nicht sauer aufstößt, sondern du sie vielmehr dazu benutzt, stimmung gegen diejenigen zu machen, die sich noch engagieren, ist bezeichnend. und es macht ganz klar, warum die LHG seit jahren kein bein auf den boden kriegt.
    übrigens wette ich, dass du bei einer beteiligung von 5% der studierenden an der VV auf die restlichen 95% verwiesen und genau die selben „argumente“ gebracht hättest.

  13. Wolf Dermann Says:

    Ich bin doch selbst ein hochschulpolitisch hochengagierter Mensch. Trotzdem gehe ich fast nie auf VVs, da ich die dort übliche Agitation für Mies halte. Ich muss mir aber so lange keine Gedanken darüber machen, dass ich da nicht hingehe – und das ich dazu auch keine mir Nahestehenden mobilisiere – solange ich davon ausgehen kann, das auch sonst nur wenige dort partizipieren – und die 5% Hürde gibt mir da Sicherheit.
    VVs führen nur zu Legitimation, wenn sie durch eine hohe Teilnahme legitimiert werden. Die Rechengröße dafür haben wir festgelegt.
    Aber: hochschulpolitisches Engagement findet nicht unbedingt auf oder über VVs statt, sondern in verschiedensten Zusammenhängen und Gruppierungen, wie auch der LHG. Nicht alle dieser Gruppen tauchen auf VVs auf, engagieren sich aber dennoch.

  14. Thomas Says:

    Ich denke, dass die LHG durchaus „ein Bein auf dem Boden“ hat. Wir sind nicht umsonst zweitstärkste Einzelliste im StuPa. Uns wegzureden, ist ein netter Versuch, aber er widerspricht den Tatsachen und wird schon durch die andauernden Bemühungen darum konterkariert. Es mag also ein kleines Bein sein, okay. Ich will gar nicht behaupten, dass es ein großes Bein ist. Aber Bein ist Bein.

  15. Das liberale Blog an der FU Berlin » Blog Archive » Protestsemester: Gesunder Skeptizismus. Says:

    […] um die Hochschulpolitik wurde, scheint sich damit der Grund zu offenbaren: Nicolas spricht bei FUWatch von organisatorischer Vorarbeit in der vorlesungsfreien […]

  16. * Silberlaube.de - Inoffizielles Hauptgebäude der Freien Universität Berlin * Says:

    […] in der hiesigen Blogosphäre dauern gelegentlich etwas länger, enden aber selten so schön wie diese hier auf FUwatch, die wir einfach mal der Länge nach zitieren wollen; und sei es nur als ein Stück studentisches […]

  17. Mathias Bartelt Says:

    Liebe Leute,

    um in der Sache weiter zu kommen: Bei aller Satire Ronnys als Ausgangspunkt dieses Beitrags halte ich das Angesprochene für durchaus ernst und wichtig. Wichtig auch, es endlich zu lösen.
    Nicht zuletzt, da ich all dies eben so bereits seit dem großen „Streik“/Protest kritisiere, gleichwohl die Notwendigkeit zu einem Protest sehe. Dabei ist – natürlich – nicht jede Art von Protest sinnvoll. Und – natürlich – ist nicht in jedem Fall Protest geboten, sondern geht es oft auch um Mißverständnisse bzw. Unverständnis für einander. All zu oft ist dem jedoch nicht so. Es wird an vielen Stellen offen und erklärt Politik gegen die Interessen der Studierenden, insbesondere die kritischen Studierenden und kritische Bestrebungen überhaupt betrieben. Dies ist durch zahlreiche Beispiele allein in der jüngeren Vergangenheit evident, die auch die LHG nicht leugnet.
    Kritisch heißt hierbei jedoch – dies an alle Schubladen-LiebhaberInnen – weder „links“, „rechts“, „konservativ“ o.ä..

