Protestbrief an Vizepräsidentin wegen Bibliotheksskandal

Die FSI OSI hat im Dezember letzten Jahres in ihrem Blog einen Protestbrief an die FU-Vizepräsidentin Lehmkuhl wegen des Bibliotheksskandals (siehe „Der Bücher-Bestand im FB PolSoz soll bis 2020 halbiert werden“) veröffentlicht, mit der Aufforderung an die Studierenden, diesen oder einen ähnlichen ebenfalls an die Vizepräsidentin zu senden.

Dass sich Prof. Lehmkuhl oder irgend ein anderes Präsidiumsmitglied von einem solchen Protestbrief beeindrucken lässt, ist natürlich äußerst unwahrscheinlich. Lesenswert ist der Brief trotzdem, zeigt er doch die Absurditäten rund um diesen Skandal auf. Ein Auszug:

„Nur: was nützt mir eine tolle Internet-Multimedia-Arbeitsstation, wenn ich meine Literatur nicht kriege? Was nutzen mir verlängerte Öffnungszeiten, wenn die letzte U-Bahn nach Dahlem um Mitternacht fährt? Sollen die StudentInnen in der neuen Bibliothek übernachten? Wie kann es ausserdem sein, dass eine für FÜNFZEHN MILLIONEN Euro frisch ausgebaute Bibliothek, die die Literatur eines ganzen Fachbereichs beherbergen soll, für eben diese Literatur nicht genügend Platz hat? Aber vielleicht würde ein zu großes Magazin ja das Design stören, dem nächsten Stararchitekten an der FU unnötig Freiheiten bei der Gestaltung nehmen oder schlicht und einfach später zu viel Geld kosten – das musste ja schließlich schon für den Bau ausgegeben werden.

Das Präsidium begründet die Maßnahme unter anderem damit, dass in der OSI-Bibliothek zu wenig Platz sei. Wissen Sie auch wieso? Mit Sicherheit! Es handelt sich schließlich um ein vom Präsidium hausgemachtes Problem, nämlich die Umwidmung der Gebäude des Ethnologischen Instituts zu einer Privat-Uni in einer Public-Private-Partnership mit dem Klett-Verlag. Noch eine Maßnahme, über die die Betroffenen erst informiert wurden, als die Entscheidung bereits gefällt war. Nicht zuletzt durch die Aufnahme der Bücher aus der Ethnologischen Bibliothek herrscht jetzt Platznot am OSI. Ein durch autokratische Maßnahmen selbst geschaffenes Problem soll also durch eine weitere autokratische Maßnahme behoben, beziehungsweise, objektiv betrachtet, noch weiter verschärft werden.

Ein Vorschlag zum Schluss: das Präsidium wendet sich wieder der ursprünglichen Planung zu, die eine Sanierung der UB für sechs Millionen und eine Vergrößerung und Sanierung der OSI-Bibliothek für weitere sechs Millionen Euro vorsah. Das spart noch dazu drei Millionen Euro, die beispielsweise für die schon lange ausstehende Berufung einer Professur ‚Politische Ideengeschichte‘ ausgegeben werden könnten. Oder für neue Bücher. Oder dafür, das gesamte Präsidium in den Ruhezustand zu schicken.“ („Brief an Vizepräsidentin Lehmkuhl“, FSI OSI Blog, 20.12.07)

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