„Studierbarkeits“-Umfrage nun auch an der FU

Wie berichtet, soll an der FU eine ähnliche „Studierbarkeits“-Umfrage wie unlängst an der HU durchgeführt werden. In der Pressemitteilung heißt es:

„Studierende der FU Berlin werden ab dem 04.06.2007 eine Umfrage über die Studierbarkeit der verschiedenen Studiengänge der FU durchführen. Das Augenmerk liegt vor Allem auf den neu eingeführten BA/MA-Studiengängen, aber auch die Situation in den anderen Studiengängen soll Berücksichtigung finden.

Bereits im vergangenen Jahr wurde eine vom FU-Präsidium in Auftrag gegebene Umfrage vorgestellt, welche auf Grund ihrer verhältnismäßig geringen Rücklaufquote auch von den mit der Umfrage Betrauten selbst als nur bedingt repräsentativ eingeschätzt wird. Um zu repräsentativen Aussagen zu gelangen, die Umfrage des Präsidiums zu erweitern und zu vertiefen, aber vor Allem: um von studentischer Seite auf Probleme hin zu weisen, haben sich einige Studierende der FU zusammen gefunden, um der Frage nach zu gehen:

Wie läuft eigentlich das Experiment ‚Studienreform‘?“ (Pressemitteilung der Studierbarkeits Gruppe FU, 31.05.07)

Es geht also darum, eine Alternative zur Bachelor-Umfrage des FU-Präsidiums (siehe „Ergebnisse der Bachelor-Umfrage endlich online“) zur Hand zu haben, die dann repräsentativer sein und stärker in die Tiefe gehen soll. Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Dazu wurde von Seiten der FU-Gruppe ein Fragebogen erarbeitet, der sich zu großen Teilen auf diese HU-Umfrage stützt, sie aber einerseits ergänzt und andererseits etwas kürzt.“ Das klingt nicht unbedingt danach, als wollte man ein ähnlich umfassendes Papier wie das 300 Seiten starke Ergebnis der HUler vorlegen.

Kritisch äußert sich Florian Schatz von der LHG FU zu dem Ansatz:

„Des weiteren gab es einen außerordentlichen Tagesordnungspunkt, in dem zwei Studierende einer Fachschaftsinitiative ihr Projekt vorstellte, eine Umfrage unter den Studierenden ähnlich der HU-Umfrage durchzuführen. Um möglichst viele Studierende für die Umfrage zu gewinnen, wurde die Möglichkeit erfragt, eine Email an alle Zedat-Accounts zu versenden.

Das Problem: Die Fragen der Umfrage hatten oft einen suggestiven Charakter, genauso der Klappentext, der bereits vom ‚Experiment Studienreform‘ sprach. Nicht glücklich gewählt war außerdem der Verweis auf die bisherige FU-Bachelor-Umfrage, der die Repräsentativität abgesprochen wurde. Ob eine Umfrage, die bei FSIs ausliegt und derart formuliert wurde repräsentativer sein kann, sei dahingestellt.

Leider wurde die Umfrage in dieser Form auch schon beim AStA (!) gedruckt, so dass nichts mehr zu ändern ist. Möglicherweise jedoch kann der Text für die Online-Umfrage noch geändert werden, so dass ein Versand über die Zedat-Accounts möglich bleibt. In dieser Form jedoch gab Vizepräsident Väth zu verstehen, dass das Präsidium dies ablehnen würde.“ (LHG Blog, 31.05.07)

Wenn die Fragen tatsächlich so suggestiv sind, wie Florian beschreibt, wäre das natürlich ein Problem, denn was bringt eine alternative Umfrage, deren Seriösität in Abrede gestellt werden muss? Aber nun gut, das wird sich ja dann zeigen, wenn der Bogen endgültig steht.

Die Versendung via ZEDAT-Accounts würde ein kurzfristiges Ändern in der Tat noch möglich machen (allerdings ist es jetzt wohl definitiv zu spät dafür, die Umfrage beginnt ja schon morgen und die Bögen wurden wie Florian beschreibt schon gedruckt). Inwiefern das dann repräsentativ wäre, würde der Rücklauf zeigen. Zumindest würde man mit der „ZEDAT-Methode“ wahrscheinlich mehr Studierende erreichen, als mit dem einfachen Auslegen der Fragebögen an bestimmten Punkten auf dem Campus.

Dass Vize-Präsident Väth sich gegen die Versendung über die ZEDAT ausspricht muss dagegen per se ja erst mal nichts heißen. Ob die Umfrage nun suggestiv ist oder nicht, das Präsidium kann in keinem Fall ein Interesse an einem neuen Umfrage-Ergebnis haben, dass das eigene Umfrage-Ergebnis unter Umständen unterminieren könnte. Zumindest stellt sich sicherlich die Frage, ob das „Suggestions-Argument“ vielleicht nur vorgeschoben wurde, um eine unliebsame Initiative kleinzuhalten.

Der Erhebungszeitraum reicht vom 04.06.07 (also ab morgen) bis zum 20.07.07, also bis zum Ende der Vorlesungszeit des laufenden Semesters. Die Ergebnisse sollen dann im folgenden Wintersemester 07/08 vorliegen. Erreichbar ist das Projekt angeblich unter www.fub.studierbarkeit.de, was zur Zeit aber nur auf www.refrat.hu-berlin.de umleitet. Bei Interesse ist allerdings auch eine Kontaktaufnahme über studierbarkeit.fub[at]gmx.de möglich.

Insgesamt bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich der beste Weg war, die Umfrage „Knall auf Fall“ noch in diesem Semester durchzuziehen. Unter Umständen wäre eine ausführlichere Ausarbeitung und Vorbereitung trotz der schon vorhandenen HU-Vorlage besser gewesen. Dann hätte man die Sache in Ruhe im WS 07/08 durchgezogen (inkl. einem längeren Erhebungszeitraum) und die Ergebnisse dann eben erst im SS 2008 gehabt.

