Aktionstag goes Social Networking

Inzwischen wird der Aktionstag am kommenden Donnerstag (31.01.08) überall auf dem Campus mit Flyern stark beworben. Zumindest in dieser Hinsicht sieht es so aus, als könnte die Sache ein Erfolg werden (es sieht jedenfalls besser aus, als bei der eher sparsamen und verhältnismäßig kurzfristigen Bewerbung der G8-Themenwoche im letzten Semester).

Und da ich zur Zeit ohnehin Social Network Plattformen teste, habe ich den Aufruf zum Aktionstag hier virtuell massiv verbreitet. Zumindest bei beliebten sozialen Netzwerken wie StudiVZ macht dies durchaus Sinn, weil sich hier besonders jüngere KommilitonInnen fast täglich aufhalten und über diesen virtuellen Kanal unter Umständen leichter erreicht werden können, als real über Flyer.

Falls möglich habe ich immer versucht den Aktionstag als „Event“ in das jeweilige Netzwerk einzustellen. Sofern vorhanden natürlich am besten immer im Bereich „FU Berlin“. Bei einigen Plattformen gibt es keine Event-Funktion, hier habe ich dann eine Gruppe gegründet oder einen Diskussionsbeitrag ins Board gestellt.

Leider muss man bei vielen der unten genannten Websites erst einmal Mitglied sein (eingeloggt sein), damit der Link funktioniert.

Campux
Campux.com ist eine weitere Social Network Alternative zu StudiVZ, der Dienst hat sich auf länderübergreifende Studienerfahrungen spezialisiert und versucht mit seinem Angebot besonders die – vermeintliche oder tatsächliche – Internationalität und Mobilität der modernen Studierendenschaft zu fokussieren. Für den Aktionstag habe ich hier eine eigene Gruppe eingerichtet und im Netzwerk „FU Berlin“ auch den Aufruf als Diskussionsbeitrag eingestellt.

Care2
Care2.com ist ein links-alternatives Social Network das sich besonders an die neue Bürgerrechts- und Ökologie-Bewegung in den USA richtet. Auch hier ist der Aktionstag nun mit einer eigenen Gruppe präsent.

Facebook
Facebook ist das zur Zeit am schnellsten wachsende und beliebteste Social Network im englischsprachigen Raum. Ursprünglich als reines Studierenden- und Alumni-Netzwerk gegründet ist es heute ein breiter angelegtes Social Network, das früher oder später MySpace als DAS Social Network schlecht hin ablösen wird. Ich habe hier einen Event zum Aktionstag kreiert, den Aufruf aber auch in der FU Berlin- und der OSI-Gruppe platziert.

Kaioo
Als gemeinnütziges Non-Profit-Unternehmen versteht sich Kaioo als Gegenentwurf zu rein kommerziellen Anbietern wie StudiVZ (ausführlich siehe „Kaioo als Alternative zu StudiVZ?“). Auch hier habe ich eine Group extra für den Aktionstag gegründet und den Aufruf auch in bereits bestehenden Gruppen gepostet.

Lokalisten
Lokalisten.de ist ein allgemeines Social Network das sich besonders auf die regionale Vernetzung seiner Nutzer konzentriert, es geht hier also besonders um die reale, geographische Nähe in der die Mitglieder zueinander leben. Das von mir eingestellte Event wurde allerdings inzwischen schon wieder gelöscht, da grundsätzlich keine Events beworben werden dürfen, die etwas mit „Sex, Gewalt oder Politik“ zu tun haben. Beeindruckend wie selbstverständlich hier „Politik“ in diese Reihe aufgenommen wird…

MySpace
MySpace.com ist sozusagen die „Mutter aller Social Networks“ (im Kontext von Web 2.0), bei dem es ursprünglich hauptsächlich um Musik und Bands ging. Diesen Schwerpunkt hat MySpace auch heute noch, es ist aber natürlich längst ein viel allgemeineres Social Network geworden. Auch hier habe ich für den Aktionstag ein Event reingestellt.

