ATASP-Angriff abgewehrt

Wie der OZ-Redakteur Marcel Heberlein in einem FUwatch-Kommentar berichtet, hat der Institutsrat (IR) die Anträge der ATASP-Clique auf eine Ausweitung der Teilnehmerbeschränkungen (siehe „ATASP-Clique will Teilnehmerbeschränkungen durchsetzen“) abgelehnt. Der IR hat sich jedoch verpflichtet, eine Lösung für die Teilnehmerproblematik zu finden. Wie das aber konkret aussehen soll, ist noch völlig unklar.

Dennis Olsen (FSI OSI) führt in einem weiteren Kommentar aus, dass die Beschränkungs-Befürworter letztlich doch erreicht haben was sie wollten, denn das Thema wurde auf die Agenda gesetzt. Und es mangelte dann auch nicht an „kreativen“ Lösungsvorschlägen. So schlug etwa Sabine von Oppeln vor, man könne doch die Zahl der Nebenfach- und Beifachstudierenden in den Lehrveranstaltungen beschränken, während Prof. Niedermayer meinte, man sollte einfach in allen Lehrveranstaltungen eine Teilnehmerbeschränkung einführen, damit die Studierenden mehr Druck auf die Dozierenden ausüben, gute Lehre zu betreiben. Die Idee das Lehrangebot auszuweiten, sei keinem der Dozierenden gekommen.

Dem hält Wolf Dermann (LHG FU) entgegen, dass eine Erhöhung des Lehrangebots nicht zu kleineren Lehrveranstaltungen führt: „Der vom BVerfG im NC-Urteil 1972 festgelegte Grundsatz der Kapazitätserschöpfung führt nämlich dazu, dass wenn mehr Lehrveranstaltungen angeboten werden, auch mehr Studienberwerber zugelassen werden müssen. Da die Zulassungszahlen proportional zur Zahl der Lehrverpflichtungsstunden steigen, bleibt die Zahl der Studierenden pro Lehrveranstaltung also gleich.“ Dies sei, so Wolf weiter, auch gut so, weil dadurch verhindert wird, „dass kleinere Kurse einfach durch schärfere NCs geschaffen werden können.“

Die besagte Quote von Studierenden pro Lehrveranstaltung besagt aber vermutlich nicht, dass in einem Kernhauptseminar 70 oder 80 Studierende sitzen sollen. Grundlage ist sicherlich ein Durchschnittswert, so dass es dann eben vorkommen kann, dass in einer LV „zu viele“ und in einer anderen LV „zu wenige“ Studierende sitzen. Die Frage wäre dann, wie man das löst, zwingt man die Studierenden sich gleichmässiger zu verteilen oder sollte man nicht überlegen dazu überzugehen unbeliebte Dozierende, die aufgrund ihrer „schlechten Lehre“ weniger Studierende anziehen auszuwechseln.

Natürlich ist auch dieser Ansatz problematisch, weil er dazu führen könnte, dass die Themenvielfalt vor die Hunde geht, weil nur noch Lehrveranstaltungen mit „Mainstream“-Ausrichtung überleben. Anders formuliert: Hat eine Lehrveranstaltung weniger TeilnehmerInnen, muss dies ja nicht unbedingt am Dozierenden liegen, sondern eventuell auch am Inhalt. Und wenn ein bestimmter Inhalt, ein bestimmtes Thema auf zu wenig Interesse bei Studierenden stößt, legitimiert das allein es aus dem KVV zu verbannen? Wohl kaum. Es muss jedenfalls auch noch Raum für „Nischen“-LVs geben, um die Vielfalt in der Lehre sicherstellen zu können.

Trotz der von Wolf beschriebenen Quotenregelung muss es doch auch noch einen Spielraum geben, die Lehrkapazität zu erhöhen, ohne dass sofort die Zulassungszahlen nach oben schnellen und es dann wieder gleich voll ist (hier zeigt sich ein weiteres Problem: denn keiner kann ja ernsthaft für eine Stagnation oder gar Reduzierung der Zulasssungszahlen eintreten; Wolf verwies bereits auf die NC-Probelmatik). Wenn Prof. Grottian mit seiner Stelle z.B. die Stelle von Prof. Wehland-Rauschenbach mitfinanziert, könnten doch z.B. Prof. Risse und Prof. Börzel jeweils das Gleiche tun, schon hätten wir zwei weitere Profs und eine Erhöhung der Lehrkapazität.

3 Antworten to “ATASP-Angriff abgewehrt”

  1. Lacher Says:

    Immer wieder lache ich laut, wenn ich von FSIlern den Kommentar höre, andere Profs sollten es doch bitte Prof. Grottian nachmachen und ihre Stellen teilen. Was hier nicht miterzählt wird, dass mit Verringerung der Stelle auch eine Verringerung des Lehrdeputats einherging. Wer das nicht glaubt, einfach mal auf Grottians Seite unter Lehre schauen!

  2. Niklas Says:

    || Was hier nicht miterzählt wird, dass mit Verringerung der Stelle
    || auch eine Verringerung des Lehrdeputats einherging.

    Wenn das zutrifft, ist der Ansatz, durch eine Stellen-Teilung die Lehrkapazität zu erhöhen, in der Tat unsinnig. Was bringen zwei Dozierende die sich eine Stelle teilen, wenn die Anzahl der Lehrveranstaltungen gleich bleibt? Gut, zwei Dozierende bedeuten vielleicht mehr Vielfalt in der Lehre, aber wenn sich die Anzahl der LVs insgesamt nicht erhöht, bringt das trotzdem wenig.

  3. Laßt Sven gehen! « FUwatch Says:

    […] ATASP-Clique versucht hat Teilnehmerbeschränkungen für Seminare durchzusetzen (siehe >hier und hier). Chojnackis Name fällt in diesem Kontext nicht, doch FALLS er die […]

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