    Erprobungsklausel und professorale Arroganz (nicht in jedem Fall, jedoch leider sehr oft) tun ihr Ihriges.
    Auf dogmatischen „Traditionen“ beharrende Studierende tun ein Weiteres, damit sich ProfessorInnen und FU-Leitung im Recht sehen und viele Studierende abwenden. Eingeschossene Medien tun ein Weiteres. Es gibt viele Akteure und Faktoren in diesem Spiel um Deutungshoheit, um die Frage, wer „Recht“ hat, wer sich „im Recht“ sieht und wer letztlich auch faktisch die Hoheit erringt.

    Kann sich eineR vorstellen, daß erschreckend unfähige Hardliner wie Dieter Lenzen überhaupt erst möglich wurden durch das, was ich „die lange Reaktion“ nenne, wiederum begründet durch eine lange „Aktion“, die genau genommen auch eine Reaktion war? Durch RAF und besagte „Traditionen“ wurde die so genannte „Reaktion“ ab den 80er Jahren Maß geblich befördert. Ohne den gigantischen Legitimationszusammenbruch durch das Handeln der RAF selbst, durch den Zusammenbruch des Ostblocks 1990, durch die Verabsolutierung einer dogmatischen ideologischen Tradition bzw. verschiedenster Stränge davon, von denen Teile wiederum ihrerseits ihre vehemente Bestätigung gesehen haben in der „Kein Verzeihen. Kein Vergessen“-Logik begründet durch „Auschwitz“ und noch Vieles mehr. Es sind nicht zuletzt die FanatikerInnen der jeweiligen ideologischen Richtung, die immer wieder die FanatikerInnen der jeweils anderen ideologischen Richtungen auf den Plan rufen. Die einen legitimieren sich mitunter sogar explizit durch das „Gegen die Anderen sein“. In jedem Falle bedingen sie sich gegenseitig.

    Ich könnte das zur besseren Verständlichkeit noch weiter ausführen. Doch würde dies Bände füllen.

    Zurück zur FU:
    In erster Linie wichtig ist, daß sich überhaupt Studierende engagieren. Hierfür bedarf es der nötigen menschlichen und auch baulichen Freiräume. Nicht jedoch ist dies das einzige Kriterium. Denn in der jüngeren Vergangenheit habe ich deutlicher denn je erlebt, daß Initiative allein nicht nur „gut“ ist, sondern mitunter sogar schädlich. Wenn „neue“ Initiative die gereiftere und qualitativ oft bereits weiter reichende „alte“ Initiative einfach über Bord wirft, immer wieder das Rad zwei Mal erfindet (wenn sie es überhaupt noch so weit schafft) und immer wieder Erfahrungen selbst machen muß, die Andere längst gemacht haben, und statt etwas lernen zu wollen oft ein gigantisches Maß von schon vorhandenem Wissen einfach ignoriert und über Bord wirft, dann wirkt dies eher zerstörerisch denn etwas wirklich Neues Schaffendes. Dies mag auch durch das unvermeidbare Phänomen von immer neuen Studierenden-Jahrgängen sein, denen Mensch immer wieder von Neuem erklären muß, daß Mensch nicht dieses und jenes sei, daß Mensch nicht diesen oder jenen Gruppierungen anhänge usw. usf.. Zumal die immer neuen Jahrgänge mitunter eigene Öffentlichkeiten
    schaffen, jedoch zwischen einander nicht unbedingt immer kommunizieren.

