„Minigipfel“ im Mai am OSI zum G8-Treffen in Heiligendamm

Wie der Kommilitone Martin Kaul heute unter dem Titel „Akademisches Plakatemalen“ in der taz berichtet, hat sich am OSI eine studentische Initiative zur Organisation eines dem G8-Treffen in Heiligendamm vorgelagerten „Minigipfels“ gegründet.

Vom 7. bis 11. Mai soll es eine Aktionswoche geben, in der alle Lehrveranstaltungen am OSI „auf G8 und Globalisierung umgemünzt“ werden. Der Institutsrat hat diesem Vorschlag ohne Gegenstimme seinen Segen erteilt, damit wurde die Initiative jetzt auch „offiziell“ ins Rollen gebracht:

„Für das politikwissenschaftliche Institut, das seine Forschung verstärkt auf internationale Politik ausrichtet, bietet die Aktionswoche Profilierungspotenzial. ‚Angesichts der Aktualität dieses Ereignisses steht es uns gut zu Gesicht, die aufgeworfenen Fragen zur Globalisierung und ihrer Zukunft auf der Höhe der Zeit zu reflektieren‘, sagt Institutsdirektor Peter Massing, sichtlich zufrieden mit der Initiative der Studierenden. Er wünscht sich eine intensive wissenschaftliche Auseinandersetzung und erwartet Prominenz am Institut in Dahlem.“ (taz, 06.02.07)

Wie der Kommilitone Martin weiter ausführt, wird dieser Minigipfel neben angehenden / studierten AkademikerInnen und interessierten BürgerInnen aber vermutlich auch noch globalisierungskritische Gruppen magisch anziehen. Es ist sogar davon die Rede, „dass sich die Aktionswoche einen Monat vor dem Gipfeltreffen an der Ostsee auch zum Widerstandscamp für die Protestbewegung entwickeln könnte“ (ebd.). Das OSI als zentraler Ausgangspunkt für eine Protestbewegung gegen das G8-Treffen? Ob das nicht vielleicht doch eine Nummer zu groß gedacht ist? Nun ja, man darf zumindest hoffen.

Martin geht sogar noch weiter und bringt den Verfassungsschutz ins Spiel, der sich dann auch dafür interessieren könnte, wie die OSIanerInnen quasi die Weltrevolution planen *lol*. Aber gut, wenn selbst das Sozialforum die Investition von Zeit wert war, wer weiß…

Jedenfalls, wer Interesse daran hat, an der Initiative mitzuwirken, sollte sich an G8amOSI@gmx.de wenden.

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9 Antworten to “„Minigipfel“ im Mai am OSI zum G8-Treffen in Heiligendamm”

  1. Das liberale Blog an der FU Berlin » Blog Archiv » G8. G-weg. G-mein. (und F-reiheit.) Says:

    […] berichtet Niklas in FUWatch über den Bericht von Martin in der taz, der die Aktionswoche am OSI vom 7. bis […]

  2. Thomas Says:

    Meines Wissens hat der Institutsrat nicht bindend beschlossen, dass in allen Lehrverantstaltungen in dieser Woche der G8-Gipfel das Thema sein muss. Allenfalls eine Empfehlung an die Dozenten sollte es geben. Und es ist unwahrscheinlich, dass Dozenten wie Segbers und Co. eine solche Empfehlung beachten.

  3. Niklas Says:

    || Allenfalls eine Empfehlung an die Dozenten sollte es geben.
    || Und es ist unwahrscheinlich, dass Dozenten wie Segbers
    || und Co. eine solche Empfehlung beachten.

    Mag sein (wobei ich gerade bei Dubai Segbers nicht davon ausgehen würde, dass der dann keine Veranstaltungen zum Thema „G8“ und „Globalisierung“ macht; nur der „Tonfall“ ist dann vielleicht nicht ganz so kritisch), allerdings wäre das Votum des IR selbst dann wichtig, wenn es sich nur um eine Empfehlung handeln würde. Durch den „offiziellen“ Charakter dieser Empfehlung fühlen sich vielleicht auch Dozierende angesprochen, die die Initiative ansonsten einfach ganz ausgeklammert hätten.

    Ich glaube ohnehin nicht, dass eine aktive Teilnahme in der Breite an der mangelnden Unterstützung durch Dozierende scheitern könnte, sondern eher an den OSI-Studis, die sich mehrheitlich genauso wenig einbringen werden wie im Warnstreik oder am Institutstag.

  4. Thomas Says:

    Ist ja auch verständlich. Wenn ich beispielsweise ein Seminar zur Föderalismusreform belege, will ich mich ja höchstwahrscheinlich auch gar nicht mit dem G8-Gipfel befassen.

