Blackboard-Zugriff ab jetzt über ZEDAT-Accounts

Andreas machte mich darauf aufmerksam, dass die Fusionierung von Blackboard-Accounts mit ZEDAT-Accounts bereits läuft. Wie berichtet, sollen im Zuge der Schaffung eines Studierendenportals verschiedene Systeme zusammengelegt werden. So soll man sich neben Blackboard zukünftig auch in den OPAC mit seinem ZEDAT-Account einloggen können. Doch im Moment geht es erst mal nur um Blackboard. In einem Announcement an die Blackboard-Nutzer heißt es:

„Sehr geehrte Benutzer der Lernplattform Blackboard, im Rahmen der weiteren Integration der Lernplattform in die IT Landschaft der Freien Universität Berlin haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre ZEDAT-Zugangsdaten für Ihren Blackboard Account zu übernehmen. Damit vereinheitlicht sich für Sie der Zugang zu den IT-Diensten der Freien Universität Berlin. Änderungen des Passwortes können Sie dann direkt im Portal der ZEDAT für alle Anwendungen einheitlich vornehmen. Für Sie ergeben sich in keinem Fall Einschränkungen Ihrer Arbeit in der Lernplattform. Alle Ihre Daten in der Lernplattform (Kursanmeldungen, Forenbeiträge, Testergebnisse etc.) bleiben erhalten und Ihnen zugeordnet. Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit umgehend Gebrauch. Dies ermöglicht es der Freien Universität Berlin, Ihnen in Zukunft weitere Dienste anzubieten.“

Noch geht es also nicht um eine „Zwangsfusion“, der Nutzer kann noch wählen, ob er sich zukünftig mit seinen ZEDAT-Daten auch bei Blackboard einloggen will oder nicht. Ab dem Wintersemester 07/08 hat man dann jedoch grundsätzlich nur noch mit der ZEDAT-Kennung Zugriff auf Blackboard (CeDiS-Ankündigung, 24.01.07).

Diese Zusammenlegung hat sowohl Vor- und Nachteile. Der zentrale Vorteil eines Studierendenportals ist natürlich, dass man zukünftig nur ein Benutzerkonto hat, nämlich das der ZEDAT. Bequem hat man nun Zugriff auf OPAC, Blackboard, Campus Management, Mailbox, etc.

Nicht wenige Studierende haben hier jedoch auch Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Immerhin bedeutet eine solche Fusion auch, dass bisher autonome Subsysteme mit eigenen Datenbanken zusammengelegt werden. Das Missbrauchspotential steigt also. Denn wenn es nur noch „eine große Datenbank“ gibt (die der ZEDAT), dann hat jemand der Zugriff auf diese Datenbank hat jetzt auch Zugriff auf Informationen, die bisher in anderen Datenbanken unabhängig voneinander hinterlegt waren. Entscheident sind hier zwei Faktoren:

  • Das interne Rechtemanagement: Um „internen Datenschutz“ sicherzustellen, Bedarf es eines ausgeklügelten Rechtemanagements. Die Gefahr besteht hier, dass Person A allein deshalb auf Information B Zugriff erhält, weil dies jetzt mit nur einer gemeinsamen Datenbank technisch wesentlich leichter zu bewerkstelligen ist. Die FU Leitung verwahrt sich dagegen natürlich und nimmt für sich in Anspruch, dass eben genau das nicht eintreten wird. Inwiefern man der FU-Leitung hier trauen kann, ist in der Studentenschaft umstritten (vgl. z.B. Gutzmann, David: „Stop_Control“ in: Out of Dahlem, Nr. 6, Winter 06/07, S. 25).
  • Der Schutz nach außen: Datenschutz muss es natürlich auch nach „außen“ geben, d.h., es muss sichergestellt werden, dass Dritte, nicht FU-Angehörige, keinen Zugriff auf das System erlangen können. Nur falls es ihnen eben dennoch gelingen sollte, haben sie bei nur einem gemeinsamen System natürlich einen weitergehenden Zugriff auf Informationen, als bei mehreren kleinen voneinander unabhängigen Systemen.

Weitere offizielle Informationen von CeDiS zur Accountumstellung findet man hier, eine Beispiel-Anleitung mit Screenshots hier.

Update 03.02.07

An der Uni Potsdam ist man was die Zusammenlegung von Accounts angeht etwas schneller, dort kann man sich bereits seit diesem Semester nur noch mit dem zentralen Universitäts-Account (PULS) im Blackboard-System anmelden.

