Zielvereinbarung zwischen OSI und Präsidium

Wie angekündigt wurde am 07.11. im Institutsrat des OSI debattiert, wie die noch in diesem November zu treffenden Zielvereinbarungen des OSIs mit dem Präsidium bezüglich Schwerpunktsetzung in der Forschung und Gestaltung der Lehre für die nächsten zwei Jahre ausssehen könnten.

Konkrete Ergebnisse der Debatte liegen FUwatch noch nicht vor, sowohl Dozierende als auch engagierte Studierende haben jedoch bereits im Vorfeld jeweils ein Diskussionspapier veröffentlicht:

Im Papier des OSI (der „Dozierenden“) werden zunächst die verschiedenen Arbeitsbereiche und deren tatsächliche oder vermeintliche zentrale Rolle in der Forschung aufgelistet. Als weiteres wichtiges Politikfeld soll hier zukünftig die Umweltpolitik stärker fokussiert werden.

„Ergänzend wird vorgeschlagen, die Expertise in (1) Globalisierung, (2) Regionalforschung und (3) politischer Theorie durch eine weitere thematische Profilierung in (einem) zentralen Politikfeld(ern) auszuschöpfen. Hierzu bietet sich das Politikfeld Energie, Umwelt und nachhaltige Entwicklung beispielhaft an, auf die insbesondere die regionale Expertise (etwa Vorderer Orient, Lateinamerika, kaspische Region) bezogen und Forschungssynergien entwickelt werden können.“ (Positionspapier des OSI)

Da die Lücke im Bereich „Politisches System der BRD“ momentan besonders eklatant zu sein scheint, soll diese Stelle zuerst ausgeschrieben werden und dafür die Neuausschreibung der Stelle „Politische Theorie und Ideengeschichte“ zurückgestellt werden. Die „Politische Theorie“ soll bis dahin durch Jun.-Prof. Ladwig und durch Lehraufträge ausgefüllt werden. Das studentische Papier verzichtet auf diese zeitliche Differenzierung, offensichtlich will man hier beide Stelle nicht nacheinander sondern wenn möglich parallel besetzen.

Während das studentische Papier eine eigene Gender-Professur fordert, ist im „offiziellen“ OSI-Vorschlag nur die Rede davon die Stelle „Rechtliche Grundlagen der Politik, Gender und Diversity“ zu erhalten. Dafür verweist das OSI-Papier auf die Notwendigkeit des Abbaus von Desideraten in der Afrikaforschung, die im studentischen Papier nicht explizit genannt wird.

Beide Papiere fordern einen Ausbau der Lehre, während die studentische Seite Lecturer-Stellen kategorisch ablehnt (mit dem Hinweis auf die damit einhergehende Verschulung) können sich die Dozierenden die Beteiligung des OSI am Lecturer-Programm durchaus vorstellen, wenn eine „Zweiklassenstruktur“ vermieden wird. Das offizielle Papier geht zudem auf das Problem der Kapazitätsverordnung ein, ein wichtiger Punkt, der im studentischen Papier leider nicht angeschnitten wird. Im OSI-Papier heißt es:

„Um dies zu vermeiden, muss die Kapazitätsverordnung geändert werden. Solange dies nicht politisch durchgesetzt ist, müssen die Wirkungen der Kapazitätsverordnung abgemildert werden: durch Vorhalten von Lehrkräften zum Krisenmanagement bei Überfüllung (Lehrbeauftragtenpool), durch wissenschaftliche Tutorien (von Promotion Stipendiaten und Promovierenden), ggf. durch Beteiligung des Otto-Suhr-Instituts am Lecturer-Programm, wenn eine Zweiklassenstruktur vermieden wird; Die Lehrplankoordination muss weiter optimiert werden: durch den Einsatz dazu qualifizierter Kräfte“ (Positionspapier des OSI)

Beiden Fraktionen stimmen an verschiedenen Punkten darin überein, dass zeitlich befristete Stellen entfristet werden sollten.

Das „offizielle“ OSI-Papier ist natürlich wesentlich ausführlicher als der studentische Diskussionsentwurf, dafür enthält letzterer einige wichtige Punkte, die beim OSI-Papier außen vorgeblieben sind, etwa dass die Arbeit von Institutsverwaltung und Institutsgremien transparenter gestaltet werden sollte.

Obwohl keines der beiden Papiere verbindlich ist, es hier lediglich um Diskussionsansätze geht, ist die Lektüre doch empfehlenswert. Der/die LeserIn bekommt einen guten Überblick, wo das OSI zur Zeit steht, wo es sich hinbewegen könnte, wo es seine Stärken hat und wo Defizite festzustellen sind.

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2 Antworten to “Zielvereinbarung zwischen OSI und Präsidium”

  1. Yo Says:

    Zur erinnerung: Die professur politische theorie (oder philosophie) und ideengeschichte war schon ausgeschrieben und es wurde vom fachbereichsrat ein berufungsvorschlag formal korrekt an das präsidium geleitet, den dieses ablehnte.
    Lasst euch nich ewig vertrösten!

  2. Wolf Dermann Says:

    Mein Problem mit diesen Papieren (als Publizistik-Student): Während bei uns nur die Hälfte aller 8 Plan-Professuren besetzt sind, wird am OSI schon festgestellt, welche OSI-Professuren vom Dekanat zur dringenden Nachbesetzung durchgekämpft werden sollen. Ich würde mich freuen, wenn man sich bis zum nächsten Fachbereichsrat diesmal darauf einigen würde, dass freiwerdende Stellen erstmal in die Wiederbesetzung der Publizistik, dann den weiteren Erhalt der ganz kleinen Fächer Soziologie und Ethnologie fließen sollten und erst dann das größte Institut am Fachbereich, das einzelne Leerstellen noch am besten verkraften kann, voll Wiederbesetzt werden sollte.
    Sicherlich hätten wir alles gerne gleichzeitig, da uns der Senat aber nicht das Geld gibt, zwischenzeitlich Überbesetzung zu fahren, geht das leider nicht und wir müssen uns auf eine Prioritätenliste für die Nachbesetzungen am FB einigen. Und die darf diesmal nicht wieder den Machtverhältnissen am FB folgen, sondern muss sich an Notwendigkeiten orientieren.

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