Folgebericht zum FU-„Studienerfolgsbericht“ veröffentlicht

Wie der FSI Blog und der LHG Blog berichten, ist nun der Folgebericht zum inzwischen legendären „Studienerfolgsbericht“ (siehe „Denn wo gehobelt wird, da fallen Späne“) erschienen.

Während der erste Bericht erst auf Umwegen ins Netz gelangte, hat die FU den Nachfolgebericht mit dem Titel „Befragung der exmatrikulierten Bachelorstudierenden“ diesmal lieber gleich selbst veröffentlicht.

Die Studie reiht sich insgesamt in die Taktik des Präsidiums ein fortlaufend zu relativieren, dass die schlechten BA-Studienbedingungen maßgeblich für die hohe Anzahl der BA-Abbrecher verantwortlich sind („Nicht vorrangig ausschlaggebend scheinen Studienbedingungen und Studienanforderungen zu sein (…), S. 31“). Im FSI Blog heißt es dazu:

„Der AStA und viele andere nennen schlechte BA-Studienbedingungen als Hauptgrund. Ob der Bericht nun eine hin reichende Empirie für die Abbruch-Gründe liefert, gilt es, noch herauszufinden.

Dessen ungeachtet sei Eines in aller Deutlichkeit hervorgehoben. Warum auch immer so viele BA-Studierende abgebrochen haben und abbrechen:

Die FU-Abbruchquoten sind, wie der ‚Studienerfolgsbericht‘ zeigt, im Vergleich zum Magister zum Teil erheblich gestiegen. Diese Tatsache kann und will auch der Exmatrikulierten-Bericht nicht in Frage stellen. Eines der Hauptargumente für die Einführung von BA und MA und des ‚Totalverbots‘, wie es ein Student auf FUWatch formulierte, von Magister und Diplom durch deren Abschaffung (und damit der Abschaffung möglicher Alternativ-Wahlmöglichkeiten zu BA/MA), nämlich die Verringerung der Studienabbruchquoten und der Beschleunigung des Studiums, ist unwiderlegbar entkräftet.“ (Studienerfolg und Exmatrikulation im Bachelorstudium an der Freien Universität Berlin, FSI Blog, 24.01.08)

Im LHG-Blog heißt es:

„Sie [Prof. Thiel, Anmerkung FUwatch] analysiert die vier ermittelten Cluster zwar separat, kommt aber fast immer zum gleicher Ergebnis: Die Informations-, Beratungs- und Betreuungsangebote müssen verbessert werden. Hierin haben wir Studierenden sicherlich eine gute Argumentationshilfe. Etwas hilflos schlägt sie allerdings bei der Gruppe der ‚Überforderten‘ ‚kognitive und motivationale‘ Auswahltests vor, die letztes Jahr an der FU-Psychologie allerdings (auch die FU-Leitung) als unnütz enttäuschten.“ (Exmatrikuliertenstudie im Internet, LHG Blog, 24.01.08)

Nicht zum ersten Mal liest man bei der LHG hier eine starke Fixierung auf das Problemlösungskonzept der Verbesserung von „Informations-, Beratungs- und Betreuungsangeboten“. Soweit das Konstrukt der BA/MA-Einführung generell in Frage zu stellen geht man nicht, bzw. betrachtet die Rücknahme der neuen Studiengänge als nicht realistische Option. Selbst wenn man ihnen in diesem Punkt recht geben wollte und nur auf eine Reform der BA-Studiengänge drängt, bleibt die Frage, ob ein Ausbau der „Informations-, Beratungs- und Betreuungsangeboten“ wirklich ausreicht oder ob man nicht andere Faktoren wie z.B. die Senkung des berüchtigten „Workloads“ und eine Vereinfachung der Prozedur des Studienfachwechsels in die studentischen Forderungen miteinbeziehen sollte.

Wohin die Denke der FU tendiert erkennt man dagegen an dem Gefasel von „kognitiven und motivationalen Auswahlverfahren“ und „elektronisch gestützten Verfahren des Selbstassessments“ . Die Betreuungs- und Unterstützungsangebote sollen zwar auch ausgebaut werden, dies ist aber eben nur eine weitere Maßnahme neben der Intensivierung der „Eingangsselektion“.

„Frühzeitig Wechselnden“, die ihr Fach zunächst zur Orientierung oder zur Überbrückung gewählt haben, könne man dagegen nur durch eine „Verteuerung des Studiums“ begegnen.

Interessant dürfte es werden, wenn man das Ergebnis dieses „Nachfolgeberichts“ mit dem Ergebnis der studentische „Studierbarkeitsumfrage“ vergleicht. Bezeichnend ist sicherlich schon jetzt, dass die FU zwar diesen „Nachfolgebericht“ gerne veröfffentlichte, sich beim vorhergehenden „Studienerfolgsbericht“ aber deutlich schwerer tat. Dies legt zumindest den Verdacht nahe, dass der Nachfolgebericht deutlich mehr dem Wunschergebnis des Präsidiums entsprach als der Studienerfolgsbericht.

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3 Antworten to “Folgebericht zum FU-„Studienerfolgsbericht“ veröffentlicht”

  1. Thomas E. Says:

    Oh, ich glaube, dass wir es in der LHG schon sehr wichtig finden, auch die Prüfungs- und Studienordnungen zu verbessern. Das eine schließt das andere ja nicht aus. Nur müssten dafür die studentischen Sitze in den Gremien dann wirklich auch mal wahrgenommen werden.

  2. Ronny Says:

    Auch wenn ich die BA/MA-Studiengänge nicht grundsätzlich in Frage stelle – schließlich hätte man sie ja auch gut gestalten können – so haben wir von der LHG doch über die letzten Jahre hinweg nicht nur die Schaffung von Informations- und Betreuungsangeboten gefordert, sondern uns konstant auch über Fragen des Workloads, der Inflexibilität, starrer Lehr- und Lernformen etc. ausgelassen, wie in den Berichte aus Kommission für Lehre und Kuratorium der letzten beiden Jahre in unserem Blog nachlesbar.

    Die Diskussion über Informations- und Betreuungsangebote ist in den Berichten der nahen Vergangenheit nur etwas in den Vordergrund gerückt, weil es vorher weniger diskutiert wurden war; die eben genannten Punkte haben dabei kein bisschen an Relevanz verloren.

  3. FU veröffentlicht Ergebnisse der neuen Bachelorumfrage « FUwatch Says:

    […] Erhebung baut auf der Bachelorbefragung von 2006 und der Exmatrikuliertenbefragung von 2007 auf und zeichnet das Bild einer Verbesserung der Gesamtsituation. Vollständig heruntergeladen […]

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