StudiVZ
StudiVZ ist inzwischen so etwas wie der „Bad Boy“ unter den deutschsprachigen Social Networks. Doch trotz Skandalen und Negativ-Schlagzeilen ist es unter Studierenden im deutschsprachigen Raum nach wie vor die mit Abstand beliebteste Plattform zur Kommunikation und Vernetzung. Events kann man keine generieren, ich habe daher für den Aktionstag eine Group eingerichtet und den Aufruf dann auch noch in die Diskussionsboards von diversen anderen Groups eingestellt.

Xing
Xing.com (sprich: Crossing), ehemals OpenBC, ist das in Deutschland (und inzwischen vermutlich auch in Kontinentaleuropa) am stärksten frequentierte Karrierenetzwerk. Eine eigene Gruppe kann man hier ohne Premium-Mitgliedschaft nicht einrichten, ich habe den Auruf daher in das Diskussionsboard „Familien- und Bildungspolitik“ der Gruppe „Politik“ gepostet. Ob es sich da hält ohne gelöscht zu werden wird sich noch zeigen, denn eigentlich wird dort nur Schulpolitik, nicht aber Hochschulpolitik diskutiert. Zudem ist „Werbung“ untersagt, wobei unklar ist, ob sich das auf rein kommerzielle Werbung beschränkt oder auch „Werbung“ für eine politische Veranstaltung meint.

Ich bin nach wie vor skeptisch, was den Erfolg dieses Aktionstages angeht; was dabei wirklich rumkommen soll. Allerdings ist er ja nun mal beschlossen und die Missstände gegen die er sich richtet sind vorhanden. Von daher erscheint es mir richtig, die Mobilisierung weiter voran zu treiben und zu versuchen für diesen Aktionstag auch über virtuelle Kanäle Aufmerksamkeit zu erzeugen. Man sollte der Idee eines solchen Aktionstages zumindest eine Chance geben.

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6 Antworten to “Aktionstag goes Social Networking”

  1. kaulilaoa Says:

    Als mensch, die den Aktionstag wichtig findet, kann ich dir nur sehr danken, denn gerade den Linken an der FU scheint es immer schwer zu fallen, Werbung im StudiVZ. usw., zu machen.
    Super!

  2. Mich Says:

    Um wirklich viele Leute zu erreichen, solltest Du vllt aber auch deine Moderatorenfunktion (in StudiVZ zumindest) wahrnehmen, und „Leute einladen“. Am besten so viele wie möglich, also alle 20,000 oder so registrierte FUler, oder einigermaßen gezielt Leute in Gruppen von (hoschul)politisch Interessierten an der FU.

  3. kaulilaoa Says:

    Jo,
    da ich selbst die ganzen Portale nicht nutze, es ist schon verwunderlich, dass ich hier auf nem Blog etwas schreibe, würde mich interessieren, wie dieses „Experiment“ Aktionstag goes Social Networking innerhalb dieser Netzwerke bislang funktioniert. Treten Leute bei, wird diskutiert, diffamiert?

  4. Niklas Says:

    @Mich:

    Wichtig ist, dass die Leute den Aufruf zur Kenntnis nehmen, nicht dass sie zwangsläufig der Aktionstag-Gruppe beitreten. Von daher habe ich mich hauptsächlich darauf konzentriert, den Aufuruf in den Diskussionsboards anderer FU-Gruppen zu posten. Eine eigene Gruppe für den Aktionstag war eher ein Nebending.

    Das Problem ist zudem, dass man ja keine kollektive Einladung an eine andere Gruppe aussprechen kann, sondern nur an Einzelpersonen. Man müsste also zig Einladungen an zig Personen senden, was ausgesprochen aufwendig ist (wenn man z.B. wirklich „20.000“ einladen will).