    Es muss deshalb verhindert werden, dass eine lautstarke Minderheit, wie beim letzten Streik, es trotzdem schafft, den normalen Lehrbetrieb gegen den Willen der Mehrheit zu behindern. Zumindest meiner Meinung nach…

  5. Stefan Says:

    Ich war in der Sitzung des IRats anwesend, um den Antrag der Initiative vorzustellen.
    Der Beschluss macht die Woche zu einer offiziellen OSI-Veranstaltung
    Der IRat BITTET die Dozierenden, sich zu beteiligen, bzw. den Arbeitsaufwand in dieser Woche (Anwesenheitlisten, Texte) so gering wie möglich zu gestalten.
    Eine Verpflichtung der Dozierenden zur Teilnahme an solchen Veranstaltungen ist prinzipiell nicht möglich.

    Um dem Eindruck, hier ginge es wieder um eine „lautstarke“ Aktion einer esoterischen Minderheit am OSI, im Keim zu ersticken, möchte ich darauf hinweisen, dass der Taz-Artikel das Projekt leider nur einseitig vorstellt. Natürlich geht es auch um eine Thematisierung des Widerstandes, in erster Linie ist es aber eine wissenschaftliche Themenwoche, die eine alternative Form des Lehrbetriebs bieten soll. Ich verweise auf den Artikel in der 3.Ausgabe der OSI-Zeitung.
    Es geht also nicht darum, irgendwen zu behindern oder zu stören, sondern einfach mal eine Woche aus dem Uni-Alltag rauszugehen und sich mit einem der Themenbereiche unserer Zeit zu beschäftigen – kontrovers, offen und pluralistisch. Damit dies gelingt, arbeitet die Initiative seit November intensiv an dem Projekt. Meiner Meinung nach kann das nur interessant sein und ist in jedem Fall unterstützenswert und daher in keinem Fall zu „verhindern“.
    Ich hoffe, ein Missverständnis aus dem Weg geräumt zu haben und würde mich über eine kurze Antwort von Dir, lieber Thomas, freuen.

    Beste Grüße, Stefan

  6. Thomas Says:

    Die späte Anwort:

    Klar. Wer teilnehmen will, soll teilnehmen. Und es ist auch unterstützenswert, wenn sich die Leute ernsthaft mit einem aktuellen Thema befassen.

    Zugegeben, ich habe mich noch nicht weiter mit dem G8-Projekt beschäftigt, habe jedoch die Befürchtung, dass dahinter die gleichen Leute stecken, die damals auch den Streik organisiert haben. Und einigen dieser Leute zweifle ich, ob eine offene und kontroverse Diskussion wirklich möglich ist, oder ob man mit seiner abweichenden Meinung entweder ausgelacht wird, zum ‚Rechten‘ erklärt wird oder dass einem vorgeworfen wird, dass man nicht weiß, was gut für einem ist.

    Und wenn man dann liest, dass sich das ganze zu einem Widerstandscamp entwickeln soll oder könnte, dann ist doch wohl bereits im Vorfeld klar, was das erwünschte Ergebnis dieser Themenwoche ist.

  7. Ronny Says:

    Ich möchte nur darauf hinweisen, dass nicht nur die „üblichen Verdächtigen“ sich an dieser Sache beteiligen sondern es sich hier um eine Gemeinschaftsinitiative (siehe liberaler OSI-Blog) handelt. Ergebnisse solcher Initiativen hängen dann natürlich von der allgemeinen Beteiligung und den Interessen der sich Beteiligenden ab, aber ich halte es für grundsätzlich richtig dass sich das größte politikwissenschaftliche Institut Deutschlands mit großen, aktuellen Fragen der Politik auseinandersetzt, gerne auch einmal unkonventionell.

    Wichtig ist dann allerdings, dass auch Menschen mit verschiedenen Ansichten kommen und diese äußern, was leider viel zu selten der Fall ist (stattdessen beschweren die sich immer nur im Hintergrund…)!

  8. “Minigipfel” am OSI dient auch aber nicht nur zum Protest « FUwatch Says:

    […] Gespeichert unter Hochschulwesen, Minigipfel, OSI, FU, Organisation, Protest, Veranstaltungen Wie berichtet soll es im kommenden Semester vom 7. bis 11. Mai eine Aktionswoche zum G8-Gipfel in Heiligendamm […]

  9. Das vorläufige Programm zur G8-Woche am OSI « FUwatch Says:

    […] OSI, FU, Organisation, Protest, Veranstaltungen Wie bereits im letzten Semester berichtet (hier und hier), wird es in der Woche vom 07.05. bis zum 11.05. am OSI einen so genannten […]

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