Die Hälfte der OSI-Studierenden ist unzufrieden mit dem SAP Campus Management

Die OSI-Zeitung veröffentlichte in ihrer letzten Ausgabe auch die Ergebnisse einer Umfrage am OSI aus dem Sommersemester 2006. Neben der Frage nach der Qualität der Lehre und dem neuen Bachelor-Studiengang ging es in dieser Umfrage unter anderem auch um die Zufriedenheit der OSIaner mit dem neuen Campus Management System.


Quelle: OSI-Zeitung, 2. Ausgabe, Dezember 2006, S. 7

Demnach beurteilen 27,5% der Befragten das System als „schlecht“ und weitere 22,6% sogar als „sehr schlecht“. Was zusammen immerhin die Hälfte ausmacht. Demgegenüber befanden aber auch 29,7% das System als „gut“, weitere 8,7% sogar als „sehr gut“. Es bleiben 11,5%, die keine Einschätzung zum System abgeben wollten oder konnten.

Interessantes offenbart sich, wenn man die Antworten nach Studiengängen schlüsselt:

„Von den Diplomstudierenden beurteilt ein Drittel der Befragten CM positiv. Zwei Drittel halten das System für schlecht. Bei den Studierenden der Bachelorstudiengänge halten hingegen fast 60% Prozent CM für gut, nur 40% haben eine negative Einstellung zu der Verwaltungssoftware.“ (OSI-Zeitung, 2. Ausgabe, Dezember 2006, S. 7)

Die Bachelor-Studierenden sind demnach also deutlich zufriedener mit dem System als die Diplom-Studierenden, die es mehrheitlich negativ beurteilen. Die Redakteure der OZ nennen als denkbare Ursache für diesen Unterschied in der Wahrnehmung des Systems den unterschiedlichen Aufbau der beiden Studiengänge (bis auf die vier identischen ersten Semester). Und aufgrund dieser unterschiedlichen Konzeption würden jeweils eher die Vor- bzw. Nachteile des Campus Managements wahrgenommen. Als zweite mögliche Ursache wird genannt, dass das System vielleicht einfach eher auf die Struktur des Bachelorstudiengang zugeschnitten ist und daher von den Betroffenen positiver beurteilt wird.

Ja, das wäre denkbar. Vielleicht hat es aber auch etwas damit zu tun, dass der Diplom-Studiengang noch stärker von Studierenden „alten Schlags“ dominiert wird. Die Bachelor-Studierenden kennen es hingegen nicht anders, sie wurden de facto in einen verschulten Studiengang „hineingeboren“, in dessen Kontext dann natürlich auch das Campus Management ganz prima passt.

Hinweis: Eine Übersicht mit allen das SAP Campus Management betreffenden Einträgen in diesem Blog findet sich hier.

5 Antworten to “Die Hälfte der OSI-Studierenden ist unzufrieden mit dem SAP Campus Management”

  1. Franziska Says:

    Deine Schlussfolgerung ist plausibel, als an der Umfrage Beteiligte kann ich sie aber so nicht stehen lassen. Wir haben die Umfrage im Juni 2006 durchgeführt, also im 2. Semester nach der Implementierung von CM. Unter den Befragten waren eine große Anzahl Zweitsemestler, die sich meiner Meinung nach durch die Stimmung in unserem Semester zwangsläufig mit CM und seinen Vor- und vor allem Nachteilen auseinander setzen mussten. Wir durften vor einem Jahr die Versuchskaninchen für ein bis heute nicht einwandfrei funktionierendes System spielen und auch wenn ich nur für mich sprechen kann, so glaube ich doch, dass vielen Leuten des „neuen Schlages“ das alte System durchaus noch bekannt ist/war – zum Zeitpunkt unserer Umfrage. Aus diesen Gründen konnten wir deine Schlussfolgerung (es war auch einer unserer Gedanken) nicht als zutreffend in unseren Artikel aufnehmen.
    LG, Franziska

  2. Niklas Says:

    || so glaube ich doch, dass vielen Leuten des “neuen Schlages”
    || das alte System durchaus noch bekannt ist/war – zum Zeit-
    || punkt unserer Umfrage.

    Okay, vielleicht habe ich meine eigentliche These zu sehr zwischen den Zeilen versteckt. Selbst wenn sie das alte System noch kannten und sich aktiv mit den Vor- und Nachteilen auseinandersetzen mussten, wäre es doch denkbar, dass sie das CM aufgrund ihrer generellen Vorstellung wie Uni sein sollte, eher befürworten.