    Es ist richtig: Es wird (zum Teil in Unkenntnis der Satzung, zum Teil auch bewußt, zum Teil einfach ohne wirklich böse Absicht) der Eindruck erweckt, daß die etwa 300 – 400 Studierenden (in dieser Schätzung stimme ich mit Niklas überein: https://fuwatch.wordpress.com/2008/02/01/vollversammlung-erklart-nachstes-semester-zum-protestsemester/)
    besagter Versammlung eine „Vollversammlung“ im Sinne der Satzung gewesen seien. Damit bin auch ich nicht einverstanden. Genau so wenig, wie ich damit einverstanden war, daß im WiSe 05/06 eine „Vollversammlung“ von 700 Studierenden einen „Warnstreik“ ausgerufen und selbigen Eindruck nach außen erweckt hatte.
    Diesen nenne ich heute auch den „letzten Aufstand gegen den Bachelor“. Er hielt eine Woche. Der „Tagesspiegel“ hat ihn damals abgewatscht – inhaltlich, wie immer, fragwürdig. Doch der Titel, den er wählte, paßte leider zu gut: „Denn sie wissen nicht, was sie tun.“

    So sehr dieser Protest damals zu Recht geschah, so fragwürdig war das Weiter-Tradieren der Art des Protestes: überkommene Mob-Bildung und immer wieder „Streik“ als „Lösung“ für alle Probleme (dieses Mal im Übrigen hat sich diese „VV“ gegen „Streik“ ausgesprochen, wie Niklas auf dem LHG Blog bereits richtig sagte). Statt inhaltlicher Argumente – von denen es genügend gibt – und inhaltlicher Arbeit, die letztlich an wenigen hängen bleibt. Die vielen, die sich da oft so kritisch und so wenig dauerhaft tragend auf die Straße begeben, die brauchen wir in den Gremien. Schon 03/04 haben wir (ich will hier von den Gremien-Studierenden sprechen) sie gebraucht, als ein großer Teil der BA-Studiengänge eingeführt wurde. Schon damals waren wir weit gehend allein. Gremienarbeit wird mitunter als bürgerlich empfunden, als Alibi-Mitbestimmung udm. Und das ist in den Augen Mancher böse. Nicht in jedem Falle ist es Alibi-Mitbestimmung. Ich sehe genau wie die LHG, daß allein durch die konsequente und umfassende Nutzung allein der marginalen studentischen Mitbestimmungsrechte beträchtliche Erfolge erzielt werden können. Ohne hier genauer zu werden: Auch die Tatsache, daß ich den „Studienerfolgsbericht“ erlangen und veröffentlichen konnte, ist nicht zuletzt auf meine konsequente Nutzung dieser Rechte zurück zu führen. Freilich nicht nur darauf.

    Zumindest David Hachfeld und einige Andere haben das noch erkannt und versuchen zumindest auch in den Gremien, die Studierenden kritisch(!) zu vertreten.

    Im Übrigen: Ein Autokrat, so viel Macht er auch besitzen mag, besitzt intellektuelle und auch zeitliche Grenzen seiner Verfügungsgewalt. Er kann intellektuell, selbst mit einer noch so kommissarisch arbeitenden Verwaltung (ja, ich spreche vom Kommissarprinzip an der FU), mit einem noch so ausgebauten Apparat nicht überall im Detail eingreifen. Dort liegen die „Nischen“, dort liegen die Freiräume. Und diese sind mitunter größer als angenommen. Dies ist m.E. auch der Lichtblick in jeder (künftigen) Diktatur. Keine solche kann jemals so perfekt sein, daß sie die Bildung von Freiräumen, die sich ihr entziehen, verhindern kann – wie klein sie auch sein mögen. Diese Freiräume entziehen sich ihrer Macht und können so nicht zuletzt zum Aufbau einer „Gegenmacht“ nützen.

    Im Übrigen zählt auch „der AStA“ nicht nur zum „Reich des Bösen“, auch wenn oft dieses Bild erweckt wird. Nun mag „seine“ eigene Öffentlichkeitspolitik solchen Mythen Vorschub leisten, rechtfertigt sie jedoch dennoch in keiner Weise.

    Nun noch ein Mal zu einigen Zitaten:

    „Das “Ihr” in meinem Beitrag bezieht sich natürlich auf alle, die den “Protestplan”, wie er oben gepostet wurde umsetzen wollen.“
    –> Ich will ihn mit umsetzen. Und daran wie auch an dem bisherigen Protestplan ist nichts Böses. Es ist zu wenig Inhalt – ja. Wie auch von mir immer wieder beschworen, braucht es des Gleichen mehr.