  5. Mich Says:

    Die meisten Leute halten sich allerdings nicht in Gruppen auf bzw. verfolgen nicht die Diskussionsbeiträge in den Gruppen. Vielmehr dienen die Gruppen bei StudiVZ als eine Art Aushängeschild für die eigene Persönlichkeit, weil sie nunmal ziemlich prominent sind; und ich denke, dass Leute eher in Gruppen ihrer Freunde rumstöbern als in den Gruppen selbst. Wenn sie selbst eingeladen werden, sind sie auf jeden Fall damit konfrontiert – und durch den Schneeball-Effekt (bspw. auch dadurch, alle Leute zum Moderator machen) wüssten eideutig mehr Leute davon überhaupt bescheid. Maybe not 20,000 (sorry lese nunmal eher Englische Sachen, da wird man leicht verwirrt), aber immerhin mehr.
    Siehe dazu auch http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,528830,00.html

    Aber nunja, mach wie Du denkst, am Donnerstag kannst Du ja die Ergebnisse deines Tests dann daran überprüfen wieviele Leute kommen…

  6. Niklas Says:

    @Mich:

    Sorry, der Spamfilter hatte deinen Kommentar aufgefressen.

    Mein Argument war, dass es sehr aufwendig wäre, die Personen alle einzeln einzuladen (und so etwas wie eine „Masseneinladungs“-Funktion gibt es ja nicht).

    Man müsste also jedes potentielle neue Mitglied einzeln einladen und weil das bei einer größeren Menge sehr aufwendig wäre, müsste man sich auf einen bestimmten Personenkreis beschränken, also schon wissen, wer für die Idee eines Aktionstages theoretisch offen sein könnte und bisher davon noch nichts weiß.

    Dann könnte man den Leuten per StudiVZ-Nachrichtensystem aber auch gleich direkt eine Mitteilung mit dem Link zum Aktionstag-Blog zukommen lassen (mit der Bitte um Weiterleitung der Nachricht; solche Kettenmails bilden das (oft häßliche) Rückgrat von z.B. MySpace), da braucht es die Gruppe nicht.

    Der beschriebene Schneeball-Effekt, dass ein Nutzer gerne Mitglied einer Gruppe werden will, die er im Profil eines Bekannten entdeckt hat, bräuchte vermutlich deutlich mehr Zeit.

    Ich gebe Dir aber recht, dass die meisten StudiVZ-Nutzer sich eher die Gruppen-Namen im Profil eines Freundes durchlesen, als z.B. die Diskussionen in den Gruppen selbst. Was ich ehrlich gesagt auch für eine Unsitte halte und was die Oberflächlichkeit dieser Plattform unterstreicht (aber das nur am Rande).

    Die „Group“ habe ich nur gegründet, weil es bei StudiVZ im Gegensatz zu z.B. Facebook keine „Event“-Funktion gibt, auf das man aufmerksamen machen kann und das dann im Kalender auftaucht. Das jemand durch crawlen auf die Group stößt ist zugegebnermaßen unwahrscheinlich.

    Bei den Diskussionsboards in anderen Gruppen (wo ich den Aufruf auch gepostet habe) bin ich etwas zuversichtlicher, ich bekomme z.B. jedes Mal einen Email-Hinweis, wenn jemand sich in einer Gruppe in der ich Mitglied bin in einem Diskussionsthread geäußert hat; und das ist ja offenbar die Default-Einstellung.

    Wenn XYZ also Mitglied in der Gruppe „FU Berlin“ ist und ich dort den Aufruf poste, erhält XYZ eine Email in der steht, dass im Board der „FU Berlin“ Gruppe ein neuer Beitrag erschienen ist. Da in der „FU Berlin“ Gruppe nicht permanent was gepostet wird, ist das Interesse von XYZ hoffentlich geweckt und er loggt sich bei StudiVZ ein um zu gucken, um was genau es da geht.

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