Zeitung zum Aktionstag

Im Forum des Aktionstages ist am Montag eine so genannte „Inhaltszeitung“ erschienen, die erstmals etwas näher konkretisiert, wogegen genau sich der heute stattfindende Aktionstag eigentlich richtet.

Thematisiert werden hauptsächlich die misslungene Reform der Studiengänge an der FU im Sinne des Bologna Prozesses und was für Folgen sich daraus ergeben, die Exzellenzinitiative („Warum eigentlich braucht unsere Gesellschaft so dringend Eliten, die eine derartige Selektion beim Zugang zur Wissens- und Machtproduktion notwendig machen? Warum brauchen Deutschland und die Welt unbedingt elitäre/exzellente ‚Innovationsstandorte‘, die eine derartige Zurechtstutzung der Universitätsstruktur rechtfertigen?“), der systematische Abbau von Fächern an der FU und der Skandal um die PolSoz Bibliothek.

Einerseits lässt sich nicht bestreiten, dass die beschriebenen Vorgänge stattfinden und alle Studierenden an der FU betreffen, andererseits wirkt das Ganze trotzdem zumindest streckenweisse immer noch recht abstrakt, es fehlt nach wie vor die Konzentration auf „zentrale Aufreger“ an denen man ganz punktuell und knapp festmachen kann, warum der Widerstand gegen die FU-Administration so nötig ist. Im Warnstreik 2005 war neben den BA-Problemen z.B. das Chaos um das Campus Management ein solcher zentraler Treibsatz, der die Leute auf die Barikaden getrieben hat.

Insofern ist es richtig, dass der Bibliotheksskandal, der „Studierbarkeitsbericht“ und das große Fächerschließen Erwähnung finden, jedoch werden andere zentrale Skandale die sich in diesem Semester ereignet haben, wie etwa die Scharenberg-Affäre oder die Story um Lenzens „Freiheitsdenkmal“ nicht eingebracht, obgleich sie natürlich auch exemplarisch dafür stehen, wie die FU unter Lenzen transformiert oder besser deformiert wurde.

Vermutlich lassen sich mit der Feststellung, dass auf einmal 300.000 Bücher ausgesondert werden sollen, weil für die angeblich kein Platz mehr ist, mehr Leute mobilisieren, als mit einer etwas tiefer gehenden Analyse der negativen Aspekte der Exzellenzinitiative.

Natürlich reicht es nicht diese Skandal-Fallbeispiele chronologisch aneinanderzureihen, man wird schon noch die Linie aufzeigen müssen, in der diese gemeinsam stehen; so wie es in der Inhaltszeitung ja auch versucht wird. Doch wäre es aber zu Mobilisierungszwecken trotzdem besser gewesen, sich stärker auf die Vollständigkeit der Skandal-Liste zu konzentrieren, um zu unterstreichen, wie die Skandale zunehmen.

Zumindest auf den Flyern hätte man jedenfalls auch einfach nur die verschiedenen Skandale kurz auflisten können, damit jeder weiß, worum es konkret geht und dass diese Skandale in ihrer Summe immer unerträglicher werden.

Ob die Mobilisierungsstrategie wirklich die richtige war, wird sich heute herausstellen.

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