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6 Antworten to “„Studierbarkeits“-Umfrage nun auch an der FU”

  1. Anja Says:

    Ich frage mich, wie überhaupt irgendeine Umfrage unter den Studierenden der FU repräsentativ sein soll. Es hat längst nicht jeder Student ein ZEDAT-Account und es gibt keine Möglichkeit, tatsächlich ALLE FU-Studierende zu kontaktieren. Und: Wer weiß eigentlich genau, wieviele Studierende die FU überhaupt hat???

    Abgesehen davon, fände ich es datenschutztechnisch sehr bedenklich, wenn die FU für die Umfrage einer politisch motiviereten Studierenden-Gruppe den gesamten Email-Datenbestand rausrückt.

  2. Niklas Says:

    || Es hat längst nicht jeder Student ein ZEDAT-Account

    Aber so gut wie jedeR, bedingt durch das Campus Management System.

    || und es gibt keine Möglichkeit, tatsächlich ALLE FU-Studierende
    || zu kontaktieren.

    Nein, das wohl in der Tat nicht, es müssen allerdings auch nicht alle teilnehmen, um Repräsentativität herzustellen.

    || Abgesehen davon, fände ich es datenschutztechnisch sehr
    || bedenklich, wenn die FU für die Umfrage einer politisch
    || motiviereten Studierenden-Gruppe den gesamten Email-
    || Datenbestand rausrückt.

    Nein, so funktioniert das ja auch nicht. Die FU-Verwaltung würde im Falle eines Falles selbst die Email im Namen der Studierenden-Gruppe herausschicken, die Gruppe als solche bekommt die Email-Adressen also nie zu Gesicht.

    Solche „Rundmails“ an alle Studierenden hat es ja schon öfter gegeben (etwa vom FU-Präsidenten während des Warnstreiks 2005 oder auch bei der letzten CeDiS-Umfrage), solange nicht wie unlängst passiert, die Email-Adressen versehentlich im Email-Header auftauchen (also nicht als BCC verschickt werden), sollte der Datenschutz hier garantiert sein.

  3. Wolf Dermann Says:

    || Nein, das wohl in der Tat nicht, es müssen allerdings auch
    || nicht alle teilnehmen, um Repräsentativität herzustellen.

    Du brauchst für Repräsentativtät ja nur sicherzustellen, dass jedes Mitglied der Grundgesamtheit mit gleicher Wahrscheinlichkeit in die Stichprobe kommt. Mit der Zahl der Befragten hat Repräsentativität nichts zu tun.

    Nur dein Standardfehler vergrößert sich bei kleinen Stichproben, im Standarderhebungsfall liegt der bekanntlich mit 95%iger Sicherheit bei „Plus-Minus Eins durch Wurzel n“. Bei ’nur‘ 100 Befragten also ’nur noch‘ bei +- 10%, was für Aussagen wie „80% der Studierenden sind mit xy unzufrieden“ vollkommen reicht – ob’s nämlich tatsächlich 70% oder 90% sind, macht den Kohl ja nicht mehr fett.

    Zur Sicherstellung der Repräsentativität reichte eine Mail an die ZEDAT-Accounts alleine schon aus, wenn man nur unsere BA-Studis erreichen wollte, die praktisch alle eine haben und dort auch immer regelmäßig draufgucken sollen, wie sie immer wieder ermahnt werden. Da sind dann zustätzliche Auslagen von Bögen eher störend, vergrößern sie doch die Teilnamewahrscheinlichkeit bei Nutzern bestimmter Orte. In sofern halte ich die erste Bachelor-Befragung, die die FU durchgeführt hatte, für methodisch Einwandfrei hinsichtlich der Sicherstellung von Repräsentativität.

  4. Niklas Says:

    || Du brauchst für Repräsentativtät ja nur sicherzustellen, dass
    || jedes Mitglied der Grundgesamtheit mit gleicher Wahrschein-
    || lichkeit in die Stichprobe kommt. Mit der Zahl der Befragten
    || hat Repräsentativität nichts zu tun.

    Eben. Aber so wie ich „Anja“ verstanden habe, drängte sie ja darauf, dass alle Studierenden erreicht werden müssten, um Repräsentativtät sicherzustellen.

    || Zur Sicherstellung der Repräsentativität reichte eine Mail an
    || die ZEDAT-Accounts alleine schon aus, wenn man nur unsere
    || BA-Studis erreichen wollte, die praktisch alle eine haben und
    || dort auch immer regelmäßig draufgucken sollen, wie sie
    || immer wieder ermahnt werden.

    Ja, ich präferiere die ZEDAT-Methode auch eindeutig vor der „Auslege“-Methode, nur kommt erstere wohl zumindest bei dieser Umfrage jetzt nicht zum Einsatz.

  5. Kritik an FU-Studierbarkeits-Umfrage ist nicht fundiert « FUwatch Says:

    […] 7:54 nachmittags · Gespeichert unter Studienordnungen, Hochschulwesen, FU, Organisation Wie angekündigt, ist nun auch die Studierbarkeits-Umfrage der FU unter http://www.fub.studierbarkeit.de […]

  6. FU interessiert sich für studentische Studierbarkeitsumfrage « FUwatch Says:

    […] Erhebung zur “Studierbarkeit” der neuen BA/MA-Studiengänge an der FU (siehe “‘Studierbarkeits’-Umfrage nun auch an der FU”), die auch eine Alternative zur (alten) Bachelor-Umfrage des Präsidiums (siehe “Ergebnisse […]

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