Update 04.02.07

Von Seiten der ZEDAT betont man, dass es nicht zu einer Zusammenlegung der Datenbanken kommen wird. Jedes System behält seine eigene Datenbank. Doch natürlich ist das dann nur eine „Teilautonomie“ weil der Zugang zu allen Datenbanken über denselben Zentralaccount (ZEDAT-Account) erfolgt. Mehr dazu hier.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen den „CeDiS-Blackboard-Komplex“ betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

6 Antworten to “Blackboard-Zugriff ab jetzt über ZEDAT-Accounts”

  1. Andreas Says:

    Schön das du dich des Themas angenommen hast :) Von offizieller Seite bekommt man meinem Eindruck nach sehr wenig darüber zu lesen.
    Weiß eigentlich jemand was beim Blackboard mit „Benutzerverzeichnis“ gemeint ist also wer da überhaupt eingetragen ist? Alle Leute die sich bei Blackboard angemeldet habe? Nur die Leute in den Kursen die ich auf dem Blackboard habe? Irgendwie bringt die Suche bei mir kaum Ergebnisse, mich selber finde ich auch nicht.
    Wäre natürlich praktisch wenn man so Leute finden könnte um ihnen ne Mail zu schreiben wenn man ihre E-Mail Adresse nicht kennt, wenn auch vielleicht datenschutzmäßig bedenklich?

  2. Niklas Says:

    || Weiß eigentlich jemand was beim Blackboard mit „Benutzerver-
    || zeichnis“ gemeint ist also wer da überhaupt eingetragen ist?
    || Alle Leute die sich bei Blackboard angemeldet habe? Nur die
    || Leute in den Kursen die ich auf dem Blackboard habe? Irgend-
    || wie bringt die Suche bei mir kaum Ergebnisse, mich selber
    || finde ich auch nicht.

    „Benutzerverzeichnis“ meint alle Nutzer. Aus den von dir angesprochenen Datenschutzgründen ist die Standardeinstellung allerdings so, dass man nicht gefunden wird. D.h., die Person muss erst explizit festlegen, dass sie über die Suchmaske gefunden werden kann (Personal Information -> Set Privacy Options -> Directory Status).

    Selbst dann kommst du aber nicht so ohne weiteres an die Email-Adresse der gesuchten Person, da die Email-Adresse per default innerhalb des jeweiligen Benutzerprofils ebenfalls nicht angezeigt wird. Auch hier muss die Person zunächst festlegen, dass ihre Email-Adresse für Dritte sichtbar ist (Personal Information -> Set Privacy Options -> Email Address).

    In jedem Kurs gibt es dann noch mal die Möglichkeit alle oder einzelne TeilnehmerInnen innerhalb des Kurses zu kontaktieren (Kommunikation / Communications -> Namensverzeichnis -> Alle auflisten; nicht zu verwechseln mit dem Adressbuch in den Course Tools). Ob diese Funktion allerdings zur Verfügung steht, liegt im Ermessen des für den jeweiligen Kurs verantwortlichen Administrators (i.d.R. der/die DozentIn).

  3. ZEDAT-Blackboard-Fusion führt nicht zu Datenbank-Fusion « FUwatch Says:

    […] bei 3:49 vormittags · Gespeichert unter Software, FU Wie berichtet, läuft zur Zeit ein Prozess, der die bisher eigenständigen Blackboard-Accounts mit den […]

  4. alexander Says:

    Die Beschränkheit der „Standortgebundenheit des Denkens“ (Mannheim) reduziert die eigene Reflexionsfähigkeit derart, dass sogar Menschen, die sich eigentlich primär in reflexiv ausgerichteten Fächern bewegen, der Blick über den Tellerrand offenbar unheimlich schwer fällt und sie stattdessen (politischen) Ideologien anheimfallen.

    Soll heißen: die Ausdifferenzierung der Gesellschaft bringt Arbeitsteilung mit sich. diese Arbeitsteilung ist aufgrund der rasant angewachsenen Menge an verfügbarem Wissen heute so vorangeschritten, dass es für Individuen immer schwerer wird, breites Wissen anzueignen. Der Universalgelehrte ist heute eher als romantisch (verklärtes?) ideales Telos zu nehmen als ein wirklich erreichbares Ziel.

    Sicherlich zeigen die Medien (Springer, Spiegel, FAZ) in spektakulär aufgeblasenen Nachrichten, dass immer wieder Sicherheitssysteme (~ Rechtemanagement) umgangen werden, aber dies ist eben nicht die Regel (am Rande: wenn es die Regel wäre, würde es schon gar nicht mehr in den Medien erwähnt werden). Im täglichen Gebrauch des Online-Bankings oder beim Einkaufen neuster Literatur bei Amazon sind die meisten von uns sogar ziemlich überzeugt von der Sicherheit dieser Systeme.