    Die Grundannahme bei den BA-Studierenden ist doch eigentlich immer jene: Eigentlich wollen sie diese neuen Studiengänge nicht, sie werden praktisch in sie „hineingezwungen“. Doch was, wenn sie mit diesen durchstrukturierten, verschulten Ordnungen eigentlich ganz zufrieden sind? Wenn sie sich bewusst für den BA entscheiden, obwohl sie sich zumindest am OSI alternativ noch fürs Diplom einschreiben könnten?

    Die These lautet also, dass der durchschnittliche BA-Studierende ein ganz anderer Typus Studierender ist, einer der die Verschulung bewusst befürwortet, der kein Problem damit hat, vorgegebene Inhalte einfach nur zu repetieren. Das würde dann auch erklären, warum BA-OSIaner das CM als positiver erachten, als Diplom-OSIaner.

    Mit Studierenden „alten Schlags“ meine ich also nicht zwangsläufig Studierende, die schon deutlich mehr Semester auf dem Buckel haben und die „gute alte Ordnung“ daher vermeintlich besser kennen, sondern solche die eine andere Vorstellung davon haben, wie gute Lehre an der Uni aussehen sollte und was eine vernünftige Studienordnung auszeichnet. Und diese andere Vorstellung ist – in einem positiven Sinn – eben „old school“.

    Zu pauschalisierend? Nun, mir ist klar, dass der Gedanke BA-Studierende nicht mehr als „Opfer“, sondern wegen ihrer Grundeinstellung eher als Teil des Problems zu betrachten, radikal ist. Ich glaube dennoch, dass der Anteil „kritischer“ Studierender unter den Dip’lern ungleich höher ist, als unter den BAlern. Und das spiegelt sich dann vielleicht eben auch in Fragen, wie der ob man das CM eher positiv oder eher negativ bewertet.

    Interessant wäre es daher gewesen, wenn ihr in eurer Umfrage zum Beispiel auch mal gefragt hättet, ob man den Widerstand gegen restriktive Maßnahmen wie die Führung von Anwesenheitslisten unerstützt oder nicht. Also etwa: „Findest es du es positiv oder negativ, wenn KommilitonInnen Anwesenheitslisten aus Lehrveranstaltungen entwenden?“ Vielleicht würden sich bei solchen Fragen größere Lücken zwischen Bachelor- und Diplom-Studierenden auftun.

  3. Andreas Says:

    Hm..passt jetzt zwar nicht ganz dazu aber kann mir mal jemand erklären was die Herrschaften von der Uni Leitung damit meinen wenn sie kundtun:
    „Sehr geehrte Benutzer der Lernplattform Blackboard,
    im Rahmen der weiteren Integration der Lernplattform in die IT-Landschaft der Freien Universität Berlin haben Sie nun die Möglichkeit, Ihre ZEDAT-Zugangsdaten für Ihren Blackboard-Account zu übernehmen. Damit vereinheitlicht sich für Sie der Zugang zu den IT-Diensten der Freien Universität Berlin. Änderungen des Passwortes können Sie dann direkt im Portal der ZEDAT für alle Anwendungen einheitlich vornehmen.
    Für Sie ergeben sich in keinem Fall Einschränkungen Ihrer Arbeit in der Lernplattform. Alle Ihre Daten in der Lernplattform (Kursanmeldungen, Forenbeiträge, Testergebnisse etc.) bleiben erhalten und Ihnen zugeordnet.
    Bitte machen Sie von dieser Möglichkeit umgehend Gebrauch.
    Dies ermöglicht es der Freien Universität Berlin, Ihnen in Zukunft weitere Dienste anzubieten.“
    Wird es jetzt eine einheitliche Eingangsseite geben wo Campus Managment/Blackboard und Zedat Account zu finden sind oder was meinen die mit Portal..soll ich das machen was sie sagen oder soll ich mich da weigern? :)

  4. Blackboard-Zugriff ab jetzt über ZEDAT-Accounts « FUwatch Says:

    […] · Gespeichert unter Software, Organisation, FU, Hochschulwesen Andreas machte mich darauf aufmerksam, dass die Fusionierung von Blackboard-Accounts mit ZEDAT-Accounts bereits läuft. Wie berichtet, […]

  5. Überblicksseite SAP Campus Management « FUwatch Says:

    […] 20.01.07: Die Hälfte der OSI-Studierenden ist unzu… […]

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