    „Es bezieht sich auf diejenigen, die sich aus sich selbst heraus dazu legitimiert sehen, Fachbereichs- oder Instituts-(Voll)Versammlungen einberufen zu können, sich ihr eigenes Legitimationsorgan selbst schaffend.“
    –> Es geht zumindest in der Philosophie um kein Legitimationsorgan, sondern um einen legitimen(!) Austausch, der in dieser Breite das letzte Mal vor zwei einhalb Jahren Statt gefunden hat.
    Was den Fachschaftsrat im Fachbereich PhilGeist angeht, so ist es illegitim, aus seiner derzeitigen Nichtbesetzung darauf zu schließen, daß Alle ihn boykottieren würden (und dieses „Alle“ wird durch besagte Pauschalbehauptungen impliziert).
    Es ist zum Teil so, daß es, wenn überhaupt, nur noch eine Hand voll Studierende im gesamten Fachbereich gibt, die überhaupt weiß, daß es möglich ist, in diesem FB einen Fachschaftsrat zu wählen. Es handelt sich auch um einfach nicht mehr weiter tradiertes Wissen. Solche Dinge in Erfahrung zu bringen wird im gesamten Fachbereich wesentlich noch von mir betrieben. Es gibt sonst keineN, der versucht, im Fachbereich verloren gegangenes Wissen zusammen zu tragen, eine regelmäßige und konsequente Öffentlichkeit aufzubauen und auch Dinge in Erfahrung zu bringen, die sonst entweder keineN interessieren oder von denen keineR weiß, woher Informationen darüber zu bekommen wären. Zum Teil sind diese Informationen frei verfügbar, zum Teil anfragbar – und das Übrige, wie überall in der Politik, ist nur auf „irregulären“ Wegen zu erhalten. Über all solches kläre ich im FB auf. Von den studentischen Mitgliedern im Fachbereichsrat PhilGeist abgesehen bin ich offenbar auch der einzige verbliebene studentische Vertreter in einem Institutsrat des Fachbereiches, der noch dazu seine Verantwortung konsequent ernst nimmt. Jeden Falls ist von den anderen Instituten des Fachbereiches nichts mehr zu vernehmen.

    „Darin besteht auch die Angst, die wir bei der Sache haben. Dass sich FSIs über solche Veranstaltungen, den Allgemeinvertretungsanspruch konstruieren, den sie ansonsten für sich offiziell ablehnen.“
    –> Im Philosophischen Institut habe ich immer betont, daß FSIn notwendig nicht repräsentativ sind. In der Tat habe ich dafür auch Kritik geerntet. Ich habe immer wieder betont, daß ich eine größere Breite erreichen und vertreten will. Diese habe ich zum Teil auch erreicht – die beträchtliche Anzahl politisch desinteressierter Studierender ausgenommen. Dabei stellt sich mitunter immer wieder heraus, daß sich diese Studierenden dann auch einfach nicht in den Kommunikationszusammenhängen befinden, die für Andere selbstverständlich sind. Und auch nicht in den Gruppenzusammenhängen, von denen sie sich – Konsens – mitunter ausgeschlossen fühlen. Als Gruppe, als ideologische Gruppe oder aus anderen Gründen. Selbst bei aller Breite ist es Trotz dem nicht immer möglich, Alle zu erreichen. Deshalb jedoch gar nichts zu tun, erscheint mir als Argument nicht logisch.

