Grottian wegen Fahrerflucht verknackt

Wie die taz in ihrer Ausgabe vom 24.01. berichtet, ist Prof. em. Peter Grottian wegen Fahrerflucht verurteilt worden. Er muss eine Geldstrafe von 3.440 Euro zahlen und darf drei Monate nicht fahren.

Bei dieser so genannten „Fahrerflucht“ hatte Grottian mit seinem BMW-Cabrio nach einem Schlachtenseeausflug beim Ausparken ein anderes Auto touchiert und anschließend einen Zettel mit einem Schuldeingeständnis, seinem Namen und seiner Nummer an der Windschutzscheibe hinterlassen. Ohne weiteres hätte der Geschädigte also Prof. Grottian einfach kontaktieren können, um die Sache finanziell zu lösen. Stattdessen erstattete der Geschädigte aber Anzeige wegen Fahrerflucht.

Prof. Grottian wurde vom Amtsgericht daraufhin verurteilt und darüber aufgeklärt, dass es nicht reiche, einen Zettel an der Windschutzscheibe zu hinterlassen. Dieser könne leicht weggeweht oder vom Regen ausgewaschen werden, wie eine Pressesprecherin der Polizei laut taz erklärte (in einem vorhergehenden Artikel vom 22.01.). Stattdessen hätte er entweder die Polizei verständigen oder auf den Besitzer des beschädigten Fahrzeugs warten müssen (letzteres versuchte Grottian eine halbe Stunde lang).

Verschlimmernd kam für Prof. Grottian hinzu, dass er bereits als Wiederholungstäter in Sachen Fahrerflucht galt. Das letzte Mal wurde er verurteilt, weil er einen anderen Wagen zugeparkt hatte. Da Grottian in Sachen Nötigung im Kontext seines politischen Engagements (ziviler Ungehorsam, etc.) immer wieder in den Schlagzeilen war, hatte sein Anwalt die Sache damals auf Fahrerflucht gedreht – eine Strategie, die sich jetzt wo Grottian erneut wegen Fahrerflucht vor Gericht stand rächte.

Hinzu kam laut taz, dass Grottian zwar seit 40 Jahren unfallfrei fährt, aber wegen des Überfahrens einer roten Ampel und „geringfügiger Fahrüberschreitung“ in Flensburg schon ein paar Punkte hat.

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4 Antworten to “Grottian wegen Fahrerflucht verknackt”

  1. Friedrich Says:

    Ist es wirklich nötig, in Deinem wirklich guten Blog, das sonst in bester watchblog-Tradition glänzt, das Privaterlebnis einzelner Professoren (bzw. hier Emeriti) zu thematisieren? Ich konnte meinen Augen bei dieser Bunte-isierung kaum glauben. Da hilft es auch nichts, dass Grottians Erlebnis wirklich nervig für ihn klingt – wann kommt der Post „Risse im Urlaub die Geldbörse gestohlen“?

  2. Niklas Says:

    Nun ja, Tatsache ist nun mal, dass er nicht nur eine einfache „Privatperson“ ist, sondern jemand der in der Berliner Öffentlichkeit steht und dessen Handeln mit Argusaugen beobachtet wird. Die Annahme ist sicherlich nicht ganz unberechtigt, dass es Versuche geben wird, die Geschichte auch gegen ihn zu verwenden.

    Insofern erscheint es schon ratsam den Sachverhalt im Detail aufzurollen (wie es die taz getan hat), um zu zeigen, um was bei dieser so genannten „Fahrerflucht“ eigentlich geht. Nämlich nur um eine völlig triviale Geschichte mit einer eigentlich völlig überflüssigen Anzeige.

  3. Tutnichts Zursache Says:

    Ich schmeiß mich weg. Grottian ist einer von den Guten, keine Frage, aber aus falsch verstandener Solidarität hier die Geschichte dermaßen herunterzuspielen, da gehört schon was zu. Das Auto wurde nur „touchiert“, soso. Und dass er „in Flensburg schon ein paar Punkte hat“, ja Gott, das kann ja jedem mal passieren.

    Sorry, wenn Lenzen exakt den gleichen Mist gebaut hätte, dann wären hier noch ganz andere Fässer aufgemacht worden. Dann hätte man erstmal überlegen müssen, ob die Benutzung dieses beweglichen Klimakillers nicht das viel größere Verbrechen ist, noch dazu wenn’s aus Bayern kommt und ihm somit eh etwas völkisches anhaftet.

  4. Niklas Says:

    || Sorry, wenn Lenzen exakt
    || den gleichen Mist gebaut
    || hätte, dann wären hier noch
    || ganz andere Fässer aufge-
    || macht worden.

    Naaaa, hier weniger, vielleicht aber beim DLFC ;-).

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