Keine Teilnehmer-Beschränkung in den nächsten zwei Semestern

Wie Dennis Olsen (FSI OSI) im osi-protest-Verteiler berichtet, wird es zumindest in den zwei kommenden Semestern keine Teilnehmer-Beschränkungen am OSI geben. Darauf haben sich Studierende und Dozierende auf dem letzten offenen Arbeitstreffen am Freitag geeinigt.

Vorausgegangen war dieser Einigung eine teilweise recht heftig geführte Auseinandersetzung (siehe hier und hier) zwischen einer Gruppe Dozierender im Mittelbau auf Qualifikationsstellen, die für ihre Lehrveranstaltungen Teilnehmer-Beschränkungen durchsetzen wollten und dafür ein 7-Punkte-Programm ausgearbeitet hatten, und OSI-Studierenden die diesem Programm ablehnend gegenüber standen.

Statt dem 7-Punkte-Programm (das leider nicht online verfügbar ist) einigte man sich nun auf ein alternatives 5-Punkte-Programm, welches keine Teilnehmer-Beschränkungen mehr vorsieht, stattdessen aber folgende Lösungsansätze bietet:

  1. „Kurzfristig erhalten WiMis, deren Seminare eine Teilnehmerzahl von 70 überschreiten, die Möglichkeit in Absprache mit dem Geschäftsführenden Direktor (GD) und der Studiendekanin ihr Seminar zu teilen. Das damit zusätzlich erhaltene Lehrdeputat wird ihnen zu 100% angerechnet. Sie müssen also im darauf folgenden Semester keine oder weniger Lehrveranstaltungen anbieten. Die daraus entstandenen Lücken müssen anderweitig (durch Profs. oder Lehraufträge) geschlossen werden.
  2. So genannte indirekte Teilnahmebegrenzungen (Motivationsschreiben, Leistungsanforderungen, die über die für eine aktive Teilnahme nötigen hinausgehen, usw.) müssen in Zukunft verhindert werden. Hierzu wird eine Ombudsgruppe, bestehend aus Prof. Hajo Funke, Marianne Beisheim und einer/m Studierenden gegründet. Diese Gruppe soll Beschwerden bezüglich indirekter Teilnahmebegrenzungen entgegennehmen und die betroffenen Dozierenden darauf ansprechen bzw. konkrete Maßnahmen zur Unterlassung treffen.
  3. Der GD führt Gespräche mit der Politikwissenschaft an der TU, deren Angebot bisher nur wenig von TU-Studierenden genutzt wird. Es sollen hier Regelungen gefunden werden, die es OSI-Studierenden ermöglichen auch Veranstaltungen an der TU zu besuchen, ohne dass dies einer der beiden Unis schadet oder Ausschlag auf die Kapazitätsberechnung hat. Das Angebot an der TU ist sehr gut und wäre eine große Bereicherung als auch Entlastung für das OSI. Genaueres wird bis Ende August erwartet.
  4. In Zukunft sollen besonders neuralgische Bereiche (IB, Theorie, K-HS) durch die Sicherung und den Ausbau von Lehraufträgen gestärkt werden. Auch hier ist auf das Kapazitätsproblem zu achten. Konkret sollen in Zukunft die Teilnahmezahlen besser ausgewertet werden, um eine effektive Lehrplanung zu ermöglichen.
  5. Evaluierung muss gestärkt werden. Zum Beispiel durch die Wiedereinführung der Evaluationsbögen. Somit könnten für kommende Semester Teilnahmeprognosen getroffen werden, um somit wiederum besser terminlich und angebotsseitig planen zu können.“

Ein sehr lobenswertes Programm, ob es auch funktioniert, wird die Zukunft zeigen. Sollte sich nach zwei Semestern heraussstellen, dass sich an der Situation nichts geändert hat, wird die Teilnehmer-Beschränkung erneut zur Diskussion gebracht.

Als besonders brisant dürfte sich vermutlich der zweite Punkte herausstellen. Etliche Dozierende greifen schon seit langem auf diese Methoden der so genannten „indirekte Teilnahmebegrenzungen“ zurück und es ist fraglich, ob sie sich im Zweifelsfall durch eine Ombudsgruppe davon abbringen lassen werden.

Anzunehmen ist, dass sie argumentieren werden, dass die Zusatzleistungen nichts mit einer „indirekte Teilnahmebegrenzungen“ zu tun haben und dass sie sich auf das Recht der freien Gestaltung ihrer Lehre berufen werden. Der Ansatz hier endlich mal etwas Druck gegen den „Exzerpte-Wahn“ aufzubauen ist aber sicherlich trotzdem richtig. Immerhn ist hier auch von „konkreten Maßnahmen“ die Rede, falls der/die Dozierende sich nicht einsichtig zeigt.

Zunächst muss jedoch erst einmal der Institutsrat das 5-Punkte-Programm absegnen, was jedoch als wahrscheinlich gilt.

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