AStA-TU-Druckerei nun doch abtransportiert – und verschwunden

Wie das „Breite Linke Bündnis“ meldet, wurde heute Vormittag der Abtransport der Druckerei des AStA TU vollzogen. Verantwortlich soll nach Angaben des Bündnis‘ der immer noch amtierende, RCDS-dominierte, alte AStA sein.

Jedoch ist zur Stunde noch unklar, ob das so stimmt und wo die Druckerei abgeblieben ist. Der eigentliche Käufer, die ReproBerlin GmbH, zeigte sich nach Informationen des „Breiten Linken Bündnis“ überrascht, hier scheint die Druckerei also nicht gelandet zu sein. Vom RCDS liegt zum Sachverhalt noch keine Stellungnahme vor.

Eigentlich schien die AStA-Druckerei schon so gut wie gerettet, da sich die ReproBerlin GmbH nach Informationen der taz vom Kauf distanzierte (siehe auch „TU-Druckerei scheint gerettet / Bündnis wirft RCDS Verzögerungstaktik vor“). Vorausgegangen war der Eskalation ein monatelanges Gezerre um den Verkauf der Druckerei (siehe „Die Schlacht um die AStA-TU-Druckerei“).

Update 14:45 Uhr

Auf dem AStA FU Blog wurde eine Pressemitteilung des RefRat HU veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die Druckerei nicht heute, sondern bereits gestern abtransportiert worden sei. ReproBerlin erklärte wie berichtet für den Abbau der Druckerei nicht verantwortlich zu sein. Demgegenüber heißt es in der Pressemitteilung des RefRat HU aber weiter, es sei ein Studierender Vorort gewesen, der beim Abtransport einen Mann als Mitarbeiter von ReproBerlin wiedererkannt haben will.

Update 20:12 Uhr

Bei openPR.de ist eine auf 17:32 Uhr datierende Pressemitteilung des „Katholischen Studentenvereins Askania-Burgundia Berlin“ (KV) zu finden, in der es heißt, beim Versuch des Abtransports sei es zunächst zu einer Schlägerei gekommen, so dass die Sache zwischenzeitlich abgebrochen werden musste. Weiter heißt es jedoch: „Die herbeigerufene Polizei begann Ermittlungen gegen die Schläger. Daraufhin konnte der Abtransport ungehindert fortgesetzt werden.“ Demnach wurde die Druckerei also „offiziell“ abtransportiert (?).

Die Askania-Burgundia stellt sich auf die Seite des alten, RCDS-dominierten AStA, wie auch die Pressemitteilung deutlich macht. Sollte die Druckerei aber tatsächlich wie in der Pressemitteilung beschrieben abtransportiert worden sein, dann hat die ReproBerlin GmbH sie durch eine Speditionsfirma abholen lassen. Denn in der Pressemitteilung heißt es klar, der „neue Besitzer“ hätte die Speditionsfirma beauftragt.

Update 02:34 Uhr, 01.08.07

Die taz bringt in ihrer heutigen Ausgabe einen knappen Artikel zum Thema. Dort findet sich aber auch nichts Neues, nur dass der Geschäftsführer der ReproBerlin GmbH wie schon mehrfach ausgeführt jegliche Beteiligung am Abstransport bestreitet. Betont wird, nur der AStA TU besitze die Schlüssel zu den Räumlichkeiten in denen sich die Druckmaschinen befanden. Was noch einmal impliziert, dass der alte, RCDS-dominierte AStA in den Abtransport involviert gewesen sein muss, da irgend jemand den Transporteuren ja den Zugang gewährt haben muss.

Update 16:49 Uhr, 01.08.07

Der Kommilitone Björn Kietzmann hat bereits gestern einen Artikel im „Neuen Deutschland“ veröffentlicht, der leider nicht online zugänglich ist, den er aber dankenswerterweise unten als Kommentar gepostet hat.

Demnach ist der Verkauf der Druckmaschinen an die ReproBerlin GmbH tatsächlich vollzogen worden (gleichwohl man bei Repro wie berichtet abstreitet, etwas mit dem Abtransport zu tun zu haben), endgültige Gewissheit besteht aber immer noch nicht. Auch die körperliche Auseinandersetzung zu der es gekommen ist, liest sich anders als in der oben schon erwähnten Pressemitteilung des „Katholischen Studentenvereins Askania-Burgundia Berlin“.

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6 Antworten to “AStA-TU-Druckerei nun doch abtransportiert – und verschwunden”

  1. AStA TU Druckerei abgebaut | Fachschaftsini Geschichte FU Says:

    […] verschiedene Blogs heute meldeten, wurde mittlerweile die Druckerei des AStA TU abtransportiert. Der rechtskonservative TU-AStA hat […]

  2. Björn Says:

    Wirbel um Verkauf – Studentische Druckerei der TU Abtransportiert

    Der Verkauf der studentischen Druckerei der Technischen Universität Berlin an die Firma ReproBerlin GmbH scheint vollzogen worden zu sein. Am gestrigen Montag wurden die tonnenschweren Druckmaschinen aus den AStA Villa abtransportiert. Damit hat der bei der letzten Wahl zum Studierendenparlament deutlich abgewählte, aber noch amtierende Rechts-AStA in letzter Minute Fakten geschaffen.

    Als sich Christian Elias vom Breiten Linken Bündnis in Begleitung eines freien Journalisten einen Überblick über den Abtransport verschaffen wollte, eskalierte die Situation. Ein Mann, der von Anwesenden als Mitarbeiter von ReproBerlin erkannt wurde, forderte die Beiden auf, die Räumlichkeiten zu verlassen. Auf die Nachfrage, mit wem sie es zu tun hätten, reagierte der circa 40 Jahre alte Mann aggressiv und griff anschließend Christian an. Der Journalist forderte den ReproBerlin Mitarbeiter auf, sich zurückzuhalten, anderenfalls würde er die Polizei rufen. Es folgte ein weiter Angriff, diesmal auf den Journalisten. Dessen Arm wurde umgedreht und sein Handy entwendet.

    Dem Journalisten gelang es die Villa zu verlassen und die Polizei zu alarmieren. Als diese eintraf hatte sich die Situation einigermaßen beruhigt. Die Polizei nahm Anzeigen wegen Körperverletzung und dem Diebstahl des Mobiltelefons auf. Daneben steht der Vorwurf des Hausfriedensbruchs im Raum. Dies dürfte aber unhaltbar sein, da niemand, der sich als Inhaber des Hausrechtes zu erkennen gab, die Beiden der öffentlichen AStA Räumlichkeiten verwies.

    “Ich bin entsetzt, dass ich als TU Studierender mit Gewalt aus den studentischen Räumen der TU geworfen wurde. Bei dieser Praxis ist es verwunderlich, dass die Konservativen lediglich auf 16 Sitze von zuvor über 30 eingebrochen sind und an der Urne nicht stärker abgestraft wurden“, empört sich Christian Elias dem ND gegenüber.

    Der Verkauf der studentischen Druckerei hatte in den letzten Wochen für einigen Wirbel gesorgt. Der Versuch die Druckerei am 10. Juli abzutransportieren wurde durch Blockaden von anwesenden Studierenden verhindert. Eine Woche später erklärte der ReproBerlin-Geschäftsführer Yacob Yacob von dem Kaufvertrag zurückzutreten: “Ich möchte auf keinen Fall in die Presseöffentlichkeit (..) als ein Ladenbesitzer, der zwischen die politischen Fronten innerhalb der TU gezogen wurde“. Kritik am Druckereiverkauf gab es auch außerhalb der TU, so erklärte etwa der Politikwissenschafter Peter Grottian, dass auch der RCDS zur Kenntnis nehmen, sollte, dass er abgewählte wurde, wenn “er nicht den Rahmen des Demokratischen verlassen wolle“

    Veröffentlicht im ND, 31.07.2007.

  3. Herrfischer Says:

    Der Tag, an dem die Asta-Brauerei verschwand

    Zurück aus dem Urlaub werde ich sogleich mit einem Artikel auf Spiegel Online konfrontiert (danke Ronny für den Hinweis), der über den neusten Polit-Streit aus den Sphären der Berliner Asten berichtet. Gehen tut es einmal wieder um was weiss ich, i…

  4. Gegen-AStA an der TU gebildet / Durchbruch für heute erwartet « FUwatch Says:

    […] Die Querelen an der TU aus dem letzten Sommersemster (siehe FUwatch vom 16.07.07, 24.07.07 und 31.07.07) finden auch im neuen Semester kein Ende. Nach wie vor blockiert der alte, abgewählte […]

  5. Druckerpressen zu Kindergärten « FUwatch Says:

    […] eines vom RCDS dominierten AStA im Jahr 2007 trotz diverser Gegenwehrversuche verkauft wurde (siehe AStA-TU-Druckerei nun doch abtransportiert – und verschwunden”), ist die Druckerei des AStA FU die letzte in studentischer Hand verbliebene in Berlin. Der Wegfall […]

  6. Celine Says:

    Ist doch klar… Durch den diktierten Preisverfall von Druckereien wie wir-machen-druck.de, meindruckportal, diedruckerei, etc. wäre es kalkulatorisch unklug, eine eigene, kleine Druckerei zu betreiben… glg

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