    „Und da FB- oder Instituts-VVs nicht reguliert sind, gilt auch hier die 5%-Beteiligungshürde nicht, die es uns erlaubt, VVs gelassen hinzunehmen, da sie meist ohnehin nicht beschlussfähig sind.“
    –> Was auch immer „beschlossen“ wird, wird ohnehin, ich beziehe mich hier auf die damalige Debatte von der entscheidenden HU-VV vom 4. Januar 2004, keinen rechtsverbindlichen Charakter beanspruchen, nicht ein Mal einen rechtsgültigen, sondern eine gemeinsame Handlungsgrundlage für die Anwesenden. Es ist nicht ein Mal geplant, etwas zu „beschließen“, sondern die Erfahrungen und Meinungen zu BA und MA zusammen zu tragen – und darüber hinaus in die geplante FU-VV hinein zu tragen. Auch das unterstütze ich – bei aller eigenen Kritik an der oft geübten „Tradition“ von VVen.

    „Plötzlich wird so konstruiert, dass die 98% der Studenten, die nicht teilnehmen, die Beschlüsse der Anderen dulden würden.“
    –> Etwas, das ich ebenfalls immer kritisiert habe, das ich nie getan, nie akzeptiert habe und nach wie vor nicht gutheißen würde.

    „Das ist nicht aus der Luft gegriffen. Das Beispiel steht seit Montag auf den AStA-Seiten, auf denen von einem Vollversammlungs-Beschluss eines Protestsemesters die Rede ist, obwohl, wie vom AStA selbst festgestellt, die Teilnehmerzahl mit ca. 2% der Studierenden für eine beschlussfähige VV zu gering war.“
    –> „Der AStA“ ist nicht „das AStA-Umfeld“. Die Philosophie ist ebenfalls nicht „der AStA“ und auch nicht „das AStA-Umfeld“.
    Gleichwohl ist die Kritik berechtigt.

    „Kurz: die Sicherheitsmechanismen werden außer Kraft gesetzt, von denen, den so etwas nützt.“
    –> Nicht von mir.

    „Die 98%, die sich in dieser Masse eigentlich nicht um die VV kümmern bräuchten, werden plötzlich überrumpelt.“
    –> Auch das eine Projektion vor Allem von 03/04 und 05/06 auf heute. In wie weit dies wieder geschehen wird, wird sich zeigen. Darauf können wir jedoch zu jeder Zeit einwirken.

    „Das war anders vereinbart!“
    –> Das erstaunt mich die ganze Zeit: Wer hat denn mit Dir etwas vereinbart? Warst Du beim „Urzustand“ oder beim „Gesellschaftsvertrag“ dabei?
    Ich weiß, was Du meinst. Aber drück Dich doch bitte etwas differenzierter aus.

    „Wenn die FSIs aber meinen, sie könnten eigene Legitimationsveranstaltungen einberufen um dann mit Vollkostenfinanzierung des AStA allen möglichen Reibach zu machen zu können, den andere Gruppen nie finanzieren könnten, dann haben wir ein Problem“
    –> „Die FSI’s“.

  18. Mathias Bartelt Says:

    Den Gruß habe ich vergessen ;-).

    Mathias

  19. Thomas Says:

    Danke für den Gruß. Ich habe den Beitrag mit Interesse gelesen und fühle mich außerstande, präzise darauf einzugehen. Das verwehrt mir einfach die Länge. Von daher möchte ich meinerseits mich hier damit beschließen, dass ich wohl über deine Worte nachdenke und sie auch nicht mit Widerworten wegwischen, sondern respektieren und zum Teil bestimmt auch übernehmen könnte.

  20. Die Woche der kleinen Vollversammlungen « FUwatch Says:

    […] Am heutigen Montag beginnt die erste Phase des Protestsemesters (siehe “Planung für das ‘Protestsemester’”): Zwischen dem 21.04. und 25.04 sollen in den Fachbereichen / Instituten der FU dezentrale VVs […]

  21. Verhältnismäßig schwache Vollversammlung « FUwatch Says:

    […] 13.05. bis 16.05. gibt es wie schon berichtet die so genannte “Vorbereitungswoche”, die jetzt aber “Campuswoche” heißt. […]

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