    Nun wird das Thema „Integration von verschiedenen Rechtesystemen“ in dem obenstehenden Artikel so aber nicht angegangen. Der Artikel schildert in Manier des Focus oder Spiegels Bedrohlichkeit: „Das Missbrauchspotential steigt also.“ (zur qual. Sozialforsch. vgl. Harald Welzer). Die damit einhergehende politische Motivation wird versucht hinter kollektiven Angstszenarien zu verbergen: „Die Gefahr besteht hier, dass Person A allein deshalb auf Information B Zugriff erhält, weil dies jetzt mit nur einer gemeinsamen Datenbank technisch wesentlich leichter zu bewerkstelligen ist“.

    Um fundamental (oder sogar wissenschaftlich) ernstgemeinte Kritik (, die keiner politischen Motivation folgt?!) anzubringen, wäre es dann nicht sinnvoll, anstatt Angst zu erzeugen, zu schauen, wie die technische Implementation tatsächlich durchgeführt wird (bitte nicht wieder das Argument mit der Transparenz anbringen, Wissen ist eben auch Holschuld)?

    Am Rande: die meisten computerbasierten Sicherheitssysteme sind nunmal sicher. Die meisten aufgrund einer sauberen Implementation eines einzigen simplen mathematischen Phänomens (vgl. „asymetrische Kryptographie“ – Rivest, Shamir, Aldeman). Wieso sind aber nun die meisten Systeme sicher? Nun die Antwort ist eigentlich ganz einfach: es gibt einfach Menschen in der arbeitsteiligen Gesellschaft, die sich mit nichts anderem beschäftigen als mit Sicherheitsfragen im IT Bereich. Und wie in allen Branchen und Spezialisierungen (übrigens auch in den Sozialwissenschaften) herrscht auch hier ein eigener Duktus.

  5. Niklas Says:

    || Sicherlich zeigen die Medien (Springer, Spiegel, FAZ) in
    || spektakulär aufgeblasenen Nachrichten, dass immer wieder
    || Sicherheitssysteme (~Rechtemanagement) umgangen werden,
    || aber dies ist eben nicht die Regel

    Natürlich ist das mediale Bild von IT-Sicherheit ein verzehrtes, da es suggeriert Sicherheitssysteme würden fortlaufend penetriert. Veröffentlich wird in der Tat dann immer der eine Fall, in dem es knallte und nicht die anderen 99, in denen ein System hielt was es verspricht.

    Nur wirst du mir doch hoffentlich recht geben, dass es grundsätzlich immer sicherer ist wenn Informationen über zwei gänzlich autonome Systeme verwaltet werden, als wenn alle Informationen in einem zentralen System hinterlegt sind. Und dem in Moment, in dem alle Systeme eine zentrale Schnittstelle haben, in unserem Fall den ZEDAT-Account, verschwindet dieser Vorteil des Aufsplittens von Daten auf unabhängige Systeme.

    Auch der korrigierende Einwand der ZEDAT, es handele sich eben nicht um eine Fusion von Datenbanken, diese blieben auch weiterhin unabhängig voneinander, entschärft das Problem nicht. Tatsache bleibt doch, dass man zukünftig mit seinem ZEDAT-Account auf Daten zugreift für die man bis dato weitere Accounts benötigte.

    Ich weiß nicht, was ihr CeDiS-Leute immer mit eurem „politisch“ habt. Natürlich ist es eine hoch politische Frage, wie die FU-Verwaltung das Thema Datenschutz anpackt, was sie tut oder was sie unterlässt, um den Datenschutz zu gewährleisten.

    Neben der rein technischen Frage inwiefern die FU tatsächlich in der Lage ist, die Daten vor Unbefugten zu schützen stellt sich darüber hinaus die Frage, inwiefern sie überhaupt ein Interesse daran, sie zu schützen. Es geht nicht nur darum, ob sie es kann, sondern auch darum ob sie es überhaupt und in jedem Fall will. Wenn Vater Staat dann wieder mal an die Tür klopft und fix eine Rasterfahndung durchführen will, ist es sicherlich von Vorteil wenn die nötigen Datensätze nicht mehr ganz soweit auseinander liegen wie ehedem.

    Die FU hat ein gestörtes Verhältnis zum Datenschutz und das ist keine Verschwörungstheorie, sondern pure Emperie (man wirft einfach mal einen Blick darauf, wie die FU in der Vergangenheit mit dem Datenschutz umgegangen ist). Und in diesem Kontext führt die Schaffung eines zentralen Universitäts-Accounts bei etwas kritischeren Studierenden wohl nicht ganz zu unrecht zu Unbehagen.

  6. Blackboard-Zugang ab Dezember nur noch über ZEDAT-Account « FUwatch Says:

    […] die Blackboard-Accounts in diesem Semester wie geplant auf die ZEDAT-Accounts umgestellt (siehe “Blackboard-Zugriff ab jetzt über ZEDAT-Accounts”). Der Login erfolgt dann also auch bei Blackboard nur noch mit den ZEDAT-Zugangsdaten. Mitte […]

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: