Exzellenz-Gegnern ging Begehung des JFKI durch die Lappen

Wie Prof. Harders vor einigen Tagen berichtete, hat es am Montag, den 18.06.07, eine erfolgreiche Exzellenz-Begehung des John-F.-Kennedy-Instituts (JFKI) gegeben.

Die Gegner der Begehungen konzentrierten ihren Widerstand an diesem Tag auf die Philologische Bibliothek (siehe „Begehung der Philologischen Bibliothek laut AStA wegen Protestankündigung abgesagt“). Die Begehung des JFKIs verlief dagegen angeblich reibungslos, entweder hatten die Protestierenden nicht genug Leute für Aktionen an zwei Orten zugleich oder sie wussten einfach nichts von der JFKI-Begehung.

Prof. Harders berichtete euphorisch von einer prüfungsähnlichen Situation, wenn man vor den Gutachtern sein Projekt vorstellt. Sie schwärmte von den Möglichkeiten, die sich für ihre Arbeitsstelle (Politik des Vorderen Orients) ergeben würde, bekäme ihr Konzept einen Exzellenzzuschlag (es ging soweit ich mich erinnere um ein Co-Projekt, an dem auch noch andere Stellen beteiligt sind).

Unterdessen kann man in einem Artikel bei Spiegel Online nachlesen, dass sich nicht nur die FU hübsch herausputzt wenn die Exzellenz-Gutachter anrücken:

„Was sie [die Gutachter, Anm. FUwatch] dort vorgesetzt bekamen, war weder Normalität noch Zufall, sondern Teil der generalstabsmäßig geplanten Dramaturgie des Exzellenz-Castings. Zwar geht es eigentlich nur um Forschungskonzepte, doch die Entscheider von 100 Millionen Euro für eine Gewinner-Uni schauen sich gern genau um. Um bei der B-Note zu punkten, setzte man in Konstanz alles daran, um der Uni ein elitewürdiges Facelifting zu verpassen.

(…) An der Freien Universität (FU) Berlin berichten Studenten, dass selbst entlegene Winkel der Uni, die sonst nicht gereinigt werden, akribisch poliert wurden. Frisch geweißt wurden auch Teile des Mensa-Foyers und die sanitären Anlagen. Wo sonst ganze Poesiealben von Studiweisheiten gesammelt wurden, glänzte die WC-Fassade weiß. Nur ein Spruch war an der Toilettentür des Friedrich-Meinecke-Instituts zu finden: ‚Schön sauber soll es sein. Schön teuer wird es werden. Gegen ein System, in dem oberflächliche Sauberkeit und Ordnung wichtigster Wert ist.‘

Der FU-Asta ist vor allem über den Umgang der Unileitung mit den Studenten verärgert. Besonders auffällig sei die massive Präsenz von Sicherheitspersonal gewesen, sagt Öffentlichkeitsreferent Björn Kietzmann. ‚Der Gutachter-Rundgang wurde von der Polizei geschützt, weil im Vorfeld Hinweise vorlagen, dass das Treffen gestört werden könnte‘, erklärt Polizeisprecherin Miriam Tauchmann. Unklar ist, ob damit der Aufruf des Berliner Bündnisses für Freie Bildung gemeint war. Die Exzellenz-Gegner hatten dazu aufgerufen, die weiße Weste der Universität mit ‚Kreativ-Kram‘ wie ‚Gemüseresten, Farben, Hundescheiße oder Kostümen‘ einzufärben.“ (Spiegel Online, 02.07.07)

Insofern kann man die Konfetti-Aktion der Exzellenz-Gegner an der FU als Erfolg werten, wurde doch so der Versuch durchkreuzt, die FU in einem künstlichen Saubermann-Image erscheinen zu lassen und eine Begehung verunmöglicht. Was aber eben nicht überall gegriffen hat, wie das beschriebene JFKI-Beispiel deutlich macht.

Welche Uni nun tatsächlich in der nächsten Exzellenz-Runde dabei ist, entscheidet sich am 19. Oktober.

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3 Antworten to “Exzellenz-Gegnern ging Begehung des JFKI durch die Lappen”

  1. Dennis Olsen Says:

    Ich mag ja fast nicht glauben, dass Cilja Harders euphorisch über eine Exzellenzbegehung spricht, wo hast du das her?

  2. Niklas Says:

    Es war der 25.6., sie kam zu spät und erklärte diese Verspätung und ihr Fehlen (durch Vertretung kompensiert) in der vorherigen Woche (18.6.) mit ihrem Engagement für einen Exzellenzzuschlag.

    Die JFKI-Begehung erwähnte sie nur am Rande, die Euphorie bezog sich auf den inhaltlichen Teil der Exzellenzinitiative (welche Chancen sie böte, wie aufregend das sei vor den Gutachtern zu reden, usw.). Ihr Statement war schon sehr deutlich als Pro-Initiative zu verstehen.

    Zu differenzieren ist aber sicherlich zwischen der Begehung (18.6.), die für sie nicht sooooo wichtig gewesen zu sein schien (zumindest erzählte sie hier nichts weiter), und dem Vortrag vor den Gutachtern (25.6.), den sie kurz vor dem Seminar gehalten hatte und der sie sichtlich aufgeputscht zu haben schien.

  3. Herrfischer a. d. F.U.B. Says:

    […] Niklas für den Hinweis! Artikel drucken July 8, 2007. FU. No Comments.Copyright: Creative […]

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